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Samstag, den 12. Juli 1930.

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt).

irr. 159.

10 Jahre Deutsche Jugendkraft r

Festblatt zum OItt-Gausporttag in Fulda

am 12. und 13. Juli.

ezirke Fulda-Hünfeld, Mnzlg-Iossa, Hefsen-Kasfel. Hohe Rhön und Vorder-Rhön.

Mmlied der Deutschen Zugendkrafl.

Wo junge Adler kreisen Hoch überm Alpenglühn, Wo Hämmer aus dem Eisen Zum Himmel Feuer sprühn, Und wo der Brandung Dröhnen Ein Lied aus Wogen schafft, Durchs ganze Reich soll? tönen: Heil, Deutsche Jugendkraft!

In lichter Schar wir schreiten! Der Heerbann vorwärts bricht! Du Bruder an der Seiten, Ich schau dir ins Gesicht. — Wir tragen heilige Brände, Die Muskeln hoch gestrafft, — Wir tragen die Zeitenwende! Heil, Deutsche Jugendkraft!

Steig auf aus dunklen Nächten Du junger, deutscher Mai!

. Den Geist kann niemand knechten: Mein Deutschland, du wirst frei! Ein neues Lied wir singen, Als Gottes Ritterschaft Er selbst führt unsre Klingen! Heil, Deutsche Jugendkraft!

Wir bauen Deutschlands Ehre f Aus neuen Quadern auf! — Wir stehen kn heller Wehre Und Schild an Schild, darauf! Die Christuszeichen fliegen! Kein Feind sie mehr entrafft. Und deine Banner siegen, Heil, Deutsche Jugendkraft!

Von Ludwig Hugin.

Der Sinn der Zehnjahrfeier.

Noch frisch in der Erinnerung sind den Bewohnern ßuldas die Eindrücke der Bonifatiuswoche und des Fron- lichnamsfestes. Tausende von Katholiken haben wieder mter Führung ihrer Geistlichkeit öffentlich ihren Glauben Wannt Am 13. Juli will die sporttreibende katholische ugenb les Hessenlandes, auch unter Führung chrer ieelforger, in die Bonifatiusstadt einziehen zu einer lichtvollen Kundgebung für den christlich-katholischen Stauben. Offen wird sie auf der Brust das Zeichen der Deutschen Jugendkraft tragen, um mutig zu zei­gen, Mfe sie mit ihrem verstorbenen Führer und Grün­der Eeneralpräses Mosterts einig ist in dem Bekenntnis:

Wir wollen eine Leibespflege,

die'vom Geist getragen,

non Zucht beherrscht,

von dem christlichen Grundsatz

der geschwächten Menschennatur begrenzt wird, Leibesübungen,

die die Seele als Höchstes und Letztes anerkennen, auf den inneren Menschen zielen und ihn bewußt mitgestalten helfen.

Das ist unsere Seele, das ist unser Ziel!

In diesem Jahre kehrt zum zehnten Male der Tag lieber, dem dieser unvergeßliche Führer die Deutsche endkraft, den Sportverband der katholischen Jugend itschlands gegründet hat, deshalb diese Feier, darum „Karl Mosterts-Spiele". Da, wo eine Anzahl von aschen von irgendeiner Idee aufs tiefste ergriffen ist, 3 es naturnotwendig zu Feiern kommen. In der er findet die Idee der Gemeinschaft Ausdruck. Aber wahren Feiern gehen aus einer religiösen Quelle her- ■ Sie sind Ausdruck einer religiösen Ergriffenheit.

sind letzten Endes Gottesdienst, indem sie auch die

alfgr. gart Inofferte, der verstorbene Gründer der D.J.K.

Gerade vom seelsorgerischen Slandpunkl aus kann werden, daß in manchen willensschwachen jun- Nenschen die für das sittliche Leben unbedingt er- Entschlossenheit vermutlich stets ver­geblieben wäre, wenn sie nicht auf dem Spiel- । Turnplatz das Zutrauen ju ihrer Senen Kraft wiedergefunden hätten.

Für die werktätige 3ugenb tritt noch hinzu, daß Spie- und Turnen ihr oft die einzigen Erwecken f ro- Lebenskraft find, wo ihre geisttötende und ge- "bstumpfeude Berufsarbeit ihnen kaum irgendeinen "geistigenden und sittlichen wer« gibt.

Generalpräses Msgr. Earl Mosterts f.

Worte des Apostels verwirklichen: „Was immer ihr tut, tuet alles zur Ehre Gottes."

Das soll auch unsere Zehnjahrfeier kennzeichnen. Kann das geschehen durch eine Ausgestaltung, die in den Mit­telpunkt sportliche Wettkämpfe setzt? Ja, denn das haben schon die Heiden gekonnt. Bei den griechischen Festspie­len wurden neben körperlichen Wettkämpfen auch geistige abgehalten. Die höchste Weihe aber empfingen die sport­lichen Veranstaltungen durch ihre tiefinnerliche Verbin­dung mit der Religion Sie wurden zu Ehren der griech. Hauptgottheiten abgehalten. Die geweihten Haine bildeten den Schauplatz. Sie wurden mit Opfern eröffnet. Dar­an reihten sich die Wettkämpfe, bei welchen die Entwick­lung körpcrl. Gewandtheit und Leibeskraft als Beweis eines nach Gottähnlichkeit strebenden Sinnes und somit als Verherrlichung der Gottheit erschien. Und wie die geistigen Wettkämpfe die geistige Verklärung des kör­perlichen Sportbetriebes bildeten, so entrückte dieses reli­giöse Gepräge alle Teilnehmer, sowohl die Ausübenden als auch die Zuschauer, aus der niedrigen Sphäre irdi­scher Leidenschaft in den Bannkreis der Gottheit und er­zog so die Griechen zum Streben nach geistig-sittlichen Gütern. Beim Wettkampf waren nicht Geld- und Gel­deswert zu erringen. Um wieviel mehr kann das bei den sportlichen Veranstaltungen der katholischen Jugend der Fall sein. Auch sie weiß, daß es Höheres gibt als Vorteil die sie nicht erniedrigt, sondern emporhebt, auf eine Weise, die frei ist von falschem Ehrgeiz, von Eifersucht, und Nutzen. Sie will auch siegen, aber auf eine Weise, Feindseligkeit, Gewalt und List. Ein von christlichen Grundsätzen durchdrungener Jugendkraftler hat dabei im Auge die Ehre des Verbandes, des Vereins und der eige­nen Person, die Ehre seiner Familie und vor allem die Ehre Gottes, von dessen Namen wir beim Beten sagen, daß wir ihn heiligen, ehren wollen. Der christliche Sport­ler weiß sich selbst zu beherrschen und seine Charakter­stärke zu zeigen, wenn er anderer Meinung ist als der Kampf- ober Schiedsrichter. Ehrlichkeit geht ihm über alles. Gerechtigkeit dem Sieger gegenüber ist ihm selbst­

verständlich, um dadurch zu zeigen, daß es ihm ernst ist mit der Verwirklichung der Wahrheit, daß eine wahre Körperpflege nicht nur eine eben­mäßige Ausbildung des Körpers erstre­ben muß, um der Seele ein edles Werkzeug zur Verfügung zu stellen, sondern auch die kraftvolle Beherrschung des Leibes in sich schließt, damit die Führerschaft ber Seele und die Gefolgschaft des Leibes sicher gestellt wird, weil nur dadurch der Mensch zum Menschen wird.

Die Jugendkraftler wissen, daß sie für ihre Bestrebun­gen Verständnis finden in dem katholischen Fulda, was sich ja schon äußerlich zeigt, indem Fuldas Ober­haupt, Herr Oberbürgermeister Dr. San« zebrink die Schirmherrschaft über die Zehnjahrfeier übernommen hat.

Die Fuldaer, besonders die katholischen Standesver- eine, werden gemeinsam mit ihnen feiern im wahrsten und besten Sinne des Wortes, sie werden ihnen ein „Ju- genbtraft Heil!" entgegenrufen, das von Herzen kommt, das nicht nur ein oberflächlicher Gruß und Wunsch sein wird, sondern ein Gebet, damit es wahr werde, daß un­sere Jugend

deutsch sei, indem sie selbstbewußt, ober auch opfer­willig und gehorsam werde, um dadurch zu ler­nen, sich selbst zu regieren und andere zu führen, daß sie die

Jugend bewahre durch Reinheit und Heiligkeit und endlich sich

Kraft erwerbe, nicht nur aus bloßem Spiele der Muskeln und der notwendigen Stählung des Körpers allein, sondern mehr noch durch stän­dige Uebung des Geistes und der Tugend der Seele, damit ihr auch wirklich die Zukunft ge­hört.

A g r i c o l a.

Bischöflicher Grutz.

Ein Jahrzehnt hindurch ha« sich nunmehr der Reichsverband der Deutschen 3ugenbfraf« bewährt und in immer sich steigerndem Maße seine Kraft entfaltet.

Auch in der D i ö z e s e A u l d a hat er sich allmählich eine erfreuliche Stellung erworben und ist für körper­liche Ertüchtigung und sportliche Betätigung in den katho­lischen Stammvereinen nach den Grundsätzen unseres heiligen Glaubens und der christlichen Sitte mutig einge­treten.

3ch begrüße deshalb herzlich zu der bevorstehenden festlichen Beran st alkung «die zugleich den Grün­der des Verbandes, den zu früh Heimgegangenen Gene­ralpräses Mosterts, pietätvoll ehren wird, alle Mit­glieder der Deuffchen 3ugenbtraft mit ihren Führern unb Jreunben.

Möge auch für alle Zukunft der Verband gegenüber der materialistischen Strömung unserer Tage bei aller

Ehrfurcht vor dem Leibe, wie sie unsere Religion begrün­det unb forbert, in der Seele immer bie Herrin unb Führerin anerkennen unb betonen!

Mögen alle Mitglieber über bet Ertüchtigung bes Körpers bie Pflege ber Seele nicht vergessen unb stets dahin streben, baß man von ihnen sagen kann: „Mens fana in corpore sano", in ihrem gefunben Körper wohnt ein lebensfroher, lebensstarker, glaubensfreudiger Geist!

Dem Reichsverbanbe ber Deutschen 3ugenbtraft aber und besonders unserem Gau Kurhessen wünsche ich von Herzen treues Beharren auf den bisher vertretenen Grundsätzen unb reiches inneres Wachstum. Diesen Wunsch begleite ich gern mit meinem besonderen Bi­schöflichen Segen.

5 u l b a, ben 10. Juli 1930.

s Joseph Damian, Bischos von Fulda.

Unseres Gaues Wachsen und Verden.

Von Kimm

Schwer ist es über vergangene Zeiten, in denen man persönlich noch keine Fühlung mit der Deutschen Iugendkrast unserer Heinmt hatte, ein Wort zu schrei­ben. Spärlich ist die Tradition, mündlich und schrift­lich. — fast nichts ist da aus der Gründerzeit der DIK. im Gau Kurhessen. Ich weiß nur, daß unser allver- ehrter Prof. Dr. L e i m b a ch erster Diözesanpräses war, und daß der in diesem Jahre aus Fulda geschiedene Herr Kuratus Böhne als Mitgründer und jahrelang treuer Führer mit eigner Svortbegeisterung alle begei­sterte. Auch der Herr Rektor K o l l e der Stadtschule Fulda ist ein ehemaliger Führer der DIK. Hie und da hört man einen vom Stamm voller Begeisterung einen Bericht geben über ein gut gelungenes Wasser­kuppenfest, über eine wirkungsvolle turnerische Veran­staltung, von vorbildlicher DJK.-Arbeit. Das ist aber auch alles, was ich erfahren konnte, lieber die An­fänge und die Entwicklung der ersten acht Jahre der DIK. im Fuldaer Lande konnte ich leider noch nichts erfahren trotz verschiedenllicher Nachfrage. Hoffentlich wird einer der Herren, welche die DIK. gründen halfen dadurch angeregt, eine Geschichte unserer DJK.-Bewe- gung Zu schreiben. Wir wären ihm herzlichst dankbar.

Allgemein kann ich nur beurteilen, daß Fuldas DIK. einen guten Anfang nahm, von treuen Händen gut ge­pflegt ward. Es mar die erste Blüte. ,,Es fiel ein Reif in die Frühlingsnacht". Dieses Dichterwort be­wahrheitete sich auch an unserer Bewegung. Wie es kam, was schuld daran war, ist mir völlig unbekannt. Tin Recht zu richten und zu rechten maße ich mir nicht an. Es tut mir nur herzlich leid, daß es so war. — Es war einmal! — Wir können es heute mit gutem Gewissen sagen. Die DJK.-Bewegung hat die schwere Krisis überwunden. Dies erste gepflanzte DJK.-Bäumchen hat doch kräftige und tiefe Wurzeln in den Heimatboden geschlagen. Es hat sich gehalten in Sturm und Not und ist ein hoher starker Baum ge­worden in der heimatlichen Sportbewegung.

Damals umfaßte im Kurhessenlande die DIK. mich schon mehrere Bezirke. Ein Gau existierte noch nicht. Erst im Vorjahre war es möglich, daß auf dem Kreistag 1929 in Frankfurt a. M. der DJK.- Gau Kurhesfen enfftand. Durch den Antrag un­seres jetzigen Diözesanpräses, des Herrn Kuratus Kind. Dieser Antrag hatte den Erfolg, daß mit gro­ßer Mehrheit die Neugründung des Gaues Kurhesfen und des Gaues Nassau genehmigt wurde. Von der Kreisleitung im Verein mit dein H. H. Diözesanpräses wurden unmittelbar darauf der H. H. Domkaplan Lilz, Fulda, zum Gaupräses und der Herr Lehrer Kimmel, Soisdorf, zum Gauleiter ernannt und mit der einstweiligen Geschäftsführung beauftragt. Am Feste des hl. Michael 1929 erfolgte die Bestätigung und Ergänzung der Gauleitung durch den ersten @ au» *ag in Fulda. Seitdem ist ein steter Aufstieg in der DIK. unseres Gaues wahrzunehmen. Wohl wird die gesamte Arbeit von nur wenigen Männern gelei­stet, aber es wird geschafft.

Nun stehen wir in der Zehniabresseier des DJK-Verbandes, die auch eine Zehnjahresfeier für die DIK. des Gaues Kurhesfen ist. Darum soll ein Bild unseres jetzigen Gaues gegeben werden, nicht zahlen­

l -Gaulester.

mäßig trocken. Der Gau Kurhesfen umfaßt in seiner letzigen Ausdehnung den Regierungsbezirk Kassel ausgenommen " riff ein in

das Thüringer Land und Oberhesfen. Nach der Einteilung der jüngsten Zeit schließt er 5 Bezirke ein:

1. Fulda —Hünfeld mit 45 Abteilungen.

2. Vorderrhön mit 9 Abteilungen.

3. Hohe Rhön mit 10 Abteilungen.

4. Kinzig —Jossa mit 8 Abteilungen.

5. H e s s e n — Kassel mit 18 Abteilungen.

Der Bezirk Fulda — Hünfeld umfaßt den Kreis Fulda ganz, zum Teil die Kreise Hünfeld und Gersfeld. Die Entwicklung dieses Bezirkes war im letzten Jahre so gewaltig, daß eine erste Teilung vor­genommen wurde. Der Bezirk Vorderrhön ist abge­trennt mit 9 Abteilungen. Eine weitere Teilung er­scheint unvermeidlich, zumal die äußere Entwicklung noch fange nicht abgeschlossen rft. Wöchentlich fast laufen Neuanmeldungen ein, die aber nicht so schnell erledigt werden können, da in der Leitung „Personalunion" besteht und auch die unbedingt notwendigen modernen Verkehrsmittel bei der schlechten Verkehrslage des Ful­daer Landes uns fehlen. Die DJK.-Leitung müßte fer­ner zentraler fein, ein Mangel, der sich sehr bemerkbar macht.

Es gibt noch sehr viele katholische Standesvereine ohne DJK.-Ab:eilungen, davon Mitglieder aber Sport treiben. Eins gilt es, den Grundsatz durchführen: der katholische Jungmann, Geselle, Kaufmann, Arbeiter. Student und auch der katholische Mann treiben Sport im katholischen Sportverband der Deuffchen Jugend- krast. Die Beteiligung der Stammverbände in der DIK. hat große Forffchritte gemacht. Neben den Verbänden der Jungmänner und Gesellen erscheinen der katholische Arbeiterverband und der KKV. Zahlenmäßig gehören zum Bezirk rund, nach den vorhandenen Unterlagen, 2600 Mitglieder der Stammvereine, die sicherlich genau gezählt 3000 übersteigen. Die aktiven Jugendkraftler gliedern sich nach der letzten Statistik vom 1. Januar 1930, die nun längst überholt ist,

in 24 Schüler

in 647 Jugendliche

in 746 Aeltere, insgesamt 1397 Mitglieder.

Nach der Sportbetätigung sind

im Bezirk 233 Turner

216 Leichtathleten

114 Schwimmer

252 Wanderer.

Zu den Fußballspielern gehört das Gros von 672 Mann. Insgesamt waren in der Statistik 64 Mannschaften angegeben, von denen 8 in der Bezirks­klasse, 16 in der Ä-Klasse, 15 in der B-Klasse und 25 in der Jugendklasse spielten.

Die Zahlen sind heute nicht mehr gültig. Sie sind teilweise weit überholt. Erfreulicherweise Hai mit dieser Entwicklung a ch die Ausbildung der Schiedsrichter Schritt gehalten.

Eine Sportart, das Turnen, wurde bis jetzt sehr stiefmütterlich behandelt. Aber wir haben doch schon einzelne sehr lebendige Turnabteilungen, die eine Probe

Katholiken Fuldas!

Wenn am Samstag und Sonntag die Deutsche Ju« gendkraft des Gaues Kurhessen in Fulda tagt, so mö­get Ihr wissen, daß diese Tagung ein Weckruf sein soll fürs katholische Fulda. Ein Ruf an Euch, Katholiken, die Bestrebungen der Deutschen Jugendkraft noch mehr als bisher in Wort und Tat zu unterstützen. Die Zei­ten sind — Gott fei Dank vorüber, wo man auch in Fulda verächtlich auf die DIK herabfah, wo die Iu­gendkrast im Bewußtsein der Oeffentlichkeit nur eine unscheinbare Rolle spielte. Jetzt ist die Deutsche Iugend­krast aus ihren „Kinderschuhen" herausgewachsen, ist groß und stark geworden und zwingt Freund und Feind Beachtung ab. Sie ist erst 10 Jahre alt. Aus ihren kleinen Anfängen und nach Ueberwindung maß­loser Schwierigkeiten ist sie aber in dieser kurzen Zeit zu einer deutschen Sportbewegung heranae- reift, die von einem hohen Idealismus und einem Geist ganz eigener Art und Prägung beseelt ist.

Diese ihre geistige Prägung ist es, die die höchste Be­achtung und Bewunderung auch der staatlichen Organe gefunden hat. Auch in der Stadt Fulda gewinnt die DIK. mit ihren geistigen Ideen immer mehr Beachtung und Ansehen. Deshalb hat auch der Oberbürger« meister der Stadt das ihm angetragene Protekto­rat über die Tagung am Sonntag gerne übernommen und haben viele angesehene Männer Fuldas sich hinter die Bestrebungen und Ziele der Deuffchen Iugendkrast gestellt. Freilich soll hier nicht verkannt werden, daß die Deuffche Iugendkrast in gar manchen Abteilungen, Gruppen und Bezirken noch weit entfernt von ihrem Ziele ist, aber sie ist im Vormarsch dorthin!

Katholiken Fuldas! Die Deuffche Iugend­krast verdient Eure Unterstützung: denn sie ist in ihrer Breite, Tiefe und Höhe von katholischem Gei st e erfüllt.

Sie ist katholisch in ihrer „Breite". Sie kennt nicht die engen Grenzen irgend eines Standes oder einer Klaffe. Ihr großer Gründer, Prälat Mosterts, wollte mit dem „Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Verbänden", durch die Deuffche Iugendkrast die verschiedenen katholffchen Verbände einander näher bringen und den katholffchen Gedanken damit mehr in den Vordergrund rücken. Und so schlägt die Deuffche Iugendkrast gar manche neue Brücke zwischen den kach. Vereinen knüpft neue Bande und Liebe. So sehen wir denn auch in der Deutschen Iugendkrast in brüderlicher, katholischer Gemeinschaft die Jungmänner- und Ge­iellenvereine, die Arbeiter- und Kaufmännischen Ver­eine, die werktätige und studierende Jugend. Ja selbst die Akademikerverbände stehen mit ihnen in derselben Linie. Die Deuffche Iugendkrast hat auch Brücken ge­schlagen zu den katholischen Verbänden Oesterreichs und bekennen auch diese sich heute zu ihr. Katholische Gemeinschaft! Katholiken Fuldas, unterstützt die Deutsche Jugendkraft: denn sie ist katholisch auch in ihrer „Tiefe und Höhe"..

Die DIK. verwirft jegliche einseitige Kör­perpflege, einseitig in Art und Wesen. Sie ruft nach Betätigung auf allen Gebieten der Körperpflege. Sie verwirft eine entseelte Körperpflege. Sie hat es gewagt, das ganze zeitgemäße und notwendige Gebiet der Leibesübungen auf den Boden des Christentums und des katholffchen Gedankens zu stellen. Damit hat sie ihre begeisterte Gefolgschaft gefunden. Durch ihr kathofifck-es Rildunasideal unteHrhe’!'»* riA fitb wesenrlich von allen Sportverbänden. Sie stellt die „körperliche Ertüchtigung" in das Gefamtziel des katholischen Men­schen.

Deshalb wird der Deuffchen Iugendkrast die Zu­kunft gehören, jemehr sie es versteht, die katholische Ju­gend zu ihrem Ziele zu führen. Hierbei mitzuhelfen — sei Eure Pflicht! —d.

ihres Könnens in einer Gauriege zeigen wollen Aber dem Turnen werden wir nun auch mehr Sorgfalt wid­men können. Es sind einige Fortbildungslehrgänge vorgesehen.

Allgemein betrachtet dürfen wir die Entwicklung des letzten Jahres als sehr gut bezeichnen. Sie wäre bes- ser, wenn der DIK. mehr Führer zur Verfügung ständen. Auch in den sportlichen Leistungen sehen nur eine erfreuliche Steigerung im Bezirk, die besonders der Wettbewerb mit andern Verbänden bei den Reichsju» gendwettkämpsen zeigt. .

Unsere DIK. im engeren Fuldaer Lande schreitet mächtig voran und wird täglich mehr ein sehr beacht­licher Faktor im Sportleben der Heimat werden.

Der Bezirk Vorderrhön ist erst seit einem Vierteljahr vorhanden. Er zählt nur 9 Abteilungen, die aber alle recht lebendig sind und sich weiter gut ent- wickeln werden. Auch dieser Bezirk hat noch eine bes- fere Zukunft zu erwarten durch die Angliederung des Geisaer Landes. Hier ist der Fußball noch nicht ganz Trumpf geworden. Auch die Leichtathletik und das Turnen werden gepflegt. Hier steht die katholische Leh­rerschaft in guter Fühlung mit der Jugend, die mit chrer treuen Mithilfe die DIK. weiter auf die Höhe auf» steigen läßt sportlich und vor allem auch in geistiger Hinsicht. Wir stehen aber trotz der guten Ergebnisse immer noch am Anfang. Eine Jahresarbeit muß erst die rechten Früchte bringen.

Der Bezirk Hohe Rhön ist unser zwelffungster. Erst ein Halbjahr existiert er, unter den landschaftlich nur denkbar fchwierigsten Verhältnissen, „Hohe Rhön", der Name sagt es schon. Und doch zählt er schon 10 Abteilungen, in denen auch ein reger Geist herrscht die auch den Fußball nicht triumphieren lassen werden, fondern entsprechend den Verhältnissen mehr noch Tur« neu und Leichtathletik pflegen müssen.

Beide Bezirke sind statistisch noch nicht ersaßt.

Der im Vorjahre neugegründete Bezirk Kinzig- Jossa, als Diasporabezirk, leidet schwer unter den schlechten Verkehrsverhältnissen, sowie an der Weitläu­figkeit. In den drei Gebirgen der Heimat, Vogelsberg, SMrhön und Spessart liegt er verteilt. Sein katholi­sches Hinterland, das Freigericht, ein ehemaliges DIK.» Gebiet, ist noch DJK.-fremd. Hoffen wir, daß der Rhönkaplan im Freigericht bahnbrechend wirken kann. Nach der letzten Statistik zählt der Bezirk 7 Abteilun­gen (heute 8) mit 177 aktiven Mitgliedern, davon 109 Jugendliche und 68 Aeltere. Sportlich sind 75 am Turngerät, 41 in der Leichtathletik, 42 im Schwimmen und 49 als Wanderer tätig. Diese Angaben sind nicht erschöpfend und bereits überholt.

Der Nordbezirk Hesfen-Kafsel hat auch im Vorjahre einen ungeahnten Aufschwung gehabt. 14 neue Abteilungen kamen in beiden Oberhesfen zu den