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NILS
Rosenzauber.
Don Franz Cingi a-Schramberg.
Jit dem Duft der roten Rosen Will der sommerwarme Wind Rings die schöne Welt umkosen Wundersam und weich und lind.
Und es schwebt ein heimlich Singen Durch die Rosengärten sacht.
Manchmal ist ein leises Klingen In der märchentiefen Pracht.
Und dein Herz ist ganz umfangen Don der holden Rosenzeit.
Ist dem Wunder aufgegangen Seligfroh und glückbereit.
Arauenherz.
Von Charlotte Bing.
Die Frau ist das Herz der Welt, und dieses Herz ist dazu berufen, sich gegen alles Ungerechte und Gemeine rufzulehnen. Nimmt es da Wunder, daß der ganze Organismus versagen muß, wenn das Herz schläft.
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Im Herzen und nicht im Hirn hat die Liebe ihren Litz: und wer die Seele seines Kindes offen erhalten kann in Lust und Leid für die Stimme des Herrn, die an /edes Herz zu seiner Stunde tönt, der hat getan, was er tonnte.
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Soviele Menschen es in der Nation gibt, die die unsichtbare Gerechtigkeit sehen, so viele Menschen stehen auch zwischen der Nation und ihrem Untergange. Aber der Himmel ist gnädig, weil er der Mutter das Herz gab und in ihm wohnt die Kraft, aus der die Menschheit schöpft, wenn der Brand einer Dürre ihre Seelen austrocknet.
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Es gäbe kein größeres Unglück als die Stunde, in der alle Frauen vermännlicht wären. Dann würden die Herzen erstarren und nur ein großer Schmerz könnte uns erkennen lassen, was wir verloren.
Vehe denen, die Aergerms geben.
Bon Cäcilie Golda u-I a g f e l d.
Es gibt nichts Trostloseres, als durch ein schlechtes Beispiel einem Menschen den Frieden zu nehmen. Wie furchtbar ist doch die Anklage, die wir aus eines Menschen Mund höröen: „Ich habe den Glauben an kve Menschheit verloren". Jeder Zweifel, jeder Unglaube, jeder Unfriede kam durch das schlechte Beispiel in die Welt. Das gute Beispiel in allen Dingen fordert von den Menschen ein Leben der Heiligkeit. Wir sind aber in unserem Erdenwandel keine Heiligen. Wohl mögen wir mit guten Vorsätzen diesen Weg zu gehen entschlossen sein. Ein unbedachter Augenblick unseres Lebens aber zeigt uns, daß wir gefehlt haben. Solche Augenblicke reihen sich in unserem Leben zu einer langen Kette. Wenn wir das ständig bedächten.
Ich kann mir nicht denken, daß ein Kind, im Kreise guter Menschen erzogen, Neigungen zum Bösen zeigen würde. Jedes Kind ohne Ausnahme bringt in das Leben keinerlei Erfahrungen mit. Es sammelt sie durch Erziehung, Erleben, Beispiel. Worte, Handlungen und Gefühlsäußerungen der Eltern und Erzieher sind dem Kinde wie jedes Spielzeug. Cs nimmt alles als wahr hin. Es hat keine Kritik. Es ahmt ebenso das gute wie auch das schlechte Beispiel nach. Darum spricht jene Weisheit „An ihren Früchten sollt ihr sie erkenen". Und Christi Mahnung spricht laut und eindringlich zu allen Eltern und Erziehern: „Wehe denen, die eines von diesen Kleinen ärgern." Unsere Werke folgen uns in der heranreifenden Jugend nach.
Die Gesamtentwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat in allen Fällen das erzieherische Wirken der Familie in F age gestellt, das Kind entwurzelt und es besonders in der Freizeit der Straße mit ihren körperlichen und seelischen Gefahren ausgeliefert. Dazu kommt die allmähliche pädagogische Auslaugung der Fa- wilie durch die fortschreitende Sozialisierung der Erziehung, das Schwinden der erzieherischen Verantwortung U" Eltcrnbewußtsein, die Lockerung der Familien- und Ehemoral, die Entfremdung großer Massen von Kirche Und Religion und die für die sittlich-religiöse Haltung unserer Kinder verheerende Wirkung der geheimen und öffentlichen Miterzieher der Straße, der Gesellschaft und Kameradschaft. Wie tiefeingreifend und zerfetzend diese Einflüsse auch bereits die noch durch unsere konfessionellen schulen erfaßten Kinder berührt haben, geht immer deutscher aus den Berichten und Erfahrungen der Großstadt- ^eelsorger hervor. Wir lesen täglich aus Gerichtsberichten über Vergehen Jugendlicher das „Wehe denen, die ">eje Kleinen ärgern".
Es kann niemanden, selbst nicht dem Irreligiösen darum zu tun sein, aus seinem Kind einen unwahrhaftigen, Unzuverlässigen Menschen zu erziehen. Selbst Eltern, die Es mit der Wahrheit in „kleinen Dingen" nicht so genau nehmen, möchten diese kleinen „Notlügen" aus dem ^unde ihrer Kinder nicht hören, und Väter, die keinerlei «elbstbehrerschung üben, möchten nicht erleben, daß ihre mder willenlose Schwächlinge, Verschwender oder cha- mterlose Menschen würden. Fehler, an denen wir selbst Eiden, möchten wir in unseren Kindern nicht groß wer- En sehen. Hier gehen aber viele Eltern einen falschen . Eg. Nicht Rügen, noch Strafen können hier hemmen, tundern allein die Unterlassung dieser Beispiele.
Man begegnet heute Menschen, die der Meinung sind, 5 ZEbe kein Mittel mehr, die Jugend zu Menschen zu EZlehon, wie wir sie sehen möchten. Die fremden Ein- llmse streuten Unkraut unter den Weizen, den Schule und -ernhaus säten. Das ist richtig, aber das berechtigt zu der Meinung, daß es kein Mittel der wahren j/^Ehung mehr gebe. Ist nicht erst dadurch, daß Eltern floh ftinbcr den schlechten Einflüssen Fernstehender preis» so ,en- .die Not der Jugend zu der heutigen geworden? fühl Uic!c Eltern sich nicht inehr der Aufgabe gewachsen di, b’c Ausgabe der Erziehung zu erfüllen, haben wir
Jugendnot. So weit darf es mit den Eltern nie» Me h fomnicn- Gerade an ihnen liegt es, fchlechteBeifpiele, . "os Kind sich DOn Fernstehenden angeeignet hat, durch «c gute Beispiel im Familienkreise zu beseitigen. Trifft dier in feinen eigenen Eltern ebenfalls leben«
bes ^Eispiele des Niederganges, so ist cs um das Glück
Kindes geschehen, wenn nicht ein glücklicher Stern
dem Kinde Umgang mit guten Menschen verschafft, an deren Größe er emporwächst.
Viele Eltern sündigen an ihren Kindern, bewußt oder nicht. Die Mutter, die um lästige Besucher fern zu halten, durch das Mädchen sagen läßt, sie sei nicht zu Hause, der Vater, der die letzte Mark an sich nimmt, um sie zu verrauchen oder zu vertrinken, sind keine guten Beispiele. Das Kind, das diese Lüge und Herzlosigkeit miterlebt, nimmt sie als etwas Selbstverständliches. Es wächst mit ihnen auf. Wer dürfte es strafen, wenn es ein lügnerischer, herzloser Mensch würde, der kein Gefühl hätte für die Mitmenschen?
Zahlreich sind die Beispiele. Alle die Gewissensfragen, die wir uns selbst zu stellen haben, klagen uns auch in unseren Kindern an. Unsere Sünden wachsen neben uns aus, wie auch unsere Tugenden lebendig neben uns einhergehen, wenn wir nur ständig bedenken wollen, daß die Sünden bis ins dritte und vierte Glied Folgen des Beispiels sind. Die ganze Not unserer Zeit, unter der wir alle leiden, fällt zurück auf diejenigen Eltern, die durch schlechte Beispiele Heranwachsende Menschen fallen ließen. An uns sollte es darum sein, unseren Kindern ein Leben christlicher Größe zu zeigen, damit unsere Kinder mit diesem Samen im Herzen Bausteine einer besseren Zukunft würden, von der man wieder sagen könnte: „Es ist Wahrheit, Treue, Liebe und Religion im deutschen Lande."
Die Frauenfriedenskirche.
In der Audienz, die P a p st Pius X I. dem 8. Internationalen kath. Frauenkongreß in Rom am Samstag, 24. Mai, bewilligte, überreichte.die> Vorsitzende des Arbeitsausschusses für den Bau der Frauenfriedenskirche, Frau Maria Heßberger, eine Mappe mit künstlerischen Bildern der Frauensriedens- kirche und der Aufschrift „Die Frauenfriedenskirche — das Friedensgebet der katholischen deutschen Frauen". Frau Heßberger führte dabei folgendes aus: „In schwerster Notzeit gelobten die katholischen Frauenorganisationen, der Friedenskönigin eine Kirche zu bauen, um ihrem Willen zum Frieden Ausdruck zu geben. Wir flehen in diesem zu Stein gewordenen Gebet, daß das Symbol des Friedens wirksam werden möge in der friedlosen Welt, in den Völkern, in den Familien. Wir - bitten Ew. Heiligkeit um den besonderen Segen hierfür, damit der letzte schwerste Teil bald vollendet werde und die Frauenfriedenskirche ihre hohe Bedeutung erfülle." Der Heil. Vater nahm mit außerordentlich gütigen Worten die Mappe entgegen und sprach seine Anerkennung für die Arbeit der katholischen Frauen aus, die ausklang in den Worten: „Meinen Segen, meinen ganz besonderen Segen dieser schönen Aufgabe!"
Vor öen Feiertagen.
Es liegt etwas Eigenes in den letzten Tagen vor irgendeinem schönen Feste. Jst's Freude an der Erwartung oder Erwartung des Kommenden selbst oder Sehnsucht nach Unnennbarem? Wie man's nimmt. Es ist da und es ist gut!
Und die Vorbereitung auf diese Tage nimmt den Menschen an die Hand, fährt ihn in das Reich eigener Pflichten, läßt ihn tatkräftig wirken und schaffen, der Umgebung und ihren Forderungen angepaßt. Am sichtbarsten wirken sich diese Vorbereitungen in der Familie aus. Da schasst jeder nach seiner Art und seinem Pflichtmaße; das gibt dann diesen Tagen vor den Festen schon eine feine Köstlichkeit.
Und da denke ich zuerst cn die Mutter, die alles mit sorgender Hilfsbereitscbaft umfaßt. Angefangen beim Kleinsten, Unscheinbaren geht ihre liebende Sorge natürlich zuerst auf Gatten und Kinder. Daß sie ein frohes Fest feiern können. Mutterliebe und Muttergüte wird in allem lebendig. Da kann man es aber auch verstehen, daß sie sich auf den Augenblick freut, wo ihre Töchter heirnkornrnen, die dann freudig ihr die letzten Sorgen ab- nehmen, sich ganz hineinstellen in den häuslichen Pflichtenkreis und überall im Heime gerade ban t in feiner Fraulichkeit warme Behaglichkeit und ein ftarksicheres Heimatbewußtfein schaffen helfen.
Aber, wenn dem nur immer so wäre! Das junge Mädchen von heute, das nicht wie früher Haustochter spielen kann, ist durch die Not des Lebens zu irgend einem Beruf gezwungen. Die berufstätige Frau ist ja eine Erscheinung unserer schweren Zeit. Dadurch ist das Mädchen vor allem vielfach aus feinem ureigensten Bereiche herausgedrängt. So kommt es, daß es leicht zu einer Gleichgültigkeit und Verständnislosigkeit auch der einfachsten häuslichen Obliegenheiten heranwächst, die oft jeder Beschreibung spottet. Seine Freizeit ober seine Ferienzeit biefen Pflichten im Kreise ber Familie zu widmen, wird auch den besten schwer. Gerade auch denen, die sich ganz in ihren Beruf hineingelebt haben. Und es ist doch letzten Endes nur Stückwerk, wenn sie ihre freien Augenblicke der Familie schenken. Und dennoch kann dies Wenige bei gutem Willen und in rechter Auffassung vollwertiger Ersatz werben in bem Zwiespalt ihres unausge- füllten Daseins, bas die berufstätige Tochter führen muß. Dies zu berücksichtigen ist Sache der Mütter, deren Töchter draußen den Lebenskampf auf sich genommen. Sie können von ihnen nicht das fordern, was im anderen
Mein Küchenbalkon als Garten
Sie sehen, ich bin bescheiden. Nicht, daß es mir keinen Spaß machen würde, ein Stückchen Land zu besitzen, einen Fleck Erde, den ich mir nett und praktisch zugleich gestalten möchte, auf bem meine Kinder sich nach Herzenslust tummeln könnten und zur Reifezeit pausbackige Aepfel, lachende Pflaumen und goldgelbe Birnen, eigenem Boden entsprossen, vom Baume pflücken würden, die natürlich viel besser munden als gekaufte Früchte. Blumen müßten in meinem Garten blühen, daß es eine Freude ist — die Leute blieben sicher an dem Zaune stehen, beschauten sich die Pracht, ein wenig anerkennend, ein wenig neidig — genau wie ich selbst es tue, wenn ich so ein gepflegtes, mit Liebe beschicktes Gärtlein sehe, in dem es sprießt, blüht und reift. In einer eigenen Scholle Erde mit der Natur eng verbunden zu fein, wird wohl immer die Sehnsucht der Städterin bleiben.
Doch zur Sache! Ich bin im Besitz eines großen, geräumigen Küchenbalkons. Dieses.ins Freie ragende Woh- nungsanhängfel erfüllte jahrelang keinen anderen Zweck, als den Abfalleimer, den Putzkübel und den Schuhkasten auf ihm unterzubringen, im Winter auch noch die Kohlenkiste. An den seitlich angebrachten Haken wurden Seile zum Aushängen der Wäsche gespannt. So war sein Dasein gewiß ein ganz nützliches, jedoch keinesfalls dazu angetan, öfter einmal in nähere Bekanntschaft mit ihm zu treten. Und das war eigentlich schade! Denn seine Lage war wirklich schön zu nennen — er gewährt einen herrlichen Ausblick in umliegende Gärten mit Fliederbüschen und hohen Kastanienbäumen. Als nun im vergangenen Jahr der Frühling einzog, ging ich daran, meinen Kiichen- balkon neu zu gestalten. Zuerst brachte ich sämtliche Ge- genstände,die sich auf ihm befanden, ebensogut anderweitig unter und wunderte mich, bas nicht schon längst versucht zu haben. Dem Frembenzimmer, bas meist unbenützt ist, entnahm ich ein kleines, runbes Tischchen, ber Diele einen Korbstuhl, schon sah es gemütlich aus, und es würbe behaglich, als sich Noch eine Kokosmatte für ben Steinboden fand. Rings um den Balkon läuft ein Blumengitter — das war mir gerade recht. Ich scheute eine kleine Ausgabe nicht und beschaffte mir vier große Blumenkisten — aus praktischen Gründen wählte ich grüngestrichene —, in die ich Bohnen pflanzte. Dieses dankbare Gewächs erfüllte einen doppelten Zweck: es rankte an der Längsseite meines Balkons als grüne Wand empor zum Schutz gegen neugierige Blicke, die mein kleines Idyll zu stören versuchten, und es gedieh in seiner Anspruchslosigkeit so gut.
Falle ein berufsloses, nur der Führung des Haushalts hingegebenes Mädchen leistet. Die Frau steht nun einmal anders in ihrem Berufe als der Mann. Dem ist sein Beruf mehr Sache, die mehr oder weniger verstandesmäßig erledigt wird. Für die Frau kann es keine Sache sein, da sie eben Frau ist, d. h. ihre ganzen Lebenskräfte vollständig auf ihren Beruf konzentriert, unbewußt ihr Persönlichstes, ihr Frauliches auch in den Beruf hineinlegt. Daher ist es auch verständlich, daß sie wiederum in den Mußestunden nicht jenes Maß von Pflichteifer für häusliche Arbeiten aufbringt. Das ist natürlich!
Darum sollten Mütter gerade ihren berufstätigen Töchtern, ein volles Verständnis entgegnebringen für das Tagewerk, das. sie bereits geleistet. Mütter, die doch fo gut jenes zarte Einfühlungsvermögen besitzen; sie, die die Nöte ihrer Kinder, besonders ihrer Töchter, irgendwie selbst einmal erlebt ober boch gesehen haben, wie des Lebens harte Faust am Nächsten fein zermürbendes Werk getan. Mütter, die auch am besten noch ihren berufstätigen Töchtern Wegweiser fein können in den kurzen Stunden, die sie nebenher für die Familie und bas Daheim sich erübrigen. Wenn ba ein gegenseitiges, feines, taktvolles Verstehen und Entgegenkommen herrscht, kann viel Schulungsarbeit geleistet werben, bie auch die Berufstätige als künftige Frau und Mutter am besten in der Familie verrichtet.
Allerdings auch das berufstätige Mädchen muß dazu, mit gutem Willen ausgerüstet, froh ihre Freizeit, vor allem vor Festtagen, ihrer Familie widmen. Dann schwindet schnell das Müde, bas Unfrohe, bas Ermattende, bas im Beruf sich an bie Seele hängt, dann kann das selbst Erholung werden, was sonst als strenge Pflicht drückt. Sie findet bann auch am meisten Kraft unb Mut zu fraulichem Dienen im Familienkreise, an Vater, Mutter unb Geschwistern. Sie wirb bann zu einer heimlichen Königin, die ihr Frauentum, gepaart mit hilfsbereiter Güte, leuchtend durch die Tage trägt, die vor den großen christlichen Festen liegen. Sie hilft fo boch mit, trotz ihrer Berufsarbeit, baß biefe voll tiefer Freube, voll frohen Friebens, ja voll ber starken ©ottesgnabe die ganze Familie roieber fühlen lassen: Wir gehören doch zusammen, am meisten an den Tagen, bie Gottes Glocken so fromm und froh einläut en! Maria Voß.
daß ich voll Stolz ein selbstgezogenes Gemüse auf den Tisch stellen konnte. Die Breitseiten sind ebenfalls nutzbringend geschmückt. Töpfe mit Petersilie, Schnittlauch, Zwiebeln und Tomaten stehen dort — bie Köchin weiß es zu schätzen. Versuchsweise unb als besonderer Luxus wurden Ananaserdbeeren gepflanzt — mit welcher Liebe und froher Erwartung die gepflegt, begossen, an die Sonne gestellt und sogar nrtt Vogelscheuchen versehen wurden, versteht nur der, der selbst Kinder hat. Fünf ganze Früchte wurden bann au ) geerntet und mit Kennermiene verspeist. Das Fenstergesims zur Küche bient nur ber Schönheit — rosa Hängegeranien, der Blumenkrippe entnommen unb meine befonberc Freude, zieren es. Ein duftiger Vorhang am Fenster, eine Blurnen- ampel, am Mauervorsprung angebracht, in der das „fleißige Lieschen" feinem Namen alle Ehre macht und lustig grünt unb treibt, vervollstänbigen bas harmonische Bilb. Auch ber moderne Pflanzenkult ist vertreten — auf dem kleinen Tischchen steht ein wunderlich geformter Kakteenständer mit den stachligen und bizarren Kleinkindern ber Pflanzenwelt in nieblichen Töpfchen.
Ich muh gestehen, ich ging mit viel Siebe an bie Ausführung meiner Jbee unb sie hat mich nicht gereut. Der Küchenbalkon ist mir ein lieber Aufenthalt geworden. Hier atme ich ben ersten Fliederbuft und erlebe, wie auf ewig neue Weise die Natur ihr Frühjahrskleid anlegt und sich mit Blüten schmückt unb kränzt. Hier sitze ich gerne nach getaner Arbeit mit einem Buch ober einer Handarbeit und atme mit Behagen bie würzige, frische Lust. Da spielt mein btonber Junge, lauscht bem Vogelgezwitscher — die gefieberten Sänger in den nahen Gärten sorgen für das schönste Freikonzert — und hat ein kleines Stück Natur um sich. Arbeite ich vormittags in der Küche, so ist der Zweijährige, der sich am Balkon mit kindlichen Spielen belustigt, unter ständiger Aussicht. Auch das Mädchen hat Nutzen und Freude an diesem sommerlichen Plätzchen; es setzt sich mit dem Nähkorb auf den Balkon, im Freien läßt sich's doch viel leichter arbeiten.
Eine kleine Tischlampe gestattet auch den Aufenthalt am Abend. Das ist dann wahre Erholung, wenn sie ihren, traulichen Schimmer verbreitet, wenn alle Stimmen in und um uns schweigen und man sich der Ruhe und bem Frieden hingibt, den die Natur ausatmet.
E. Beck.
Rancherzähne. Die Speziallonstrultion der Chlorobont- Zahnbürste ermöglicht das Reinigen und Weitzputzen ber Zähne auch an den Seitenflächen. 9hit echt in blau-weitz-grüner Originalpackung in allen Chlorodont-Verkaufsstellen.
Dom richtigen Spargeleinkochen
Von Annie Juliane Richert-Berlin.
Manche Enttäuschung schrieb bie Hausfrau in ihr Büchlein ber Erfahrungen, wenn sie sich an bas Einmachen von Spargeln gewagt hatte. Er hatte seine lockenbe weihe Farbe eingebüßt, schmeckte nach eingemachtem Strqh, sah guch ähnlich aus und dies waren noch seine geringsten Schönheitsfehler — er roch und schmeckte womöglich säuerlich — Hände weg vom Spargeleinkochen! schwor die Erbitterte.
Doch wenn es glückt, ist sterilisierter Spargel von frischem Spargel eine schwer zu unterscheidende Delikatesse. Man wähle von einer Spargelplantage, die sich recht weit ab von Rieselfeldern befindet, gute, nicht zu lange und dabei gleichmäßig dicke Stangen, die frisch gestochen und nicht gewaschen sind. Für 4 Gläser von 1 Liter Inhalt muß man 6—7 Pfund Spargel rechnen, von sehr dicken Stangen 5—5% Pfund. Man probiert mit einer Stange genau die Länge aus, die alle im Glas haben müssen, wenn sie bis etwa 2 Zmtr. unter den Rand reichen und schneidet sie nach dem Schälen eine wie die andere. Erst wäscht, dann schält (recht dick), dann schneidet man und legt wieder auf kurze Zeit bie fo vorbereiteten Spargel in frisches Wasser. Die Gläser stehen blitzblank da, aber ausgetrocknet brauchen sie nicht zu werden. Fast kann man sagen im Gegenteil: Feine Fasern des Handtuchs bleiben oft im Glase unb beeinträchtigen Sauberkeit und Geschmack. Weicht schon biefe Maßnahme ab von der allgemeinen Regel, fo wollen wir uns gleich noch einer anderen Eigenmächtigkeit schuldig machen. .Meist stehen die Spargel mit stolz erhobenen Köpfen in ihrem Glas. Wir aber zwingen sie Kopf zu stehen; mag auch manche Anhängerin alter Gewohnheiten vor Erstaunen selbst beinahe Kopf stehen, wir wissen, warum wir so umstürzlerisch verfahren. Beim Herausnehmen, das meist mit ber Hanb geschehen muß, wenigstens bei ber ersten und zweiten Stange, gehen die köstlichen Köpfe fast immer taput, weil sie viel zu weich und zart sind, um sich selbst die vorsichtigste Berührung gefallen lassen zu können. Man packt nun die gleichmäßig langen Enden ins Glas, indem man es am besten auf den Tisch legt. Bis zwei Zentimeter unter den Rand sollen die Stangen reichen, auf die man nun einfach kaltes Wasser aus ber Leitung laufen läßt. Die Zugabe von Salz soll an ber gelblichen Färbung oft Schulb sein, baher ist es fortzulassen. Bei 100 Grab müssen bie Spargel 1% Stunben sterilisiert werben — boch ist ein Nachkochen nicht nötig, wenn keine Vorsichis-, Sicherheits- unb Sauberkeitsmaßregeln bei bieser Staatsaktion außer Acht gelassen wurde. Ich darf verraten, bah auf biefe Weise eingemachter Spargel brei Jahre lang meine Vorratskammer zierte, und als e'r endlich unserer Neugierde zum Opfer fiel, ein wirklicher Hochgenuß bei einem Winter- sonntag-Mittagessen wurde.
Sie' abfallenden unteren Enden geben mit jungen Karotten ein wohlschmeckendes Junggemüse. Beide Sorten werden vereint gekocht, weil sie etwa die gleiche Zeit zum Garwerden brauchen. Einer Hellen Einbrenne aus Butter, Mehl und Gemüsewasser wird zum guten Abschluß noch eine gute Portion gehackter Petersilie untermengt. Gibt man dieses Gemüse mit Rührei, so hat man ein leichtes, und doch allen Anforderungen an Nährwerten und Lebensstosfen entsprechendes Gericht.
Die Frau in der Küche.
f. Pikante Hammelrippchen. (Für 4 Personen, % Stunde). Zutaten: 8 Stück schöne Hammelrippchen, 80 Gramm Mostrich, 1 Zwiebel ober 1 Zehe Knoblauch, 60 Gramm Hammelfett, Salz unb Pfeffer, 1 Tasse saure Sclhne, 15 Tropfen Maggis Würze. Zubereitung: Die Hammeljrippchen werden geklopft, recht dick mit Mostrich unb in dem recht heißen Hammelfett auf beiden Seiten schnell braun unb knusprig gebraten unb heiß gestellt. Den Bratrückstand kocht man mit ein wenig Wasser, 1 Tasse saurer Sahne und etwas geriebener Zwiebel ober Knoblauchzehe gut durch, streicht bie Soße durch ein Sieb unb verfeinert sie mit Maggis Würze. Die Rippchen werben erst bann leicht mit Salz unb Pfeffer bestreut, sofort serviert, und bie Soßen nebenher gereicht. < ... ,
Praktische Winke.
holzfachen gegen holzwurmfrah zu schützen.
Ein wirksames Bertreibungsmittel gegen Holzwürmer ist eine Abkochung von einem Teil Kochsalz, einem Teil Pfeffer, einem Teil Senfkörner, einem Teil Wermutblätter in 2—5 Liter Essigsprit. Mit bieser Beize werben bie betrxfsenden E^gnestänbe zwei ober breimal befpinbelt unb Irorfnen gelassen. Man kann auch die Beize mit Hilfe einer kleinen Oelkanne, wie solche zum Deien ber Nähmaschinen verwendet wird, direkt in die vorhandenen Löcher des Holzwurmes spritzen. Dadurch wird das Tier unb ae vorhanbene Brut rasch getötet. M. T."
Behandlung ber Seibenffrümpfe.
Setbene Strümpfe, obwohl im Preis oft billiger als eine gute Qualität Macco ober Baumwolle, find im Tragen doch teurer als diese, weil die Maschen gerne aufgehen und auch das Gewebe schneller verschleißt. Seidene Strümpfe soll man zum Reinigen eine Nacht in kaltes Wasser legen, aber keine verschiedenen Farben zusammen. Am folgenden Morgen müssen sie in etwas warmem Wasser mit Seifenflocken gewaschen, d. h. nur gedrückt, nicht gerieben werden. Dann dreimal in reinem Wasser gut ausspülen, ausdrücken und eine Stunde in ein sauberes Tuch einschlagen. Hierauf an bie Luft zum vollstänbigen Trocknen hängen. Nie darf man seidene Strümpfe am Ofen trocknen. Zuletzt bügele man mit einem mäßig warmen Eisen darüber.
Gedanken.
Hoffrmng ist ber Traum der Wachenden. *
Der faule Mann ist des Bettlers Bruder.
X *
Gefächeltes Feuer und gezwungene Liebe sind zwei schlechte Dinge.
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Ein Gramm Mutterwitz ist soviel wie ein Pfund Studium.
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Wenn der Stolz mit der Eitelkeit Mittag 'ht. bann ißt er mit ber Verachtung Abenbbrot.