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NILS

U

Juni.

Don Hans G ä f g e n - Wiesbaden.

Nun hebt die Rose ihre Purpurschale

In prangend grüne, duftumschwellte Tage.

Daß Frökte, wilde Stürme herrschten, Wird ferne, kaum geglaubte Sage.

Nun find die Gärten wie ein Meer der Wonne,

In dem wir, stille Träumer, untersinken, Um tief in unsre offnen Seelen

Den Segen dieser Zeit zu trinken.

Wir fassen mit dem Auge kaum die Fülle Der Wunder, die sich allenthalben breiten. Ob wir durch Wiesen, Felderwogen.

Ob wir im Dämmerschein der Wälder schreiten.

Und in die Nächte sinken tausend Sterne,

Die über sanften Hängen schweben, Johanniskäfer, di« das milde Leuchten Den müden Menschenseelen geben.

Das Leuchten, das wie sanftes Gotteslächeln

Sich breitet über Kummer, Schmerzen Und wandelt zum Geläut der Demut Die erdenschweren Menschenherzen.

Die Weg-Veretterin.

Von Cäcilie Goldau-Jagfeld.

Keine Äultur kam und ging ohne Mitwirken der Frau. Cie Einflüsse, die die Frau aus das Leben ausübt, be­gannen schon mit unserer Stammutter. Wie sie schon die Beeinflusserin des Mannes im bösen Sinne war, so Ist auch die Kirchen- und Kulturgeschichte eine endlose Reih« von Namen, die sich an Frauen hasten, die eine gute oder schlechte Rolle im öffentlichen Leben spielten. Aber auch große Frauen waren der Welt beschieden, ist doch nur die Frau die Kraft, die Völker in Niede­rungen emporheben kann. Nur ihre Tugend allein ist das Hinauf.

Wie ost begegnen wir in der Kirchengeschichte gro­ßen Frauen, ohne deren Mitwirken ein Bekehrungswerk nicht möglich gewesen wäre. Ohne Frauenhilfe war auch das Bekehrungswerk nicht zu vollenden, da« sich Bonifatius gestellt hatte. Er konnte wohl die Herzen aufschliehen für den Samen, den der Eifer des heiligen Mannes streute, aber er brauchte auch Frauen als Beispiele christlicher Größe in Tugend und Liebe. Eine solche Frau war Lioba. Im ersten Viertel des achten Jahrhunderts schrieb sie aus England an Boni­fatius, der ihr verwandt war: „Ich bin das einzige Kind meiner Eltern und mein ganzer Wunsch ist — ich weiß wohl, daß ich dessen nicht würdig bin — dich als mei­nen Bruder betrachten zu dürfen. Denn ich habe zu niemand unter den Menschen solche Hoffnung und solches Vertrauen als zu dir."

Lioba war von früher Jugend an in dem Kloster Winburn in England erzogen worden. Sie zeichnete sich durch ungewöhnliche Geistesgaben aus, weshalb Bo­nifatius für sie ein Kloster in Bischofsheim an der Tauber gründete, mit dessen Leitung er sie betraute. Das Kloster wurde zu einem ersten M telpunh christlicher Kultur und Frauenerziehung in Deutschland. Eine große Zahl von Schwestern und Schülerinnen sammelte sich um Lioba, und bald wählten andere Stiftungen die von Lioba ausgebildeten Frauen zu ihren Oberinnen. Die Geschichte schildert sie uns als eine Frau mit schönem, fröhlichem Antlitz, fest und besonnen, belesen in der Hei­ligen Schrift und den Werken der Kirchenväter sowie bewandert in der Grammatik und den anderen freien Künsten.

Diese Frau, deren Leben und Wirken für Deutsch­land von sehr hoher Bedeutung werden sollte, besaß vor allem eine Eigenschaft, die das spätere Mittelalter stets als die wichtigste von einer feingebildeten Frau ver­langte: .Halte Maß in allen Dingen". So^ kannte sie keinerlei Ueberhitzung und Uebertreibung. „Sie wußte", schreibt ihr Biograph, „daß zu rechtem Gebet und fleißi­

gem Studium ein klarer Geist gehört". Den erhielt sie sich durch Maß im Wachen, wie sie stets darauf bedacht war, daß ihre Untergebenen stets ausreichenden Schlaf fanden und auch am Tage, wie sie selbst, ihre Ruhestun­den einhielten.

Als der hl. Bonifatius 744 zu einer Missionsreise nach Friesland rüstete, wo er den Märtyrertod finden sollte, bat er Lioba, in dem begonnenen Werk zu verharren und nicht in ihre Heimat zurückzukehren, was damals jeden­falls ihr Wunsch gewesen ist. Er sprach seinen letzten Willen dahin aus, daß er einst das Grab mit ihr teilen möchte. Wer könnte nicht verstehen, daß die heilige Frau nach dem Tode des großen Führers der englischen Hei­mat in Sehnsucht gedacht haben mag. Dort hätte sie der Stille leben können, während ihre Arbeit in Deutschland sie stets in die Oesfentlichkeit stellte. Sie mußte nicht nur die ihr unterstellten Frauenklöster regelmäßig besichti­gen, sondern auch mit Fragen trat man an sie heran, lebte in ihr doch der heilige Wille Winfrids und erkannte sie doch mit Recht, daß ihre Arbeit an Herzen der Frauen eine ebenso wichtige war, wie Bonifatius' Arbeit an der heidnischen Volksgesamtheit. Sie war eine christliche Frau, gereift in den Tugenden und ein leuchtendes Vor­bild ihrer Zeit und Aufgabe. Karl der Große lud sie wiederholt zu sich nach Aachen. Besondere Freundschaft verband sie mit der jungen Königin Hildegard, der zwei­ten Gattin Karls.

Wie leuchtend ihr Beispiel war, zeigt jene eindrucks­volle Szene ihrer Lebensbeschreibung. Es ist eine Szene aus ihrer Glaubenstiefe, die anderen Glauben gab, eine Szene aus ihrer an Gottes Werk fließenden Glaubens­kraft, die Zweifler zum Glauben bringen mußte. Im tobenden Unwetter stand sie auf der Schwelle der Kirche, umdrängt von einer angstvollen, schutzsuchenden Menge, die aus ihren Häusern, deren Rohrdächer der Orkan ab-

Dem diesjährigen in Rom abgehaltenen 8. Kongreß der internationalen Katholischen Frauenliga (17.—25 Mai) war die „(Erneuerung der Familie" zur Studienaufgabe und zum Aktionsprogramm gesetzt. Zwei Jahre intensiver Arbeit gingen dieser öffentlichen Tagung voraus; alle Kommissionen der Liga hatten die Frage bearbeitet, jede von einem anderen Punkte aus: Einfluß der geistigen Arbeit der Frau auf die Familie, das Heimatsrecht der Frau, wichtige Organisations­fragen der JNdustriearbeiterin und der Landarbeiterin, gesetzgeberische Arbeit für kinderreiche Familien, recht­licher Schutz für Kinder und die gefährdete Jugend, ver­gleichende Fragen des Unehelichenrechtes, Studienaus­tausch für Studentinnen und Akademikerinnen u. a. m. Gewiß waren in der an die Referate anschließenden Diskussion die Anschauungen und Vorschläge ost natio­nal gefärbt, aber gerade dieser Austausch wirkt be­fruchtend auf die Aktivität. Mehr als vielleicht auf früheren Kongressen drängte sich wuchtig und zwingend die Einsicht von der Notwendigkeit der Mit­wirkung der Frauen im öffentlichen Le­ben auf. Denn die Fragen der Not und der Ge­fährdung der Familie sind nicht nur durch apostolische Gesinnung und Arbeit zu lösen; sie greifen tief ein in die wirtschaftlichen und sozialen Zustände, in das öffentliche Recht, in die Gesetzgebung. Es ergab sich die Feststellung, daß in den Ländern, in denen Frauen schon das Stimmrecht ausüben und als Parlamenta­rierinnen aktiv im Leben der Gemeinde und des Lan­des stehen, eine fühlbare Beeinflussung des sozialen Rechtes und der Gesetzgebung zugunsten der Familie be­steht. Diese Einsicht — auch bei den Vertreterinnen der Nationen, in denen die Frau noch rechtsgebunden ist, die die berufliche und politische Arbeit der Frau nur als seltene Ausnahme kennen ober überhaupt noch nicht gelten lassen wollen — dürfte als ein wesentliches Er­gebnis dieses Kongresses anzusehen sein. In keiner Frage sind wohl alle Frauen so innerlich interessiert

gedeckt hatte, zu Lioba geflohen waren, voll Vertrauen auf die hohe Gestalt der Aebtissin blickend, die, ihre Hände zum Himmel erhoben, dreimal dem Sturm und Wetter den Namen Gottes entgegenrief, so daß der Sturm ihr gehorchte. In ähnlicher Weise nahm das Volk Zuflucht zu Lioba, als eine große Feuersbrunst aus- gebrochen war. Nach dreimaligem Gebet erloschen die Flammen. Mußte der Glaube dieser heiligen Frau nicht die Herzen erobern und die Saat aufgehen lassen, die Bonifatius gestreut hatte?

Lioba, die Liebel Am 28. September 782 schied sie fröhlich aus dieser Welt, in der wir alle keine bleibende Stätte haben. Ihre Leiche wurde in Fulda (die Ge­beine der Heiligen ruhen bekanntlich jetzt in der Gruft der Kirche auf dem Petersberg. Die Schristl.) unter allgemeiner großer Teilnahme beigesetzt. Ihr Werk aber steht noch heute. Gerade in unseren Tagen redet das Werk der heiligen Frau zu uns Frauen. Nicht alle können mir in der Klosterstille, oder der Karitas uns un­mittelbar dem Dienste der Kirche weihen, aber wir alle könnten, jede an ihrem Platze, in unserer wieder zum Heidentum drängenden Zeit Wegbereiterinnen sein. Lioba war durch ihr Beispiel eine Wegbereiterin. Wenn wir das auch sind ober werden, werden auch wir, wenn unser Stundlein schlägt, stöhlich scheiden können in dem Be­wußtsein, wenigstens eine Menschenseele, sei es unser Mann, unsere Kinder, eine Freundin, einen Bekannten, heimgebracht zu haben zum Frieden in Gott.

Suche vom Grabesrand Seelen zu retten. Nimm der Verlorenen in Liebe dich an. Ja, suchen wir, und wir Frauen können es, denn uns ist die Gabe der tiefen Liebe gegeben und die Tugend, in der wir unserer Zeit voranwandeln sollen zu den Höhen, aus denen unserem Volke Hilfe kommen wird.

und'zur Aktivität bereit — selbst über den Bruch von Traditionen hinaus — als in den Fragen der Familie. Es hatte für uns Deutsche den Eindruck, daß kein Thema so günstig war, um jene Kreise zu überzeugen, denen Katholizität schlechthin noch als unvereinbar gilt mit dem freien Wirken der Frau im öffentlichen Leben.

Diese Eindrücke, die vielleicht nicht so sehr in der Masse der Teilnehmerinnen als in den geistig lebendigsten erlebt wurden, fanden in dem gegenseitigen persönlichen Austausch der Frauen aller Nationen untereinander eine Basis für weitere Zusammenarbeit in der Zukunft. Aus solchen kleinen Kreisen wird die eigentliche sach­liche Arbeit wachsen — nicht aus repräsentativen Ver­anstaltungen. Diese hatten bei dem Kongreß in Rom ihr eigenes Gepräge. Die Audienz beim Hl. Vater, bei der die deutsche Delegation durch Frau Heßberger die grauen fr iebenstirttje als Weihegabe über­reichte, Gemeinfchaftsmessen in St. Peter und in den Katakomben, gesellschaftliche Empfänge beim deutschen Gesandten im Vatikan, bei der Fürstin Gondi Patrizzi u. a. förderten die katholische Verbundenheit über die Schranken der Nationen und der Stände hinweg und das Nahetreten von Mensch zu Mensch. Alle Länder beteiligten sich an einer gemeinsamen Gabe für den Heil. Vater: 30 000 Lire zur Ausbildung eines eingebo­renen Priesters für die Missionen.

Mit dem Kongreß in Rom war auch die Neuernen­nung der Präsidentin durch den Heil. Vater verbunden. Mme. Steenberghe-Engeringh (Holland), der bisherigen Präsidentin, wurde das Amt wieder über­tragen. In dem sechs Mitglieder umsassenden Büro, das durch die Delegierten aller Länder gewählt wird, ist auch Deutschland wieder vertreten durch Ministerial­rat Helene Weber (Berlin). Der Nachfolger des Kar­dinals Merry bei Val als Kardinalprotektor der Liga, Kardinal Ceretti, wohnte der ganzen Tagung bei und verlas zur Eröffnung die für den Kongreß schon vorbereitete Rede des verstorbenen Kardinalprotektors.

Das bereits für den nächsten Kongreß feftgelegte Thema: „Erziehungsaufgaben und Er­ziehung zum Frieden" wird unter dem (Ein» druck des Verlaufes der römischen Tagung die noch verständnisvollere, mtenfive Arbeit aller Kommissionen, den Austausch aller Länder und ihrer Organisationen mit dem Büro der katholischen internationalen grauen« liga in Utrecht wese: tlich anregen und den Fortschritt des Gedankens der Liga und ihrer Aufgaben fördern.

Ina Neundörfer.

Dom Beruf der Verkäuferin.

Vielfach macht sich das Publikum ein falsches Bild von der Tätigkeit der Verkäuferin. Da ist es nicht ohne Interesse, was eine sehr fachkundige Persöniichke.t, nämlich die Vorsitzende des Verbandes der weiblicher Handels- und Büroangestellten, im sechsten Bande dcs Jahrbuchs der Frauenarbeit darüber sagt. Aus der um­fangreichen, eingehenden Schilderung entnehmen wir fol­gendes: Wer verkauft, muß Verantwortungsbewußt­sein gegenüber dem Verkäufer haben, zum Beruf des Verkaufens gehört geistige Regsamkeit, sittliche Festigkeit, aus denen Klugheit, Umsicht, Zuverlässigkeit hervorgehen. Die Verkäuferin muß anpassungsfähig und stets freund­lich sein. Vor allen Dingen muß sie sich einer guten Ge­sundheit erfreuen, denn der Dienst ist nicht leicht. Del Knochenbau darf nicht zu schwach fein, ebensowenig dir Lunge. Gutes Gehör und in den meisten Fällen ein fa:< bensicheres Auge sind Voraussetzung für die Ausübung dieser Tätigkeit.

Die Lehrzeit beträgt heute in der Regel 3 Jahre, in zahlreichen Orten besteht die Pflicht, eine Berufsschule zu besuchen. In keinem Geschäftszweige hat die Verkäuferin je ausgelernt, dauernde Weiterbildung ist notwendig. Die Waren selbst, der Geschmack der Kundschaft, di« Mode, die Geschäftsgepflogenheiten ändern sich ziemlich rasch, und eine gute Verkäuferin, die den Kunden auch beraten soll, muß stets auf der Höhe sein.

Uedrigens erschöpft sich die Arbeit der Verkäuferin, wenigstens in den Mittel- und Kleinbetrieben, nicht in der Bedienung der Kunden, sie muß am Lager Bescheid wissen, muß bei der Abnahme der Ware, der Aufzeich­nung usw. helfen, häufig auch beim Dekorieren. Das Hauptgebiet ist der Textilhandel, dann kommt die Le- bensmittelhandel, der Handel mit Haus- und Küchenge­räten, mit Gold- und Silberwaren. Doch finden wir ' natürlich auch Frauen in anderen Geschäftszweigen.

(Eine besondere Form des Warenverkehrs ergibt sich für das Filialgeschäft, die Filialleiterin hat einen beson­ders verantwortungsvollen Posten. Eine nicht geringe Zahl von Verkäuferinnen steigt auch zu höheren Stellun­gen auf: Abteilungsleiterinnen, Geschäftsführerinnen, Einkäuferinnen. Leider ist augenblicklich der Arbeits­mark für Verkäuferinnen nicht günstig, das hängt mit der allgemeinen Wirtschaftslage zusammen.

Die Frau in der Küche.

Sellerie-Erems-Suppe. (Für 4 Personen). Zu­taten: 1 mittelgroße Knolle Sellerie, 3—4 Eßlöffel Mehl, 1 Eßlöffel Butter, 1 Eigelb, 1% Liter Fleisch­brühe aus 4 Maggis Fleischbrühwürfeln, Salz, ge­röstete Semmelwürfelchen. Zubereitung: Dir Sellerieknolle waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden, diese in heißer Butter unter öfterem Nach­gießen von etwas Fleischbrühe ganz weich dünsten Dann die Flüssigkeit einziehen lassen, mit Mehl stauben, gut abräften und mit dem Rest der Fleischbrühe auffül« len, die Suppe gut durchkochen, dann passieren, mit dem Eigelb abziehen, nach Salz abschmecken und über ge« röstete Semmelwürfel anrichten. I. M.

Praktische Winke.

f. Fettflecken auf dunklen Wollstoffen entfernt man mit Benzin, auf hellen Wollstoffen und Baumwoll« durch Auswafchen mit lauwarmer Gallseifenbrühe, aus Seide durch Abreiben mit Aether. Benzin verursacht auf farbigen oder auf weißen Stoffen häßliche Ränder,

Weltkongreß der katholischen Frauen.

Tagung der internationalen katholischen Frauenliga.

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wird bei der Herstellung wertvoller Orient­cigaretten verlangt, und deshalb muß diese Eigenschaft die wichtigste Tugend der OVA-MÄDCHEN sein,

Die pflegliche Behand­lung hochempfindlicher Edeltabake beansprucht ununterbrochene Auf­merksamkeit, denn es handelt sich um die Qua- lität der Orientcigarette

REEMTSMA