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Volksverein und religiöse Erneuerung.

Einen scharfen Kampf führt neuerdings der Un­glaube gegen den deutschen Katholizismus. Ent­schiedenste Abwehr tut not. Aber noch wichtiger als der Kampf gegen den Gegner ist die positive religiöse Erneuerung. Was tut der Volksverein für diese religiöse Erneuerung?

Der Volksverein erstrebt als eine der wichtig­sten Gegenwartsaufgaben die Erneuerung der P f a r r f a m i l i e. Es ist eine der wichtigsten ka­tholischen Aufgaben der Gegenwart, daß wir end­lich aus der Zerrissenheit der Pfarrgemeinde her­auskommen. Diese gemeinsame Bindung aller Glieder und Stände in unseren Pfarrgemeinden zu schaffen, das ist das Ziel des Volksvereins. Er will in der Gemeinde alle Stände und Standes» vereine zu einer großen Familie zusammenschliehen. Er will das gemeinsame geistige Dach der ganzen Gemeinde bilden.

Der Volksverein erstrebt die praktischeVer- bindung von Religion und Leben. Un­sere brennendste Wunde in der Gegenwart ist die Trennung von Religion und Leben im Leben so vieler Katholiken. Cs ist heute vielfach dahin ge­kommen, daß man in allen Fragen des irdischen Lebens, in den Fragen der Familie, in den Fra­

gen der Körperkultur, in den Fragen des Berufs­lebens, in wirtschaftlichen, sozialen und staatsbür­gerlichen Fragen, sich auf einen rein praktischen, irdischen Standpunkt stellt und dann glaubt, es sei genug getan für die Religion, wenn man um al! diese irdische Tätigkeit des Sonntags ein reli­giöses Mäntelchen hängt. Diese Einstellung ist ganz und gar unkatholisch. Religion ist Leben. Religion darf nicht wie ein Rahmen äußerlich die Arbeit des Lebens verzieren, sondern muß die Seele des Lebens, die Seele des Arbeitens, des täglichen Schaffens fein.

Wir müssen wieder lernen, die Fragen des täglichen Gemeinschaftslebens in Familie, Beruf, Gemeinde, Staat anzuschauen mit dem Auge Christi und zu behandeln int Geiste Christi. Dazu ist eine fortlaufende gründliche Schulung erforderlich. Diese Schulung gibt uns der Volksverein. Der Volks­verein wendet sich mit dieser Schulung an alle Stände. Der Volksverein zeigt Arbeitern und Handwerkern, Landwirten und Kaufleuten, Jung- und Altakademikern, Seelsorgern und Politikern, welches die wichtigsten Standesaufgaben für den katholischen Menschen von heute sind, und wie diese Standesaufgaben von der Grundlage der kathoii- scken Weltanschauung aus zu lösen sind. Der Volks verein kann bei all dieser Schulung, die er den Mitgliedern aller Stände bietet, Neues und Wert­volles geben, weil er durch seine Organisation und durch seine Tätigkeit im ganzen Lande über eine Erfahrung verfügt, die keine andere katholische Or­ganisation besitzt.

Kann man es da noch verstehen, wenn man in mancher katholischen Gemeinde sich noch gegen die Gründung einer Ortsgruppe des Volksvereins sträubt?

zur Stunde des Gerichtes zu uns sprechen wird: „Ich war krank, und ihr habt mich besucht" (Matth. 25, 36). Der Kranke ist für die Familie — im Ge­gensatz zu dem, was die Menschen denken möchten — ein Segen Gottes. Er ist wie em Blitzableiter des Unheils, wie seine Gnade, die heiligt. Die Sorge für den Kranken gehe allem anderen vor. Er darf in keiner Weise vernachlässigt werden, und alle möglichen Ptittel sind aufzubieten, um ihm zu helfen, ihn zu retten und gesund zu machen. Zu­gleich aber soll man gläubig in ihm die Erschei­nung Christi grüßen, der nie v.:rbeigeht, ohne Segen zu spenden. So woll-n wer unsere Kranken behandeln wie Christus selbst, wie bevorzugte Glie­der seines Leibes, die er würdig befunden hat, an feinem Erlösungswerk, dem Werk des Kreuzes teil­zunehmen.

Der Leib des Christen ist heilig, seit die Taufe ihn gesalbt und für den Dienst des Herrn geweiht und vorbestimmt hat. Wir müssen ihn mit Ach­tung und Zartheit pflegen, als wäre er der Leib, den Maria, die Schmerzensmutter, in ihren Augen hielt. — „Wißt ihr nicht, daß eure Glieder Glieder Christi sind?" (1. Kor. 6, 15.)

Die Kranken ihrerseits sollen daran denken, daß man ihnen dient aus Liebe zu Gott und nicht durch übermäßige Ansprüche diejenigen. die sie pfle­gen, betrüben. Allein auch solche Kranke muß man geduldig ertragen, denn es ist sa so wenig natürlich, zu leiden, und vielleicht findet ein Mensch sich niemals ganz damit ab. Menschen, die viel gelitten haben, wissen davon zu reden, und vor al­len andern der Gott am Kreuze.

Wir wollen die Kranken besuchen und zuweilen ins Hosmta! gehen, das man früher so richtig „Hotel-Dieu" (Eottesherberge) nannte. Das wirkt belehrend, bewegt unseren Sinn und kann selbst zur Bekehrung führen.

Steigen wir manchmal die Stufen zu den Man­sarden der Unglücklichen hinauf! Es gibt Elende ohne Namen, Leiden, die niemand vermutet, und entsetzliches Unheil. — Heilige Liebe der Christen! Dir kommt es zu, allüberall hinzugehen, Tränen zu trocknen, Wunden zu verbinden. Verzweifelten Freude und Frieden zurückzugeben.

Habt Mitleid um Jesu, des Schmerzensmannes, des Gottes vom Kalvarienberg, des Einzigen wil­len, der all die Kranken neu beleben kann, auch jene, deren Seele gestorben ist, ehe ihr Leib den letzten Atemzug getan hat!

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Fünfter Sonntag nach Pfingsten.

Eingangslied: Pf. 26, 7 und 9.

Erhöre, Herr, mein Flehen, ich rufe so laut zu dir. Hilf mir, verlaß mich nicht, verschmäh mich nicht, o Gott, mein Heil. (Ps. ebd. 1.) Der Herr ist mein Licht, mein Heil, wen soll ich fürchten?

Evangelium: Matth. 5, 20—24.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird als die der Schristgelehrten und der Phari­säer, so werdet ihr in das Himmelreich nicht ein­gehen Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: „Du sollst nicht töten"; wer aber tö­tet, soll dem Gerichte verfallen. Ich aber sage euch: Wer seinem Bruder zürnt, soll dem Gerichte verfal­len. Wer aber zu seinem Bcuder sagt: „Du Ver­fluchter!", soll dem Hohen Rate verfallen. Und wer zu ihm sagt: „Du Gottloser", soll dem Feuer der Hölle verfallen. Wenn du also deine Gabe zum Altäre bringst und dich dort erinnerst, daß drin Bruder etwas wider dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altäre und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder; dann komm und opfere deine Gabe."

Kleine Mitteilungen.

Znkernakionale Ausstellung der katholischen Presse 1 in Brüssel vom 1.—8. September 1930.

Die großen katholischen Zeitungen aller Na« I Honen sind eingeladen worden zur Teilnahme an der großen internationalen Ausstellung der katho« lischen Presse, die in den Räumen des Institutes des,Heiligen Ludwig ihren Platz finden wird.

Mehrere Blätter haben schon zugesagt. Die Ausstellung findet statt bei Gelegenheit des Kon. gresses der Vereinigung der Journalisten der gan. zen Welt und der Nationalen Vereinigung sämtlk, cher Diözesen Belgiens.

Seine Heiligkeit Papst Pius XI. und Sein« Eminenz, Kardinal van Roey, Erzbischof von Me« ’! cheln, haben diesem Unternehmen ihren Segen ge« geben. Ein Saal dieser Ausstellung wird, anlätz-1 lich der Jahrhundertfeier, nur Zeitungen dieser Epoche beherbergen. Bekanntlich hat die belgische katholische Presse zur Selbständigmachung ihres Vaterlandes viel beigetragen. _'l

Anfragen jeglicher Art sind zu richten an den Generalsekretär der Ausstellung, Brüssel, 207, rue des Tanneurs, Belgien.

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nmg bestimmte Arten leiblicher Askese erfordert 1 — ist bekannt genug; schon dem hl. Paulus haben M die hart trainierenden Fechter, Läufer, Wagenren. I ner imponiert und er stellt f« dem Christen, der nicht um einen vergänglichen Preis kämpft, son.ß dern um die ewige Palme ringt, al, 1 formales Vorbild hin. Der Sport in Ehren! Aber 1 wenn er zur Religion wird und das 1 Training die Gesundheit kostet, pfui über solchen H Götzendienst! Gerade jetzt hört man von so einem 1 Jokey und Publikumsliebling, der daran glauben 1 mußte. Er wird gerufen, er soll da und da mit | dem und dem Pferd starten. Kommen Sie sofort 1 und bringen Sie ein Gewicht von höchstens 52 I Kilogramm mit! Der Unglückliche wiegt aber 59 | Kilogramm. Was tun? Er zieht sich dicke Sweater und Pelze an, läuft damit bei dieser Bärenhitze l zweimal um die Riesenrennbahn; er eilt inz Schwitzbad und so bringt er es fertig, seinen ohne, hin mageren Knabenleib an einem einzigen Vor. • mittag um vier Kilogramm zu erleichtern: er hat 1 das ausbedungene Gewicht erreicht, er kann star» ? ten. Aus irgend einem Grunde nimmt ihn der j Rennstallbesitzer nicht: das ist zuviel für den ge- plagten Jockey. Er bricht zusammen, man schafft | ihn ins Irrenhaus. Ende eines Mannes, der viel« 1 Preise errang, einst Liebling dieser Schie. berwelt, heute schon vergessen . . .Der Renn, stall ist ein rationell geführtes Unternehmen, Pferd ; und Jockey nur sachhafte Betriebsfaktoren, Gefühle ; gehören nicht ins Geschäft, Pferde stürzen, Jok. keys werden verrückt. Sport? Blödsinn. Geschäft, s nichts als Geschäft.

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Der kranke in der Familie.

Von Dom Eugene V a n d e u r.

Das christliche Haus ist auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus gegründet. Um uns daran zu erinnern, suäst Gott fein Haus zuweilen heim und bezeichnet es mit dem Siegel seines Leidens. Wen Gott liebt, den züchtigt er. So kann seine Züchtigung nichts an­deres fein als ein Zeichen besonderer Zärtlichkeit und unbeschreiblichen Erbarmens. Gott schlägt den, welchen er liebt. Das müssen wir glauben.

Wenn Gott eine Familie prüft und ihren Glie­dern Leiden schickt, wenn Herzensangst sie packt, schwere Sorge sie quält, körperliche Schmerzen sie niederwerfen, dann müssen wir glauben — und welch ein Verdienst liegt darin! —, daß er diese Familie liebt, daß er ihr unermeßliche Gnaden für Zeit und Ewigkeit aufbewahrt.

Der Kranke ist ht der Familie ein Hei­ligtum. Jesus Christus, „der Mann der Schmer­zen", der in diesem kranken Körper sein'glückseliges Leiden fortführt und vollendet, wird in ihm ge­liebt und verehrt; denn Jesus Christus ist es, der

Katholiken!

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