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Rund um die Woche

katholische well

Eine Nummer des Ulk macht sich luftig über

Univer-

Anerk" >nung

Die Ablehnung des Materialismus liege

und

e.

polnische Maßnahmen gegen Danzig

alkalisch muriatisch

Die idylUsche Lage das milde Klima die modern ausgebauten Kurcinrichtungen: diese drei Heilfaktoren machen Bad Orb zur bevorzugten Heil­stätte für Herz-, Rheuma-, Leber- und Gallenleidende

Bad Orb im Spessart

Oberammergau und Reklame. Kaufmännisches Denken in der Land- ivirtschafk. Ein Negerfürst über Zivilisation. Skaaksfozialismus

handel des Auslandes entbehren und dös Geld, das wir dorthin ausgeben, im eigenen Lstnde be­halten. Es hilft eben nichts: In unserer Zeit muß auch der noch so individuelle Bauer genoffenschast- lich denken lernen.

Man schreibt so etwas nicht ohne innere Be­klemmung. Man denkt an jenen Negerfüöstcn aus dem Betfchuanaland, der jüngst in England war. Er wollted ie englische Regierung bitten, die Aus­beutung der Erzlager in seiner afrikanischen Hei­mat doch zu unterlassen. Er sagte:Nimmt man dergleichen auf afrikanischem Boden in Angriffs, so verschlechtert sich von Stund an dieRasse". Die Männer lernen den Alkohol lieben und wer­den gierig nach dem Gelde, das ihnen die Berg­arbeit in den Schoß wirft, statt daß sie dem Acker­bau nachgehen und ein gesundes und für einen Neger zuträgliches Leben führen. Was aus den Fraeun wird, will ich lieber gar nicht anführen. Eins ist sicher:Aus einem kräftigen Volk wer­den wir zu elenden Wracks alle zusammen." Am liebsten möchte ich auch mit diesem Negerfürsten rufen:Verschont uns mit eurer Zivilisation!" So haben ja auch viele gesprochen im letzten Jahr­hundert von Tolstoi bis zum Gandhi. Aber das hilft nun nicht. Wir können die Gefahr unserer Ueberorganifation nur bannen, wenn wir aus die­ser Organisation heraus sie von innen her über­winden und wieder in Einklang mit der Natur bringen. Wie soll das geschehen?

Man muß sich heute-darüber klar sein, daß zum Beispiel bei dieser Industrialisierung der Landwirtschaft der Sozialismus auf seine Rech­nung zu kommen sucht. Uebcrhaupt begrüßt er alles, was in seinem Sinne das Genossenschaftliche fördert. Er ist schier gar nicht in seinen Ansichten - von den Bolschewiken entfernt, die jetzt in ihrem! unglücklichen Lande das Fiasko solcher sozialisti-I fchen Theorien erleben. Wir müssen also Acht ge-... ben. Wir wollen bei der Einrichtung von Zen- ' tralstellen doch immer, soweit wie eben möglich, den Gedanken der Selbstverwaltung hinzunehmen. Wir wollen bei der kaufmännischen Bildung, des Bauernstandes immer festhalten, daß sie eigentlich nur eine Ergänzung seiner Tätigkeit ist, die im Boden wurzelt und aus dem Boden auch ihre Kraft zieht. Er soll sein persönliches Interesse behalten ! und kein Massenmensch werden. Wenn ich hier­einige Fremdworte gebrauchen darf, so wollen wir keinen Kollektivismus, sondern den Solidarismüs. Wir wollen die Rationalisierung allenthalben so betreiben, daß die Vernunft wieder die Richtung auf die Natur nimmt. Sonst sind wir über Nacht in einem Staatssozialismus, wie ihn ein Marx sich nicht besser hätte träumen können.

Noch einen Gruß an die zwei Menschen, die irgendwo Abend für Abend um einen großen Glo­bus Herumsitzen und Weltreisen der Phantasie ma-

Oberammcrgau. Man könnte solche Bilder noch - viel schärfer verurteilen, wenn da nicht wirklich etwas wäre, was die spöttische Ironie herausfor­dert. Mag sein, daß nicht alles, was an Reklame für Oberammergau geschieht, nicht unmittelbar der Spielleitung zu verdanken ist. Aber wenn da die Mutter Gottes in ihrem Privatleben dargestellt wird, wie sie an der Schreibmaschine sitzt, um nur etwas Harmloses zu nennen, so ist das nicht eben geschmackvoll. Schreibmaschinenschreiben ist gewiß eine durchaus menschenwürdige Beschäftigung, die mir auch viele Stunden am Tage nimmt, aber es ist eine Tätigkeit, die zu dem Charakter der Weihe jener Spiele nicht paßt und deren Darstellung in diesem Zusammenhangs das Heilige profanifien. Soll ich hier die Geschmacklosigkeit verbreiten, die stoßweise mir zugesandt worden sind?Einen Ju­daskuß für fünf Mark . . ." oder so ähnlich und so weiter? Nein. In diesem Augenblick nicht. Mr möchten niemanden abhalten dorthin zu gehen und wollen also die notwendige Kritik dieser Re­klame verschieben bis nach dem Fest. Dann aber muß darüber gesprochen werden. Schon jetzt müs­sen wir beklagen, wie solcherart Reklame, die auch ins Ausland gedrungen ist, jenen Festspielen eben dos nimmt, was ihr schönster Vorzug ist, nämlich die religiöse Weihe.

| Auch auf einen andern Pack kann ich nicht ge­nauer eingehen, zumal das Wichtigste daraus schon mitgeteiü ist. Aber der Gedanke des Notopfers zieht immer weitere Kreise. Ich denke mir, wenn ich so überlege, wie weit es doch ist von den An­schauungen vieler im Volk bis zu den leitenden Stellen und wie sehr diese dann wieder überlastet sind, daß es immerhin nicht schadet, eine gesunde Idee zu verbreiten. Jeder Tropfen höhlt den Stein, das ist auch eine Wahrheit. Insofern muß man es auch begrüßen, wenn jetzt in den Kreisen der Re­gierung immer wieder Sparmaßnahmen überlegt werden. Eines kommt eben doch zum andern. Wenn einige Gehalts- oder Diätenempfänger frei­willig zugunsten der Armen verzichten, so gehört das schon zu dem, was ich das Notopfer der christ­lichen Nächstenliebe genannt habe.

Das Wort sparen darf man übrigens nicht zu eng auffassen. Praktisch ist es oft gleichwertig mit einer richtigen Kapitalanlage. Wenn man zum Beispiel jetzt die deutsche Landwirtschaft energischer als früher dazu bringt, kaufmännisch zu denken, Einrichtungen zu schaffen, die den Verkauf von Produkten durch Zentralen stärken, so ist das ge­wissermaßen eine produktive Sparanlage. Warum sollen wir nicht dahin kommen, ähnlich wie andere Länder, nicht nur Stellen zu haben, an denen man einige Hunderttausend, sondern auch solche, an de­nen man Millionen von Eiern auf einmal kaufen u kann. In dem Augenblicke können wir den Groß-

djien. Am Ende ist es im Märchen schöner als in der Wirklichkeit, hat man sich nur das Herz eines Kindes bewahrt. Sieh, die elektrische Birne leuch­tet schon wie Aladdins Wunderlampe . . .

Der Mann im Monde.

2. BlalL

Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda

fit. 121-

Sonnlag, den 25. Mai 1930.

Die stillgewordene Weichselmündung. 3m Hinkcrgrund Danzigs historisches Krantor.

Die Stadt Danzig hat dem Völkerbund eine Denkschrift überreicht, in der sie gegen die syste­matische Erdrosselung durch Polen protestiert. Polen, das sich verpflichtet hatte, seinen Handel durch den Hafen des Freistaats zu führen, hat mit dem Ausbau des nur wenige Kilometer ent­fernt auf polnischem Gebiet liegenden Gdingen begonnen, das allen Handel von Danzig abzu­ziehen droht.

Bischof Dr. Schreiber vor den Berliner Sknden- len. Im überfüllten Auditorium der Berliner Univer­sität sprach Bischof Dr. Schreiber über das Thema: Der katholische Student und die mo­derne Wissenschaft". Nach einleitenden Worten des katholischen Studentenseelsorgers Dr. Pinsk setzte sich der Bischof mit der Stellung der modernen Wissen­schaften zum Katholizismus auseinander und charakteri­sierte die Einstellung des katholischen Studenten zu ihnen. Der katholische Student müsse bei der Betrach­tung der modernen Wissenschaften das Fachliche vom Philosophischen oder Weltanschaulichen scheiden, was was nicht immer leicht sein werde, da der Einfluß un­gläubiger, unchristlicher, katholikenfeindlicher Professo­ren oder Gelehrter ziemlich groß sei. Der Relativismus und auch der Subjektivismus, der sich in einem Teile der modernen Wissenschaft geltend macht, könne das ver­nünftige Denken auf die Dauer nicht befriedigen. Ueber- zeugend wirke die katholische Religion, so fuhr Bischof Dr. Schreiber fort, mit ihrem Objektivismus, mit ihrer objektiver Wahrheiten, Sitten, Normen

ganz im Geiste der katholischen Kirche. Wenn der mo­derne Idealismus eine philosophische Halbheit und ein in allen möglichen Abarten auseinandergerissenes Sy­stem ist, so entsprächen doch seine grundlegenden Ge­danken durchaus den Lehren der katholischen Philo­sophie. Dasselbe gelte von dem starkeu Zug eines Teiles der modernen Wissenschaft nach dem Metaphysi­schen, wie er bei den Biologen Driesch und dem Philo­sophen Hartmann zutage tritt. Der Zerrissenheit der Philosophie steht gegenüber die Geschlossenheit und Ein­heitlichkeit der katholischen Weltanschauung in den Hauptfragen der Philosophie, im Dogma und in der Moral. Der katholische Student müsse diese wissen­schaftlich und praktisch erprobte Weltanschauung sich zum Maßstab nehmen für seine Beurteilung und Be­wertung aller entgegenstehenden weltanschaulichen Rich­tungen, Systeme und Einzelbehauptungender modernen Wissenschaften.

Quellen--stark kohlensäurehaltig,

Nähere Auskunft und Prospekt durch die Kurdirektion

Schriftleiter; Dr. phil. Johannes Kramer.

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