Einzelbild herunterladen
 

Der Kalender Gottes.

Von Dr. Ella Mens ch-Berlin.

Ich weiß ein Jahrbuch Im Weltengebraus, Das wirkt als Lichtspur Im Leben sich aus. Die Seiten merken Die Tage dir an, Die Wetterumschlag Nie trüben kann.

Wer Weihnacht, Ostern Und Pfingsten erfaßt, Bewohnt dich Erde Als glücklicher Gast. Mit diesen Festen Die Sonne kommt. Die im Alltagsgrau Deiner Seele frommt, Und im Stampfen Der rastlosen Zeit Küßt dich ein Hauch Aus der Ewigkeit.

Frau fein . . J

Von Herbert Lange wiesch e-Wiesbaden.

Die Frau, die vergessen kann, daß ihre hehrste Be­stimmung im leiblichen und geistigen Muttersein von Anbeginn begründet liegt, weiß nicht, daß sie die höchste Erfüllung ihres Lebens buchstäblich mit Füßen tritt.

*

Dichter preisen in glühenden Hymnen Frauenmut und Frauentapferkeit. Viel wesentlicher scheint mir ein Preislied auf jene schlichte Frauendemut zu sein, die sich verzehrt in der steten, tagtäglichen Sorge um das Wohl und Wehe der Familie, die Schlaf, Gesundheit und Er­holung opfert für all die, die ein Mutterherz in seiner unendlichen Güte liebend umfängt.

*

Frau sein heißt wohl mitunter arbeiten, leiden und entbehren, Frau sein heißt aber auch glücklich sein im Bewußtsein einer getanen Pflicht.

Auch eine Frage der Erziehung.

Obwohl gerade die deutsche Frau immer als gute Mutter galt, so ist in den legten Jahren eine merkliche Umstellung auch bei uns zu beobachten. Mit den Sit­ten und Gebräuchen anderer Länder ist auch, tiefbedauer­licherweise, die Auffassung in unser Land eingedrungen, daß Mutterschaft eine Last bedeute. Nur zu willige An­hängerinnen fand diese selbstsüchtige Ansicht. Man täuscht sich selbst und anderer mit den billigen Worten „wir kön­nen uns kein Kind leisten" über eine trostlose Gemüts­leere, eine Feigheit allen Opfern und Verzichten gegen­über hinweg. Es ist ja so viel leichter und angenehmer, ein modisches Dutzendklischee zu sein. Die moderne Frau, die auch noch in vorgeschritteneren Jahren den Backfisch markiert, glaubt Ewigkeitswerte zu haben. Sie steht in der Mutterschaft nur ein Hemmnis für ihre eigene Kör­perpflege, Furcht vor dem Verlust an Leibesschönheit beseelt sind. Ihre Eroberungs- und Gefallsucht erleiden durch die Mutterpflichten naturgemäß einen Stoß. Man muß zurücktreten, dem Heranwachsenden Kinde den Platz an der Lebensfreude und Jugendlust einräumen, den man in falscher Einsicht für Lebenslänge sich behaupten zu können wähnte. Welch ein Zerrbild ist solch eine Frau. Wie bitter muß sie es büßen, wenn sie in älteren Tagen beiseite geschoben wird, wenn sie doch einmal der Jugend Platz machen muß!

Mutterschaft ist ein heiliges Amt. Menschenseelen sind der Mutter anvertraut, die nicht nur äußerlicher Pflege und Beaufsichtigung bedürfen, nein, deren seelische Kräfte gehegt und geweckt werden müssen. Jene Kräfte, die das Leben lebenswert machen, die der Motor unseres Daseins sind, die des Herzens und Gemütes. Wir sind nicht Maschinen, die ihre Arbeit leisten, wenn sie geölt sind, die menschlichen Triebkräfte haben andere Quellen. Wohl meinen viele Mütter ihre Pflicht voll und ganz erfüllt zu haben, wenn sie sich in der körperlichen Pflege ihrer Kinder erschöpfen, Opfer bringen, damit dem Kinde ja nichts mangelt an äußeren Bedürfnissen. Doch die rechte Erziehung stellt heute weit höhere Anforderungen. Sie darf vor allem nicht übersehen, dieGrundlagen zu bauen für den späteren Vater- und Mut­te r b e r u f. Unsere Kinder zu starken Persön­lichkeiten,, zu pflichtbewußten, frommen und braven Menschen heranbilden, ist wichtig st e Aufgabe. In den Händen der Mütter liegt es, aus den Töchtern wieder echte Mütter zu ma­chen, sie zu lehren durch Wort und Beispiel, daß der Wert der Frau nicht in schönen Kleidern oder interessan­

tem Aussehen liegt, sondern in der Tiefe ihres ureigen­sten Wesens, in ihrem Gemüte ihre Wurzeln hat.

Doch davor scheinen so viele Mütter heute zurückzu­schrecken. Man läßt den Mädchen die weitestgehende Freiheit, schließt Kompromisse mit der Mode, ja man pflegt sogar die Oberflächlichkeit und hütet den Leicht­sinn, nur damit sie einen — Mann bekommen. Nur zu gut weiß man, daß der junge Mann von heute den grö­ßeren Wert auf ein angenehmes, flottes Aeußere legt, daß es ihm nicht so sehr darum zu tun ist, eine tüch­tige Hausfrau und gute Mutter seiner Kinder zu bekom­men. Es genügt ihm, in feiner Frau ein gutes R e- präsentationsstück zu sehen. Das dürfte auch einer der Gründe fein für die übertriebene Geltungssucht unserer weiblichen Jugend, die ja tagtäglich erfahren muß, daß echt frauliche Eigenschaften so wenig Anerkennung finden. So viel Ehe- elend hat in dieser Auffassung seine tiefste Wurzel. Letz­ten Endes ist ja gerade auch das Eheproblem eine Frage der Erziehung.

Von allen Seiten ist die Ehe und ihre Gestaltung schon beleuchtet worden. Die Lösung, zu einer Harmonie der Geschlechter zu kommen, wird vom rein physischen Stand­punkt aus betrachtet. Die übermäßige Betonung gerade der sexuellen Frage, die zur Erreichung einer „vollkom­menen" Ehe eine gewisse „Technik" voraussetzt — um diesen brutalen neuesten Ausdruck zu gebrauchen — was eigentlich nur eine raffinierte Ausbeutung der Ehe be­deutet — führt sehr häufig, man darf fast sagen meist, zum Gegenteil.

Ueberfättigung und Ueberdruß sind die Folgen jeden Uebermaßes. Nicht in der restlosen Erfüllung aller Wünsche liegt Besriedigung, sondern in weisem Maß­halten. Dazu gehört Selbstbeherrschung.

Doch davon ist bei den modernen Ehereformlern wohl kaum die Rede. Allerdings wird der reife Mann schwer­lich jene Selbstzucht mehr erlernen, die einen geschulten, festen Willen erfordert, wenn er nicht schon in der Jugend gelernt hat zu verzichten. Wir übersehen diesen Zusam­menhang. Sollen unsere Söhne Männer werden, die

wieder Väter sein wollen und können, so dürfen wir nicht die Zahl jener blasierten Jünglinge vermehren, bet denen sich die Männlichkeit in der Anzahl der täglich verrauch­ten Zigaretten und einem hemmungslosen Sichausleben erschöpft. Eiserner Wille und Selbstzucht müssen im Knaben geweckt und gepflegt werden; Achtung und Ehr­furcht zu lehren vor jenen Frauen und Mädchen, die nicht durch herausfordernde Kleidung und aufdringliches Wesen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sei ernstes Ge­bot der Erziehung.

Ritterlichkeit ist eine seltene Tugend geworden; in der Kinderstube muß sie wieder gelernt werden. Um­sonst wird man den jungen Mädchen von Bescheidenheit und Sitte predigen, wenn die männliche Jugend nicht ge­lernt hat, diese Tugenden zu schätzen und zu achten.

Die Wesensart der Geschlechter muß erhalten wer­den. Die persönliche Freiheit sowohl des Mannes als der Frau im rechten Sinne aufzufassen und ausgeglichen und abgewogen ins Leben zu übertragen ist vielleicht noch eine Frage der Zukunft; sie dafür reif zu machen, ist Sache der Erziehung. Die echte weibliche Frau will keinen Pantoffelhelden, der von ihrer Gunst abhängig ist. Im tiefsten Innern verabscheut sie jene Weichlichkeit, Unentschiedenheit und Grundsatzlosigkeit, die sich oft in brutalem Egoismus, in rohem Nehmen äußert. Achtung und Ehrfurcht will auch die Frau vor dem Manne haben. Das junge Mädchen unserer Tage ist tief zu beklagen, das oft vergebens bei unseren jungen Männern jene Eigen­schaften sucht, die ihr ein dauerhaftes Eheglück gewähr­leisten.

Hohes Ziel einer Erziehung ist es, wertvolle Men­schen heranzubilden, Menschen, die wieder ganzMann und Frau sein wollen und können, mit dem vollen Mut für ihre begeisterungswerten Aufgaben. Es ist Mosaikarbeit. Doch Vater und Mutter mögen sich das tägliche Zusammentragen winziger Steinchen nicht zu viel sein lassen, der Lohn dieser Mühen ruht im Glücke unserer Kinder.

Ottilie Kiefer.

Vom Werke der Milch.

Von Dr. Robert E i ch l o f f - Stettin.

Das deutsche Volk befindet sich in einer trostlosen wirt­schaftlichen Lage. Der Verdienst ist bei einem großen Teil der Bevölkerung so gering, daß die Hausfrau mit dem knappen Wirtschaftsgeld ihre Familienangehörigen nicht satt machen kann. Noch schlimmer ist es mit vie­len Arbeitslosen bestellt.

Da heißt es nun sparen, und es so einrichten, daß die Ernährung nicht leidet und eine Gefährdung der Gesundheit vermieden wird. Der Verbrauch der Ge­nußmittel muß unterbleiben oder aber auf das geringste Maß herabgesetzt werden. Dafür müssen Nahrungsmit­tel verwendet werden, die billig, aber nahrhaft sind:

Es ist eine betrübliche Tatsache, daß, um nur eine Tatsache zu nennen, der Zigarettenverbrauch und auch der Verbrauch ausländischen Obstes ständig mehr zu­nimmt, als der Milchverbrauch, trotz der in den letzten Jahren so eindringlich betriebenen Milchpropaganda. Ge­radezu beschämend ist es, daß das Geld für die den Kindern unentbehrliche Milch gespart wird, um es für andere Zwecke auszugeben, die häufig mit der Ernährung nichts zu tun haben. Zuweilen find sie sogar noch nicht einmal der Gesundheit zuträglich.

Die Gesundheit hängt in der Hauptsache von einer ordentlichen Ernährung ab, denn der Körper kann nur in einem normalen Zustand bleiben, wenn ihm alles das in reichem Maße zugeführt wird, was er zur Erneue­rung der Körperfubstanz und der Körpersäfte braucht, wie Eiweiß und gewisse Salze, und was er zur Erzeugung von Körperkraft und Wärme benötigt, wie Fett, Stärke und Zucker. Alle diese Stoffe sind in der Milch in leicht­verdaulicher Form enthalten und deshalb auch außer­ordentlich bekömmlich. Sie sind in der Milch und in den aus ihr hergestellten Erzeugnissen auch billiger als in allen anderen Nahrungsmitteln.

Es kosten

1 Kilogramm Eiweiß in der Milch RM. 1.—

1 Kilogramm Eiweiß in der Magermilch RM. 0.50

1 Kilogramm Eiweiß in Fettkäse RM. 1.25

1 Kilogramm Eiweiß in Magerkäse RM. 0.50

1 i.llogramm Eiweiß in Roggenbrot RM. 1.—

1 Kilogramm Eiweiß in Schweinefleisch RM. 2.—

1 Kilogramm Eiweiß in Rindfleisch RM. 2.—

1 Kilogramm Eiweiß in Kalbfleisch RM. 2.50

Der Eiweißbedarf ist beim wachsenden Menschen relativ am größten. Deshalb ist die Milch für den Säugling unentbehrlich und für die älteren Kinder ein vor­zügliches Nahrungsmittel. Auch für die Erwachsenen

ist sie ein köstliches Getränk, welches nicht nur den Durst löscht, sondern auch den Hunger stillt. Sportleute und auch viele andere haben das erkannt und ziehen ein Glas Milch anderen Getränken vor.

Aus der Milch lassen sich auch wohlschmeckende Spei­sen und Gerichte Herstellen, die als Mahlzeit verwendet werden können. Auch sie sind sehr billig, denn ein Liter Milch im Preise von RM. 0.25 bis 0.35 hat denselben Nährwert wie ein Pfund Rindfleisch zu RM. 1.20 bis 1.60 oder wie acht mittlere Eier, die etwa eine Mark kosten. Magermilch ist noch billiger als Vollmilch, ent­hält aber sämtliche Bestandteile mit Ausnahme des Fettes in derselben Menge und Bekömmlichkeit wie diese. Viel zu wenig werden aber auch die aus der Milch hergestell­ten Käse zur Nahrung verwendet, obwohl sie die Milch- bestandteile in konzentrierter und ebenso leicht verdau­licher Form enthalten, gleichviel ob es sich um Fettkäse oder Magerkäse handelt. Wenn manche annehmen, daß die Käse, namentlich die Magerkäse, schwer verdaulich sind, so ist das irrig. Die Eiweißstofse, welche die Haupt­menge der Käse ausmachen, sind mindestens ebenso leicht verdaulich, wahrscheinlich aber infolge der Reifung leich­ter verdaulich als in der Milch selbst. Sie sind dem Körper zuträglicher als diejenigen vieler anderer Nah­rungsmittel. Mancherlei Krankheiten, deren Ursachen in zu hohem Fleischgenuß liegen, können dadurch verhindert werden, daß man den Eiweißbedarf teilweise durch Milch bezw. Käse deckt.

Die deutsche Butter steht im allgemeinen in bezug auf Güte der ausländischen teuren Butter nicht nach, und es ist eine Versündigung an der deutschen Landwirt­schaft, wenn in Deutschland von vielen Hausfrauen die teure ausländische Butter der deutschen Butter vorge­zogen wird; denn dadurch gehen jährlich eine halbe Mil­liarde Reichsmark ins Ausland, die unserer Landwirt­schaft zufließen konnten.

Saure Milch, Buttermilch, Joghurt und andere Sau- ermilcherzeugnisse sind der Gesundheit ganz besonders forderlich und sollten weit mehr verbraucht werden als es geschieht.

Deutsche Hausfrauen verbraucht mehr Milch als Ge­tränk und zur Zubereitung von Speisen, bringt nur deutschen Käse und deutsche Butter auf den Tisch. Ihr fordert dadurch nicht nur die Gesundheit eurer Fami­lienangehörigen, sondern spart auch wesentlich an Wirt­schaftsgeld und helft letzten Endes verhüten, daß die schwer ringende deutsche Landwirtschaft ganz zu Grunde geht.

Die Pflege der Zimmerlin

Von Obergärtner Braumann.

Die Zimmerlinden gehören bei unseren $jQU zu den beliebtesten Pflanzen und saft in allen Deutschlands sieht man das üppige, im zeitig^ fahr wundervoll blühende Gewächs an den genft in den Wintergärten. Aber ganz so einfach , meist den Anschein hat, ist die Pflege der nicht, das merkt die Hausfrau auch schon wenn die anscheinend gesunde, kraftstrotzende « die srischgrün und leuchtend am Fenster stand fein beginnt, ohne daß ein erkennbarer Grund v den wäre. Ganz selbstverständlich ist es, daß di, merlinde Luft und Licht braucht. Sie darf tti den Ecken stehen, gehört vielmehr ans Fenster uni den Sommer über, wenn irgend möglich im greje im Garten ein Plätzchen finden. Die beste Hum ist für die Zimmerlinde gerade gut genug, jeb0( sie nicht gar zu fett fein. Zu diesem Zwecke ne man die Erde mit etwas Torf, was sie lockert und zeitig die Bewässerung reguliert, die mit aller So kett durchgeführt werden muß. Gegen kaltes Wa die Zimmerlinde empfindlich. Sie sollte stets m abgestandenem Wasser gegossen werden, möglich» mal am Tage, morgens kurz nach Sonnenaufgati abends nach Sonnenuntergang. Wer die schöne, ßen Blätter der Zimmerlinde betrachtet, dem wir gefallen sein, daß sie dicht behaart sind. Mst Haaren werden große Wassermengen verdunste natürlich ergänzt werden müssen. Deshalb ganz mäßig und pünktlich gießen. Mit Düngungsver wurde schon manche Zimemrlinde ruiniert. 'Am düngt man überhaupt nicht mit animalischem D also Kuhmist ober Jauche, künstlicher Dünger, forgfäi Wasser aufgelöst, tut die gleichen Dienste. Nw auch er nicht in größeren Dosen gegeben werden, ber ein paar Mak wenig hintereinander, rote t zuviel. Sehr empfänglich sind die Zimmerlinden gegen Regenwürmer, denen sie gerne erliegen, die unteren Blätter gelb werden, ohne daß ein I dafür ersichtlich ist, so sind meist Regenwürmer schuld. Wenn die Würmer nicht nach einigen li Abgüssen mit verdünnter Tabakbrühe an die Obe: der Töpfe kommen, dann muß man notgedrungen möglichster Schonung der Wurzeln zum Umsetzen Zuflucht nehmen. Dieser aber ist, ausgenontme zeitigen Frühjahr, immer eine heikle Sache un Zimmerlinden gehen gerne dabei ein. Die Noto aber insofern einen Ausgleich geschaffen, als si, Zimmerlinden durch Ableger und Stecklinge sehr vermehren lassen.

Line Ehrenrettung des Gri

Grieß steht in dem Ruf, ein Eierverschlinger $ sobald er als gekochter, warmer Pudding der $ nachfolgen soll. Ich möchte als Ehrenretter der v< ten Unschuld auftreten. Als Beweis diene folgende i heitserprobte Vorschrift: Ein gewöhnliches Wich voll Milch wird mit einem Stückchen Butter aufg und alsdann eine Obertasse voll (Sri ß hineinge Ganz dick quillt er aus unter stetem Rühren, das auch noch fortsetzt, wenn man den Topf schon vom' gezogen hat. Drei Eigelb, mit wenig Milch »er damit sie nicht vom heißen Grießbrei verbrannt M einige gebrühte, sowie bittere Mandeln, sowie eir löffel süße Mandeln, sowie eine halbe Tasse fall Korinthen, die abgeriebene Schale einer halben Zi und hundert Gramm Zucker mengen sich allmöhli die Grießmasse. Das mit Salz recht steif gefdjli Eiweiß hat das letzte Wort, bevor der noch mit ei Vanillebriefchen beglückte Grießpudding in die a strichene und ausgestreute Form strebt. Eine S im Wasserbad gekocht, genügt ihm zum Garwerden wird umgestürzt, und zu seinen Füßen breitet fid Rand von geschmortem und durchgestrichenem Rhab oder auch von anderem Obst, je nach der Jahresz

Von unken herauf gearbeitet „Mein Mann von ganz unten heraufgearbeitet." — „Wieso d „Ja, früher war er Hühneraugendoktor, und f er Dentist."

Schöne Haan PIX AV O N Shampoo Beutel 30 A

Das Taschenluch.

Don E m f i-Frankfurt a. M.

Als Katharina von Medici, die große Intrigantin von Florenz, ihren Gegnern kostbare Taschentücher als Geschenk ins Haus schickte, die mit heimlichem und schnell wirkendem Gift getränkt waren und den Tod der Be­schenkten herbeiführten, damals im Ouattocento, der Blütezeit der Renaissance, begann das Taschentuch erst seine Rolle als Gebrauchsgegenstand. Zuvor diente es als „Fazinettlein", also mehr oder weniger nur als Prunkstück, das die vornehmen Damen, der spanischen Etikette zufolge in der Hand trugen, und mit dem sie sogar porträtiert wurden: Man sieht noch heutzutage in allen Kunstsammlungen Repräsentationsbilder von höfi­schen Damen, die in der lässig herabhängenden Linken ein reich mit Spitzen besetztes Tuch zur Schau tragen. Es wurde mit der Nase ebensowenig in Berührung gebracht wie mit dem Gesicht, dessen rei djaufgetragene Farben ein Wischen nicht vertrugen. Solche feinen, zarten Sinnen« tüchlein gab man dem Täufling mit zum Taufgang, die Braut umschloß damit ihren Hochzeitsstrauß und hatte ein Erdenbürger die Augen zum letzten Schlummer ge­schlossen, so bedeckte man sein bleiches Antlitz gleichfalls mit dem „Fazinettlein".

Als das Taschentuch zum Gebrauchsgegenstand gewor­den war, gewann es an Umfang und Größe. Das sei­dene Tuch blieb zumeist den Herren der Schöpfung Vor­behalten, die damit ihre Brillengläser polierten oder ihre Schnupftabaksdose blank rieben, ober kühn einige Enden flattern ließen, wie es heute noch geschieht, wenn sie nicht vorzogen, das weißseidene Tuch als Halstuch oder Cache- nez um den Hals zu schlingen .

In vielen ländlichen Bezirken mußte das Taschentuch ebenso quadratisch umfangreich als buntfarbig auftreten.

War es aus Seide und mit Fransen verziert, so hieß es „Fürtuch" oder „Busentuch", und ward über Hemd und Mieder geschlungen, zuweilen auch über den Kopf gelegt. Bei Erstkommunion und Konfirmation spielt das steif­gestärkte weiße Spitzentaschentuch noch heute eine große Rolle, es wird dann zum Halten der Kerze verwendet, oder im Verein mit dem Rosmarinsträußel aufs Gebet­buch gelegt.

Als Gebrauchsnasentuch für den Herrn gilt nach wie vor ein etwas größeres Quadrat aus Reinleinen oder Halbleinen am dauerhaftesten und nützlichsten. Damen­taschentücher sind durchweg kleiner nud zierlicher im For­mat, müssen sie doch unauffällig in Handtaschen, Beuteln, Muffen verschwinden können. Mit der luxuriösen Da­menwäsche wuchsen auch die Ansprüche an das Taschen­tuch. Das kleine, feine Gebilde mußte aus Battist, Sei- denbattist oder Opal hergestellt fein, um gefällig zu wir­ken. Als Ausputz dient die vielfältige Technik der Hand­fertigkeiten. Besonders beliebt als Ausgarnierung ist der handgearbeitete Hohlsaum mit seinen Varianten, den Durchbruchsarbeiten, die aus dem Stoff heraus mit ganz dünnem Garn gearbeitet werden. Vielfach verwendet man auch die Languettenstickerei in allerlei Bögen und Zacken, ferner Lochstickerei, Knotchenstickerei oder Riche­lieutechnik für Kanten, Ecken und Säume. Am vornehm­sten wirkt als Abschluß die Spitze, sei es nun die hand- genähte oder handgeklöppelte Nadelspitze oder eine billige, freundliche Maschinenspitze, die an den Ecken leicht ein- geträufelt wird.

Farbige Taschentücher müssen irgendwie mit den Far­ben des Anzugs übereinftimmen oder in dezenten Mu­stern sich jeder Nüancec anpaffen. Am hygienischsten ! bleibt nach wie vor das weiße Taschentuch, obwohl in I Indanthren jetzt auch alle übrigen Farben waschecht, licht- I echt und kochecht hergestellt werden.

Um dem Verlieren oder Verwechseln in der Wäsche vorzubeugen, zeichnet man Taschentücher gleich jedem anderen Wäschestück mit dem Namenszug des Besitzers ober ber Besitzerin. Zwei Anfangsbuchstaben, wenige Millimeter hoch, genügen vollftänbig. Das prunkvolle Monogramm ist nur noch auf Bett- und Tischwäsche zeit­gemäß. Zuweilen stickt man auch noch das Braut­taschentuch mit solchen Monogrammen, falls man nicht vorzieht, den Rufnamen der Braut in einer Ecke des Tuches völlig auszufchreiben. Die Namen werden stets in Weiß gestickt ober in derselben Farbe, die das Tuch trägt. Abstechende Farben als Wäschezeichen benutzt man niemals für Taschentücher.

Was Kinder plaudern...

Von R o m u l u s.

In der untersten Schulklasse malten die Kinder als Aufgabe der Lehrerin mit Wasserfarben ein Haus, aus dessen Schornstein Rauch aufsteigt. Eines der Kinder malle den Rauch grün.

Die Lehrerin fragte es nach dem Grund, worauf das Kind antwortete: „Es wird gerade Spinat gekocht, Fräuleinl"

Das Kinderfräulein bemühte sich, den sehr verwohn ten und ungezogenen Helmut zu unterhalten, nicht freute ihn. Schließlich kam sie auf die Idee, ihm Sei fenblafen vorzumachen, und blies riesengroße, bunt schillernde Kugeln. Helmut sah gelangweilt zu und sagte „Ach, die dummen Ballons hab' ich so satt, blas’ mit doch mal ein Flugzeug!"

Der Lehrer einer Elementarschule hatte seinen kleinen Abcschützen mit vieler Mühe den Geburtstagsoers ein­

geprägt: „Ich bin klein, mein Wunsch ist klein, Vater und Mutter gehorsam sein."

Ein kleiner Knirps, der die schonen Reime 3# gessen fürchtete, malte folgenden Glückwunsch auf Schiefertafel: „Ich bin klein, mein Vater ist kleM müssen der Mutter gehorsam sein!"

*

Lottchen unterhält sich sehr gern mit Erwachst Als sie einmal des Guten zuviel hieran tat, sagte >Y Papa, sie solle den kleinen Mund hatten, wenn R Großen unterhalten.

Lottchen zog sich beschämt zurück, nach einer tiefsten Schweigens platzte sie in die Unterhaltung: hörst du, wie ich nichts sage . . .?"

♦

Der erste Akt einer Kindervorstellung war 3U

Der Vorhang fiel. Immer wieder muhten M Darsteller vor den kleinen Zuschauern verneigen, 'ofer Jubel brauste durch den weiten Raum.

Lieschen saß neben ihrer Mama und schüttelte W ies Köpfchen, als der Lärm endlich nachgelafst 3

„Du, Mutti, sagte sie verständnislos, »die ’ffin hat doch gar nicht schlecht gesungen?"

„Hat sie auch nicht, mein Kind," gab ihr die r Erwiderung.

„Na, warum muß sie bann noch mal singe"

*

Entgegen sonstiger Gewohnheit ließ öcr..®a imstags auf seine Heimkehr aus bem ®ur° mge auf sich warten, welcher Umftanb die A j reiflicherweise beunruhigte. , ,

„Es wirb ihm doch nichts passiert sein, inwillkürlich.

Bubi, der die Worte hörte, meinte sanft: du dich jetzt noch nicht aufju regen, Mutter, we passiert ist, stehts morgen in der Zeitung."