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Von dsr Freude des Wanderns.

„Wahre Freude macht froh und gut, doch nur der Reingestimmte genießt sie. Darum können sich so wenig Menschen mehr herzinnig freuen".

Jahn

Das sind einige Iahnworte aus „Deutsches Volks­tum". Wie treffend lassen sich diese auf das Wandern anwenden. Das wird ein feder gleich zugeben, der selbst schon eine Fahrt gemacht hat. Und wenn er mit rei­nem Herzen hinausschritt ins blühende Land, dann ist er froh und gut geworden und frei dazu. Das sind die größten Freuden der Fahrt, wenn die Wanderburschen eintreten ins schattenkühle Dorfkirchlein und dort ihren Schöpter grüßen mit einem Lied, wenn abends unter sternilammendem Fimmel am lustig flackernden Feuer alte Mären, lustige und ernste, erzählt werden.

Ich habe die Jungen nie mit so großem Opfergeist für die Gemeinschaft eintreten sehen, wie auf den Fahr­ten, da Hut man oft sehen können, daß die Freude dem Kameraden Hellen zu können, den Kerls förmlich aus den Augen leuchtete; das war das frohe Herz, das den Reich­tum des Wanderns ausmacht und nicht etwa der Geld­beutel. Weil man weiß, daß einer auf den andern an­gewiesen ist, teilt man alles miteinander. Da geht ei­nem io recht das Verständnis auf. daß alle zufammenge- hären. fttteinanber verantwortlich sind. Mit Leichtigkeit gehorcht man und dient. Der Junge lernt es, sich aus eigene Füße zu stellen. Wandern heißt: „Aus eignen Füßen zehen, mit eignen Augen sehen und lernen, mit eignen hären.'

Keine Menschenart. meine ich, kann ihrer Gemiits- anlage nach, die Lust des fröhlichen Wanders so empfin­den wie wir Deutsche. Durch die ganze Entwicklunasge- schicbte unseres Volkes hindurch begegnen wir dem Wan­dertrieb als einem unserer aufdringlichsten Charakter- Züge.

Heute ist das Wandern wichtiger denn je. Vor allem muß man sein Vaterland kennen lernen, solange man rang ist, das wird leider zu oft von den Eltern nicht beachtet oder falsch verstanden, wenn sie sagen: „Ja rei­fen, das kommt später, zuerst soll der Junge etwas ler­nen, er ist noch jung, schöne Gegenden kann er noch ge­nug im Leben sehen". Nein, das kommt später so leicht nicht wieder im Leben, das gesellige, fröhliche Wandern der Jugend. Vielfach ist die Ablehnung gegen das Wan­dern, hauvtsäcküich größerer Fahrten, darauf zurückzu- führen, daß die Eltern nicht genügend aufgeklärt sind, über die Art und den Reiz des richtigen Wanderns.

»

Wir sind am frühen Morgen draußen. Im lachenden Morgenschein sehen wir der trillernden Lerche nach, die hoch emvorsteigt in das blaue Himmelszelt. Einige Stun­den wird marschiert, dann meldet sich der Magen und wir entschließen uns zur Frühstückspause. Schnell wird der Kochtopf abgeschnallt und bald flackert ein lustiges Feuer, auf dem wir uns ein köstliches Getränk bereiten. Gar lustige Szenen haben sich dabei schon abgespielt.

Einer wird abkommandiert, den Kakao zu kochen; zwei besorgen die dazu erforderliche Milch. Der Rest sucht Holz. Bald steht der Tops mit Milch gefüllt auf dem Feuer. Einige spielen nun Fußball. Hin und her

aussehen wird, wissen wir nicht. Die Arbeit bei uns, der Ausgang bei Gott!

Es wäre in mancher Hinsicht leichter, einfach die heu­tige Zeit abzulehnen und altmodisch in einem stillen Winkel zu leben. Das geht aber nicht. Wir wollen und dürfen es auch nicht Wir sind Kinder dieser Zeit und haben unsere Verpflichtungen. Um aber nicht der Mas­sensuggestion und der Oberflächlichkeit zu verfallen, brauchen wir viel kritischen Sinn, starke Lebendigkeit und lebendige Reli­giosität. Gerade die Verbundenheit mit der katholi­schen Kirche, die aus großer Erfahrung lebt, kann uns sehr viel helfen, wirklich modern zu werden. Es ist Unsinn, wenn man behauptet, die katholische Kirche sei unmodern. Das ist sie ganz und gar nicht. Die katho­lische Kirche trägt in sich die Weite und Sicherheit und Kraft, allen Zeiten gerecht zu werden, alle wertvollen Lebenskräfte und Errungenschaften in sich aufzunehmen. Sie besitzt aber auch den Mut, sich verderblichen Strö­mungen entgegenzustellen, auch wenn der Kampf noch so aussichtslos erscheint, und wenn sie noch so viel Spott und Hohn einstecken muß. Die Führung der katholischen Kirche kann und muß uns also erwünscht fein. Wir brauchen solche Führung, um uns in der heutigen Zeit zurechtzufiichen.

Das große Examen.

(Eine zeitgemäße Betrachtung.

Jeder, der studiert, muß verschiedene Examina be­stehen. Da soll er schriftlich und mündlich beweisen was er gelernt hat, oder besser, was er weiß. Das Er­gebnis ist aber keineswegs ein sicherer Beweis dafür. Sehr oft entscheidet das Glück, ob man grabe das weiß, was die Professoren gerne wissen möchten. Und es gibt Fälle, wo eine Brücke (die Gymnasiasten sagen „pons" oder: „brems") über etwaige Abgründe der Unwissen­heit sicher hinüberführt.

Es gibt andere Examina.

Sie werden nicht von Professoren abgenommen, son­dern vom Leben selbst. Da muß man beweisen, nicht was man weiß, sondern was man kann, was durch Erziehung und Selbsterziehung aus einem gewor­den ist. Das Ergebnis ist fast stets unzweifelhaft ein sicherer Beweis dafür. Es wird der tiefste Kern des Menschen offenbar. Alles Flitterhafte, Aeußerliche, alle Dressur und Etikette wird unerbittlich abgestreift. Der Mensch, so wie er in feinem tiefsten Innern ist, steht vor sich selbst und anderen.

Der beste Examinator in dieser Hinsicht ist das Leiden. Jene, die innerlich hohl und morsch waren, brechen hilflos zusammen und gewähren einen trostlosen Anblick, und das um mehr, je besser sie es ver­standen hatten, den „äußeren Schein zu wahren" d. h. durch äußeres Getue die innere Armut zu verbergen. Andern aber bietet sich nun die herrlichste Gelegenheit, ihre ganze Seelengröße zu entfalten. Alles Edle in ih­nen, alles Gute und Starke und Große, das vielleicht bisher verborgen schlummerte, kommt nun zum Vor­schein, wächst und erstarkt, wird zum Heldenhaften. Schließlich gibt es noch Zwischenstufen, vor allem solche, die vorübergehend versagen, dann aber sich wieder auf« raffen und durchzuringen suchen.

Der große Krieg war für Zahllose ein ernstes Exa­men. Wie sie es bestanden, haben manche selbst in ihren Kriegsbüchern niedergelegt. Da ist es eigentlich tief traurig, wie solche Bücher, die ausführlich beweisen, daß viele vollständig versagt haben, daß sie es nicht fer­tig brachten, das Furchtbare, was sie erleben mußten, zu überwinden, fondern jämmerlich zusammengebrochen sind, einen solchen Massenabsatz finden konnten. Mögen sie auch noch so wahr geschildert haben, wie es vielfach h e r g i n g, sie sind verderblich grabe für die Jugend, die keine Beispiele braucht, wie man unterliegt, sondern wie man siegt. Ob nicht viele Leser aus den Büchern den erwünschten Beweis herauslesen, daß man nicht fest bleiben kann? Daß die Verhältnisse stärker sind als der Mensch? Daß ihr eigenes Versagen nur zu natürlich, nur zu selbstverständlich und allgemein mensch­lich ist? Daß nicht sie, sondern die Umstände schuld sind an ihrem seelischen Zusammenbruch?

Da zeigt das Buch von Max Biber („Von Gas, Granaten und Soldaten", Fränkische Gesellschaftsdruk- kerei, Würzburg), daß es keineswegs „so kommen mußte", daß man die Schilderungen anderer keineswegs verallgemeinern darf, daß es auch no chandere gab. Hier tritt uns ein Krieger entgegen, der nicht zusammenbrach, der sich nicht unterkriegen ließ, der die Schwierigkeiten meisterte und vom ersten Tage an bis zum „Wegtreten" im Schloßhos zu Stuttgart seine Pflicht tat. Und er steht nicht allein. In seinen Schilderungen tauchen im­mer wieder Gestalten auf, die grabe so waren wie er. Dabei ist er kein Kopfhänger, kein Frömmler, wie manche sich so gern ben Gegensatz zur Schlechtigkeit vor­zustellen pflegen. Er ist ein „Mordskerl", um in feiner Sprache, die vorzüglich den unter den Soldaten herr­schenden Ton miebergibt, zu reden, der stets dabei ist, wenn es gilt, einen luftigen — nie gemeinen — Streich zu spielen, der das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Aus dem Buche weht einem ein frischer Geist entge­gen, kein Moder- und Fäulnisgeruch wie aus den an­dern. An solchen Büchern können wir nur begeistern, anstatt baß wir uns durch andere einen oben Pesfimis-

fliegt der Ball, doch als ihm einer einen etwas zu hef­tigen Stoß versetzt, landet der Ball--im Kakao.

Alles stürzt herbei, um das angerichtete Unglück zu beschauen. Lustig schwimmt der Ball auf dem Kakao, der sich erheblich verringert hat. Alles steht herum und be­gafft den Tovf, in dem einmal Kakao war. Doch bald schlägt die Stimmung um und mit einem herzhaften La­chen endet der Streich.

Der Magen ist beruhigt. Was nun? Eierschalen, Papier, ober sonstige Abfälle werden gesammelt und wieder eingepackt oder unter Hecken, im Laub, unter Stei­nen versteckt. Wie oft findet man draußen Vlätze. wo eine Wandergruppe lagerte, die dgnn dem Lagerplatze einer Zigeunerhorde gleichen. Nun gebt es weiter und zwar so lange, bis die Sonne uns zu sehr drückt. Dann ist große mehrstündige Rast. Es wird Ausschau gehal­ten narf) einer guten Kochstelle. Die schönste ist immer am Bach.

Der Feuermann maAt Feuer und unterhält es. Das Wassermännchen holt Wasser herbei, der Holzknüppe! sucht Reisig. Der Oberkoch hat mit zwei andern feuer­festen Burschen aus Steinen einen Ofen zurecht gebaut. Nun rührt er die Erbstwurst ein. Bald ist es gar, ober auch nicht ober ungebrannt. Der Oberkoch kostet! — Fein, ach bas schmeckt! Runter vom Feuer. Mehr ober weniger ungeschickt wird der Tons herunter balanciert, und „Essen" schallt es über den Platz. Da kann man alle flink sehen, fünfer als gewöhnlich. Jeder erhält seine Ration und der Hungrige noch einen zweiten Zug da schmeckt die Erbsensupe auch dem, der sonst bei Mut­tern ein Schnippchen zieht.

Von modernen Menschen.

- hat keinen Sinn, andauernd über die neue Zeit zu schimvfen und sich in die gute, alte Zeit zurückzuseh­nen. Mit Schimpfen ist bekanntlich überhaupt nicht viel getan. Im übrigen ist es so, daß jede Zeit ihr Gutes und ihr Schlechtes hat. Wenn man vergleicht zwischen heute und früher, so kann man nicht einfach sagen, frü­her sei es besser gewesen. Solche Urteile können aus sehr oberflächlichen Auffassungen entstehen. Man könnte vielleicht sagen, früher sei es bequemer gewesen. Damit ist aber kein Werturteil gefällt, höchstens könnte es dann zu Gunsten der heutigen Zeit ausfallen. Leider beur­teilen die Menschen vieles vom Bequemlichkeitsstand- punkt aus. In dieser Hinsicht war es in früheren Zeiten günstiger. Geschäftsleben, Politik, Patriotismus, Erzieh­ung, auch die Tugend — das alles war in früheren Zei­ten leichter. Heutzutage ist das Leben entschieden schwie­riger. Vielleicht besteht die größte Schwierigkeit darin, daß wir der heutigen Situation nicht gewachsen sind. Cs sind in der Menschheit ungeheuerliche Kräfte aufgebro- chen, die dienstbar gemacht werden sollen. Hierfür sind wir nicht hinreichend vorbereitet, sind nicht reif genug, um wirklich modern sein zu können. Wir leben in ei­ner Ueberqagnszeit. In solchen Zeiten — sie sind natur­gemäß feder großen Epoche vorausgegangen — haben die Menschen hnmer ihre große Not gehabt, mit allem fertig zu werden.

Die Schwierigkeiten dürfen uns aber nicht zu dem Urteil verleiten, als ob die heutige Zeit von Grund auf schlecht sei. Gerade in dem ungeheuerlichen Aufbruch der Kräfte: outer, zweifelhafter und auch schlechter muß man doch wohl etwas Großes sehen. Der Herrgott hat uns vor erschütternde Aufgaben gestellt. Es ist wirklich so Wir sollen uns nicht feige drücken und uns auf unpro­duktives Schimvfen verlegen, sondern sollen uns mit­ten hinein st eilen in den Kampf Dazu ge­hört, daß man die heutige Seit zu verstehen sucht und daß man die entinrechenden Kräfte sammelt um den Le- benskamvf zu führen. Dem Christen ist dieser Kampf vom göttlichen Meister norousqelagt worden — oft und einbrinnrjrfi Und es ist deshalb keine „schlechte"

Zeit, die den Christen zum Kämpfen zwingt. Solche Zeiten sind immer im Großen gesehen sehr segensreich und fruchtbar. Nur dieser Standpunkt ist für den Christen denkbar. Wir müssen Ja sagen zu dem zwanzigsten Jahrhundert, das doch auch im Wel­tenplane Gottes steht, muffen die Aufgaben sehen, die uns gestellt sind und müssen zum Kampfe bereit sein.

Man ist also nicht bann mobern, wenn man sich einfach von ben heutigen Strömungen treiben läßt und jede Mode mitmacht. Viele tuen es und bilden sich viel darauf ein. Dabei sind sie aber un­fähig ober zu träge zum Nachdenken und zu selbstän­diger Gestaltung der Dinge. Sie haben so wenig Ver­gangenheit in sich, spüren so wenig eigenes, trotziges Le­ben, baß sie sich haltlos dem Zug der Zeit hingeben. Der Christ prüft klaren Auges an Hand des Evangeliums die Zeichen ber Zeit unb sucht sich alle wertvollen Kräfte dienstbar zu machen. Unb alles lieble ist für ihn alsbald da, damit es getragen ober bekämpft wird. In jedem Falle hat er Gewinn. Es kommt schließlich nicht darauf an, daß wir es besser haben, sondern baß wir die Kraft besitzen, mit dem tatsächlichen Leben fertig zu werben Allerdings steckt in ben Menschen die Sehnsucht, es möchte besser um uns unb in uns werben. Recht ver­stauben kann uns bas ein tüchtiger Ansporn sein. Wir dürfen nur nicht etwas erwarten, was nicht möglich ist. Die Welt wirb niemals ein Parabies wer­den. Die Wissenschaft wird nie zu Ende kommen. Die Technik wird nie alle Kräfte ausschövfen, die der Herr­gott in die, Natur gelegt hat. Die Kunst wird niemals ihre letzten Formen finden. Die sozialen unb wirtschaft­lichen Nöte werden immer bleiben. Es wirb auch nie­mals einen völligen Frieden geben. Der Mensch wirb immer mieber dieselben Fehler haben. Stets wird Nie­dergang unb Korruption eintreten. Aber wir glauben immer wieder an einen Ausstieg. Wir lassen uns nicht unterkriegen, allen Schwierigkeiten zum Trotz. Wir arbeiten unverdrossen an ber Besserung ber Welt, baß sich das Reich Gottes immer mehr erfüllt. Wie es in hm fnmmenhon Generationen unb Jahrhunderten

And wenn wir marschieren.

Und »tim wir marschieren, dann leuchtet ein Licht, das Dunkel und Wolken sttahlend durchbricht.

Und wenn wir uns finden, beim Marsch durch das Land,

bann glüht in uns allen heiliger Brand.

Und wenn wir im Sturme dem Ziel uns genaht, dann ragt vor uns allen Neuland der Tat.

Du Volk aus der Diese, du Volk aus der Nacht, Vergiß nicht das Feuer, bleib auf der Wacht,

Wohlauf, in Gottes schöne Wett!

„Gott schuf das Land, ber Mensch die Stadt, ber Teufel die Großstadt." Gönnt uns die Flucht aus ber „Hölle"! Es hat wahrhaftig kein Mensch ein Recht, un­ser Sehnen nach etwas Erholun g als Mode- laune oder Sportfimmel herabzusetzen, einen Marsch in die freie Natur als Verrücktheit zu ver­spotten, unter Anrecht auf eine Kräftigung als heid­nische Schlechtigkeit in Verruf zu bringen. Wir haben sogar die Pflicht, an unseren zerschundenen Leib zu denken. Ein wöchtentliches Teil Ausspannen ist heute für den Städter einfach Lebensnotwendigkeit.

Und das wollen wir auch gleich sagen: So ein Nach- mittaqsspaziergang alten Stils, womöglich mit vol­lem Magen, steifen „Koks", einem Anzug neuester Mode, ber reißt einen auch nicht raus. Wir brauchen fo etwas wie eine Luftveränderung. Daß man mal den ganzen Schwindel vergißt; etwas anderes sieht unb zu hören bekommt; vernünftige Luft in bie Lunge kriegt. Die Mark für die Sonntagsfahrkarte ist gut ausgegeben. Je weiter fort desto lieber!

Wie feilten wir als Katholiken ben Reichtum ber schönen Fülle draußen nicht bejahen? Naturfreude ist Bestandteil katholischer Geistigkeit! Christus liebte die Berggipfel, die er durch fein Nachtgebet heiligte, liebte den See. die Aehrenfelder, die er beim Durch­gehen streichelte, liebte feine Landsleute und all die Er­innerungen aus feiner Knabenzeit, die Vögel des Him­mels wie die Lilien des Feldes.

Aber- Man verdirbt sich den Sonntag selber, wenn man dessen Höhevunkt in einem Negerleben sieht; im Baden und Sich-Braunbrennen-Lassen ober in einer indianermäßigen Streife durch jeden Busch Für eine solche Kultur bebauten wir uns! Dadurch wird die Menschheit nicht glücklicher. Man gewinnt einen freien Taa verliert aber den Sonntag.

Das brauchen wir und das wollen wir:

Katholische Erholung! Bei der man rote« der Mensch wird, durch Besinnung auf sich als Gott-Naters-Kind. in dieser Kindschast seine höchste stürbe erlebt unb in solcher Besinnung wieder zu ac•r Kräften kommt. Bei ber man lauschen lernt den Geist, der über die Erde weht und neuen

Mut, neue Tatluft, neues Leben einflößt. Deshalb ist ja ber echte Bauer trotz seiner bescheidenen Lebens­haltung so aufrecht unb innerlich stark, weil ihm die Re­ligion. bie Gottverbundenheit unb bie Gottahnung mit ber Saat aus bem Boden steigt, mit dem Halm wächst, sich im Sonnenschein unb Regen herniebersenkt. Darum auch dies: Ehrfurcht vor dieser Schotte, Schutz ihrer Schönheit unb Unberührtheit in alleroeg.

Katholische Fahrt! Welch purer Widersinn in so mancher Fahrt! Es schändet fein Ziel und vereitelt ben Zweck seiner Sonntagsfahrt, wer biese mißbraucht: Wer da im Zug ben papierenen Bahnsteigschunb mit sich führt, Hefte unb Illustrierte (o, wie illustrierte!) lieft, mit benen er zu Hause nicht gesehen werben möchte. Wer nicht daran bentt, daß es auch anständiges Schrifttum, gute Presse gibt.

In Freuden wandern läßt sichs nur, wenn es in Ehren geschieht! Das gilt auch für den Fußgänger. Die Kreuze, die da an den Wegen stehen, die wollen uns erinnern, uns fragen, ob wir in allem auf dem rechten Pfade sind. Es braucht nicht jede Beurlaubung in einer Ausschweifung zu endigen, jeder Jux zu einer bedenklichen Sache werden, jedes Vergnügen auf ein sittliches Durch­einander hinauslaufen. Der Sonntag macht nicht vogel­frei! Eine Sünde ist an ihm schandbarer als sonstwann. Nicht nur, daß du da mehr du selbst, gesünder bist. Es ist die Bestimmung des Tages, gegen bie bu verstößt. Und ber kann dich kein Waldweg unb kein Motorrad ent­führen.

Draußen im Wochenenb mutz auch Platz sein für ben Menschen, der auf sich hält, weil er sich verpflichtet fühlt und durch diese Verpflichtung geadelt. Will das bunte Leben draußen Volksgut, Kulturleben, Sitte werden, bann muß es auf frommer, alter Sitte aufbauen, ober es ist nichts dergleichen.

Katholifches Volksleben: Wir wollen uns hüten, noch weiter dazu beizutragen, daß bie Kirchen auf den Dörfern draußen aufhören, Herz der Ortschaften zu fein; daß diese unter den Einfluß eines schlechtgeführten Gasthauses, einer charakter- losen Presse, eines üblen Parteibüros kommen. Was sollte uns dieses Vorland sein, wenn darin genau so arme Teufel wohnten wie in unseren Gassen? Neh­men wir diesen Bergen und Tälern die religiöse Seele, dann treten wir sie tot, unb sie lassen uns bann ver­hungern. Es gibt katholische Landschaft, unb wir sind verpflichtet, uns für ihr Fortbestehen zu sorgen.

Darum auch: Mehr Verstänbnis für dieses Volkstum, feine Bräuche. Laßt, ihr Jungen, aus eurer Ferienreise neue Volksgemeinschaft werben! Der Sonn­tag sei nicht nur Gottestag, sondern auch ein Tag ber Menschheit, inbem er Mensch zu Menschen schließt — in einer ungezwungenen Freiheit, naturfjaften Gleich­heit unb kameradschaftlichen Brüderlichkeit, wie sie kein Parteiprogramm zu verwirklichen vermag.

(Aus dem „Katholischen Wochenendsührer", her­ausgegeben von der Freien Vereinigung für Seel» sorgshilse, Freiburg i. Br., Werthmannhaus).

mus einreden lassen. Die Jugend braucht Beispiel man bei aller Fröhlichkeit fromm, und bei aller s migteit ein Muster der Pflichttreue sein kann, wie durch unentwegte Freude, edle Kameradschaft und richtige Frömmigkeit ein „ganzer Kerl" wird, den achten und schätzen muß unb der sich auch vor sich nicht zu schämen brauch' Hardy S ch i l g e n.

Nach dem Essen große Reinigung der @ef*irre eventuell noch ein zweites Kochen, Kaffee für den mittag. Aber bann ist das Feuer nicht zu nergeimg Man löscht es am besten mit Wasser, ober deckt e- Erde zu. Ein Windstoß — ein Funke genügt, g*”M Unheil anzurichten.

Nach bem Mahl ist Erholungszeit. Klampfen Fiedeln finb schon am Werk.

Nach ber Mittaasrast geht es neu gestärkt auf ■■ Weg zur Jugendherberge. Gerade sendet die Soun letzten Strahlen als wir dort ankommen. ™an, 33 daran, ein Abendessen zu bereiten. Bald ist alles .... unb man läuft noch etwas hinaus in bie ftule

Schön ist eine Mondnacht auf einem Berge Rhein. Die Berge heben sich tiefblau vom ^Dn30^jn(,t« Tief drunten schlummert bas Tal, in hüllt, und nur das Bellen eines Hundes, des Wallers tönt zu uns herauf. Und uns. die sitzen auf dem Gemäuer einer alten Burg. Stille der NaAt. Es ist. als ob das Säuseln des des, das Plätschern des Wassers uns längst veraangenen Zeiten erzählen woltle. ja eDr Glockenschlag einer Kirchenuhr,_ oer dem Tale hernuftönt, weckt uns aus den Träum • noch einmal Geigen u. Klampfen herbei. 3an klingt durch die Sommernacht der Klang einer Melodie, und leicht tragen ihn bie Aetherwellen I“ den ungeheuren Weltenraum.---

Leise stehen wir aus. Bald liegt alles in unb ruht aus für den nächsten Tag, um neues 3“ > unb zu erleben.

Auch die Mädels sind da! Derbanbstagung der 3ungfrauenoereine des Dekanate, 1

Margretenhaun auf dem Florenberg.

Man schreibt uns:

Der vorletzte Sonntag steht unter bem Eindruck einer I schön gelungenen Veranstaltung der Jungfrauenverein» 1 des Dekanates Margretenhaun. Von Nord, Ost. Sud und 1 West eilten am Nachmittag des 22. Juni nahezu 500 j» | gendliche Gestalten — in der Gewandung mit den bu» I ten Blumen des Feldes wetteifernd — die Höhe | freundlich grüßenden, waldumkränzten Florenberg, 1 hinan, um sich dort unter ber Führung ihres Dekanat» I präfes, Pfarrer Thiergar t, zum erstenmal als einf 1 große Gemeinschaft zu fühlen. Der Tagung gab einte feierliche Andacht, die der Ortsgeistliche, Pkarrer N üd, W ling, in der ehrwürdigen Kirche hielt, weihevollen Auf« I takt. Pfarrer Nüdling fand Worte ber Anerkennung ob ■ ber starken Beteiligung ber Bereinsmitgtieber, Worte 1 berFreube ob der Ehre, gerade ben Florenberg al, I ersten Tagungsort bes Dekanatsverbandes ausersehet 1 zu haben. Noch ganz im Banne ber Fronleichnamsfeier I stehenb, betonte Pfarrer Nüdling den hohen Wert bet 1 Eucharistie für bie Jugenb als deren stärkste Kraftquelle I und pries Maria, die Himmelskönigin, als Vermittlerin 1 dieses höchsten Gutes.

Gleich einer jugendlichen Wehr versammelte sich al» M bann die katholische Mädchenschar im schattigen Ruch | bes Pfarrgartens. Nach bem munteren Musikspiel bes I Hattenhöser Jungfrauenvereins unb bem ausgezeichnet« 1 Vortrag bes Gedichtes „Aus laßt uns zu dem Berge I wallen" (oorgetragen von Frl. Hack, Petersberg), er» I öffnete Pfarrer Thiergart die Versammlung . Er richtete | Worte besonderer Begrüßung an die Präsides, in bereit i Mitte auch ber Pfarrer Ney nicht fehlte, an bie Diö» I zesanvorsitzende Frl. Fuhrmann, an unsere Iugendjw I sorgerinnen Frl. Stamm unb Frl. Fritz.

In kurzen Zügen gab Pfarrer Thiergart bann bett ■ Entwicklungsgang bes großen Zentralverbanbes I kath. 3ungfrauenoereini gatngen Deutsch. I lanbs bekannt, ber unter ber Leitung des ®enera(präks, F Herrn H. Kiens seinen Hauptsitz in Düsseldorf hat unb in 4000 Vereinen 800 000 Mitglieder umfaßt. Seit Sommer 1929 haben sich auch die Vereine der Diözese Fulda diesem großen Verbände angeschlossen und sam­meln in 141 Vereinen 12 500 Mitglieder. Diözesanprä. fes ist Pfarrer Wehner, Kassel-Rothenditmold, Steltoer« tretet und zugleich Dekanatspräses für Margretenhaun i Pfarrer Thiergart, Eichenzell. Zweck des Verbandes^ kath. Sungfrauenoereinigungen, so führt Herr Pfarrer" Thiergart weiter aus, ist es: Fragen der weiblichen 3 gend zu erkennen und zu vertreten, in gemeinsam« Tagungen Freude und Fröhlichkeit zu wecken, vor «!lem aber in ber Kongregation wahre Marienverehrung W' i fordern. Die heutigen Verhältnisse haben tief in bu ; _ Frauenleben hineingegriffen und stellen besondere UW forderungen an bie Frau in jedem Beruf, in ber Gesell­schaft, im politischen Leben, in ber Familie. In einet | Zeit aber, wo Materialismus unb Sittenlosigkeit Platz j gegriffen haben, muß jede Jungfrau, bie dazu bestimmt 1 ist, am Aufbau der kommenden Generation mitzu wir- I ten, ein Ideal suchen, das chr lebendiges Vorbild MW kann. Maria ist dieses Ideal, sie, bie Jungfrau aus de» W stillen Städtchen Nazarech, die Gnadenvolle, die Erlöser- - mutter, bie in selbstloser Hingabe ihrer Persönlichkeit^ lebensroarm aus der Bibel als Sonne auch heute nogM ber Frauenwelt entgegenstrahlt. — Diese Worte atm bem Munde ihres Präses gesprochen sanden Widerhall in bem Siebe „Immaculata", vorgetragen von «M Sungfrauenoereinen Eichenzell unb Petersberg.

Jungfrauen, seid stark gegenüber der trügerisch« Z Wett, gegenüber ben Auswüchsen ber Mode, gegenüber ber Vergnügungssucht, bas waren bie Leitgedanken unter denen die Detanatspräfeftin, Frl. Lehrerin Bogel, J>g| tersberg, herzliche Worte der Ermahnung für ihre Per«, einsschwestern sand.

Nachdem bei Kaffee unb Kuchen ber Magen zu fM nem Recht gekommen unb burrfj witzige Theaterftückme bie Lachmuskeln gehörig in Bewegung gesetzt n>ow«f| waren, sprach Diözesanpräses Pfarrer Wehner, W| sei, ber es sich nicht hatte nehmen lassen, trotz der 0“*l ßen Hitze bie Reise zu unternehmen, um ber Tagung wohnen zu können, noch einmal zu ber

Schar. Sein Weckruf, der dem treuen Festhalten an o« 1 ewigen Gesetze galt, tltmg aus in ben Worten: die Höhenluft, die ihr heute empfangen, in b*e."te j rungen eurer Täler unb Arbeitsstätten, bamit wappnet seid, ben Daseinskampf um bieJReinljeit Jugend aufzunehmen unb zu bestehen."

Unb bann hatte das Vergnügen das Zepter ®*| schwang es über Gesang, Spiel unb Tanz. Trennungsftunbe schlug, schieden wohl alle mit drm fühl tief r Dankbarkeit unb mit dem schönen Bewuhye»« eine Freube erlebt zu haben, „die keine Bitterteit !)«■ lieft", weil sie rein und gut war.