Einzelbild herunterladen
 

Sonntag, 13. IM 1930

irr. iso

57. Mkg.

utzer Rand «nd Ban-

weit gediehen, daß

tüning am Donnerstag vor

und ihren Gesinnungsgenossen paßt es

öl>

Die Anruhen in Bombay.

wtü. Bombay, 12. Juli. (Eig. Meld.) Die Zahl der bei Zusammenstößen auf dem Maidan-Platz Verwundeten ist auf 500 gestiegen. 150 Verletzte befinden sich im Hospital, darunter 30 Schwerver- verwundete. Der Präsident des National- kongresfes Modi ist wegen der Kundgebung zu 4 Monat en schweren Kerkers verur­teilt worden.

Polen an Frankreichs Seile.

polens Antwort auf Briands Memorandum.

Aus Warschau wird gemeldet: Dem fran- zösiscben Geschäftsträger ist die polnische Antwort auf das Briand-Memorandum überreicht worden. Die polnische Regierung erklärt sich darin bereit, an allen Arbeiten der ersten europäischen Konferenz teilzunehmen und sagt, sie t e i i e v o I l- ständig den Standpunkt Frankreichs, daß es notwendig sei, den europäischen Staaten zunächst die politische Sicherheit zu garantieren, bevor man andere allgemein interessierende Pro­bleme, so beispielsweise die wirtschaftlichen Fra­gen, regele. Um die für jede erfolgreiche und nützliche Zusammenarbeit notwendige Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu schaffen, und den Staaten, die der Union als Mitglieder angehören, sie Sicherheit zu garantieren, würde es sich viel­leicht empfehlen, die europäische Union entspre­chend den Grundsätzen des Genfer Protokolls zu organisieren. Die polnische Regierung besteht bar«

(iildjeinl lechsmai wöchentlich. WochenbeilagenDie UbeU tm Bild' undBuchenblätter" Rotationsdruck und Berlac Del Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe Schrift- leituno 1152 Fultoer 9'ctienbrudere 1150 und H51 n

auf, daß die europäische Union keinen aggressiven Charakter besitze und weder gegen eine Ration, noch gegen eine Gruppe non Nationen gerichtet sein dürfe. Die Union wolle die Durchführung der Bestimmungen des Völkerbundes erleichtern, wo­durch der Organismus des Völkerbundes gestärkt werden würde. Die polnische Note schließt mit dem Vorschlag, auf der europäischen Konferenz im Sep­tember ein Studienkomitee einmietzcn, das das Problem untersuchen und den euronäischen Regierungen Bericht erstatten solle. Aufgrund die­ses Berichtes könnten dann die europäischen Re­gierungen ihre Beschlüsse lassen.

Cs ist zweifellos ein Fortschritt, daß, wie erst setzt bekannt wird, die Sperrung der Reichszuschüsse für die Thüringer Polizei nicht zuletzt darum er­folgte, weil eben der Nationalsonalist Dr. Frick als Polizeiminister in Weimar residiert. Es ist immerhin etwas Ungewöhnliches, daß vor dem Staatsgerichtshof Aussprüche eines deutschen Län­derministers zu Protokoll gegeben werden, die das Parlament als Teufelsfpuck bezeichnen, die eine völkische Diktatur verlangen und die Diktatur und den Terror predigen. Wird nun der Staatsgc- richtshof das zu erwartende Argument gelten las­sen, Herr Frick habe solche Aeußerungen selbstver­ständlich nur als Privatmann, nicht aber als Mi­nister getan?,

Monatlich 1,80 einschlietzl. Postgebühr <48 Pfg.> ohne Zustellg. Änzeiqen-Preise: Kleineile (Col.l lokal 0,15 JUC, auswärts 0,20 -TIM. Rellamezeile: lokal 0,60 auswärts 0,80

Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckl. Fra ikf.a '1.4051.

bliebenen zu erleichtern und ihnen möglichst schnelle Hilfe zu gewähren.

Der Chef des preußischen Grubensicherheits­amtes, Ministerialrat Roth er, machte dann nä­here Mitteilungen über die Maßnahmen, mir denen man bisher Katastrophen durch Kohlensäureaus­brüche glaubte verhindern zu können. Bei der Hausdorfer Katastrophe habe sich leider gezeigt, daß diese Maßnahmen nicht ausreichten. Diese Grubenkatastrophe stehe in ihrer Eigenart einzig da in der Geschichte des deutschen und ausländi­schen Bergbaues. Man werde alles tun, um die Ursachen der Katastrophe genau festzustellen und um der Wiederkehr solcher Ereignisse nach Mög­lichkeit vorzubeugen.

In der Aussprache versicherten die Redner aller Parteien den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl. Sie forderten schleunige Hilfe und Maß­nahmen zur Verhütung ähnlicher Katastwphen.

Der Reichstag beschäftigte sich dann mit dem Gesetzentwurf über die Fälligkeit der Auf­wertungshypotheken und der Vorlage zur Grundbuchbereinigung. Das Gesetz will verhüten, daß durch die allgemeine Rückforderung der am 1. Januar 1932 fällig werdenden Aufwertungs- Hypotheken der Geld- und Baumarkt erschüttert werden. Die Regierung wird ermächtigt, den Zins­satz dieser Hypotheken zu erhöhen man denkt an 7,5 bis 8 Prozent, um dadurch für die Gläubiger den Anreiz zu schaffen, die Hypotheken noch länger stehen zu lassen. Außerdem soll die Zahlungsfrist bis 1935 verlängert werden können, wenn der Hausbesitzer nicht in der Lage ist, die Hypothek sofort zurückzuzahlen.

Nach ausgedehnter Debatte wurden beide Vor­lagen in der Ausschußfassung in zweiter Beratung angenommen.

Die dritte Beratung soll Samstag 1 Uhr folgen.

91m Mittwochabend waren die Steuerverhand- fnaen der Reichsregierung so »-ickskanzler Dr. Brüning a

r" Reichstag hintreten und verlangen sollte, daß ib-r die Regierungsvorlagen sofort abge- »immt wird. Er hat das nicht getan. Jnfolgei- ^>ssen haben wir Ausschußberatungen, in denen sich

Parteien wieder rücksichtslos austoben. Der ?raktzousegoismus ist wieder einmal in vollster Mte^ Alles scheint außer Rand und Band zu

FuldaerZertrmg

r Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

Paritätischer Ausschuß.

Am 7. d. Mts. fand in Berlin unter dem Vov- sitz des Reichsge.ichtspräsidenten a. D. Simons eine Sitzung des paritätischen Ausschusses von Katho­liken und Protestanten statt, an der als Angehörige der Evangelischen Landeskirche von Hessen-Nassau Präsident Dr. Bähr und Professor D. Hermelink-Marburg teilnahmen. Im Mittel­punkt der Besprechungen stand die Stellungnahme zu den gemeinsamen Interessen bei der die Strafrechtsreform berührenden Fragen, insleonde e die Behandiung der Religionsvergehen und aus dem Gebiet der Sittlichkeitsverbrechrn. Außerdem wurde das Problem der konfessio­nellen Siedlungen erörtert. Die Fragen, wie sich die Erfüllung des § 29b des Reichssied­lungsgesetzes, wonach bei der Schaffung von Sied­lungen auf die Konfession der im Siedlungsgebiet vorhandenen Einwohner Rücksicht genommen wer­den soll, möglichst reibungslos ermöglichen läßt, wurden eingehend erörtert und sollen in der näch­sten Sitzung weiter behandelt werden.

Mit Recht wies der Vorsitzende auf das bei der Gedächtnisfeier der Augsburger Konfession in Augsburg zu Tage getretene gegenseitig« Verstehen hin, und es besteht die Hoffnung, daß auch der paritätische Ausschuß, je länger je mehr, die ihm bei der Gründung gestellte Aufgabe erfüllen wird: Klärung von Fragen des kulturellen Lebens in gemeinsamer Arbeit, im Geiste des Ver­trauens und in gegenseitiger Achtung, Förderung und Pflege eines gesunden deutschen Volkslebens.

* Das französische Parlament ist vertagtwor­den. Die Regierung hält sich für berechtigt, die notwendigen Ausgaben für die Verteidigung auch ohne vorherige Zustimmung des Parlaments zu machen. Die Führer der linksstehenden Gruppen in der Kammer haben ein Manifest unterzeichnet, in dem sie gegen die brüske Schließung der Parla­mentssession und die Verschleppung dringender Aufgaben des Parlaments protestieren.

Bemerkungen.

Die Deutschen sind sonderbare Leute. Sie kön­nen sich über nichts einigen. Die Polizei findet bei einem durch einen Autounfall ums Leben ge­kommenen Nationalsozialisten ganz zufällig Briefe, die auf verbotenen Waffenbesitz und vielleicht Schlimmeres Hinweisen. Sie geht der Spur nach und findet in der Tat bei einem Derdächtigen Waffen und Waffenteile in erheblichen Mengen Weiter stellt sich heraus, daß der Getötete und seine Braut, die beide in nicht unwichtigen polizeilichen Diensten standen, in der Tat Mitglieder jener staatsfeindlichen Partei waren. Der Berliner Po­lizeipräsident gibt die entsprechenden Mitteilungen heraus, und die Presse bringt natürlich alles in ge­ziemender Aufmachung unter das Volk. Soweit wäre nichts' Besonderes zu sagen. Aber sofort be­mächtigen sich dieser doch an sich ganz objektiven Tatbestände die Parteien. Der mit Recht so be­liebten Nachtausgabe des Herrn Dr. Alfred Hugen- berg würde es verflucht schlecht in den Kram pas­sen, wenn bei Nationalsozialisten Waffen gefunden und damit zum so und sovielten Male die Gefähr­lichkeit dieser edlen Patrioten bewiesen würde. In­folgedessen veröffentlicht sie mit einer Riesenüber- schriftDie Wahrheit über das Waffenlager". Die gefundenen Waffenteile sollen nämlich aus e i ne m Diebstahl herrühren, ein politischer Hm- tergrunb also nicht vorhanden sein. Das ist zwar noch keineswegs erwiesen, aber der Nachtausgabe

Die Suche mit Moldenhauer.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Der Fall Moldenhauer ist in ein neues Sta­dium getreten. Zunächst durch bi? Klärung bes alten Geheimrats Kahl gegenüber dem Kommuni­sten Torgler, daß Moldenhauer nicht nur auf seine Aufsichtsratsposten, sondern auch auf fein Lehr- amt verzichtet habe. Wir können aber nicht fin­den, daß der ganze Fall dadurch ein wesentlich anderes Gesicht erhält. Wer sich bereit erklärt, ein Mimsteramt anzunehmen, muß wissen, was er tut. Gewiß war es richtig, daß Moldenhauer sich aus seinen Aufsichtsräten zurückzog, aber mußte er auch auf feine Professur verzichten^ Konnte er sich nicht zunächst einmal für ein ober zwei Se­mester von ber Vorlesungspflicht entbinden lassen? Hat er im Ernst geglaubt, er werde solange Mi­nister sein, daß er nun auf jedes andere Amt ver­zichten könnte? Im parlamentarischen Staat und zumal in einem noch so wirr gefügten wie Deutsch­land, wird ber Minister int allgemeinen nur mit einer kurzen Amtsbauer rechnen können. Er übernimmt bestimmte Ausgaben, bie er zu lösen versucht, aber er weiß, daß jeden Tag die Parteien ihm ihr Vertrauen entziehen können. Münster sein heißt also tm Grunde nichts anderes als eine Art nationaler Dienstpflicht überneh­men, die eines Tages abläuft und den Staatsbie- ner wieder feinen bürgerlichen Aufgaben zurückgibt. Von diesem Gesichtspunkt aus braucht eigentlich eine Ministerpension überhaupt nicht fest­gesetzt zu werden, und das sind ja auch wohl bie Gedankengänge, bie ben Finanzminister Dr Mol­denhauer leiteten, als er am 27. März 1930 das neue Gesetz über bie Mmisterpen'ionen un­terschrieb.

Aber noch eine weitere Wendung ist eingetre­ten. Moldenhauer hat seinen berühmten Antrag zurückgezogen mit ber Begrünbung, er fei von ihm gar nicht gestellt ober veranlaßt worben, fonbern bas Finanzministerium habe ihn nach Moldenhauers Rücktritt und als er schon gar nicht mehr im Lande mar, eingebracht. Es klingt nicht sehr wahrscheinlich, aber wir haben keine Veranlassung, Moldenhauer für einen Lügner zu halten Aber wasfürein Geist der Spar- sa m f e 11 herrscht bann im Reichsfinanz­mini st e r i u m, wenn ber Bürokratismus es für selbstverständlich hält, für ben scheibenben Minister Ansprüche zu konstruieren, Oie zum Sinn bes so beutllch propagierten Sparwillens in schroffstem Widerspruch stehen. Es wäre denn fi bie selbstverständliche Einstellung der oerantrooiv lichen Beamten des Reichssinanzministeriums. baß man ohne Rücksicht auf bie Notlage bes Reiches unb auf moralische Billigkeit dem Vater Staat so­viel abnehmen darf, wie man ihm irgendwie ab­pressen kann. Da möchte man wieder sagen: A u s- räumen! Die Herren, die so vorgehen, scheinen bas beutsche Volk für eine Sammlung von Dumm­köpfen zu halten, wenn sie glauben, mit solchen Ansprüchen unb Anträgen ihre moralische Position stützen unb erhalten zu können. Kann man ange­sichts solcher Zustänbe es noch unbegreiflich finden, daß ein Kanzler, ber mit festem Griff zupackt, nicht populär wirb? Aber bie Oessentl'chkeit ur­teilt nicht selten ganz anbers als bie Bürokratie.

* Unregelmäßigkeiten bei der Reichsmarme? Nach einer Meldung des Vorwärts sollen in den letzten Tagen beim Marineverpflegungsamt in Wilhelmshaven umfangre'che Schiebungen aufge­deckt worden sein. Die Kriminalpolizei habe bisher unter dem Verdacht der Bestechung unb Unterschla­gung zwei Marinebeamte, einen Geschäftsmann und zwei Arbeiter verhaftet. Weitere Verhaftungen sollen, dem Blatt zufolge, noch bevorstehen.

Der neugewählie Sächsische Landtag trat zu feiner ersten Sitzung zusammen. Nach mehr als einftünbiger Aussprache wurde ber Abgeordnete SB edel'mit 37 Stimmen bei 32 Stimmenthaltun­gen zum ßanbtagspräfibenten gewählt. 14 Stim­men entfielen auf den Abg. Kunz (Nats.) unh 13 auf den Abg. Hermann (Komm.). Zum ersten Vizepräsidenten wurde mit 51 Stimmen ber beutfchnationale Abgeordnete Dr. Gefärbt, zum zweiten Vizepräsidenten mit berieten Stimmen­zahl der "Abg. Hickmann (Deutsche Volkspartei) ge­wählt. Im Anschluß an die Wahl gab Minister­präsident Schick bekannt, daß das G e s a m t Mi­nisterium verfassungsgemäß zurücktrete. Es werde bis zur Neubildung ber Regierung bie Geschäfte weiterführen.

Im Steuerausschuß wurde, wie schon gemeldet, mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kom­munisten, der Bayerischen Volkspartei, der Wirt- lLastspartei und des badischen Zentrumsabgeord­neten Dr. theol. Föhr das Notopfer nicht nur bin» Euirh der Tantiemen ber Aufsichtsdehörbe, sond. Sa sur die höheren Angestellten mit einem Gehalt 'wn über 8400 Mark im Jahre wieder hergestellt. Die erste Lesung der Nvtopfer-Vorlage brachte also nlatt die Wiederherstellung der Mol- denhauer'schenVorschläge. Darüber grafte Entrüstung im Zentrum. Bald darauf konnte man hören, daß der Zentrumsabgeordnete Dr. Föhr Weisung erhielt, bei der zweiten Lesung der Deckungsvorschläge im Ausschuft ein entgegenge­setztes Votum abzugeben. Das allgemeine Durch­einander erzeugte im Reichstag eine unverkenn­bare Depression. Was soll werden? Die Regierung schweigt. Sie will erst dann mit ihrer Meinung herausrücken, wenn die Ausschuftberatungen ab» l«schlossen sind. Damit ist vor Montag oder Diens­tag, wie die Verhältnisse sich entwickelten, jetzt kaum zu rechnen.

Reichskanzler Dr. Brüning empfing am Frei­tag die Führer der Sozialdemokraten, den frühe­ren Reichskanzler Hermann Müller und den Ab­geordneten D r. B r e i t s ch e i d. Er berichtete ihnen über die Entwicklung der Dinge beim Deckungs- Programm. Später empfing der Reichskanzler den volksparteilichen Abgeordneten Dr. Hof f. Es handelte sich hierbei vor allem um die taktische Frage, auf welchem Wege die sogenannten Ergän- zunMnträge der Parteien zum Finanzprogramm (Kopfsteuer usw.) am zweckmäftigsten einzubringen wärm, ob noch tm Steuerausschuft oder erst im Plenum. Wie das Blatt weiter wissen will, beab» ödjtigt der preußische Finanzminister Dr. H ö p - lrr-Aschoss int Steuerausschuft des Reichstages die Kopfsteuer persönlich zu bekämp- M

Am Samstagvormittag ging im Steuer-Aus­schuß das Trauerspiel weiter. Bei der Abstimmung über dm § 10, der den 5prozentigen Zu- schlag zur Einkommensteuer für Ein­kommen über 8000 RM. behandelt, wurde dieser Paragraph abgelehnt. Damit war der ganze Artikel 3 der Deckungsvorlage gefallen. Es folgte die Beratung des Arttkels 4 über die Sebigenfteue r. Sozialdemokraten, Deutsch- itttionale und Kommunisten sprachen dagegen.

, In ber Abstimmung wurde die Ledigensteuer smt der gleichen Mehrheit wie der Einkommen- neuerzuschlag ab gelehnt. Dagegen stimmten die Teutschnativnalen, Sozialdemokraten und Kommu- insteu.

Es folgte dann die Beratung der No- Wie zum Tabak st euergesetz, in der die Zahlungsfrist für die Zigaretten-Banderole ber» W, der Steuersatz für Zigarettenhüllen ermäftigt W dir Konttngentierung um 1 Jahr bis zum M Marz 1932 verlängert wird.

In der Abstimmung wurde ber Artikel 2 ber Arlage, ber die Verlängerung ber Kontingentie- enthält, abgelehnt.

» Der Artikel 1, (Verkürzung ber Zahlungsfri- r) wurde angenommen in der Form einer stu- IMweise Verkürzung der Fristen.

» Angenommen wurde auch Art. 3, ber ben o-euerfaft für Zigarettenhülsen herabsetzt.

, ^e übrigen Anträge würben abgelehnt, eben» r die Schlußbestimmung über bas Inkrafttreten

Gesetzes.

ber bann folgenden Geschäftsordnungsde» Re über die Behandlung der noch zur Reichs- e vorliegenden Anträge richtete Abg. Dr. ?Wr (Dem.) an das Finanzministerium die An- ^Se, ob es von der ihm erteilten Ermächtigung I" Senkung der Kapitalverkehrssteuer (insbeson- ES der Kapitalertragssteuer) Gebrauch machen ^us Wunsch des Ministeriums wurde dann die Mwmung über die zurückgestellten Anträge zur wshilfe vorgenommen.

jk,~lt den Stimmen der Deutschnationalen, So- emokraten und Kommunisten wurde b e i t m m e n t b a 11 u n g der Demokrat en antrag Steinkopf (Soz. Dem.) angenommen, ber Reichshilfe von den Behörden und . Riteklten nur diejenigen unterliegen, die u/beamtenäftnlidje gesicherte Stel- "h haben.

ben so geänderten Paragraph 2 bes wshilfegesetzes stimmten nur die Demokraten.

&er f° erfolgten Ablehnung des Para- k, 2 erklärte Reichsfinanzminister Dietrich: £nn. ""ch dieser Abstimmung erklären: daß . '"eichsregierung an der 2. Lesung

Ia9e kein Interesse hat.

«mit war die Ausschußsitzung zu Ende.

Reichstag wurden am Freitag zunächst bie io» S? besprochen, in denen alle Parteien schleu- tsr!^ristung für die Angehörigen der Opfer

.enunglücks in Hausdorf verlangen. Reichs- dz Dr. Stegerwald nahm zuerst

w um im Namen der Reichsregierung Anteilnahme an dem Schicksal der Ge- KbM-f'A Hrer Hinterbliebenen zu bekunden. B'rlta)ette, daß die Reichsregierung alles tun B7* toQ§ möglich ist, um das Los der Hinter­

persönlich zu einem Dementi bemüht und die natio­nalistische Presse Lügen straft. Soweit muß es kommen. Trotzdem wird weitergehetzt. Ob ei­gentlich diese Blätter glauben, mit solchen Gesch'ch- ten der Idee Paneuropas zu dienen? Im übrigen ist es höchst unvorsichtig, die Rheinländer gerade jetzt damit zu reizen, daß man ihnen aufsässiges Verhalten gegen die Besatzung vorwirft. Die Franzosen täten besser daran, um dieses Thema in weitem Bogen herumzugehen. Denn wenn einmal öffentlich und aktenmäßig über die Be­ziehungen der Bevölkerung zur Besatzung gespro­chen werden sollte, dann können die Franzosen und Belgier nur verflucht schlecht abschneiden.

Die Berliner Vaffen-Affäre.

Der Potsdamer Polizeipräsident von Zitze- w i tz teilt aus Anfrage einer Berliner Korresi- pondenz folgendes mit:- Der getötete Versorgungs­anwärter Dörre war, nachdem er bis 1927 in der Potsdamer Schutzpolizei gewesen war und dort die beste Abschlußprüfung gemacht hatte, im Pötsdamer Polizeipräsidium als Versorgungsanwärter ange­stellt worden, wo er zur vollsten Zufriedenheit arbeitete. Weder im Verkehr mit feinen Kamera­den und Vorgesetzten, noch sonst irgendwie war jemals ein Anhaltspuntt dafür gewonnen worden, daß Dörre der N. S. D. A. P. angehört habe- Die Durchsuchung feiner Wohnung habe nicht das Geringste in dieser Beziehung ergeben, sondern man habe lediglich durch einen dort gefundenen Brief­umschlag die Adresse des Hoppe festgrstellt. Fräu­lein Hanke war in der Vormerkungsstelle des Pots­damer Polizeipräsidiums angestellt, wo sie mit vier anderen Damen den Dienst versah. Auch in ihrer Wohnung, die noch in derselben Nacht durchsucht wurde, habe sich nichts finden lassen, was auf irgendeine Verbindung mit der N. S. D. A. P. schließen lasse.___________________________

leicht hängt bie Sache bamit zusammen, baß Hu» genberg sich wirklich mit Hitler zu einer großen Rechtspartei unter Einbeziehung bes Herrn Franz Seldte vereinigen will. Bis bie Sache klappt, müffdi bie Mannen Hitlers natürlich offiziell ei­nigermaßen Haltung bewahren, bamit nächstens bei ben Wahlen einmal kommen sie ja doch, möglichst viele beuffchnationale Wähler auf bie neue Firma hereinfallen.

Zur Rheinlandbefreiung hat man eine Stresemann-Medailke geprägt, bie ebenfalls zeigt, daß an manchen bestimmenden Stellen in Deutschland sonderbare Menschen bestimmen. Der verstorbene Reichsaußenminister war der Typ des deutschen Bürgers. Es war fein Stolz, daß er sich gewissermaßen als Außenseiter von Hause aus war er ja Volkswirt emporgearbeitet und sich unbestritten nicht nur den Rang, sondern auch den Ruf eines Staatsmannes errungen hatte. Strefemann ist nie anders als im bürgerlichen Rock aufgetreten, ein Mann von kultiviertester Bildung, offen allen geistigen Bestrebungen und für jeden künstlerischen Genuß empfänglich. Nie war er einseitig, nichts lag ihm ferner als diktato­rische oder imperatorische Gesten. Er war ein deutscher Bürger und bemühte sich, ein Weltbür­ger zu werden. Die erwähnte Medaille aber zeigt uns einen Eäsarenkopf mit Stiernacken, star­rem gebieterischen Blick, drohendem Auge.' Alles Dinge, über die Strefemann höchstens gelächelt hätte. Wir haben nichts dagegen, wenn man ihn lobt unb erhebt, benn er war ein tüchtiger deutscher Mann und er hat sein Vaterland heiß aebiet. Aber können wir nicht wenigstens in der Kunst einen Menschen so darstellen, wie er war? Müssen wir zu den Krücken eines abgestandenen Klassizismus greifen, um einen deutschen Staatsmann zu ehren? Sind wir eine minderwertige Rasse, daß wir es nötig hätten, einen deutschen Kopf römisch aufzu- blafen?

Den französischen Hugenbergern paßt sie Räumung des Rheinlandes so wenig, daß sie ich nicht einmal schämen, die Separatisten in Schutz zu nehmen. Damit aber die Hetze gegen Deutschland, die sich bei dieser Gelegenheit so schön neu entzünden läßt, nun auch möglichst viel gifti­gen Rauch entwickele, setzen die Pariser Rechtsblcit- ter allerhand Märchen in die Welt. So behaupten sie, die deutsche Bevölkerung habe die französische abziehende Besatzung aufs gröblichste beschimpft und sogar den kommandierenden General Guillem» mat persönlich beleidigt. Der Schwindel ist so arob, aber seine Auswirkungen so giftig, daß der Vorsitzende der Rheinlandkommission, Tirard, sich