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NILS

SinöZchuL-Ausflüge notwendig.

Jetzt ist die schöne Frühlingszeit, Da hebt es an, das Wandern; Bald ists allein, bald ists zu zweit. Bald trifft cs sich mit andern!

So singt die wanderfrohe Jugend, wenn nach langer, banger Winterzeit sie die warme Frühlingsfonne hin­auslockt ins Freie. Und wen von den Alten hielte es noch in den engen vier Wänden, wenn sich draußen das große Wanderbuch der Natur auftut und Wälder und Felder sich mit jungem Grün schmücken! Gab es je etwas Schöneres für den deutschen Handwerksgesellen, als nach beendeter Lehrzeit die deutschen Gaue zu durch­wandern und in die Romantik der deutschen Landschaft unterzutauchen? Den Drang, in die Ferne zu schweifen, gab Gott dem Deutschen mit ins Leben, und Wanderblut durchpulste zu allen Zeiten unser deutsches Volk. Nimmt es da Wunder, daß die moderne Jugendbewegung zuerst das Wandern in ihr Programm aufnahm und daß die neue deutsche Schule das in vergangenen Jahrzehnten nur stiefmütterlich behandelte Wandern fo nachhaltig be­tont?

Auch dem der Schule ferner Stehenden dürfte es auf­gefallen fein, daß die Schule mehr denn je aus den en­gen Wänden des Unterichtsraumes hinausdrängt. In jeder Tageszeit begegnet man ganzen Klassengemeinschaf­ten auf unterrichtlichen Spaziergängen, Halbtags- oder Ganztagswanderungen. Während die erstgenannten Spaziergänge, die an keine bestimmte Stufe und an kein bestimmtes Fach gebunden sind, dazu dienen, Lebewesen in ihrer Umgebung und bei ihren ungezwungenen Le­bensbetätigungen oder Naturerscheinungen oder be­stimmte Gegenstände an ihrem Standort zu beobachten, sind die Halbtags- und Ganztagswanderungen für die geistige Erschließung der Heimatlandschast von wesent­licher Bedeutung. Schon vor Jahrzehnten wußte man, daß der Lehrer und Erzieher nur dann Erfolg haben wird, wenn er sein Arbeitsfeld nicht auf die enge Schul­stube mit ihren Büchern, Karten, Bildern, Apparaten und toten, ausgestopften Tieren beschränkt, sondern drau­ßen die Welt durchdenkt und genießt und beobachtet. Und doch wurde dieser Erkenntnis erst in den letzten Jahren durch ministerielle Richtlinien und Verfügungen die recht­liche Grundlage gegeben.

Wie alle Neuerungen, so begegnen auch die Schul­wanderungen einer vielseitigen, meist aber unberechtig­ten Kritik. War's und ist's nicht so, daß man die Schul­wanderung als eine Bequemlichkeit und Erholung für die Lehrpersonen betrachtet? Und vielleicht das gerade Ge­genteil ist richtig. Bei einiger Ueberlegung dürfte auch der heftigste Kritiker erkennen, daß hierbei die größten Anforderungen an den Leiter der Wanderung gestellt werden. Mehr als jede Unterrichtsstunde verlangt der Wandertag eine intensive Vorbereitung und Ueberlegung. Wir wandern nicht planlos hinaus! Der Weg wird vor­her festgelegt, er muß selbst erwandert sein; die zu be­trachtenden Objekte müssen vorher geistiges Eigentum der Lehrperson geworden sein. Und wie schwer ist gerade das zuletzt Genannte! Bei dem geringen Vorhanden­sein an geeigneter Literatur muß vielfach regelrechte For- fcherarbeit geleistet werden. Man denke etwa an Maria Ehrenberg, den Soisberg, das Stift Rasdorf ufw. So­dann fei verwiesen auf die Aufrechterhaltung der Diszi­plin. Jeder Einsichtige wird bestätigen müssen, daß es schon allerhand ist, wenn eine nur kleine Schar von Kin­dern im engen Raum eines Zimmers zur Ruhe und zum Wohlverhalten gebracht ist. Die Schwierigkeiten in dieser Hinsicht aber wachsen mit einer größeren Kinderzahl und der Weite des Raumes auf Wanderungen in der Frei­heit, in den Straßen und auf den Feldern, wo immer neue Beobachtungsmöglichkeiten die Aufmerksamkeit auf wechselnde Gegenstände anlocken. Als eine wenig ange­nehme Zugabe muß schließlich die Haftpflicht erwähnt werden/die jede Lehrperson auf sich nimmt, sobald sie mit ihren Schülern das Schulgrundstück verläßt. Da heißt es immer wieder: Augen und Ohren auf! Und wie oft ereignet sich trotz aller Aufmerksamkeit des Führers ein größerer oder kleinerer Unfall, der dann nur zu gerne QUf dem Schuldkonto des verantwortlichen Leiters ver­bucht wird. Manches Lehrerleben hat sich bei einer fol­gen Verantwortungslast in ein bitteres Lehrerschickfal verwandelt. Gehört bei einer solchen Lage der Dinge nicht ein großer Opfermut und Idealismus, der den Leh­rerstand zu allen Zeiten ausgezeichnet hat, zur Ausfüh- rung eines Schulausfluges, dem die Eltern auch vielfach

Dorfbuben.

8] I. Herbert.

Di» Jungen sitzen auf der Bank. Karl wickelt sein ”rof aus dem Papier und fängt an zu essen. In eint» ®-r Entfernung liegt der Drache aus der Wiese.

Pommer sitzt neben Karl und schnappt die Brok- I ” "us, die ihm sein Herr zuwirft. Hans und Konrad ochen über den geschickten Hund, und Hans meint: "Da ist bad) gsr nichts, das kann ich auch."

■ . so einfach ist das aber nicht, versuch es nur k'nmal, „Karl wirft dem Hans einen Brocken zu, der i aappt danach — vergebens „Noch einmal!" Wie- rr daneben! Beim drittenmal gelingt es Hans, den rocken aus der Luft zu schnappen, und stolz blickt er

1 tRe Kameraden an: „Seht ihr, ich kann es auch!" „Aber doch nicht so gut als der Pommer, meint Karl ni wirst dem Hunde wieder einen Brocken zu.

Ein drohendes Brummen läßt die Knaben aufblck- n: der Flieger, der jeden Nachmittag kommt, taucht jn ‘er &cr Bergspitze auf und nähert sich rasch Jetzt , €r über den Jungen, das Donnern seiner Motors Q.^‘ i>as Tal und hallt brausend von den Bergen

nicht mit einem Flieger fahren, ist man verloren "

auf, schreit: „Der Drache, der davon.

"^eht nur mal dort!", ruft Konrad und deutet >a- I Alle Gänse rennen flügelschlagend mit

w./,Esn Hälsen den Häusern zu. Sie fürchten sich vor dem unbekannten Riesenvogel da oben, in dem I 3[iC ncn gefährlichen Räuber vermuten. Erst als der X rLe®er kleiner und kleiner wird und hinter den Ber- MM verschwindet, beruhigen sich die aufgeschreckten | ete und rupfen wieder eifrig Gras.

& $ic Zungen bei der Bank oben reden vom Flieger. M ^will auch einen kaufen, wenn er erst groß ist.

..so ein Flieger kostet aber viel Geld, mindestens Zweitausend Mark", meint Konrad.

»t "2ch möchte auch

» rnan abstürzt, springt Karl “®e-“ und rennt

ablehnend gegenüber stehen? Gerade bei der ländlichen Bevölkerung fürchtet man bisweilen die übergroße An­strengung, die damit verbunden sein soll, obwohl ande­rerseits, sobald landwirtschaftliche Arbeiten die Kinder in Anspruch nehmen, dieser Einwand gar nicht in die Wag­schale fällt. Auch den Einwand hört man, daß es den Schülern an geeigneten Kleidern fehlt. Die guten wür­den ruiniert und die Alltagskleider könnten doch auch nicht angezogen werden. Auch die untragbaren Ausgaben müssen nur allzu oft herhalten. Dabei bedenkt man kaum, daß die Sonntagskleider bei einer Exkursion bei weitem nicht so in Anspruch genommen werden wie bei einem Fußballspiel, das man immer wieder in den Dorfstrahen und auf den Angern beobachten kann und das sich be­reits der Schulneulinge bemächtigt hat. Daß eine Wan­derung einige Kosten mit sich bringt, fei nicht bestritten. Sind sie aber fo hoch, daß sie untragbar sind? (Die Eisen­bahn gewährt wesentliche Fahrpreisermäßigung.) Bucht der Schüler nicht auch einigen Gewinn, der sehr oft die Berufswahl und den ganzen Lebensweg eines Kindes beeinflußt? Das größte finanzielle Opfer bringt in je­dem Falle der Lehrer, dem keinerlei Tagegelder zur Ver­fügung stehen, der diesen wichtigen Unterrichtszweig aus reinem Idealismus betreibt und der jeden Wandertag mit einer fühlbaren Einbuße von Nervenkraft und einer Fülle körperlicher Anstrengung beschließt.

Der Kinder wegen und nicht der Lehrperson wegen wurden die monatlichen Wanderungen, über die alljähr­lich gewissenhaft der Schulbehörde berichtet werden muß, angeordnet. Sie dienen zwei wichtigen Forderungen neuzeitlicher Erziehungskunst: der Anschaulichkeit des Un­terrichts und der Ertüchtigung des jugendlichen Körpers. Schon im Altertum hatte man den großen Wert des -Wanderns für den Körper und Geist erkannt, die größ­ten Pädagogen aller Jahrhunderte haben es gefordert und Goethe durfte von sich bekennen: „Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert!" Toten Natur- gegenständen kann man ihre Lebensbetätigungen nicht ablauschen, Land und Leute lernt man nicht durch Bü­cher kennen, ja sogar Bilder und bildliche Darstellungen, beispielsweise berühmter Bauwerke, lassen nicht im Ent­ferntesten die Wucht ihrer wirklichen Größe ahnen. Der beste heimatkundliche Unterricht im Klassenzimmer wird dem Kinde niemals die Heimat nahe bringen; sie muß erwandert und durchwandert fein. „Nirgends kann man

Erst,wenn man öieMilch mit Kathreiner gemischt Linkt,wirb sie richtig veröautl

... wieterem Grünt mehr, immerKLÜwMW zuirückn/

besser über die Windblütler sprechen, als am Roggenacker am sonnigen Junitage, wenn der Wind den Blütenstaub über das Aehrenseld trägt, nirgends besser über die In­sektenblütler als unter dem blühenden Apfelbaum ober unter der Roßkastanie, wenn sie im Mai im Blüten­schmuck prangen". Niemals wird der Schüler den Triumphzug der Technik verstehen, wenn er nie durch einen Fabrikbetrieb geführt worden ist. Der Städter kann in keinem Falle das Landleben verstehen und wür­digen, andererfeits niemals der Landbewohner das Stadt­leben in feinen Vorzügen und Nachteilen, in feinem gan­zen Wesen, wenn er cs nie mit den eigenen Sinnen er­leben und erfassen konnte.

Neben den unterrichtlichen Vorteilen bescheren die Schulwanderungen ihren Teilnehmern wertvolle Ein­flüsse auf die Bildung und Entwicklung des Charakters. Hierbei muß sich der Schüler einordnen und unterord­nen, sich als das Glied einer Gemeinschaft betätigen und [ schicken; er lernt sich freier zu bewegen, sich selbständig und rasch entscheiden und selbständiger handeln. Ander­seits bietet sich dem Lehrer in verstärktem Maße Ge­legenheit, den Schüler in seinen menschlichen Vor- und Nachteilen kennen zu lernen und feine erziehlichen Maß- ; nahmen dementsprechend einzustellen.

I Aus dem Gesagten dürfte hinreichend die Notwendig- ? leit der Schülerwanderungen und Schulausflüge erwie- ; sein fein. Es wäre eine kaum gutzumachende Kurzsich- ' tigfeit der Eltern, wenn sie ihre Kinder fernhalten roür-

Erschrocken fahren die beiden anderen herum, oa sehen sie, wie eine Kuh den Drachenschwanz im Maule hat und an dem Kleebündel kaut. Karl springt auf sie zu, da läuft sie davon und zieht den Drachen hinter sich I)e r.

„Mein schöner Drache!" schreit Hans und läuft ebenfalls hinter der Kuh her, die immer noch an dem Kleebündel kaut. Da reißt zum Glück der Schwanz ab, die Kuh frißt im Laufen den Klee mit samt dem Dra­chenschwanz.

Karl ist zuerst beim Drachen und hält ihn hoch. Nur einen kleinen Riß hat er oben, aber der halbe Schwanz ist weg.

„Es ist nicht schlimm", meint Hans, als er den Schaden besehen hat. „Der Riß wird zugeklebt, und das Stück Schwanz mache ich heute abend neu. Aber die Kuh bekommt nachher ihre Schmisse, was hat die meinen Drachenschwanz zu fressen?"

Als die Jungen zur Bank zurückkehren, liegt dort schon der Pommer, der vorhin auch mitgelaufen war, und neben ihm liegt das Brot, das Karl in der Eile fallen ließ.

„Daß der Hund das Brot nicht gefressen hat!" ver­wundert sich Konrad, „unser Butz hätte es nicht liegen lassen."

„Ja, euer Butz! Was ist der auch gegen den Pom­mer! Der kann noch andere Sachen. Gebt acht, ich will euch mal was zeigen!"

Karl nimmt den Rest Brot, bricht drei Brocken ab, legt sie in eine Reihe hin und sagt zu dem Hund, der mit gespitzten Ohren aufmerksam zuschaut: „Das ist dem Hans, das dem Karl, das dem Konrad".

Pommer rührt sich nicht. Karl fängt wieder an:

„Das ist dem Hans, das dem Pommer, das dem Konrad."

Schnapp, hat Pommer den zweiten Brocken ver­schlungen. Die Jungen schauen sich erstaunt an.

„Die sind alle beide dem Pommer". Schnapp schnapp, sind sie verschwunden.

„Na, aber so ein Hund! Gib mir doch einmal das Brot, ich will sehen, ob er es auck bei mir macht.

den. Letzten Endes ist das Fernbleiben van denselben strafbar, da sie in der Unterrichtszeit unternommen wer­ben. Z-we.

Warum wandert die heutige Schule?

Bedenklich schütteln manche Eltern oft den Kopf ob all der Neuigkeiten, die in unsere Schule Eingang gefunden haben. Wenn sie jedoch erst ganz Einblick nehmen könn­ten in das Leben und Schaffen einer heutigen Schulklasse, so würben ihre Augen noch größer werben. Es wäre ja auch seltsam, wenn, wo sich alles geänbert, alles fortge­schritten ist, bie Schule so geblieben wäre, wie sie zu der Väter Zeiten gewesen ist. ,

Noch vor 50 Jahren war unser Volk größtenteils ein Bauernvolk, bas mit ber Gottesnatur und in ihr lebte. Nicht nur, baß ber Bauer Bäume, Sträucher unb Blumen alle kannte, sie waren ihm noch Gotteszeichen, bie ihm von besten Allmacht, Weisheit unb Güte erzähl­ten. Die schönen Legenden unb Märchen von Slumeji, Bäumen unb Tieren hat bas Bauernvolk unserer Väter selbst gedichtet.

Der Stäbter kennt kaum noch die Gottesnatur, er kennt nicht Baum unb Blume, er hat kein Ohr mehr für Geschichten unb Geheimnisse, bie sie erzählt. Und beim Landvolk ist es nicht viel anders, wohl weiß es von dem, was draußen wächst unb blüht, aber Felb und Wald find ihm nur noch ein großer Nutzgarten, nicht mehr das Gottesparabies, bas Brust unb Seele weitet unb vom Schöpfergeist erzählt. Die Natur ist ben Menschen un­serer Zeit zu einem Mittel bes Verbienstes geworben, sie ist ihm nicht mehr Gesunbbrunnen seines leiblichen Lebens unb nicht mehr bas große Buch, in bem ber Mensch bie heiligen Geheimnisse ber Schöpfung unb bes Schöpfers, von ber Allmacht unb Vatergüte Gottes lesen soll.

Die Schule soll unb will die Kinder ins Leben hinein- führen. Dieses Leben ist nun nicht nur ein Verdienen, die Schule lehrt nicht nur, wie man am besten später Geld verdienen kann. Der Mensch lebt mit den Men­schen, mit der Natur unb mit Gott. Weil aber gerabe bas mit ben Menschen, mit ber Natur unb mit Gott Leben in unserer Zeit so wenig im Volke geschieht, muß bie Schule es roieber lebenbig machen. Das geht nicht immer in ben vier Wänben ber Schulklasse. Da muß ber Lehrer mit ben Kinbern hinaus an bie Stätten, wo bie Menschen gewirkt haben und schassen, baß sie es wirt- l i ch sehen, nicht nur in Worten und Bildern, da muß er mit ihnen in die Kirche, ins wirkliche Haus Gottes, das ist bester, als eine Zeichnung an der Tafel, und er muß mit ihnen hinaus in Wald und Feld, wo wirklich Wach­sen, Blühen und Früchtetragen vor sich geht. Erst da, wo das wirkliche Leben ist, kann man das Leben kennen unb selbst leben lernen.

So ist ber Ausflug ber Schulen ein wirkliches Lehren unb Lernen. Gewiß muß auch heute in ben vier Wän­ben unb aus Büchern noch tüchtig, ja noch mehr als früher gelernt werben. Aber (eben lernt man nicht nur aus Büchern unb durch bie Brille der Schulfenster sehend, man muß ihm selbst nachgehen, seiner Sprache lauschen unb es an ber Wirklichkeit verstehen ^nen.

Es märe böse um bie Erziehung wWPülbung unserer Kinder bestellt, wenn bie Schule bas Erziehungsmonopol besäße. Sie will bas gar nicht. Sie will dem Eltern­haus, ber Familie helfen, nicht um ihr die Arbeit abzu­nehmen, sondern um sie anzuregen, ein Gleiches zu tun. Sie wandert nicht, um die Familie bes Familienausflugs zu entlebigen. Wer sie recht versteht, wirb sehen, baß sie ber Familie wieber Lust unb Siebe zum Wandern unb Schauen in ber freien Gottesnatur schenken will. Die gesundeste Kritik am Wandern unserer heutigen Schule ist die, daß man sein Ränzek schnürt und selbst wieder wandern und schauen lernt und es die Kinder lehrt. Ms.

Wenn ein Ausflug gemacht wird.

Ein Wort an die Eltern.

1. Gebt dem Kinde nicht mehr an Esten mit, als es braucht. Meistens schleppen Kinder auf Ausflügen so viel Brot u. bgl. mit, baß sie etwa brei Tage baran genug haben, auch wenn ber Ausflug nur einen halben Tag bauert. Das meiste wirb bann verdorben oder auch weg­geworfen.

2. Es ist durchaus nicht nötig, daß bie Sonntagsklei­ber auf Ausflügen getragen werben. Auch müssen nicht

gerabe Lackschuhe angezogen werben, benn bie brücken sehr oft. Am besten finb bie Schuhe, in benen bas Kind am bequemsten geht, und die Kleider, die auch einen Re­gen vertragen können.

3. Sehr viele AusfHge in unseren Volksschulen kosten kein Geld. Sie werden zu Fuß in die nähere Umge­bung des Heimatortes gemacht. Falls Geld für eine Eisenbahnfahrt nötig ist, wird das vom Lehrer bekannt- gegeben. Darum soll den Kindern nicht mehr Geld mit» gegeben werden, als notwendig ist. Man sollte glauben, daß ein derartiger Hinweis in unserer gelbarmen Zeit überflüssig fei. Das ist aber burchaus nicht der Fall, unb es wird auf Ausflügen immer erstaunlich viel Gelb für überflüssige Dinge unb Naschwerk hinausgeworfen.

4. Gebt dem Kinde die Sachen in ordentlicher Ver­packung mit! Es ist ermüdend, auf einem Ausfluge ein Paket in der Hand zu tragen. Am besten ist ein Ruck­sack. Wenn es aber schon ein Paketchen fein muß, dann sei es klein und fo beschaffen, daß es von dem Kind leicht aus- unb wieder ordentlich zugepackt werben kann. Reife­koffer unb Zigarrenkisten sind ungeeignete Dinge.

5. Falls die Kinder Brot unb Wurst mitbekommen, so ist es am besten, wenn bas Brot geschnitten unb die Wurst in Scheiben dazwischen gelegt wird. Vielfach sieht man, daß bie Kinber bei ber Rast in ber einen Hand ein Stück Brot, in ber anberen ein Stück Wurst haben unb bann abwechselnb von beiben herunterbeißen; bas ist weber schön, noch erfreulich für Zuschauer. Auch gebe man kleineren Kinbern keine gekochten Eier mit. Sie wissen nicht bamit umzugehen unb beschmieren sich ober oerberben bas Meiste.

6. Kinber freuen sich meist sehr auf Ausflüge. 33er- berbt ihnen biefe Freube nicht burch Nörgeln unb Schimpfen. Man hört gar oft bie Lebensart: „Wir ha­ben früher in unserer Schulzeit keine Ausflüge gemacht, also chrauchi ihr auch keine. Das ist ein trauriger Stand­punkt.

7. Haltet die Kinder nicht aus nichtigen Gründen zu­rück. Die Ausflüge find aus guten Gründen Vorschrift für jede Schule. Jedes Fernbleiben ist strafbar.

8. Schulausflüge find keine Annehmlichkeit für den Lehrer und find nicht von ihm aus Bequemlichkeit er­funden. Das werden die Eltern wissen, die schon Aus­flüge mitgemacht haben. Unb bie es nicht wissen, tun gut, einen Ausflug mitzumachen. Dann werben sie sehr schnell von ihrer Meinung geheilt sein. L.

Luftiges aus der Schule.

Beim Rechnen bemüht sich bie Lehrerin, ben Kinbern bas Abziehen unb Zuzählen an Eiern klarzumachen. Sie sagt: „In eurem Hühnernest liegen 6 Eier. Zwei Hühner legen noch bazu". „Dann finb es acht Eier", kommt rich­tig bie Antwort. „Unb wenn ich nun zwei weg­nehme?" „Dann hast Du gestohlen"!

*

Fritz kommt am ersten Schultag seelenvergnügt nach Hause unb singt. „Da muß es ja heute schön gegangen sein bei euch", meint bie Mutter. „Was habt ihr benn in ber Schule gemacht?" „O, ber Lehrer hat uns schöne Geschichten erzählt, unb wir haben auch schon einen Cho­ral gelernt". Der Choral kommt ber Mutter boch ein wenig sonderbar vor, und sie fragt deshalb: „Einen Cho­ral, am ersten Tag? Was ist denn das für ein Choral?" „Fuchs, du haft die Gans gestohlen."

„Der Adam hat ein Vogelnest ausgehoben!", tönts dem Lehrer der Unterklasse bei seinem Eintritt entgegen. Erwartungsvoll und ein wenig schadenfroh fliegen die Blicke ber Angeber vom Lehrer zum Uebeltäter. „Was war es für ein Nest?" beginnt bas Verhör. — „Ein Schwalbennest an Kurts Torfahrt," kommt es fchluchzenb unb heulenb heraus. „Wie bist du daran gekommen?" „Mit einem Bohnenstängchen . . . hu . . . hu." „Was war darin, Kleine oder Gier?" „Ga . . ga . . gar- nichts!", tönt es halb boshaft, halb entrüstet unter fort­währendem Schluchzen zurück. „Sch . . sch . . Schmutz war darin!"

3n der Schule. Hänschen sitzt in der Schule. „Sage mir, Hänschen, wo liegt das Herz," fragt ber Leh­rer. Hänschen schweigt. „Fühlst bu Yienn hier keine Schläge?" meint ber Lehrer unb beutet auf feine Brust. „Ach nein", gibt Hansi zur Antwort, „bie fühle ich immer wo anbers."

„Hans macht vier Teile: „Das ist mir, bas bem Karl, bas bem Fritz, bas ist bem Konrad."

Pommer rührt sich nicht, und Hans fängt wieder an: „Das ist mir, bas bem Karl, bas ist dem Pommer unb bas bem Konrad."

Den dritten Brocken hat der Hund genommen, und als ber Junge nun sagt: „Die sind alle brei dem Pom­mer", da nimmt der sie und leckt sich bann behaglich bie Schnauze. Dabei schaut er die Jungen an, als wolle er sagen: „Gelt, da guckt ihr!"

Konrad ist begeistert und meint: „Das muß unser Butz aber auch lernen. Morgen geht es los!"

♦

Hans steht auf und will nach Hause. „Bleibt boch noch ein bißchen ba!", bittet Karl. „Ich zeige euch auch bie „Ritterburg", unb nachher können wir noch Versteck spielen."

„Ach, ich habe keine Lust zum Spielen. Ich habe auch so Dürft. Hier oben gibt es boch kein Wasser."

„Nein, Wasser gibts hier nicht", meint Karl be­trübt. Plötzlich aber fährt er fort: „Aber ich weiß etwas, eine Kuh könnten wir melken, da hätten wir etwas zum Trinken."

„Oh, jawohl, das machen wir, das gibt einen Spaß!' Hans hüpft vergnügt umher. „Aber woher nehmen mir benn ein Geschirr? Wir müssen doch einen Topf ober fo was haben!"

„Wenns weiter nichts ist! Ich habe hier meinen Hut, daraus habe ich schon oft Wasser getrunken. Da­hinein können wir auch die Kuh melken. „Konrad hat seinen Hut abgesetzt unb zeigt 'ihn den beiden. Er ist ja schon alt und ziemlich schmutzig, aber das macht den Dreien nichts aus.

Sie stehen auf und gehen zu dem Dieh, das die Köpfe hebt unb ihnen entgegenschaut. Welche von ben Kühen soll nun gemolken werden?

„Ich weiß, ich weiß!" ruft Hags. „Die ben Dra­chenschwanz gefressen hat, die wird zur Strafe gemol­ken. Sie sollte doch ihre Schmisse bekommen."

Konrad will melken. Er kann bas, denn daheim muß er auch immer die Geis melken. Karl packt bie Kuh am Horn, und Hans hält ben Schwanz fest.

Konrad kniet unter ber Kuh, hat ben Hut unter bas Guter gestellt unb fängt nun an zu melken, währenb die beiden anderen gespannt zuschauen.

Wirklich, er bringt es fertig! Gin dünner weißer Strahl zischt in den Hut, noch einer. „Seht ihr, ein bißchen Milch ist schon darin, ruft Konrad stolz unb zeigt den beiden den Hut hin.

„Los, melke nur weiter, ber Hut muß voll werben!", ruft Hans, unb Konrab gebt mit neuem Gifer ans Werk.

Aber ber Kuh scheint es zu bumm zu sein, sich von ein paar kleinen Jungen melken zu lassen. Vielleicht war Konrad auch etwas ungeschickt und hat ihr weh getan. Sie schnickt ungeduldig mit bem Kops, ba fliegt Karl beiseite. Hans unb Konrab bekommen einen Tritt, baß sie die Wiese hinunter kollern. Der Hut samt der schönen Milch liegt im Grase, unb bie Kuh läuft zu den anderen Kühen. Dort breht sie sich um, schaut scha­denfroh zu den Jungen und sagt kräftig: „Mu-u-u". — Die drei aber blicken sich erst eine Weile verwundert an und besinnen sich, wie bas eben eigentlich zuging.

„So ein ekliges Tier!", sagt Hans und reibt sich bas Sein.

„Du hast ste nicht richtig festgehalten!", schimpft Konrad mit Karl.

„Ich konnte doch nichts dafür", verteidigt sich der, „Halte du mal eine Kuh am Kopfe fest! Die ist doch viel stärker als wir! Wir können es ja bei einer an­deren versuchen!"

„Ich melke keine mehr! Meinst du, ich will mich tottreten lasten! Komm, Hans, wir nehmen den Dra­chen und gehen heim!"

„Ihr braucht doch nicht fortzugehen, weil euch bi* dumme Kuh getreten hat. Ich kann wirklich nichts ba» für. „Karl sagt das fast weinerlich. Gs war doch fo schon ben Nachmittag, unb nun sind bie beiben ärger­lich unb wollen fort!"

„Wegen der Kuh gehen wir auch nicht fort, Karl", sagt Hans. „Ich muß aber jetzt heim, sonst schimpft meine Mutter. Morgen mittag komme ich wieder her­auf und bringe ben Drachen mit."

Da lacht Karl wieber. „Unb ich bringe Birnen m.t. so viele ich einstecken kann. Da bekommen mir keiner Durst und brauchen auch keine Kuh W melden." (F. f.)