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aber nicht nur ein Recht, ich habe auch ... mir eine Ansicht darüber zu bil- sie nach Umständen öffentlich auszuspre- Mein bischöfliches Amt schließt mich baoon ' sondern ist vielmehr eine besondere Ver- ru dieser Tätigkeit. Als ich zum Bi- wurde, hat mir die Kirche, ehe sie mrr liche Weihe erteilte, unter andern die
Frage vorgelegt: „Willst du den Armen und den Fremdlingen und allen Dürftigen im Namen des Herrn liebevoll und barmherzig sein?" — Und ich habe geantwortet: „Ich will." — Nach den Worten des göttlichen Heilandes: „Wie mich der Bater gesandt hat, so sende ich euch", ist der Bischof ein Stellvertreter Christi, und die Kirche fragt deshalb, bevor f?e diese Stellvertretung einem Priester überträgt, ob er auch den Willen habe ... die Liebe Christi gegen alle hilfsbedürftigen Klassen der Menschen nachzuahmen... (S. 3. und 4.)
„ . . . Unser göttlicher Heiland hat die christliche Religion mit allem für immer und unauf-
Licht von tausenden elektrischen Lampen standen; Licht um Licht flutete aus Kandelabern, Füllhörnern, Armleuchtern und Ständern. Ja, auch im Innern stand Sankt Peter in einem Meer von Licht und Gold, von glitzerndem Schimmer und Schein und grüßte den ein- ziehenden, jetzt frei gewordenen Papst noch festlicher als je zuvor.
Aber für all die andern tzunderttausende von Rom, die nicht ins Innere des Domes konnten, war der ganze Sonnentag nur die Erwartung auf den Abend. Dom und Platz von Sankt Peter war die Losung ihrer Gedanken und das Ziel ihrer Schritte. Nach 6 Uhr abends füllte sich der Platz um den Obelisken. Nahe dort, wo vor fast 2000 Jahren die lebenden Fackeln geleuchtet hatten, wo Unschuld, Treue und ein junger Glaube in Feuer und Rauch aufgehen sollten, ohne doch ersticken und ausgelöscht werden zu,können: dort sollte nun das Licht der Liebe und Versöhnung leuchten. Die Diener des Vatikans, die „Sanpietrini", mehrere hundert an der Zahl, hatten schon lange zuvor schwere Arbeitstage. Man muß diese Auswahl trefflichster römischer Arbeiter nur einmal am Werk gesehen haben, um diese einzigartige Gilde von Kirchendienern zu bewundern! Sie hatten längs der architektonischen und konstruktiven Linien des Domes aij schmalen Holzlatten ausmontierte Kerzen aufgezogen, die hinter einem weißen Papierzylinder stecken. Wie kleine Röhren standen diese Lichtkörper in planmäßig angeordneten Reihen an Giebeln. Pilastern, Säulen und dem Fassadenschmuck des Domes und liefen den Flachgiebel der Kolonnaden entlang noch im Abendschein der Sonne, wie stumme Wächter eines sich bald enthüllenden Geheimnisses voll Pracht, Glanz und Licht. Und wie jedes Flämmchen von Sankt Peter nur natürliches, liturgisches Licht war, kein einziges vielleicht künstlich glühender Draht, so ist auch jede mechanische Technik bei der Dombeleuchtung ausgeschaltet und jede Arbeit daran nur in Menschenhand gelegt worden. Jede einzelne Kerze wurde von einer lebendigen Hand angezündet. Die Sanpietrini schwebten, von unten aus gesehen, in einer Höhe von etwa 30 Meter wie tollkühne Turner oder Seiltänzer am Gesims und im Giebel über dem Portikus, in den Nischen und schwindelnden Säumen wurden sie an Seilen herabgelassen, sie zogen die Holzlatten mit
den Kerzenreihen hoch oder schwangen sich an den Stricken, die durch eiserne Haken und durch die Hände der armstarken Sanpietrini liefen, auf schmalen Brettchen im Gehänge sitzend, in breitausladendem Schwungs von oben nach abwärts und wieder zum Giebel hinaus, wenn sie die Kerzen dort anzünden mußten, die nicht längs der Latte liefen, sondern ohne Halt standen, wie auf den mächtigen Kapitälen der Halbsäulen an der Außenfassade der Front des Domes.
Und überall, allüberall waren die Hundertschaften dieser Sanpi-trini am Werk, an Gesims und Pfeiler der Fassade, auf der Kuppel, auf deren Zylinder, auf der obersten Kugel darüber, der sogenannten „Palla", bis zum höchsten krönenden Kreuze. Ueberall, allüberall auch flammen die Lichter auf, immer stärker wird ihr warmer, gelblicher Schein hinter den Papierröhren im zunehmenden Dunkel des Abends. Alle die lot- und die wagrechten Linien des Riesenbaues traten lichterbesteckt mit einer plastischen Kraft heraus, die ihr im hellen Licht des Tages mangelt: Front und Randkonturen leuchteten wie mit einem flammenden Griffel in den dunklen Himmel hineingezeichnet und gleich einer Krone einer Gralsburg, in fast überirdischer Schöne wölbte sich der über jeden Ausdruck erhabene Ausbau der Kuppel Michelangelos darüber, eine unendlich schöne körperliche Rundheit über dem nur als riesige Fläche unter ihr wirkenden Vorbau der Fassade.
Diese Kerzenlichterpracht, der erste Teil der Jllllumination, währte bis neun Uhr. Da kam aus der Glockenstube in kurzen, schweren Schlägen ein Signal und nun auch Bewegung in all das, was bisher an der Front und auf der Shippel in stundenlanger Ruhe, fast unbewegt, gebrannt und geleuchtet hatte. Flackerndes Fackellicht trat dazu, das die Sanpietrini allerorten an« zündeten. Flache Metallpfannen, die knäuelartig gewundene lange Dochte in einer Talg- und Pechfüllung tragen, fügten zu den 5000 brennenden Kerzen noch etwa 2 000 offene Fackellichter, und in wenigen Minuten brannten diese Fackeln vom Gesims über der Attika an, die ganze Kuppel mit den leuchtenden Gurten entlang, die Säulen der Laterne hinan bis zur Palla und wieder hinaus bis zur letzten Spitze des obersten
Kreuzes ,in dessen schwindelnder Höhe unsichtbare San- pietriehände die Fackeln in Brand setzten. Augenblicke höchster Spannung waren über die halbe Million bet am Petersplatz wartenden Zuschauermenge gekommen, eine immer sich steigernde Erregung, die sich in Zurufen entlud, als die Kreuzfackeln brannten, und dann das im Genuß unerwarteter Schönheit befreite Gefühl des Hin« gegebenseins an ein überwältigendes Schauspiel. Das bisher in architektonischer Ruhe wirkende Bild des lichter« umrissenen Domes hatte sich gewandell: Bewegung und flackernder Rhythmus waren hineingekommen, überall ein Schimmern und Glänzen, ein Spielen und Fließen des Lichts, ein Zucken, Flackern, ein Leuchten und Auf- flammen, ein Herüber-Hinüber der Lichter, ein Wogen und Zittern, ein Auf und Ab, ein Hin und Her, bewegte Flammen, springende Sterne, tanzende Strahlen, bewegte und sich bewegende Luft, die Konturen umzitternd: Sankt Peter im Licht! . . . Sankt Peter im Licht!
Bis nach der Mitternacht strömte die Menge, immer wechselnd, über den Petersplatz, flutete hier ab und brach drüben aufs neue ein. Der Nahpunkt vor dem Dome war nicht der einzige Beobachtungsplatz. Ein Fernblick aus der Stadt oder von den hohen Hügeln aus zeigte das Flammenbild anders und in neuer Schönheit. Wer da auf der Humbertbrücke vor dem Iustizpalast stand, der fah über den -über hinüber, an dem dunklen Grund der Engelsburg vorbei, den Gefamtaufbau der Peterskirche von der Attika an, leuchtend und brennend den Giebel, die Nebenkuppeln und das Massiv der Hauptkuppel. Wie eine Riefenpyramide hob sich da das Wunderwerk dieses Kirchenbaues strahlend hn Glanze feiner tausend und abertausend Lichter in den dunklen Nachthimmel, ein goldenes Fanal in schimmerndem Schein, ein Triumph des Steines und des Lichtes ohnegleichen, Starrheit des Steines, sich auflösend in bewegtem Lichtspiel und tausendfaches Licht, gebunden an die schönste architektonische Form. Mit jedem weiteren Abstand wuchs die Form und die Großheit der Kuppel, von den fernen illbanerbergen aus gesehen erscheint sie wie eine Krone Aber der ßanb- ^aft und Stabt von - im, bas unter ihr fein Dieltau« ndjähriges Sta tschicksal in -mige Fernen trägt.
Chr i st u s 'ist nicht nur dadurch der.
Dell, daß er unsere Seelen erlöst Hai, a uch b a 5 Heil für alle anderen Derhäkt- ■ Menschen, bürgerliche, politische soziale, gebrächt. Er ist insbesondere auch loser des Arbeiter st andes . .
löslich verbunden, was sich aus die Milderung des geistigen und leiblichen Elendes der Menschen bezieht Nach dieser Anweisung hat die Kirche überall und zu allen Zeiten gehandelt. Die Hebung en der christlichen Liebe in den Werken der christlichen Barmherzigkeit ist stets ein hervorragender Teil des Lebens der christlichen Kirche gewesen. Aus ihr ist die großartige Fürsorge für alte Not der Menschen hervorgegangen. Jede Frage, die sich mit Abhilfe des Notstandes beschäftigt, ist daher wesentlich eine christliche, eine religiöse, an der die Kirche und alle ihre lebendigen Glieder sich auf das innigste beteiligen sollen . . ." (S. 2.)
Katholische Kunst - internationale Kunst?
Gedanken zum 4. internationalen Theatertongretz des Welt-Theaterbundes.
ntt pofet im Licht
80n Prof. F. T. Zimmermann (Rom).
man Lichter zu Settern, Flammen zu Worten, »Sätzen machen? Kann man Glanz und Schein, flutendes Leuchten und zuckende man brennende Linien und fließendes Licht m Laute und Buchstaben, kann man sie Der« en m Silben und Gedanken, daß sie in un« n Erinnerung und in der Phantasie anderer en, wie wir sie wirklich sahen? Hat das Auge «rüder in uns.und kann Sankt Peter im es flammend vor uns stand, noch einmal in «nnern aufflammen? . . .
~ö ich dies hier schreibe, um Mitternacht des J&onntags, erlöschen drüben, unweit der Stätte Matzes, die Lichter von Sankt Peter. Und »ngen der Straßen, Lärm und Unruhe der verrauschen, lieber Hunderttausende, die J*or* und nachmittags in der Basilika von . Seme,en waren, wo ein Seliger in die ’®en eintrat, sind schon die Sterne auf« "un steht, wie eine Nachfeier der Natur, Himmel im Lichte. Das flutet über Haus »- über Tempel und Kirchen, über die Eara- ** ""b das Pantheon, es bricht sich spiegelnd ü#r ^"Uchen Treppe und versilbert Santa Maria n, um Sankt Peter herum ist es stille ge- ,x'x zweiten Stockwerk des Apostolischen Pa- ?en tm Arbeitszimmer des Papstes die Lam- Eki? Dor Mitternacht, dann flammen sie im Ti. cerf. ""eder auf, im Schlafgemach des n F Eilige Vater geht zur Ruh-. Aber auch neyen heute die Sterne dieser Nacht und die heute am Dome gebrannt hatten, müf« Seele widerleuchten.
t de “sm Licht 'Ines römischen Frühsommer» !rner Jorgen beg—men. Scharen um Scharen ,V. Wallern strömten über den weiten, *auml n Petersplatz in den Dom, in dessen unb Gewinde, Teppiche und Bilder im
Snlettiafionales Arbeitsamt und Katholizismus.
(Von unserem Genfer Korrespondenten.)
Der Direktor des Internationalen ArbeitS« amtes, Albert Thomas, hat auch in diesem Jahr« der Internationalen Arbeitskonferenz einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Jntev« nationalen Arbeitsorganisation vorgelegt. Ein Ab- schnitt dieses Berichtes beschäftigte sich mit den Beziehungen des Arbeitsamtes zu den kirchlichen Gemeinschaften. Es ist nicht uninteressant, daß man grade im Arbeitsamt in den letzten Jahren erkannt hat, daß Bestrebungen zur Schaffung inte» nationaler Sozialpolitik und internativnaken Ar« beiterschntzes ohne die Hnterstützung der_ Glaubensgemeinschaften keine Aussicht auf endgültigen Er-. folg haben können. Zwar muß sich Albert Thomas von extrem sozialistischer Seite noch verteidigen, die eine eingehende Würdigung der sozialen Bestrs- bungen der kirchlichen Gemeinschaften im Bericht des Arbeitsamtes bespöttelt hatten; doch betont er,
Ziehung. Die urwüchsige, naturnahe Kultur will niemals erziehen. Sie hat auch niemals um ihre Existenz zu ringen. Sie ist f e l bst v e r st ä n d - lich da, ist notwendiger Lebensfaktor, ist ebenso selbstverständlich wie die Kirche da. Keiner wird die Kirche im Dorf suspendieren wollen, keiner wird ihr nicht den nötigen Zuschuß geben wollen. Unb so stehts auch mit der Kultur und ihrem höchsten, lebendigsten Ausdruck, dem Theater.
Hier kommen wir sofort auf das Wesentlichste, was auf der Tagung des internationalen Welttheaterbundes gesagt worden ist. I u l i u s B a b sprach da von der notwendigen inneren organischen Einheit, die zwischen Publikum und Theater da sein müsse. Er meinte da natürlich nicht Publikum im heutigen Sinne, in Frack und Abendtoilette. Er meinte das Volk in seiner ganz fundamentalen ©e» grdenheit, und er sagte zum deutlichsten Beweis dafür, daß das Theater aus der allgemeinen Lebensangst des Menschen herauswachse und daß unser Theater seit Shakesveres Zeiten in einem dauernden Verfall begriffen sei, der sich durch Ludwig XIV. und den deutschen Individualismus deutlich kennzeichne. Warum? Weil seit der Re» naissance immer nur von Einzelnen oder einer bestimmten, exklusiven Schicht das Theater, in wel- chem Lande es auch gewesen sei, gestaltet, erlebt und geistig getragen worden sei. Seit der Renaissance gehe der furchtbare Bruch mitten durch die ehedem engsten Beziehungen zwischen Kunst und naturverbundenem Volkstum. Der letzte Ausläufer dieser Katastrophe ist die Jnternationalität, dasselbe wie der Amerikanismus, dasselbe wie der Bolschewismus.
Man hat die Kirche unb ihre Kunst einmal h e f t i g a n g « g ri f f e n ; bas war in einem Referat vpn Henny Jahn über bie Zensur. Man sagte, da, daß die Kirche eigentlich im Wesen gar keine Kunst brauche unb wolle. Daß sie ihr aber ganz angenehm sei, wenn sie ihr auf ben Knien entgegenkomme. Selbes ist falsch. Denn bas U r- w e se n b e r K u n st ist unb bleibt ein Religrö- s e s. Die Kunst hat sa ihren Ursprung in der Religio" Unb bas Theater boch unleugbar am meisten Unb mit ber kniefälligen Untertänigkeit stimmts auch nicht. Denn ohne eine Zensur in dem polizeimäßigen Sinne, wie sie heute, in einer kul- furiosen Zeit, nur ausgeübt werden kann, bas Wort zu reden; Aussonderung, Auslese und demgegenüber Zusammenraffung und Steigerung ist immer ein Zeichen echtester Kltur, und ein The a» ter kann nur wirklich bie zweite Kirch« im Dorf sein, wenn es traft seiner Heberzeugung, sagen wir ruhig Einstellung, Auslese trifft, wenn es ein weltanschaulich gebunbenes Theater ist, bas Farbe bekennt, bas nicht nur nach ästhetischen, ja schließlich nur nach artistischen Gesichtspunkten arbeitet. Ae st h e t i k ohne eine ethische Basis gibt es gar nicht, unb hier muß kräftig unterstrichen werben, was Rubolf von Laban auf ber Tagung sagte, baß ber Tanz, wie er ihn wolle, eine ethische Grundhaltung habe. Dem Tänzer schwebe ein starker Handlungsimpuls vor, Lust, Freud«, Aktivität u. a., unb hiernach gestalte er seine Figuren unb Formen. Diese ethischen Kräfte
Im D-Zug nach Hamburg wirb es wohl regel* ißig, aus welcher Richtung man auch anfährt, orkommen, baß man mit einem ober mehreren itislänbern im Abteil sitzt. Ich fuhr mit norwegischen Walfischfängern, bie in allen Tellen bes großen Ozeans sich 9 Monate lang umhergetrie- ben hatten unb mit reicher Beute in Hamburg vor Anker lagen Sie hatten einen kleinen Ausflug durch Deutschland gemacht und wollten nun.wieder in die Heimat zurückkehren.
Hamburg ist bie rechte, vielleicht bie einzig rechte deutsche Stadt für einen internationalen Kongreß Treffen sich doch hier alle Völker und alle Natio- nen. Aber treffen sie sich aus innerer Anteilnahme aneinander? Ist Hamburg etwa ein zweites Rom? — Nein. Rom sammelt die Herzen aller Völker zu einer großen Einheit. Hier in Hamburg bleiben sie vielfältig getrennt * Jeder Erdteil wohnt getrennt in seinem Viertel. Hamburg ist eine Handelsstadt, nicht eine Metropole ber gemeinsamen Gesinnung. In Rom wirb Afrika unb Japan unb Amerika eins im Glauben. Hier in Hamburg verbindet alle nur das Gelb, unb Chinese bleibt Chinese.
War es auch mehr, was ben Internationalen Theaterkongreß innerlich banb? War es mehr als bie Angst um bie Existenz, bie bie Vertreter der verschiedensten Staaten sich an einen Tisch zusammensetzen ließ? Gibt es eine Snternationalität der Kunst, wenigstens der echten, der hochgradigen unb bluthasten Kunst? Eigentlich ist Blut unb Eigenart Hjon ein Gegenbeweis bafür, daß es keine solche internationale Kunst gibt. Aber auch bie Künstler wollen leben. Gewiß. Urtb Geld braucht jeder ob er in Paris ober in New Aork tätig. Qt Unb. bann noch «ins: Die Frag« des artistischen Könnens ist etwas, was alle — in Spanien wie in Norwegen — angeht. Aber St u 1 t u f? Kultur ist doch wohl stärkste lanbschaff« lich gebunbene Bodenständigkeit. Also Kultur ist n l ch t interna t io nal. Aber bie Kirche? — Ja, hier handelt es sich um etwas ganz anderes. Die Kirche ist im stärksten Maße transzendental bestimmt unb gebunden. Unb wie uns allen dieslben Sterne leuchten, ob wir in Italien oder in Dänemark sinb, so bleibt bas Ewige, bas Göttliche für alle Menschen gleich. Di« Kirche hat gewiß auch ihrerseits immer wieder bie Kultur ber .verschiedenen Zeiten unb Völker geformt, aber immer unter dem Zeichen der transzendentalen Be- zogenheit.
Das ist das Wunder ber katholischen Kirche, baß sie biese große Einheit bes Glaubens ich a f f e n konnte unb immer wieder von neuem schafft, ohne bie völkliche Eigenart babei. zu zerstören. Im Gegenteil, bie völkllche Eigenart hat aus ber Bejahung bes Glaubens immer wieder neue Kraft zu schöner'Entfaltung geschöpft. Di« Kultur bagegen für sich genommen, ist nicht internatiofial, kann es niemals fein; sie änbert sich ja von Dorf zu Dorf, von Mensch zu Mensch. Freilich nicht die städtische, sagen wir besser bie großstäbtische Kultur. Sie Ist eine verflachte, Im Betriebsamen zersetzte Kultur, eine Kulturmache, Angelegenheit ber Bilbung, ber Erbauung, ber Er-
lette von Wilhelm Emanuel v. Kettelet
Aus Wilhelm Emanuel v. Kettelers Schriften. Ausgew. unb herausgegeben von Joh Mum- bauer. 3 Bände. (Ganzleinen zusammen 9.50 RM.j Verlag Josef Kösel u. Friedrich Pustet, München.
. Reichtum ist . . ., an sich kein Glück für kann zwar durch Gottes Gnade auch em ir uns werden, wenn wir ihn nämlich durch gut gebrauchen; wenn er uns nicht von «- seiner Liebe abwendet, sondern ein Milder Liebe Gottes und des Nächsten wirb ..."
Sonntag nach Pfingsten.
" Eiagangslieb: Ps. 26, 1 und 2.
ist mein Licht, mein Heil, wen soll ' ? Der Herr verteidigt mein Leben,
L, ich zittern? Die mich plagen, mein« "«e brechen zusammen und stürzen. (Ps. ‘ auch ein Kriegslager wider mich auft- Herz fürchtet sich nicht.
Evangelium: Luk. S, 1—11.
r Zeit drängte sich das Volk an Jesus nm das Wort Gottes zu hören. Er stand lEenesareth. Da sah er zwei Boote am ■li^en- die Fischer waren ausgestiegen und " ihre Netze. Er stieg in eines der Boote, n Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig abzustoßen. Dann setzte er sich und -Holk vom Boote aus. Als er seine bandet hatte, sprach er zu Simon: „Fahr i« auf die hohe See und werfet eure Netz« Sange aus!" „Meister", entgegnete ihm 0 §ie ganze Nacht haben wir gearbeitet gefangen. Aber auf dein Wort hin will Utz auswerfen." Sie taten es und fingen , große Menge Fische, daß ihr Netz zu zer- «ohte. Da winkten sie ihren Gefährten ren Boote, sie möchten kommen unb ihnen Diest kamen, und sie füllten beide Boote, sie beinahe versanken. Als Simon Petrus fiel er Jesus zu Füßen und rief aus: geh hinweg von mir, ich bin ein sündiger ’ “ Denn Staunen hatte ihn und alle seine hrten ergriffen ob des Fischfanges den sie ^cht hatten; ebenso auch den Jakobus und Jo- die Söhne des Zebedäus, die Simons ' n waren. Doch Jesus sprach zu Simon: dich nicht! Von nun an sollst du Menen". Dann zogen sie die Boote ans * 'verließen alles unb folgten ih: nach.
stellten bas Höchste bar, was bas Leben an In» halt habe, f5e seien bie höchste Erfüllung bes Seins. Sie feien zwar Menschen, welcher Nation auch, gleich, aber sie erführen in ber weiteren Aus« geftaltung immer stärkere nationale, besser larib« schaftllche Ausprägung.
Hier sehen wir bie Dinge ganz nahe wieder an das Religiöse herangerückt, wobei ausbrückllch bemerkt sei, daß dies Ethische zunächst gar nichts mit moralisch zu tun hat. Ein moralischer Mensch ist noch lange nicht ein religiöser Mensch. Ja, es gibt viele, unb heute lehr viele Menschen, bei benen das Moralische bas Religiöse behinbert, ja nicht aufkommen läßt.
In biesen beiben Referaten, Laban unb Bab,. gipfelte bie Tagung. Was sonst gerebet würbe» war entweber belanglos ober behanbelte organisatorische unb wirtltt-aftliche Fragen Unb dabei kam leiber immer krasser heraus, baß man heute doch leiber in einem internationalen Kunstbetrieb brinsteckt, der lediglich eine Gei gen-eit
zu sein scheint. Wie hat man nicht über Radio unb Film unb Schallplatte geschimpft, wie kläglich hat man geförbert, baß auch ber Künstler an dem Gewinn beteiligt sein müsse, ben ein Kaffeehausbesitzer - aus ber Musik ber Schallplatte unb bes Runb« funks zieht. Demgegenüber nahm Ministerialrat Kestenberg energisch biese zur Demokrattsierung bes Kunstgenusses außerorbentlich dienliche Crfinbun« gen in Schutz. Wie er, verkennen auch wir ntcht bie Gefahr ber Verflachung unb ber Züchtung einet ungefunben Mittelmäßigkeit, bie burch d efe Heber« tragungswerkzeuge besteht. Aber es will uns boch scheinen, baß eine so starke Hebung des allgemeinen Geschmacks dadurch bewirkt wirb, daß die Kunst nur davon Nutzen haben kann. Gewiß, die Kunst, besonders der ausübende Künstler, wird durch diese ' Erfindung wirtschaftlich bedrängt. Aber fragen wix mal, wohin er gedrängt wird. Abgesehen davon, daß zunächst dadurch eine sehr zweckmähtge Aus- lese erfolgt, wirb er auf bas hingewieie.i, was zum Urelement einer echten Kunst gehört, nämlich zur Gemeinschaft. Diese kann kein noch so vollkommener Lautsprecher ersetzen; biese Kunst bte auf ber Basis einer Gemeinschaft ruht, will immer, daß ber göttliche Funke von Mensch zu Mensch überspringe, rote sich Prof. Kestenberg ausdrückte. Unb nun kommen wir auf einmal auf bas zurück, was wir zu Anfang gesagt haben. Alles rein artistische, mechanische Können mag sich ver nter- nattonalif'eren. Es wirb bort seine beste Anregung unb Entfaltung ftnben. Ader bte eckte Kunst, unb vor allem bas Theater, sinb auf Gemeinschaft aufgebaut. Gemeinschaft aber ist auch bas stärkste Fundament des Religiösen, des Transzendentalen. Was zwei unb mehr Menschen, bie eigentlich nicht aus ihrem Glashause, wie ein Philosoph bas einmal genannt hat, herauskommen, dennoch mit- einander auf das innigste verbindet, ist das gemein, fame Schicksal, dies gemeinsame Stehen vor Gott, vor dem Ueberirdischen, dem ewig rätselhaften Unendlichen. Josef Tobias.
2lrb?iterftanb, aus dem Zustande der ir. . erhoben; ohne ihn vermögen alle tsbeftrebungen feiner sogen. Freunde »hüten, daß dieser Stand wieder in die ||e des alten Heidentums zurücksinke . . . tir einen Blick werfen aufdenArbeiterstand mtum unb auf ben Arbeiterstand im Chri- dcmn müssen wir dankbar bekennen, daß Ärbeiterstand Christus alles verdankt."
... ber Baumeister mitreben bars, wenn ®n den Dorn handelt, den er gebaut hat, das Christentum ein Wort mitreben, wenn M die Anliegen bes Arbeiterstanbes han- >nd ebenso darf gewiß auch ein Diener der eine Nennung hierüber abgeben.
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