NIL
s. Inli
Verlage zur Fuldaer Zeitung
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mein Lieber" sagte Fürstenderg,
war,
geht!
öde»
zweifachen Regem
Der Gletscher.
In
Symbol der Nordlandfahrt sein sollte.
stets Har-
grauer welliger See niedrig nur, daß die zu gewaltigen Fels-
Jn Anker
Luft einen herrlichen leuchtenden bogen.
Wie erstarrt unb erstorben ragen sie aus der Flut, selten nur von schmalen, weißen Flußstreifen durchquert, in deren Tälern dann aus einem Fleckchen harten (Brüns kleine Häuser todeinsam in der Landschaft stehen. Seltener noch grüßt einen ein Dörfchen mit puppenhaften
Noch immer lockt auf Jahrmärkten und sonstigen Schaustellungen das Außergewöhnliche und Absonderliche die Scharen der Neugierigen an, als schlagender Beweis dafür, wie tief doch das Interesse an wunderbaren, vom Herkömmlichen abweichenden Erscheinungen selbst in unserem aufgeklärten zwanzigsten Jahrhundert in weiten Volkskreisen wurzelt. Diese Vorliebe ist uralt, und von jeher hat man ihr Rechnung getragen. Dor allem im Altertum wußten aus fernen Ländern zurückkehrende, mit einer reichen Phantasie begabte Reisende ihre Berichte durch Erzählungen von allerlei Fabelwesen inter- esiant zu gestalten; sie fanden nicht nur bei der urteilslosen Menge, sondern auch bei den Gebildeten Glauben, und er ist geradezu erstaunlich, was Männer wie Aristoteles, Plutarch, Plinius und andere ihren Zeitgenossen haben bieten können. Eine kleine Blütenlese daraus dürfte auch heute noch interessieren.
So berichtet Aristoteles allen Ernstes, daß am Himalaya Menschen lebten, deren Füße nach rückwärts gerichtet seien; ein anderer fügt, diese Nachricht bestätigend, noch hinzu, daß diese Füße mit je acht Zehen versehen seien. In Afrika wohnten — immer nach den auf unsere Zeit kommen Mitteilungen- alter Gewährsmänner — menschliche Wesen mit Hundeköpfen, die auch wie Hunde bellten. Der schwarze Erdteil, damals gewöhnlich Aethio- pien genannt, barg überhaupt den größten Teil aller fabelhaften Geschöpfe. Da lebten Menschen, die in jeder Augenhöhle zwei Augäpfel besaßen, und andere, die ihre Augen in den Schultern tragen mußten, weil die Aerrn» sten ohne Kopf herumliefen. Noch wieder andere ver»
leicht ist ihr Kind, das sie lange aus der Fremde erwartet und dem sie- nun endlich Arme und Lächeln entgegen streckte, fremd an ihr vorübergegangen. Denn so sieht es aus: wie ein stehen gebliebenes, gelähmtes Lächeln. Der Anblick der alten Frau tut mir weh, daß ich es körperliche empfinde. Ich möchte ihr etwas Gutes tun, ihr die Last abnehmen und ein Stück Weges tragen. Nun ist sie neben mir. Aber sie sieht mich nicht an, sie sieht so weit, in eine trübe, uferlose Ferne. Und ich wage nicht, sie anzureden.
Jetzt ist sie vorbei gegangen. Sie wird denselben Weg noch einige Jahre gehen, immer mühsamer, bis sie schließlich zu Hause bleiben und sich für immer schlafen legen wird..
Ich bin noch einmal vor die Stadt gegangen. Ich wollte ihr einen „guten Tag" wünschen und, wenn sie den Gruß hörte, ihr das Holzbündel abnehmen; vielleicht erinnert sie sich dann an einen lieben Menschen, und der Fältchenkranz um ihre Augen wird noch einmal lebendig, noch einmal vielleicht würde sie lächeln.
Aber ich habe sie nicht wieder gesehen.
Ich behaupte: niemand, niemand, der einem Glete scher nicht dicht ins Antlitz gesehen hat, weiß, war ein Gletscher ist.
Da blendet er uns schon vom Meere aus, ein breitem von der Höhe zum Tal gelagertes und ungefährlich schel-
zügen anwachsend, schwärzlich mit schneegefüllten Furchen und Trichtern, ohne Baum, ohne Rasen, ja selbst ohne den armseligsten Bezug von Moo» und Flechte.
Bauten und winzigem Kirchturm, hingestellt auf Gestein, nur von Fischern bewohnt.
So ist die Einfahrt in den Sognefjord.
Aber sein Gesicht ist wechselnd, wenn er auch im Gegensatz zu der anmutigen Lieblichkeit des
Schecks waren als Autogramme behandelt, zum Teil aufbewahrt, zum Teil aber auch weiterverkauft worden und — hallen als Autogramme viel mehr eingebracht,, als aus ihnen als Nennwert verzeichnet stand. Wer möchte nicht unter solchen Umständen Schecks ausfteh len wollen?
An kühlen Tagen nehme man leuchtende, warme Farben, an heißen aber kaltwirkende — beides zieht Käufer an. Bei schlechtem Wetter hält das Publikum sich nicht lange vor dem Schaufenster auf, wenn nicht die Ware gerade seiner Stimmung entgegenkommt, also nicht freu- big wirkt. Bei mildem Winterwetter reizt ein dicker Pelz nicht zum Kaufe, ebenso wenig hochsommerliche Kleidung im kühlen Vorsommer. Ein Drogist fordert z. B. schon in der ersten Novemberwoche das Publikum durch Anzeigen und Plakate auf: „Kaust Mittel gegen Frost!" Da aber mildes Wetter herrschte und nach der Vorhersage noch anhalten sollte, waren die Kosten für die Werbung fortgeworfen.
Große Firmen, die ihre Ware auch im Auslande absetzen wollen, müssen sorgfältig Wetter und Klima dort berücksichtigen, wofür einige amerikanische Werke sich eigene Klimatologen halten. Denn z. B. in den Tropen gibt es Gegenden mit einer oder zwei Regenzeiten, in denen naturgemäß andere Waren absetzbar sind als in der Trockenzeit; so werden Eisenwaren aller Art in der Regenzeit rostig, müssen also schon anders verpackt Derben als sonst. Ein gutes Beispiel stammt aus ben Vereinigten Staaten. Eine Elektrizitätsgesellschaft, bk unter anberem auch Ventilatoren baute, lieh sich von einem Klimatologen auf Grunb fünfzigjähriger Beobachtungen Karten entwerfen, aus benen man für jebe Gegend und für jebe Woche bk höchste Temperatur unb Feuchtigkeit sowie den Wind entnehmen konnte. Diese Karten lehrten die Fabrikanten die Zahl der Wochen, in denen Ventilatorwetter in jedem Jahre durchschnittlich zu erwarten ist. Danach wußten sie, wann sie in die Schaufenster zu stellen sind; wann sie in den Zeitungen angezeigt werden sollen; wann die Firma ihre Zweigniederlassungen damit versorgen muß unb wann sie biefen Nachlieferungen verweigern kann, fobalb die günstige Verkaufszeit zu Enbe geht-
So ließ sich auch einmal Krupp eine Uebersicht über bie höchsten Temperaturen in jedem Lande für ballistische Zwecke, also für die Herstellung von Geschützen, anfertigen; so verlangte ein Strohhuthändler Auskunft über bie Sonnenscheinverhältniffe in Europa, weil er danach Werbungen für seine Hüte einrichten wollte — sonnenscheinarme Länder ließ er nun aus. Noch viele Beispiele dieser Art gibt es.
Wie sehr sich endlich Orte mit falscher Anpreisung ihres Klimas unb Wetters schaden können, lehrt eine Stadt, bie ihren Sommer als „hübsch kühl" empfahl. Darauf berief ein Rabfahrerverbanb feine mehrtägige Iahrestagung dorthin. Es war aber bann nicht nur kühl, fonbern kalt unb regnerisch, unb seitdem vermeiden die Sportvereine jene Stadt. Hätte sie gesagt: „Es ist hier kühl unb regnerisch, ein Ibeal für Weide-Wirtschaft!", so würben zum Nutzen ber Stabt Viehzüchtereien unb Molkereien dorthin verlegt worden fein.
Nicht bloß, daß man das Wetter zur Reklame vorteilhaft benutzen kann, lehren diese Zeilen, sondern auch, daß bie Meteorologie sich doch nicht allein auf die Wettervorhersage beschränkt, sondern auch eine praktisch nutzbare Wissenschaft ist.
Sognefjord.
Unter grauem Himmel, aus heben sich kahle Klippen, erst so Wasser über sie hinlecken, dann
In Dbba dem ersten Hafen den wir anlaufen, geht der Fjord umnerklich in em Tal über, durch dessen Tiefe weißglschend ein Fluß rast, an dessen Hängen Schneefelder und Gletscher Mischen hartlaubigen Birken auf- tauchen. Wo das sifforbtal sich verbreikrt, ruht das Wasser in weiten Seebecken von so unerhörter Klarheit, daß jeder Kiesel, jede winzigste Pflanze auf dem Grunde zu erkennen ist und die Illusion einer Flachheit erweckt wird, daß man meint, ginge man hinein, es würde kaum bi» an die Knöchel reichen. Ein Stab, dicht am Ufer in bas Wesser gesenkt, belehrt uns, daß der epste Schritt bereits in eine Tiefe von anderthalb Metern führen würde.
Das zarte Grün ber Hänge wandelt sich allmählich in nacktes Grau granitner Felswände, glattgeschliffen von längst versiegten Wasterstürgen, dann wieder von unsichtbarer Hand auseinandergezerrt von Riesenfäusten hingeschleudert und umhergestreut. Gewaltige erratische Blöcke wippen auf einer ihrer Ecken, keck, neckisch, überbauen sich in beängstigend gesteigerten Kurven, drohen zu fallen — und lassen friedlich dabei aus Spalte und Riß Dusch und Baum sprießen.
Eine Platte ist in die Bergwand eingelassen. Deutsche Worte sprechen zu uns. Hier stürzte ein junger Leutnant mit dem Rade ab, hinunter über Stein und Fels in den brüllenden Gletfcherstrom. Seinem Andenken stiftete das Offizierkorps seines Regiments die Tafel.
Immer lauter tönt das Land, fe mehr die Schlucht sich verengt. Ueber Geröll und Felsvorsprünge brandet der Strom, und plötzlich, als wir um eine Wegbiegung kommen, stürzt zischend, gellend, mit ohrenbetäubendem Lärm der Lotefos — ber größte Wasserfall des Hardangertals — von steiler Höhe vor uns nieder. Weithin sprüht eine Wolke zerstäubter Tropfen, und die Sonne setzt in bie von Wasserrauch erfüllte
Das erstarrte Lächeln.
Erlebte» von Gerhard S t e l n h a u e r-Oberhausen,
Ueber den aufgeweichten Feldweg kommt sie mir entgegen. Es ist ein kleine» Bündel, das sie heute im Walde vor ber Stabt gesammelt hat; ist halt auch keine Jahreszeit für reiche Fallholzernte. Iber bie Jahre ver- boppelten bie Gewichte, es brückte schon schwer genug. Die Alte ist zu ntübe unb zu schwach, bie Pfützen zu umgehen. Ihre Schuhe stapfen burch Wasser unb Lehm, so baß sich ein breiter Grab Schlamm an ihren Spitzen aufwirft.
Jetzt kann ich ihr Gesicht sehen. Es ist von tausend Runzeln durchfurcht. Um die Augen sind viele kleine Fältchen strahlenförmig versammelt wie bei -Müttern, wenn sie alle ihre Güte unb Liebe in ihre Augen vereinigen unb ihre Kinder anlächeln. Aber diese alten Augen mit ihreem Faltenkranz lächeln nicht mehr; sie sehen mit verschwommenen Pupillen ins Grenzenlose. Nur die Geste des Lächelns blieb und erstarrte, wie wenn ihr plötzlich die Seele, die Liebe getötet worben sei. Sie muß vor vielen Jahren Furchtbares erlebt haben. Viel»
bangerfjorbs- unsagbar schwermütig erscheint, unb wie geschaffen als Schauplatz verklungener Sagen voll Größe und Tragik, Klage, Kampf und Haß.
So ist der Sognefjord anders vor Balholmen, wo runde Bergkegel den blaugrünen Wasserpfad unseres Schiffes säumen, unb unmittelbar am $>afen die Felsblöcke terrassenartig sich türmen und wo regelmäßig auf jedem Absatz, jedem Borsprung eine kleine Birke hingestellt ist, als hätte Menschenhand das Gebiet sorgsam bepflanzt. Anders vor Gudvangen, wo die Ufer so hoch und so nah zusammengerückt sind, daß sie oft die Bordwand des Schisses streifen. Wenn man den Kops ganz in den Nacken biegt, gewahrt man über sich durch schmalen Spalt, hoch und unwahrscheinlich fern, blau ziehende Wolken. Langsam, schr langsam und vorsich- tig, gleitet das Schiff in grünlicher Dämmerung vorwärts. Obgleich es Morgen ist, hat man das Gefühl, der Nacht entgegenzirfahren.
Wir fahren in scharfem Zickzack. Manchmal dünkt es uns, gleich müßten wir auf irgendeinen der ungeheuren, unseren Weg trotzig versperrenden Bergriesen aufrennen, dann wendet sich das Schiff jäh, wie triumphierend, in eine neue Bucht, die sich vor unseren Bütten auftut.
An glatt abgeschliffenen Hängen sind Gedenkzeichen eingegrahen: Franconia-München — Peer Gynt 1920 — Monte Sarmiento 1928.
. Balholmen geschah es, daß sich ein Häufchen Menschen aufmachte, zur Weihe eines Wimpels, der
Der bekannte Berliner Bankier Für st enbe 5g traf einmal einen alten Bekannten, ber sehr übet! Langeweile klagte. Er habe sich von dem Geschäft zue rückgezogen, und seitdem wisse er nicht, wie er den Tag zubringen solle. Der Tag nehme und nehme für ihr» kein Ende.
Vetter und Werbung.
Don Professor Dr. C. K a ß n e r-Berlin,
,g»Vorsteher am Preußischen Meteorologischen Institut.
was anzubiefen hat, ber soll es auch genügend machen, ist eine alte Regel für ben Kaufmann. :e wenige beachten auch heute noch bas Wort „ge- Genau so wie sich ber Schüler nur burch stete olung eine Sprache, eine Formel ober Geschichts- inprägt, so muß ber Kaufmann durch stete Hin- irgend einer wirksamen Form ber Käuferwelt ire ins Gedächtnis rufen. Demgemäß hat bei tn Herstellern oder Händlern die Werbung einen m Umfang angenommen, unb sie bebienen sich nbem Maße aller möglichen Mittel. Wie weit ch das Wetter herangezogen wirb, soll hier bar- erden.
neiften in die Augen fallen bie Wettersäulen mit an öffentlichen Plätzen. Man geht habet von ahme aus, daß derjenige, ber bk Wetterinstru» achsieht — wie vor allem ber Kurgast, um auf das kommende Wetter zu ziehen —, auch bie erblicken wird. Aus gleichem Grunde hängen er Barometer unb Thermometer unb bie Sport- Wetternachrichten der Sportgebiete aus. So ch eine Tintenfabrik ben von ihr Tinte beziehen» iblern riesengroße Thermometer mit schwarzge» Alkohal unter Angabe ihrer Firma zur Ber- feien Fällen wirb das Wetter, besonbers ber
Triebkraft für irgenb eine Reklameform be- einfachste Ar* ist bas Strecken einer sonst Herrn Fahne mit einer Firmenbezeichnung ober m Worten, wie Saisonausverkauf unb bergl. » Wind, wobei auch bas Flattern bie Aufmerk» ier Passanten erregen soll. Ein anbere» Benutzen des zur Reklame sah ich schon vor breißig Jahren Huk an ber unteren Donau in Bulgarien: Ueber Schaufenster eines Schirmlabens waren vier aufgelt Schirme aus Blech mit ihren wagerechten Stie» «einer senkrechten Achse brehbar so befestigt, baß lind sie Herumtrieb unb so bie Aufmerksamkeit ber Wehenden auf bas Geschäft lenkte. Auf Gran ta, einer ber Kanarischen Inseln, bemerkte ich kürz- üt sehr fesselnde Art der Reklame mittels des Win» 8»ei reichlich einen Quadratmeter große Holztafeln mbeinschriften für eine Autofirma standen parallel • V« Meter Abstand von einander auf Eisengestel- ssö zwischen ihnen drehte sich ein Windrad mit etwa Ü0eln von rund zwei Meter Durchmesser. Schon N Wind versetzte das Rad in rasche Umdrehung. Wgel waren bei einem Rad abwechselnd farbig be« bei einem anderen mit einer über alle Flügel Den Spirale, deren eine Seite gelbe, deren andere Mchen zeigte, so daß gelbe unb blaue Spiralen
« andere Form ber Reklame burch bas Wetter be- krin, bie Schaufenster entsprechend» auszustatten.
Scheck- und Wechselgeschichten.
Von H. Röttger».
Der englische Dichter Rudyard Kipling pflegte kein Bargeld bei sich zu führen. Er bezahlte selbst kleine Beträge stets mit einem Scheck, ob er sich mm eine Krawatte kaufte, ober Im Restaurant zu Mittag speiste, oder seinen Diener entlohnte, ober feine Waschfrau bezahlt. Nun sollte rtkm annehmen, daß sich das bei feinem Bankkonto bemerkbar machte. Aber weit gefehlt! Kipling hatte stets wett mehr auf feinem Konto stehen, als er vermutete. Ja, diese Differenz Mischen seinem vermeintlichen und feinem wirklichen Guthaben wurde schließlich so groß, daß er eine Nachprüfung vornehmen ließ. Und was ergab sich da? Die meisten feiner Schecks waren der Bant gar nicht vorgelegt worden, u. waren daher nicht zur Auszahlung gekommen! Verwundert schüttelte Kilping den Kopf, aber des Rätsels Lösung fand sich bald. Die
der schmalen Bucht von Gudvangen rasseln bk in ben Grund.
Wimpelweihe.
Der kleine Menschenzirg schlängelt sich vorsichtig auf schmalem Uferpfad zwischen Gestrüpp und riesigen Steinblöden hin, einer einsamen grünen Bucht zu. Hier hat sich eine flache Granttplatte in» Wasier vorgeschoben, umrankt von dottergelbem Seetang, der mit seinen unzähligen erbsengroßen Luftblasen auf dem Grün de» Wassers schwimmt.
Rundum türmen sich Berge, düster, tarntenbeftaro« ben. Ein Gletscher senkt sich langsam zwischen ihnen zu Tal. Die Landschaft ahnet trotz ihrer überwältk genden Schöne und Erhabenheit eine trostlose Melancholie aus. Scherz und Sang verstummen unwillkürlich^ Was sollten wir zu dir, du nordisch Land ber See* sunkenheit, wohl sagen? ji
Einer spricht:
Warum dieser Kreis von Menschen, die vorher sich nie sahen, deren Heimat Tagereisen wett voneinander entfernt liegt, sich hier sogleich — am ersten Tage schon — auf einem großen, fremden Schiff zufammenfanden und zusammenhietten, als hätten sie von jeher sich gekannt? Nicht »eil Aehnlichkett ber Charakters Sympathie, gleiche Denkungsweise sie verbände; ein an* beres, Stärkeres habe diese Menschen verschiedenster Art und Richtung zusammengeführt. Das sei chre Sehnsucht nach der freien Weite, nach Größe und Majestät das sei ihr Suchen nach den verschüttekn Tiefen ihr« eigenen Seele. So hätten sie an Blick unb Händedruck einander gleich gefunden. Aus diesem Gefühl heraus häkkn sie auch die Fahne geschaffen, die sie nun im grünen Sognefjord weihen wollten, auf daß sie ihnen! Zeichen fei ihrer Gemeiiffchaft und ihres Strebens unb sie noch fester, noch inniger verbünde!
Die Hülle fällt. Auf lichtblauem Grunde schwebt hl schwarz- und silbergrauer Stitferei ausgeführt eine Mäve, — jener schweifend« Sogei, der lag und Rächt das Schiff umkreist, ber in rastlosem Trieb Ozean« suchend überquert, unb wandernd sich wiegt über feinet ewigen und ziellosen Heimat — dem Meer.
Zum Lotefos.
fünf Uhr früh, die Lust ist still und kühl; n« mit gutem Recht bereits den für die Eiszone Wen Pelz antun: ber Sommer scheint hinter bleiben.
rnn*n°U' on Deck; welche Veränderung! Gestern
«och nichts um uns als Wasser und Firmament e*7 — trag gleiten wir zwischen grünen Schären “T®egen! Du bist es. Kaum faßbar, ober du fcrjen ln deine Fjorde, die Wege zu bei- n°m?^ükuppen heben sich langsam die weiß» Jtebeiftreifen, die sie des nachts wie schützende ” verhängt haben. Dann siegt ootknbs bie tm h $ und klar ragen Gipfel, schneebedeckt. kJ™6 Wasserstürze donnern zu Tal, und münden still in die unbeweglich grüne Flut be»
In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhundert» lebte in Petersburg ein berühmter Schauspieler namens N a r e s ch k i n, der bei dem Zaren in ganz besonder« Gunst stand. Trotz feiner hohen Einnahmen war der Mime stets in Geldverlegenheit. Um feine Börse zu füllen, ließ er einmal ehr Heftchen drucken und verös* fentlidjte darin seine „witzigen Einfälle, schlagfertigen Antworten und geistreichen Bonmots". Er roibmek das Büchlein dem Zaren. Der zeigte sich bald darauf er* kenntlich, und zwar sandte er dem Schauspieler ein itt Buchform ausgeführtes Scheckheft, bas er mit je ein* tausend Rubel pro Scheck ausgezeichnet hatte. Als er bald darauf mit feinem Günstling zusammenkam, fragt» er ihn: „Nun, Nareschkin, welches Wert ist nun besser, meines ober betnes?"
„Eurer Masestäa Werk fft so vortrefflich" entgegnen Nareschkin mit einer Verbeugung, .daß ich kaum bi» Fortsetzung erwarten kann." >
Der Zar lachte. Taffächlich schickte er Nareschkin bald darauf ein neues Heft. Aber auf dessen Ittel* feit# stand gedruckt: „Zweiter und letztes Band." i
Sommer
Rübrt ein Weg das Dorf entlang pichen Wiesenrand und Hecken, Gehst du diesen stillen Gang, Darfst du keine Wünsche wecken.
Mußt durch Sommerbuft und Glanz Unvermerkt dich leiten lassen, Nach dem vollsten Blütenkranz Lächelnd wie im Traume fassen.
Seife führt dich eine Hand Weit in Paradieses Ferne, Und du wandelst durch das Land, Selig wie auf goldnem Sterne.
Geht dir so ber Sommer ein, Hebe dankend deine Hände Für bas große Stillesein, gär bie Fülle ohne Ende.
Wilhelm Sennemann.
fügten aber nur über ein einziges Bein, auf dem sie sich, rote Känguruhs hüpfend, mit großer Schnelligkeit fortzu« bewegen wußten. Dies wurde ihnen durch bk Größe be» Fußes ermöglicht, bie zudem ben weiteren Vorteil bot, daß ber Einfüßler, wollte er sich von einer derartigen Hüpstpartte erholen, sich nur auf ben Rücken zu legen brauchte, um im Schatten seines Fußes vor ben Strahlen ber fengenben Sonne vollkommen geschützt zu sein.
In Jnbien gab es einen Nomabenstamrn, besten An* gehörige ber Nase entbehrten unb beten Füße schlangen* artig geringelt waren. Im Gegensatz bazu stand ein an* beres, gleichfalls asiatisches Volk, besten Riechwerkzeug» so entwickelt waren, baß es allein vom Geruch, ben Wut* zeln unb Früchte ausströmten, lebte. Daß es unter bie* sen Umftänben keinen Mund brauchte, liegt auf ber Hand. In Afrika wieder war ein Zwergvolk zu Hause, bas auf Bäumen lebte und sich regelrechte Nester aus Federn, Eierschalen unb ähnlichen Baustoffen anlegte. Auch gab es Menschen, bie 150 bis 200 Jahre alt würben und ht ber Jugenb weiß, im Alter aber schwarz wie bie Mohren waren. Recht seltsam müssen auch bi« Bewohner gewift ser Gebiete Jnnerafrikas ausgesehen haben: Sie besaßen so große Ohren, baß sie ben ganzen Kopf bamtt bebecken konnten. 1
Das ist nur eine kleine Auswahl aus ber Fülle fest* sanier Gestalten, bie uns vor allem Plinius mit großem Aufwanb an Gelehrsamkeit unb unter Benennung zahl* reicher angesehener Gewährsleute vor Augen führt. Die* ser Schriftsteller galt al» Autorität bis tief Ins Mittel*
lordlandsahrl
Reisebilder.
Irmela Linderg.
„Wissen Sie _ .
„ich will Ihnen einen guten Rat geben. Unterschreiben Sie vo.n Zett zu Zeit, wenn Sie bie Langeweile plagt, einen recht hohen Dreimonatswechsel. Sie werden mal sehen, wie schnell Ihnen dann 61t Zeit ver*
«Mten wir, kletternde Ziegen, Schafe und '"der keine Menschen. Unser Motorschiff ist i =fmeJti groß, glänzend, erfüllt von Musik unb l rZ1} Deutschland würde groß und klein vor die , ft.,, ’ °us den Fenstern sich drängen, winken, . ®er Norweger kommt nicht zum Bor- Ile nid)t- grüßt nicht, obgleich wir, unserem
tz, eigentlich zu ihm zu Gast gekommen sind.
Zeigt, tut er es gleichgültig, zurückhal» roerfung, ohne «Ine Spur von Neugier ^Wt zu verraten. Selten nur hört man ihn be tn*t gedämpft-heiserer Stimme, eine h """Hetzt von Gutturallauten, wenig wohl»
spricht um so lauter mit feinen tausend u’!"- Wasserfällen, Gletscherflüffen. die dorn
0,6 Tiefe dröhnen.
Der Futz als Sonnenschirm.
Fabelwesen in altenReiseberichten.—Die Mondlosen leben vomGernch.
Die Angen in der Schuller.
Bon Han» Ernst Gehrke.
um
M
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