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Vater." (Gal. 4, 6). Der Ansporn, die treibende Krost jeder apostolischen Tat ist dieser hl. Geist, der in denj Herzen des Begnadeten Wohnung nimmt, der ihn als sein Werkzeug ergreift, um durch ihn „das Angesicht der Erde zu erneuern" Die kath Jugend trägt also in sich die Kraft, die sie stark macht, in allem Kampf uni) aller Not der Zeit aufrecht zu stehen, die Einheit in aller Zerrissenheit zu wahren. Diese Bewegung, wie sie die „neue kath. I u g e n d" an« strebt, ist Geistesbewegung. Von hier aus gesehen ec« halten die Werte der ursprünglichen, sog. autonomen Jugendbewegung neue Bedeutung und Fülle:

Der Geistmensch muß ein freier Mensch sein, sonst wird das mächtig faszinierende Leben der Welt von heute ihn in Ketten legen.

Er muß sich seiner Verantwortung bewußt sein, sonst wird ihm das Pfand des Geistes, wenn er es in sich hemmt, zum Gerichte.

Er muh wahr sein, weil der Geistmensch „wahr« hastig sein soll in der Liebe". (Eph. 4. 15.).

Er muß ein selbständiger Charakter sein^ weil die Gabe des Geistes sich anschmiegt an die Be­gabung der Natur des einzelnen, und weil ferner st sonst vom Strom der Zeit abgetrieben wird.

Er muß einfach und demütig sein, weil et sonst seine hohe Berufung nicht in der nötigen dienen­den Hingabe an die Mitmenschen ausführt.

Sich dieser Wirklichkeiten, die den begnadeten Men­schen in die Uebernatur erheben, bewußt — kurz an« gedeutet mit den Worten: Gotteskindschast und Ein« wohnung des hl. Geistes — will die neue kath. Jugend an die Arbeit gehen. Aus dieser kath. Seinshaltung heraus will sie all die Gebiete des Lebens gestalten. In dieser Einheitlichkeit und Klarheit in der Einstellung will sie auch an die Politik herantreten. Die poli­tische Bewegung hat in der neuen kath. Jugend eingesetzt, wenn sie auch längst noch nicht alle Kreise er­faßt hat. Georg Wagner sagt davon in den „Stim­men der Jugend", Maiheft 1930, S. 159: „Ein stärket staatspolitischer Wille ist lebendig geworden. Vielleicht ist es das erste Mal in der neueren politischen Geschieht« des kath, deutschen Volkes, daß sich in s e i n e r j u n g c n, Generation so starke staatspolitische Strö<i m u n g e n zeigen."

So scheint uns, wenn Alfred Ehrentreich richtig sieht, die Entscheidung für Deutschlands Ju­gend, ja für das ganze Deutschland liegt bei d e t| kath. Jugend. Sie braucht nicht in der Reaktion stecken zu bleiben, kann stark in ihren Kräften, die ihr aus Natur und Uebernatur fließen, zum Aufbau schrei­ten, braucht eine Versandung nicht zu fürchten, wenn sie sich treu bleibt. Wenn es der kath. Jugend Deutsch­lands gelungen ist, alle ihre Kräfte in einer gemein­samen Front einzusetzen — und das befindet sich bis jetzt noch sehr in den Anfängen — und sie in ihrer Gesamtheit in diesem zielstrebigen, einheit­lichen Schaffen zäh voranstrebt, dann wird sie auch klä­rend und aneifernd auf die übrige nicht-katholische Ju­gend einwirken zum Heil des ganzen deutschen Volkes.

Aus den Verbünden.

Hauptversammlung der katholischen Gesellenvereine in Köln.

Vom 17. bis 20. Juli fand in Köln die 19. Haupt­versammlung der katholischen Gesellenoereine statt« Die alle fünf Jahre zusammentretende Versammlung ist die gesetzgebende Körperschaft der gesamten katho­lischen Gesellenvereine der ganzen Welt. Außer den Deutschen sind Vertreter Belgiens, Frank­reichs, Rumäniens, der Tschechoslowakei, Polens, sowie Nord- und Südamerikas erschienen.

Den Auftakt nahm die Tagung in einem Begrü­ßungsabend am Donnerstag, in der der Generalpräses, Msrg. H ü r th, eine große Anzahl der Teilnehmer be­grüßen konnte. Unter den Anwesenden sah man auch den ältesten noch lebenden Kolpingssohn, einen 90- jährigen, der den Gesellenvater noch auf seinen Schul­tern mit zu Grabe getragen hat. Auf die Begrüßungs­ansprache des Generalpräses erwiderte eine große An­zahl der Redner, namentlich von den Gesellenvereinen des Auslandes.

Der Generalversammlung am Freitag ging ein feier« liches Hochamt in der Minoritenkirche voraus. Die Ge­neralversammlung wurde wieder von Msgr. Hürth er­öffnet, worauf nach Neuwahl des Vorstandes General­sekretär Dr. Nattermann einen umfangreichen Tätigkeits­bericht erstattete.

Mit der Generalversammlung verbunden ist die E i n- weihung des neuen großen Verwaltungsge­bäudes des G e s e l l e n o e r e i n s Köln, das sich gegenüber der Kirche befindet, wo das Denkmal des Ge­sellenvaters Adolf Kolping errichtet ist.

Einen eingehenden Bericht über diese große Hauptversammlung veröffentlichen wir im allgemeinen Teil unserer Zeitung.

Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. oec. publ Joseph Sauer- Fulda.

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den Blick überhaupt mehr auf das Heute und Mor­gen.

Es gilt, daß sich die jungen Geschlechter ihrer beson­deren Berufung in den rheinischen Landen bewußt werden. Wohl schlummern in ihnen starke Kräfte; aber die eigene Stellung und die eigene Aufgabe einer Jugend am Rhein ist noch den wenigsten zum Bewußtsein ge­kommen. Das erste ist, daß das B e w u ß t s e i n, r h e i- nische Jugend zu sein, lebendig wird, daß in diesem Bewußtsein eine Kraft, ein Band alles rheinische Jung­volk umschließt, so sehr die Jugend in den verschiedenen rheinischen Räumen, im Rhein-Ruhr und Industriegebiet, am Mittelrhein, in der Eifel, an der Mosel, im rhein- mainischen Gebiet, in der Pfalz ihre eigene Art haben und ausprägen sollen. Zum anderen steht vor der rhei­nischen Jugend gebieterischer wie anderswo die Frage nach dem sozialen und wirtschaftlichen Schicksal. Aus dem rheinischen Westen sollen die echt menschlichen, brüderlichen und ordnenden Kräfte hervor­brechen, die eine neue Gesellschaft, eine neue Wirtschaft bauen, die neue Volksordnung grunblegen helfen.

Das spielt schon in die gesamtdeutsche Berufung des Rheinlandes und der rheinischen Jugend hinüber. Poli­tisch betrachtet wäre hier noch zu sagen, wie hohe Zeit es ist, daß in der jungen Generation des katholischen Volkes am Rhein die Kräfte sich rüsten, die in den großen volks- und staatspolitischen Aufgaben des kommenden Jahr­zehnts im Reich Entscheidendes zu sagen haben. Rhein­land ist erste Kraft in der Reichspolitik; nicht Objekt, dies wäre Verleugnung seiner selbst. Rheinland ist auch nicht Grenzland, wie man jetzt von interessierter oder gutge­meinter Seite der rheinischen Jugend beizubringen sucht. Rheinische Jugend in ihrer Gesamtheit fühlt sich nicht als Erenzlandjugend. Zu breit und mächtig liegt rheinisches Land da, zu stark und groß, zu reich an deutscher Tradi­tion und des Reiches größter Geschichte.

Wohl aber spürt rheinische Jugend etwas davon, daß das deutsche Rheinland Europas Herzland ist, Brücke und Mittler seiner großen Volker und Wirtschaftszonen. Na­tionalismus ist in rheinischer Jugend nicht zu Hause. Die rechtsradikalen Organisationen und Ka^ipfverbände aller Art, die jetzt nach Fallen einer zwölfjährigen Be­satzung der rheinischen Jugend „nationalen Sinn" und sonst etwas beibringen wollen, sind sehr auf dem Holz­weg. Die rheinische Jugend ist aufgerufen, den Werbern dieser Art eine deutliche Abfuhr zu geben. Der nationale Sinn lebt selbstverständlich in ihr; das ist nicht erst unter Beweis zu stellen. Ihre deutsche, volks- und staatspoli­tische Haltung wird sich der Oeffentlichkeit auss neue zei­gen bei den feiern und Kundgebungen zum Verfassungstag dieses Jahres.

Als letztes und größtes aber steht vor rheinischer Ju­gend, in ihr und sie in ihm, das Go11esreich, die K i r ch e C h r i st i. Die Kirche, die als älteste in deut­schen Landen aus fast zweitausend Jahren heraufreicht bis zur jüngsten Pfarrgemeinde im Jndustrievorort, irgendwo in den großen rheinischen Diözesen. Es ist die hündisch erfaßte katholische Jugend die stärkste im gan­zen Reich. Es stecken lebendige religiöse Kräfte in die­ser Jugend. Man kann sie immer wieder spüren; immer wieder legen sie Zeugnis ab. Ein so eigenartiges Zeug­nis zum Beispiel wie die rheinischen Jungmänner-Wall- fahrten nach Bornhofen; die im vergangenen Jahre mit ihrer Losung: Junge Kirche am Rhein, die in diesem Sommer mit dem Leitwort: Rheinland — Muttergottes- land. Ader es geht auch viel rheinisches Jungvolk auf die Dörfer und in den Städten dem Gottesreich ver­loren. Noch fehlt die heiße, alle mitreißende Begei­sterung. Als ein mächtiger Strom muß und wird die religiöse Bewegung das rheinische Jungvolk durchziehen. Wartet sie auf den Priester, den Dichter, den Mann, der die Fahne Christi in rheinischen Landen erhebt?

Der Aufsatz von Alfred Ehrentreich: „Die Invasion der Politik der Phrase" hat erfreulicher Weise eine Aussprache angeregt. Ein junger Student meint:

Man hat sich daran gewohnt, vorn Sterben ober gar schon vorn Tob der Jugenbbewegung zu spre­chen. Die einen erklären ihren Tob, um bas Jbealbild ber autonomen Jugenbbewegung vor ber Nachwelt leuch­tend zu erhalten, um bas ehrlichste Wollen jener Jugend des ersten Aufbruchs vor Verwässerung und oberfläch­lichem Nachahmen von Seiten ber Epigonen zu schützen. Die anberen, bie ganz bie Not unserer Tage erleben, möchten ben Geist ber alten Jugenbbewegung, ber im Sterben liege, aufwecken, da er doch gerade heute ein- springen müsse, um „unsere Jugend vor dem Chaos" zu retten. Das innere Erleben dieser Tragik spricht aus dem Artikel „Die Invasion der Politik ber Phrase" von Alsreb Ehrentreich, ben „Das Blatt ber Jugenb" zur Aussprache vorlegte.

Er zeigt, wie bie heutige Jugenb wieder vor einer neuen Veralterung steht, wie ihr das Bewußtsein des Eigenwertes des Jugendzeitalters verloren zu gehen drohe. Folge all dieser Erscheinungen sei die Hohl­heit und Ideenlosigkeit, mit der die heutige Jugend der Welt gegenüberstehe. Erfolgreichste Lock­speise zur Gewinnung der Jugend für diesen reaktionären Geist sei die interessenbetonte Politik mit ihren Schlag­wörtern. Hier fei die Jugend unter den gegebenen Ver­hältnissen unfähig, ben Erwachsenen zu widerstehen.

Es scheint ihm also die Verspießerung, das Versinken in satte Bürgerlichkeit bie aktuelle Gefahr für die Jugend zu bilden. Das, was ihr als Aufgabe, als Sendung ge­geben ist, nämlich „die spröden und starren Schalen der herrschenden Parteidoktrinen zu zerbrechen und aus re­volutionärem Wesen heraus zu einer allmählichen Neu­schöpfung politischer Mächte zu gelangen", scheint ihr zum Schicksal werden zu wollen.

Woher soll nun ber neue Aufbruch kommen, baß bie Jugenb sich roieber auf sich selbst besinnt, ihr Leben in Wahrhaftigkeit und eigner Verantwortung gestaltet, um bann in so gesammelter Kraft an bie ihr gestellten Aufgaben heranzutreten? Ehrentreich vertraut auf bie Kräfte, die in der Jugenb schlummern; hofft, baß eine Besinnung kommt unb baß sie bann bie Lösung ber ge­waltigen Aufgaben versucht.

Dieser Ausblick ist eigentlich wenig ermuti­gend. Schon einmal brach eine ideale Jugend auf, wollte ihr Leben unb bas ber Umwelt gestalten in Na­türlichkeit, nach eigener Bestimmung, also in Frei­heit, vor eigner Verantwortung, also in Wahrheit. All dies Wollen wurde geboren aus ber Absage an bie Hohlheit, Unnatürlichkeit, aus Auf­lehnung gegen ben Formalismus unb Ma­terialismus bes sog. wilhelminischen Zeitalters. Hochauf schlug bie Flamme biefes revolutionären, re­formwilligen Geistes, als dieses Zeitalter durch den Zu­sammenbruch im Jahre 1918 sein jähes Ende sand.

Unb trotz all dieser Uebelstände, die die ganze deutsche Jugend so aufwühlten, trotz dieser vielen Flammen­schwüre und Treugelobnisse: in fefter Gemein­schaft ein neues Deutschland aufdauen z u wollen — spricht man heute vom Sterben dieser Bewegung. Kann man von außen noch größere Im­pulse erhalten, als diese Jugend erhielt? Unb boch, wo blieb ihre Tat, da sie im Begriffe ist zu sterben? Sollte in dieser Richtung von neuem bas Heil aus ber Jugenb zu erwarten sein?

Aber war es wirklich bas Leben nach diesen neuent­deckten Prinzipien, woraus tatsächlich die Jugendbewe­gung ihren Schwung erhielt? Wieviel widersprach in ihren Menschen diesen Idealen offensichtlich! Wieviel Masse z. B. auch in ihr und damit Unfreiheit! Und wieviel lleberbetonung der Form, unb kl e i n- l i ch egoistisches S i ch a b s ch 1 i e h e.n! Den Schwung erhielt sie — wenigstens als Bewegung genom­men, wenn auch nicht in allen Einzelnen — von außen her, aus ber Not um ben Menschen in allem Wider­natürlichen bes Lebens unb ber Kultur. Weil sich jetzt die -Situation verschoben hat, weil bie Uebelftänbe bes Lebens nicht mehr so grob sinnlich wirken, verliert bie Reaktion bes Nachwuchses der Jugendbewegung an Kraft. So konnte aus dieser tief empfundenen Not wohl eine große Bewegung entstehen, aber man konnte für bie Dauer nicht von ihr leben. Diese Ablehnung blieb zu negativ, als bah man auf ihr ein besseres Neue auf» bauen konnte.

Es ist eine innere Kraft nötig, die Festigkeit unb Sicherheit gibt, baß man sich in ber zermürbe n- ben Kleinarbeit des Alltags, in sozial un» gefunben Verhältnissen nicht wunb reibt unb verliert. Hier erfährt Jugenbbewegung unbebingt eine Fortfüh­rung, wo sie von kath. Jugenb getragen wirb. Die kath. Jugenbbewegung will nicht ben rein natürlichen Menschen, sie will bas Go11eskinb, bas ben n a - türlichen unb übernatürlichen Menschen harmonisch verwirklicht. Hier haben wir nun bie innere Kraft, ben Lebensobem, ber bie von außen entfachte Bewegung tragen muß, ber ihren Stützpunkt ins Innere verlegt. Hier kommt bie Be­wegung aus betn Sein, zutiefst aus bem Leben in ber Gnabe. Kath. Jugenbbewegung bringt der Umwelt die gleiche Aufgeschlossenheit, das gleiche Bewußtsein ihrer Mitverantwortung entgegen und erhält auch von der Umwelt jenen starken Antrieb unb Schwung. Ja, sie sieht alles liebel vom Glauben her noch wuchtiger in seiner Schlechtigkeit. Sie sieht in all bem ein Wir­ken „bes Bösen von Anbeginn", bes Satans. Dem­gegenüber besitzt sie in sich jenes starke Bündnis mit der Uebernatur. Sie trägt in sich das übernatürliche Leben, bie Teilnahme an ber göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4). Aus ber Kraft ber ©nabe kann nun ihre Lebens­gestaltung an ber eigenen Person in ber Umwelt vor sich gehen. „Weil ihr nun Sohne fetb, fnnbte Gott ben Seift feines Sohnes'in unser Herz, ber ba ruft: Abba,

Die Entscheidung liegt bei der kath.Zugend?

Zu dem Aufsatz: Jugend vor dem Chaos.

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DOW tern, ilten * uni eine

Schillerkragen unb Fahrtenkittel angezogen hat.

Kern sitzt tiefer.

®as im Anfang bas Wesen bes Menschen bet Jugenbbewegung war, bas ist bas Gefühl

an* 485Z

Kops itäöi

aus für

®ie schöne Sommerzeit.

jjiei greuben mit sich bringet

Sie schone Sommerzeit;

Im grünen Wald jetzt finget roiebrum in Freubigkeit ohn' Unterlaß mit Hellem Schall aus ihrem Hälslein zart «ehr schon unb fein Frau Nachtigall. ■ fein Müh' unb Fleiß sie spart.

Des Nachts, wenn ist vorüber der anbern Vöglein G'sang, so schwingt sie ihr Gesieber unb singt mit lautem Klang balb auf bas neu’ gar hübsch und fein, bis daß anbricht ber Tag;

Ihr' wunberschäne Melobein fein Mensch beschreiben mag.

3° C y c 5 C

>° C )° c >° c mm

SBerantroortung. Die Not ber Zeit am eigenen 2eib Jpürenb, würbe bie Absicht in ben jungen Men­schen wach, sich für bie Neugestaltung bes gesamten Volks­lebens aktiv jchaffenb einzusetzen. Das Erlebnis bes Krieges, der Revolution unb Inflation war auch an ber Äugend nicht ohne Einbruck oorübergcgangen unb hott» viel guten Willen geweckt.

Wenn wir zu biefem Allgemeinen noch das gerade den Jungborn betreffende betrachten, so finden wir das Werktätigfein, das uns besonders erfüllte. Werk- ffiig nicht in bem strengen äußeren Sinne, als ob nur handarbeitende junge Menschen Jungborner werben dürften, sondern vor allem in bem Sinne, daß — sagen ®it es einmal etwas ungeschickt — die im Jungborn herrschende Geisteshaltung die des werktätigen Menichen 'st- Daß alles Denken unb Tun zuerst mit ben N c» en der arbeiten ben Jugend sich befaßt unb M) hier praktischen Ausdruck sucht. Cs geht nicht darum, gewisse Teilfragen in Angriff zu nehmen, sei es politischer, wirtschaftlicher ober sozialer Art. Sondern *5 lleht vor allem um eine Erneuerung bes Denkens.

geht um bie religiöse Besinnung unb E r- "euerung unseres eigenen Lebens und 65 werktätigen Volkes überhaupt.

®ir hoffen unb beten, baß uns ber heilige Geist auf " nun beginnenben Tagung bas wahrhaft Notwendige «ennen läßt. Ein Jungborner.

Relulfche Jugenö — deutsche Zugeud.

Aus dem Rheinland wird dem „Blatt der Jugend" aus Kreisen der katholischen Jugend geschrieben:

Noch werden in den geräumten Gebieten Befreiungs- ’r*?1' gehalten. Die katholische rheinische Jugend war

'ft dabei, wenn es gilt, den Tag der Befreiung von wder Besatzung in nationaler Kundgebung zu begehen, vielen Städten hat sie sich auch zu einer eigenen Feier ^""'kigefunden. Da konnte man spüren, wes Art sjL.. Tugend ist: sie hält keine Befreiungsfeiern mit den "gen Redensarten auf den „freien Rhein"; sie richtet

Aum Jungborn-Bundestag.

Der „Jungborn", bie abftinente werk- tätige Jugenb, hält in biesen Tagen feinen dies­jährigen Bundestag in Fulda ab. Jrn Namen der katholischen Jugendgemeinschaft Fulda wün­schen wir den Jungdornern eine vom Geiste der neuen katholischen Jugend getragene Tagung. Möge auch der Iungdorn bet aller Betonung der Eigenständigkeit und der jugendbewegten Ira«1 bition mithelfen, bie große Front ber katholischen Jugenb Deutschlanbs zu bilben unb innerlich zu

Zur Tagung selbst schreibt uns ein „Iung- borner":

Der Iungborn hat vor sieben Jahren schon einmal in Fulda einen Bundestag gehalten. Es ist deswegen sehr naheliegend, daß wir unser Gewissen erforschen unb an unser Tun unb Hanbeln in ben letzten Jahren auf leinen wahren Wert untersuchen

Dabei springt uns befonbers ein Gebanke in bie gUgen. Wir erkennen, baß bie Jahre her viele bei uns waten, die rein aus Freude unb Spaß am äußeren Leben bes Bunbes tarnen. Das war aber insofern etwas Nachteiliges, weil manche Ober­flächlichkeit sich einschlich. Die Entschiebenhett im Han­deln, bie Aktivität und ber Drang, apostolisch zu schassen schwindet, wenn in einer Gemeinschaft auf bie Freube zu sehr Wert gelegt wirb. Wandern, Singen, Volks­tanz, Spiel und Aehnliches sind wertvolle Dinge, wer­den aber zur Gefahr, wenn sie in den Mittel­punkt gerückt und Hauptsache werden.

Die Lebensform, die durch die Jugendbewegung auf- gekommen ist, hat sich eingebürgert. Das Wesen der Jugendbewegung besitzt man aber noch nicht, wenn man

Brautleute.

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•e anfangen? Der Hans konnte boch seine Marie p—.? Elternhaus führen, wo noch fünf unversorgte waren, bei ben Eltern ber Marie war aus

N Evund kein Unterkommen.

en p nur werben? Der Hans selbst hatte sich Leuten nie barüber ausgesprochen, auch die verflixt ben Mund halten. Aber es wäre “rf gewesen, wenn der „hohe Rat unter ber Sache nicht boch klipp unb klar gewußt hätte, e man auch ein Geheimnis baraus machen? Der ’ 8 'n die Sieblung zum Osten. Ob es nun ’ ober Schlesien war, ließ sich nicht genau fest-

Jn bem Mitteilungsblatt ber Siebleroermitt- «ungsstelle ber Gesellschaft zur Forderung der unteren Kolonisation, „Der Ost-Siedler", gibt 2tlot)5 Seyock, ber Führer der Jung- ‘anbberoegung im Kath. Jungmännerver- I - °anb, folgenbe zeitgemäße Schilberung:

unserem Dorfe baheim ftanb Hochzeit bevor, um foit man nicht barüber plaubern? Das Jung- Vn. untl st°vt nun einmal gern von biesen Din- P. ®*e Eliten lassens sich weniger anmerten, aber £ 8'aube fast, daß sie selbst stets mit einer gewissen fpielErregung babei sind. So ist halt das Lebens» Menschen: heute noch ist es Gegenwart — EL । ^on redet man von den unvergeßlichen Zeiten $et. !ln'f im Mat". — Doch dieses Mal war es etwas ikg etes mit ber Hochzeit — nicht der Brautleute nn i3er Hans unb bie Marie waren ein so "Li I legen r Or’ f**r das man bie Hanb ins Feuer hätte mek 1 ®4ch‘ Dtlnen- Echte deutsche Bauersleut! Unb bas mar ■fchf-Jv0*16 der Grunb bes Gerebes. Wo unb womit

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stellen. Beim Hans hätte man schließlich anfragen kön­nen, aber wer will fo neugierig scheinen. Einen eigenen Hof werben die Brautleute dort bekommen, etwa 70 Mor­gen groß. Neue Gebäude, Rindvieh, Schweine unb zwei Pferbe. Selbstverständlich haben sie Geld aufnehmen müssen, aber die Zinsen wie auch die Steuern würden sie nicht erdrücken. So wußte der eine dies und der andere das. Aber unmerklich hatte die „Dorfpolitik unter ber Linde" hierdurch einen ganz neuen Gesprächsstoff ins Dorf gebracht. Von dem Hochzeitsthema war man ganz abgekommen. Eine geheimnisvolle Unruhe machte sich nun in dem ganzen Dorf bemerkbar. Alle Welt wollte doch nun wissen, wie es denn mit der Siedlung eigentlich sei. Wenn jemand wieder etwas Neues brachte, horchte alles auf. Manchen schien es, als erwachten sie aus brückenden Träumen — es war ihnen, als hätte bas Wort von ber Sieblung roieber neue Lebensmöglichkeiten ge­zeigt — erst rote ein Ahnen nur, ein Sehnen — ja viel­leicht schon ein anfangenbes Wollen. Ob ihnen bie Kraft zur Sieblungstat wächst? Mir will es scheinen, als sei bie Antwort gleich auch die Schicksalswertung bes beut« schen Bauerntums. Es wird schon werben, aber Gedulb, viel Gedulb roirb’s brauchen. Vor allem ber Gerd faßte die Sache recht ernst an.

Eines Abends hatte er den Hans nun selbst mit zur Linde gebracht, ber sollte heute einmal wirklich Rebe unb Antwort stehen. Das war ben anbern recht; beim gleich ging ein Fragen los, baß bem Bräutigam ber Kopf fast wirr wurde. „Nu, mal erst langsam!" sagte er. „Ich will gerne alles erklären, aber so ganz einfach unb schnell geht bas nun boch nicht. Am besten roirb’s wohl fein, wenn ich euch erzähle, wie ich mich zu biefem Schritt ent­schlossen hab'. Drum hort erst einmal zu. Fragen könnt ihr alsdann immer noch. Auf der Winterschule war uns

I oft empfohlen worben, baß wir als Jungbauer I doch wenigstens ein Jahr in einem frem­den Betrieb schaffen sollten. Mir gefiel bie- : fer Wunsch sehr wohl, und es war schon lange mein Wunsch, recht bald einmal in die Fremde zu kommen. Mein Vater meinte damals schon, es sei wohl am einfach­sten, wenn ich zum Onkel in der Nachbargemeinde ginge, bann könne ber Vetter von bort bie gleiche Zeit meine Stelle einnehmen. Sicherlich hatte er’s gut überlegt, und | es war nicht übel gemeint.

Aber doch mochte ich mich mit bem Vorschlag nicht be» ! freunben. Ich wollte auch gleichzeitig etwas von ber Welt • sehen. Durch Vermittlung eines Bekannten tarn ich bann ; 3um Osten, unb zwar in ganz anbere Verhältnisse, als ; wie ich bas mir gebucht hatte. Das war eine Sauern« I wirtschaft von ganz befonberer Art. Das Gut, auf bem ! 'ch eingestellt würbe, war nämlich 3000 Morgen groß unb ! sollte als Sieblungsgut bemnächst aufgeteilt unb besiebelt werben. Darum mar es von ber Sieblungsgesellfchaft j bereits angekauft worben. Die früheren Besitzer waren | nach Berlin verzogen, boch bie Bewirtschaftung bes Gutes würbe nicht eingestellt. Mit ihrer Weiterführung hatte bie Sieblungsgesellfchaft einen tüchtigen Verwalter beauf­tragt, ber mit feiner Familie im früheren sogenannten Herrenhaus bereits Wohnung genommen hatte. Diesem Verwalter würbe ich mit einigen Freunben als Wirt­schaftsgehilfe zugeteilt. Wir hatten unseren gemeinsamen Wohn- unb Schlafraum. Unsere Beköstigung war aus ber Herrschaftsküche unb hat uns nie enttäuscht. Erst waren wir einanber noch etwas fremb, doch bald ging’s bei uns fünfen fo sonnig und luftig zu, als wären wir schon immer beisammen gewesen. In ber Woche würbe natürlich fleißig geschasst. Das war keine Ueberraschung ^m^ncht^reues^em^on^ate^attei^ii^^^^

fassen nicht schlecht gelernt. In vielen Dingen gingen einem boch bie Augen auf; beim baß man nicht überall auf biefelbe Art schafft unb wirtschaftet, hatten wir bald begriffen. Bobenverhältnisse unb Klima spielen habet bie entscheibenbe Rolle. Unser Verwalter, ein ganz fähi­ger Kerl, wußte uns bafür wohl bas rechte Verstänbnis beizubringen. Ein großes Gaubi gab’s am Enbe bes Monats — wir „Vatersöhnchen a. D." hatten unser er­stes Bargelb verbient. Glaubt nur, baß wir uns wichtig fühlten! Sonntags hatten wir zumeist frei, für’s Vieh brauchten wir nicht zu sorgen.' So zogen wir bann nach bem Kirchgang meistens los, vor allem besichtigten wir gern nachbarliche Sieblungsanlagen. Waren sie schon bewohnt, bann freunbeten wir uns balb mit ben Sied­lern an. Da gab’s viel zu erzählen unb viel zu fragen — alles bas ergänzten wir auf unserer „Bube" burch ein ernstes Ueberlegen. Unser Sieblungsentschluß war bas letzte Ergebnis, nur ber Joseph tat nicht mit. Im nächsten Jahr wollten wir noch baheim bleiben; beim in Sachen ber Finanzen unb nicht zuletzt auch in ber Sache der Liebe war noch allerlei Ernstes zu überlegen und zu tun. Beides hatte so feine besonderen Schwierigkeiten, doch nun ist es erreicht. Nächste Woche ist Hochzeit und 14 Tage später sind wir drüben im Osten am Schassen. Wich reut ber Entschluß keineswegs. Wohl mochte ich schon wünschen, es würben mir von Jahr zu Jahr mehr Bekannte aus ber Heimat Nachfolgen."

Ganz still war es unter ber ßinbe geworden, als der fjans bas alles klarlegte. Auch jetzt sprach kaum jemand ein Wort. Jeder hatte so seine besonderen Gedanken. Sie fühlten mehr und mehr: „Das geht uns alle an!" Das war auch gut so; denn SieblungswollenistBau- erntraft, Sieblungslanb i st Zu kunfts-