Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 134
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Donnerstag, 12. Ium 1930.
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57. Zahrg.
Freiheit und Gleichheit.
Mit dieser Forderung, die ursprünglich der Be- sreiungsruf der französischen Revolution war und öann zum Schrecken und zur Warnung für die ge. Mete Menschheit wurde — Schiller hat im Lied non der Glocke geschildert, was für Wirkungen dieser Ruf vor 100 Jahren hatte — mit dieser For- deruna sollte, wenn es nach Recht und Gerechtigkeit-ginge, der -Zustand der Völker untereinander jnb nebeneinander umschrieben sein. Jede Nation st frei, und sie steht mit gleichem Recht neben oen anderen. Ist das nicht selbstverständlich? Wenn cs das wäre und diese Wirklichkeit sich auch im Verhalten der Völker und Regierungen offenbarte, Sann wäre der Völkerbund nur noch als Verein '-ür Erholungsaufenthalt notwendig.
Leider ist es nicht so. Was es mit der Freiheit eines Volkes auf sich haben kann, wissen wir Leutschen, wissen namentlich unsere Landsleute am Ahern, in der Pfalz und an der Saar. Und gerade in diesen Tagen hat man auch in Oesterreich erfahren, was es da für Schwierikgeiten geben kann. Wir sind keine Freunde der Heimwehren und wünschen dem Bundeskanzler Schober aufrichtig, daß cs ihm bald gelingen möge, f?e außzuWen und ihren Oberhäuptling, Major Pabst, über die Grenze zu schicken. (Nur nach Deutschland soll er nicht kommen') Aber trotzdem: Daß fremde Mächte bei der Regierung vorstellig zu werden drohen, weil die Heimwehren sich in Aufmärschen gefallen, das hat mit Völkerfreiheit und Völkergleichheil nicht viel Aehnlichkeit mehr. Schober hat denn auch diese biedermännischen Einmischungsversuche abgelehnt. Die Heimwehren, und was damit zusammenhängt, seien Oesterreichs eigene Angelegenheit. Das ist richrig. Es geht die fremden Regierungen gar nichts an, rote die Oesterreicher ihre Sonntage verbringen, und ob die Arbeiterzeitung zum Schutzbund hält und andere Blätter zu den Hcimwehren.
Wenn uns unsere Erinnerung nicht täuscht, wurde seinerzeit der Völkerbund mit dem Ziel gegründet, Freiheit und Gleichheit der Völker gewährleisten. Dieses Programm wurde laut bejubelt, Deutschland stimmte — mit Recht — zu, und nur die Amerikaner emvmnden wohl Nebengeräusche und blieben draußen. Und tatsächlich ist :s so gekommen, daß die sogenannten Mächte, mmlich die Siegerstaaten, trotz Völkerbund uns iuw Oesterreich immer noch —- wir wollen uns nicht Aebfos ausdrücken — bevormunden zu können glauben. Das ergibt sich 'aus den Enthüllungen Schobers, das spürt man aber auch wieder heraus, venu man von den sinnlosen Zerstörungsforde- rungen lieft, die auf dem Eurener Flugplatz bei Trier ein? Zeppelin- und eine Flugzeughalle der Vernichtung überantworteten. Deutschland besitzt nicht die Freiheit, solche Verschwendung von Ar-
ZE st"d Mitteln sich verbitten zu dürfen. Die W eichheit ist bei uns nicht dieselbe wie bei den Franzosen, was jenen recht ist, darf für uns noch mnge nicht billig sein. Unsinn, du siegest, und wir -onnen es nicht hindern.
Auch der Völkerbund nicht. Er fühlt sich nicht jW-, ®r befindet sich in der Lage eines erholungsbedürftigen Kranken. Diese Charakterisierung mCmmt etwa von einem Uebelwollenden oder -verärgerten, sondern von keinem Geringeren, als 3°n seinem eigenen Generalsekretär, Sir Eric Summand, der sie dieser Tage in Genf prägte, /“m Mch hat sich dort der Weltbund der Völ- ^bundsoereine zur Jahrestagung versammelt, und -b Imd dabei allerlei bewegliche Klagen angestimmt ■nö traurige und zornige Reden gehalten worden.
"uch diese Redner waren grundsätzliche ,-ieunhe des Völkerbundsgedankens, denn diese "-"reine wollen ja nichts anderes als ihn fördern, e>l sie ihn für gut und für einen wirklichen
zum ewigen Frieden halten.
>. .tun "uch wir. Wir bejahen den Bund nrr, ™h0"*n: Nur dann kann das Menschliche. h.F das heute noch die Beziehungen
in-^^.belastet, ausgeschaltet werden, um dem 'in» tc^en ’n der ganzen Weite des Sßort« Rr® 3U weichen, die. Völker friedlich, friedliebend inhJUe,1l°n^e.r finden und die Sorgen und Ge-
- die sie entzweien könnten, friedlich und dberaten und gemeinsam abwehren.
e -Mitglieder des Weltbundes der Völker- unosiigen haben ernste Beschwerden vorgebracht. 'tbriH ert auf dem Gebiete Abrüstung keine Fort- ferpJe verzeichnen, die Londoner Flottenkon- brocht keine befriedigenden Ergebnisse ge- ouch die Haager Konferenz für die Kodifi- Oerrrt,9 des internationalen Rechts sei ergebnislos
^ro6 der großen Wirtschaftskrise sei die diel-». oWen3 wirkungslos geblieben. Schuld an lenüaenh3^™^ bie öffentliche Meinung, die nicht hob-3 n~. auf die Regierungen ausgeübt ^reiän; k "H^kfchrift Briands sei das wichtigste j*ni5 des Jahres.
ab«, fisid bittere Wahrheiten, am bittersten oterimr. einmal für die beteiligten SRe«
Hbft ?„CnKunb ."dch weniger für den Völkerbund *ffe-i-;rf,nb!Ln f“r die Völker, denn sie sind die sche» '^.Meinung, die versagt hat. Die Men-
ia schließlich auch die Presse. Auch dik-xT, rwsUdnd griff diesen Gedanken auf, und in holnn„^^?."sEuhang fiel das Wort von dem er« »esiinä n,f,Erftigeu Kranken. Wer soll ihn aber Mußt- scheu' wenn nicht die Völker? Und warum eit.er' >)rL erkranken? Europa steckt noch in einzei„.,^Sphäre der Unfriedfertigkeit, die vom Überwundener? ausgeht. Solange sie nicht beit frr"°*n 'lsi solange bleiben Freiheit und Gleich. LM> ein?^^"lche, solange bleibt der Dölker-
»nk Wfe- Damit wird aber all jenen •tfce 33erfJ Dlühle geliefert, die grundsätzlich
Bändigung der Völker nicht wünschen
v-/
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der Ostfragen. — Oesterreichs Anschluß
und des Korridors an Deutschland. — Entschädigungen für polen. U
3um Llfsaboner-GesandkenMord
Arbelks-Leschaffungsprogramm gefährdet
leider nur
den allzu
Wunden des letzten Krieges namentlich in Deutschland noch brennen, heiß brennen ....
und sie auch für unmöglich halten, weil ihnen die Nation düs höchste Prinzip ist und nicht die Menschheit. Wenn diese an die Macht gelangten oder — so muß man vielleicht sagen — wenn sie wieder die Macht erhielten, und der Döl- kerbundsgedanke ganz diskreditiert würde, so wäre damit eine Perspektive eröffnet, die vielleicht das
belgisch-französische Zollunion automatisch eine Lösung erfahren. Die Ansprüche Deutschlands auf den Danziger Korriddr, die es niemals aufgeben werde, seien berechtigt. Danzig und der Korridor müßten Deutsch- land^zurückgegeben werden, und zwar im Austausch gegen Polen zu bewilligende wirtschaftliche und politische Kornpesationen, wirtschaftlich durch Vereinbarungen über das Absatzgebiet Danzig und politisch etwa in Form der Schaffung eines baltischen Staatenbundes. Andererseits würde Polen der deutsch-französischen Staatengruppe beitreten und so vor der russischen Gefahr Schutz finden. Schließlich könne man auch an eine k o - l o n i a l e Entschädigung Polens denken.
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wtb. Lissabon. 11. Juni. (Eig. Meld.) Der Mörder des deutschen Gesandten von Baligand, Piechowski, wurde einem neuen Verhör unterzogen. Seine Erklärungen enthielten keine neuen wichtigen Einzelheiten über das Verbrechen. Die mit der Untsrsuchuna betraute Polizei ist davon überzeugt, daß der Mörder ein Halbverrückter >st, der unter Verfolgungswahnsinn ’eibet. Diese Meinung wird ebenfalls von anderen 'achverständigen Personen geteilt. Stets wieder- i'ob Piechowski, er sei das Opfer geheimnisvoller Verfolgungen. Er Hot in den Jahren 1925 und 1928 Telegramme an den Völkerbund und an den amerikanischen Senat gesandt, in denen er klagte, er sei von allen konsularischen Behörden verfolgt.
iprof. v. fjarnad.
Erzellenz Adolf von Harnack war am 7. Mai 1851 in Dorpat als Sohn eines Professors der Theologie geboren. Wie fein Vater und zahlreiche Verfahren — die Familie Harnack weist viele an«
50 Mark pro Hektoliter Spiritus zugefetzt habe, I in Zukunft keine Verluste mehr erleide.
Bei der Umlegung der Spirituskosten auf sämt- I liche Treibstoffe sei mit einer Preiserhöhung für diese zu rechnen, die jedoch kaum über 1^—2 Reichspfennig pro Liter hinausgingen.
Ein bedeutsamer Schiedsspruch. sr. Albert von Baligand.
Der Oeqnhausener Schiedsspruch für verbindlich der deutsche Gesandte in Lissabon, der von dem erklärk. — Er eröffnet einen Lohn, und Dreis- Danziger Matrosen Piechowski erschossen worden
Abbau. ist.
Adolf v. Harnack t»
Im 79. Lebensjahr ist der führende liberale evangelische Theologe Deutschlands, Prof. o. Harnack im Krankenhaus in Heidelberg in Gegenwart feiner Gattin und feines ältesten Sohnes, des früheren Landrats von Hersfeld, jetzigen Regierungs. Präsidenten von Merseburg, gestorben.
I Prozent der ersten Rate sofort ausgezahlt werden. LsUNgaoe vanzigs | Die Hauptempfänger der Schiffsentschädigungen "> die Hamburg-Amerika-Linie, der - - । Norddeutsche Lloyd und die Deutsche
Dampfschiffahrtsgesellschaft „Hansa" Bremen.
bestimmte und bindende Zusagen für die Höhe des Preisabbaus, die Dr. Stegerwald durch Wirtschaftssachverständige nachzuprüfen sich vorbehält.
300 Mill. Mark Entschädigung
für die in Amerika beschlagnahmten deutschen Schiffe.
In Sachen der den deutschen Reedereien zu zahlenden Enffchädigung für die während des Krieges in den amerikanischen Häfen beschlagnahmten deutschen Schiffe ist in Washingtvn der Schiedsspruch gefällt worden. Der Schiedsrichter setzt die für die 94 beschlagnahmten Schiffe zu leistende Entschädigungssumme auf 74 243 000 Dollars einschließlich der bis zum 31. Dezember 1928 fälligen Zinsen fest. Diese Summe ist um 30 Millionen Dollar höher als die Summe, die seinerzeit die von dem Präsident Wilson ein gefetzte Schätzungskommission genannt hatte.
Die Entscheidung des amerikanischen Schiedsrichters ist endgültig, und SchiedsrichterErmick 1
Es lag in der Absicht der Reichsregierung, durch Verhandlungen mit der Reichspost und mit der Reichsbahn zu erreichen, daß von diesen Seiten her eine wirksame Hilfe bei der beabsichtigten Wiederankurbelung der Wirt- schäft geleistet werde. Zweifellos ist sowohl bei der Reichspost wie bei der Reichsbahn der beste Wille vorhanden, im Rahmen der Möglichkeiten zu der Belebung der Wirtschaftstätigkeit beizutragen. Die tatsächliche Lage steht dem aber in weitestem Umfange entgegen.
Die Reichspost hat im vergangenen Jahr für Zwecke der produktiven Erwerbslosenfürsorge mehr als 100 Millionen Mark aufgewandt, die, wie man jetzt erfährt, von den Postscheckkonten genommen worden sind. Die Postscheckgelder dürfen nach den gesetzlichen Bestimmungen nur kurzfristig an Länder, Gemeinden usw. ausgeliehen werden. Die hier erfolgte Verwendung steht also mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht im Einklang. Die Reichspost beabsichtigt nunmehr, aus den Mitteln der zu erwartenden Pounganleihe (der Kostenan- teil beträgt 160 Millionen Mark) diese Beträge bei den Postscheckgeldern wieder aufzufüllen, sodaß von dieser Seite her kaum noch nennenswerte Mittel für Zwecke der Wirtschaftsbelebung zur Verfügung stehen dürsten.
Bei der Reichsbahn liegen die Dinge insofern noch schwieriger, als dieses Verkehrsunternehmen durch die Ungunst der wirtschaftlichen Sage und durch den allgemeinen Ver- kehrsrückgang besonders stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Die Ausfälle der Reichsbahn in den ersten 5 Monaten belaufen sich, was die Betriebseinnahmen betrifft, auf mehr als 200 Millionen Mark. Außerdem ist bekanntlich noch ein ungedecktes Defizit von etwa 100 Millionen Mark vorhanden, das aus der Taffache der nur teilweise erfolgten Erhöhung der Tarif zu erklären ist. Selbst wenn man annimmt, daß die Konjunktur und der Verkehr sich im Laufe des Jahres noch etwas beleben werden, muß man doch bet der Reichsbahn mit einer Mindereinnahme hon 3 vis 400 Millionen Mark im laufenden Jahre bestimmt rechnen. Außerdem dürfte die Reichsbahn bereits einen Teil der unumgänglich notwendigen Investitionen auf das Konto der bevorstehenden Anleihe vorweggenommen haben, sodaß deren voller Ertrag unter keinen Umständen für Zwecke der Wirtschaftsankurbelung zur Verfügung steht. Die Aussicht auf weitere Anleihen muß für beide Derkehrsunternehmungen für den Augenblick mindestens sehr skeptisch beurteilt werden. Deshalb wäre es falsch, wenn die Reichsregierung von dieser Seite her eine wesentliche Hilfe für ihr Wirtschaftsbelebungsprogramm erwarten wollte Die Zweifel, die in dieser Beziehung von 'der Oeffentlichkeit gleich von Anbeginn geäußert wor-
Alonopolspiritus und Benzin.
Die Vertreter der großen Kraftwagen-, Garagen- und Mineralölverbände sind an das Reiäw- inanzministerium mit Vorschlägen für die Durch- ührung des Ermächtigungsgesetzes herangetreten, wonach bei der Herstellung von Kraftfahrstoffen eine bestimmte Menge Spiritus von der Reichs- monapolverwaltnng zu laufen ist. Wie WTB - Handelsdienst erfährt, sollen diese Vorschläge am kommenden Samstag in einer Besprechung, an der die Vertreter der genannten Verbände teilnehmen werden, zur Erörterung gelangen.
Wie die „B. Z." erläuternd hierzu meldet, sei >aimit zu rechnen, daß auf je 100 Liter ausländischen Oels 3 Liter Spiritus von der Monopolverwaltung abzunehmen sind, was dieser schätzungsweise einen jährlichen Mehrabsatz von 600 000 Hektoliter Spiritus brächte. Der Preis für den Spiritus solle so hoch festgesetzt werden, daß die Monopolverwaltung, die im vorigen Jahre 40 bis
wtb Paris, 11. Juni. (Eig. Mtzld.) Prof. Albert D o s s a n t, der sich seit einiger Zeit in der Volonte mit der Frage einer deutsch-französischen Entente beschäftigt, macht heute in seinen Ausführungen eine Reihe praktischer Vorschläge. Er fordert u. a., daß die deutsch-französische Annäherung gleichzeitig auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet vor sich gehe. Frankreich müsse von Deutschland die aufrichtigen Verzichte auf Elsaß-Lothringen verlangen. Deutschland müsse auf kolonickjlem Gebiet entschädigt werden. Frankreich würde sich dem nicht in den Weg stellen. Ferner fei erforderlich eine Angleichung der Rüstungen Frankreichs und Deutschlands. Die Anschlußfrage würde durch den Eintritt Oesterreichs in das Bündnis und die
überhaupt in sich schlösse. Ein neuer Weltkrieg müßte bei der inzwischen gesteigerten Vervollkommnung der technischen Mittel für die Menschheit geradezu vernichtend sein, nachdem die
in Ä Ä)
Metallindustrie ist von dem Reichsarbeitsministe- stern abend wurde dre sterbsiche. Hüllendes ermorde- rium für verbindlich erklärt worden ten Gejandten von Baligand von dem deutschen Dazu ist freilich zu sagen, daß die Verdindlichkeits- Fnedhof an Bord des Kreuzers Ko-
«rklarung des Schiedsspruchs nicht in seiner un- ?'95ber9 gebracht. Ein 4spanniger Wagen,
veränderten Form erfolgte, sondern in einer nicht €,ner ^korte der republikanischen Garde
unwesentlichen Abänderung. Ursprünglich beitan- ^^üet war, trug den ßarg. Ihm folgte u a. den die Unternehmer darauf daß die Ahne der Minister des Auswärtigen ,der spanische Bot-
Qualitätsarbeiter tariflich um 10 Proz ent ge- eme Abordnung des Diplomatischen Korps,
senkt würden. Jetzt begnügten sie sich mit einer £as Personal der deutschen Gesandtschaft und des schiedsgerichtlichen Lohnverminderung v o n 7,5 Aschen Konsulats der Kaplan und zahlreiche Prozent, erreichten aber, daß gleichzeitig d-e ^'W^er der deutschen Kolonie. Die Offiziere des Gehälter der Angestellten in demselben Umfange deutlchen Geschwaders nahmen am Ufer den Sarg herabgesetzt werden 9 I Irt Empfang, der in die Kaiute des Kommandantz
Die Bedeutung dieses Schiedsspruches liegt zu- ten ^stellt wurde. Bei der Ankunft an Bord er« nächst darin, daß zum ersten Mal seit einer Reihe br'en Besatzung des Adnuralichiffes, mit den von Jahren durch einen staatl. Schlichter ein Lohn- 3 &er 6pt^e' bem >Ioten d>e militari« a b b a u als Lösung von Tarifstreitigkeiten durch- I 'ct,eri ®pren" geführt wird. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß die rheinisch-westfälischen Eisenindustriel- len sich verpflichteten, wenigstens gleichzeitig milder Verkürzung der Löhne und Gehälter die Eisen- und Stahlpreise über den Prozentsatz der Lohn- nnd Gehaltssenkung hinaus zu senken.' Wenn jetzt die Löhne um 7,5 Prozent fallen — wohlgemertl nur die der Ouafitäfsarbeiter und der Angestellten — so darf mit einer Senkung der Preise f ii r S t a h l und Eisen in der Höhe- von 10 Prozent gerechnet werden. Da es sich hier um führende Rohstoffe unserer deutschen Volkswirtschaft handelt, muß sich diese Preissenkung in der Halbzeugindustrie und in den Unternehmungen der Fertigfabrikate auswirken.
Damit fft die wirtfchaftspolitische Bedeumng dieses Schiedsspruchs jedoch noch keineswegs erschöpft. Die Gruppe Nordwest der Eisenindustrie ist seit Jahren im ganzen deutschen Reiche wirt- fchafts- und sozialpolitisch führend. Nach der Verbindlichkeitserklärung des Oennhausener Schiedsspruchs, ist damit zu rechnen, daß er in allen anderen deutschen Industriegebieten eine sinngemäße Anwendung findet. Die 'politische Bedeutung des Schiedsspruches liegt somit darin, daß das Reichs- arbeitsminifterium unter Führung Dr. Steger- walds fick entschloß, zur Wirtschaftsförderung jene Maßnahmen zu treffen und durchzuführen, die von den Führern der Wirtschaft als lebensnotwendig erkannt und gefordert wurden. Die Eisenindustriel- len machten ihrerseits dem Reichsarbeitsminister
Ende friedlicher Arbeit und menschlichen Gedeihens , hat dem Schatzamt empfohlen, die Ratenzahlungen "" " ‘ " alsbald zu beginnen. Zur Verfügung stehen
nach dem Freigabegesetz zur Zeit eine erste Rate von 25 Millionen Dollars, die jedoch nicht voll an die deutschen Reeder geht, da für Schiffe, Patente und die ehemals im deutschen Besitz befindliche Funkstation Sayville insgesamt 100 Millionen Dollars angesetzt sind, und die ehe- _ I maligen Eigentümer der Patente und der Funk-
Deulsch-sranzostsche Annäherung
1*1 Oll* * «J I her der Gesamtbetrag der Entschädigung weder für
praktische Vorschläge eines Franzosen. — Großzügiges AusroNen mÄ'Ä