Einzelbild herunterladen
 

ro. Jutt

Boitbct-Iliimmct -er pul-ser Zettung

Fünf Minuten Denksport.

VUdrSksel.

in

ERZE

da

EREI

*) Räucherkammer.

ISTS

SDER

MISS

ENH4

fll

EUG TDESNOWEISS HÖCHZUBE

zwei Schupos?

Rösselsprung

\hal-

dert

nWtt

wo-

vowLüju-

le

hofa

mar.dät.

eynt}

man

döri

dun

tiue.

'tickt.

vor

A

A

die.

hin.

ladt

e*

E

T

der

hd/tA

hd/tt'hdri.

eo

an

-fiAaAsVewG E

a I s Ir l-Xl-e

P

A

ff£\a\s Iz

a s zftzl/ A

Wenck

gen, so werden in Siam und auf Ceylon die

Fingei

Und fo war Friede int deutschen Land.

darum

auch ihre

Iungfrauschaft unversehrt.

Herzen durchschaute, bet-

Da verwirrte

blinder Zorn

der

Grafen

hoffärtiges

sich mit all

den

Unzufriedenen des

Reiches zusammen: Was trägt der

Szepter! Was sitzt der Bettler auf dem

aber insgeheim, sich selber darauf zu

nri

IP

Reiches Wohl. Half dem Den heidnischen Ungarn, schenkte er Schön-Gisela, gerecht, aber auch barm-

Herz.

Und sie Hofes und Mönch das Thron!

(Dachten setzen.)

taten des

Der Milde, Weise, der die zieh den Verrätern.

Mühte sich wacker um den Papst mit tapferem Schwert, auf daß sie Christum liebten, seine Schwester, zur Königin.

So herrschte er stark und herzig und mild.

Welchen Text birgt der Rahmen des Bildes? Man beachte die ü^eiecke unter den Wortteilen.

WVWM

CHES

ihr Glanz nicht verwirre seinen Sinn. In den Tiegel die irdische Pracht! Schafft Mmosen für die Armen daraus!

Und aus der ganzen Füll« seines Kaisertums schmückte er herrlich Gottes Kirchen. Zu Bamberg baute er den gewaltigen Dom, darinnen er mit Kuni­gunden dereinstens ruhen wollte. Das Münster zu Straßburg ward herrlich durch seine Huld. Die Dom« zu Paderborn und Hildesheim, zu Magdeburg, Meißen und Merseburg erstrahlten im Glanz seiner Gaben. Kost­bar der Marmor der Märe, Lampen und Leuchter funkelnd von Gold, Samt und Seide, Gold und Silber die Priestergewänder.

Von dem Ueberfluß des Resches mehrt« er der Klöster karges Gut! Nicht darben soll, wer dem Herrn sich geweiht!

Er selber blieb arm und schlicht.

Kein Höfling, kein Krieger trug so geringes Wams. Karg war sein Mahl. Klösterlich des Hofes Tafel.

„Was!" murrten die fünf stolzen Grafen von Luxem­burg, „ist des Reiches Kaiserin ein Bettelweib! Wie die ärmste Wittib schleicht sie einher! Mag der leben wie ein Mönch! Und ist sie töricht wie er, wir zwingen die Schwester zur kaiserlichen Pracht!"

„Wie kommt es dann, daß nur mehr eine Wurscht der Selch' befindlich ist?"

zu Ende spielen können." Das begreift der Orgelspieler nicht. Weiß man denn, ob der Tote seine Melodie zu Ende gespielt hat? Vielleicht hat er sie ebenfalls jäh abbrechen müssen. Und es will ihm scheinen, als echote es aus dem Totenzimmer leise: „Das und jenes hätte er wirklich vor seinem Tod noch besorgen können."

Was gäbe der Alte darum, könnte er einmal eine Me­lodie so ganz nach seinem Wunsch und Geschmack einle­gen! Aber wenn er dreht, und mehr als drehen kann er nicht, dann kommt hat immer dasselbe alte Lied, für das er taub geworden ist, nie etwas Neues, das ihm fein Gehör wiedergibt. Und da hilft kein Aufbäumen! Me­chanismus ist gut, ja, aber er ist auch hart und unerbitt­lich, und es kommt ihm nicht darauf an, einen Sinn im Menschen zu Grunde zu richten.

Aber was sage ich, nein, so ganz sklavisch seinem Werk ausgeliefert ist der Alte nicht. Ein bißchen Men­schenwürde hat er sich doch bewahrt! Eine Melodie ist in seiner Orgel, die hat er sich vorbehallen, die leiert er nicht mit den anderen Melodien zusammen ab, für die hat er Gehör, die unterbricht er auch nicht, um ein Geldstück aufzuheben.

Der Tag geht seinem Ende zu, es wird Feierabend, vielleicht klingt irgendwo in der Ferne die Aveglocke. Dann zieht der alte Drehorgelspieler seinen Hut und legt ihn auf die Orgel, das Aeffchen setzt sich daneben und hockt ganz still. Der Alte schlägt seine Blicke nieder, und darauf erklingt es feierlich und getragen über den Hof: „Großer Gott, wir loben Dich . .

Und ich denke: mögen die anderen Melodien noch fo abgespielt sein, mögen sie noch so sinnwidrig unterbro- chen werden, mag der Alte noch so zwanghaft dem Me­chanismus feiner Orgel ausgeliefert fein, diese eine Me­lodie, die er am Feierabend ernst und feierlich abspielt, diese eine Melodie gibt seinem Leben Sinns genug.

„Hupfauf, wie kommt es, daß nur mehr eine Wurscht ist??!"

schenkt!" „Dein Schwesterlein Brigitta, das zarte Got- t«sb:".::!chen, läßt er hungern!"

Da verband Bruno sich mit den Argen.

Und sie riefen die wilden Polen ins Land,

. Wie Heuschrecken fielen die Heiden darüber her. Kirchen und Klöster flammten auf. Merseburg sank in Asche .

Da stürmte Kaiser Heinrich wie ein Leu in die Schlacht.

Doch eh' die Waffen klangen, warf er sich auf sein Antlitz auf die Walstatt nieder: „O Herr, schwach ist mein Schwert! Doch groß ist des Reiches Not! So hilf, Herr der himmlischen Scharen, deinem Knecht!" Mit dem ganzen Heer empfing er das Sakrament.

Dann stürzte er sich mit geschwungenem Schwert in den übermächtigen Feind.

(Die stolzen Luxemburger hatten Urlaub genom­men. Bischof Bruno mußte seine Herde hüten.)

Und sieh! Gottes Gnade war mit ihm. Die Helli­gen Laurentius, Georgius und Adrianus stürmten ihm in den Lüften voran.

Da flohen die Heiden in wildem Schreck.

„Ihr habt das Wunder gesehen. Nicht mir, nicht euch, Gott und den drei Heiligen gebt die Ehre."

Der Knecht der Knechte Gottes.

Ihn blendete nicht der Krone Glanz. Ihn berauschte nicht die Fülle der Macht. Ihn betörte nicht der Schmeichler Schar.

Denn Mut war bis zum letzten Atem sein« Stärke, seine Weisheit, seine Liebe.

hing verbrauchten von dem Gift je an 1000 Ns sind diesem Laster derart verfallen, daß selbft^M chj fische Regierung es ihnen Nachsehen muß, wenn sie M, glieder solcher Banden in ihren regulären Dienst « nimmt. Harvey lernte sogar einen General des chs^ sischen Heeres kennen, der jährlich etroa 5 000 Do für diese „Liebhaberei" ausgab. Das Opium ersetzt vielen die natürlichen Mahlzeiten. Neben dieser Se herrscht unter den Räpbern die grauenhafte Bindehg entzündung, von der in China fast jede Familie und Gesellschaftsklassen betroffen sind. Harvey schätzt Grund statistischer Berechnungen die Zahl dieser Bind«, hautkranken auf nicht weniger als 100 Millionen, J jedem Jahre 5 Millionen neue Fälle, meistens schon z«j Kindern. Er meint, 1 Million Chinesen sei ganz blind auf beiden Augen und 3 bis 4 Millionen auf einem Auge, bei 20 Millionen sei die Sehkraft durch die Cni> Zündung und Narbengewebe so stark beeinträchtigt, daß die Leidenden nur gerade eben auf die kümmerlichst« Weise das nackte Leben fristen können.

Bei derartigen Zuständen sind die Aufgaben unserer christlichen Missionen in China von besonderer Art und Schwere. Daß sie gleichwohl Aussicht auf Erfolg fjgl ben, beweist ein nachdenkliches Erlebnis des gefangenen Amerikaners. Eines Tages fang er vor den Räubern, die gerne Lieder hörten, das alte „Näher zu Dir, mein Gott". Als er den zweiten Vers beendet hatte, schlich sich einer der Banditen an Harvey heran. Sonst der größte Schreier und wüsteste Schimpfer im Lager, weinte und schluchzte er nun wie ein Kind; am ga^i zeit Körper zitternd, stieß er mit heiserer Stimme her« vor: „In meiner Jugend habe ich das Lied oft in einet Missionsschule gesungen. Ich kann es jetzt und hie; nicht hören. Singen Sie es niemals wieder!"

Scherz-Aufgabe.

Was ist mehr: Drei Paar Wiener Würstel, eine \

Elfe und Einer, der gekündigt bekommen hat — odex 1

3m Weltkrieg.

Von Fritz Scholl, Dachau.

Monsieur Levache kommt in großer Erregung zum Feldwebel und überschüttet chn mit einem Schwall von französischen Tiraden, aus dem die Worte „Uebeer", „Maje" und „Duffoff" immer wieder wie Handgrana­ten herausplatzen. Nach zähem Kampf mit dem Ta­schenwörterbuch läßt der Feldwebel die Mannschaften Huber, Mayer und Hupfauf antreten —

,Zhr feite bei dem Herrn Lewaatsche habet im Quartier?"

„Zu Befehl Herr Feldwebel, — mir schal"

„Der Herr Lewaatsche gibt an, daß sich in seiner Selch'* ein solchener Abgang von Wünschten bemerk­bar gemacht hat, daß nur mehr eine davon in Frage kommt. Ihr wißts, daß der Empfang von Speisen und Getränken jetzt im Kriege nur gegen Barzahlung ge­stattet ist. — Hat einer von euch die Selch' ausg’raamt?"

„Zu Befehl Herr Feldwebel — mir net!"

Silbenrätsel.

Ms den Silben an, tert, bi, bitz, ca, cha, che, bei, di, di, di, du, «, ep, ex, gen, graph, gut, ha,

Doch Kunigunde, die Kaiserin, blieb ihrem Gatten und seiner Demut treu. Ein hartes Lager war ihr Bett, ihr Sitz ein hölzerner Stuhl, grobe Wolle ihr Kleid. Mit eigener Hand bestellte sie ihre Kammern.

Um dieser Demut willen blieb

Romanze um eine Drehorgel.

Von I. Endringer.

Alle Morgen schiebt der Alte feinen zweirädrigen Lasten aus dem Torweg eines alten Hauses. Das Aeff­chen an der Kette springt vergnügt auf dem Deckel hin und her. Wieder einmal ein neuer Tag, um zu leben und zu werken. Ein bißchen spöttisch hallt ja das Echo des düsteren Torweges das Wörtchen „werken" zurück, wenn es um einen alten Drehorgelmann und fein Aeff­chen geht. „Bettlergesindel" — fo schimpft es, und hat die Worte wohl dem Hausverwalter abgelauscht, der Affen und Drehorgeln für ziemlich abgestandene Witze der Schöpfung hält.

Der Alte hört kaum noch, was er spielt. Er braucht's auch nicht zu hören, glaubt er. Er ist von dem Mechanis­mus seiner Orgel felsenfest überzeugt. Es hat keinen Zweck, ihm zu sagen, daß diese oder jene Pfeife nicht suehr so recht Ton halten will oder sogar am Verstummen ist. Er ist taub geworden gegen die Mißtöne wie auch gegen die Eintönigkeit seiner Weisen.

Mit dem Aeffchen ist es anders. Es ist noch jung und hat sich etwas von feinem Urinstinkt bewahrt. Es öffnet mitunter zähnefletschend seinen Mund, als wollte es einen rauhen Naturlaut zwischen die zahmen Pfei- fentöne schleudern, aber fein Herr sieht es warnend an. Darauf hebt es einen so gequälten Blick zu ihm empor, daß ihn ein Erbarmen mit sich selbst und der Kreatur ankommt. Er fährt dann seinen Karren in einen stillen Winkel, setzt sich auf die Steine, und siehe da, er hat die Wacht, die lärmerfüllte Welt zum Schweigen zu bringen unb die Wohltat der Stille zu verbreiten — denn der Sogei, der von irgend einem fernen Baurn her singt, zählt ja nicht.

Dann geht's wieder auf die Höfe. Der Alte sucht mit feinen Augen die Fassaden ab, während sein Arm dreht und dreht. Lauter stumme, blinde Fenster! Hier ein Kopf, der flüchtig hinunterblickt, dort aber — da haben eben zwei Weiber miteinander gestritten, von Fenster zu Fenster, die hat die Drehorgel zum Schweigen ge­bracht. Der Alte läßt ein Lächeln in seinem verwitterten ©efitf)t aufblirfen, er spürt etwas wie einen greifbaren Nutzen, den er wirkt. Nun wirft ihm die eine trotzig und herausfordernd ein Sllberstück hinunter, klingend springt es von den Steinfliesen zu ihm empor. Er fängt es auf — einen kurzen Atemzug lang stockt die Melodie — und schwenkt dankend seinen breitrandigen Hut. Die andere läßt sich nicht lumpen; ein noch größeres Silber- stück mit noch besserem Klang fliegt aus ihrem Fenster. 3a, so sind die Menschen! Der Trotz, die Rivalität, brin­gen sie zu Dingen, an die sie sonst im Traum nicht den­ken würden, selbst zum Heroismus des Opfers.

Auf dem nächsten Hof, da tritt der Hausmeister sachte auf den Alten, der schon zu drehen angefangen hat, zu unb klopft ihm auf bie Schulter. „Heba, lieber Freund, ba drüben liegt einer aufgebahrt". Herrsch, wie der Alte da erschrickt! Jäh bricht er die Melodie ab, mitten im Takt, und hastet vorn Hof, als hätte er etwas Un­ehrliches getan. „Na, Männchen", klingt es da gutmütig fyinter ihm her, „bie Melodie hätten Sie allenfalls schon

Gegenden, wo unten erfahrungsgemäß starke Strö­mung herrscht, nimmt der Taucher die Taucherrolle (schaut aus wie ein dreilach stark gearbeiteter Kaffee­haustisch) mit, bie ihm bas Verbleiben am Grunde er­möglicht, indem er fein Leitfell an ben Eisentisch bindet.

der Neuvermählten mit einer Schnur fest zusammenge« A bunten, unb sie müssen einen Tag lang so verbleibens j Mitunter wird sogar ein Strick um ihre Hüften gefdjfun« gen. Bei den Indern, im Iran und auch bei manchen slawischen Stämmen ist es üblich, die Kleider der Neu« . vermählten an den Zipfeln zusammenbinden. Ein« ! wirkliche „Blutsgemeinschaft" sucht eine Sitte hervor« ■ zubringen, die sich bei den Papuas der Südsee findet« -i Dort wird ter Frau eine Wunde in der Stirn beige« j bracht, bas Blut wird aufgefangen, und dann trinken die Brautleute dies Blut in Wasser oder einem berau« J scheuten Saft. Bei den Hereros ist eine ähnliche Sitte j vorhanden, das Blut wird bei ihnen durch einen Schnitt ' in die Zehe gewonnen. Bei anderen Papuastämmen genügt es, daß Mann und Frau gemeinsam eine Zi« « garette rauchen, um das Eheband anzudeuten. Mitun« > ter werden in diese Zigaretten Haare der Neuvermähl« ten eingedreht. Neben diesen symbolhaften Gebräuchen, : die das Verbundensein der beiden Gatten anbeuten, . gibt es auch andere, bie bie Trennung von der bishe« rigen Familie veranschaulichen. In China wird zu die« ' fern Zweck ein Stab zerbrochen, in Syrien wird eine Schüssel zerschmettert. Es ist leicht möglich, daß auf diesen Sinn auch der bei uns noch hie unb da übliche „Polterabend" zurückzuführen ist, den man heutzutage meist dahin deutet, daß Scherben einem alten Aberglau- ‘ ben zufolge glückbringend sein sotten.. Z i

der infolge des politischen Wechsels sich auch nur durch den Räuberberuf den Lebensunterhalt verdienen konnte. Viele übrigens erwiesen sich als Opfer der in China so häufig erzwungenen Kinderheiraten. Die Räuber spiel­ten denn auch nicht nur mit Bauern oder kleinen Kauf­leuten unter einer Decke, sondern, ihrer Herkunft ent­sprechend, gerate auch mit den regulären Soldaten. Kein Wunder, daß auch umgekehrt so manche dieser re­gulären Truppen ehemals selber Räuber gewesen wa­ren. Gegen die Freigabe des Amerikaners wollte man z. B. feine Räuber in die Armee aufnehmen, die Füh­rer sollten sogar Offiziere und übernommene Pferde wie Ausrüstung dabei bezahlt werden. Selbst Opium wurde ihnen in der gewünschten Masse zugebilligt. Der über Harvey zwischen ben Banditen und der Staatsarmee verhandelnde Offizier war früher selber Räuber gewe­sen, sv daß er noch viele Beziehungen zu ihnen hatte, die auch jetzt noch voll Achtung und Vertrauen auf ihn blickten.

Das Schicksal ter Gefangenen ist verschiedenartig. Jeder dient als Mittel zu einer nicht geringen Geld­erpressung. Für Harvey verlangte man einen Wert von 10 000 Dollar. „Ich war die Handelsware. Sie wa­ren fo besorgt um mein Wohlergehen, daß ich mich nicht einmal am Absägen von Bäumen beteiligen durste, da­mit ja nicht etwa ein Baum auf mich falle. Selbst Holzhacken durste ich nicht, weil ich mich hierbei ver­letzten könnte." Merken die Räuber aber, daß sich die Angehörigen ihrer Opfer nicht um sie bekümmern — und als das fassen sie es auf, wenn dir märchenhaften ßöfegelbfummen auch von ben kleinen Leuten nicht be­zahlt werden — fo ändert sich die Behandlung der Gefangenen bis zu tierischer Grausamkeit. Harvey sah ein menschliches Wesen, einen Mann mit wildem Haar- und Bartwuchs und einer Haut, die jahrelang nicht ge­waschen sein mochte. Er war fast nackt, kroch mühselig auf allen Vieren, wobei die kurze Kette seiner Fuß­schellen klapperte. An die Kette war eine große eiserne Kugel geschlossen. „Er hielt feine schmutzigen verkruste­ten Hände über das verglimmende Feuer und blickte jämmerlich winselnd aus halbgeschlossenen Augen hilf­los umher." Schließlich, so erlebte es Harvey, wurde einem solchen, nicht losgetauften, zum Ballast gewor­denen Gefangenen einfach der Schädel mit zehn Beil­hieben eingeschlagen.

Schuld daran, daß die Räuber, bei sonstigen mensch­lich guten Eigenschaften, derart vorrohen, ist der Opium­genuß. Die Mitglieder der Harveyschen Räuberabtei-

Zehn Wochen bei chinesischen vnndilen

Abenteuer eines amerikanischen Arztes.

Eheschlietzungs-Symbote.

Merkwürdige Bräuche bei Naturvölkern. j'W-kj

Es ist ein ziemlich euphemistischer Ausdruck, roenit wir in bezug auf die Ehe von „zarten" Banden fpre« chen. In Wirklichkeit gibt es zwischen den Menscheck kein festeres unb zwanghafteres Verhältnis als diii Ehe. Das gilt nicht etwa nur für bie christlichen und europäischen Völker, sondern ebensosehr auch für die Naturvölker. Auch bei ihnen bedeutet die Ehe meist eine unauflösliche Lebensgemeinschaft. Dies findet auch in den Symbolen seinen Ausdruck, durch welch«

Löhner.

auf Jahre hinaus sichen. Das alles ist aber ohne po­litischen Anstrich und nirgendwie politisch motiviert. Ebensogut wie die Organisation, ist auch die Bewaff­nung. Sie führen vornehmlich Mauserpistolen deutscher Herkunft, furchtbare Waffen, die von den Banditen aufs höchste geschätzt werden; sie zahlen 350 Dollar für ein Stück unb 50 Dollar für 100 Patronen.

Es handelt sich bei diesen Räubern auch nicht um kulturloses Gesindel. Bei der Bande, die ben ameri­kanischen Arzt verschleppte, waren viele, die sich von der Heimat und Mutter erzählen ließen, selber Lieder vortrugen, die sie in der Schule gelernt hatten, die sich gutmütig auch von Kindern Kinderverschen vortragen ließen. Ja, der Amerikaner hörte, wie die Räuber der Nachbarhütte sich gegenseitig in der Kenntnis der Klas- • fiter überboten ober ftunbenlang berühmte Gedichte unb die Sprüche des Konfuzius rezitieren. Harvey konnte sich einem 38 Jahre alten Banditen anschließen, ber bis Zwei Jahre vorher Offizier in der Armee des Generals Wu Pei Fu gewesen und nach dem Zusammenbruch ter Herrschaft dieses Generals den Räuberberuf hatte ergrei­fen müssen. Er kaute weder Opium noch Tabak — was bas heißt, werden wir gleich hören; sein Aeußeres war von peinlichster Sorgfalt. Im Gespräch vermied er alle Flüche, drückte sich überhaupt als gebildeter Mensch aus. Ein anderer war bis kurz vorher sogar ein höhe­rer Polizeibeamter in einem wichtigen Distrikt gewesen,

„----bie müfj’mer rein übersehen haben,

Herr Feldwebel.

die geschehene Verbindung angedeutet wird. ____

wir uns mit einem goldenen Reif am Finger begnü«

CTKe ■

Auflösungen aus der letzten Sonnlagsnummer.

Auflösung des Silbenrätsels. 1

1 Roland, 2 Eroika, Slogan, 4 Euterpe, 5 Nektar, 6 Asbest, 7 Musäus, 8 Salbei, 9 Invalide, 10 Erwerb, 11 Birne, 12 Eisenbahn, 13 Narew, 14 Bolero, 15 Rei­chenbach, 16 Undine, 17 Engadin, 18 Deutschland, 19 Esra, 20 Rhabarber, 21 Truthahn, 22 Agenda, 23 Goulasch.

Die Bauernregel lautet: Regen am Sieben-Brüder« Tag dauert sieben Höchen darnach.

Auflösung des Kreuzworträtsels.

Sen EINGGRÜ5SCHAEIRE .....

Heiteres.

Zu tüchtig. „Du sollst eine sehr tüchtig« Frack ha, ben?" — „Und ob! Die ist in der Musik zu Hanse, in, Sport zu Hause, im Rauchen zu Hanse, kurz in allem zu Hause — nur ist sie selbst nie zu Hause."

Immer akkurat. Bekanntlich haben wir In SachsM Bockau unb Pockau. — Irgendwo in Süddeutschlaich traf ich eine Landsmännin aus der engeren Heimat. „Ich bin aus Soggau!" erzählte sie mir, erfreut übels­tes Zusammentreffen. — „Ach, ba kennen Sie gewiß auch Aue unb Schwarzenberg?" — „Nee, aus ben,: Boggau bin ich niet); ich bin aus dem Boggau mit P wie Baull" --«•*1

Und sie schlichen heimtückisch zu Bruder Bruno nach Augsburg. „Dich, feinen leibliche» Bruder, bannt er vom Hof!" „Nun herrscht dort her schlaue Kölner an deiner Statt!" „Ein Fremder ist Kanzler des Rei­ches!" „Und keinen Heller hat er deiner Kirche ge-

D \U„ r - -

GR 1/ L\l\p\A\R\Z\E\R

re.

wo-

R_ \A

//fflalJlf L / 7Äa\s Ve \N\! L

T_

E

Von W.

Während der letzten sechs oder sieben Jahre ist das öffentliche Leben der Mandschurei derartig von Räu­berbanden bedroht, daß man sich in Europa kein Bild davon macht. Ueberfälle auf Dörfer, Verschleppung oon Reisenden und Angriffe auf die Flußdampser wer- unerträglich häufig und gefährlich. Einem solchen Ueberfall fiel auch der amerikanische Arzt Harvey I. Howard zum Opfer, als er seine Ferien bei einem be­freundeten amerikanischen Großgrundbesitzer verbringen wollte. Soeben wird die Schilderung seiner grauen­haften Erlebnisse in deutscher Uebersetzung veröffent­licht (bei Jf. A. Brockhaus in Leipzig), die auch uns Deutsche über das Schicksal unserer Landsleute in China beunruhigt, anderseits jedoch zeigt, wie wenig diese Dinge mit Bolschewismus zu tun haben.

Es handelt sich hier nicht um wilde, lose Banditen- scharen, sondern um eine organisierte Gesellschaft mit Seamfen, Bankkonto und einem eigenen System von Registratur und Buchführung. Sie leben zwar in einem organisierten Kommunismus; jeder verwendet das Geld das er erbeutet, im Interesse des Ganzen, bezahlt Rech­nungen für die Organisation und zahlt das empfangene xofegelb ordnungsgemäß auf ein Bankkonto ein. Am (fnte des Jahres wird der Ueberschuß verteilt. Die ei­nen schicken das Gelb bann an ihre Familien, so wie es bei uns etroa die außerhalb ihres Wohnortes be- fchaftigten Arbeiter tun, die anderen lassen ihre Anteile wappneten, mehr denn hundert an der Zahl, „Ausge- burg voran! sie alle lauern auf Wort oder Wink!"

Der Trierer, dem ein Häuslein nur folgte, schluckte fernen Grimm. Süß floß Herrn Bruno das Gift seiner Schmeichelei: „Und Ihr, wie St. Michael, wie — ein König, reitet Ihr voran!"

Wie ein König!

In tiefen Sinnen ritt Bruder Bruno neben dem Versucher dahin.

Bald stoben sie mächtig in die lombardische Ebene hinab.

Gewaltig schlug König Heinrichs Schwert.

Rasch lag der Jsreer, der König der Lombarde» sein wollte, im Staub.

3m Dorn des hl. Michael neigte Heinrich, der Sie» ger, zu Pavia der Eisernen Krone das Haupt.

Nicht seinetwillen, des Reiches Recht zu wahren.

Erzbischof Heribert, Italiens Kanzler, krönte den König.

Finster stand Bischof Bruno zur Seiten.

. Auf das bis zur Brust gesenkte Haupt König Hein­richs setzte Papst Benedikt VIII. die Kaiserkrone.

Den prächtigen Reif aus purem Gold.

Kaiser der Römer! Heil, Herrscher der Weit'

Fast sprengte der Jubel der Römer St Peters Hallen.

Lange verharrte Kaiser Heinrich an der Seite der holden Kunigunde, der Kaiserin, im Gebet.

Heiß war fein Flehen: „Was tust du, Herr tes Himmels und der Erde, dem Knecht deiner Knechte? Unwürdig bin ich der höchsten Würde ter Welt! Ein Hauch im All, ein Tropfen im Meer, ein Körnchen im Sand! Ein Wurm im Staub! O verblende mich nicht durch der Krone Glanz! O berausche mich nicht durch bie Fülle der Macht! O betöre mich nicht durch ter «chmeichler Schar! Dein Letztes, Geringstes bin ich! Herr, tu mit mir, was du willst!"

*

Demütiger den je ward nun Kaiser Heinrich.

Weit wies er von sich allen Pmnk.

Die Kaiserkrone, die ihm Papst Benedikt geschenkt, ten prächtigen Reif aus purem Gold, gab er den Mön- ijen von Clugny. Nur einmal wollte er sie tragen. Daß

hum, im, ht, ing, kas, le, lie, kow, lei, ment, metck§ mi, mit, molt, na, nietz, nus, o, pe, per, Phin, pich, ra, ro, re, mb, sche, spiel, fti, ta, tem, u, u, um ,vcr, vi, wer, sind 21 Wörter zu bilden, bereu j Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten I gelesen, einen Spruch ergeben (ch - ein Buchstabe).

Die Wörter bedeuten: 1 Fischsäugetier, 2 Schweiz«! Getreidemaß, 3 Volkstüml. Name für Sellerie, 4 Em« j siedler, 5 Einzelperson, 6 Dtsch. Philosoph, 7 LebenS-t beschreiter, 8 Gewürz, 9 Dtsch. Landschaftsmaler, IQ Bezeichnung einer prominenten Schauspielerin, 11 Pla-1 net, 12 Prophet 1650 v. Ehr., 13 Kautschukartiges Pw-s butt aus Pflanzensaft, 14 Dtsch. Romanschriftsteller • tes 19. Jahrh., 15 Engel, 16 Berühmter dtsch. Stratege, 1 17 Erlaß, 18 Sonntag, 19 Käse, 20 Laufvogel, 21 | Angeborene Gemütsart.

SEND

£6

wr der*.

MW

ubS

£4

tdn

wir ter Z5L

A

G_ D

E. V

A

L_ E

A

A

K

U