bände auf Bier, Wein, weinähnliche und künstliche Getränke wie Tee, Kaffee, Kakao usw. sowie auf Trinkbranntwein und Mineralwässer für den Der- »ehr an Ort und Stelle Steuern erheben können, die nach dem Kleinhandelspreise zu bemessen sind. An Stelle der Steuer auf Bier dürfen Steuern auf den örtlichen Verbrauch von Bier nach Maßgabe des Finanz ausgleichqesetzes erhoben werden. Diese Verordnung tritt mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft.
Die Vollmacht des Reichskanzlers.
C.N.B. Berlin, 17. Juli. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, ist die dem Reichskanzler vom Reichspräsidenten erteilte Ermächtigung zur Auflösung des Reichstages in keiner Weise beschränkt. Die Reichsregierung ist also in der Lage, je nach der Entwicklung der Situation ihren Entschluß zu fassen. Welche Entscheidung sie treffen wird, wenn der Reichstag nur eine der beiden Notverordnungen ablehnen sollte, kann im Augenblick noch nicht gesagt werden. Die Erörterung der Frage, ob die Ablehnung der Notverordnung 2 (Getränkesteuer) von der Regierung zum Anlaß der Auflösung des Parlaments genommen werden wird, ist daher zu mindest verfrüht.
100 mm. Mindest. Ersparnisse.
863. Berlin. 17. Juli. (6ig. M-Idg.). Jur Haushaltsausschuß des Reichstages wurde bei der Beratung des Haushaltsgesetzes die Reichsregierung ermächtigt, im Etat 1930 Ersparnisse von mindestens 100 Millionen Rm. von sich aus vorzunehmen. Gegen diese Ermächtigung stimmten di« Sozialdemokraten und die Kommunisten. Angenommen wurde auch ein sozialdemokratischer Antrag, der verlangt, daß die Reichsregis- rung dem Reichsrat alsbald mitzuteilen hat, welche Streichungen sie vorgenommen hat.
* Schluß der österreichischen Parlamentstagung. Aus Wien wird gemeldet: Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Entschließung des Bundespräsi- beuten, wonach die Frühjahrstagung des Nativnalrates am 19. Juli ihr Ende findet.
* Reorganisierung des spanischen Heeres, Ha- vas meldet aus Madrid: Durch eine Verordnung des Heeresministers wird die Zahl der Unteroffiziere int spanischen Heer um 25 Prozent vermindert. _________________
s Die afghanische Trikolore schwarz-rok-welß. Die Afghanen haben sich eine neue Landesfahne zugelegt in den senkrecht gestellten Farben schwarzrot-weiß mit einem Halbmond in der Mitte. Die Neuerung stellte sich als notwendig heraus, weil die schwarze Flagge mit dem weißen Halbmond einer Moschee auf schwarzem Grund, eine Schöpfung Amannullahs, im farbenfreudigen Orient keine Begeisterung und in aller Welt Erstaunen auslöste und zu zahlreichen Mißdeutungen Anlaß gab. In Port Said wurde einmal ein Kapitän, der sie zu Ehren eines afghanischen Diplomaten auf seinem Schiff hißte, von der Hafen-Sanitätspolizei scharf darüber verhört, wer an Bord und woran er gestorben sei. Sis sollte versinnbildlichen, daß das Licht des Islams immer noch über eine Welt in dunkler Sünde scheine. Auch Nadir Schah be- . gründet die Farbenwahl sinnbildlich. Schwarz soll die kulturelle Finsternis Afghaniens in der Vergangenheit, Rot die Revolution und Weiß den neugewonnenen Frieden und Aufstieg des Landes darstellen.
* Zwang zur Verwendung von Inlandsgerste. Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit dem von den Regierungsparteien beantragten Gesetz, das den Reichsernährungsminister ermächtigen loll, den Brauereien für die Zeit vom 1. August 1930 bis zum 31. Juli 1931 die Verwendung eines bestimmten Prozentsatzes Inlandgerste aufzuerlegen. Nur Exportbier soll nicht diesem Zwang unterliegen. Abg. Dr. Horlacker (Bayer Volksp.) begründete diese Maßnahme damit, daß der Eerftenabsatz der deutschen Landwirtschaft durch die Voreindeckung der Brauereien mit Auslandsgerste gefährdet fei. ___________________________________
* Die Unvorsichtigkeit mit dem Tode gebüßt. Ein 19jähriger Eleve in Bonn versuchte einen mit fünf Patronen geladenen Revolver zu reinigen. Er entnahm vorher der Schußwaffe vier Patronen, übersah es aber, auch die fünfte Kugel zu entfer- nnen. Als er dann mit dem Reinigen des Revolvers begann, löste sich der Schuß und das Geschoß drang dem jungen Mann i n s H e rz. Er war auf der Stelle tot.
100000 Mark verreisen.
Skizze von Kurt Matthias Ekteim.
Richard Kant schrak zusammen.
Die Abteiltür wurde geöffnet, ein fettes, rotes Gesicht schob sich herein und fragte, „Hier ist wohl all» noch frei?"
Widerwillig, aber doch erlöst, bejahte Kant. Der Dicke sah jedenfalls nicht nach Kriminalpolizei aus, nelr-, er schien eher ein Gutsbesitzer, vielleicht auch ein Viehhändler zu sein. Er hatte eine Menge Pakete, Taschen und einen kleinen Kuppeekoffer. Prustend lieh er sich nieder.
Richard Kant steckte sich eine Zigarette an und trat auf den Gang hinaus. Ab und zu sah er sich nach dem Dicken um. der jedoch, sobald sich der Zug wieder in Bewegung gesetzt hatte, eingeschlafen war.
Eigentlich mußte er ihm dankbar sein, daß er so viel Platz einnahm, denn der Anblick dieses menschlichen Kolosses mochte vielleicht unliebsamere Reisende abhalten, sich in Richards Abteil zu setzen. Es regnete draußen, die Scheiben waren angelaufen, und viel war infolgedessen trotz eifrigen Wischens von der Landschaft nicht zu sehen. Was kümmerte ihn auch die Landschaft!
Er war ja frei! Endlich frei! Er hatte den Schritt gewagt, die große Summe in ausländischen Banknot-n, die man ihm anvertraut, unterschlagen. Dieses Ge^d sollte der Schlüssel sein zu einem neuen, schöneren Leben, zur Freiheit!
Seltsam, daß ihn die Freude darüber nicht mehr überwältigte. Roch herrschte in ihm die Angst, in jedem Vorübergehenden witterte er einen Detektiv.
Unsinn war diese Furcht ja wirklich! Denn vor morgen früh würde man ihn nicht vermissen, bis dahin hatte er Zeit, sich zu verstecken.
Als der Zug in den Anhalter Bahnhof einlief, stürzte er rasch in das Abteil, ergriff die Aktentasche die den Raub enthielt, und beeilte sich, aus dem Men- schengewühl der Straße in die fürchterliche Enge des ersten besten Autobusses zu flüchten. Berlin hatte ihn ausgenommen, er war untergetaucht in der Millionenstadt. Nun sollte man erst einmal versuchen, ihn zu finden! Er öffnete die Aktentasche und griff vorsichtig, so daß niemand etwas von dem Inhalt zu sehen be-
Amerikas deutscher General.
Zur Feier des 200. Geburtstages des Generals Friedrich von Steuden und zur Einweihung eines Denkmals des Generals in Magdeburg am 20. Juli ist soeben eine 250 Mann starke Abordnung der amerikanischen Steuben-Gesellschast in Deutschland eingetroffen. Es ist ein bedeutendes Stuck bester preußischer und deutscher Tradition, zu dessen Ehrung und Gedenken sich in diesen Tagen Deutsche, Deutsch-Amerikaner und Amerikaner auf deutschem und auf amerikanischem Boden zusam- menftnben werden. Da es für die große Mehrzahl der amerikanischen Teilnehmer an der Steuben- Gedenkfahrt nach Europa wünschenswert war, diese Reise in den Sommermonaten zu machen, verlegte man sie um einige Monate vor den 200. Geburtstag Friedrich Wilhelms von Steudens, der am 17. September 1730 in Magdeburg als Sohn eines preußischen Ingenieur-Hauptmanns geboren wurde und als Offizier im Heere Friedrichs des Großen am siebenjährigen Kriege teilnahm. Steuden erwarb sich dabei nicht nur hohe militärische, sondern auch politische Verdienste, in dem es in erster Linie ihm gelang, den russischen Zaren, Peter HI., in kritischster Stunde für Preußens König zu gewinnen. Er wurde dafür Stabskapltän und kgl. Flügeladjudant und konnte so alle Erfahrungen sammeln, die ihn 20 Jahre später instand setzten, eine amerikanische Armee sozusagen aus dem Nichts zu schaffen. Es genügt, daran zu erinnern, daß die Leute, die sich damals Offiziere der amerikanischen Freiheitsarmee nannten, bei großen Truppenparaden im Schlafrock zu erscheinen pflegten. Auf W'.msch des amerikanischen Kongresses übernahm Steuden den Posten eines Generalinspekteurs dieser „Armee". Der Erfolg wurde bereits 4 Jahre später sichtbar, als im Oktober 1781 die Engländer die Waffen strecken mußten und — mit dem Fall der Festung Yorktown — der amerikanische Freiheitskampf als gewonnen gelten konnte. Danach schuf Steuden im Auftrage des Kongresses ein stehendes Heer für die junge Nation und schuf die heute noch bestehende Offiziers- Akademie von West-Point. Es schien selbstverständlich, daß Steuden berufen sei, der Nachfolger des 1784 gestorbenen amerikanischen Kriegsministers SU werden; er selbst harte erkennen lassen, daß ihm diese Anerkennung seiner Tätigkeit nicht unerwünscht sei. Allein man lohnte ihn mit Undank und Mißtrauen, worauf er unverzüglich seine Entlassung forderte und 10 Jahre später nach einem Schlaganfall ohne jedes Zeremoniell in New Port zu Grabe getragen wurde. Längst ist jenes Mißtrauen der höchsten Anerkennung und die damalige Undankbarkeit einer gewissen Beschämung gewichen. Heute geben die Enkel und Urenkel der Männer, denen ein deutscher General das Instrument schuf, um ihre Freiheit zu erkämpfen, diesem deutschen General Amerikas die Ehre und den Dank, der ihm gebührt.
Die feierliche Kranzniederlegung am ©teuben» Denkmal in Potsdam. In der Mitte: Oberstltn. Arndt v. Steuben, ein Urenkel Steuoens.
Ä
Anläßlich der Anwesenheit der amerikanischen Steuben-Gesellschaft in Berlin gab Reichskanzler Dr. Brüning einen Tee-Empfang im Garten des Reichskanzlerhauses. An ihm nahmen u. a. auch Reichsminister Dr. Wirth und Staatssekretär Dr.
o. Bülow, Mitglieder der amerikanischen Botschaft sowie eine Reihe von Berliner Vertretern der amerikanischen Presse teil. Ferner waren die Bereinigung Karl Schurz, das Amerika-Institut, der Verein für das Deutschtum im Auslands, die Deutsche Akademie und die Familie von Steuben durch ihr Oberhaupt Generalleutnant v. Steubert vertreten.
* Entwurf eines Gesetzes über die Verwendung inländischer tierischer Fette zur Vkargarineherstel- lung. Mit Unterstützung der Zentrumsfraktion wurde dem Reichstag obiger Gesetzentwurf zugeleitet, der bestimmt, daß die Reichsregierung unter Erlaß von Vorschriften anordnen kann, daß jede im deutschen Zollgebiet gelegene Margarinefabrik Talg und Schmalz inländischer Herkunft oder Erzeugnisse aus diesen zu verwenden hat. Die Ein- zrlmengen werden jeweils nach der in einem Kalendervierteljahr hergestellten Menge Margarine errechnet. Dani wird bestimmt, welche Anforderungen an die Gewinnung, Behandlung, Beschaffenheit, Verpackung und Kennzeichnung des zu liefernden Talges, Schmalzes usw. zu stellen sind. Ferner wird bestimmt der von den Margarinefabriken zu verwendende Hundertsatz an diesen Produkten. Außerdem ist eine Ueberprüfung des Geschäftsbetriebs der Margarinefabriken unter besonderen Bestimmungen vorgesehen. Bei Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz können Geldstrafen bis zu 100 000 Mark ausgesprochen werden.
Dentfdpruffifdje Gegensätze.
Zum Abschluß der Schiedsgerichtsverhandlungen.
Don Karl Rogge, z. Zt. Moskau.
Die deutsch-russischen Schiedsgerichtsverhandlungen über die deutsche Wirtschaftsarbeit in der Sowjetunion sind zum Abschluß gebracht worden. Der deutsche Unterhändler, der frühere Reichswirtschaftsminister v. Raumer, äußerte sich nach der Rückkehr aus Moskau befriedigt über den Verlaus der schwierigen Beratungen. Wenn auch die Ab« wickluna der Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland sich in Zukunft wenig reibungsreich gestalten sollte, so bleiben doch auf politischem Gebiete ungeklärte deutsch-russische Geaensätze im Zusammenhang mit der sowjetistischen Werbearbeit.
Das größte Plus der Sowjetpolitik, vielleicht das einzige in den Augen sehr kritischer Beurteiler, ist und bleibt die Nichtanerkennung des Versailler Vertrages durch die russische Union. In diesem Punkte ist die so rasch von einem Extrem ins andere fallende Sowjetpolitik sich auch treu geblieben, als sich ihr beträchtliche Aussichten boten, an der Tributausbeutung Deutschlands beteiligt zu werden. Den Russen wurde namentlich durch Angebote Frankreichs, hinter denen aber vermutlich Chamberlain als Anreger stand, sogar die Möglichkeit gezeigt, wieder eine ganz honorige Entente-Nation zu werden. Mit den Tributanteilen sollten sie die Schulden der Zarenregierung abdecken, und alles wäre in Ordnung gewesen. Diese Entwicklung ist durch den bedeutenden russischen Staatsmann Tschitscherin, der auch in diplomatischen Kreisen als der Klügste der Klusien mehr gefürchtet als geschätzt wird, schon im Keime erstickt worden. Diese Haltung rechtfertigen Tschitscherin, Litwinow und die anderen niemals mit Deutschfreundlichkeit, sondern betrachten sie ganz einfach als wirkungsvollsten Hebel nationaler russischer Interessen. Der Bolschewismus störte diele Auffassung und die sich daraus ergebenden Schritte einer förderlichen Pflege der deuffch-russischen Beziehungen kaum, weil es zu den bolschewistischen Lieblingsvorstellungen gehört — heute darf man wohl sagen gehörte! —, in Deutschland die wichtigste Jndustrieprovlnz der über Mitteleuropa erweiterten bolschewistischen Union von der Nordsee bis zum Selben Meer zu erblicken.
Die stattliche Reihe der für die Sowjetunion unendlich wichtigen Wirtschafts- und Staatsverträge mit dem bedeutendsten Industriestaat Europas lockerte die politischen und weltanschaulichen Gegensätze der anderen Länder gegenüber dem neuen Rußland in einem Grade auf, daß Tschitscherin zugunsten der Sowjets Erfolge auf Erfolge häufen konnte, wesentlich verbesserte politische und wirtschaftliche Beziehungen namentlich auch zu Frankreich, England und Italien fand und den wirtschaftlichen Verbindungstruppen der Sowjets sogar nach den politisch extrem feindlichen Bereinigten Staaten eine halbwegs solide Brücke zu errichten verstand. Der Stalinismus zerstörte einen wesentlichen Teil dieser Aufbauarbeit. Er verärgerte unnötig vor allem Deutschland durch die ständige Einmischung in das innerdeutsche Leben.
In der russischen Union glaubte man eben, die deutsche Leiter nicht mehr nötig zu haben, um zu höheren Zielen, zur Festigung der inneren und äußeren Lage zu gelangen. Man hielt sich nach Auswertung der deutschen Hille für befähigt ei
nen bevorzugten Platz an den Goldguelle» amerikanischen Kapitalismus einzunehmen Deuffchland reif zu machen für die varteinall Unterwühlung und Zersetzung durch einen 1 munismus plattester Demagogie, grauend^ Ideenlosigkeit, wie er in der Berliner Müns hergerichtet wird. Man nert;-r' r: ’ es der rücksichtslosen Tributgier der Nutznieß» Versailler Pertrags schon gelingen werde t,,e aussetzungen für die durchschlagende Wirken nes derartig primitiven Kommunismus iu fen Und man täuschte sich auf der ganzen!
Amerika ist bereit, nach Rußland zu verko scheut sich aber vor dem Wagnis einer fma noch so ergiebigen Teilnahme an der Aufb beit in dem wirtschaftlich bis auf die Grundwc zerrütteten Lande. Aehnliche Erfahrungen n man mit England. Frankreich schüttet s Reichtum und feinen Tributsanteil zunächff mal milliardenweise über Polen, Südslawien mänien und die Tschechoslowakei aus, um sich umfangreiche Hikfsheere für die an gestrebte väffche' Hegemonie zu sichern, Hikfsheere, । Waffen — selbst ohne Frankreich« Willen — einmal gegen die Sowjets losgehen kön Deutschland raffte sich nach einer Zeit unbe licher Geduld, übertriebenen Langmuts endlf einem schärferen Vorgehen gegen die bolsch, sche Propagandaeinfuhr auf. Nach monatelc Verhandlungen in Moskau endete das d« Vorgehen aber eigentlich doch mit einem 5J folg. Es kam lediglich zu einem Komvromi den strittigen Fragen auf der Grundlage gegenseitigen Versprechens, im Jnteressenb des anderen keine regierungsseitig gestützte Ä arbeit zu treiben, fast im Wortlaut den A chungen gleich, auf die sich Henderson ein fen hat und die weder in Indien noch in West Sübafrtta die sehr rege bolschewistische P ganba auch nur um einen einzigen Grad gesch haben.
Geben wir uns Rechenschaft darüber, wir diesen Mißerfolg, dieses Kompromiß, kein« Losung ist, verdienten. Durch Vorst, gen in Moskau ist die Propaganda und die 1 stützung der Kommunistischen Partei niemal fassen. Das kann nur in Deutschland selbs schehen. Cs bleibt eine Aufgabe der den Polizei den Kommunismus im Zaum zu h und sie muß zweifellos mit ganz anderer Ta und mit dem Verricht auf den letzten Res! Scheu vor der Gefährdung auswärtiger $esii gen ungefaßt werden, solange offenbare 8 der deutschen Gesetzgebung noch die Betätig, Möglichkeit für eine Partei zulassen, die kein sches, sondern ein ausschließlich sowjetistischez gramm verficht und sich vom ersten bis zum ten Mann in Auslandsdienste spannen läßt.
Ein Trost im Unglück war die Einsetzung deutsch-russffchen Schlichtungskommission fir Klärung der wirtschaftlichen Beschwerden De 'ands. Da die Ruffen zur Wahrnehmung Interessen Stomoniakow, den Mann von 31« bestimmt hatten, darf man annehmen, daß st endlich besinnen und die Verbundenheit der scheu Wirtschaft mit der deutschen richtig ein zen und berücksichtigen lernen. Dazu roürtk hören, daß sie nicht wie bisher ro’rtfäa! Schwierigkeiten zu machen suchen, wenn ein wie Deutschland die bolschewistische Propoq mit der gleichen Entschiedenheit zurückwen! man in Rußland den Urnsturzplänen gegei dortige Regierung zuwendet.
' Gandhi am Ende? ‘
wtb. London, 17. Juli. (Eig. Meld.) Der matische Korrespondent des „Daily TelegravI von einem maßgebenden britischen Sachverf gen für indische Fragen erfahren haben, daß sich allgemein die Erwartung gehegt Gandhi werde seine Bewegun g, in । barer Zeit ein stellen. Der Korrespondent Auf diese „Geste" wartet die sozialistische 5 xung in London mit Ungeduld, um sie all wand benutzen zu können, den Mahatma Teilnahme an der Londoner Ko renz „am Runden Tifch" einzuladen. « und inoffizielle Besprechungen, die der Errei diese» Zieles gelten, sind zwischen Agnten । Seiten ständig im Gange.
* Die innerpolitische Lage in Bayern München wird gemeldet: Der Bayerische und Mittelstandsbund beschloß, wegen der * halb der Regierungskoalition bestehenden g> süßliche Meinungsverschiedenheiten aus der 81 wärtigen Regierungskoalition auszuscheiden, schreibt die „Bayerische Staatszeitung": Der des Bauernbundes stellt die innenpolitische « tion vor ganz neue Entscheidun Nach Lage der Dinge ist es sehr schwer, 8^1®* zu sagen, wie sich die Dinge weiter ent® werden. „ ____„
kommen konnte, hinein, um sich von dem Dasein des Schatzes zu überzeugen.
Seine Hand, zu liebevollem Griff nach den Leben verheißenden Dollarnoten bereit, erstarrte. Seine Augen nahmen einen ungläubigen Glanz an, dann riß er, der Furcht vergessend, daß sein Geheimnis erraten werden könnte, die Tasche auf, und sah hinein. Sie enthielt eine Kiste Zigarren — weiter nichts.
Mit einem Schrei sprang Richard auf, dann von dem fahrenden Autobus herunter, winkte einer Auto- droschke und befahl dem Chauffeur, ihn so schnell wie nur irgend möglich nach dem Anhalter Bahnhof zu fahren.
Er hatte eine falsche Aktentasche erwischt, seine eigene liegen gelassen und die des Dicken mitgenommen! Der war jetzt um hunderttausend Mark reicher.
Richard legte die Hönde ins Gesicht, Tränen der Wut flössen aus seinen Augen, und er biß sich zornig in die Handflächen, bis sie bluteten.
Von dem Dicken sand er natürlich keine Spur mehr. Er war, wenn man das von einem so schweren Mann überhaupt sagen kann, wie weggeblasen und die Aussicht, ihn in Berlin wiederzufinden, lehr gering. Ai die Polizei konnte er sich nicht wenden, aus begreiflichen Gründen. Er mußte also die hunderttausend Mark verloren geben.
Sein Vermögen bestand noch aus achtzig Pfen-stg und einer Kiste Zigarren. Er ging gebrochen bis zum Tiergarten und fehle sich auf eine Bank, ein bitteres Lächeln auf dem Gesicht. Sein Leben war verpfuscht, statt Freiheit winkte Armut und sicherer Kerker. Erst gegen Abend erhob er sich und ging langsamen Schrittes nach dem Westen, wo er die in die Kinos strömende Menschenmenge beobachtete.
Er starrte verloren die Wanderschrift an einem hohen Hausgiebel an, als sich ihm auf die Schulter plötzlich die Hand legte, deren Griff er feit dem Diebstahl fürchtete. Er wartete auf das übliche „Sie sind verhaftet"! und wandte sich langsam um.
Hinter Ihm stand der Dicke. Purpurrot Im Gesicht! Schnaufend und böse. „Sie verdammter Schweinehund!" sagte er. „Was bilden Sie sich eigentlich ein, mir meine Zigarren zu klauen, wie? Kommen Sie mal sofort mit zur Polizei, da werde ich Ihnen schon die gehörige Strafe besorgen, gemeiner Spitzbube Siel"
Er riß Richard die Aktentasche mit den Zigarren weg und fauchte: „Sie sind ein ganz unverschämter Patron. Aber das sollen Sie mir büßen."
Um Richard drehte sich alles. Er murmelte kaum hörbar:
„Wo haben Sie denn meine Aktemcycyer"
„Ihre Aktentasche?" schrie der Dicke. „Ich weiß n.chtr von Ihrer Aktentasche."
„Doch, ich habe sie mit der Ihrigen verwechselt, und meine muh im Zug liegen geblieben sein. Haben Sie die denn nicht?"
„Rein, erwiderte der Dicke verblüfft. „Aber ich habe im Büro gesagt, daß Sie mich bestohlen haben."
„Das habe ich doch gar nicht. Es war ein Umtausch."
„Tja, wenn das stimmt! Dann ist die Tasche, die Sie vergessen haben, vielleicht unter die Bank geruMn und gefunden worden."
„Hm. das ist möglich. Würden Sie mich zum Bahnhof zurück begleiten, um die Sache zu kontrollieren?"
„Ach was, jetzt habe ich meine Zigarren wieder, und außerdem will ich ins Kino. Ich komme alle Jahre einmal nach Berlin, und da will ich mich wenigstens amüsieren. und außerdem----"
Der Dicke hielt inne. Richard hatte ihn zu flehend angesehen. „Ra schön, ich komme mit" fuhr er fort
Dann winkte er einem Auto. Zehn Minuten später ging er in das Fundhüro und tat, um was Richard ihn unterwegs gebeten hatte, angeblich um Komplikationen aus dem Wege zu gehen: Er erklärte, er sei schon mal dagewesen und habe den Diebstahl seiner Aktentasche gemeldet, ob die mittlerweile gesunden worden wäre.
Mit welchem Zug er gekommen sei, fragte der Beamte. Mit dem Fünsuhrzug? Ja, da sei eine Der- fchlossene Aktentasche gefunden worden. In welchem Wagen? Der zweite hinter der Lokomotive? Richtig Ob auf dem Schloß etwas eingraviert fei?
„Jawohl. R. K ". erwiderte der Dicke, denn da» hatte ihm Richard erzählt. Er erhielt die Aktentasche ausgehändigt und kam schnaufend zu Richard, der in der Bahnhofshalle wartete.
Mit zitternder Hand nahm Richard das wieder- eroberte Vermögen aus der Hand des keuchenden Giganten in Empfang.
Der Dicke nahm einen Ansatz zur Freundlichkeit. „Na, da wäre der Kram mal wieder in Ordnung", sagte er.
„Nun ist es sowieso zu spät, um ins Kin-^-u g< schlage ich Ihnen vor. wir fahren in ein kleines lokal hier in der Nähe und begießen das v was?" . .
Richard Kant schüttelte den Kopf: „Nem, o in zehn Minuten geht mein Zug, wie ich eben Fahrplan festgestellt habe, während Sie so ff waren, meine Aktentasche zu holen."
„Ihr Zug? Ja, wollen Sie denn schon wie reisen?"
„Gewiß, ich will heim "
„Ist denn Ihr Geschäft in Berlin schon erle
„Das ist es. Also tausend Dank für 3Öre liche Hilse. aus Wiedersehen!"
Der Dicke sah Richard kopfschüttelnd nach, »* den Schalter eilte, von dort zur Wechselstube der an den Schalter zurück. ,
Dann ging er, sich eine Autodroschke zu Iw während er, noch immer kopfschüttelnd, das er, glas leer trank, saß Richard im D-Zug, der seinem Wohnort zurück brachte, wo er morg Frühe da» Geld an feinem Bestimmungsort wollte. ,
Er faß auf feiner Aktentasche . . .
Ein- und Ausfälle.
Bon Wilhelm Haas-Wien.
Erinnerung ist oft einer Melodie vergleicht Text man vergessen hat. *
Man sagt, Versprechen sei leichter als & den Charaktervollen steht die Sache umgekey
*
Wer sich feiner Herkunft schämt, leugr
Existenz. *
Einen Dummkopf zum Feind zu haben, ist. oft unterschätzte Gefahr, denn Dummkopfe i rechenbar.
Stolz ist nur unter Gleichen angebracht; ft ein Laster.