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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

1. 130

57. Zahrg

Samstag, 31. Mai 1930

H«* im Bild' und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag

JlV* der Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Lchrift-

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leitung 1152, Fuldaer Äctiendruckerei 1150 und 1151. ::

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Vorschläge, die alle \ Land. Er, der Minister, , endgültigen Entscheidungen öffentlich hervorzutre­ten. Die Politik des letzten Jahres, die die Zurück­haltung durch den Poungplan nötig machte, soll sich nicht wiederholen. Ueberstürzte Maßnahmen sind untunlich. Die Regierung muß Ruhe be­wahren. Man muß die Nerven behalten.

* Das Direktorium des Alenreler Gebietes ist zurückgetreten. Der Gouverneur hat bis zur Bil­dung eines neuen Direktoriums das alte mit der Fortführung der Geschäfte beauftragt.

Das englische Arbeikslosenproblem.

wtb. London, 30. Mai. (Gig. Meldg.). Dem Premierminister ist gestern, der Times zufolge, eine rcn 80 Mitgliedern der parlamentarischen Arbei­terpartei unterstützte Entschließung zugestellt, in der die Ansicht ausgesprochen wird, daß ange­sichts des noch nie dagewesenen Umfanges der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit der inter­nationalen Krisis der Produktion eine erneute Erklärung über die Arbeitslos enpoli- t i k der Regier u n g notwendig sei und daß die Regierung neue P laue vorbringen' solle.

Oer Kampf in Indien.

Reue blutige Zusammenstöße.

wtb. London, 30. Mai. (Eig. Meld.) Renier meldet über die Lage in Indien: In Kalkutta kam es gestern nachmittag im Zusammenhang mit einer Abänderung des Lohn-Systems auf der Ostbahn zu ernsten Unruhen, in deren Verlauf die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch machte. Vier Personen wurden verletzt. Ein Eisenbahnwagen wurde von der Menge verbrannt. In Dacca gab die Polizei ebenfalls Schüsse ab und verhaftete zahlreiche Hin­dus. In Lucknow hat sich Die Lage bedeutend ge­bessert In Bombay veranstalteten gestern Parsen eine Massenkundgebung für Gandhis Ideale. Un­gefähr 50 000 Mimischen, die Mehrzahl Parsen, nahmen daran teil. An der Spitze wurden Bilder von Gandhi und anderen nationalistischen Füh­rern getragen. Eine Anzahl anderer Schilder trug Aufschriften wie „Keine Konferenz ohne Gandhi!", „Boycottiert britische Waren!"

ch kennen er anfge- eworden! -Genftal- Passage- ist. D-- raphieren rauchbare

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Gesetzentwurf über das Zugabewesen werd: em Reichswirtschaftsministerium in Gemeinschaft mit dem Reichsjustizministerium gearbeitet. _

Die Abstimmungen wurden zurückgestellt, und der Reichstag ging in die Pfingstferien, die >is zum Montag den 16. Juni dauern sollen. Aus üer Tagesordnung der ersten Sitzung nach der Pftugst- pause steht der Haushalt des Reichsarbeitsmini­steriums.

Tas ZündwKren-Monopol.

Inkrafttreten am 1. Juni 1930.

Die Reichsregierung hat weben die vorläufigen Durchführungsbestimmungen zumZüiidwarenmovv, polgesetz und die Ziindwarenfondersteuerverorb- nvng erlassen. Das Zündwarenmonopolgesetz wird mit dem 1. Juni 1930 in Kraft gesetzt.

Besonders hervorzuheben ist, daß die Hersteller von Zündwaren, die einen Rechtsanspruch auf eine Beteiligungsziffer erheben ober die Gewährung einer Beteiligung-Ziffer zum Ausgleich von Här­ten erstreben, bis zum 30. Juni 1930 eine schrift­liche Anmeldung beim Hauptzollamt emzureichen hoben. Alle Zündwarenhersteller sind verpflichrek, den Bestand ihrer Vorräte an fertigen Zündwaren am 31. Mai 1930 bei Schluß der Geschäftsstunden aufzunehmen und dem Hauptzollamt anzumelden. Anmeldefrist ist bis zum 14. Juni 1930. Von der Sondersteuer betroffen werden Zündwaren, die sich am 1. Juni 1930 im Mcmopvlgebiet befinden und zur Veräußerung bestimmt Und. Befreit sind ins­besondere Zündwaren, die sich in Verkaufsstellen befinden, wenn der Bestand der einzelnen Ver­kaufsstellen nicht über den Inhalt einer halben Rormalkiste hinausgeht und Zündwaren, die sich sonst auf Lager befinden, wenn der gesamte La- gerbeftänb einer Person oder Vereinigung den In­halt einer ganzen Normalkiste nicht übersteigt, wo­bei mehrere Personen und Vereinigungen, die Zündwaren gemeinsam aufbewahren, wie eine Person oder '-Bereinigung angesehen werden. Die Sondersteuer beträgt 30 Rm. für die Normalkiste. Anmeldefrist zur Sondersteuer ist zum 10. Juni 1930. Alles nähere ergibt sich aus den Verord­nungen, die im Reichszollblatt Nr. 44 (Reichsoor- (ags'amt Berlin NW. 40, Scharnhorststraße 4 av- acdruckt find

Das ängstliche Frankreich.

wtb. Paris, 30. Mai. (Eig. Meld.) Auf dem. Schlußbaiikett des Kongresses der f r ckstr- z ö fisch en Reserveoffiziere in Algier Hot Kriegsminister Maginot eine Rede gehalien, in der -er u. a. ausführte, unter den gegenwärtigen Umständen bleibe d as H e e r die w e f e n 11 i di e Sicherheitsbedingung Frankreichs. Wenn ein Volk innerhalb eines Jahrhunderts 3 Invasionen ausgesetzt gewesen sei wie das fran­zösische, wenn ein Volk so unter dem Kriege ge­litten habe wie das französische noch vor 12 Jah­ren, dann wäre es nicht nur unvorsichtig, sondern verrückt, wenn es zulassen würde, daß seine Ver­teidigungsmöglichkeiten, d. h. sein Leben, desorga­nisiert werden. Wenn er dies ausspreche, so wolle er damit nicht die Rolle des Militaristen spielen. Es fei wirklich allzuleicht, diese Bcschill- diaungen allen denen an den Kopf zu werfen, btt nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließen wollten und die das Land aufforderten, wachsam zu bleiben. Frankreich wolle gewiß den Frieden, es wolle ihn leidenschaftlich. Wenn aber ein Volk nahezu VA Millionen Menschen geopfert habe, um sich einen siegreichen Frieden, einen seiner würdigen Frieden zu sichern, bann dürfe man sich nicht wundern, daß es darauf Wert lege, dem Frie­den diesen Charakter zu erhalten. Das franzö- sftche Heer werde niemals zu Angriffszwecken die­nen, das franwsifche Heer fei für die französische Republik der für die Freiheit und für den Frieden notwendige Schutz.

I welche sich der Exportpflege widmen, in einer Ue- 1 bersicht mit Kennzeichnung ihrer wesentlichen Au'- ! gaben zufannnenzustclleii und dem Reichstag vor­zulegen.

2. eine lleberfidjt derjenigen amtlichen und halbamtlichen Exportstellen zu geben unter Kenn­zeichnung ihrer wesentlichen Aufgaben, welck-- ans Mitteln des Reichs, gegebenenfalls der Li der, gespeist werden:

3. einen Plan auszuarbeiten, welcher eine or­ganische Zusammenarbeit der bestehenden amt- l-chen und halbamtlichen Stellen zum Gegenstand hat und durch welchen unter Vermeidung von Doppelarbeiten unb Umwegen, von Parallelorga- nisationeir und unter möglichsten Ausgleich grunb- sätzlicher Tendenzen die 'gejaulte Exportförderung effektiver gemocht wird:

4. bei Ingangsetzung bttsec Zusammenarbeit in der Exportförderung insbesondere die auf dem Ex­port bezogene Tätigkeit des Statistischen Reichs­amts und des Jrftitutes für Konjunkturforschung zweckmäßig einzugliedern und die Beziehungen zu den privaten Exportsörderungsstellen (wie Export­zeitschriften, Forschungsinstitute, Bankinstitute usw ) auszugestatten:

5. mit Ingangsetzung dieser organischen Ver­bindung einen Rabmenplan zu verbinden für eine zielbewußte unb- methodische Förberung in Hin­sicht auf Informationsdienst, Presse. Propaganba, Versicherung unb Finanzierung des Exportwesens:

6. im Anschluß an die vorangegangenen Maß­nahmen des Kabinetts unb bie mehrfach erwogenen Pläne zu veranlassen, baß die Golddiskont-Bank mit der besonderen Aufgabe der Exportfinanzie­rung beauftragt und zu diesem Zwecke umgestaltet wird."

5. Anregung zur Mrifchastserziehung.

„Die Reichsregierung wird ersucht, im Beneh­men mit den Landesregierungen zu erwägen, in­wieweit in den Grundschulen, Fachschulen, sowie den höheren Schulen in geeigneter Weise auf die Bevorzugung deutscher Waren und die Wichtigkeit der Anlage deutschen Kapitals in der deutschen Wirtschaft hingewiesen werden kann."

6. Bekämpfung das tzonjnnklurpefsimismus und der Kapitalflucht.

„Die Reichsregierung wirb ersucht, in ber Tat­sache, baß in weiten Kreisen eine Stimmung des wirtschaftlichen Mißtrauens Platz gegriffen hat und daß im letzten Jahre im Nebermaß beutfckes Pn- vatkapital im Auslande angelegt worden ist, ferner daß insbesondere diese letztere Tatsache auf die Stimmung ber Arbeitslosen ungünstig eimvirkt, selbst und in Verbindung mit den Wirtschaftskör­pern von Landwirtschaft,Industrie, Handel unb Ge­werbe wirksam zum Ausbruck zu bringen, baß

1. trotz der gegenwärtig schweren wirtschaftli­chen unb kostalen Gage, bie im hohem Maße eine deutsche Krise ist, keinerlei begründete Veranlas­sung besteht, an ber besseren Zukunft ber beutschen Wirtschaft zu zweifeln-,

2. die Reichsregierung zweckdienliche Maßnah­men getroffen unb eingeleitet hat, um bie gegen­wärtige Krise zu milbern unb abzukürzen?

3. es Pflicht eines jedes einzelnen ist, nach sei­nen Kräften dabei mitzuwirken, insbesondere durch Bevorzugung beuH-d’er Warm und Zuführung al­ler verfügbaren Mittel an die deutsche Wirtschaft, die deren Bedarf, um der Arbeitslosigkeit Herr zu werden.

Deutscher Reichstag.

Der Reichstag führte am Mittwoch in seiner letzten Sitzung vor der Psingstpause die Aussprache über den Haushalt des Reichswirtschaftsmini- steriums zu Ende. Während int Ausschuß der demokratische Reichswirtschaftsminister Dietrich sich für eine Umstellung der Außenhandelspolitik im Sinne einer allmählichen Abkehr vom Prinzip der Meistbegünstigung ausgesprochen hatte, er­klärte der demokratische Abg'. Meyer-Berlin, seine Fraktion wünsche keine Umstellung der Außenhan­delspolitik, denn es dürfe nicht der Eindruck her- vorgerufen werden, als wolle sich die deutsche Handelspolitik dauernd dem Protekftonismus ver­schreiben.

Der Vertreter der Wirtschaftspartei Abg. Sach­senberg schloß seine Rede mit der Erklärung, wenn nicht zwischen der zweiten und dritten Lesung wesentliche Abstriche im Gesamtetat gemacht wür­den, dann werde die Wirtschaftspartei voraussicht­lich diesem Etat nicht zustimmen können. Im übri­gen wurden in der Aussprache zahlreiche Einztt- wünsche, besonders im Sinne einer größeren För­derung des gewerblichen Mittelstandes vorgebracht.

Staatssekretär Trendelenburg erklärte, dem Reichstag werde demnächst eine Statistik über die Vergebung bet Reichsaufträge zugehen. An dem

M können. Für jene, die nicht sofort in den Pro­duktionsprozeß eingegliebert werd-ni können, muß gesorgt werden. Innerhalb 4 Wochen hat der Reichstag darüber zu entscheiden, wie neben den vorhandenen Mittel noch für weitere 5—600 000 Arbeitslose neue Mittel zu beschaffen tob. Durch allseitiges Zusammenwirken Füreinonderstehen hoffen wir, in absehbarer wieder eine bessere Atmosvhäre für deutsche Wirtschaft schäften zu können.

VDZ. Berlin, 30. Mai. (Eig. Meld.) Reichstag haben die Demokraten eine Enl- chließung eingebracht, die die Reichsregierung er« k-cht, das Arbeitslosenversicherungsgesetz dahin zu M-ern, tzaß für bie Ganbarbe-er, die Bauarbeiter, «e Hausgewerbetreibenden, die Heimarbeiter unb ue Angestellten besondere Gefahren-

s Zur Mrlschasls- und Ananzresorm.

taktische Vorschläge des Zentrums und der Bayerischen Volksparlei

Slegerwald über das Arbellslosenproblem

Kem Zweck-Pessimismus.

wtb. Berlin, 30. Mai. (Eig. Meld.) Auf ber feilte im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats ab- gebattenen Tagung der Bundesausschüsse des All­gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des allgemeinen Freien Angestelltenbundes, bie sich mit ber Frage „Aufstieg ober Niebergang" be­schäftigte, führte Reichsarbeitsminister Dr. h. c. Slegerwald in einer Ansprache u. a. aus:

Wir befinden uns gegenwärtig in einer Welt­wirtschaftskrise. Das geht schon daraus hervor, daß in den drei hauptsächlichsten Inbustrie- lönbern, den Vereinigten Staaten non Amerika, England unb Deutschland, ru n b 10 Mill. Arbeitslose vorhanben sind. In Deutschland arbeitet ber bedeutsamste Wirtschafts­zweig, die Landwirtschaft, schon längere Zeit mit einer großen Unterbilanz. Daneben wirb mit 2 Mill. Arbeitslosen die deutsche Kaufkraft weiter- hin jährlich um 4—5 Milliarden Mark geschwächt. Auch in der Finanzpolitik des Reiches und ber Ge­meinden wurden in den letzten fünf Jahren schwere Fehler gemacht. Und so stehen wir im Jahre 1930 vor brr nüchternen Realität, baß, um die Finan­zen bcs Reichs, der Gimber, Gemeinden, Reichs­bahn, Arbeitslosenversicherung etc. in Ordnung zu bringen, wir Volk unb Wirtschaft mit rund 2 Milliarden Mark in dersel­ben Stunde neu belasten müssen, in ber man glaubte, daß durch bie Annahme des Doungplanes Erleichterungen auf der ganzen Li­nie zu erwarten feien. Unb nun wird mit einem Epririffen Recht gc-agt, daß es verfehlt fei, so hohe ^Unterstützungen zu verausgaben, anstatt mit die­sem großen Betrag Ar b e i t s g e l e g e n h e i t zu schaffen. Das ist leichter gesagt als getan. Nm 2 Mill. Arbeitslose normal beschäftigen zu können, sind an 6 Mi 11iarden Mark n o t - ' wendig. Diesen Betrag kann gegenwärtig eine geerurg, mag sie zusammengesetzt sein wie sie will, m"ber durch Ausland- no-h durch Inlands­anleihen, noch durch laufende Steuern beschaffen.

us einer Wirtschaft können nicht beliebig tSbgaben herausgepreßt werden, wenn noch Mwas übrig bleiben soll für bie Lohn- unb Ge- Itsquote. Ich habe als Arbeitsminister bestimmt ne Veranlassung, in Zweck-Pessimismus zu n. Trotzdem muß ich sagen, unsere Gage M augenblicklich e r n st. Die Reichsregierung wirb alles aufbieten, um die vorhandenen Schwierig­keiten, insbesondere in ber Finanzwirtschaft und auf dem Kapitalmarkt, soweit sie überhaupt lösbar sind, zu überwinden. Durch verschiedene Maß­nahmen, die bisher in Angriff genommen sind, hofft die Reichsregierung, wenn der Reichstag ihren Vorschlägen beitritt, in kurzer Frist 12 0 bis 15 0000 Arbeitern, insbesondere Bauar­beitern, A r b e i t unb Brot verschaff en

* Der Wassereinbruch in den Bienenburger Kalischächten. Wie wir von der Berginspektion Vienenburg erfahren, steigt das Wasser im Schacht unaufhaltsam weiter. Am Mittwochmorgen hat es die erste Sohle in 250 Meter Tiefe erreicht. In der Nacht zum Mittwoch ist das Hauptgleis der Güterstrecke von Vienenburg nach Grauhof ge­rissen, was vermutlich auf irgendwelche Erdbewe­gungen im Inneren zurückzuführen ist.

Die Zentrumsfraktion des deutschen Reichstags ■j® zusammen mit ber Bayerischen Volkspartei Ks Beratung bes Reichshaushaltsgesetzes für bas WAungsjahr 1930 eine Reihe wertvoller Ent- "hueßungen eingebracht.

Ausgabensenkung und Verwalkungsreform.

Aöu hat bie Zentrumssraktion nachstehende Schließung bem Reichstag zur Annahme vorge- Lu’?‘e Reichsregierung zu ersuchen, bas angekün- Eefetz über Ausgabensenkung beschleunigt ^to^rnen unb anfchließenb weitere Vorschläge ^Vereinfachung unb Verbilligung der Verwal-

*Cn von Reich, Gänbern unb Gemeinden vor­zeiten."

Monatlich 1,80 eiwchlleßl. Poitgeomn (48 Pf., ohne Buitellg. Ämeigen-Preise Kleinzeile (Col.Nokal 0,15 HJl auswärts 0,20 Ml. Reklamezeile: lokal0,60 flJt auSroäitS0,80 M.

Bei Wiederholungen Rabatt. Postfcheckk. u rankf. a. 511. 4051

Diese Entschließungen sind das Ergebnis mehr- wöchentlicher ernstester Beratungen des Wirt­schaftspolitischen Ausschusses ber Reichstagsfraktion bes Zentrums. Sie wurden einmütig gebilligt, weil man den augenblicklichen Schwierigkeiten auf wirt- fchafts-, finanzpolitischem u. sozialem Gebiete eini­germaßen beffernb entgegentreten kann. Die Krise in ihrer Gesamtheit ist nicht von heute auf morgen zu lösen. Auch Helsen nicht allein gesetzliche Maß­nahmen. Der Selbsterhaltungswille bes beutschen Volkes, das Verbundenheitsgefühl in ber Schick- falsnot muß in erster Ginie lebendig werden. Um- ftelluna auf älten Gebieten ist erforderlich gewor­den. Wir müssen zu anderen Gebensformen kom­men, sonst werden wir niemals die Verhältnisse zu meistern vermögen. Was die Gesetzgeber tun können, wird von ihnen verlangt, aber die Aus­führung ist in die Hand des deutschen Volkes felbft gelegt, es hat sich ganz allein fein künftiges Schick­sal zu gestalten.__________________

e weiteren Entschließungen sind gemeinsam öcn genannten Parteien eingebracht worden.

agsbeschasfung (insbesondere im Bauwesen) und Finanzierung.

"Die Reichsregierung wird ersucht, in Anbe- S^tos dringenden Wirtschastsbedürfnifses zum kx? tor öffentlichen Versorgungswerke (Elek-

5'*> Gas-, Wasserwerke, kommunale Ver- wftalten, geeignete Meliorationsarbeiten “tc zum Teil in Gefahr stehen, wegen der den Zurückhaltung technisch und in ihrer toch zulassen,

prüfen, gegebenenfalls unter Zuziehung von jfjtoänbigen, in welchem Umfange Aufträge

" chen Hand (Reich, Länder, Gemeinden, , Reichspost usw.j zum Ausbau wirt- Unternebmunaen und zur Erhöhung

men, so erklärte der Reichsminister, bann, ist die Gage ungemein schwierig. In allen Schichten des Volkes ist der Lebensstandard über un­sere Möglichkeiten hinaus erhöht: wenige Kreise, wie z. B. die Kleinrentner, machen eine Ausnahme. Wilde Gerüchte über neue Steuer« " falsch find, durcheilen das ter, habe es vermieden, mit

ihrer Rente an und für sich zur Vergebung reif sind, aber aus Finanzierungsjchwierigkeiten zurück- gestellt werden,

zu prüfen, welche Summen zu der Finanzie­rung dieser an sich wirtschaftlichen und zuverlässig rentablen Arbeiten erforderlich sind,

in Gemeinschaft mit bem Kredit- und Finan­zierungsinstituten durch passende Zusammenfas- fung ber Bedürfnisse die besten Möglichkeiten bel- langfristigen Finanzierung unter Berücksichtigung des allgemeinen insbeionbere auch privatwirtschaft- l'chen Finanzbedarfs zu untersuchen und in bie Wege zu leiten."

2. Zinssenkung.

„Die Reichsregierung wirb ersucht, im Anbe­tracht ber nach immer großen Spanne zwischen Soll- unb Habenzinsen ber öffentlichen unb pri­vaten Geldinstitute durch die zuständigen Organe, insbesondere die Reichsbank auf eine Verkleinerung dieser Spanne tatkräftig hinzuwirken."

3. InduskriezöNe.

„Die Reichsregierung wird ersucht, bie im Vor- läufigen Reichswirtschaftsrat begutachteten An- träge auf Aenberung industrieller Zollsätze dem Reichstag beschleunigt oormlegen. — Die Vorlage möge im Interesse der in Frage stehenden bedräng­ten Industriezweige so frühzeittg erfolgen, daß sie noch im Laufe der Sommerzession verabschiedet werden kann."

4. Exportförderung.

„Die Reichsregierung wird ersucht, zum Zwecke der Förderung bes beutschen Exports

1. die amtlichen, halbamtlichen unb so weit als möglich privaten Stellen und Einrichtungen,

FuldaerZertung

B Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkrecs Fulda. Amtliches kreisblatk.

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klassen gebildet werden sollen. Beiträge unb Unterftügungsformen für diese soll ber Vorstand ber Reichsanstalt festsetzen. Ersatzklassen sollen zu- gelassen werden. Für bie Beiträge sollen künftig Marken gefleht werben. Die K r i s e n f ü r s or g e soll vom 1. Juli an für Angehörige a 11 ■<' r Berufe mit Ausnahme ber Saisonar­beiter gezahlt werben und zwar auf. 52 Wochen.

*

VDZ. Berlin, 30. Mai. (Eig. Weib.) Die beutschnationtte Reichstagsfraktion fordert in einer Entschließung, bie Reichsregierung solle beit Ent­wurf rines Gesetzes über t:c Eins ü hrung e i - n e s Arbeits-Dienstjayres baldigst vor­legen.

„Sterven behalten!"

In einer stark besuchten Mitgliederversamm- lung der Deutschen Volkspartei in Witten­berg machte Reichsfinanzminister Moldenhauer einige Ausführungen zur Reichsfinanzreform. Er erklärte u. a., daß mit der Reform ber Arbeits­losenversicherung zugleich eine Reform der Kran­kenversicherung vorgelegt werde, die eine Ent­lastung von 250 bis 300 000 RM bringe und auch bestehen bleiben soll, wenn infolge Besserung der wirtschastlicheu Verhältnisse die Arbeitslosenver- sicherungsbeiträge wieder gesenkt werden können. Das Äu s g a b ense n ku n g s g e setz sei fertig zur Vorlage. Es enthalte wichtige Bestimmungen hinsichtlich der Zusammenlegung und Ver­einfachung von Verwaltungen. Zur Kriegsbeschädigtenfrage sei die be­dauerliche Feststellung zu machen, daß alljährlich steigend weitere 50 Millionen nötig seien, um neue Ansprüche zu befriedigen. Das Reich sei nicht in der Gage, auf Jahrzehnte hinaus hier Haftting zu übernehmen, wenn auch im einzelnen manches gebessert werden könne. Die großen Organisatio­nen der Kriegsbeschädigten hätten sich diese liebet« zeugmtg zu eigen gemacht. Eine entsprechende Vorlage liege beim Reichsrat. Steuern und Löhne hätten' die Gestehungskosten übermäßig nach oben getrieben. Das deutsche Preisniveau liege, abgesehen von Amerika, über dem des Aus­landes. Menn wir davon nicht herunterkom-

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tc.

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