D. Luschnat.
und sehnen uns tot.
folgen und fördern werde.
Die Jugend im Ringen der Zeit.
am
der Deutschen Iugend-Verbände" in Marburg
Er
Du dem
Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. oe publ. Joseph Sauer- Fulda. _
komme. Wer will und kann dem Bub jetzt Helsen? Leser, weißt du einen Weg? Teile deine Pläne Schriftleiter des Iugendblattes mit.)
Am Abend besucht mich noch ein Bäckergeselle.
hat früher tüchtig mitgeschafft im Iugendverein. Jetzt ist er in der thüringischen Diaspora. Ein lieber, froher, arbeitsamer Jungmann. Er berichtet aus seiner Welt. Wegen seiner Religion macht man ihm keine Schwierigkeiten. Er kann zur hl. Messe kommen, darf regelmäßig zu den hl. Sakramenten gehen. Um ihn ist mir nicht bange. Er hat eine Mutter, die von Erziehung was versteht. Sie hat ihn fürs Leben erzogen. Mit ihm besucht mich noch sein guter Freund, Student am Gymnasium in X. Er ist der einzige Katholik in seiner Klasse. Es gibt noch viele Vorurteile, unter denen ein Katholik zu leiden hat.
Zwischendurch kommt eine Mädchengruppe, die ihren Pfingstausflug nach hier gemacht hat. Sie wollten die Kirche sehen. Am Schluß singen sie: Heber die Berge schallt". Sie fingen mit kräftiger Stimme. So innig und froh. Zu guterletzt kommen noch die Meßdiener, die ihren Pfingstdienstag-Ausflug besprechen wollen. Auch die Filialisten tun mit. Es werden 17 Buben sein, Hei, wie das eine Freude wird!
Die Blümlein schaun so verändert drein Banalenschalen belastet ....
Das macht, es hat ein Gesangverein
An dieser Stelle gerastet."
s ch a f t l i ch e n Voraussetzungen für die bäuerliche Siedlung im Osten. In drei Gruppen wurden die schon bestehenden Bauernsiedlungen besichtigt. Man hat erkannt, daß für zähe und fortschrittliche Bauern, die im Westen kein Fortkommen finden, im dünnbesiedelten Osten günstige Möglichkeiten zum Erwerb eines eigenen Bauernhofes vorhanden sind.
Die Fahrt endete in Berlin, wo der Reichsar - beitsminister Stegerwald am Freitag nachmittag die katholischen Jungbauern im Plenarsitzungssoal des Reichstags empfing. In feiner Ansprache gab der Reichsarbeitsminister seiner Freude über den kraftvollen Willen der katholischen Jungbauern zur st a a t s p o l i t i s ch e n Mitarbeit Ausdruck. Das Reich gewähre, soweit es Mittel zur Verfügung habe, der Siedlungstätigkeit größte Unterstützung. Er ging dann auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der deutschen Landwirtschaft ein, der durch die augenblicklichen Hochschutzzölle auf die Dauer nicht allein geholfen werden könne, da die deutsche Landwirtschaftsnot nur ein Teil der Agrarweltkrisis ist. Alles müsse daran gesetzt werden, um die deutsche Landwirtschaft wieder aus sich heraus rentabel zu machen. Das Hauptaugenmerk habe die Landwirtschaft auf die Reform der Absatzorganisation und der Erzeugung von Standardwaren zu richten. Eine g e - sunde Agrarpolitik ist nicht nur eine Jnteressens- frage der Landwirte, sondern eine Lebensfrage des gesamten Volkes, da Deutschland als Binnenland ein starkes Bauerntum notwendig hat. Bauern und Arbeiter dürfen nicht Gegner fein. Wenn die rechten Maßnahmen von der Landwirtschaft selbst und der Regierung getroffen werden, dann erhält der Bauer auf die Dauer die zur Existenzerh ltung notwendigen Preise, die den Betrieb auch rentabel gestalten, ohne daß die
Was einem froh macht.
Aus dem Tagebuch eines Jugenbpräfes.
Pfingstmontag. Der Gottesdienst zweimal
Morgen war anstrengend. Ich fahre zurück. Reben mir sitzen 2 Jungmänner. Der eine bekommt einen Bauernhof, groß und schön. Er machte vor kurzem einen Jung- bauernkursus in Altenberg mit. Als er zurückkam, war die Erinnerung daran ihm wie ein Blick ins Paradies. Wochenlang erzählte er Mutter und Angehörigen nur von diesen Eindrücken. Schon allein die Freude ist das bißchen Geld wert. Der andere Begleiter ist ein Maurer. Er wird auch ein kleines Gut erben. Beide sind also verhältnismäßig gut daran. Beide haben Arbeit und Beruf. Wenns auch nicht rosig ist heute, es ist doch noch zum Aushalten. Die vielen Arbeitslosen, die keine Arbeit haben! Heute morgen bekomme ich von Köln eine Karte. Da waren im Kolpingshause 136 Zugereiste. Alles junge Burschen, die Arbeit suchen.
Wie Pfingsten sich doch am Ende schön feiern läßt Im Elternhaus! In der Glut der Juni-Sonne! In der Hoffnung auf eine gute Ernte. Im Gotteshaus, — das die Sehnsucht nach den Gaben des Hl. Geistes neu weckte. Der Kutscher ist aus dem Westerwald. Er ist Abiturient und hat auf Landwirtschaft umgestellt. Er ist auf einem großen Bauernhof, um hier seine landwirtschaftlichen (praft.) Kenntnisse zu erweitern. Schon vier Jahre lang arbeitet er praktisch. Ein schlanker, großer Kerl! Wie er gut die Zügel führt. Wirklich, eine feine Fahrt! In mancher Hinsicht schöner als Autofahren! Ja, diese drei, die Festsreude leuchtet ihnen aus dem Auge. Durch nichts getrübt. Morgen können sie ja wieder an die Arbeit gehen. Ihr Leben ist nicht ziellos. Ich staune, wie ihr Äuge über die Kornfelder geht, wie es Naturschönheiten entdeckt — rechts und links und die Rhönberge und Wälder grüßt. Wir sprechen, — auf einmal sind wir an der Mode, an den Mädchen und Frauen, die gar nicht mehr zu der festlich und vornehm gekleideten Natur passen. Ob wir am Lande wieder natürlicher wer-
mehr zusteht als dem Fußballspiel. Erinnert sei nur an das Wandern. So gut den Vereinen Verbandsspiele zur Pflicht gemacht sind, ebensogut müßten es auch Wanderungen fein. Heber ihre Bedeutung gerade für die Dorfjugend ein Wort zu sagen, ist wohl überflüssig.
Zum wanderfrohen Jungmann, zur heimkehrenden Fußballmannschaft und zum Wesen des neuen Dorfes gehört das Lied. Wir haben es verlernt, wie wir vieles verlernt haben unter dem von Wirtschaftssorgen grauen Himmel der Zeit. Wir müssen wieder fingen lernen auf dem Dorfe! Aber nicht etwa in Gesangvereinen! Nein, wir wollen ein- oder zweistimmige Wander- und Liebeslieder singen, von denen unser Leben und das des Dorfes beschwingt und angefeuert wird. Es geht so leicht, man glaubt es kaum, wie rasch ein feines Wanderlied sich in alle Herzen einschmeichelt und wie kurze Zeit es dauert, daß es sogar von den Spatzen auf den Dächern gepfiffen wird. Nur der Mut zum Anfang muß da fein! In gar manchem Dorfe ist er gemacht, und es ist erstaunlich, wie einige Lieder ein ganzes Dorf 3um Klingen bringen können. Auf den Klang aber kommt es nicht an!
Daß der Sport geeignet ist, unserem dörflichen Leben etwas zu bieten, das beweist die Teilnahme der Bevölkerung. Man muß die Zuschauermengen bei einer sportlichen Veranstaltung gesehen haben! Sie bedeuten etwas im ereignisarmen Dorfleben!
Allerdings muß zugegeben werden, daß es dabei für den, der zu sehen und zu hören gewohnt ist. noch mancherlei auszusetzen gibt. Aber alles ist erst der Anfang. „Der schönste und edelste Sport wird immer die Bemeisterung des eigenen Jchs
„Naturfreunden" ins Stammbuch.
Die Wanderzeit ist leider auch die Zeit, in der b1-' Natur am meisten verschandelt wird. Es fehlt noch vie fach die rechte Einstellung zum Wandern und zu <™ Natur. Wiesen werden zertrampelt, Blumen abgei fen, und andere Hngehörigkeiten begangen. Ernstha Ermahnungen Helsen be> schlecht erzogenen Ceutne kannllich nichts. Vielleicht schreckt aber der Spott 1 der folgende Verse hat entstehen lassen:
„Stullenpapier und Eierschalen
Bereiten dem Schönheitsdurstigen Qualen Drum vergnüglich hier deine Mahlzeit kaue, „ Doch nicht mit den Resten die Gegend vers. - •
Ein Förster schrieb:
„Es staunt der Hase am Waldesrand,
Ein Wunder geschah in der Lichtung, Der Brombeerstrauch ward zum Zeitungsstand Von jeder Farbe und Richtung.
anderen Stände irgendwie dadurch benachteiligt zu werden brauchen.
Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald wünschte den katholischen Jungbauern zum Schlüsse reiche Erfolge in ihren Bestrebungen, sprach sich anerkennend über ihre staatsbejahende Haltung aus und betonte, daß alles getan werden müsse, um durch eine verstärkte planmäßige D ft f i e b l u n g den deutschen Bauern ein Verbleiben auf eigenem Grund und Boden im deutschen Vaterland zu ermöglichen.
Aloys Seyock sprach dem Reichsarbeitsminister den Dank für das Verständnis aus, das er für die Lage des Landvolkes habe. Der Dank der katholischen Jungbauern sei umso herzlicher, weil sie sich gerade mit Dr. Stegerwald einig in der Erkenntnis wissen, daß Behebung der
Der Siedlungsgedanke marschiert! Die Wanderung der landlosen deutschen Bauern nach dem menschenleeren Boden des Ostens hat eingesetzt und wird von den Gegnern nicht mehr aufzuhalten sein. Heberoll entstehen neue Dör- fer, deren Bewohner dem gleichen deutschen Volks stamm angehören und den gleichen Glauben haben. Das ist der Eindruck, den die wenigen, die aus der Rhön an der Siedlungsfahrt der katholischen Jungbauern teilnahmen, gewonnen haben. Wir werden über die Fahrt ausführlich berichten, beschränken uns aber heute darauf, kurz auf die offiziellen Empfänge in Berlin hinzuweisen.
In den letzten Tagen haben katholische Jungbauern- führer aus Westdeutschland auf einer Fahrt durch die Siedlungsgebiete in Mecklenburg, Pommern und Brandenburg das Wesen und die Ziele einer gesunden Siedlung studiert. Der Führer der I u n g • Landbewegung im katholischen Jugend- und Jungmännerverband Düsseldorf, Aloys Seyock, hat den Gedanken der aus kulturellen, bevölkerungs- und wirtschaftlichen Gründen notwendigen bäuerlichen West-O st siedlung unter die katholischen Jungbauern getragen. Er hat damit Erfolg gehabt, die Siedlungsbewegung beginnt immer weitere Kreise des westdeutschen Bauerntums zu erfassen und es scheint so, daß der deutsche Bauer das Land, das er im 19. Jahrhundert an die Großgrundbesitzer verloren hat, zurückzuerobern gewillt ist. Die Gelegenheit dazu ist gerade jetzt günstig. Es muß neuer Lebensraum für die Bauernsöhne geschaffen werden. Daher auch die Fahrt der katholischen Landjugend des Westens nach dem Osten zur Ersorschung und Erprobung der roirt»
den, so daß wir zu der herrlichen Gottes- natur passen?
Kaum bin ich zu Hause, da meldet sich ein Geselle. Er war wochenlang arbeitslos. Jetzt hat er eine Stelle im Rheinland. Morgen kann er antreten. „Ich könnte so hoch springen", sagt er und meint dabei wenigstens zwei Meter hoch. Freie Wohnung, freie Kost und im Monat 50 Mark. Der Fritz ist glücklich. Wenn man nur jedem arbeitslosen Gesellen eine Stelle vermitteln könnte.
Am Nachmittag besuchen mich zwei Buben. Sie besuchten früher unsere Volksschule. Ich kenne sie von der Religionsstunde. Jetzt sind sie in Thüringen. Der eine ist Kaufmann, der andere Arbeiter in einer großen Eisenwerkstätte. Wir sprechen von Einst und Jetzt, und gar bald erzählen die Buben von ihrer Arbeitsstätte. O, du armer fünfzehnjähriger Arbeiter! Die Kommunisten nehmen ihn schwer zwischen. Aber er ist noch wacker. Noch! Ob ein Fünfzehnjähriger in dieser Athmolsphäre auch Schaden leidet?
„Bist du im Jugendverein?" „Nein. Mein Bruder ist im Sportverein. Er nimmt mich Sonntags immer mit". Für den Jungen bestehen einige Schwierigkeiten, im Jugendverein mitzutun. Die lassen sich wohl aus dem Wege räumen. Alle Pläne dafür sind besprochen. Dienstag morgen reift er ab. (Inzwischen hat er eine Karte geschrieben. Die Kommunisten haben ausgemacht, daß er in schwarzer Luft gewesen. Dafür hat er viel aus« zustehen. Er schreibt: Ich kann es nicht mehr aushalten. Versuchen Sie, ob ich eine Stelle im Fuldaer Land be-
bleiben", schrieb der Mann im Monde, ober oielme-, ein Jugendlicher schrieb es ihm. Er hat das rechte gesagt. In diesem Sinne den Sport aufzufassen uti auszubauen, ist unser Zukunftsziel. Unb dem Sport > biefem Sinne dürfen wir herzlich gern Heimatrecht " neuen Dorfe gewähren. "i
Entschlußkraft und rasche Heberlegung, und all diese Dinge vermag der recht betriebene Sport sehr wohl zu geben. Unb noch eins vermag er zu geben. Wer im Dorfe heimisch ist, der kennt auch die Gruppen von jungen Burschen, die an den Sonntagen müßig an den Straßenecken standen, die Hände in den Hosentaschen, nicht wissend, was sie mit sich und dem schönen Sonntag anfangen sollten. Vielleicht, daß sie dann aus Langeweile in Feld und Wald umherbummelten oder auf allerlei müßige Streiche sannen. Eine Lebensbereicherung bedeuteten diese Sonntage für die Jungen jedenfalls nicht, sie waren ein nutzloses Zeittot s ch l a g e n.
Dagegen ist ein auf dem Sportplatz verbrachter Sonntagnadjmitag doch immerhin mehr, denn daß selbst das Zuschauen bei einem Fußballspiel anregender ist als zielloses Herumlungern, wird wohl niemand bestreiten.
Gewöhnlich wird auch noch der Fehler gemacht, daß Sport gleichbedeutend mit Fußballspielen betrachtet wird. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Wohl ist das Fu ß b a 11 f p i e I gegenwärtig der am meisten betriebene Sport und als solcher auch von unseren dörflichen Vereinen übernommen. Damit ist aber nicht gesagt, daß er der für uns durchaus geeignete ober gar der alleinige Sport fei. Man kann mit guten Gründen kämpfen gegen den Fußballfimmel, der auf unseren Dörfern immer mehr überhand nimmt. Aber wir dürfen der Einsicht der Persönlichkeiten, die an der Spitze unserer dörflichen Sportvereinigungen stehen, ruhig das Zutrauen schenken, daß auch für sie alles nur erst einen Ansang bedeutet.
Es gibt noch eine ganze Anzahl sportlichen Hebungen, denen bas Heimatrecht auf dem Dorfe noch
Das neue Dorf.
Auch die Dorf-Jugend braucht Sport
Es ist wesentlich bei der Arbeit am Bau des neuen Dorfes, daß alle von außen kommenden Dinge sorgfältig geprüft werden daraufhin, ob sie sich harmonisch cinfügen in die dörfliche Eigenart. Gar Vieles hat den Weg in unsere Dörfer gefunden, was dem Dorfleben wesensfremd unb gefährlich ist, es sei nur erinnert an mancherlei stäbtische Sitten, an bie Auswüchse b e r Mode unb an bie F e st l i ch k e i t e n. Neuerdings ist es der Sport, der von der Stabt ausgehend nun auch bas flache Land zu erobern beginnt. Die Frage ist nun die: Kann der neuzeitliche Sport uns auf dem Dorfe wirklich etwas fein, kann er unser Leden bereichern und vertiefen?
Viele werden die Frage glatt verneinen, und sie werden gute Gründe ins Feld führen für ihre Ansicht. Sie vergessen dabei eins: Der Sport, wie er heute meist auf unseren Dörfern betrieben wird, ist erst ein Anfang, unb alle Anfänge sind unvollkommen. Es gilt, eine gute Sache — die der Sport ohne Zweifel ist — in eine Form zu bringen, die unserem Wesen gemäß ist. Die Dorfjugenb muß noch zum rechten Sport erzogen werden, damit der Sport die Jugend erziehen kann. Jedenfalls ist es durchaus verkehrt, wenn man den Dingen die da werden wollen, von vornherein ablehnend gegen« überstellt
Denn der Sport kann unserer Jugend etwas fein- Gewiß, unseren Jungen fehlt es weder an frischer Luft noch an körperlicher Kraft. Der Bauernberuf gibt beides. Was ihnen aber fehlt, ist die Gewandtheit,
Wir geben unserem Berichterstatter noch einmal Gelegenheit, zu den Verhandlungen und Referaten auf der Marburger Tagung des Reichs- ausschufses der deutschen Jugendoerbände Stellung zu nehmen. Die Aussprache über die Tagung ist allgemein entbrannt. Gerade die Jugendführer und die Jugend in der Provinz sollten sich mit den dort aufgerollten Fragen beschäftigen.
Den übrigen Teil der Verhandlungen bildeten eine Reihe von Vorträgen über die Beziehungen der Jugend zur bildenden Kun st, Musik, Theater und Laienspiel, Film, Rundfunk und Z e 11 u ng. (Das überaus wichtige Gebiet der Literatur hatte man bedauerlicher Weise nicht in das Programm eingegl:edert.) Nach Inhalt und Schau waren jedoch diese Referate gualitatio sehr unterschiedlich. So konnte Dr. Schmid t-Berlin in seinem von einer maßlosen Heberschätzung der Architektur für die Kultur getragenen Ausführungen über „Jugend und bildende Kun st" keineswegs genügen. Auch das Referat über „Jugend und Musik" (Studienrat Schmidt- Celle) litt sichtlich unter der stark romantischen und gefühlsbetonten Einstellung des Referenten im Sinne der vorkriegszeitlichen Jugendbewegung. Dr. Kaufmann - Berlin beging den großen Fehler, in feinen Ausführungen über „Jugend und F i l m" das eigentliche Problem des Spielfilms zu ignorieren und an dessen Stelle die auch für die Jugend bereits positiv entschiedene Frage des Schul- und Kulturfilms zu rük- ken. Gerade von diesem Referenten als Angehörigen der Filmindustrie (Ufa) hätte man positive Vorschläge zur Lösung des Problems „Jugend und Spielfilm" (für uns überhaupt erst des Problem schlechthin) erwarten dürfen. Martin Luserpe-Iuist wies in seinem tiefgründigen Referat über „Jugend, Theater und Laienspiel" auf die besondere Bedeutung der Pflege des „Theatralischen" int Menschen hin und forderte mit Nachdruck von den Behörden eine stärkere Unterstützung der Laienspielbewegung, als Voraussetzung für eine Wiederbelebung und -gesundung des echten Volkstheaters.
Prof. B o v i s a t - Berlin sprach über
„Die Zeitung im Leben der Jugend".
An Hand interessanter Statistiken gab er einen lieber- blick über die Interessengebiete der Schuljugend an der Zeitung, wobei Knaben eine besondere Vorliebe für Sport und Mädchen eine solche für den Unterhaltungsteil (Roman und Feuilleton) eignet. I n der Schule w i rd auch heute die Zeitung immer noch zu wenig berücksichtigt. Neben einer stärkeren Verwendung im fremdsprachlichen Unterricht wird man int Hinblick auf die gewaltige erzieherische Bedeutung der modernen Presse auch für das Leben der Jugendlichen fordern müssen, daß die Behanb - l u n g der Zeitung als solche Gegen st and des Lehrplans wird. Wenn die Jugendverbände insbesondere den Weg zur Presse finden wollen, müssen sie stärker als bisher aktuelle Nachrichten ihrer Interessengebiete schnell und in kurzer, allgemeinverständlicher Form an die Redaktionen gelangen lassen. Nur durch diese Art der Zusammenarbeit wird die Jugend zu ihrem publizistische nRecht gelangen können, bas ihnen von Seiten der Presse gerne gewährt wird.
Das Referat von Sfubienrat Monzel- Berlin über „Jugend und Rundfunk" fand besonders dankbare Anerkennung. Er gab einleitend eine Heber« sicht über die gewaltige Entwicklung und Bedeutung des Rundfunks als modernes Bildungsmittel. Auch in der Schule hat sich der Rundfunk immer mehr durchgesetzt, zumal durch ihn ein besonders fruchtbringender Kontakt zwischen Jugend, Leben und öffentlichen Bildungsfaktoren vermittelt wird. Besondere Bedeutung
Bericht und Kritik zur vierten Führertagung des „Reichsausschutz
Reiselied.
Wenn mir nicht suchen und wandern von Traum zu Traum,
Bleiben wir stehn wie bie anbern, wie ein Strauch, wie ein Baum.
Rauschen mit schluchzenden Aesten im Hochsomrnerwinb,
Bis uns im traurigen Westen alle Gluten entsunken finb.
So wir nicht selbst uns ermanbern unser Glück, unsre Not, Bleiben wir stehn wie bie anbern
Bauernnot nicht nur eine Frage ber Wirtschaft, sondern auch der religiös-sittlichen Erneuerung sei.
Die Bauernsöhne fangen zum Schluß dem Minister zu Ehren stehend das Lied der katholischen Jugend.
Am Abend trafen sich alle Fahrtteilnehmer im Katho- U lischen Gesellenhaus St. Clemens zu einer Aussprache, der auch Vertreter der kirchlichen und weltlichen Behör- den, wie die Referenten über das Siedlungswesen in den preußischen Ministerien beiwohnten. Nachdem die Führer über ihre in den Siedlungsdörsern in Brandenburg, Pommern und der einzelnen Gruppen Mecklenburg ge- wonnenen Eindrücke berichtet hatten, übermittelte Ministerialrat Weil die Grüße des Preußischen Landwirt- schaftsministers und versicherte, daß der Minister die Bestrebungen der Junglandbewegung stets aufmerksam vor-
kakhol. Zungbauern und Vesl-Ssksiedlung
100 katholische Jungbauernführer machen eine Fahrt in die Siedlungsgebiete östlich der Elbe. Empfang durch Reichsarbeiksminister Stegerwald. — Für eine verstärkte Oftfiedlung. — Die Besiedelung des deutschen Ostens mit deutschen Bauern eine Schicksalsfrage unseres Volkes.
erlangen hierbei Funkmusik, Hörspiel, Reportage, Märchen- und Bastelstunde. Gerade hierbei kann sich die Jugend besonders schöpferisch und eigenbilbenb betätigen. Nur ist entschieden vor dem „Hören am laufenden Band" der wahllosen Einschaltung und Benutzung, speziell des Lautsprechers zu warnen. Äuch ist man dazu übergegangen, die Jugend selbst reden zu lassen, wobei man die Erfahrung gemacht hat, daß sich Jugendliche vor dem Mikrophon meist unbefangener als die Erwachsener, speziell große Künstler geben. Nyr muß in pädagogische Rücksichtnahme vermieden werden, den Namen der Jugendlichen im Programm zu nennen. Reichsrunbfuak- kommissar, Staatssekretär Dr. Bredow (der ebenso wie eine große Anzahl von Vertretern der Regierungen und öffentlichen Körperschaften an der Tagung teilnahm) warb anschließend ganz im Sinne Monzels für eine lebendige Beachtung und Verbreitung des Rundfunks auch in den Jugendverbänden, denen er hiermit gleichsam für die Zukunft den amtlichen Rundfunk zur Ei- genbetätigung zur Verfügung stellte.
Betrachten wir nun rückschauend das Ergebnis dieser Tagung unb ihre oft sehr lebhaften Diskussion, so scheint es uns trotz feines teils stark thesenhaiien Charakters von einer Bedeutung, an der man auch im katholischen Lager — selbst um das Opser schwerwiegender Entscheidungen unb Auseinandersetzun- gen — nicht achtlos wirb vor übergehen' können unb--dürfen. Einmal wird die nie
len überraschend kommende Feststellung der Wandln» des geistig-soziologischen Charakters der heutigen 3# gend vom früheren selbsttätigen, subjektiv stark anteil nehmenden und mitgestaltenden der ,,B e w e g u n g“, ,5 jenem heutigen „Z u ft a n b" einer geistigen Passivitc und eines führungsbedürftigen Objektcharakters geger über den modernen Bildungs- und Lebensmächten, fü das gesamte Problem der Jugendpädagogi unb Jugendführung eine völlig verän berte Situation schaffen. —
Sodann wirb bas Problem bes „Führers' zweifelsohne eine neue Sinngebung unb Prä g u n g erhalten müssen. In welchem Maße unb ®ra& ber Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit gegenüber dem Gebot der Stunde dies im Kommenden geschieht, wird vor allem davon abhängen, inwieweit die anwesenden „Führer" dieser Jugend die Situation begriffen und nun den Mut haben, diese Diskussionen in die Reihen ihrer ei gen ei Bünde zu tragen mit der Absicht, auch in dieser vorerst seelisch teilnahmslosen Jugend die wahre und echte innere Unruhe zu den Dingen des Lebens hin zu erwecken und schöpferisch zu formen.
Wenn man beobachten mußte, daß die Mehrzahl befer anwesenden „Führer" (oder waren sie nur Delegierte int Sinne der heutigen Kongreßwut?) keineswegs über bas Maß einer auch nur mittelmäßigen Qualität zur Gestaltung ber ihnen hier erwachsenen Aufgaben verfügte (nur ganz, ganz wenige ber Anwesenden beteiligte fi<f an ber Diskussion unb gewisse weltanschauliche Grup pen zogen es vor, ganz zu schweigen!!) so wird mar vorerst einem allzu großen Optimismus in dieser Frag« keineswegs huldigen dürfen. Es wird daher gerade uni besonders unsere Ausgabe sein müssen, im Verein m' den wenigen Ernsthaften und dazu Befähigten jener Führerschaft dieser Tagung das Gebot der Stunde zu erfüllen, b. h. aus innerer unb letzter Verantwortung heraus, jeder von seiner Wirkstätte aus. um bie Jugen^ und mit der Jugend in der Zeit stehend und sie leiden schaftlich bejahend, zu werben und zu kämpfen für bi Erfüllung des uns von Gott gesetzten Schicksals echte' und kraftvoll-gläubigem Menschseins auch in unsere Gegenwart. Alex Emmerich- Marburg.
Nils