Einzelbild herunterladen
 

’ - V:

rftanb.

Konvikts-

enbetg.

.30 Uhl lung im

g Srcuj i, Frcii-z etzte A«> iften 4.- Abjahrl Bahnhof.

Üe »schaff

Jung.

• wichtig«

2.8.

r. D LK-- ÜUIM

N. u. • -Bet 'sarrei.

ig 8 Uhr iesamten it Licht- wichtige irmschar. für die g 71/. u. int Dom. -rsitzung. ununfon

f (liebst.

-tag abd.. ige $erf.

2.6.

eud-L nervet ■ itrei.

mabenb Tugend- har bei l/« Uhr «everi. gemein, munion. stand.

xulda.

, Juni, fnnahm- iben 'M ilftr. 1) d.

n't DOM ften.

d Der.

en und reine d. | ,u einer ng auf ;

i /- Uhr « ein. afft sich ich) der

tffjol jenen* erein

üiöa.

j abend lung der

-rg rei). Spieler- kommen.

D.D.

eil.

j abend jung der 2.0. _

berg.

j abend wichtige e Spielet 1. u. 2. Pfingst-

bemerkt und

Er

I in den Gang zwischen den beiden Zimmern schlüpfen zu können. Mit einem Seufzer der Erleichterung bemerkte sie, daß die andere Tür geschlossen war. Wahrscheinlich von dem Eindringling auch abgesperrt, dachte sie. Aber in diese Tür war wie in die Haustür ein kleines Glas­fenster eingelassen, und durch dieses blickte sie mm in das Zimmer. Es war nur schwach erleuchtet. Offenbar hatte Creason das Licht gleich neben der Eingangstür angedreht. Der Schalter dort war nur mit einer rotver­hangenen Leselampe am Kamin und mit der Stehlampe am Klavier verbunden. Die Deckenbeleuchtung hing nut dem Schalter zusammen, der sich neben der Tür befand, hinter der Eva stand. Vermutlich hatte ihn Creason nicht gefunden, da er in die Vertäfelung eingelassen und hinter einem kleinen Schiebetürchen verborgen war, um diese häßliche moderne Einrichtung dem Auge zu ent­ziehen.

Sie rührte sich nicht und lauschte mit Anspannung ihrer ganzen Aufmerksamkeit. Es war ihr, als läuteten taufend Glocken um sie her. Dann konnte sie die Unge­wißheit nicht mehr länger ertragen, sprang aus dem Bett, öffnete leise die Tür ihres Schlafzimmers und schlich an die Korridortür, die auf das Stiegenhaus hin­ausführte.

Dort stand sie und wartete. Es schien ihr eine Ewig­keit, bis sie endlich leise, vorsichtige Fußtritt die Treppe herabkommen hörte. Da die Stufen hoch waren und dem spiralförmigen Bau der Treppe enffprachen, war es kaum möglich, geräuschlos aufzutreten. Eva zitterte vor Kälte und Angst. 3Benn nun die Schritte ihrer Tür galten? Sie hielt den Atem an, außerstande, auch nur einen Finger zu rühren.

Aber die Schritte gingen vorüber, die Treppe hinab.

Sie hörte, wie jemand das große Wohnzimmer un­ten betrat, so geräuschlos als möglich die Tür schloß und den Schlüssel dann umdrehte.

Ihr erstes Gefühl war das des Entsetzens, das aber bald von dem der Entrüstung und einer heftigen Neu­gierde abgelöst wurde. Es mußte Creason fein, der eben an ihr vorüber gegangen mar, denn wer hätte es sonst fein können? Aber was mochte er vorhaben, er, ein Gast, daß er mitten in der Nacht hier herumschlich und sich im Wohnzimmer einschloß?

Was noch Furcht in ihr war, machte jetzt der Em­pörung Platz. Sie eilte in ihr Schlafzimmer, zog eine Reithose an, einen Sweater und ein Paar dicke wollt ne lange Strümpfe, was alles in weniger als einer Mi­nute geschehen war und lief durch den Korridor, aber nun in entgegengesetzter Richtung. Dann öffnete sie die Tür zu der Nebentreppe, lauschte einige Sekunden und stahl sich behutsam hinunter.

Im nächsten Stockwerk wartete sie wieder einen Augenblick vor der Tür des Speisezimmers. Mit der äußersten Vorsicht klinkte sie auf und dankte Gott, daß auch nicht das leiseste Geräusch dabei zu hören mar..

In der nächsten Sekunde stand sie im Zimmer. Hier war es stockdunkel. Ihr gegenüber fand sich die Tür zu den kurzen Gang ins Wonzimmer, der auf dessen Seite von einer zweiten Tür abgeschlossen war.

Eva schob sich langsam zu der Tür hinüber, die sie halb offen fand und unhörbar so weit aufmachte, um

stand neben dem geöffneten Safe Peters und sah einige Papiere durch, die er herausgenommen hatte.

Evas Entrüstung kannte keine Grenzen, und eben überlegte sie, was sie tun solle, als Creason plötzlich den Kopf hob und in ihre Richtung blickend, zu lauschen schien. Hatte sie vielleicht, ohne es zu wissen, doch irgendein Geräusch gemacht' Sie hielt den Atem an und wartete. Zu ihrem Entsetzen legte er die Papiere meg und kam auf die Türe zu, hinter der sie ihn beob­achtete.

Die Furcht hielt sie an den Boden gefesselt, und sie fragte sich, was er tun würde, wenn er sie hier fand. Er kam bis dicht an die Tür, aber anstatt sie zu öffnen, trat er in eine Fensternische daneben. Eva konnte ihn nur unvollständig sehen, hörte aber, rote er das Fenster vorsichtig aufmachte. Einige Minuten vergingen, dann begab er sich wieder ans Safe. Dies wiederholte sich noch zweimal. Eva atmete auf und zog sich ein wenig von ihrem Späherposten zurück, um sogleich zur Flucht bereit zu fein, falls er sich der Tür nähern würde.

Beim drittenmal blieb er länger als sonst in der Fensternische und sie hörte ein leises Stimmengemurmel, Gleich darauf wandte er sich um und sperrte die Tür zroffchen sich und Eva auf.

Blitzschnell glitt Eva in das Speisezimmer. Durch das Umdrehen des Schlüssels mochte er das Geräusch

ihrer Bewegungen überhört haben. Als die Tür auf- ging, mar sie schon unter dem großen Eßtisch, dem ein­zigen Versteck im Zimmer. Creason kam schnell durch den kurzen Gang und fühlte seinen Weg durch den fin­stern Raum. Als er, mit der Hand an der Tischkarte sich vortastend, an Eva vorüberkam hätte sie seinen Fuß berühren können.

Endlich hatte er die Tür erreicht, durch die Eva ein­getreten war. Sie hörte ihn die Nebentreppe hinunter- gehen.

Als sich Evas Augen an das dämmerige Licht ge­wohnt hatten, entdeckte sie die Gestalt Creasons.

schwere Schloß an dem Haupteingang fürchtete, daß er es ohne Geräusch nicht würde öffnen können.

Wahrscheinlich will er einen Helfershelfer durch die Hintertür^ einlassen, dachte sie. Er hatte wohl das

Die kleine Eva.

6] Roman von C. F r a s e r - S i m s o n.

Berechtigte Uebersetzung von H. Steinitzer.

Deutsche« Recht beim Verlag Georg Müller in München.

Das „usw." war auf die gleiche Weise unterstrichen wie die Hausnummer!

Auch in dem zweiten Brief gab ihr Peter drei Auf- “Gge, die, wie er wußte, bereits ausgeführt waren. Das sie ja selbst feftgeftelü, allerdings bis auf die Wahllisten, die ihr durch Creasons Ankunft aus dem R£Pf gekommen waren.

Aber was für eine Aufklärung sollte sie dabei fin- cn? Nichts würde sich aufklären, gerade so, wie bei ®ert anderen beiden Aufträgen. Sie nahm all ihren Scharfsinn zusammen. Das „ufro." war unterstrichen: 605 wies also auf die Wahllisten hin.

Plötzlich war es ihr, als hätte sie eine Erleuchtung. P* fagte ihr etwas in ihrem Innern, daß hier der jWüffel zu allen Rätseln liege. Warum hatte sie die g ^"ÜÜPapiere nicht schon früher durchgesehen? Natürlich Ut-, weil sie sicher war, sie würde doch nichts entdecken. at><T sEe es ihr erstes Geschäft am Morgen sein, | 5 Versäumte gründlich nachzuholen.

IL $®er ihre Unruhe war jetzt bereits so stark, daß sie ■ sie würde nicht bis zum Morgen warten können. 5 3u geschehen hatte, mußte jetzt gleich geschehen.

I n diesem Augenblick des Entschlusses traf ein deut- ber x$aUt Ohr. Ein Laut, unverkennbar für jeden, fli f °s $aus kannte — das Geräusch, das vom Auf- einer der auf die Haupttreppe führenden drei '■’^ortüren verursacht wurde. Entweder kam es von Ooi+r r ’m ersten Stock, oder von ihrer eigenen Korri- _r °ber von oben, wo Creason untergebracht war.

1 ahnm’C crinnerte sich, daß sie die Tür des großen Wohn- tottn^5 offen gelassen hatte. Die Tür ihres Korridors Bitti* "'ffff in Frage kommen, dazu war das Geräusch k. 'Rwach. Also 6iief) nur noch Creasons Korridortür

| das überlegte sie in einer Sekunde t

Sobald Creason das Speisezimmer verlassen hatte, kroch Eva aus ihrem Versteck hervor und lies in das Wohnzimmer. Einen Augenblick hielt sie an und blickte sich um. Dabei fiel ihr Auge auf den langen weißen Umschlag der Wahllisten auf Peters Schreibtisch, um derer willen sie doch eigentlich ihr Bett verlassen hatte. Sie griff nach dem Umschlag und zog den Inhalt her­aus. Als sie das tat, stockte chr der Atem,

Das wohlbekannte Aussehen offizieller Sitten verriet ihr, daß sie keine Wahllisten in der Hand hielt, sondern jene Geheimpapiere, die Peter ihr vor zwei Tagen ge­zeigt hatte und die er von heute ab in drei Tagen bei der wichtigen Sitzung vorlegen mußte.

Das war also das Geheimnis der Wahllisten. Peter hatte aus Versehen den falschen Umschlag eingesteckt. Aber warum-hatte er bann nicht telegraphiert oder war zurückgekommen?

Ein leises Geräusch von der Hintertteppe her er­mahnte sie, daß jetzt nicht die Zeit war, über derartige Rätsel nachzudenken. Genug, daß sie die Papiere hatte, jetzt hieß es, sie in Sicherheit zu bringen.

Sie eilte durch den großen Raum zu der andern Türe, durch die Creason zuerst eingedrungen war. Zu sehen war sie von ihrem Platze nicht, da eine große mit Leder überzogene spanische Wand davorstand. Als Eva auf die Klinke drückte, merkte sie zu ihrem Enffetzen, daß die Tür verschlossen und der Schlüssel abgezogen war.

Und schon waren die Schritte im Speisezimmer und kamen näher.

(Fortsetzung folgt.)

N. 130.

jeeifag, den 6. Juni 1930*

Staat und Volk.

«Bon Univ.-Prof. Dr. Karl Gottfried Hugelmann, Borsitz ender- Stellv er t r e ter des Bundesrates, Haupt- (eitungsmitglieb des Deutschen Schulvereins Südmark.

Anläßlich der 50. Jahrestagung des Vereins für das Deutschtum im Auslande in Gemeinschaft mit seinem österreichischen Verband, dem Deutschen Schulverein Südmark, veröffentlichen wir diesen Aufsatz des bekannten christlich-sozialen österreichi­schen Politikers und Vorkämpfers der Schutz­arbeit. Der Verein für das Deutschtum im Aus­lande u. der Deutsche Schulverein Südmark stehen in der ersten Reihe derjenigen Körperschaften, welche über das Verhältnis von Staatsbürgerschaft und Volksbürgerschaft Klarheit geschaffen, und den Minderheiten im Erkämpfen ihrer Rechte beige­standen haben.

Das Verhältnis zwischen den beiden Begriffen „Volk" und „Staat" macht man sich häufig nicht klar. Einerseits zeigt schon der alltägliche Sprach­gebrauch, daß sie sich nicht decken, andererseits bringt man sie doch oft wieder in einen gefühls­betonten Zusammenhang. Gerade bei uns Deut­schen schwankt der Sprachgebrauch sehr, z. B. ge­braucht die Weimarer Verfassung den Ausdruck ,D>ic Deutschen" für Angehörige des Deutschen Reiches, während es doch selbstverständlich sein soll, in einem viel weiteren «Anne tont deutschen Volke zu sprechen. Dieselbe Unklarheit tut sich sogar in der Wissenschaft kund. Die Siaatskunde spricht vcm sog. Staatsvolk als Element des Staates, aber auch vom Kulturvolk als der Gemeinschaft der durch gemeinsame Sprache und Kultur verbunde­nen Menschen. Und auch bei dieiser Einteilung er­geben sich wieder Doppelsinnigkeiten, denn unter Staatsvolk wird oft nicht die Gesamtheit der An- achörigen eines Staates, sondern etwas anderes verstanden, nämlich das den Staat tragende Volk gegenüber seinen Minderheiten, und unter Kultur­volk auch eine besonders hoch entwickelte Art ge­genüber den primitiven Völkern. So schwankend aber auch der Sprachgebrauch sein mag, fest steht, daß es neben der Gemeinschaft der Staatsbürger noch eine andere Gemeinschaft von Menschen gibt, die oft noch tiefer im Gefühlsleben wurzelt, voll stärkster politischer Wirksamkeit, nämlich das Votks- tvm, die Gesamtheit der durch gemeinsame Sprache und Kultur zu einer geistigen Gemeinschaft und einem Generationen umfassenden Einheitsbewußt- sejn verbundenen Menschen. Daß eine solche Ge­meinschaft unabhängig von den Staatsgrenzen be­stehen kann, hat die Geschichte wiederholt bewie­sen.. Die Serben der Vorkriegszeit beispielsweise hoben sich über die Grenzen des serbischen Staates hinaus als ein Volk gefühlt und durch dieses Ge- fiihl politische Ereignisse von größter Tragweite herbeigeführt. Ebenso fühlen sich heute Millionen Deutscher außerhalb der deutschen Staaten mit den in diesem Lebenden als völkische Einheit.

Bei der Lage der Dinge, wie sie oben erörtert wurde, ist es wohl selbstverständlich, daß die Volks- biirgerfdjaft eine große Bedeutung besitzt. Wenn mir darunter die Zugehörigkeit zu einem Volke als Kulturgemeinschaft verstehen, kommt der Volks­bürgerschaft neben der Staatsbürgerschaft ihr eige­nes Gewicht zu, wie das Nationalgeftihl neben der Treue gegenüber dem Staate psychologische Tat­sache ist. Ganz besonders aber muß dies betont werden, trenn man die Lage des deutschen Volkes betrachtet. Denn Millionen Deutsche, die mit uns früher in Staatsgemeinschaft gelebt haben, sind nun aus dieser herausgerissen. Diese geschichtliche Tatsache hat gerade bei uns den Blick geschärft da­für, daß es neben dem staatlichen Band auch ein

Fuldaer

anderes von allergrößter Bedeutung gibt, und es ist nicht nur begreiflich, sondern überaus notwen­dig, daß die Deutschen, ganz besonders die deutsche Jugend und unter ihr wieder besonders die Aka­demiker, die deutsche Studentenschaft, sich auf ihre Volkszugehörigkeit, d. i. jeder einzelne auf seine Volksbürgerschaft, besinnen und sie bewußt be­tonen. Aus dieser Volksbürgerschaft müssen aber auch moralische Verpflichtungen abgeleitet werden, die wenigstens auf gleicher Stufe stehen, wie die Pflichten gegenüber dem Staat, ja im unlöslichen Konfliktsfall ihnen vorangehen. Denn sie sind die ursprünglichen Pflichten, da die Zugehörigkeit des Einzelnen zu einem Staat nicht so dauernd durch die Geburt bestimmt wird, wie die Zugehörigkeit zu einem Volkstum. Jedes Volk hat der Menschheit Werte zu geben. Aber die Kräfte, die diese Werte zu höchster Vollendung bringen sollen, können nicht richtig zur Geltung kommen, wenn sie nicht in vol­ler, geistig ungehemmter Zusammenarbeit des gan­zen Volkes wirken. Nur dann nimmt die Nation im kulturellen Schaffen der gesamten Menschheit den ihr gebührenden Platz em, wenn sie in der mindestens geistigen Vereinigung ihrer verschiede­nen Kräfte ihre Jndiotdualität voll entfaltet. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, sind Staatsgren­zen nur endliche, mitunter künstliche Formen, die auf Nützlichkeitserwägungen, historische Tatsachen, manchmal auch nur Kriegsergebnisse zurückgehen. Sie haben, besonders in der allgemeinen zwischen­staatlichen Ordnung, große Bedeutung-, aber das Volkstum ist ihnen gegenüber von einem Hauch irdischer Unvergänglichkeit umwittert.

Aucb bei voller Anerkennung der Verschieden­heit von Volk und Staat, ja des Spannugsver- hältnisfes, welches zwischen ihnen bestehen kann und in einem gewissen Mast sogar regelmäßig be­steht, wäre es andererseits, wie schon oben erwähnt, irrig, die notwendigen Beziehungen zwischen Volks­tum und Staat zu leugnen ober gering zu schätzen. Fast jedes Volk, jedenfalls jedes großräumige Volk, wird ein natürliches Bedürfnis haben, auch im staatlichen Leben seine Eigenart zum Ausdruck und zur Darstellung zu bringen und deshalb wird der Nationalstaat, d. h. der in der Hauptmasse das ge­schlossene Siedlungsgebiet eines Volkes umfassende und von seinem Geiste geformte Staat, wo die Siedlungsverhältnisse es geflattert, die natürliche Lösung sein. Aber selbst insoweit dies nicht er­reichen wird, kann ein Staat an der Dolksbürger- fchaft seiner Staatsbürger nicht achtlos vorbeigehen wie ihm auch, um ein anderes Beispiel anzufüh­ren, die Religion derselben nicht gleichgültig fern kann. Eine andere Auffassung müßte den Staat zu einer reinen Betriebsgeselffchaft für zivilisa­torische Einrichtungen, wie Verkehr u. a. herab- drücken. Wenn man aber gerade die Gegenwart für das deutsche Volk ein bedeutendes Spminungs- verhältnis zwischen Volkstum und Staat aufweist, so bietet sich den deutschen Staaten gerade in einer rechtlichen Berücksichtigung der Volksbürgerijichast eine Möglichkeit, das Spannungsverhältnis zwi­schen Volkstum und Staat zu überbrücken ober we­nigstens zu mildern. Der Nationalstaatsgebanre forbert nicht die brutale Unterbrüxfung ober Aus­rottung jener fremden Volkssplitter, die auch bei möglichst gerechter Abgrenzung m ihm leben müs­sen, wohl aber ist es sinngemäß, daß er der Pflege jenes Volkstums, von dem er getragen ist, ein Au­genmerk zuwendet, daß er also die Volksbrüder- schaft seiner Staatsbürger in dieser Richtung beach­tet und daran rechtliche Konseguenzen knüpft. Es ist ein Lichtblick in dem Dunkel der Zwangsfrie­densverträge, daß sie wenigstens einen, wenn auch

Zeitung

sehr unzulänglichen Ansatz zu einer Entwicklung des Völkerrechts enthalten, der bei weiterer Aus­gestaltung eine weitgehende Betätigung in dieser Richtung eröffnen könnte. Der Ncüionalstaat mit völkerrechtlich geschützten Minderheitsrechten für die fremben Nationen würde sich dann am Horizont der Zukunft als ein dem Denken unserer Vor­kriegszeit wenig geläufiger Staatstyp abzeichnen, der Staatsbürgerschaft und Lolksbürg erschuft in die richtige Harmonie setzt, das Spannungsverhältnis zwischen Staat und Volkstum überbrückt, ohne ih­ren Reichtum in der Mannigfaltigkeit völkischen Wesens in ober Gleichmacherei zu verwischen.

2. Blatt

Otud der Fuldaer Acliendruckerei. Fulda

Aattonalsozialisten gegen Gewerkschaften.

In den von den Führern der christlich-nationa­len Gewerkschaftsbewegung herausgegebenen So­zial-Wirtschaftlichen Korrespondenz lesen wir:

Die radikalen Flügelparteien — Kommunisten unb Nationalsozialisten —, beren Anhänger sich bis aufs Messer bekämpfen, haben viele gemein­same Züge. Jnsbesonbere sind beide Gruppen in­nerlich Gegner der Gewerkschaften. Ihnen ist jede ruhige und planmäßige gewerkschaftliche Auf­bauarbeit, die Zeit und Opfer erfordert, zuwider. Sie überschlagen sich im politischen Radikalismus und sind Freunde der „direkten Aktion". Ihre volksverhetzende Tätigkeit hat augenblicklich auf dem Elendsboden der großen Arbeitslosigkeit merk­baren Erfolg. Den wirklichen Interessen des deut­schen Volkes dienen natürlich diese vielfach von verantwortungslosen, demagogischen Führern ge­leiteten Gruppen nicht. Sie bilden zudem eine latente Gefahr für den deutschen so­zialen Volksstaat. Bei der absolut gewerk­schaftsfeindlichen Einstellung der Kommunisten und Nationalsozialisten erscheint es als eine Selbstver­ständlichkeit, daß ernste Gewerkschaftler solchen Gruppen nicht angehören können. Es ist interes­sant, welche Mittel sich in letzter Zeit besonders dir

Nationalsozialisten bedienen, um die chrffffsHL!?n$ national eingestellten Arbeiter von den christlichen Gewerkschaften fernzuhalten. Vor kurzem ver­sprach ein in einem evangelisch-sozialen Kursus ausgebildeter Arbeiter, für die evangelische Arbei­tervereinsbewegung unb für die christlichen Ge­werkschaften in seiner Heimat einzutreten unb Ver­sammlungen für diese vorzubereiteii. !8on einem evangelischen Arbeitersekretär nach einiger Zeit an fein Versprechen erinnert, schrieb der Betreffende folgenden Bericht: .... ... .

„Bitte vielmals um Berzeihuvg, daß ich nicht eher qefchrieben habe, da ich sehr von meiner Partei beschaf- tiqtbin. (Nationalsozialisten.) Ich muß leider die trau­rige Mitteilung machen, daß ich für die christlichen ®e- roerkschaften nicht arbeiten darf. Auch darf ich der Ge- roerkschaft als Mitglied nicht neu angehören, da die Na­tionalsozialisten es von Grund auf ablehnen. Ich habe von der Gauleitung strengen Verweis bekommen, daß ich mich nicht betätigen darf, weil die Ziele der Bewegung und Partei grundverschieden sind und ich aus der Partei im Falle der Arbeit bei der Gewerkschaft ausgeschlossen werde. Diese Tatsachen wurden mir erst später von der Partei klargelegt. Deswegen bitte ich um Entschuldigung konseKons-Anzüge. Mch-Anzüge. Wasch-

Anzüge. Seppelhosen. Trachkevjoppev u.s.w.

kaufen Sie am besten bei

Franz Schmitt, Fulda, öorgiasstratze 8.

Feine Maßschneiderei und Konfektion.

meinerseits, da ich gegen den Willen meiner Leitung nichts tun darf. Ich werde den Gedanken der Bewegung natürlich nicht aufgeben, vielleicht werde ich jemanb fin­den, der für die Bewegung eintritt, mir selbst ist es beim besten Willen nicht möglich."

Dieser Bries, ber ja lediglich die bisher geübte Praxis ber Nationalsozialisten klar beleuchtet, spricht für sich. In Parteien, die nur in zersetzen­der Kritik machen, aber für die positive Aufbau­arbeit völlig unbrauchbar sind, gehören christlich­nationale Arbeiter nicht hinein. F. B.'sch.

Jubtläumstagung des Vereins für das Senffchlnm im Ausland.

Suratus F. h. Hinterer, ber Gründer des deutschen Schulvereins der als t. .. Erster Pionierarbeit für bas Auslandsdeutschtum ber jetzige Vorsitzende des V. d. A.

leistete.

Die Salzburger Tagung des V. b. A. wirb eine ganz befonbere Weihe durch die Tatsache er­halten, baß es jetzt genau 50 Jahre her sind, seit ber Deutsche Schulverem, ein Vorläufer des V. b. A., mit seiner Arbeit begann. Der Deutsche Schulverein hatte vor allem die kulturelle Bindung der Ausländsdeutschen an das Mutterland erstrebt.

tZzoz;/ man aZZe ZFä/zrer jagen — Mi KMM

7/2 „VEEDO LM gesc/imzezZen ZPagenZ H

Dieses junge Paar hat es schon gewssf; dass ^5 V al ler 7

Motorschaden auf ungeeignete Schmierung zuruckzufühfen sind.

Es venvendet daher nur: VAcAc^r^ n F<^\\

Das moderne, hitzebestendige Motorenoel

mit der berühmten Schutzschichf! -Grdf Zeppelin' benutzt nur dieses OeI!

4-1 AM IG Ha mburg-Amerikanische hineraloel-Gm. b. H., Mamburg 11