I Fuldaer Land und Nachbargeb
* Die fireiuberalfrcne mirh aehani Striihirthr rntohor »in mnchlnmoc dfitn» Kamh c.
Die Sreuzbergstraße wird gebaut.
aus
die Fi der Ti
rank- ieuer-
Aus Waldeck.
Hoteldieb als Handwerksmeister.
Bad Wildungen. Am Hellen Tage wurden
Frühjahr wieder ein wachsames Auge, dann bi Besorgnissen kein Anlaß.
Briefkasten der Schriftleilung.
G. Besten Dank für den Hinweis auf die „Volksstimme". Aus der Notiz des sozialdemokratischen Blattes aus Fulda kann wirklich niemand erkennen, was die Fuldaer Zeitung über die Versammlung der sozialdemokratischen Eisenbahner-Organisation tatsächlich geschrieben hat. Was in der Volksstimme als Aeuße- rung der Fuldaer Zeitung angeführt wird, ist reinste Phantasie. Es ist bezeichnend, daß die Herren Genossen von uns erwarten, wir würden wie eine Kuhhaut alles aufnehmen, was sie der Oeffentlichkeit vorzusetzen belieben. Eine solche unwüdige Rolle überlassen wir gerne deutschnationalen Blättern, die dafür auch von der Volksstimme gelobt werden. Um solches Lob sind wir nicht verlegen. Bezeichnend ist auch die Ueberleitung der Fuldaer Eisenbahner-Notiz der Volksstimme zu einem Wahlaufruf: „jede Stimme der S. P. D." So sieht frei- gewerkschaftliche Neutralität aus!
$. Sch. Bei wirklich künstlerisch hochstehenden Veranstaltungen kann die städtische Vergnügungssteuer auf 5 P r o z. des Brutto-Ertrages heruntergesetzt werden. Bei steuerlicher Härte ist eine Ermäßigung auf 10 Proz. des Brutto-Ertrages möglich. In den übrigen Fällen ist die Vergnügungssteuer erheblich höher.
Beihilfe für Obstpflanzungen und Obstbaumfpriher
Vom Landrat des Landkreises Eisenach wir: nitgeteilt:
Das Reichsministerium für Ernährung un Mdwirtschaft hat nun auch dem Lande Thüringe is dem Fond für landwirtschaftliche Betriebe nstellung und Absatzförderung Mittel zur Der gung gestellt, die für Beihilfen zu Neupflanzur .'n im Obstbau und zur Beschaffung von Obst
— Auerbach (Bergffr.). Auf einem Wirtschaft kam es wegen Lohnforderungen zu Differenzen, di Tätlichkeiten ausarteten. Der Viehhändler Hahn er eine Mistgabel und versetzte dem Knecht Schmidt e Stich in den Mund. Nach Anlegung eines Notverban kam der Schwerverletzte ins Krankenhaus.
tungsfest des Vereins am 4. Oktober in kleinem Rahmen mit Familienangehörigen zu begeben.
Zuschriften aus nuferem Leserkreis.
Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz vorgeschriebene Verantwortung.
Schießerei in der Sandhohle. Zu der Darstellung des Herrn Weingärtner habe ich folgendes zu bemerken: 1. Den Zugangsweg hat nicht Weingärtner, sondern das Bauamt Fulda zur Allgemeinbenutzung Herstellen lasten. Weingärtner will das Recht der Benutzung lediglich seiner Kundschaft zugestehen, welches Ansinnen er auch
Das Erdölnokgesetz.
Das am 17. Juli vom Ständischen Ausschuß des Thüringer Landtags angenommene Notgesetz über das Aufsuchen und Gewinnen von Erdöl ist jetzt in der Gesetzessammlung für Thüringen veröffentlicht worden. Durch dieses Gesetz soll das Auf- snchen und Gewinnen von Erdöl, Erdgas, Bergwachs und Asphalt, sowie von Oelschiefer und Oel- fandstein, die wegen ihres Gehalts an Bi- turnen techmch verwertbar sind, dem Staat vorbehalten werden. Die Landesregierung kann die
Ausübung des Rechts einem andern übertragen. Die Unternehmungen zum Aufsuchen und Gewinnen der genannten Stoffe unterliegen den Berggesetzen. Das verliehene oder einem andern übertragene Recht kann ohne Zustimmung der Landesregierung nicht veräußert werden. Das gleiche gilt für die Ueberlassung der Ausübung. Das Gesetz ist mit dem Tage seiner Verkündigung, den, 18. Juli, in Kraft getreten.
— Bischofsheim (Rhöni. Im Anschluß an die Erschließung der Rhön durch landwirtschaftliche Kulturwege wird seit einigen Jahren auch die Erbauung einer Auto- und Verkehrsstraße von Bischofsheim zum Kreuzberg verfochten, die jetzt greifbare Gestalt annimmt. Das Projekt ist auf 200 000 Mark veranschlagt. Da die Kosten anteilig auf die interessierten Gemeinden unter Beteiligung des Staates umgelegt werden sollen, war die Zustimmung der verschiedenen Interessenten notwendig. Diese ist jetzt erfolgt. Auch das Provinzialkapitel der Bayerischen Franziskaner-Provinz hat dem Plane zugestimmt. Für diesen war Vorbedingung, daß der sakrale Charakter des Kreuz berges als Wallfahrtsort nicht beeinträchtigt werde. Aus diesem Grunde hat das Franziskanerkloster auch nach dem Kriege den ganzen Berggipfel von der Gemeinde Unterweißenbrunn auf lOOIahre gepachtet.
200 Hühner verbrannt.
Flugsport.
Der Europa-Rundflug.
Beim Europa-Rundflug ist im Vorwärtskommen der Teilnehmer eine Stockung eingetreten, da in Pau infolge Sturmwetters und Nebels Startverbot erlassen wurde. 34 Maschinen liegen hier neutralisiert fest. Die Spitze hat augenblicklich Morzik inne, der am Mittwoch bereits Barcelona als Erster erreichte. Weitere 12 in Spanien befindliche Flugzeuge sind ihm dicht auf den Fersen.
der energischen Führung des Reichskanzlers Brü ning verfolgten Politik. Die katholische Be völkerung sollte daran in den nächsten Woche: denken, wenn sie von den Parteien mit Wahl versprechen und Flugblättern überschüttet wirid Das Zentrum hat sich gerade in der letzten Zeü als Sammelpunkt aller auf eine ruhige Weiter entwicklung hinarbeitenden, sür Ordnung und Hebung der produktiven Kräfte in der Landwi r t - schäft und Industrie eintretenden Kräft erwiesen. Es ist der stärkste Gegner der auf Umsturz und Katastrophe sinnenden Radikalen. Es hat sich nie von der Verantwortung gedrückt und stets das getan, was im Interesse des gesamten Volkes notj- wendig war. Wütend wird deshalb das Zentrum von Sozialisten und Rechtsradikalen bekämpft und verleumdet. Diese Kreise schätzen aber die politische Einsicht der Katholiken zu gering ein. Sie werden sich auch in diesem Wahlkampf stark verrechnen, denn die Zentrumswählerschaft wird ihrer seit 60 Jahren erprobten Partei die Treue hallten. Die Zentrumspartei geht mit blankem Schild in den dem Deutschen Volke von verantwortungsscheuen Elementen aufgezwungenen Wahlkampf. Sie wird aus dem Kampf siegreich hervorgehen, um ihre Mission der S a mm lung aller staats- b ei ah end en und auf bauend en Kräfte weiterführen zu können. Zentrumswähler, denkt an die Verantwortung, die ihr habt!
Kleine Rachrichten.
Die Beschwerde der Gebrüder Karl und $)av, Zaubert, die wegen Ermordung des Eendarmercr Wachtmeisters Biebighäuser verurteilt worden sind gegen den die Wiederaufnahme des Verfahrens ab lehnenden Beschluß des Landgerichts Weimar, ist vom Oberlandesgericht Jena zurückgewiesen worden.
Gelegentlich der Kirmes in Herrmanns- g r ü n (Landkreis Greiz) geriet ein junger Bursche mit dem Gendarmen des Ortes in Streit und wurde darauf von diesem in Gewahrsam gebracht. Daraufhin ließ er sich am Morgen, nachdem er freigelassen worden war, von einem Zug der Strecke Ereiz-Reumark überfahren. Er war sofort tot.
Drei vom lannaer Schützenfest heimkehrende Burschen wurden unterwegs von einem Motorr-;^ fahrer angefahren, und so 'chwer verletzt, so daß sie bewußtlos liegen blieben. Rach ihrer Einlieferung ins Schleizer Krankenhaus stellte man Beinbrüche und Kopfverletzungen fest.
Ein Motorradfahrer überfuhr bei Köppelsdorf (Kreis Sonneberg) einen Handwerksburschen. Mit schweren Verletzungen wurde dieser unter dem Motorrad hervorgezogen. Er starb auf dem Wege zum Krankenhaus.' ' Es handelt sich um einen Oesterreicher, der sich feit langer Zeit au der Wanderschaft befand.
Bei Klosterlausitz gingen einem jungen Mann die infolge Belästigung durch Stechfliegen wildgewordenen Pferde durch. Dabei geriet er unter die Räder des schwerbeladenen Wagens und wurde totgedrückt. Er stand kurz vor seiner Hochzeit.
am selbigen Tag einem Beamten des städt. Bauamies gegenüber zu vertreten suchte. Dies ist die Ursache des Streites. 2. Es ist durch Augenzeugen erwiesen, daß Weingärtner nicht in Notwehr gehandelt hat und von der Schußwaffe sehr fahrlässig Gebrauch machte: auch waren es keine Schreckschüsse, sondern scharfe Schüsse, wie der Kugeleinschlag beweist. Drei Polizeibeamte haben daraufhin auch die Schußwaffe des W. beschlagnahmt. Die Akten der Schießerei sind hiermit für mich geschlossen.
Fulda, den 23. Juli 1930.
Friedrich Fröhlich, Fulda, Haimbacherstr. 53.
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(Anmerkung der Schriftleitung: Auch für uns sind damit die Akten über diesen Vorfall geschlossen.)
aumspritzen zur Schädlingsbekämpfung Verwert düng finden sollen.
Nach den Richtlinien, die das Ministerium e: lassen hat und an deren Einhaltung die Gewnl rung der Beihilfen geknüpft ist, können nicht nu Gemeinden, sondern auch Privatper so neu, die Erwerbsobstpflanzungen besitzen, Au trag auf Beihilfe stellen. Die Beihilfe für Dbfi Pflanzungen soll etwa y4 der Anschaffungskosten fü Pflanzmaterial betragen, im Höchstfall jedoch i Mark für den Baum.
Für die Anschaffung einer Obstbaumspritze soll ein Zuschuß an Gemeinden und Obstbau-Ve eine, und zwar in Höhe von 30—50 Prozent der Anschaffungskosten gegeben werden.
Die Richtlinien für die Beihilfen können be den Gemeindevorstehern und den Vorsitzenden de Obstbau- und landwirtschaftlichen Vereine ein gesehen werden. Anträge auf Beihilfe sind für de Landkreis Eisenach an den Landrat des Landkre fes zu richten. Für den Stadtkreis Eisenach tfi das Polizeiamt, Gewerbeabteilung, zuständig.
Es ist zu begrüßen, daß im Interesse der För derung des heimischen Obstbaues auch für unser Obstanbauer Mittel bereit gestellt werden, um durck> gute Neupflanzungen dazu beizutragen, daß dem deutschen Obst die ihm gebührende Stellung air den heimischen Märkten zuteil wird.
schaffte sich auch angeblich für den Weg zum Stand amt die nötigen Papiere und händigte sie feinen für gen Ehefrauen aus. Dann ließ er sich niemals wu bei seinen „Bräuten" sehen. Mehrere der Mädchen se auch demnächst Mutterfreuden entgegen. Auf Anzi eines der betrogenen Mädchen wurde Mann nunm verhaftet. Er steht auch in dem dringenden Verdi bei einer erheblichen Zahl von Gastwirten der Ur bung Zechprellereien verübt zu haben.
— Ein fingierter Raubüberfall. Wie vor ein
Auf bet Arbeitsstätte tot aufgefunben.
= Dihenhausen. In Hundelshausen fand man den Arbeiter Gustav Windel tot in einem Bunker auf. Windel war allein mit der Nachtwartung des Bunkers beauftragt lieber den Hergang des Unfalles besteht noch keine Klarheit.
von einer Fahnenstange erschlagen.
— Kassel. (£in Pferdefuhrwerk stieß beim Einbiegen in den Hauptweg der Schrebergartenoereinigung an der Schwanenwiese mit dem linken Hinterrad des Wagens gegen eine dort aufgestellte Fahnenstange. Die Stange fiel nach vorn um und die Kugel, die oben an der Fahnenstange befestigt war, traf den neben- den Pferden einhergehenden Gespannführer auf den Kops und durchschlug die Schädeldecke, so daß der Fahrbursche wenige Minuten später eine Leiche war.
Schwere Unfälle im Kasseler Bezirk.
Kassel. Jrn Kasseler Bezirk hat sich wieder eine Reihe katastrophaler Unfälle ereignet. Aus Guben- b e r g wird gemeldet, daß der Motorradfahrer Kraft mit seinem Beifahrer Bankrock, der beim Ueberholen eines Autos die Gewalt über sein Fahrzeug verloren hatte, gegen ein entgegenkommendes Auto rannte. Beide Fahrer wurden schwer verletzt. Kraft starb im Krankenhaus, nachdem ihm ein Bein abgenommen worden war, an seinen schweren Verletzungen. — AmSondershauser Berg fanden Autofahrer auf der Straße einen 21jähri- gen jungen Mann aus Fritzlar bewußtlos in seinem Blute liegend. Der Verunglückte war mit seinem Motorrad beim Ueberfahren eines Schlagloches zu Fall gekommen. Mit schweren Verletzungen wurde er in das Krankenhaus gebracht, wo er in bedenklichem Zustand barnie» derliegt. ______________
Tagen gemeldet, wurde in der Bendergasse eine । rau bewußtlos aufgefunden. Es entstand das Gel von einem Raubüberfall mit Mordversuch. Die F die einen sehr schwachen Eindruck machte, kam Krankenhaus. Sie schützte vor, infolge der Verletzut nicht sprechen zu können und gab schriftlich eine get Schilderung der Tat. Die Polizei stellte jedoch fest
~tau den Ueberfall fingiert hatte, um ihren M .... Täterschaft zu belasten, und fo Material für Ehescheidung zu bekommen.
Neues aus Frankfurt.
— lieble Folgen einer Sprihkonr von Polizeib« len. Ein Frankfurter Schöffengericht hat sich mit Folgen einer Spritztour befassen müssen, die von Os bacher Polizeibeamten nach Frankfurt unlernomt worden ist und die mit einer üblen Schlägerei in Goldfedergasfe geendet hat. Wie die Verhandlung er haben die Teilnehmer der Tour Anwohner der Gasse einer Weise belästigte, wie man sie von berufsmäßi Hütern der Ordnung nicht erwarten sollte. Im Verl der Auseinandersetzungen kam es mit Gästen ei nahegelegenen Wirtschaft zu einer Schießerei, in de Verlauf zwei Beamte verletzt wurden. Die Frank> ter Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor, tot aber nicht verhindern, daß der Haupttäter entwisl Ein Mitangeklagter Zimmermann wurde nunmehr i dem Schöffengericht unter Freisprechung der Ankl des Landfriedensbruches wegen gefährlicher Körpen letzung und unbefugten Waffenbesitzes zu sieben Mo ten Gefängnis verurteilt. In dem Plaidoyer bete der Vertreter der Staatsanwaltschaft, daß ein erhebli: Teil von Verschulden an der Prügelei den Offenbai Polizeibeamten zugemessen werden müsse, die sich in erhörter Weise benommen hätten.
— Wieder ein Heiratsschwindler verhaftet. Ka ist ein halbes Dutzend Heiratsschwindler zur Strecke bracht und neuerdings auch verurteilt worden, da ma die Polizei abermals dem Treiben eines gewissenlos Mitgiftjägers ein Ende. Der 34jährige ehemalige K mann Jakob Mann hat im Saufe der letzten Wo mehrere Mädchen um ihr ganzes Ven gen gebracht und sie bann schmählich sitzen las Allen versprach er ausnahmslos die Heirat. Er
Dom Rundfunk.
Im Interesse der Ausschließung bes Kinziggaues veranstaltet ber Südwestbeutsche Runbfunk am Montag, ben 28. b. M., von 15.45—16.25 Uhr eine Runb- funk-Reportage aus ber neuen Seifenfabrik in Steinau (Kreis Schlüchtern). Es werben brei Mikrophone ausgestellt. Das G»nze soll eine funkgerechte .Hörfolge" werden, die von Herrn Dr. Laven, Frankfurt a. M., und dem in Fulda nicht ganz unbekannten Herrn Stubienrat Monzel, Berlin, fortlaufend bestritten wird.
Aus der Thüringischen Rhön Aus Geisa und Umgebung.
Freistaat Hessen.
— Rüsselsheim. An ber Brandstätte bes Sägewerks Bärsch und Jung weilte eine Gerichtskommisfion, um eine Ortsbesichtigung vorzunehmen. Nach den bisherigen (Ermittelungen steht Brandstiftung durch einen Unbekannten wohl außer Zweifel. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß in ben Räumen bes Sägewerks, das unmittelbar an einem Feldweg liegt, ein Obdachloser übernachtet und die Brandstiftung fahrlässig verursacht hat.
Die Griesheimer Heuschrecken.
— Groß-Gerau, lieber die Heuschrecken, die in großer Zahl den Griesheimer Schießplatz und angrenzende Gemarkungsteile bevölkern und schädigen, waren übertriebene Meldungen in die Welt gesetzt worden. Der namhafte u. besonders gelegentlich der Riedentwässerung hervorgetretene Erforscher der heimischen Flora und Fauna, Gutsbesitzer E. Secretan, hat Erhebungen angestellt, die er im „Groß-Gerauer Tagblatt" veröffentlicht. Er sagt u. a.: Die Schäden wurden etwas übertrieben gemeldet. Bis in Entfernung von etwa 150 Meter vom Rande des Exerzierplatzes sind tatsächlich größere und größte Schädigungen festzustellen. Auf dem Exerzierplatz wimmelt es von Heuschrek- k e n, von heimischen, nicht eingeroonberten fremben Arten, bie aus unbekannten Gründen — vielleicht war es auch ber warme Mai — sich biefes Jahr abnorm vermehrten. Vermutlich haben die Schießübungen ber letzten Jahre die natürlichen Feinde der Heufchrecken, Vögel und Mäuse, besonders aber Stare verscheucht. Die Bekämpfungsmaßnahmen hatten gewissen Erfolg, Tausende und Abertausende der Tiere hat auch das feuchte Wetter ber letzten Tage vernichtet. Hat man auch im
Aus Oberheffeu.
— Warburg. Nachts ist ber Bergmann Kozakowski aus bem hiesigen Gerichtsgefängnis entwichen, indem er die Eisenstäbe feiner Zelle zersägte, fr hat zwei einhalb Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Der Flüchtling ist nur mit einem Hemd bekleidet und hat -ine Schlasdecke mitgenommen, sodaß anzunehmen ist, laß er zunächst irgendwo liegen bleibt und sich dann ■ inen Anzug stehlen wird.
Zwei Take bei einer Schwarzfahrt.
= Warburg. Wie wir bereits meldeten, ereignete h bei Lollar ein schweres Autounglück, bei dem der lagen vollkommen zertrümmert und die beiden Insas- n schwerverletzt wurden. Der Chauffeur Schmidt arb nach kurzer Zeit. Der mitfahrende Kellner Hen- ng aus Marburg ist am Mittwoch nun auch seinen ineren Verletzungen erlegen. Wie sich jetzt herausstellt, tten beide eine Schwarzfahrt unternommen.
Zentrumswählrr, denkt daran.
Das Versagen der Parteien auf der Rechten und zur Kinken hat zur Auflösung des Reichstages geführt. Mitten in schwerster Krisenzeit wird das deutsche Volk in einen Wahlkampf getrieben. Schon rücken die Parteien mit ihren Wahlaufrufen ins Feld. Als erste hat in Thüringen die Christlich-nationale Landvolkpartei, die Zusammenfassung der evangelischen Bauern, einen Ausruf erlassen. In ihm heißt es:
„Der Reichstag ist durch Vollmacht des Reichspräsidenten aufgelöst worden. Parteipolitische Eigenbrödelei und staatspoli- tifche Unvernunft haben gesiegt. Die aufs höchste gestiegene Finanznvt des Reiches erforderte durchgreifende Maßnahmen. Eine Mehrheit hierfür war nicht zu erreichen. Der Reichspräsident hat infolgedessen mit dem Artikel 48 der Reichsver- safsung die Deckungsvorlage in Kraft gesetzt. Eine Mehrheit des Reichstages sprach sich aber gegen diese Maßnahme aus. Daraufhin erfolgte seine Auflösung. Die Verantwortung für die Auflösung trifft die Sozialisten aller Schattierungen, also auch die Nationalsozialisten und einen Teil der Deutschnationalen. Diese Parteien haben Hindenburg im Stich gelassen und sind dafür verantwortlich, daß das angebahnte Werk der Ordnung der Finanzen jäh unterbrochen wurde, daß die Maßnahmen zur Gesundung der Wirtschaft, besonders der Landwirtschaft, gefährdet sind, und daß das Landvolk in der dringendsten Erntearbeit in die Unruhen einer Reichstagswah. gehetzt wird."
Dieser Aufruf enthält gleichzeitig eine glätt zende Rechtfertigung der vom Zentrum ante:
Geien Kopfschuppen und Haarausf
verwenden Sie nicht dieses oder jenes, sondern verlangen Sie ein Mittel, das wissenschaftlich erprobt ist und seit 50 Jahren unvergleichliche Erfolge zu verzeichnen hati
Dr. Dralle’s Blrkenwasst
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Dom Eichsfeld.
— heiligenstabt. Daß ein Bulle Pferbebiebe verscheucht. gehört sicherlich nicht zu ben Alltäglichkeiten. Der Fall ereignete sich auf ber Weibe bes Gutsbesitzers Lax auf Gut Vogelsang, bem Spitzbuben nachts ein wertvolles Pf erb entführen wollten: sie würben jedoch burch einen bösartigen Bullen, ber sich auf ber Nachbarweibe befand verhindert. Der Besitzer fand fein Pferd mit blutbedecktem Zaum am anderen Morgen im Schutze des Bullen vor.
--- Duberffabf. Die hiesige Bürgerschaft hat gegen bie Abnahme ber hier eingetroffenen Denkmalssäule für bas Krieger-Ehrenmal schärfsten Protest eingelegt, weil biefe einen Durchmesser von nur 60 Zmtr. hat, währenb ber Denkmalsausschuß einen Durchmesser von 85 Zmtr. vorgeschrieben hatte. Daraufhin hat ber Magistrat, ber auf die Zuschüsse ber Bürgerschaft und des Kriegervereins nicht verzichten wollte, bie Zurücksendung des Denkmals an die Lieferfirma veranlaßt.
ei verschiedenen Zimmern der dritten Etage eines hie- Zen großen Hotels eine goldene Damenarmbanbuhr, n goldener Ring mit rotem Stein, 33 Mark bar, ein Fotoapparat und weitere 70 Mark bar gestohlen. Der ater hat sich eines Tricks bedient, indem er auf bem orribor erschien und dort Messungen mittels Zollstocks ornahm. Er erweckte damit bei dem Hotelpersonal en Anschein, als sei er im Auftrage einer Elektrofirma ätig. Dieser Vorwand kam ihm bei der Ausführung es Diebstahls zustatten. Der Langfinger konnte in affel festgenommen und ihm das gestohlene Gut wie- er abgenommen werden.
Freiheit für bie Antiseparakisten.
— Darmstadt. Der ßanbtagsabgeorbnete, s anwalt Dr. Wolf- Mainz hat am Dienstag 'de. fischen Staatspräsidenten Dr. Adelung einen n Brief gesandt, in dem er mitteilt, daß er an ben tag einen Antrag gerichtet habe, alle gegen Antis tiften anhängig gemachte Strafverfahren wegen friebensbrud) niederzuschlagen. Er begründet Brief damit, daß es verfassungsmäßig nicht mög( in ein schwebendes Verfahren einzugreifen. K, der Landtag wieder zusammentrete, Dürfte bereit Verurteilung der Betreffenden erfolgt sein, was dingt verhindert werden müsse. Nur ein sofortig,, greifen des Staatspräsidenten könnte die Situativ ten. Dieses Eingreifen sei durchaus zulässig, und allseits im ehemals besetzten Gebiet begrüßt « Das ehemalige besetzte Gebiet verlange die Frech, fer Deutschen, nachdem das Deutsche Reich ben ,h Separatisten bie volle Freiheit vertraglich zu,rk mußte.
600-3af)rfeier ber Stabt Darmstadt.
— Darmstadt. Darmstadt feierte am 23. 3m 600jähriges Stadtjubiläum — ruhig und befinnlk es dem Charakter der Stadt entspricht. Die trugen Flaggenschmuck, aber die sonst üblichen: mit Umzügen und Volksfesten blieben aus. Am nerstag hatten etwa 600 hessische Amerikaner ihr Heimat ausgesucht und ihre Glückwünsche über! Mittwoch vormittag wurde in der Altstadt ein । cher Brunnen eingeweiht, den eine Darmstädter $ spielschar der Stadt zum.Geschenk machte. Cr ist Dichter Ernst Elias Niebergall gewidmet, dessen nis er trägt und aus dessen unvergänglichen „Satt er humorige Reliefs zeigt. Das Werk ist in Mr kalk von dem Bildhauer Well Habicht ausgeführt. Festsitzung des Stadtrats im alten Rathaus am M platz gab Oberbürgermeister Müller Gelegenheit Rückblick und Ausblick. Die Feier war ernst und big. In sie fiel auch ein Gedenken an bie Toten Koblenz, dem Minister Korell in mitfühlenden W Ausdruck gab.
Dom Landwirt jum Heldenkenor.
— Worms. Nach erfolgreichem Probefingen n der frühere Landwirt Philipp Rafp aus Mons für bas erste Fach an bas Stadttheater in Heilh verpflichtet. Der Sänger war Mitbegründer bes i gerquartetts Monsheim, dessen Erfolge hauptsä auf sein Konto zu setzen sind. Auf seine ganz auß wohnliche stimmliche und musikalische Begabung « zuerst fein späterer Lehrer, Gesangspädagoge am ; feroatorium Kaiserslautern, Feilte, aufmerksam, un verhältnismäßig kurzer Zeit wurde Rasp zum Bei fänger ausgebildet.
Billiges Fleisch.
— wehlar. Wie schon gemeldet, hat der Ka um das neue Schlachthaus in Wetzlar zu einem tigen Konflikt zwischen Stadtverwaltung und Metz Innung geführt. Um die hohen Abgaben zu umge. beziehen die Metzger Fleisch- und Wurstwaren von 8 rcärts. Die Innung weist auf die Unmöglichkeit hohen Schlacbtbausaebühren hin, die im Interesse kostspieligen Schlachthausbaues bie Existenz der Metz ichaft bedrohte. Das vom Frankfurter Fleischmarkt zogene Fleisch verkaufen die Wetzlarer Metzger um Pfennig das Pfund billiger als das Fleisch von in ” lar geschlachteten Tieren.
Bon einem Bullen gelotet.
= Koblenz. Wahrend Stallarbeiten riß sich auf nem Gehöft in Losheim ein Bulle los und stürz« auf feinen Herrn. Der Landwirt wurde van bem tenben Tier derart schwer zugerichtet, daß der Tob kurzer Zeit eintrat. r>
— Oberrodenbach b. Hanau. Nachts brannte die Geflügelfarm bei Oberrodenbach, deren Besitzer in F, furt wohnt, nieder. 200 Hühner verbrannten. Der Fi wehr gelang es, 150 Hühner zu retten.
Seine Koalitionskrise in Thüringen.
Unter der Ueberschrift „Bevorstehende Regierungskrise in Thüringen?" bringt ein Teil der thüringischen Presse eine Nachricht, daß zwischen der Volkspartei und dem Landbund Verhandlungen mit dem Ziele stattgefunden hätten, das Koalitionsverhältnis mit den Nationalsozialisten zu lösen. Wie hierzu aus Kreisen der hinter der Regierung stehenden Parteien mttgeteilt wird, entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen. Es hätten zwischen den besagten Parteien überhaupt keine Verhandlungen stattgefunden. Es sei auch nicht anzunehmen, daß während der Parlamentsferien ein dahin gehender Beschluß fällt. Abzuwarten bleibe vielmehr, ob vonseiten der Rationalsoziali sten Schritte unternommen werden, die geeignet wären, das Reich zu veranlassen, die gesperrte Polizeikostenzuschüsse an Thüringen wieder zu zahlen. _______________
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