pfingstkunde — pfingstbttke.
Don S). Faßbinder.
Wieder braust der Pfingstgeist durch die Welt.
Pfingsten ist das zweite Hochfest des Osterfestkreises, das rauschende Finale des Allelujajubels, den die Kirche am Oftermorgen angestimmt hat.
In Pfingsten, findet O st e r n seine Ergänzung und Vollendung. Beiden Festen ist die Natur tiefes Symbol. Die Ostersonne weckte erstes Keimen und Blühen Die Pfingstsonne läßt reifen und Frucht bringen. Ostern ist Verheißung, Pfingsten Erfüllung. Der Ostertag kündet den Sieg des Lebens über den Tod Pfingsten spricht vom heiligen Ä-öpfergeiste, der allenthalben schafft und wirkt und formt, auch in unserer Seele, auf daß sie von göttlichem Leben erfüllt werde, daß sie gestaltet werde nach dem Bilde Gottes, und daß auch über sie ein Reifen komme und ein Früchtebringen für ewige Ernte.
„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis!" So iubelt die Kirche in ihrer Festliturgie. Das ist die Pfing st künde. Die Erde ist voll vom lebenspendend, wirkenden Gottesgeiste. Die blühende Pfingstflur smgt ein jauchzendes Lied von ihn. In Baum und Strauch, in jedem Grashalm und jeder Blume, in allem, was lebt, erkennt das gläubige Herz fein Walten Aber er ist auch Lebenspender im höheren Sinne, Bringer des übernatürlichen Lebens, der Gnade, des Werdens, Wachsens und Sich- vollendens in Gotte? Reich. Der Pfingstgeist birgt mch dieses Lebens Fülle in sich. Die Pfingstkunde )er Apostel gibt Zeugnis davon. .Aber ob dieses Leben in uns wirksam und fruchtbar werde, das hängt von uns ab. Dazu bedarf es menschlichen Wollens und menschlicher Tat Das ist der Adel, der dem erlösten Menschen gegeben ist, daß er in freier Entscheidung die lore feiner Seele dem Heiligen Geiste und seinem Gnadenwirken öffnen kann Aber diele Entscheidung birgt auch das Gericht in sich.
Darum verbindet die Kirche in ihrer Liturgie mit der Pfingstkunde zugleich auch die Pfing st - bitte, den Flehruf, der durch die ganze Oktav des Festes hindurchklingt: Komm, Heiliger Geist, und erfülle die Herzen Deiner Gläubigen . . . Sende aus Deinen Geist, und alles wird neu geschaffen werden!
Ein Flehruf zum Gottergeiste und ein Mahnruf für uns! Pfingsten muß immer wieder neu werden in uns Wir müssen nicht einmal, sondern täglich den Pfingstgeist über die Saatfelder unserer Seele wehen lassen. Den Geist des Lebens! Leben ist immerwährendes Werden und Reifen. Satte Ruhe, Stagnation des übernatürlichen Lebens führt zum geistigen Tode. Diele Gefahr schwebt über uns. Heber dem ganzen Christentum der Gegenwart! Vielmehr über den Christen unserer Zest! Auch über den Katholiken! Die gewaltigen Kräfte unseres Glaubens sind in Gefahr, zu verkümmern an der geruhsamen Selbstzufriedenheit und Gleichgültigkeit derer, die einst im Sakramente des Heiligen Geiste? zu Streitern i gesalbt worden, sind. Man kann heute sehr ernsthaft die Frage auf« werfe»: Ist die Mehrheit unserer Christen und Katholiken noch vom Pfingstgeist erfüllt? Die Antwort ist zweifelhaft. lind doch sind wir die „W'e- dergeborenen aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste", und „Gott hat uns das Siegel aufgedrückt und das Pfand des Heilige» Geistes in unsere Herren gegeben." (2. Cor. 1.)
Man scheut sich fast schon, das Wort „Katholische Aktion" auszusprechen, aus Furcht, dieses Wort, das ein ungeheures Programm religiöser Lebenserneuerung ausdrücke» soll, möchte zum l e e= ren Schlagwort werden, wie es so manchem bedeutsame» Programmworte ergangen ist. Ader wann wäre dieses Wort berechtigter als am Lflngstfeste, am Geburisfeste der Kirche, da die gewaltige katholische Aktion der Apostel in Erfüllung Oes Meisterauftraaes begann? Der Pfingstgeist ist der Geist der Katholischen Aktion. Aktion ist Bewegtheit, Leben, Tat. Und Der Geist Gottes, bei öen Aposteln ihre Pfingsten geschenkt hat, ist Bewegtheit, Leben, Tat. Ist der Geist des Sturmes und des Feuers, ist die überwindende, erobernde -Kraft aus der Höhe".
Dog abff ist es, was den heutigen Trögern des ibn,tentum in weitem Mae > e>' . Es ha' fei« ne» Wert, die Auge» vor dieser Tatsache zu schließe». Der Fluch unseres Geschlechies ist die Schwäche es Kompromisses. Wir wollen den Geist Gottes wost verleugnen; aber wir sind zugleich jenem Geist 1 ersollen, den Christus den „Geist dieser Welt" ge- •Q»nt bat, und der dem ganzen Lebe» der Geaei» den^Stempel seiner Herrschaft aufgeprägt hat. - em Geiste des Kapitalismus und Sozialismus, des M,n?s. unö Der Revuen, des Kabaretts und der Ölkultur, dem eiste der tau'end Dämonen, die nsere Seele verwüsten. Aber beide lassen sich nicht eremigen. So steht der Zwiespalt in der Seele Menschen Auch des Christen und n'a £tf£n! $er Unternehmer, der in der Kirche e'ir’* • ^er Bergvrediat lauscht und außerhalb der Urupellosem Egoismus feineArbeiter aus« hn/tCt" i. ®er Arbeiter, der das Kreuz in der Hand rii/tr’l, ^gleich den Lockrufen jener folgt, die den *»™.L5LD,'Cn Klaffenkampf zu ihrem Programm B ‘ ochi haben! Das Mädchen, dos morgens bet-.-nd b, tfem Vilkn: der Unbefleckten kniet und abends L l^awlosem Dirnenkleid o>,f der Tanzdiele er« e' f , . Die Mutter, die in Frauenoersammluiu • fabt nen ac9en die Entchristlichiing des Lebens ■g*u»D zu Hause nicht die Kraft findet, die Ent-- bi De ? , ®be und des Familienlebens zu oer« 3ßtI‘C,rn"it ■ erü!I Krompromisie zwischen Gott und (Tr; • Unserm ganzen Geschlechte gilt die alte Eg „ rn9e: "Was hinkt ihr nach beiden Seiten?"
'.-9* ,c unendlich viel Unwahrhaftigkeit in um ßx j-, ^sben. Unwahrhaftigkeii aus Schwäche! 2lber aeacn den Pfingstgeist, dem wir in <i.- ~tunbe gelobt haben, sein Erbe als unier Aiat bewahren. Diese Schwäche, die Unwahr« Ul überwinden und in andern überwinden M «tT das ist der Sinn der Katholischen Ak« ^rst in uns selbst katholisches Leben in vol.
ler Reinheit und kraftvoller Konsequenz zum Blühen und Reifen bringen! Und dann der Gegenwart die Grundsätze dieses Lebens aufzwingen! Das heißt, Pfingsten in sich erneuern!" '
Freilich, das kostet Kampf, Kampf mit uns selbst und mit unserer Umwelt! Der Pfingstgeist ist ein Geist des Kampfes. Jenes Kampfes, den Christus meinte, als er sagte: „Ich bin nicht in die Welt gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert!" Es ist kein Kampf gegen Menschen, son« dern ein Kampf gegen Ideen. Gegen die Herrschaft des Reinmenschlichen und Untermenschliche^. Gegen eine ganze Lebensführung, die zutiefst dem Geiste Gottes widerspricht. Das Leitmotiv dieses Kampfes ist nicht Haß, sondern Liebe. Liebe zu Gott, zu uns selbst und zu unfern Brüdern, die dem Geiste dieser Welt verfallen sind. Der Pfingstgeist, der Geist des Lebens, der Geist des Kampfes, ist auch der Geist der Liebe. Aus dieser Liebe heraus wächst die Kraft des Apostolates für das Reich Gottes, die heiße, tätige Sorge um irrende Brüder und Schwestern, um die Tiefenwirkung der Kirche in den Seelen, um die ganze große Gemeinschaft der Heiligen auf Erden.
Das ist die Aufgabe, zu welcher der Pfingstgeist die Seine» ruft: Dem en tchr ist lachten Leben der Gegenwart »lieber Den Stern« pel des Gottesgeistes aufzuprägen. Es ist eine gewaltige Aufgabe. Man möchte an ihrer Erfüllung wer,tagen, *-enn man sieht, wie Tag um i.in Der gostseindliche Geist sein Heerlager verstärkt und fein Mackstgebret weiter ausdehnt und wie sehr mir selbst ßhon, bewußt oder unbewußt, unter seinem Zepter heben. Und doch, die „Kraft aus der Höhe" hot fchon gfövne Wunde: voll« btccht Sie vermag auch unser Geichlecht aus all dem Schmutz und Sch! unm. Der uns umgibt, hcr- auszrheben und es aus der Gottferne zur Seelen« be'wct, ans dem Haß zur Siebe, aus Der Friedlosigkeit zum Frieden zu führen. Aber das wird nicht geschehen ohne unser bereites Mitwirken. Das Wehen des Schöpfergeistes ist über uns und wartet nur darauf, daß wir unsere eigene Schwäche und Ohnmacht mit seiner Allmacht verbinden zur inneren Erneuerung der Welt.
Die Pfingstglocken rufen uns, daß wir ihm unsere Bereitschaft, unsere Sehnsucht entgegentragen: Komm, Schöpfer Gei st!
Pfingsten.
Zehn Tage wehen Sehnens, frommen Harrens, - Seit siegverklärt der Herr zur Höhe stieg;
Seit bei verschloss'ner Tür, im kleinen Kreise Des Weltalls Lärm und Sorge gänzlich schwieg.
Da kommt's von Osten her, wie Wetterbrausen, Wenn's tobend stürmt durch laue Märzennacht, Daß Blüt um Blut' in warmen, weichen Knospen Zu holdem Maientraume froh erwacht.
Da kommt's von Osten her — in Sturmesjubel, Und Feuerzungen, voller Glut und Licht, Auf jeden Jüngers Haupt, in jede Seele, Daß alles Morsche jäh zufammenbricht.
Daß jäh aus Riederm Sonnenhöhen tauchen, Daß jedes Herz in Gottesliebe glüht;
Und alle Augen tatendurstig leuchten:
Aus zager Scheu nun Heldensinn erblüht.
Und Petrus, der in Angst den Herrn verleugnet, Tritt vor das Volk — ein Redner und ein Held! ■ Und geistesmächtig preist er seinen Meister Als gottgeordnet Heil für alle Welt.
800-Zahrseier am Gnadenorke Walldürn.
Ein Ereignis in der Gefchichle der Eichsfelder und Fuldaer Pilgerschaft.
Man schreibt uns:
Zum 224. Male rüstet sich in diesem Jahre unsere Pilgerschar vom Eichsfelde und von Fulda zur Jubiläums-Wallfahrt nach der Stadt des heiligen Blutes. Die Wallfahrt beginnt am 13. Juni von Küllstedt ans. Abmarsch von Fulda, 14. Juni, 9.30 Uhr »ach der feierliche» Andacht in der Heilig- Geist-Kirche.
Die Pilger, die in diesem Jahre den Bußweg wieder ausführen wollen, den einst die Vorfahren in schwerster seelischer und leiblicher Rot in der P e st z e i t (1683) gelobten, gehen von Fulda aus, gemeinsam mit den Pilger» des Fuldaer Landes, noch zu Fuß bis zum Gnadenort. Es ist noch eine jener poesievollen Pilgerfahrten, wie sie vor mehreren Jahrhunderten gern geübt wurden. Nicht nur die alten frommen Gebete und Gesänge, flehentlich und kraftvoll j» Sprache und Ausdruck, sonder» auch der Geist der Pilgerschaft ist noch derselbe, wie er vor 200 Jahren war.
Ei» rührender Anblick, wenn frische Jünglinge mit Männern, die wettergebräunt und deren Gestalt eine Prägung durch den Ernst des Lebens erhalten läßt, die Straße dahin pilgern! Und-die Mädchen und Frauen in ihren schmucken Trachten der gläubigen Vergangenheit zwingen zur aufrichtigen Achtung gegenüber solchem Gottvertrauen und solcher echten Frömmigkeit. Welch liebliches Bild, trenn die Pilger in der frühen Morgenstunde, alle, ohne Ausnahme, zur Kommunionbank schreiten, um den zu empfangen, der sie einlud mit den liebevollen Worten: „Kommet her zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen, ich will euch erquicken!" Ergreifend ist das Bild für jeden Abseitsstehenden, roenn im stillen Waldwinkel die Pilger vor einem Kreuze knien und die heiligen Wundmale unseres Herrn und Heilandes verehren! Und erst der Anblick von Walldürn, der Fußfall vor dem heilige» Blute, die frommen Gebete. Immer wieder beten die frommen Pilger: „Sei uns gegrüßt, o heiliges Blut, komm' uns und Den armen Seelen zugut." Es ist zwar nur ein kleiner Kreis, der die Verehrung des heiligen Blutes durch diese» Bußweg ausübt. Aber die wachsende Teilnahme an dieser Wallfahrt in den letzten Jahren (217 Personen int letzten Jahre) zeugen von einem beachtenswerte» Aufschwung. Ausfallend aber mehre» sich auch die wunderbaren Gebetserhörtmgen an den Gnadenorten unterwegs, und in Walldürn beim hl. Blute besonders. Möge Gott weiterhin der Pilgerschaft nahe sein und allen Teilnehmern Gnaden und Segen für Zeit und Ewigkeit reichlich ausspenden.
Die diesjährige Wallfahrt ist eine Jubiläums- Wallfahrt. Bor 600 Jahren ist in Walldürn das große Wunder, dos Sichtbarwerden des hl. Blutes während der hl. Messe auf dem wunderbaren Korporale in blutroter Farbe, das Bild des gekreuzigten Erlösers mit elf dornengekrönten Häuptern umgeben, geschehen. Diele Gnaden haben Fuldaer und Eichsfelder an der so geliebten Gnadenstätte im Lause der Jahrhunderte für sich und ihre Sieben erfleht. Nach mehreren Hunderte» von Jahren ziehen gläubige Pilger noch dieselben Pfade, die ihre Vorfahren vor ihnen gewandelt sind, um dadurch die Liebe und Verehrung zum hl. Blute zu bekunden. Trotz der Kriegszeiten, Hungersnöte, leite«
| rung und Inflation, wird die alte Bekennerfahne noch jedes Jahr nach Walldürn getragen! Das ist gewiß ein schönes Zeichen für die glaubenstreue Bevölkerung des Eichsfeldes und des Fuldaer Landes. Glaubt ihr, daß die Opfer für die Teilnehmer dieses Bußweges vergebens gebracht werden? Dann fragt die alten Wallfahrer und seht wie ihre Augen glänzen, wenn sie von der schönen Gnadenstätte erzählen, von ihrem großen Seelenfrieden, der durch diese andächtige Buß-Wallfahrt ihnen vermittelt wurde.
Wer hat heute wohl kein leibliches oder seelisches Anliegen zu tragen! Habt ihr nach den vielen vergeblichen Aufwendungen auch schon einmal an das Mittel gedacht, welck-es uns unsere Vorfahren gleichsam als kostbares Erbgut übermittelt haben — die Verehrung des heiligen Blutes in Verbindung mit den Tröstungen des hochheiligen Sakramentes des Altares?
Unsere Eichsfelder und Fuldaer, die nun gemeinsam zur Diözese des hl. Bonifatius gehören, haben sich in ihren gemeinsamen Kreuzzügen des Gebetes feit 224 Jahren kennen gelernt und führen noch heute das aus, was ihnen einst Trost im größten Leide gab. Diese alte fromme Sitte ist wirklich wert, daß ihr mehr Beachtung geschenkt wird als bisher. Eine Wallfahrt im rechten Geiste ist stets ein Heilmittel für gläubige Seelen.
Wer gesund und daheim auf acht Tage abkommen kann, sollte sich einmal an dieser schönen Buß- wallfahrt beteiligen. Sie wird für jeden Teilnehmer körperliche und noch mehr seelische Erfrischung sein.
Im letzten Jahre ist ein kleiner Führer herausgegeben worden. Dieser enthält alles Wissenswerte und wird kostenlos von dem Vorstände abgegeben. In Fulda gibt Auskunft: Herr Emil Hack, Rang- straße 15; für das Eichsfeld: Herr Joseph König, Küllstedt. Letzterer hat im letzten Jahre zum 40. Male das Heiligtum besucht und versieht feit 30 Jahren das Amt als Führer und Brudermeifter. Sein liebes Wesen Und die umsichtige Leitung haben ihm einen Ehrenplatz in den Herzen der Wallfahrer gesichert. Wer ihn kennt, weiß, daß die Führung in besten Händen liegt.
Darum, bitte, kein Vorurteil gegen das Wallfahrten wie diese. Wer ein Urteil abgeben will. । muß die Sache gründlich kennen, sonst blamiert er sich. 2» meinen Händen sind Aeußerungen von > Geistlichen und Laien, die sich nur voll Lob über ‘ diese Wallfahrt äußern, weil eben ein ganz anderer Geist in den Reihen dieser Verehrer des hl. Blutes herrscht. Auswüchse sind bei dieser Wallfahrt noch nicht vorgekommen. Dafür hat jeder Teilnehmer zu iorgen, daß er sich willig der oorgefchriebenen Marschordnung fügt. Es ist ein Bußweg — kein Spaziergang. Möge es so bleiben, wie bisher. Möge die Achtung, die sich diese Wallfahrt der Eichsfelder und Fuldaer unterwegs erworben hat, weiter steigen, damit der schöne, hohe Zweck, den unsere Pilger verfolgen, immer mehr erreicht wird: die Verehrung des hl. Blutes. Dazu ist es Ehren- »fsicht für alle, an diesem Ziele mitzuhelfen. Die diesjährige Jubiläumswallfahrt wird besonders reich an seelischen Eindrücken werden. Darum rüste dich, du fromme Pilgerschar und ziehe mit Gottes-
Oie Wallfahrtskirche in Walldürn
Und Juda's Volk, die Fremden aus Aegypten, Aus Griechenland, vom Euphrat und aus Rom: Sie alle hören ihrer Heimat Klänge, Sie alle packt der einen Rede Strom.
Fünftausend Männer neigen sich dem Kreuze, Empfangen dann des gleichen Geistes Kraft, Der wie ein Sturm die erntereifen Völker, Unheil'ges läuternd, heil'gend, an sich rafft.
O großer P f i n g st t a g du, aus deinen Quellen Stammt alles, was der Ewigkeit gehört: O reiß in deinen Feuerbann doch alles, Was dich noch flieht, von Lug und Lift betört!
Dann wandle um, was jetzt in Haß und Hader
In kaltem Mißverstehen sich bekriegt:
Daß doch dein Geist, in Gnad' und frohem Frieden In allen Völkern, allen Zeiten siegt!
P. Hippolytus Böhlen, O. F. M.
fegen hin zur Stadt des heiligen Blutes.. Trag! hin, ihr lieben Pilger das Kreuz an eurer Spitze, euer Kreuz und Leid zum Gnadenthrone des kostbaren Blutes und erfleht für unsere Heimat: für das Eichsfeld, das Fuldaer Land, für Unterfranken und für unser gesamtes Volk Gottes Segen und seine Barmherzigkeit. Dann hat das Wallfahrts- Jubiläumsjahr seinen Zweck erfüllt und wird für unsere Wallfahrer und auch für uns zum Segen werden für Zeit und Ewigkeit. Darum: Glück ayf! Kommt gesund hin und kehret glücklich zurück! Betet auch für uns mit. A. K.
Etwas zum Nachdenken.
„Der ungeiftige Katholik ist das schlimmste aller Hebel.“
Die Christen der Urkirche unterschieden sich von den Heiden. Aber die heutigen in ihre: Ueberzahl? Sie gehen Sonntags in die Messe und empfangen zu Ostern die Sakramente; sonst sind sie Kaufleute, Arbeiter, wie die anderen auch, lassen die Welt Welt sein und fühlen sich in Deren Ordnungen, die tatsächlich Unordnungen sind., ganz wohl. In den Augen der Welt aber sind die Katholiken eine Art Sektierer, Pietisten oder dergleichen; der Katholizismus kommt ihnen wie ei»'geistiger Privatsport vor oder wie eine feinere Verrücktheit, denn „diese Katholiken opfern einem Moloch, der eigentlich alles verlästert, was Leben reicher und schöner macht, und als Ideal die Weltflucht preist; diese Katholiken hängen einer Kirche an, die mit Dogmen, Befehlen und Verbannungen eine schlechthin unwürdige Zwangserziehung Der Geister betreibt". Der englisch» Schriftsteller T. F. Burns zeichnet in seiner Zeitschrift „Order" diese Haltung der heutigen Heiden, die eben angesichts jenes unverbindlichen und bequemen So nntagskatholizismus nur allzu verständlich wird. Und dann macht er gegen dieses Zerrbild Front und stellt ihm den ungebrochenen Christen und seine übernatürlichen Perspektiven gegenüber. Der ist mitnichten ein düsterer Weltver- «einer; ihn erfüllt vielmehr ein heiliges Jasagen zu allem Sein. Was er verneint, ist die U n- or d n u n g in jeder Kreatur, 'n der Welt, wie sie der Mensch nach seinem Willen und seinen Zwecken einrichtet. „Die Unordnung, die in der Menschheit fortlebt, ist durch ein natürliches Mittel nicht zu beseitigen, sondern allein durch eine Neuordnung der geschaffenen Welt. Diese Neuordnung ist die Aufgabe des Katholizismus. Die Kirche birgt die Keimkräfte in sich, die in den Tiefen der Person eine solche Umordnung bewirken, auf daß der Mensch von Druck und Einfluß jener Scheinordnung frei werde und empfänglicher für das Ein- ftrömen einer neuen geistigen Lebenskraft." Nicht genug zu überdenkende Worte. Der creator spiri- tus, der schöpferische P s i n a st g e i st, der ErweckerundErneuerer, ist "nichts anderes als diese Lebenskraft von oben. Sein Kommen, das wir in diesen Tagen erflehen, soll uns elfen dazu verhelfen, endlich und gründlich von jener „bloß äußerlichen Anerkennung der übernatürlichen Ordnung" frei zu werden unö das volle, aas ganze Christentum zu „realisieren", wie Kardinal Newman das nannte. Der Katholik, der feine Verantwortung für die ihm verliehenen Kräfte vergißt, „der ungeiftige Katholik nur ist das schlimmste aller Uebel" und Burns hat recht: „Die Kirche ist aus dem sozialenLebenEuropashin- a u s g e d r ä n g t und gezwungen worden, ihre Kräfte auf ihren innersten Kern zusammenzuziehen. Das kann nicht andauern. Entweder muß sie einen neuen Vorstoß wagen IKatholifche A k- tion! Königtum Christi!) oder es werden auch ihre letzte» Bollwerke von de» Mächten des Sozialismus erstürm! werden."