2). Luschnat.
und sehnen uns tot.
am
Er
Du dem
Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. 01 publ. Joseph Sauer- Fulda.__
komme. Wer will und kann dem Bub jetzt Helsen? Leser, weißt du einen Weg? Teile deine Pläne Schriftleiter des Jugendblattes mit.)
Am Abend besucht mich noch ein Bäckergeselle.
s ch a f t l i ch e n Voraussetzungen für die bäuerliche Siedlung im Osten. In drei Gruppen wurden die schon bestehenden Bauernsiedlungen besichtigt. Man hat erkannt, daß für zähe und fortschrittliche Bauern, die im Westen kein Fortkommen finden, im dünnbesiedelten Osten günstige Möglichkeiten zum Erwerb eines eigenen Bauernhofes vorhanden find.
Die Fahrt endete in Berlin, wo der R e i ch s a r - beitsminister Stegerwald am Freitag nachmittag die katholischen Jungbauern im Plenarsitzungssaal des Reichstags empfing. In seiner Ansprache gab der Reichs- arbeitsminister seiner Freude über den kraftvollen Willen der katholischen Jungbauern zur st a a t s p o l i t i s ch e n Mitarbeit Ausdruck. Das Reich gewähre, soweit es Mittel zur Verfügung habe, der Siedlungstätigkeit größte Unterstützung. Er ging dann auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der deutschen Landwirtschaft ein, der durch die augenblicklichen Hochschutzzölle auf die Dauer nicht allein geholfen werden könne, da die deutsche Landwirtschaftsnot nur ein Teil der Agrarweltkrisis ist. Alles muffe daran gesetzt werden, um die deutsche Landwirtschaft wieder aus sich heraus rentabel zu machen. Das Hauptaugenmerk habe die Landwirtschaft auf die Reform der Absatzorganisation und der Erzeugung von Standardwaren zu richten. Eine gesunde Agrarpolitik ist nicht nur eine Jnteressens- frage der Landwirte, sondern eine Lebensfrage des gesamten Volkes, da Deutschland als Binnenland ein starkes Bauerntum notwendig hat. Bauern und Arbeiter dürfen nicht Gegner fein. Wenn die rechten Maßnahmen von der Landwirtschaft selbst und der Regierung getroffen werden, dann erhält der Bauer auf die Dauer die zur Existenzerh ltung notwendigen Preise, die den Betrieb auch rentabel gestalten, ohne daß die
Was einem froh macht
Aus dem Tagebuch eines Iugendpräses.
die Erinnerung daran ihm wie ein Blick ins Paradies. Wochenlang erzählte er Mutter und Angehörigen nur von diesen Eindrücken. Schon allein die Freude ist das bißchen Geld wert. Der andere Begleiter ist ein Maurer. Er wird auch ein kleines Gut erben. Beide sind also verhältnismäßig gut daran. Beide haben Arbeit und Berus. Wenns auch nicht rosig ist heute, es ist doch noch zum Aushalten. Die vielen Arbeitslosen, die keine Arbeit haben! Heute morgen bekomme ich von Köln eine Karte. Da waren im Kolpingshause 136 Zugereiste. Alles junge Burschen, die Arbeit suchen.
Wie Pfingsten sich doch am Ende schön feiern läßt Im Elternhaus! In der Glut der Juni-Sonne! In der Hoffnung auf eine gute Ernte. Im Gotteshaus, — das die Sehnsucht nach den Gaben des Hl. Geistes neu weckte. Der Kutscher ist aus dem Westerwald. Er ist Abiturient und hat auf Landwirtschaft umgestellt. Er ist auf einem großen Bauernhof, um hier feine landwirtschaftlichen tprakt.) Kenntnisse zu erweitern. Schon vier Jahre lang arbeitet er praktisch. Ein schlanker, großer Kerl! Wie er gut die Zügel führt. Wirklich, eine feine Fahrt! In mancher Hinsicht schöner als Autofahren! Ja, diese drei, die Festfreude leuchtet ihnen aus dem Auge. Durch nichts getrübt. Morgen können sie ja wieder an die Arbeit gehen. Ihr Leben ist nicht ziellos. Ich staune, wie ihr Äuge über die Kornfelder geht, wie es Naturschönheiten entdeckt — rechts und links und die Rhönberge und Wälder grüßt. Wir sprechen, — auf einmal sind wir an der Mode, an den Mädchen und Frauen, die gar nicht mehr zu der festlich und vornehm gekleideten Natur passen. Ob wir am Lande wieder natürlicher wer-
hat früher tüchtig mitgeschafft im Jugendverein. Jetzt ist er in der thüringischen Diaspora. Ein lieber, froher, arbeitsamer Jungmann. Er berichtet aus seiner Welt. Wegen seiner Religion macht man ihm keine Schwierigkeiten. Er kann zur hl. Messe kommen, darf regelmäßig zu den hl. Sakramenten gehen. Um ihn ist mir nicht bange. Er hat eine Mutter, die von Erziehung was versteht. Sie hat ihn fürs Leben erzogen. Mit ihm besucht mich noch sein guter Freund, Student am Gymnasium in X. Er ist der einzige Katholik in seiner Klasse. Es gibt noch viele Vorurteile, unter denen ein Katholik zu leiden hat.
Zwischendurch kommt eine Mädchengruppe, die ihren Pfingstausslug nach hier gemacht hat. Sie wollten die Kirche sehen. Am Schluß fingen sie: lieber die Berge schallt". Sie singen mit kräftiger Stimme. So innig und froh. Zu guterletzt kommen noch die Meßdiener, die ihren Pfingstdienstag-Ausflug besprechen wollen. Auch die Filialisten tun mit. Es werden 17 Buben sein. Hei, wie das eine Freude wird!
Die Blümlein schaun so verändert drein Banalenschalen belastet ....
Das macht, es hat ein Gesangverein
An dieser Stelle gerastet."
mehr zusteht als dem Fußballspiel. Erinnert fei nur an das Wandern. So gut den Vereinen Verbandsspiele zur Pflicht gemacht sind, ebensogut müßten es auch Wanderungen sein. Ueber ihre Bedeutung gerade für die Dorfjugend ein Wort zu sagen, ist wohl überflüssig.
Zum wanderfrohen Jungmann, zur heimkehrenden Fußballmannschaft und zum Wesen des neuen Dorfes gehört das Lied. Wir haben es verlernt, wie wir vieles verlernt haben unter dem von Wirtschaftssorgen grauen Himmel der Zeit. Wir müssen wieder fingen lernen auf dem Dorfe! Aber nicht etwa in Gesangvereinen! Nein, wir wollen ein- oder zweistimmige Wander- und Liebeslieder fingen, von denen unser Leben und das des Dorfes beschwingt und angefeuert wird. Es geht so leicht, man glaubt es kaum, wie rasch ein feines Wanderlied sich in alle Herzen einschmeichelt und wie kurze Zeit es dauert, daß es sogar von den Spatzen auf den Dächern gepfiffen wird. Nur der Mut zum Anfang muß da fein! In gar manchem Dorfe ist er gemacht, und es ist erstaunlich, wie einige Lieder ein ganzes Dors zum Klingen bringen können. Auf den Klang aber kommt es nicht an!
Daß der Sport geeignet ist, unserem dörflichen Leben etwas zu bieten, das beweist die Teilnahme der Bevölkerung. Man muß die Zuschauermengen bei einer sportlichen Veranstaltung gesehen haben! Sie bedeuten etwas im ereignisarmen Dorfleben!
Allerdings muß zugegeben werden, daß es dabei für den, der zu sehen und zu hören gewohnt ist. noch mancherlei auszusetzen gibt. Aber alles ist erst der Anfang. „Der schönste und edelste Sport wird immer die Bemeisterung des eigenen Jchs
».Naturfreunden- ins Stammbuch.
Die Wanderzeit ist leider auch die Zeit, in der M Natur am meisten verschandelt wird. Es fehlt noch fach die rechte Einstellung zum Wandern und zu Natur. Wiesen werden zertrampelt, Blumen abge ■ sen, und andere Ungehörigkeiten begangen. ErnsthM Ermahnungen helfen be> schlecht erzogenen Leutne kanntlich nichts. Vielleicht schreckt aber der Spott der folgende Verse hat entstehen lassen:
„Stullenpapier und Eierschalen
Bereiten dem Schönheitsdurstigen Qualen
Drum vergnüglich hier deine Mahlzeit kaue, * 3 Doch nicht mit den Resten die Gegend vers-.-
Ein Förster schrieb:
„Es staunt der Hase am Waldesrand,
Ein Wunder geschah tn der Lichtung, Der Brombeerstrauch ward zum Zeitungsstano ■ Von jeder Farbe und Richtung.
Der Siedlungsgedanke marschiert! Die Wanderung der landlosen deutschen Bauern nach dem menschenleeren Boden des Ostens hat eingesetzt und wird von den Gegnern nicht mehr aufzuhalten fein. Ueberall entstehen neue Dör- fcr, deren Bewohner dem gleichen deutschen Volks stamm angehören und den gleichen Glauben haben. Das ist der Eindruck, den die wenigen, die aus der Rhön an der Siedlungsfahrt der katholischen Jungbauern teilnahmen, gewonnen haben. Wir werden über d i e Fahrt ausführlich berichten, beschränken uns aber heute darauf, kurz auf die offiziellen Empfänge in Berlin hinzuweisen.
In den letzten Tagen haben katholische Jungbauern- sührer aus Westdeutschland auf einer Fahrt durch die Siedlungsgebiete in Mecklenburg, Pommern und Brandenburg das Wesen und die Ziele einer gesunden Siedlung studiert. Der Führer der Jung- Landbewegung im katholischen Jugend- und Jungmännerverband Düsseldorf, Aloys S e y o ck, hat den Gedanken der aus kulturellen, beoölkerungs- und wirtschaftlichen Gründen notwendigen bäuerlichen West-Ostsiedlung unter die katholischen Jungbauern getragen. Er hat damit Erfolg gehabt, die Siedlungsbewegung beginnt immer weitere Kreise des westdeutschen Bauerntums zu erfassen und es scheint so, daß der deutsche Bauer das Land, das er im 19. Jahrhundert an die Großgrundbesitzer verloren hat, zurückzuerobern gewillt ist. Die Gelegenheit dazu ist gerade jetzt günstig. Es muß neuer Lebensraum für die Bauernsöhne geschaffen werden. Daher auch die Fahrt der katholischen Landjugend des Westens nach dem Osten zur Erforschung und Erprobung der wirt-
den, so daß wir zu der herrlichen Gottes- natur passen?
Kaum bin ich zu Hause, da meldet sich ein Geselle. Er war wochenlang arbeitslos. Jetzt hat er eine Stelle im Rheinland. Morgen kann er antreten. „Ich könnte so hoch springen", sagt er und meint dabei wenigstens zwei Meter hoch. Freie Wohnung, freie Kost und im Monat 50 Mark. Der Fritz ist glücklich. Wenn man nur jedem arbeitslosen Gesellen eine Stelle vermitteln könnte.
Am Nachmittag besuchen mich zwei Buben. Sie besuchten früher unsere Volksschule. Ich kenne sie von der Religionsstunde. Jetzt sind sie in Thüringen. Der eine ist Kaufmann, der andere Arbeiter in einer großen Eisenwerkstätte. Wir sprechen von Einst und Jetzt, und gar bald erzählen die Buden von ihrer Arbeitsstätte. O, du armer fünfzehnjähriger Arbeiter! Die Kommunisten nehmen ihn schwer zwischen. Aber er ist noch wacker. Noch! Ob ein Fünfzehnjähriger in dieser Athmolsphäre auch Schaden leidet?
„Bist du im Jugendverein?" „Nein. Mein Bruder ist im Sportverein. Er nimmt mich Sonntags immer mit". Für den Jungen bestehen einige Schwierigkeiten, im Jugendverein mitzutun. Die lassen sich wohl aus dem Wege räumen. Alle Pläne dafür sind besprochen. Dienstag morgen reift er ab. (Inzwischen hat er eine Karte geschrieben. Die Kommunisten haben ausgemacht, daß er in schwarzer Luft gewesen. Dafür hat er viel auszustehen. Er schreibt: Ich kann es nicht mehr aushalten. Versuchen Sie, ob ich eine Stelle im Fuldaer Land be-
Bauernnot nicht nur eine Frage der Wirtschaft, sondern auch der religiös-sittlichen Erneuerung fei.
Die Bauernsöhne fangen zum Schluß dem Minister zu Ehren stehend das Lied der katholischen Jugend.
Am Abend trafen sich alle Fahrtteilnehmer im Katho- lischen Gesellenhaus St. Clemens zu einer Aussprache, der auch Vertreter der kirchlichen und weltlichen Behörden, wie die Referenten über bas Siedlungswesen in den preußischen Ministerien beiwohnten. Nachdem die Füh. rer über ihre in den Siedlungsdörfern in Brandenburg, Pommern und der einzelnen Gruppen Mecklenburg gern onnenen Eindrücke berichtet hatten, übermittelte Ministerialrat Weil die Grüße des Preußischen Landwirt- schaftsministers und versicherte, daß der Minister die Bestrebungen der Junglandbewegung stets aufmerksam verfolgen und fördern werde.
anderen Stände irgendwie dadurch benachteiligt zu werden brauchen.
Reichsarbeitsmin ster Dr. Stegerwald wünschte den katholischen Jungbauern zum Schluffe reiche Erfolge in ihren Bestrebungen, sprach sich anerkennend über ihre staatsbejahende Haltung aus und betonte, daß alles getan werden müsse, um durch eine verstärkte planmäßige Dftfieblung ben brutschen Bauern ein Verbleiben auf eigenem ®runb unb Boben im beutschen Vaterland zu ermöglichen.
Moys Seyock sprach dem Reichsarbeitsminister den Dank für das Verständnis aus, das er für die Sage des Landvolkes habe. Der Dank der katholischen Jungbauern sei umso herzlicher, weil sie sich gerade mit Dr. Stegerwald einig in der Erkenntnis wissen, daß Behebung der
Entschlußkraft und rasche Ueberlegung, unb all biefe Dinge vermag der recht betriebene Sport sehr wohl zu geben. Und noch eins vermag er zu geben. Wer im Dorfe heimisch ist, ber kennt auch die Gruppen von jungen Burschen, die an ben Sonntagen müßig an ben Straßenecken standen, die Hände in den Hosentaschen, nicht wissend, was sie mit sich unb dem schönen Sonntag anfangen sollten. Vielleicht, bah sie bann aus Langeweile in Feld unb Wald umherbummel- ten oder auf allerlei müßige Streiche sannen. Eine Lebensbereicherung bedeuteten diese Sonntage für die Jungen jedenfalls nicht, sie waren ein nutzloses Zeittot s ch 1 a g e n.
Dagegen ist ein auf dem Sportplatz verbrachter Sonntagnachmitag doch immerhin mehr, denn daß selbst das Zuschauen bei einem Fußballspiel anregender ist als zielloses f>erumlungern, wird wohl niemand bestreiten.
Gewöhnlich wird auch noch der Fehler gemacht, daß Sport gleichbedeutend mit Fußballspielen betrachtet wird. Das ist aber durchaus nicht ber Fall. Wohl ist bas Fußba11fpiel gegenwärtig der am meisten betriebene Sport unb als solcher auch von unseren börslichen Vereinen übernommen. Damit ist aber nicht gesagt, baß er ber für uns burchaus geeignete ober gar der alleinige Sport fei. Man kann mit guten Gründen kämpfen gegen den Fußballfimmel, der aus unseren Dörfern immer mehr überhand nimmt. Aber wir dürfen der Einsicht der Persönlichkeiten, die an ber Spitze unserer dörflichen Sportvereinigungen stehen, ruhig das Zutrauen schenken, daß auch für sie alles nur erst einen Anfang bedeutet.
Es gibt noch eine ganze Anzahl sportlichen Hebungen, denen bas Heimatrecht auf dem Dorse noch
bleiben", schrieb der Mann im Monde, ober ^^lme^ ein Jugendlicher schrieb es ihm. Er hat das rechte Wor gesagt. In diesem Sinne den Sport aufzufassen uv auszubauen, ist unser Zukunftsziel. Unb bem Sport '• biefem Sinne dürfen wir herzlich gern Heimatrecht neuen Dorfe gewähren.
Pfingstmontag. Der Gottesdienst zweimal Morgen war anstrengend. Ich fahre zurück. Neben mir sitzen 2 Jungmänner. Der eine bekommt einen Bauernhof, groß unb schön. Er machte vor kurzem einen Jungbauernkursus in Altenberg mit. Als er zurückkam, war
erlangen hierbei Funkmusik, Hörspiel, Reportage, Märchen- unb Bastelstunde. Gerade hierbei kann sich die Ju- gend besonders schöpferisch und eigenbildend betätigen. Nur ist entschieden vor bem „Hören am lausenden Band" ber wahllosen Einschaltung und Benutzung, speziell des Lautsprechers zu warnen. Auch ist man dazu übergegangen, die Jugend selbst reden zu lassen, wobei man die Erfahrung gemacht hat, daß sich Jugendliche vor bem Mikrophon meist unbefangener als bie Erwachsener, speziell große Künstler geben. Nur muß in pädagogischer Rücksichtnahme vermieden werden, den Namen ber Jugendlichen im Programm zu nennen. Reichsrundfunkkommissar, Staatssekretär Dr. Bredow (der ebenso wie eine große Anzahl von Vertretern der Regierungen unb öffentlichen Körperschaften an ber Tagung teilnahm) ' warb anschließend ganz im Sinne Monzels für eine le- ; bändige Beachtung unb Verbreitung des Rundfunks auch in den Jugendverbänden, denen er hiermit gleichsam für bie Zukunft ben amtlichen Rundfunk zur Ei- genbetätigung zur Verfügung stellte.
Betrachten wir nun rückschauend das Ergebnis dieser Tagung und ihre oft sehr lebhaften Diskus- | sion, so scheint es uns trotz feines teils stark thesenhaften Charakters von einer Bedeutung, an der man auch im katholischen Lager — selbst um das Opfer schwerwiegender Entscheidungen und Auseinandersetzungen — nicht achtlos wird vor übergehen können und--dürfen. Einmal wird die vie-D
len überraschend kommende Feststellung der Wandlung des geistig-soziologischen Charakters der heutigen <lu*. gend vom früheren selbsttätigen, subjektiv stark anteib-'l nehmenden und mitgestaltenden der „Bewegung", zu H jenem heutigen „Z ustan d" einer geistigen Passivität | und eines sührungsbebürftigen Objektcharakters gegen* j über ben modernen Bilbungs- und Lebensmächten, tür das gesamte Problem der JugendpäbagogiW und Iugendf iihrung eine völlig ver iin<M derte Situation schyfsen. —
Sodann wird bas Problem bes „Führers zweifelsohne eine neue Sinngebung unb Prä- | g u n g erhalten müssen. In welchem Maße unb Grabe her Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit gegenüber dem Gebot der Stunde dies im Kommenden geschieht, wird vor allem davon abhängen, inwieweit bie anwesenden „Führer" dieser Jugend die Situation begriffen und nun den Mut haben, diese Diskussionen in die Reihen ihrer eigenen Bünde zu tragen mit der Absicht, auch in dieser vorerst seelisch teilnahmslosen Jugend die wahre und echte innere Unruhe zu ben Dingen des Ls-' bens hin zu erwecken und schöpferisch zu formen.
Wenn man beobachten mußte, daß die Mehrzahl dieser anwesenden „Führer" (oder waren sie nur Delegierte g im Sinne der heutigen Kongreßwut?) keineswegs über bas Maß einer auch nur mittelmäßigen Qualität zur Ge- J ftaltung der ihnen hier erwachsenen Ausgaben verfügte, (nur ganz, ganz wenige der Anwesenden beteiligte an der Diskussion und gewisse weltanschauliche Grup- . pen zogen es vor, ganz zu schweigen!!) so wird man vorerst einem allzu großen Optimismus in dieser Frage keineswegs huldigen dürfen. Es wird daher gerade und befonders unsere Ausgabe sein müssen, im Berein tn:t den wenigen Ernsthaften und dazu Befähigten jener Führerschaft dieser Tagung das Gebot der Stunde 3U z ■erfüllen, d. h. aus innerer und letzter Verantwortung | heraus, jeder von feiner Wirkstätte aus. um die Sugenu J und mit der Jugend in der Zeit stehend und sie leidenschaftlich bejahend, zu werben und zu rümpfen für du Erfüllung des uns von Gott gefetzten Schicksals echte- und kraftvoll-gläubigem Menschseins auch in unserer A Gegenwart. Alex Emmerich-Marburg. J
Wir geben unserem Berichterstatter noch einmal Gelegenheit, zu den Verhandlungen und Referaten auf der Marburger Tagung des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände Stellung zu nehmen. Die Aussprache über bie Tagung ist allgemein entbrannt. Gerade bie Jugendführer unb bie Jugend in der Provinz sollten sich mit den dort aufgerollten Fragen beschäftigen.
Den übrigen Teil ber Verhandlungen bildeten eine Reihe von Vorträgen über die Beziehungen der Jugend zur bildenden Kunst, Mufik, Theater und Laienspiel, Film, Rundfunk und Zeitung. (Das überaus wichtige Gebiet der Literatur hatte man bedauerlicher Weise nicht in bas Programm eingegliedert.) Nach Inhalt und Schau waren jedoch diese Referate qualitativ sehr unterschiedlich. So konnte Dr. Schmid t-Berlin in seinem von einer maßlosen lieber» schätzung ber Architektur für bie Kultur getragenen Ausführungen über „Jugend unb bilbenbe Kun st" keineswegs genügen. Auch bas Referat über „Iugenb und Musik" (Studienrat Schmidt- Celle) litt sichtlich unter der stark romantischen und gefühlsbetonten Einstellung des Referenten im Sinne ber vorkriegszeitlichen Jugendbewegung. Dr. Kaufmann - Berlin beging ben großen Fehler, in feinen Ausführungen über „Ingen d und F i l m" das eigentliche Problem des Spielfilms zu ignorieren und an dessen Stelle die auch für die Jugend bereits positiv entschiedene Frage des Schill- und Kulturfilms zu vük- ken. Gerade von diesem Referenten als Angehörigen der Filmindustrie (Ufa) hätte man positive Vorschläge zur Lösung des Problems „Jugend unb Spielfilm" (für uns überhaupt erst des Problem schlechthin) erwarten dürfen. Martin Luse r p e-Ju ist wies in seinem tiefgründigen Referat über „Jugend, The a- ter und ßaienfpiel" auf bie befonbere Bebeutung der Pflege des „Theatralischen" im Menschen hin unb forderte mit Nachdruck von den Behörden eine stärkere Unterstützung der Laienspielbewegung, als Voraussetzung für eine Wiederbelebung und -gesundung bes echten Volkstheaters.
Prof. B o v i f a t - Berlin sprach über
„Die Zeitung im Leben ber 3ugenb“.
An Hand interessanter Statistiken gab er einen Ueberblick über die Interessengebiete der Schuljugend an der Zeitung, wobei Knaben eine besondere Vorliebe für Sport und Mädchen eine solche für den Unterhaltungsteil (Roman und Feuilleton) eignet. In der Schule wird auch heute die Zeitung immer noch zu wenig berücksichtigt. Neben einer stärkeren Verwendung im fremdsprachlichen Unterricht wird man im Hinblick auf die gewaltige erzieheri- sche Bedeutung der modernen Presse auch für das Leben der Jugendlichen fordern müssen, daß bie Behanb - tung ber Zeitung als solche Gegen st anb des Lehrplans wird. Wenn die Jugendverbände insbesondere den Weg zur Presse finden wollen, müssen sie stärker als bisher aktuelle Nachrichten ihrer Interessengebiete schnell unb in kurzer, allgemeinverständlicher Form an die Redaktionen gelangen lassen. Nur durch diese Art der Zusammenarbeit wird die Jugend zu ihrem publizistische nRecht gelangen können, bas ihnen von Seiten ber Presse gerne gewährt wird.
Das Referat von Studienrat Monzel- Berlin über „Jugend unb Rundfunk" fand besonders dankbare Anerkennung. Er gab einleitend eine lieber» sicht über bie gewaltige Entwicklung unb Bedeutung bes Rundfunks als modernes Bildungsmittel. Auch in ber Schule bat sich der Rundfunk immer mehr durch gesetzt, zumal durch ihn ein besonders fruchtbringender Kontakt zwischen Jugend, Leben und öffentlichen Bildungsfaktoren vermittelt wird. Besondere Bedeutung
Reiselied.
Wenn wir nicht suchen unb wanbern von Traum zu Traum,
Bleiben wir stehn wie bie anbern, wie ein Strauch, wie ein Baum.
Rauschen mit schluchzenben Aesten im Hochsommerwinb,
Bis uns im traurigen Westen alle Gluten entsunken (mb.
So wir nicht selbst uns erwandern unser Glück, unsre Not, Bleiben wir stehn wie die andern
Das neue Dorf.
Auch die Dorf-Iugend braucht Sport.
Es ist wesentlich bei ber Arbeit am Bau bes neuen Dorfes, baß alle von außen fommenben Dinge sorgfältig geprüft werben daraufhin, ob sie sich harmonisch einfügen in bie börsliche Eigenart. Gar Vieles hat ben Weg in unsere Dörfer gefunben, was bem Dorfleben wesensfremd unb gefährlich ist, es fei nur erinnert an mancherlei städtische Sitten, an die Auswüchse der Mode und an bie F e st l i ch k e i t e n. Neuerdings ist es der Sport, ber von ber Stabt ausgehenb nun auch das stäche Lanb zu erobern beginnt. Die Frage ist nun bie: Kann ber neuzeitliche Sport uns auf bem Dorfe wirklich etwas fein, kann er unser Leben bereichern unb vertiefen?
Viele werben bie Frage glatt verneinen, unb sie werben gute Gründe ins Feld führen für ihre Ansicht. Sic vergessen dabei eins: Der Sport, wie er heute meist auf unseren Dörfern betrieben wird, ist erst ein Anfang, und alle Anfänge sind unvollkommen. Es gilt, eine gute Sache — die der Sport ohne Zweifel ist — in eine Form zu bringen, die unserem Wesen gemäß ist. Die Dorfiugend muß noch zum rechten Sport erzogen werben, damit der Sport bie Jugenb erziehen kann. Jedenfalls ist es durchaus verkehrt, wenn man ben Dingen bie da werden wollen, von vornherein ablehnend gegen- übersieht
Denn der Sport kann unserer Jugend etwas sein. Gewiß, unseren Jungen fehlt es weder an frischer Luft noch an körperlicher Kraft. Der Bauernberuf gibt beites. Was ihnen aber fehlst ist die Gewandtheit,
Die Jugend im Ringen der Zeit.
Bericht und Kritik zur vierten Aührertagung des „Reichsausschutz der Deutschen Jugend-Verbände" in Marburg.
Kakhol. Zungbauern und Vefi-Medluug
100 katholische Jungbauernführer machen eine Fahrt in die Siedlungsgebiete östlich der Elbe. Empfang durch Reichsarbeitsminisler Stegerwald. — Für eine verstärkte Ostfiedlung. — Die Besiedelung des deutschen Ostens mit deutschen Bauern eine Schicksalsfrage unseres Volkes.