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Samstag, den 14. 3uni 1930.

Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Acliendruckerei,

Gdingen.

Don einem hervorragenden Kenner der Danziger Verhältnisse erhalten wir folgende Zuschrift:

Die Eingabe des Danziger Senates an den Völkerbund, in der auf die immer stärker werdende Bedrohung Danzigs durch die Konkurrenz des neuerbauten Hafen Gdingens hingewiesen wurde, hat überall einen starken Widerhall gefun­den. Nicht zuletzt in Polen selbst. Hier scheute man sich nicht vor schweren Entgleisungen, um den in dem Memorandum indirekt enthaltenen Vor­wurf gegen die polnische Regierung zu begegnen. Das polnische Regierungsblatt „Gazeta Polsko" sprach sogar von einem „frechen Vorgehen des Präsidenten Sahm" und einem „lügnerischen Me­morandum über die Schädigung Danzigs". Aber auch bei uns besieht noch viel Unklarheit über den ganzen Fragenkomplex Danzig-Gdingen. Aus diesem Grunde ioll im Folgenden an Hand objek­tiven Zahlenmaterials untersucht werden, ob diese Eingabe Danzigs wirklich nur ein Versuch deutscher Nationalisten „die Harmonie der Zusammenarbeit zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig zu erschweren", wie das oben zitierte Blatt in seiner Ueberschrift behauptet, oder nicht vielmehr ein Aus­druck tiefster Sorge der verantwortlichen Regie­rungsstellen über das weitere Schicksal der freien Stadt Danzig ist.

Der Ausbau des kleinen Fischerhafens Gdingen zu einem der Haupthäfen der Ostsee erfolgte auf Grund eines inzwischen allerdings bedeutend redu­zierten Projektes vom Jahre 1921. In zwei Bau­ferien sollte das Werk vollendet werden. Die erste, die dem Hafen eine Eefamtkapazität von 8—9 Mil­lionen Tonnen jährlich gibt, ist jetzt vollendet wor­den. Die zweite, die den Hafen noch um etwa 50 Prozent vergrößern soll, wird in nächster Zeit in Angriff genommen werden. Trotz der gegen­teiligen Behauptungen Polens lagen dem Ausbau Gdingens in erster Linie politische Motive zu

Grunde. Der eigene mit ungeheuren Kosten unter starker Beanspruchung ausländischen Kapitals an­gelegte Hafen sollte das Ausland noch stärker als bisher von der Notwendigkeit und Richtigkeit der heutigen Grenzziehung überzeugen. Dann aber wollte Polen sich von Danzig unabhängig machen und so einen starken politischen Druck auf die Freie Stadt ausüben, deren Existenz ja heute in über­wiegendem Maße von dem Handel mit Polen bzw. von dem seewärtigen polnischen Transitverkehr ab­hängig ist. Ein wirtschaftliches Bedürfnis zum Bau des Hafens bestand nicht; denn der Waren­umschlag im Danziger Hasen betrug im Jahre 19'29 8,5 Millionen Tonnen, während heute schon jähr­lich 12 Millionen Tonnen umgeschlagen werden können. Zudem ist der Hasen auch noch sehr ver­größerungsfähig.

Daß aber Polen gewillt ist, von feiner wirt­schaftlichen Waffe gegen Danzig Gebrauch zu wa­chen, beweist vor allem seine ganze Tarifpolitik. Sie ist ganz auf eine einseitige Bevorzugung Gdingens eingestellt. Es zeigt sich das auffällig bei den Hafengebühren. Hier beträgt das Verhältnis der Danziger zu den von Gdingen im günstigen Falle 4:1! Da auch die Danziger Hafenkommission zur Hälfte von Polen besetzt ist, so können sie jederzeit eine entsprechende Abwehrpolitik Danzigs verhin­dern.

Neben dem französischen ist besonders auch das amerikanische Kapital in starkem Maße an dem polnischen Hafenball beteiligt. Auch die geplante große Eisenbahnlinie, die Edingen unter Um­gehung Danzigs! — direkt mit dem astoberschlesi­schen Industriegebiet verbinden soll, wird von ei- nem französisch-amerikanischen Konsortium firtan«'

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Gottesdienst-Ordnung.

Sakholischer Gottesdienst.

Sonntag, den 15. Juni 1930. Fulda. Die Kollekte ist für das Priester-Seminar. Dom. Beichtgelegenheit: Samstag morgens von 7,6 Uhr, nachm. von 2—3 Uhr für die Kinder, 7,5—7 und von ‘/«8 an für die Erwachsenen, Sonntag morgens von Vi6 Uhr ab. Gottesdienste: 9,6, 6, 9-7 und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Komm. 7 Uhr hl. Messe und Kommunion der Iungfrauen-Sodalität in der Manenkapelle. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Aus­setzung mit Umgang und Kommuniow des 5. Schuljahres mb der christenlehrpfl. Jungfrauen und aller Jungfrauen rer Dompfarrei. 0-10 Uhr Kathedralamt mit Predigt. All Christen!, für die Jünglinge. ’/«12 letzte hl. Messe mit Predigt. 7,2 Uhr Andacht zu Ehren des göttl. Herzens Jesu um Erstehung guter Priester. */«3 Uhr Predigt und Andacht für die Jungfrauen. Um 4 Uhr nachm. Sakra- nents-Bruderschaft mit Segen. 7 Uhr in der Marienkapelle Herz-Mariä-Bruderfchastsandacht mit Aussetzung u. Segen. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von 7,6—7 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion • Austeilung. 7«8 Pfarrgottesdienst mit Komm., 9 letzte Messe mit Komm. Montag abends V-8 Uhr Herz-Iesu-Andacht mit Segen. — Skadkpfarrkirche. Kollekte ist für das Priester- Seminar. Beichtgelegenheit: Samstag nachm. von 3—7,77,—8*/i, Sonntag früh 6—7. Sonntogsgottesdienste: 3 Uhr hl. Messe und Kommunion für den Notburgaverein. 3V« Uhr hl. Messe und Komm, der Iungfrauen-Sodalität sowie der übrigen Jungfrauen. 8 Uhr erster Schulgottes­dienst, Predigt und Kommunion des 5. Schuljahres. 9Vi Uhr Pfarramt mit Predigt. 11 Uhr zweiter Schulgottes­dienst und Predigt. 9 Uhr Christenlehre der Jünglinge n der Severikirche. 27, Uhr Liuatemberandacht um Er­stehung würdiger Priester. 31/« Uhr Andacht der Jung­frauen - Sodalität. Um 4 Uhr nachmittags Andacht der Notburga-Sodalität in der Severikirche. Die hl. Komm, wird von 6—7Vi jede halbe Stunde ge­spendet, außerdem noch um 87, und 97« Uhr vormittags. Werktagsgottesdienste: 6, 6V», 79« und 8 Uhr hl. Messen. Don Mittwoch an durch die ganze Fronleichnamsoktav P abends um 8 Uhr Andacht zum hochwürdigsten Gut. Mittwoch, Freitag und Samstag früh 6 Beichtgelegenheit. — gfarrkirche zum hl. Geist. 7 Uhr Frühmesse u. An­rache und Kommunion der Jungfrauen. 8 Uhr Hochamt mit Predigt und Kommunion des 5. Schuljahres. “All ^hr Kindergottesdienst und Ansprache. '/, 12 Christenlehre ür die Jüngl. 2 Uhr Andacht für d. Jungfr.-Kongreg. 8 Andacht. Beichtgelegenheiten sind: In der Woche täglich eine halbe Stunde vor der Schulmesse. An den Vorabenden der Sonn- und Feiertagen nachmittags von 4—6 Uhr, an diesen Tagen selbst von 6—7 Uhr vormittags. — St. Iofephskirche. Vi7 Uhr Beichtgelegenheit. 7,8 Uhr Frühmesse mit Predigt und Komm.-Austeilg. 7,10 Uhr Hochamt mit Predigt und Kommunion - Austeilung. Beichtgelegenheit: Samstag von 2—3 Uhr für die Kinder und 9,5—7 Uhr abends für Erwachsene, Sonntag morgens von 7,7 Uhr ab. Kommunion-Austlg. vor und nach der Frühmesse und 9V» Uhr. Werktags 7 Schulgottesdienst. — St. Sturmius-Pfarrkirche. 7V, Uhr Frühmesse mit ge- meinschastl. hl. Kommunion der Jungfrauen und der Sto­ber bes 5. Schuljahres. 9*/, Uhr Hochamt. Hierauf Chri- stenl. für bte Jungfrauen. 9,2 Uhr Ouatemberanbacht. — Ablelkirche der Denedikkinerinnen. Sonntag 9,8 Uhr vormittags Konventamt. 2 Uhr nachmittags Her,-Jesu- Bruderschafts-Versammlung. 9,4 Uhr nachmittags Vesper. — Werktags 6 Uhr norm. Konventamt. 3 Uhr Vesper. — Herz-Zesu-Heim Sonntags 6 Uhr Frühmesse. 8 Uhr

Amt unb Predigt. Um 2 Uhr Andacht. Werktags 6 Uhr hl. Messe. Donnerstag abds. 89« Uhr Segensandacht. — Friedhofskapelle am Franzosenwäldchen. Sonntag 69« hl. Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung. An den Werktagen 79« hl. Messe mit Komm.-Austlg. — Frauenberg. Ablaßtag und Generalabsolutton für die Terziaren. — Hl. Messen von 5 Uhr bis 7 Uhr. 8 Uhr Singmesse mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Uhr Levi­tenamt mit Predigt. — Nachm. 2 Uhr Predigt, Andacht und Umgang für die Fünf-Wunden-Bruderschaft. 3 Uhr Novizenunterricht. Abends 9,8 Uhr Herz - Jesu - Andacht mit kurzer Predigt.

Mittwoch. Nachm. 7,5 Uhr feiert. Vesper mit sakrament. Segen.

Neuenberg. 9,9 Uhr Amt mit Predigt.

Donnerstag, den 19. Juni. (Fronleichnamsfest.)

Fulda. Dom. Beichtgelegenheit: Mittwoch nachm. von *',5—7 und von 9,8 Uhr an, Donnerstag morgen o. 9,6 Uhr. Gottesdienste: */i6, 6, 9,7 hl. Messen mit Ge­legenheit zum Empfang der hl. Kommunion. 7 Uhr Pfarr­amt. 8 Uhr Btschöfl. Hochamt und danach Fronleichnams- Prozession. Sofort nach Ankunft der Prozession im Dom gegen ‘/,12 Uhr letzte hl. Messe. 3 Uhr Fronleichnams- Andacht. . 4 Uhr Btschöfl. Vesper mit sakrament. Segen. Freitag und Samstag abend 9,8 Uhr Sakramentsandacht. — Stadtpfarrkirche. Beichtgelegenheit: Mittwoch nachm. 3—7, Donnerstag früh 6—7 Uhr. Festtagsgotttesdienste: 6 und 67« Uhr hl. Westen. 7 Uhr Amt für die Schul­kinder. 8 Uhr letzte hl. Messe. Pfarramt und Spätmesse fallen wegen der Fronleichnams-Prozession aus. Um 8 Uhr abends Bruderschaft vom hochwürdigsten Gut. — Pfarrkirche zum hl. Geist. Ausnahmsweise Frühmesse 67», Hochamt 7-8, Kindergottesdienst fällt aus. 8 Andacht. — St. Sturmiuskirche. Hl. Messen um 9,7 und um 7,8 Uhr. Abends um 9,7 Uhr Sakraments - Andacht. — Frauenberg. Ablaßtag und Generalabsolution für die Terziaren. — Wegen der feiert Prozession in der Stadt sind ht. Messen um 5, 9-6, 6, 8, 9 und 10 Uhr. 9,7 Uhr Levitenamt mit Aussetzung. — Nachm. 3 Uhr feiert. Vesper mit kurzer Andacht und sakxam. Segen. (In der Fronleich- namsoktav ist während der Konoentsmefse gegen 9,7 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, ncrMjer sakram. Segen).

Evangelischer Gottesdienst

Sonntag, 15. Juni (Trinidatis).

Fulda 8 und 9% Wr norm. Predigtgottesdienst, Pfarrer Hattendorff. — 8 Uhr abends Juugmädchenver- ein im Schwefternhaufe. — 8 Uhr abends Jungmänner- oerein im Bibliothekzimmer.

Bad Salzfchlrif: 10 Uhr norm. Predigtgottes­dienst Pfarrer Uhl-Kaffel.

Fulda: Mittwoch, 8 Uhr abends Bibetftunde im Schwefternhaufe. — Donnerstag, 8 Uhr abends Müt- teroerein im Schwefternhaufe.

Bad Salzschlirf: Donnerstag, 5% Uhr nachm. Bibetftunde in der Kirche. •

Evangelische landeskirchliche Gemeinschaft, Fulda, Puttlarstratze 17.

Sonntag, 15. Juni, abends 8 Uhr Evangelisations-

Versammlung. Redner: Herr Pfarrer Stein, Seckbach.

Freitag abend 87, Uhr Bibel- und Gebetstunde.

ziert. Gerade die politische Seite dieser Angelegen­heit kann man gar nicht überschätzen. Daß aber das zweite Ziel, der wirtschaftliche Druck auf Dan­zig, erreicht ist, beweisen folgende Zahlen zur Ge­nüge. Die Sprache dieser Zahlen wird noch deur- lick^r, wenn man bedenkt, daß theorethisch Gdingen heute schon in der Lage wäre, den ganjen Dan­ziger Verkehr aufzunehmen.

Die Zahl der in Edingen einlaufenden Schiffe stieg in der Zeit von 1924 bis 1929 von 27 auf t 541, der Warenumschlag von 10 000 Tonnen auf 2,8 Millionen Tonnen. Bis 1928 war auch der Danziger Warenumschlag sehr stark gestiegen, in der in Frage kommenden Zeit um das drei- bis vierfache. Im Jahre 1929 ist aber zum ersten Male ein Rückgang aufzuweisen, während er in demsel­ben Jahre in Edtngen um annähernd 40 Prozent gestiegen ist.

Wenn man den in Danzig und Gdingen erfolg­ten Warenumschlag gleich 10Ö setzt, so entfielen auf

Danzig Gdingen

1923 100,0 Prozent —

1926 93,4 Prozent 6,6 Prozent

1928 81,6 Prozent 18,4 Prozent

1929 75,2 Prozent 24,8 Prozent

Einen ganz unerwarteten Aufschwung aber nahm der Verkehr im Hafen von Gdingen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Der Waren­umschlag in dieser Zeit betrug 528 139 Tonnen, in der gleichen Zeit des Vorjahres dagegen nur 246 575 "Tonnen Die Einfuhr allein ft'üeg von 12 790 Tonnen auf 42 952 Tonnen, afl;o fast um das 39!fache, während die Einfuhr über Danzig, da die gesamte polnische Einfuhr stark zurückgegan­gen war, nur noch 43 Prozent des Vorjahres (130 925 Tonnen) betrug. Die Ausfuhr über Edin­gen hob sich um 108 Prozent, die über Danzig da­gegen nur um 24 Prozent. Daß die polnische ha- senpolitische Reorientierung von Danzig nach Gdin­gen sich in chlch starkem Maße in halb so kurzer Zeit auswirken würde, hatte wohl kaum jemand erwartet.

In nicht allzuserner Zeit wird sich das BW aber noch weiterhin zuungunsten Danzigs verschie­ben. Verlangt doch Polen jetzt schon sich seinen Abschlüssen, daß ein Teil der seewärts transpor­tierten Güter über Gdingen umgeischlagen werde. Ebenso wird die Fertigstellung der Bahnlinie Ost­oberschlesien-Gdingen Danzig "neue Nachteile brin­gen.

Es ist deshalb .nur. zu gut verständlich, daß man in dcn verantwortlichen Danziger Kreisen mit größter Sorge die weitere Entwicklung betrachtet Heute schon leidet Danzig unter einer -schweren Wirtschaftskrise. Sollte diese noch verschärft wer­den, so kann das zu unabsehbaren Folgen fuhren, besonders auch auf politischem Gebiete. Das Vor­gehen des Danziger Senats muß deshalb jedem ob­jektiv Denkenden als durchaus gerechtfertigt erschei­nen. .Es ist deshalb dringend zu wünschen, daß das Vorgehen Danzigs mit Erfolg gefrönt werde. Nicht nur im Interesse Danzigs, "sondern auch in: Interesse des Ansehens des Völkerbundes und in­direkt auch der fo wie so noch reichlich gespannten deutsch-polnischen Beziehungen.

katholische Wett.

- weihbischof Dr. Mönch 60 3atjre all. Aus wird berichtet: Am 13. Juni kann Wechlnjchos Dr. tonius M ö nch von Trier sein 60. Lebensjahr volle Dr. Mönch, der am 13. Juni 1870 zu Niederholz« (Ahr) als Sohn des dortigen Lehrers geboren ist, « am 28. Oktober 1897 zum Priester geweiht. Nach reren Psarrstellen, hauptsächlich im Saargebiet, g er am 1. Juli 1915 vom Papst zum Weihbischof Trier und Titularbischof von Polystilium in Siem, ernannt. Die bischöfliche Weihe erhielt Dr. Mönch 21. Sept. 1915 im Dom zu Trier. Er wurde von nem Bischof zum Domkapitular und geistlichen Rat nannt. Weihbischof Dr. Mönch hat sich namentlich dem Gebiete der Karitas große Verdienste erworben."

— Erfreuliche Enkwicklung der katholischen Arbei vereine. Nach dem auf dem Kongreß der katholist Arbeitervereine in Gelsenkirchen durch Generalsekr, Schmitt (Berlin) erstatteten Geschäftsbericht hat Reichsoerband der katholischen Arbeitervereine seit 1 t-unb 3 5000 Mitglieder gewonnen. Er zi heute in 3000 Vereinen rund 350 000 Mitlgieder. seit 1925 mit besonderer Aktivität hervorgetretene W jugend zählt rund 50 000 junge Menschen im Alter 18 bis 25 Jahren. Im Reichsverband sind 112 Sekrei tätig. Er gibt 6 Zeitschriften, 2 Jugendblätter, eine 31 beiterinnenzeitung und ein wissenschaftliches Organ: „F ziale Revue" heraus.

Tagungen.

— Evangelisch-sozialer Kongreß. Die erste Haupt Versammlung des Evangelisch-sozialen Kongresses, de­in Breslau feine Tagung begann, stand unter do, Eindruck der erschütternden Nachricht von dem platz, lichen Heimgang des Ehrenpräsidenten des Kongresses. Prof. Dr. von Harnack. Ihm widmete der Vorsitzende Reichsgerichtspräsident i. R. Prof. Simons, bewegst Worte des Gedenkens, um dann in feiner Eröffnungs­rede den zeitlichen und geistigen Hintergrund des Kon­gresses zu umreißen: Nicht innere Mission, sondern Un­tersuchung der gegenwärtigen staatlichen Verhältnisse auf ihren sozialen Gehalt und Vorarbeit für soziale Ge­setzgebung. In dieser Arbeit werde sich der Evange­lisch-soziale Kongreß durch keine Einwendungen weder von rechts noch von links beirren lassen. Zu dem erster Thema sprachen Prof. Weine l-Jena und Prosesso, Kehle r-Leipzig. Der Theologe zeigte die Berechtioune und Notwendigkeit für das christliche Denken, die Witt" schaftsprobleme, die mit bestimmten Ethos verbünde« find, gründlicher wissenschaftlicher Behandlung zu unter- werfen. Für die Alternative: Individualismus in Kollektivismus gebe es keine reine Lösung. Der A beiter dürfe im Wirtschaftsprozeh auf keinen Fall a Ware behandelt werden. Der Nationalökonom beljai beite die spezielle Frage des Privateigentums, wob er das Eigentum als Anfang der kulturlichen Ordnur hinstellte. 1

— Europäischer Uhrmacher-Kongreß in Zürich, ll ter Beteiligung des deutschen, belgischen, dänischen, fra zösischen, italienischen, holländischen und tschechoslova scheu Uhrmachergewerbes beginnt am 15. Juni in Zur eine Konferenz des europäischen Uhrm chergewerbes. Auf der Tagesordnung steht u. die Ausschaltung der Warenhäuser M der Belieferung mit Markenuhren, die gleicher Weise wie bei dem vor^ kurzem zwischen d deutschen Einzelhandel und der Siemens u. Halske 3 für die Zeit vom 1. Mai bis 30. November d. I. getr feiten Vertriebsabkommen für Siemens Protos-Uhi nunmehr auch für andere Markenuhren durchgefü werden soll.

Frankfurter Oper.

Sonntag, 15. Juni, 15.30 Uhr: Belsazar.

Montag, 16. Juni, 19.30 Uhr: Margarethe.

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Aufmarsch kommunistischer Rotfrontkämpser.

Durch Erlaß des preußischen Innenministers ist den Nationalsozialisten das Tragen von Uniformei und Armbändern verboten worden. Da auch die schärfsten Feinde der Nationalsozialisten, die R o t frontkämpfer, im ganzen Reichsgebiet verboten sind, ist zu hoffen, daß die dauerndes Zusammenstöße zwischen Anhängern dieser radikalen Gruppen zunächst ihr Ende finden werden. S'1 sich so gehässig bekämpfenden Volksgenossen werden sich durch Fehlen der Uniform gar nicht ® „Feinde" erkennen und schließlich ganz friedlich ihre abweichenden Ansichten über die Rettu« Deutschlands debattieren können. ' 1

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