Einzelbild herunterladen
 

NILS

Im Reich -es kmoes.

Lrittfche Gedanken zum Kindertag am 24. Iuni.

Von Hedwig Krauskopf.

Tag des Buche», Tag der Mutter, nun: Tag des Kindes — was für „Tags" die Geschäfte wohl noch er­finden werden, nachdem die „95 Pfennig-Wochen" oder wie die früheren Reklametage hießen, veraltet sind wie die künstlichen Blumen auf dem Vertiko! Das fehlte uns noch: ein Tag des Kindes! Ms ob nicht, um dem bekannten „dringenden Bedürfnis abzuhelfen", schon vor dem Kriege die Amerikanerin Ellen Key unsere Zeit das „Jahrhundert des Kindes" gestempelt und nun unsere Reichsverfassung im Artikel 120 festgesetzt hätte: „Die Erziehung des Nachwuchses zur leiblichen, seelischen und gesellschaftlichen Tüchtigkeit ist oberste Pflicht und natürliches Recht der Eltern, über deren Betätigung die staatliche Gemeinschaft wacht!" Böse Zungen haben gesagt, indem man das Kind so zum -.Problem" gemacht, hätten die Erwachsenen am klar­sten bewiesen, wie weit sie „oerkindischt" seien: ein richti­ges Jahrhundert der Kinder! „Wie sage ich es meiner Mutter?" — diese Frage ist in der Tat mehr als ein Bolkswitz! Denn hat man schon jemals so wie heute ge­klagt über die Verderbtheit und Schlechtigkeit der Ju­gend, über ihre Großmannsucht bei doch offenkundiger Schwäche, noch etwas zu leisten. Hält man unsere mo­dernen Schulen nicht für eine Art Plantschbecken des Dissens! Tatsächlich klagen unsere Universitätsprosts- foren, aus den höheren Schulen sei noch nie so wenig ge­leistet worden als heute, wo selbst dies Wenig noch zu viel sei, wenn man die jeden Tag erneuten Klagen be­denke über zu hohe Schulsorderungen und -belastungen, die schon Quartaner zur Pistole greifen lassen. Keine Zeit und kein Volk hat je solch herrliche Schulbauten ge­kannt wie die unsere, mit all dem, was heute dazu ge- dört an Horten, Gärten, Landheimen, Beratungsstellen. Schwestern, Aerzten, Elternbeiräten, Schülerräten und Bkinisterialerlasien, das Gewicht der Schultornifter zu prüfen — als ob unsere Jungen noch Tornister trügen und nicht Aktenmappen.

Wir könnten noch mehr dergleichen Dinge nennen — ober würden sie nicht immer nur deutlicher beweisen, wie >Zhr Kind nud Jugend tatsächlich doch ein Problem lind? ist hoch nicht alles in Ordnung mit unserem Nachwuchs, wenn trotz all der Errungenschaften doch noch so viele Schäden da sind, mehr vielleicht, als je. ®s ist doch klar: Wer Tiere oder Blumen züchten will, bemüht sich erst um die dazu nötigen Dorkenntnisse. Wer 5eib und Seelen seiner Kinder erziehen wlll, tut da» so nebenbei, ohne auch nur irgendwie sich darum zu turn’ fnern, w i e man das eigentlich machen muß. Wohl pk'cht man von einer Erziehung»-,Kunst", aebr wir un- iorrichj^o uns über sie noch nicht mal so, als wenn sie ‘!n „Handwerk" wäre. Neuzeitliche Wissenschaft hal b'neingrleuchtet in das dunkle Kind erlaub: an diesen P°ßen Entdeckungen geben wir Ellern gleichgültia and

unwissend vorüber. In den letzten Jahrzehnten sind so viel pädagogische Götzen gestürzt worden, die wissen­schaftliche Pädagogik hat sich zu ganz ungeahnten Er­kenntnissen vorgearbeitet, die großen Lehrerorganisatio­nen haben sich in ernstem Bemühen auf kluge, weit­schauende Programme geeint, gescheite und tapfere Leit­sätze sind geprägt worden — aber in unsere Elternkreise ist noch kaum etwas davon gedrungen, so, als ob wir uns einfach nicht darum zu kümmern brauchten, wie wir aus den Menschenknospen möglichst schöne Blüten und Früchte entwickeln können. Die Sage vom Räuber Pro- krustcs, der alle Vorüberwandernden gewaltsam in sein „Normal"-bett einpaßte indem er bei Großen das Ueberstehende mit der Axt abhackte, die Kleinen aber zur nötigen Länge auseinanderzerrte, ist das Sinnbild für manche sogenannte gute Eltern, die gerne gute oder gar Musterkinder erziehen möchten und garnicht ahnen, daß in den Kindern, auch schon in den ganz kleinen, wert- ooller Eigenwuchs knospen möchte zu ganz eigengearteten Leistungen und Werten. Richt wahr, wenn man Kinder malt, dann stellt man sie eben als kleine Erwachsene dar; „Kind" heißt ihnen „noch nicht Erwachsener". Man betrachte aber den Körper des Kindes, um zu sehen, wie ganz andere Verhältnisse an ihm sind: der Kopf etwa „viel zu groß". Ebenso irrig ist die Meinung. Entwick­lung sei nur Größenwachstum und vollziehe sich um so schöner, je eher die „Größe" erreicht sei. So, als ob der Frühling um so schöner sei, je eher der Herbst ist, und der Winetr um so echter, je halber es Frühling werde. In Wirklichkeit ist das Kind auch geistig etwas ganz an­deres, denn ein „kleiner Erwachsener". Es ist auch und in jedem Entwicklungsabschnitt ein vollwertiger Mensch, mit eigenem Wert, eigener Bedeutung, eigener Schön­heit. Das Kind lebt demnach in einer ganz anderen Welt als der des Erwachsenen. Und erst, wenn wir diese wenigstens sehen, begreifen wir, daß darin noch lange nicht alles belanglos ist, was für uns Große ne­bensächlich, unwichtig wäre. Gewiß, es gibt Kindertrü- nen, die nicht viel auf sich haben: aber es gibt auch solche, die sich tief einbrennen in die Kindesseele: Schon das kleine Kind wird bewegt von Leidenschaften, von Liebe, Eifersucht. Haß, Glückseligkeit, Neid, es empfindet Ungerechtigkeit, Launenhaftigkeit, besteht schweren Kampf mit seiner eigenen Scheu und Aengstlichkeit, wird ge­quält von Minderwertigkeitsgefühlen und bewahrt Jahrzehnte hindurch frühe Eindrücke, deren Bedeutung man so lange unterschätzte. All diese Dinge muß die Mutter wissen und darnach bandeln. Für sie heißt es z. B. den richtigen Weg zu finden, zwischen der Zärt­lichkeit, die das Kind bereichert, deren es sogar bedarf, und jenen schädlichen Liebkosungen, die ein frühes Er­wachen der Sinnlichkeit auslösen. Noch wichtiger ist für un« Eltern die Kenntnis der Zusammenhänge zwi­

schen Körper und Seele. Sehr gering ist da insbeson­dere noch das Wissen um die Tatsache, daß es im Kör­perlichen wie im Geistigen nicht entscheidend ist, was der Mensch von Natur mitbekommt, sondern was er daraus macht. Wie Schiller einst sagte: daß es der Geist ist. der sich den Körper baut. Welche Aufgaben ergeben sich daraus für uns Eltern während unserer Kinder Sturm­und Dranggeit. Es entscheidet das Leben unserer Jun­gen und Mädel, ob wir ihnen schon zu Anfang ihres Puhertätserlebens den tieferen Sinn und von daher die Verantwortung dieser Erscheinung ins Bewußtsein he­ben können.

Man spürt, welche FMe von Fragen sich auftut, wenn man nur einmal anfängt, über das Kind und seine Erziehung nachzudenken. Es ist das Verdienst einer klugen Frau, der Adele Schreiber, daß sie uns Eltern geholfen hat, all diese vielen, kaum geahnten Fragen zu sehen und auch zu beantworten. In der Deutschen Buchgemeinschaft gab sie zusammen mit besten Kennern dieser Fragen, Lehrern und Aerzten, Männern und Frauen, ein nicht zu umfangreiches Buch heraus, in dem alle ernstzunehmenden, wenn auch nicht alle im gleichen Maß zu bejahenden Anschauungen unserer Zeit über Kind und Jugend zum Ausdruck kommen; über Pflege, Ernährung, überhaupt alle Gesundheitsfragen, u. a. die Vererbung, über Elternhaus, Kindergärten und Schule, sowie die Berufswahl, die Jugendwohlfahrts­pflege, Wandern u. Sport, über die mannigfachen Fragen der Erziehung, die in unserer zwiespältigen Zeit nicht nur besonders zahlreich, sondern ebenso verwirrend sind. Wer dies auch vorbildlich bebilderte Buch „Im Reich des Kindes" durchgelesen hat — obwohl es an die tief­sten Fragen herangeht, ist es in seiner herrlich klaren Sprache jedem zugänglich — dem tun sich 6Te rechten Wege auf zum Glück der Kinder und damit zu unserem eigenen, dahin also, was der Kindertag anftrebt, wenn wir ihn recht verstehen: daß an jedem Tag des Jahres ein Kindertag sei.

Spielzeug am Kindertag.

Von Dr. Dora Edinger.

Das Jahr ist lang und zählt der Tage viel, in denen man sich Freundliches erweisen kann, aber der Deutschen Sinnesart will auch dafür einen Tag vorgeschrieben ha­ben, darum ist bei ihnen vor allem Volk die Sitte der Bescherung eingeführt. Das gute Herz hat fein beson­der Landrecht, sagt Scheffel in seinem „Ekkehard". Und dies gut Herz hat nicht genug an einem Tag des Be­schenkens mehr, und so ist denn hier und da der Ge­danke lebendig geworden, den Johannistag zu einem „Kindertag" zu machen, einem Tage, an dem die Ellern ihre Kinder durch Gaben erfreuen sollen. Es gibt wohl viele, die dabei den Kopf bedenklich schütteln und mei­nen, heute, in unserer sorgenvollen Notzeit, sei es nicht recht, noch mehr zu verschwenden — nur das Nötigste solle erlaubt sein! Aber so trüb und trostlos sieht es wohl nirgends in diesen strahlenden Sommertagen aus, daß man es für unrecht halten könnte, ein Kind durch ein Geschenk glücklich zu machen! Denn Spiel und Spielzeug ist dem Kind so nötig wie dem Erwachsenen ein Blumenstrauß, ein Weg durch blühende Wiesen — und so weit wir menschliche Geschichte zurückversolgen, war keine Zeit zu arm, keine Gemeinschaft fo bedrückt, daß sie nicht irgend welches Spielwerk für ihre Kinder geschaffen hätte — rührend armselige Dinge oft, wie wir sie verstaubt und verblichen im Museum wohl noch fin­den, wenn sie die stürmische Liebe ihrer einstigen kleinen Besitzer durch ganz besondere Zufälle überdauert hoben. Denn eigentlich ist Spielzeug dazu geschaffen, verbraucht zu werden! Jedes gesunde und unbefangene Kind ist erst recht vertraut mit dem neuen Spielzeug, wenn es nicht mehr so ganz tadellos und unverletzt ist — es muß etwas mit feinem Eigentum „tun", es nicht nur bewun­dern, um es einzubeziehen in feinen Lebenskreis. Darum werden ja auch die schäbigsten und zerbrochensten Dinge von unseren Kindern am heißesten betrauert, wenn es ganz unmöglich ist, sie noch einmal mit Pflaster und Seim zu heilen, darum muß auch heute noch manch kran­kes Auto „in die Fabrik" und die Puppe „in die Puppen­klinik", um „verwandelt" wiederzukommen. Eine Zeit- lang hatte es den Anschein, als hätte unsere Spielzeug­industrie für diese allgemeine Beobachtung aller Eltern gar kein Verständnis: das überhaupt Erschwingliche war so wenig dauerhaft, daß es zerfiel, ehe das Kind es noch lieb gewinnen konnte, und Reparaturen waren garnicht möglich (vor allem nicht die üblichen mit Leukoplast und Syndetikon — welche Mutter hat das nicht erfahren!) Wohl gab es wundervolles und haltbares Spielzeug, aber das war so teuer, daß es nicht für den täglichen Ge­brauch war, und so erst recht seinen Zweck verfehlte. Aber man muß ehrlicherweise zugestehen, daß es jetzt wieder besser geworden ist: das Spielzeug scheint nicht

Gegen üblen Mundgeruch, nach längerer Mundruhe unv nach dem Rauchen benutze man zum Desodorieren und Aro­matisieren des Atems eine Spülung mit dem herrlich et- 'rite?"*'— "kümwdgiit-Mundwasser »lasche 1 — Mk.

mehr hergestellt wie irgend ein anderer „Modeartikel" auch — man hat wieder an unsere gute handwerkliche Tradition angeknüpft und in den teilweise erneuerten Formen Spielzeug hergestellt, das jener ganz heißen Kinderliebe standhält. Vor den Läden, in denen solche schönen und farbigen Dinge zu kaufen sind, sieht man mindestens so oft Große wie Kinder bezaubert stehen bleiben: wie Blumen sind sie zur Freude für den, der sie gibt und den, der sie nimmt. Auch Slrnnen gehören ja streng genommen wohl zu den entbehrlichen Gütern — doch je kühler und sachlicher und nüchterner unsere Woh­nungen — je weniger können wir sie entbehren. Und darum sollen sich auch die sparsamsten nicht von ängst­lichen Rechnern die Freude verderben lassen, am „Kin­dertag" zu schenken; wer liebt verschwendet allezeit — das gute Herz hat sein besonder Landrecht!

Verstecken!

Verstecken! Wundersamstes und schönstes Spiel aller Kinder, der von gestern, von heute und morgen! Ver­stecken! Suchen und Finden! Höhepunkt und Inbe­griff kindlicher Freude!

Mitten im Großstadtgetriebe geschieht es! In einer der Hauptstraßen, wo sich Geschäft an Geschäft reiht, und die Menschen eilig und lebendig sind! In einer der breiten Türntschen an der Wand preßt sich eine schmale Kindergestalt! Eng geduckt steht sie, in Erwartung! Nur wenige Sekunden steht sie still! Dann schaut ein klei­ner blonder Kopf mit ein paar hellen Augen ver­schmitzt um die Ecke, wartend und erwartend! „Huhu, Mutti", lacht es bann mit einem dünnen Puppenstimm- chen! Schnell drückt sich der Junge wieder in seine Ecke!

Er schlägt die Hände vor das Gesicht, aber durch die einzelnen Finger, die er gespreizt hält, blicken lachende Augen. t

Eine junge blasse Frau erscheint in der Türnische! Sie blickt eifrig suchend und fragend um sich und scheint in Aufregung! Sie darf ihren kleinen Buben doch nicht sofort erblicken, sie weiß gut, wie Kinder verstecken spielen! Sie. schüttest den Kopf, denkt nach, und schaut unentwegt nach einer anderen Richtung! Da zupft sie eine kleine Patschhand am Mantel! „Mutti!" lacht es. Sie dreht sich um und tut erstaunt und überrascht! Dann schließt sie mit einem großen Freuen ihren kleinen Jun­gen in die Arme. „Ich habe dich ja so gesucht", meint siel Der Junge lacht, ergreift die Hand seiner Mutter und trippelt fort.

Er spielt, und sein kleines Kinderherz ahnt nicht, daß aus diesem Spiel einmal grausamer Ernst wird; daß Mütter immer und ewig ihre Kinder suchen und durch Not und Einsamkeit und Schmerz und Leiden gehen um sie zu finden! Grete.

Reue Gewebe.

Bon E m f i.

Mr Sportzwecke kommt aus Paris ein neues Ge­webe, schräg gearbeitet, sehr weich, hell und einfarbig, unter dem Namen Rudic heraus! Diallaine ist in om- brierten Tönen tariert. Lissye eignet sich besonders für Jackenkleider, die oben erwähnten Stoffe auch für Complets. Eine Mischung von Jersey und Kasche (Djiersakascha) zeigt auf glattem Grund breite Bor­düren und schmäler werdende Streifen. Als neuestes Muster gelten große Pfeile. Sehr apart ist die krepp- artig gewebte Mouffeline pointille mit winzigen Töpf­chen. Unter den einfarbigen Stoffen bevorzugt man Rot, Königsblau, Grün oder Marin.

Aus Tweedstoffen fertigt man heuer nicht nur Klei­der, Jacken und Mäntel, sondern auch Hüte, Handtaschen und Schals.

Die Frau im Berus.

Die Frau als Richterin. Nach einer Mitteilung des Reichsju'stizininisters Dr. Bredt sind zurzeit in Deutsch­land 7 4 Frauen in Kister ft eilen tätig.

Die Frau als Erzieherin.

f. Stotternde Kinder haben stets eine fehlerhafte At­mung. Deshalb muß vor allen Dingen die Atmung, wie sie zum Sprechen nötig ist, geübt werden. Das Einatmen hat kurz und tief, das Ausatmen langsam zu geschehen. Am besten ist es, man läßt diese Atem­übungen mit Stimmübungen verbinden. Man läßt die Einatmung flüsternd vornehmen und beim Ausatmen die Worte lauter anschwellen. Dazwischen läßt man Unterbrechungen und Atempausen eintreten. Ein feftet Stimmeinsatz wird erreicht, wenn man mit dem Vokal leise und tief beginnt und ihn etwas dehnt.

Die Frau in der Küche.

— Kalles Gericht: Reis mit Früchten. % Pfund Reis wird gut gewaschen und muh dann langsam in halb Wein, halb Wasser oder in Apfelwein aufquellen. Zuletzt gibt man ein Glas Rum hinzu. Der so gekochte Reis darf nicht zu weich [ein, die einzelnen Körner müssen ganz bleiben. Die erkaltete Reismasse wird so­dann abwechselnd mit eingemachten Früchten in eine Glasschüssel getan ober auf eine Glasplatte geschichtet und kranzartig • ; den Früchten umgeben. Je älter bas Gericht ist, befto besser schmeckt es.

— Feines Gurkengemüse. (Für 4 Personen.) Zu­taten: 1 Klg. Gurkenstücke, 50 Gramm Butter obet Speckfett, 1 kleine Zwiebel, 1 Eßlöffel Dill, Salz, Pfest fer, der Saft einer halben Zitrone, 1 Teelöffel Zucker, 10 Tropfen Maggis Würze und 1 Eidotter. Zuberev tung: Die in nicht zu dünne Streifen geschnittenen Gur­ken, aus denen man die Kerne mit einem silbernen Söf­fet entfernt hat, schmort man mit der geriebenen Zwie­bel in der Butter ober bem Speckfett an, ohne sie braun werben zu lassen, gibt 1 kleine Tasse Wasser, 1 Eßlöffel gehackten Dill, bas nötige Salz, eine Prise Pfeffer, ben Zitronensaft unb ben Zucker dazu, läßt 20 Minuten langsam schmorren, zieht bie Tunke mit einem Gibotier ab unb verbessert ben Geschmack mit Maggis Würze. M. W

Die praktische Hausfrau.

7? Tintenflecken können aus Woschstoffen mit bei, sogenannten Tintenstift entfernt werden. Danach heißt es aber gut mit warmem unb kaltem Wasser auswaschen. Bei farbigen Stoffen saugt man ben noch nassen Fleck mit befeuchtetem Löschpapier ab und behandelt ihn dann nach Vorschrift mit einem der chemischen Pulver, die unter verschiedenen deütschen und englischen Namen verkauft werden. Eingetrocknete Tintenflecke spurlos zu entfernen ist häufig unmöglich. Wertvollere Stücke gibt man am besten in eine Reinigungsanstalt, wo man dann Bescheid erhält, ob der Flecken überhaupt noch zu entfernen ist. Tintenflecken auf Parkettböden lassen sich meist mit Zitrone entfernen; sind sie schon sehr eingetrocknet, müssen sie mit Glaspapier abgerieben und die tSelle nachgewachst werden.

f. Rostflecke lassen sich aus Wäschestoffen aller Art schnell beseitigen, wenn man bas betreffende Stoffstück über einen Topf spannt, der mit siedendem Wasser ge­füllt ist, und von oben her siedendes Wasser auf bie Flecke tropft. Schon nach kurzer Zeit sinb bann bie Flecke verschwunden.

f. Stearinftetfen werden auf allen Stoffen mit wei­ßem Löschpapier bedeckt und mit mäßig-heißem Eisen überbügelt. Das Bügeln mit gleichzeitigen Verrücken des Löschpapiers muß solange fortgesetzt werben 'm» sich auf diesem keine Fettspur mehr zeigt.

Das Kind.

Rein wie uns das Licht gegeben Tritt es rein in unser Leben, Anfangs ganz noch Gott befangen Bis es dann mit zagem Bangen Seine Erbenwelt erkennt.

— Wie vom Himmel losgetrennt, Wie ein Stern, ber niederzieht, Wie ein ewges Kettenglied, Das in Liebe uns verbindet, — kommt — und ist — und heimwärts findet. --ist das Kind--

Grete Migeob.

Bahnfahrt.

Don Hans G ä f g e n - Wiesbaden.

Städte, bie hu nie betreten, Dörfer, bie du nie gesehn, Tauchen auf in raschem Wirbel, Grüßen hastig unb oerwehn. Täler, wo du rasten möchtest, Wesen, golden überblüht, Seen, Teiche, Silberbäche, Drin bie Abendsonne glüht.

Ost noch denkst du an bie Steife, An bas bunte Spiel zurück.

Eine Stimme fragt im Herzen: Do ist Heimat? Wo ist Glück?

Leb enspitgerfchast.

Don Eäcilie Golbau-Jagfelb.

Greff fang es einmal: ,Ach, was find bie Seen, bie himmlisch blauen, was bie Berge mit beschnetter Spitze, bunte Wälder, Taubeglänzte Auen, wenn ich liebend nicht ein Herz besitze, dem ich, was ich fühle, kann ver« trauen." —

Wenn man immer wieder von ben hohen Ziffern der Ehescheidung hört, sollte man meinen, es gäbe in un­serer Zeit doch sehr viele Menschen, die entweder reich­lich dumm sind oder nicht glücklich fein wollen. Ist es mm schon kein Zeichen für Klugheit, wenn ein Paar, bas sich doch liebte, sich wieder trennen kann, so ist es sicher auch keine 5Augheit, das Glück da, wo es sich bie­tet, hinauszuwerfen. Unb sicher müßte bas Glück dort wohnen, wo zwei Herzen in einer großen Stunde in einem Gedanken eins waren, glücklich zu werben und glücklich zu fein. Nicht nur viele Männer, sondern auch viele Frauen, die in die Ehe gehen, find sich qm Anfang biefes Weges nicht darüber Mar, daß jeder Mensch ne­ben dem äußeren auch ein inneres Leben hat. Nicht je­der denkt, daß ber alle Natur heimsuchende Herbst unb Winter auch das Menschenleben ersoffen muß. Unb so. nicht den ganzen Menschen in seinem ganzen Wesen liebend, treten dann einmal die Zerwürfnisse ein, die unmöglich wären, wenn die Liebe klug, wenn sie wahr und echt gewesen wäre, denn wahre Liebe ist klug.

Jeder Mensch hat seine Vorzüge unb seine Fehler. Wenn wir keine Fehler hätten, mären wir alle Heilige. So weit aber sind wir nicht, wie mir, wenn wir uns bei ben großen unb kleinen täglichen Sünden ertappen, wohl ernstlich zugeben müsien. Und diese kleinen Sün­den, die wir an uns selbst so gern nicht bemerken wol­len, aber an unserem Lebenspartner immer wieder an­kreiden, sind denn die Ursachen erst Meiner unb später stärkerer Reibungen, die den Frieden stören, ohne nen das Glück nicht denkbar ist. Elaudius sagte es uns schon: „Wir sind nicht in der Welt, um zu grübeln und zu zanken, sondern, um heilig zu leben, und ist die Ehe die Lebenspilgerschaft zweier Menschen, die doch das Herz zusammenführte nicht der Tempel, in bem zwei Menschen innig verbunden, sich ergänzen, fordern und hinaufragen können zur Anschauung Gottes?"

An kleinen Dingen muß man sich nicht stoßen, wenn man zu großen auf dem Wege ist. Unb, wer fein Herz einem anderen gab, um mit ihm den Weg der Herzens- und Seeleneinheit zu gehen, über das Grab hinaus, der ist sicher auf großem Wege, ist doch der Weg jedes Men­schen der, über den Dingen der Zeit auszukommen, dort, wo sie Harmonie die Kleinheiten des Lebens über­brückt, wo das innere Glück wirklich und wahr :st.

Schleiermacher erkannte diesen hohen Sinn der Ehe auch, wenn er sagte: „Alles gefühlt zu haben, das ist der Reichtum des Lebens". Und es ist so, auch manche Bitterkeit, die uns der Lebenspartner bereitet, manche Enttäuschung, die wir an ihm erfuhren, sollte doch Führer zu einem Empor uns fein.

Viele Frauen meinen, wenn das Leben seine Schat­ten über die Ehe breitet, sie müßten jetzt mit Heftig­keit zu erreichen versuchen, was die Güte nicht ver­mochte. Sie mühten dem Mann immer den Spiegel vor Augen halten, und ihm zeigen, daß das weibliche Genrüt auch aufbrausen kann. Solche Frauen be­festigen chr eigenes Glück nicht. — Goethe sagte es: „Es gibt viele Dinge, die wir durch Heftigkeit errei­chen sollen, doch andere nur können durch Mäßigung unb Entbehrung unser eigen werden." Diese Dinge sind insbesondere das Verständnis der Frau für die Eigenarten des Mannes. Mit Mäßigkeit und liebender Hingabe kann eine Frau Untugenden des Mannes weffe überwinden, aber Heftigkeit verdirbt. Es stimmt schon, was ein Dichterin tief empfundener Stunde sagte, em Dichter, der seinen Namen nur in wenigen, aber umso tiefer empfundenen Worten hinterließ: „Ver­suche es nur, o, Herz. Es ist so leicht doch, gut zu fein und es zu scheinen ist so schwere Pein."

Viele Chen, die das Glück nicht kennen, könnten glücklich sein, wenn sich die beiden Lebenskameraden nur zurückdenken wollten in die Tage, da sie sich fan­den und sich fragen wollten: „Bin ich denn besser als der andere Teil, oder opfere ich mehr für ihn als er für mich?" Dann sähe es anders aus. Dann würde manches Herz, das sich in Lebenskämpfen und Irrun­gen verhärtet, wieder weich werden, und keine Ehe würde zerfallen, nein es würden alle Ehen nur einen Weg kennen: Einheit in Zeit, Einheit in Ewigkeit.

Es gibt ein hübsches Liedchen: „Herr, die Meinen, ach bring sie mit mir, in die himmlische Heimat zu Dir!" Wo dieses Liedchen Bewußtsein ist, da wohnt das Glück. Gibt es eine angenehmere Vorstellung als die, dereinst neben denen zu ruhen, die man liebte? Nein, wenn man über das Leben hinaus denkt, dann ist diese Vor­stellung eine Rose im Kranze vieler Dornen. Zusam­men wandern, zusammen ruhen und zusammenbleiben, nach dieser Zeit.

Eine Menschenseele finden . . . Die Ehe gibt jedem diese Möglichkeit. In Ehen mit Kindern sind viele Seelen zu finden. Finden die Kinder auf den Herzen gefügte Ordnung, dann fügen sie sich so leicht, dann sind viele Seelen gefunden und . . . was hätte denn der Mensch, wenn er einen riesigen Schatz zurückließe, aber nicht eine Seele, die an seinem Grabe eine Träne weinte und der Stunde harrte, dereinst wieder vereint zu sein mit dem/ von dem sie gegangen.

„Das höchste Glück hat keine Lieder. Der tiefste Schmerz hat keinen Laut. Es fpiegeln sich die beiden Lieder im Tropfen, der im Auge taut . . ." Lebenspil- gerschaft sei unser Weg für den andern, sei unser Glück, für ihn etwas zu tun, damit er glücklich sei und sein Glück sei unser durch die Kraft der Liebe.

Liebe, tiefreine Liebe ist das Wesen der Frau. Selbst Nitzsche sagt es: „In eurer Liebe sei euere Ehre. Wenig versteht sich sonst das Weib auf Ehre. Aber dies fei eure Ehre immer mehr zu lieben, als ihr geliebt werdet und nie die Zweiten zu fein." Das ist eine schöne Wahrheit. Unsere Liebe ist unsere Ehre und kein kein Weg zur Ehre war je begrenzt mit lauter Rosen. Es stehen immer Dornen und Disteln an Wegen, die zu Blütentälern führen und wer den Himmel ganz nahe schauen will, muß Bergeshöhen ersteigen.