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Beilage zur Fuldaer Zeikuug

22. 3unl

Das Mädchen von Inen

Der äl-

Schöffer er den besseren Schrift'

Mitgeschöpf, das Geschöpf Gottes wieder erkennen zu lassen. Ich meine jene Bemühungen wie die von Paul Eippers, der sich auf den Spruch von Johannes V. Jensen beruft: „Zu den Tieren gehen, heißt, sich heim­begeben," und der gesteht: „In der Nähe von Tieren finde ich Glück und Befriedigung . .. Unendliche Welten, die alle den Anspruch auf höchste Geltung und Aus­schließlichkeit haben und von denen jede einzelne die Welt an sich bedeutet, liegen fremd nebeneinander, überein­ander, unter- und ineinander." Es sei also Ueberheblich- keit von uns, die wahre Rangordnung wissen zu wollen. Wenn nur ein wenig „Demut und Andacht" in uns Menschen sei, so verschwänden die Unterschiede des Ran­ges rasch. Der Mensch komme mit dem Rüstzeug an „Bildung" und überheblicher Menschenwürde nicht weit, wenn er zu seiner „tierischen Menschenbruder" gehe! Sucht, wer so spricht, nicht in dem Tiergesicht, was dem Menschenantlitz verloren ging? Diese Suche ist eine Verirrung des an sich richtigen Gefühls, daß der Mensch nicht für sich allein da ist und sein kann. Es ist das Un­glück des einsam gewordenen Menschen, das wieder nach Gemeinschaft sucht, aber sie heute eher unter den Tieren zu finden hofft als bei den Menschen. Was Friedrich der Große, der Einsame von Sanssouci, mit seinen Windspielen trieb, ist heute keine Seltenheit mehr.

Wir haben aber keinen Grund zu ver­zweifeln. Ebenso sicher, wie das Antlitz von „Masse Mensch" immer unpersönlicher wurde, tragen mit dem Willen zu einem neuen, erneuerten, veredelten Mensch- tum auch die Gesichter wieder mehr Seele in sich, eigene Seele. Wir müssen uns nur von der kindlichen Er­wartung frei machen, hinter den „schönen" oder „inte­ressanten" Gesichtern ebenso schöne oder interessante Menschen zu finden. Betrachten wir die häßlichen Ge­sichter genauer, und wir werden finden, daß die Seele manchmal hinter einem unauffälligen Aeußeren ist, „weil Gott es manchmal liebt, sich nicht einem mächtigen, son­dern einem geringen Gesicht zu offenbaren. Besonders am Ende von Zeiten, wenn Got die Menschen noch ein­mal warnen will, wenn nur das „Wort" Gottes be­achtet werden soll, und nicht das Gesicht, durch dessen Mund er das Wort schickt, in solchen Zeiten nimmt Gott gern das unbedeutende Gesicht eines einfachen Menschen, um sich durch es zu offenbaren.

Gesichtern von Tieren, mit denen der Mensch zusammen lebt. An der bildlosen Seele des Europäers vermöge sich das Menschengesicht nicht zu formen, darum habe das bildhafte Tiergesicht es leicht, sich einzuformen in das Menschengesicht, dem nicht mehr geholfen wird durch das Bild der eigenen Seele. So sei denn auch das Rassen­hafte nicht nur abgelöst, es sei in seiner Abgelöstheit so verloren und hilflos, daß es nicht mehr weiß, wohin. Darum fei es oft bei den Unrichtigen. In der Tat, gibt es heute nicht Juden, die germanisch aussehen und Ger­manen, die jüdisch aussehen, obwohl beider Stammbäume rein sind? Gelöst so vom Göttlichen, von der Landschaft, von Rasse, Tradition, Familie, Beruf, gelöst und immer nochmals gelöst, ist auf dem Gesicht heute nur das Be­wegungshafte: die Flucht.

Also haben wir doch unser eigenes Gesicht! Das einer Seele entspricht, die nicht mehr wesentlich-eigen ist. Wie heute der Unterschied zwischen der Seele des Groß­städters und der des Bauern immer mehr abnimmt, so auch der Unterschied unter ihren Gesichtern. Um so mehr, je jünger die Generation ist. Ein Arbeitergesicht aus den Jahren 1870—1890 und ein Unternehmergesicht aus der gleichen Zeit nebeneinander, — alles Gewaltmächtige ijt im Unternehmergesicht. Etwa von 1890 aber verändert sich das Gesicht des Arbeiters. Es wird auch gewalt­mächtig, wenn auch noch nicht so gewaltmächtig, wie das des Unternehmers. Nur in jenen wenigen Gebieten Deutschlands, in denen die vorindustriellen Lebensver­hältnisse noch vorherrschen, finden wir auch jetzt noch jene Charakterköpfe, von denen man heute sagt, sie ster­ben aus! Daß das Gesicht der modernen, nicht nur der berufstätigen Frau immer männlicher wird, gehört in diesen Zusammenhang. Das wesenhafte Frauenantlitz verschwindet in demselben Maß als die Mutter seltener wird. Und verlieren nicht auch die Kinder heute schon früh ihr breites, rundes, kugeliges, erdhaftes Kinderge­sicht? Wie früh wird es reif, alt — eben wieder m demselben Maße frühreif wie ihre Seelen.

Mit diesen Umständen dürfte auch die Verwirrung unserer Tage Zusammenhängen, in dem T i e r g e s i ch t so viel Menschliches finden zu wollen? Ich meine nicht jene beglückenden Versuche etwa Hans Roseliebs, uns in dem Tier, auch in dem abscheulichsten Tier das

nung der Buchdruckerkunst nahm schon bei Formen an. Als guter Zeichner verbesserte Schnitt der Typen, um dadurch auch einen Druck zu erzielen. Die sogn. „Schwabacher wird auf Schöffer zurückgeführt.

Ein Leser unseres Blattes, der als Bataillons­arzt im Felde war, schildert nachstehend ein merk­würdiges Erlebnis, das er während des deutschen Vormarsches 1915 in Kurland hatte. Es fällt in jene geheimnisvolle Sphäre okkulter Erschei­nungen, denen wir nur mit heiligem Schauer be­gegnen und die uns daran erinnern, daß es „mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als unser armer Menschengeist sich träumen läßt".

Die Schriftleitung.

Im Spätsommer 1915 wars. Unaufhaltsam drängten die deutschen Truppen vorwärts, ihr Ziel war die Er­reichung der Düna in Gegend Friedrichstadt. Immer wieder gelang es den zurückgedrängten Russen vermöge ihres schier unerschöpflichen Menschenmaterials, eine neue Front zu schaffen, die erst nach genügender Ar­tillerievorbereitung in oft sehr blutigen und auch für uns verlustreichen Kämpfen gebrochen werden konnte.

Tag und Kampf waren heiß gewesen. Gegen Abend war die russische Linie durchbrochen, das Jnfanterie- feuer hatte aufgehört und die weißen Wölkchen der Schrapnells, die unsere Artillerie dem abziehenden Feind nachsandte, rückten immer weiter nach vorn. Mein Ba­taillon, das zu einem bayerischen Landwehrregiment ge­hörte, sollte in Dorf und Gut Inen Quartier und Ruhe finden, während das erste Bataillon, das am Kampfe nicht teilgenommen hatte, den fliehenden Russen schon nachts folgen sollte, um die Fühlung aufrecht zu er­halten. Den nicht mehr ganz jungen Knochen der braven Landser war in letzter Zeit allerlei zugemutet worden. Sie freuten sich deshalb auf die wohlverdiente Ruhe. Es wär zu erwarten, daß die Quartiere für Kriegsverhältnisse gut waren; denn in Kurland war doch mehr Sauberkeit als in Polen oder Galizien zu treffen.

es kam zu einem Prozeß, den Gutenberg verlor.. Wahr­scheinlich ging das wertvolle Material des Erfinders in den Besitz Fust's. Dieser gründete mit diesem Material die zweite Druckerei, aus welcher schon bald das erste gedruckte Buch mit vollständigem Datum (14. August 1457), das prachtvolle Psalterium, hervorgegangen ist. Im Februar 1468 weilte Gutenberg nicht mehr unter den Lebenden, und nicht einmal die Typen, welche ihm zuvor der Tod aus der Hand genommen hatte, hinter­ließ er als fein Eigentum. Seine sterbliche Hülle ruht in der Kirche des hl. Franziskus in Mainz. Neuerdings sind Bestrebungen im Gange, fein Grab zu heben und eo. eine Krypta erstehen zu lassen.

Von Gutenbergs äußerer Erscheinung ist durch kein Bild aus seiner Lebenszeit etwas bekannt. In letzter Zeit sind drei neue Portäts Gutenbergs, von Künstler­hand hergestellt, im Gutenberg-Museum zu Mainz zur Ausstellung gebracht worden.

Mit Recht heißt es von dem Erfinder der Buch­druckerkunst: „Er hat die segensreichste Tat des Mittel­alters vollbracht, und so ward ihm jedes gedruckte Wort ein Denkmal des Ruhmes".

Die Nachfolger Gutenbergs im 1. Jahrhundert der Erfindung.

1. Peter Schöffer in Mainz. Nach Guten­berg, dem unsterblichen Großmeister der Typographie, gebührt unter den ältesten „Fürsten der Druckkunft", welche die neue Erfindung mächtig gefördert und ihr den Weg über die ganze Erde gebahnt haben, Peter Schöffer der erste Platz. Peter Schöffer, kam zwi­schen 1420 und 1430 in Gernsheim, einem hessiscken Landstädtchen, zur Welt. Er war der Gehilfe Fusts und wurde später sein Schwiegersohn. Die Vervollkomm-

Auch konnte das Dorf durch den Kampf kaum gelitten haben; es waren nur einige Schrapnells nach dem Kirch­turm gesandt worden, um einen dort stationierten rus­sischen Beobachter zu vertreiben.

Meinen Verbandplatz — ich war Bataillonsaczt — schlug ich in der Kirche auf, die nicht viel anders aus­sah als eine deutsche Dorfkirche, Quartier nahm ich im Pfarrhaus. Der Pfarrer, ein Geistlicher mit schnee­weißem Haar, war ebenso wie der größte Teil der viel­fach deutsch sprechenden Bevölkerung geblieben. An­scheinend hatten die Russen nicht Zeit gefunden, ihn mit fort zu schleppen; denn gewöhnlich taten sie dies in Kurland, da sie der Gesinnung der Deutschsprechenden mißtrauten. Ich begrüßte den alten Herrn, der mir in einem singenden gebrochenen Deutsch antwortete, nur kurz, da die Kirche sich rasch mit Deutschen und noch mehr russischen Verwundeten füllte. „Herr Doktor!", riefs aus dieser Ecke, „Panje Doktor!" aus der an­deren. Ich arbeitete bis spät in die Nacht, bis ich alle versorgt hatte und die Schweroerwundeten zur Sanitäts­kompagnie zurücktransportiert waren. Todmüde ging ich ins Pfarrhaus, wo ich eine Flasche gar nicht schlech­ten Rheinweins auf meinem Zimmer vorfand. Wie der Pfarrer diesen Wein vor den Späherblicken der Russen durchgerettet hatte, war mir etwas schleierhaft. Ich trank rasch einige Glas davon, dann zog ich mir Stiefel und Rock aus und gab mich sonst angekleidet dem lang­entbehrten Hochgenüsse eines sauberen Bettes hin. Voll­ständig ausziehen durfte man sich nicht, da nächtliche Ueberraschungen durch Gegenangriffe der Russen nicht selten waren. Müde, wie ich war, schlief ich rasch ein.

Wie lange ich geschlafen hatte, weiß ich nicht, als ich mich am Arm gefaßt fühlte und aufwachte. Vor mir

Der Weiher.

Er liegt so still im Abendlicht, so friedlich wie ein fromm Gewissen; wenn Weste seinen Spiegel küssen, des Ufers Blume fühlt es nicht. Libellen zittern über ihn, blaugold'ne Stäbchen und Karmin, und auf des Sonnenbildes Glanz die Wasserspinne führt den Tanz. Schwertlilienkranz am Ufer steht und horcht des Schilfes Schlummerliede; ein lindes Säuseln kommt und geht, als flüstr' es: Friede, Friede, Friede!

Annette v. D r o st e-H ü l s h o f f.

Menschen schauen dich an.

Von Dr. Karl Bergmann.

Das Bild des Düsseldorfer Mörders stand in fast allen deutschen Zeitungen. Es bestätigte die Aussage all derer, die mit ihm zu tun hatten: „Man sah es ihm nicht an." Nur ein stechend gieriges Auge soll den Gewalttäter zu­weilen haben durchscheinen lassen. Ist das nun eine Ausnahme oder gilt es wirklich allgemein — wir haben Angst, es nur einen Augenblick für möglich zu halten — daß man die Menschen nicht an ihrem Gesicht erkennen tonn? Woran sollen insbesondere wir Männer uns hal­ten, die wir nicht jenes eigenartige Gespür des Weibes haben? Ist das Antlitz des Menschen der Spiegel seiner Seele ober nicht?

Wir haben alle noch das Photographi e-A l- bum mit den Bildern unserer Eltern und Großeltern. Fiel es uns noch nie auf, daß diese Gesichter — genau so wie die Kleidung, das „Kostüm" — weniger die Gesichter dieser Menschen, sondern die ihrer Zeit? Es gab in den 80er Jahren unter den Deutschen die Kaiser-Friedrich- Eesichter: vollbärtig, weich, verschwommen. Dann kam der Wilhelminische Typ des Gesichts: voller Ecken, vor­zeitig sich enthüllend, indiskret, überall zu weit vorne, an­maßend. Es gab in Oesterreich die Kaiser-Franz-Joseph- Gesichter. Die Aehnlichkeit ist nicht nur durch die Art der Bärte hervorgerufen, sondern auch durch eine be­stimmte seelische Haltung. Gewiß, Max Picard, auf des­sen jüngst erschienenem vielbesprochenen Werk diese Aus­führungen beruhen, hat Recht, hinzuzufügen, der Typ dieser Gesichter habe sich bloß in dem entsprechenden ge­sellschaftlichen Umkreis so gefunden — wer dieser Schicht nicht angehörte, wurde nicht mitgeformt. Aber immer­hin, es zeigt doch, daß dieser Menschen Gesicht nicht we­sentlich der Ausdruck ihrer eigenen Seele, sondern der eines Standes, einer Zeit war. Heute scheint schon nicht einmal das mehr möglich. Wir können den Stand ober irgendwelche Zugehörigkeit an betn Gesicht eines Men- schenschen kaum noch ablesen. Die Gesichter sind wie - t^.rta^tobar geworden: Ein General sieht heute aus wie ein Industrieller ober wie ein Professor, und ein Dichter sieht aus wie ein Chemiker. „Alle Möglichkeiten", sagt Picard, „sind in den Gesichtern, aber es ist keine Wirklichkeit darin. Denn diese Möglichkeiten warten gar nicfjt darauf zu wachsen und in die Wirklichkeit sich um» zusetzen, sie wollen gar nichts anderes fein als Möglich- leiten. Alles, was dem Menschen geschehen könnte, ist vom Gesicht als Möglichkeit vorweggenommen, und es ist viel mehr weggenommen, als Überhaupt geschehen kann. So kommt es, daß die Gesichter aussehen, als ob ste noch nie etwas erlebt hätten und als ob sie nie etwas Weben würden." So komme es — eben weil wir kein eigenes Gesicht mehr formten —, daß die Gesichter frem« i «rf?affcn anfingen, sich uns aufzuprägen. Jedwedes -vud, das vor dem Menschengesicht ist, wirke nun for- wenb auf uns; fast komme es nun nicht mehr auf das r des Bildes an, nur noch darauf, was vor bas Ge- i **** p.ch stellt, sehr beutlich unb sehr bildhaft sei. Darum ermoge bas sehr beutliche unb sehr bildhafte Gesicht des sgers heute formend auf das amerikanische Gesicht zu 'r. err Denn bas Gesicht bes Amerikaners ist nicht ihr geschützt bunt) das Bild der eigenen Form in der s re, .. Es scheint Picard sogar, daß das Gesicht des

’P^rs leichter als früher Formen annehme aus den

Sonntag, den 29. Juni ihres Altmeisters durch eine ©utenbergfeier in Lauterbach gedenken.

Gutenberg gehörte väterlicherseits dem Patrizier­geschlecht der Gensfleisch an, einem der angesehensten in der freien Stadt Mainz. Das alte Stammhaus der Gensfleisch lag in der Marktgasse (jetzt Emmeranstraße) und ging schon 1430 z. T. in anderen Besitz über. Der „Hof zum Gutenberg", in welchem der Erfinder höchst wahrscheinlich das Licht der Welt erblickte, lag an der Christophkirche (jetzt Christophstraße). In Straßburg verdiente Gutenberg von 1434—1445 sich seinen Unterhalt mit der Ausübung technischer Künste, wie Steinepolieren, Spiegelfabrikation für die Aachener Wallfahrt und Eoldschmiede-Arbeiten, Künste, die er auch andere gegen Entgelt lehrte. Außerdem betrieb er noch eine streng geheim gehaltene Kunst in Gemein­schaft mit Hans Riffe, Vogt von Lichtenau, und den Straßburger Andreas Dritzehn und Andreas Heilmann, von welchen der Letztere Mitbesitzer einer Papiermühle mar. Dieser Umstand scheint noch viel zu wenig beachtet, denn was lag näher, als daß sich ein Buchdrucker mit einem Papierfabrikanten in Verbindung setzte. Gesell­schaftlich verkehrte Gutenberg vornehmlich mit Rittern unb Geistlichen. Ob Gutenberg verheiratet und Nach­kommenschaft aus dieser Ehe vorhanden waren, ist un­gewiß.

In Mainz erscheint Gutenberg urkundlich erst im Jahre 1448. Damals zählte die Stadt, obgleich Sitz des mächtigsten Kirchenfürsten in Deutschland, des Pri­mas und Erz-Kanzlers des Reiches, nur etwa 6000 Ein­wohner unb stand in gewerblicher Hinsicht hinter Straß­burg zurück. Auch in Mainz lächelte Gutenberg nicht das Glück. Seine erste bekannt gewordene Handlung in Mainz war eine Kapitalaufnahme von 150 Gulden. Vermutlich galt diese Anleihe neuen Versuchen oder Vorbereitungen zur Ausführung der „Typographie", des Druckes mit beweglichen Lettern. Diese Anleihe reichte aber nicht aus, denn bereits int folgenden Jahre, 1449, ging Gutenberg mit dem Mainzer Kapitalisten Fuft eine für ihn verhängnisvolle Verbindung ein. Fust lieh Gutenberg 800 Goldgulden, wofür demselben das herzu- itellende eGräte als Unterpfand verblieb. Gutenberg ließ Fust gegenüber die nötige Vorsicht außer Acht, und

2. Albrecht Pfister in Bamberg.

teste Drucker Bambergs, Albrecht Pfister, galt lange bei vielen als der Erfinder, oder wenigstens Mit- erfinder, der Typographie. Er wurde um das Jahr

Johannes Gutenberg

und feine berühmtesten Nachfolger im 1. Jahr- ? hundert der Typographie.

Zum Namenstag des Altmeister» (24. Juni).

fe. Von Otto Jacob, Fulda.

» m die Zeit der Sonnenwende erinnert sich die Buch- $Ud*rmeIt Serne ihres Altmeisters, des Erfinders der ft:n»«rUmer^un^' Johannes Gutenberg, der mit ütt* " . eifoldaten" alle Kulturlande eroberte und da- „pj? mie es in einem alten BuchdruckerlieÜe heißt, £ un g Trug zu schänden gemacht" hat.

'ichrn « Anregung verdanken diese Zeilen einem kürz- SeFpfn- U($ &er Buchdruck-Metropole Mainz, und einer übero,'Suns des Gutenberg-Museums, in dem sich so b»r re s wertvolles Material aus den ersten Anfängen r Buchbruckerkunst befindet.

bie c°rum gedenkt nun die Buchdruckerwelt gerade um ®eburfnntna5en^e Hres Altmeisters. Bis heute ist das sjatjr und der Todestag dieses großen Lichtver-

«s nu5 unbekannt geblieben, lieber dieses Dunkel gibt b-k°"nt Längen- Vielleicht wollte Gutenberg un- jEz“"* »leiben aus Rücksicht auf feine finanzielle Not- u»es ^.r Zur besseren Wahrung seines Kunstgeheim- ^entfirf) eil^ buch verbot ihm sein Patrizierstolz, sich $sr fei 3Yr.. Ausübung eines Gewerbes zu bekennen, Mae ßulm Pät!re Erblindung hinderte ihn daran. Daß fhrg (o - <n über ihn schwiegen, erklärt sich aus egoifti- kr 6rftUhn°en' sie wurden fast alle reich, während verarmte. Es ist nur wenig biographi-

“°r!>onh ■"’i.-ü&er den Erfinder der Buchdruckerkunst Bjätr ,a über feine Kindheit und Jugend fehlt jede

Teil

khey t™Qnt deinen Geburtstag oder Todestag nicht be- "h ‘ n- hat man sich, um des großen Erfinders bereitgefunden, den Namenstag hl V '~4' Juni) als Gedächtnistag zu wählen, jen gesamte Buchdruckerwelt gedenkt in diesen q 65 -Utmeifters. So findet beispielsweise in » g, heutigen Samstag eine große Huldigungs- tinh t enberqi)enfma[ statt. Auch in Frankfurt ,ft ,, um Sonntag, 22. Juni, das übliche Jo- uill. Die Fuldaer Buchdrucker werden am

Island ein junges Mädchen. Der Mond schien ins Zim­mer und beleuchtete ihr zartes Profil. Ihr Gesicht war , durchsichtig blaß wie glänzend schimmerndes Perlmutt; l das sonderbarste aber waren ihre Augen; sie strahlten ; einen überirdischen Glanz aus und hafteten mit solch I zwingender Gewalt auf mir, daß ich ganz willenlos wurde. Sie winkte mir mit der Rechten mitzukommen; ob ich wollte ober nicht, ich mußte ausstehen, mich fertig machen und ihr folgen. Ein Wort war zwischen uns noch nicht gefallen. Sie führte mich aus dem Dorfe auf die kleine Anhc" e, bie am Tage im Brennpunkt bes Kampfes gestanden hatte und wo schließlich auch der entjdjeibenbe Durchbruch erfolgt mar. Wie sie so vor mir her ging, konnte ich im Hellen Monblicht ihre graziöse Gestalt berounbern, die mir gar nicht in dies- Gegend passen wollte. Das Haar trug sie offen; es schimmerte in einem Goldblond, wie man es nur bei nordischen Frauen, unb auch ba nur selten, antrifft. Von ber An­höhe führte der Weg uns abwärts zu einem Waldrand. Auf einmal glaubte ich irgend welche menschliche Laute zu hören, ich blieb stehen und lauschte. Deutlich ver­nahm ich das Stöhnen eines Menschen, dazwischen rief er immer wieder hilfesuchend einen Namen. Mit mei­ner Führerin war eine merkwürdige Veränderung vor sich gegangen. Während sie vorher unentwegt, fast mir zu rasch, vorangeschritten war, ging sie jetzt langsam; ihre Bewegungen waren kraftlos, ihr Körper wie in sich zusammengesunken und manchmal wie von einem Schauer durchbebt. Inzwischen waren wir der stöhnen­den Stimme ganz nahe gekommen und ich konnte deut­lich den Namen verstehen, den der anscheinend stark Leidende immer wieder rief. „Helen, Helen, Helen," schallte es vom Waldrand her. Zunächst konnte ich trotz des Mondlichtes zwischen den Bäumen nichts erkennen, bis wir vor einer Grube standen, wie man sie zum Fang von Wildschweinen anlegt. Ich nahm meine Ta­schenlampe unb leuchtete in bas Loch hinein; dasselbe war etwa 1% Meter tief; auf dem Boden tag in einer Blutlache ein junger Russe. Er versuchte sich immer wieder aufzurichten, dabei mußte er starke Schmerzen haben; denn er stöhnte bei jeder Bewegung laut auf und rief nach Helen. Ich stieg in die Grube hinab und und redete ihn an. Für einen Moment hörte das Stöh­nen und Rufen auf, dann gin es von neuem los. Ich merkte, daß der Verletzte nur halb bei Bewußtsein war und begann ihn im Scheine meiner Taschenlampe zu un­tersuchen. Sein rechter Oberschenkel war gebrochen, eine Wunde aber war an diesem Bein nicht vorhanden. Das Gesicht war blutüberströmt und mit Erde über­krustet; von der rechten Schläfe sickerte langsam, aber stetig hellrotes Blut. An Stelle des rechten Auges mar eine blutig-schmutzige Höhle, das andere Auge war voll­kommen durch die stark geschwollenen Lider verdeckt. Der Puls war kaum fühlbar und sehr rasch; es war sicher, daß der Unglückliche ohne Hilfe am Morgen nicht mehr gelebt hätte. Offenbar war er, nachdem er durch eine Schußverletzung das Augenlicht vollkommen ver­loren hatte, in hilflosem Umherirren in die Grube ge­fallen und hatte sich dabei das Bein gebrochen. An der Uniform erkannte ich, daß er ein russischer Offizier war; auf der Brust hatte er mehrere Orden. Ich legte ihn auf den Rücken und hielt ihn durch sanften Druck von weiteren Aufrichtungsversuchen ab. Zur Linderung sei­ner Schmerzen gab ich ihm eine Morphiumspritze und flößte ihm etwas Rum ein, den ich immer in der Feld­flasche bei mir trug. Nach einigem Ueberlegen entschloß ich mich, von dem Mädchen meine Krankenträger mit einer Bahre holen zu lassen und selbst hier zu bleiben. Wie ich aber aus der Grube ausschaute, war bas Mäd­chen verschwunden.

Kaum hatte ich mich von dem Staunen darob erholt, als ich meinen Namen rufen hörte. An der Stimme erkannte ich meinen Sanitätsunteroffizier und antwor­tete. Schon kam er auch mit zwei Krankenträgern, die eine Bahre trugen, zwischen den Bäumen hervor. Die Leute taten absolut nicht erstaunt, mich hier zu finden, sondern sie machten sich sofort daran, den Verletzten aus der Grube heraufzuschaffen und auf die Bahre zu legen. Auf meine erstaunte Frage, wer sie denn hergeschickt habe, erzählten sie, ganz plötzlich fei in der Kirche ein wunderbar schönes bleiches Mädchen neben dem wache­habenden Sanitäter gestanden und habe ihm bedeutet,

1420 geboren. Aus verschiedenen Holzschnitten in sei­nen Werken wird geschlossen, daß er zuerst als Form­schneider und Briefdrucker tätig war, jedenfalls aber begann er ganz bald nach Gutenbergs Erfindung, und noch bei Lebzeiten desselben, in Bamberg zu drucken, so daß diese Stabt neben Mainz und Straßburg zuerst die neue Kunst beherbergt hat.

3. Johann Mentel in Straßburg. Unter den Typographen, bie in Straßburg große Druckereien besaßen, steht als ber früheste unb bebeuienbfte in erster Reihe Johann Mentel. Er entstammte einer an- angesehenen Schletjstabter Familie unb kam in dieser Stabt um das Jahr 1410 zur Welt. Im Jahr 1447 er­scheint Mentel in Straßburg. Dort bekleidete er das Amt eines Notars, woraus hervorgeht, daß er eine höhere Bildung hatte. Er widmete sich der Kunst Gu­tenbergs unb wird als Erfinder ber Metalltypen ge­nannt. Mentel ist der Verfasser einer Schrift, bie Ab­bildungen über Gießinstrumente sowie einen Aussatz über die Bereitung der Druckerschwärze enthält. Viele Werke erschienen im Verlage von Mentel, bie ihm ein bedeutendes Vermögen einbrachten.

4. Günther Zainer in Augsburg. Zu der. berühmten Buchdrucker der Jnkunabelnzeit gehört Günther Zainer. Er war ein Reutlinger Bür­gerssohn. 1453 ist Zainer an der Erfurter Universität eingeschrieben, ein Beweis, daß er damals ein mit ber Hochschule in Beziehung stehendes Gewerbe, wie Buch­händler oder Briefmaler betrieben hat. Fast sicher ist daß Zainer die Buchdruckerkunst als Schüler Mentcls in Straßburg erlernt hat. Sein Wirken ward für die Druckkunst von höchster Bedeutung. Er starb 1478.

5. Anton Koberger in Nürnberg. Dieser sehr bebeutenbe Buchdrucker wurde um das Jahr 1440 als Sproß eines Nürnberger Bürgers geboren. Ko- bergers Tätigkeit als Drucker erreichte einen erstaun­lichen Umfang; gegen 200, zum Teil bändereiche Werke in großem Folio verließen bis Ende des 15. Jahrhun­derts feine Offizin. Von 1480 an übertraf er Schöffer an Leistungsfähigkeit und war gegen Schluß des 15. Jahrhunderts der bedeutendste Drucker feiner Zeit. Ko- bergers Drucke zeigen fast alle Frakturschrift von gutem sorgfältigen Schnitt, während lateinische Schrift (An-