freien Mrftbischofstuhles in Brixen! Nach der Romrerse des österreichischen Bundeskanzlers Schober und der dadurch eingeleiteten italienisch-deuisch- österreichschen Annäherung ist ein Deutscher, Professor Johannes Geisler, der Nachfolger des Fürstbischofs Raff! in Brixen geworden. Schon erzählt man sich in Südtirol, daß zwischen Rcm, Berlin und Wien Verhandlungen wegen der Rückgabe Südtirols gepflogen wurden. Wenn das natürlich noch völlig unverbürgte Nachrichten find, so ist es doch ein Zeichen der verschobenen Bindungen, daß sie gerade jetzt auftauchen, und es läßt sich die Vermutung nicht von der Hand weisen, daß die römische Regierung nicht unbeteiligt an den Gerüchten sei. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß Mussolinis Bruder davon gesprochen hat, daß die Verträge nach dem Weltkrieg auf Gewalt beruhten und geändert werden müßten.
Während so von Süden her die Netze nach dem Norden geworfen werden, ist Frankreich nicht müßig. Zwar scheint Briand mit seinem Fragebogen, den er an die europäischen Höfe über Pan- Europa gerichtet hat, Schiffbruch gelitten zu haben. Vielleicht hat er auch selbst sich nicht viel davon versprochen und die ganze Aktion nur in die Wege geleitet, nach innen als Narkotikum für die aufgeregten Gemüter bei der in London erfolgten Niederlage und Isolierung, nach außen, um der Welt zu zeigen, daß Frankreich kein Störenfried ist und trotz Aufrüstung den Frieden will. Aber er hält noch weitere Eisen im Feuer verborgen, die er hervorlangen kann. Zunächst ist er eifrig bemüht, die Räumung der besetzten Zonen programmäßig durchzuführen. Um die darüber aufgeregten französischen Chauvinisten zu beruhigen, hat er die Zerstörungsnote an Deutschland gerichtet. (Schleifung einiger Forts bei Kehl, einer Kasematte bei Mainz, von vier Munitionsdepots und einigen Schuppen auf Flugplätzen.) — Wir dürfer nunmehr gespannt fein, wie sich die französische Regierung bei der bevorstehenden Saarverhandlung verhalten wird. Hier hat sie ein gutes Mittel für europäische Politik in der Hand, und wir werden ruhig abwarten können, ob die französische Außenpolitik den Sieg über die inneren Gegenströmungen davonträgt. Jedenfalls hat Briand vorläufig, gleichsam als Auftakt, der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Vechandlungen glatt vonftatten gehen werden und die beiden Nachbarländer, die sich wirtschaftlich so gut (!) ergänzen, auch politisch eine Form freundnachbarlicher Gemeinsamkeit finden.
Man weiß in Frankreich, daß der polnische Korridor eine schmerzende, me zu stillende Wunde im deutschen Körper ist, man hat in Polen noch einen großen Einfluß. Der französische Botschafter spielt eine große Rolle. So nimmt es denn nicht Wunder, daß zur selben Zeit, da man in Südtirol von Austauschplänen des deutschen Südtirols spricht, erzählt, daß Polen auf französischen Rat hin geneigt wäre, die Korridorfrage in einem deutschfreundlichen Sinne zu regeln, ja man spricht schon von einer Rückgabe des Korridors gegen Zugeständnisse in Oberschlesien oder Erwerb von Kolonien oder Zugeständnissen wirtschaftlicher Art (s. a. Fuldaer Zeitung Nr. 134).
Natürlich sind solche Gerüchte genau so zu bewerten tote die von Südtirol.
In dieses Ringen zwischen Frankreich und Italien hat nun der rumänische Regierungswechsel eine neue Note hineingetragen. Am Balkan sind franzosenfreundlich Serbien, italienifch orientiert Ungarn und Oesterreich. Wie wird sich nun Rumänien stellen? Die Liberalen neigen nach Frankreich 'hin. Mussolini hatte sich seinerzeit der rumänischen Freundschaft versichern wollen, indem er anerkannte, daß Bessarabien rumänisch sei. Frankreich hatte bis dahin — mit Rücksicht auf Polen — den Raub Bessarabiens durch die Rumänien nicht anerkannt. Nun hatte es notgedrungen Mussolini folgen und ebenfalls Bessarabien als rumänisch bestätigen müssen. So rangen die beiden Mächte um die Freundschaft des aufstrebenden Landes. Wohin wird sich nun der König neigen? Hat nicht überhaupt eines der beiden Länder seine Hand im Spiel bei der Rückkehr des Königs? Die
Schleier sind noch nicht gelüftet, sodaß ein Rätselraten unnütz ist.
Was ergibt sich nun aus der geschilderten Verschiebung der Mächtebündnisse und Kräftespannungen in der Welt und in Europa für uns? Wir sind zunächst, wie gesagt, durch die verzweifelte Lage im Inneren zu sehr in Anspruch genommen, um eine kräftige Außenpolitik führen zu können. Aber den Gegensatz zwischen den beiden Mächten müssen wir, ruhig abwartend, genau verfolgen, um bei den nächsten Verhandlungen ihn vielleicht ausnutzen zu können, freilich ohne uns zu früh unb zu billig zu binden. Unser Ziel ist nach wie vor: Lösung der unheilvollen Korridorfrage, Aufteilung der Mandatgebiete, Vorstoß nach dem Südosten, wo die zersplitterten Völker, die wirtschaftlich am stärksten mit uns verbunden sind, unseren Absatz und unsere Einfuhr steigern und dadurch zu engerer Gemeinschaft mit uns kommen können. Mit welcher der beiden Flügelmächte wir gehen toer« den, ob überhaupt mit einer wir uns mehr verbinden werden, das können wir erst entscheidetr, wenn wir unser Haus im Innern wieder in Ordnung haben. _____________
Am die preußische Grundsteuer
Ein volksparleilicher Klageantrag vor dem Skaatsgerichtshof.
Me die Nationalliberale Korrespondenz meldet, hat die Landtagsfraktion der deutschen Volkspartei wegen der Grundfteuernotverordnung die Entscheidung des Staatsgerichtshofes engem» fen, da sie auf dem Standpunkt steht, daß der lediglich für ungewöhnliche Notstände eingesetzte Ständige Ausschuß des Landtages verfassungsmäßig nicht befugt war, seinerseits eine Notverordnung mit Gesetzeskraft zu genehmigen.
* Oesterreichs neuer Handels- und Verkehrsminister. Der österreichische Bundespräsident ernannte den Vizepräsidenten der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Graz Friedrich Schuster zum Minister für Handel und Verkehr.
* Die britische Delegation für die Völkerbunds- versammlung. MacDonald teilte im englischen Unterhause mit, daß die britische Delegation zur bevorstehenden Völkerbundsversammlung aus folgenden Mitgliedern bestehe: Außenminister Henderson, Präsident des Handelsamtes Graham für einen Teil der Zeit, Lord Cecil Susan Lawrence, Dalton, C. R. Buxton, Mrs. Hamilton und Noel Baker.
* Ueberreichung des Preises der IBilfon-Stiftung. Dem Generalsekretär des Genfer Völkerbundes ist im Beisein des Untergeneralsekretärs und der Direktoren des Völkerbundsfekretariats der diesjährige Preis der Wilson-Stiftung in Gestalt von 25000 B o IIa r und eine Bronceplakette überreicht worden- Die Ueberreichung erfolgte durch den Vizepräsidenten der Wilson-Stiftung Armstrong, weil der Präsident der Stiftung durch Baker durch Krankheit verhindert war, die Reise nach Europa zu unternehmen. Nach dem Beschluß des Völkerbundsrates soll die Spende für die Errichtung eines Wilson-Denkmals im neuen Völkerbundspalais verwandt werden--,
* Neue Aufstandsbewegung' in Nicaragua? General Sandino, der Führer der Aufständischen in Nicaragua soll, wie sein Vertreter in Mexiko dem Korrespondenten der Associated Preß versichert hat, nach Nicaragua zurückgekehrt fein und die amerikanischen Seesoldaten in zwei Gefechten geschlagen haben. Ein Sergeant und ein Flieger sollen von den Truppen des Generals gefangen genommen und 10 000 Patronen und eine Anzahl Gewehre erbeutet worden fein.
* Der Führer der bolivianischen Aufstandsbewegung verhaftet. Nach einer Havasmeldung aus Buenos Aires teilte die bolivianische Gesandtschaft mit, daß der Führer der Aufstandsbewegung in Süd-Bolivien verhaftet worden ist.
In der Nähe des großen polnischen Militärflugplatzes Demblin sind in Abständen von fünf Minuten zwei polnische Militärflugzeuge abgestürzt. Die beiden Flugzeugführer wurden getötet, zwei Beobachter schwer verletzt. Die Flugzeuge sind zertrümmert.
Schlechte Lage der Relchsbahn-Nnanzen.
Vorstellungen des Verwallungsrares bei der Regierung.
Im Auftrage des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbähngesellschast hat der Präsident des Verwaltungsrates Dr. C. F. von Siemens an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt:
Das neue Reichsbahngesetz hat der Gesellschaft keine finanzielle Erleichterung, eher eine Verschärfung gebracht. Die Berkehrslage hat sich im Jahre 1930 in jedem Atonat steigenderweife äußerst ungünstig entwickelt. Heute schon läßt sich leider mit Sicherheit feststellen, daß selbst bei einem Wieder- ansteigen, für das aber keine Anzeichen vorhanden sind, die Betriebsausgaben die Einnahmen um mehrere 100 Millionen über ft eigen werden. Dies voraussehend hat der Generaldirektor die sachlichen Ausgaben schon feit längerer Zeit dauernd gedrosselt. Sie sind jetzt aber auf einem Tiefstand angelangt, der wohl kurze Zeit getragen werden kann, aber auf mehrere Jahre die Sicherheit des Betriebes in Mitleidenschaft ziehen muß.
Ich halte mich für verpflichtet, Euer Hochwohlgeboren besonders auf die Steigerung und die Höhe der Personalausgaben hinzuweisen, da sie den wesentlichsten Teil der gesamten Ausgaben ausmachen und eine Herabsetzung am direktesten der Gesellschaft eine finanzielle Entlastung bringen würde, ober nicht im Machtbereich der Gesellschaft, sondern nur der Reichsregierung liegt.
Die für die Gesellschaft feststehenden Ausgaben zergliedern sich neben den sächlichen in die R e- p a r a t io n s ft e u e r, die unabänderbar ist, die P e r f o n a l a u s g a b e n, die sich zusammensetzen aus 1188 Millionen Rm. für Beamtengehälter, 958 Mill- Rm. für Arbeiterlöhne und 482 Mill, für Pensionen sowie 318 Mill, für Soziallasten usw. Sie sind in ihrer Gesamtheit seit Gründung der Gesellschaft nach dem heutigen Stand um über 700 Mill, oder 31 Prozent gestiegen, obgleich das Personal in derselben Zeit um etwa 62 000 Kopse verringert worden ist. Die Personalkosten nehmen heute 66 Prozent sämtlicher Betriebsausgaben in Anspruch, die Pensionslasten in Höhe von 482 Millionen Rm. allein 11 Prozent. Letzteres bedeutet gegenüber der Vorkriegszeit in Höhe von 114 Mill eine Steigerung um 313 Prozent.
Ich gestatte mit ferner, darauf hinzuweisen, daß der Verkehr in erheblichem Maße durch die Beförderungssteuer verteuert wird, eine Steuer, die praktisch nur von der Deutschen Reichs
bahngesellschaft zu tragen ist, da Schiffahrt und Kraftwagen und der größte Teil der privaten Bahnen von ihr nicht getroffen werden. Sie wird von der Gesellschaft nur für die Reichsregierung erhoben. Die Eingänge erscheinen nicht in der Tinnahmenachweisung der Gesellschaft; eine Ermäßigung derselben könnte zum Ausgleich von notwendigen Tariferhöhungen benutzt werden. Andere Wege für die Ausgabensenkung zur Her- stellilng des finanziellen Gleichgewichts sind nicht vorhanden. Ich muß die Aufmerksamkeit von Euer Hochwohlgeboren noch darauf lenken, daß bi» alte Monopolstellung der Reichsbahn für den Verkehr immer mehr im Schwinden begriffen ist. Der Ausbau der Wasserstraßen entzieht den Bahnen auf manchen Strecken den Massenverkehr, ohne daß bei wirtschaftlich richtiger Berechnung — wie sie für die Eisenbahnen eine Notwendigkeit ist — die Güter billiger befördert werden können. Ans der anderen Seite wird durch den Lastkraftwagen durch die für seinen Fernverkehr so günstig gestalteten Bedingungen der Eisenbahn der Transport der hochwertigen Güter immer mehr und mehr entzogen. Die Reichsbahnen können durch die in den letzten Jahren erzielten technischen Fortschritte bei geringer Erhöhung der Betriebskosten einen mindestens um 30 Prozent stärkeren Betrieb, vergllchen mit dem guten Jahr 1929, bequem bewältigen. Dem Verwaltungsrat liegt aufgrund des Gesetzes ob, für die Deckung der finanziellen Verpflichtungen zu sorgen, sei es durch Beschränkung der Ausgaben ober durch Anpassung der Tarife
Ich glaube. Euer Hochwohlgeboren bargelegt zu haben, daß eine weiter^ Drosselung der Ausgaben, die teils außerhalb des Machtbereiches der Gesellschaft liegt, teils durch die Sorge für d'e Sicherheit des Betriebes zur Unmöglichkeit gemacht wird, so leicht nicht möglich ist. Der Verwaltungsrat hofft, daß die Reichsregierung einen Weg sehen möge, ihn in feinem Bestreben zu unterstützen, das finanzielle Gleichgewicht zu erzielen, ohne durch weitere Tariferhöhungen das wirtschaftliche Leben immer mehr erschweren und so die Arbeitslosigkeit vergrößern zu müssen und dadurch in DeutWand die Auswirkungen der Steigerung der Kaufkraft des Geldes, die sich im Großhandelsindex schon durch einen Rückgang um 15.5 Punkts zeigt, im Lebenshaltungsindex aber bisher nur um 9.8 Punkte auf die notwendigen Lebensgüter des Volles, zu verhindern.
Der neue Grenz-Zwifcheusall.
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Karte des Grenzgebiets bei Pvostkrn.
Bei der deutschen Grenzstation Prostken ereignete sich, wie bereits gemeldet, ein neuer schwerer Zwischenfall. Ein deutscher Erenzbeamter erschoß
tn Nvnveyr einen pmmzchen yiiaurtn, o», auf dmtschem Gebiet mit Revolverschüssen angrif
Die „D. A. Z." gibt in einer Meldung au Königsberg folgende Darstellung der Gründe, bi den polnischen Grenzbeamten veranlaßt habe sollen, die Grenze zu überschreiten: Die polnisch« Behörden bezahlen ihren Grenzbeamten für die Aufdeckung von Schmuggeleien und für die Festnahme von Schmugglern recht erhebliche Prämien. Kacida soll bereits sich öfters mit den deutschen Bewohnern in Prostken in Serbinbur- gesetzt haben, um über die Absichten der polnisch« Schmuggler, die in dieser Gegend eine besonld« lebhafte Tätigkeit entfalten, Näheres zu erfahre... Man nimmt an, daß auch am Donnerstag wieder Kacida eine solche JnformationStour nach Prost- fen unternehmen wollte, um über die Tätigkeit der polnischen Schmuggler Erkundigungen ein- zuziehen. Aus diesem Grunde hatte er auch Zivil. Reibung angelegt.
Der Lokaltermin, der in Gegenwart beS Landrates des Kreises Lyk und des polnischen ! Starosten aus Grajewo stattsand, ergab, daß bet I erschossene polnische Grenzbeamte ohne Erlaubnis i deutsches Gebiet betreten unb ohne Grunb meh. tmc scharfe Schüsse auf einen ihm entgegen fontr
I menben deutschen Zollbeamten abgegeben hat.
Begebenheiten aus aller Welt
Motorboot gekentert.
Sämtliche 15 3njaffen ertrunken.
wtb. Port Moresby (Neu Guinea) 21. Juni. (E Meld.) Ein Motorboot, in dem sich der b r > t i f ch e R sident mit 3 seiner Kinder und 11 Eingeborenen I sand, ist bei einem Sturm an der Küste untergegangi Sämtliche Insassen des Bootes find ertrunken.
Zeppelin auf Deutfchlaudfahrt.
wtb. Friedrichshafen, 21. Juni- (Eig. Meld.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute morgen kurz vor 8 Uhr aus der Halle gezogen worden und um 8.06 Uhr bei ziemlich bedecktem Himmel zur großen Deutfchlandfa hrt, deren erste Etappe München ist, gestartet. Das Luftschiff nahm sofort Kurs nach Nordost. Die Führung hat bis Berlin Dr. Eckener, von Berlin ab Kapitän Lehmann, da Dr. Eckener durch Verhandlun- aen in Berlin zurückgehalten wird. An Bord befinden sich 19 Passagiere, darunter der brasilianische Konsul in München, Torres und Frau, der amerikanische Generalkonsul in Stuttgart, Dominion und Frau, sowie der japanische Marine- Attache in Berlin, Hamura. Das Luftschiff führt eine große Menge Post mit sich, ferner zwei große Körbe Blaufelchen für ein Berliner Hotel.
Um 10 Uhr vormittags erschien das Luftschiff über Regensburg. Eine halbe Stunde später passierte „Graf Zeppelin" Ingolstadt und kam kurz nach 11 Uhr über Regensburg in Sicht. Das Luftschiff kam aus der Richtung Kehlheim, folgte der Donau unb verließ die Stadt Regensburg in östlicher Richtung nach der Walhalla, wo es nach Norden ausbog und dann feine Fahrt wieder in östlicher Richtung nach dem Bayerischen Wald zu fortsetzte.
* Der deutsche Kreuzer „Köln" in Danzig. Dr. Sahm, der Präsident des Danziger Senats, stattete am Freitag dem in Danzig ein getroffenen deutschen Kreuzer „Köln" einen offiziellen Besuch ab. Als der Präsident das Schiff verließ, grüßte der Kreuzer die Danziger Flagge mit 21 Schuß. Um 6 Uhr abends machte der Kreuzer, begrüßt von einer ungeheuren Menschenmenge unter den Klängen des Deutschlandliedes in Neufahrwasscr fest und unmittelbar darauf empfing Fregattenkapitän von Schröder die Vertreter der Danziger Presse. Am Abend gab der Senat im Rathaus einen offiziellen Empfang, an dem auch der Hohe Kommissar des Völkerbundes Graf Gravina teil- nahm. ____________
Südpolfahrt, bei der er 12 5000 Quadrat- meilen neues 2anb entbedt unö erforscht habe. Er habe geologische Formationen festgestellt, die auf große ausbeutbare Kohlenlager schließen ließen. Die amerikanische Antarktis umfasse noch tausende von Meilen unerforschter Gebiete. Byrd erklärte, er habe vorläufig keine Zukunftspläne unb werbe keine weiteren Forschungsreisen unternehmen, bis die aus der Expedition entstandenen Schulden von 100 900 Dollars gedeckt feien.
* 3n zehn lagen dreimal Urgroßmutter. Eine 85jährige Witwe aus Cröv (Mosel) erlebte die seltene Freude, in einer Zeit von zehn Tagen drei- mal Urgroßmutter zu werden. Im ganzen ist sie bereits zehnmal Urgroßmutter unb hat 32 Enkel- kinber. iM
* Blutige Ausschreitungen aus einem argentinischen Sportplatz. Wilde Ausschreitungen ereigneten sich in Buenos-Aires auf einem Sportplatz, als die Sportbehörde ein Wettspiel suspendierte, was lebhafteste Proteste der Zuschauer herausforderte. Die Ausschreitungen, nah- men einen solchen Uipfang an, daß beritten« Polize ieingesetzt. werden mußte, um den Platz räumen zu lassen. Die Menge beantwortete das Vorgehen der Polizei damit, baß sie die ganz« E i n r i ch t u n g des Sportplatzes, wie Stühle und bergleichen, zerstörte und die Trümmer zu Scheiterhaufen schichtete unb ansteckte. Die Erregung war so groß, bah es zwischen dem Publikum und der Polizei zu einem regel- rechten Feüergefecht kam, wobei mehrere Personen burch Revolverschüsse verwundet wurden. Insgesamt wurden etwa 30 Verletzte gezählt. 20 Personen sind verhaftet worden.
FamMenlragödre.
Die Familie des GrünwarenhaufiererS Wilmer in Eb ersdorf bei Ch emnitz wurde Don- uerstagvormittag in ihrer Wohnung mit GaS vergiftet tot aufgefunben. Es handelt sich um die Ehefrau, die 20 jährige Tochter unb den 17 Jahre alten Sohn. Angeblich ist der Grund zur Tat in den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen zu suchen. Es wird vermutet, baß die Kinder von den Absichten der Mutter nichts wußten. Bei der Auffindung gab die Tochter noch schwache Lebenszeichen von sich, verschieb aber alsbald, ohne zum Bewußtsein gekommen zu fein.
* Vollzogene Hinrichtung. (Eig. Meld.) Der wegen Ermordung feines Vaters von dem Stuttgarter Schwurgericht zum Tode verurteilte Landwirt Julius Zell aus Z w e i f e l s b e r g (Oberamt Biberach) ist heute Samstag früh 5.30 Uhr im Gerichtsgefängnis in Ravensburg hinge- richtet worden.
* Feierlicher Empfang des Südpolforfchers Byrd in Newyork. Die Stadt Newyork bereitete dem Südpolforscher Commander Byrd, der am Donnerstag mit feinen Begleitern eintraf, einen feierlichen Empfang, der einer der größten feit dem Empfang Lindberghs unb bem ber deutschen Ozeanflieger Köhl unb Hünefeld gewesen ist. Byrd schilderte Pressevertretern Die Ergebnisse seiner
* Das größte Kruzifix Deutschland». Das gr Kruzisix Deutschlands wird in den nächsten Tagen dem Friedhof in Saarlouis Aufstellung finden, einer Gesamthöhe des Kreuzes von 11 Meter wird Thristusfigur selbst 6.30 Meter groß werden. D Werk, das von der Stadt Saarlouis in Auftrag gei, den wurde, tft von Schülern der Kunftgewerbeslhule ui Trier angefertigt worden.
Neues in kürze.
Beim Graben einer Brunnenschachtes wurden der Landwirt Bischoff aus K n i e l i n g e n und |W* Sohn durch die aurströmenden giftigen Gase getötet. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.
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In der Nähe von Tarbes (Frankreich) fuhr ein Rundreifeauto, über das der Chauffeur die Gewalt verloren hatte, gegen die ChausseeböschunL Zwei Reisende wurden getötet, zwei andere zum Dell schwer verletzt.
Aus der Grube Maria bei Artemowsk (Rußland) in der Ukraine ereignete sich eine schwere Ga§- explosivn, bei der 35 Bergleute um» Leben kamen. t -1
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In der Umgegend von Samara (Rußland) wütete ein starker Sturm, durch den 90 Häuser vollständig zerstört und 160 beschädigt wurden. Zwei Personen wurden getötet, zehn schwer verletzt. Rund 1000 Bauern sind obdachlos geworden.
Deutsche DWere bei der LlyuiM-Pfekdeschun in Loudon.
Von links nach rechts: Di« Herren Flass«, Momm, Schultz, Baron Nabel, Baronin Waidenfels.
Zum ersten Mal seit Kriegsende sind in London zu der großen Olympia-Pferdefchcm wieder deutsche Herren- und Offizierretter eingetroffen.