Einzelbild herunterladen
 

linffer Sonntag nach Ostern.

LiogangsUed: Zs. 48, 20.

pfn Ruf der Freuds laßt erschallen, daß man §orf, alleluja; verkündet cs bis an den Rand jxftc: Der Herr hat fein Volk befreit, alleluja, luja. ('-Pf' 65, 12.) 'Greint Sott in Jubel- |n, alle Laude; singt Psalmen seinem Namen, dem Liede festlichen Klang.

Evangelium: Ioh. 16, 2330.

um Arme auf dem Weg der Armut zur Ehre sei­nes Namens und zur Seligkeit zu führen. Darum laß ab von deinem Pessimismus, habe Vertrauen! Unbedingtes Vertrauen muß das Gebet kennzeich­nen. Vertrauen ist Opfer, denn Opfer besagt nicht passiven Verzicht, sondern aktive Hingabe. Es ist Hoffnung, Bejahung des tiefsten Fortschritts- willcns in uns. So wird im Gebet keine klar flie­ßende Kraftquelle verstopft, kein rein leuchtendes Ziel verfinstert, nur die Leidenschaft und Maß­losigkeit wird hinter die starken Gitter der Er­

man glaubt ihn zu sehen und zu belauschen in sei­nen Wunderwerken auf dem stillen Feld. Das Herz^betet freier und froher. Und die Allerhei­lt g cn l i t a n e i e n, die zu den kostbarsten EdeGeinen alter Gebete gehört, erklingt in ihrem uiwyfhörlichen Gebetsruf zum Himmel. Ihre Form, die wenigstens bis auf das 10. Jahrhun­dert Pzurückgeht, erinnert uns mit ihrer langen Reihie von Aposteln, Priestern, Bekennern und Jungfrauen an jene Zeiten, wo die Alten gerne an MN Wänden ihrer Kirchen ganze Prozessionen

ßn jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den ter in meinem Nomen um etwa bittet, wird er eiiri) geben. Bicher habt ihr um nichts gebeten meinem Namen. Bitte», und ihr werdet emp- geit, und eure Freude wird vollkommen sein. i habe ich in Bildern zu euch geredet. Es kommt Stunde, da ich nicht mehr in Bildern zu euch en, sondern euch offen vom Vater Kunde ge- werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem men bitten. Ich sage euch nicht, daß ich den fcr für euch bitten werde; denn der Vater selbst 1 euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr ge- Bt habt, daß ich von Gott ausgegangen und die Welt gekommen; ich verlasse wieder die Welt ) gehe zum Vater." Da tagten feine Jünger ihm:Siehe jetzt redest du offen und sprichst mehr in Bildern. Jetzt wissen wir, daß du S weißt und niemand dich erst zu fragen richt. Darum glauben wir, daß du von Gott igcganaen bist." *

Die BittWSchs.

Von G o e r g e.

Die BezeichnungBittwoche" tragen die Tage r C h r i st i Himmelfahrt. Ursprünglich nun der Zusammenhang zwischen den Bitiagen ) Christi Himmelfahrt kein beabsichtigter, doch er sehr schön herzustellen. Christus ist reise- W zur Reise in den Himmel und jetzt wollen : ihm in diesen letzten Tagen noch alle unsere liegen und Bitten mitgeben, daß er sie in der igen Heimat seinem himmlischen Vater unter« K Auch hier zeigt sick wie überall in der Hrgie wie die Kirche mit starker Hand ihren Mischen Meister n den Vordergrund stellt und ner wieder hinweift auf ibn, daß die Kirche nickt Utzweck ist und sein will, 'ondernalles für Mus zu gewinnen" rft ihr Beruf.

Bittet und ihr werdet empfangen",der Vater ft liebt, weil ihr mich liebet und an mich glaubt" das Motiv der Bittage. Damit ist zugleich hin- Jiefen auf die Eigenschaften, die jedes gute Ge- goben muß. Gottwohlgefälligkeit des Betens t>ie Voraussetzung. Hierin liegt gleich soviel öe und Kraft, starke Entschlossenheit und (Ent» ibung. Der moderne ent christlichte Mensch möchte gern im Gebet pessimistische Resignation sehen > es als Eingeständnis von Schwachheit brand- rken. Nein, das ist das echte Gebet nicht. Die * Bedingung des wahren Gebetes ist Loslösung > der Verschlungenheit ins Irdische und Per- liche, istErrettung ausKleinheit undKleinlichkeit; ' holle Bewußtsein unserer Gottesverbunden- f flammt in ihm auf, die straffe Beziehung zu der unser und der Welr Anfang und Ende, n und Sein ist, wird hier hergestellt mit freiem Die ist der moderne Mensch so leicht zerfahren > gedankenlos. Es wird fgoiel Gelehrtes und ^lehrtes über das Gebet geredet und ge= ieben. Aber niemals werden die Seelen ment« ,gebetsfroh und gebetsbereit, denn reine Dies- iflfeit und Jnnerweltlichkeit kann nicht beten. Da W bie Kirche die Goldkörner des Evangeliums Bittionntag wieder aus und ruft mit dem Wei Petrus aus:Durch die Auferstehung Jesu M seid ihr wiedergeboren zu lebendiger Hoff- '9. zu einem unvergänglichen, unbefleckten und '"weltlichen Erbe, das im Himmel für euch auf« «ort ist". Und Gott vermag uns zu geben, die Elchen brauchen gar nicht abseits zu stehen und SU verkrampfen in Verbitterung.Wenn ihr, 'hr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu *n verstehen, um wie oiej mehr euer Vater im Wiel guten Geist denen geben, die ihn darum U Ist das nicht die herrlichste Aufforderung? ' pnd vertrauenerweckende Worte. Gott ist * yenug, um alles zu gewähren, er ist mächtig k?- um Reiche auf dem Wege des Reichtums,

gebung, des Vertryuens gewiesen.

So werden wir sanft und sacht auf die weite und zeitüberragende Höhe des gottzustrebenden Eebetslebens geleitet. Und Gott ist nicht einsame, in Stein und Eis erstarrte Größe, Gott ist der Geist des Lebens, des Lichtes, der Magnet, zu dem die Menschenseele hinstrebt. Das Gebet will gerade darum dem modernen Individualismus steuern. Das Gebet treibt mit innerer Kraft h i n zur Gemeinschaft, zur Kirche. In dem filbemen Strom des einfach- demütigen Christenlebens werden mir fest ver­ankert, der Individualismus erstirbt, das Messe­gefühl wird aufgelöst, der Moralmensch ersteht im Gebet.

Ewig neu steht in der Bittwoche die jahrtau­sendalte Kirche vor uns. Der moderne Mensch ver­steht die Schwingungen und den Lauf der Ma- schine, er weiß, daß die Maschine sich heiß läuft, wenn sie gar keine Pause hat, daß aber auch den Menschen Kraft und Mut verläßt, daß seine Schwingen erlahmen und sinken, wenn sie stets ge­spannt sind und nie rosten. Der Mensch sinkt schließlich todmüde hart am Wege nieder, wenn nicht ncutr Mut und neue Kraft seine Seele be­lebt. Solche Kraftquellen erschließt aber zuletzt nur das Gebet. Und Orientierung am Gottesdienst der Bfttwoche der Kirche drückt dem Menschen den Schlüssel zu diesem Kraftspeicherungswcrk in dis Hand. Hier sieht er em, daß Gebet und Gottes­dienst nicht blinzelnde Sehnsucht und schlotternde Höllenangst, nicht Knechtesdienst, sondern frei ge­wordener und voll dem reinen Licht entgegenftrz« bcnder Liebesdienst der Gotterfülltheit ist.

Darum haben die Bittage auch ihre Pro­zessionen. Die weite Gottesnatur wird zum Tempel Gottes gemacht. Dort auf den Fluren waltet Sott, der Meister, Schöpfer und Herr. Der Odem feines Lebens weht hin über die Felder,

Katholische Apologetik uti

Von Dr. theol. et phil. Anton Seitz, o. ö.

Durch augenscheinliche Wunder mit dem Höhe­punkt der leiblichen Auferstehung des Gekreuzigten aus dem Grabe ist der Glaube an Christus als gottmenschlichen Welterlöser durch den Weltapostel Paulus in die Welt eingefiihrt worden unter dem höhnenden Widerspruch der ungläubigen Welt- weisheit auf dem Areopag (Apg. 17, 32). Durch nicht minder einleuchtende Wunder allein kann der Glaube an den in seiner Kirche bis zum Ende der Zeiten fortlebenden und fortwirkenden Christus fortgesetzt erhalten bleiben. Sonst stürzen mit den Wundern der Gegenwart auch jene der Vergan­genheit in sich zusammen, weil der Hintergedanke nicht zum Schweigen gebracht werden kann: Der Wunderglaube mochte sich mit dem Nimbus eines übernatürlichen Tatbestandes umkleiden im leicht­gläubigen Altertum und Mittelalter, aber in der kritischen Neuzeit ist dieser Nimbus ein für alle­mal zerstoben durch das Erwachen der fortgeschrit­tenen Geistes- und Naturwissenschaft, die alle meta­physischen Hirngespinste einer übernatürlichen Weltanschauung zerstört und auf empirischer Grundlage einen unverbrüchlichen Kausalnexus al­les Geschehens als reinen Naturgeschehens fest- gestellt hat.

Der radikale Skeptiker David Hume hat gegen die Wunder der Hl Schrift, auch die bestbezeugten Christi und feiner Apostel selbst, das Bedenken er­hoben:Solche widernatürlichen Ereignisse tragen sich in unseren Tagen niemals zu"; sie wurden nur in jenen zurückgebliebenen Zeiten ge­glaubt, weil damalsjene berühmten Lügen auf geeigneteren Boden fielen". Dagegen würde selbst der glänzendste Wunderbeweis aus der Hl. Schrift versagen, wenn es nicht gelänge, den exakt wissen­schaftlichen Nachweis zu führen, daß auch inmitten der hellsten Geisteswissenschaft und technisch fort»

von i Heiligen in Mosaik abbildeten. Das ist die glorreiche Geschichte der Kirche, die uns zur Hoff­nung aufmuntert. An den Wegen erhebt sich das Kreuz mit seinem Kruzifix und ruft ins Men­schlich erz hinein:Habt Vertrauen, ich habe die West überwunden."

Kampf um die Schule.

Das katholische Schulproblem in Nord-Irland.

Ganz besonders heftig geht der Kampf um das katholische Schulproblem in Nord-Irland. Im Parlament liegt ein Gesetzentwurf vor, durch den der bisherige Religionsunterricht durcheinfachen Bibel-Unterricht" ersetzt werden soll. Proteste, die von den irischen Bischöfen gegen diesen Gesetzent­wurf erhoben wurden, hat der Unterrichtsminister alsUnsinn" bezeichnet. Bei der zweiten Lesung aber fanden diese Proteste nicht nur Unterstützung auf Seiten der unabhängigen Unionisten, deren Vertreter, ein Professor der königlichen Universität, das Gesetz für eine Benachteiligung der Katholi­ken gegenüber den Protestanten erklärte; sondern dieser Meinung schlossen sich auch protestantische Abgeordnete an. Ein sehr bekannter protestanti­scher Gelehrter erklärte,einfacher Bibelunterricht" genüge wohl für protestantische Kinder, aber nicht für katholische. Der Vorwand, daß diese Verfü­gung eine neutrale Lösung des Problems fei. ist lächerlich. Denn jedermann wüßte, daß diese Idee des einfachen Bibelunterrichts einer von den we­sentlichsten Unterschieden zwischen Katholizismus und Protestantismus ist. Es könne von einer Pa­rität keine Rede fein, wenn mit Hilfe der teilweise von Katholiken gezahlten Steuern ein Unterrichts­system eingeführt wird, das typisch protestantifch ist, ohne daß gleichzeitig den Katholiken ein gleich­wertiges Zugeständnis gemacht würde.

Wunder der Gegenwert.

Prof, der Apologetik an der Universität München, geschrittensten Naturwissenschaft das Wunder seine Rolle noch nicht ausgefpielt hat als echtes Siegel göttlicher Offenbarung, das als überwältigender Beweis göttlichen Allmachtswirkens über allen Zweifel klar herausstellt die Quelle göttlicher (Sei« ftesoffenbarung.

Dies entspricht auch der Verheißung Christi selbst, der vor feiner Himmelfahrt ausdrücklich ohne jede Begrenzung angekündigt hat:,Wun­derzeichen werden denen, die gläubig geworden sind, nachfolgen" (Mark. 16. 17), ja, zur Bestär­kung des Glaubens nach feinem Hingang feinen Jüngern sogar nochgrößere" Wunderwerke in Aussicht gestellt hat, als er selbst gewirkt hat (Joh. 14, 12) und diese Verheißung sogleich im Anfang der Apostelgeschichte (5, 15. 19. 12) an feinen Apo­stelfürsten erfüllt hat. Entweder wird dieses Christuswort immer wieder bewahrheitet oder es ist überhaupt aus mit der Wahrheit Christi und des Christentums!

Es wäre daher eine ganz unverständige und unverständliche Kurzsichtigkeit, wenn ein Apologet des Christentums mit den Wundern der Hk. Schrift sich begnügen und auf den Wunderbeweis für den fortlebenden Christus verzichten würde. Ein halbseitig gelähmtes Christentum", wie Friedrich Nietzsche die Reformation genannt hat, mag wäh­nen, Gott oder Christus könnte der von ihm ge­stifteten Offenbarungsreligion den handgreiflichsten Beweis übernatürlicher Sotfesoffenbarung zu ir­gend einer Zeit gänzlich entziehen, ohne daß da­durch das Fortteben des göttlichen Geistes in feiner Kirche für alle Zeiten in den Grundlagen erschüt­tert würde. Ein das vollwertige Erbe feines gött­lichen Stifters wahrendes Christentum jedoch muß durch eine alle Zeit fortlebende, ungeschwächte Wunderkraft in seiner Mitte sich als probehattig

Arbeitsweise der Jesuiten.

Von P. Lippert S. I.

n. Folgende Ausführungen entnehmen wir P. ^pperts StudienZur Psychologie des Jesuiten- . "rdens (M. 3. Verlag Kösel u. Pustet, München.) P'f Gesellschaft Jesu ist ein O r d e n d c r Ta t L?.6/ ganzen herausfordernden Kühnheit des ( suchen Geistes geht er daran, die Menschheit chrer Lago zu heben und sie in christlichem ist umzuwandeln. Sein Wirken kann unmög- immanent bleiben wie bei den beschau'.i-

5 yöen. Er muß heraustreten aus feinem fiepen und sich eine Gasse bahnen hinaus in um seine Ideale hindurchzutragen. Die» ^-epsgeift muß sich ausprägen in jedem em» M Jesuiten. Es gibt für ihn keinen Sehens« Fjöer auf seinen indiv'duellen Lebenskreis ^kt bliebe. Er müßte fein Leben als oer- - erachten, wenn es nicht über die eigenen up hinausgewirkt hätte; das herbste Leid in ^kiellfchaft Jesu, die bitterste Not, die ein Je- |öCr3 martern kann, ist das Bewußtsein der W Arbeitsunfähigkeit und Unbrauchbarkeit; Mfeinzige Trost in Krankheit und Alter farm Rs°% ^er Glaube sein, wenigstens durch glü« EL(sehet und aufopferndes Leiden beitragen L nert zur großen Ordensarbeit.

Mmehr bie* praktische Absicht vorwiegt, unilo | - ®rb auch jede sich darbietende Gelegenhest ^griffen. Da ist nicht Raum für ^-holende Programme und fernliegende Be- |Ml8en, die erst in später Zukunft praktisch

werden. Wenn einmal die Hauptrichtung feftge­legt ist, bann ist die einzige, aller beherrschende Frage: Was kann ich jetzt gleich heute noch tun? Zu dieser Unmittelbarkeit des Handelns sucht der Orden schon die Novizen zu erziehen. Die Neu- eintretenöen wundern sich oft über bas seltsam zer­stückle Tagewerk eines Jesuitennovizen. Fast jede halbe Stunde und noch öfter ertönt die Schelle und ruft zu einer neuenHebung". Immer wie­der wird dem Novizen gesagt, er brauche sich nicht in Phantasien zu ergehen, was er einmal in der Zukunft alles zu leisten gedenke, er brauche nicht einmal auf den morgigen Tag zu warten. Jetzt gleich, in der gegenwärtigen Stunde schon sei es Zeft zu wirken. Er müsse sich gewöhnen, immer bas Nächstliegende zu tun, so klein und gering es auch fein mag. Das Weitere folge bann schon von selbst. Ein Schritt nach dem anderen, so komme man voran!

Diese Lehre nun wird dem Novizen praktisch veranschaulicht und eingeübt durch die Detaillisie­rung und Zerkleinerung seines Tageswerkes. Heb» rigens ist diese Erziehungsweise auch das einzige, was dem jungen Ordensmann und feinem frischen, drängenden, sich überstürzenden Eifer die lange, lange Dauer des Vorbereitungsjahre erträglich macht. Die große Summe feiner täglichen klei­nen Leistungen stillt in etwa feinenapostolischen Durst", und erhält ihn zu gleicher Zeit lebendig. Denn bas unfruchtbare Wartenmüssen ist der Tod für jede Tatenlustt.

Es liegt hier ein Spezialfall jenes eigentüni* I lichen, vom Ordensstifter vererbten Arbeitsprinzips I

vor, das die Gesellschaft Jesu auf allen Gebieten ihrer Tätigkeit zugrunde legt: die methodische Zerteilung des Arbeitsprozesses. Der Jesuit greift nicht gerne ein Werk im ganzen an.' Er teilt es in Stücke und macht sich so seine Auf­gabe handlicher und faßlicher. Selbst in der Bil­dungsarbeit, die der eigene individuelle Charakter verlangt, wird dieses Prinzip durchgeführt: der Charakter wird in Leidenschaften und Tugenden, und diese wieder in einzelne, merkliche Aeußerun- gen abgeteilt und jedes Stück für sich behandelt. So ist das ganze Tagwerk bestreut und ausgefüllt mit der Erziehungsarbeit an bem eigenen Ich. D-r organische Zusammenhang aller Seelentätigkeit sorgt bann schon von selbst dafür, daß die einzel­nen Stücke sich wieder gufammenfügen zu einem einheitlichen Ganzen.

Ebenso werden die Werke und Ziele, die in der Außenwelt liegen, stufenweise angegriffen. Es ist dies eine Arbeitsweise nach Art der Korallen, es ist eine Addition kleinster Zuwächse. Jeder Tag erhält sein Pensum. Der Jeisuit will nicht lange Zeit untätig warten und bann fern Werk auf einmal, gleichsam auf einen großen Wurf hin wagen. Und so mag es geschehen, daß er nicht leicht eine überraschende .eine stürmisch bahnbre­chende, eine revolutionierende Arbest verrichtet. Denn seine Zerkleinerung des Arbeitsprozesses ist eben nur möglich, wenn auch das Arbeitsstück sich teilen und verteilen läßt. Diese Annahme bringt der Orden schon von vornherein seinen ihm eigenen Aufgaben entgegen, und zwar mit vollem Recht: Die christliche Umgestaltung der Welt und der Seele sind nicht von der Art, daß sie jedesmal auf

bewähren. Bloß soviel ist zuzugeben: Wie zart« Pflänzchen im Anfang am meisten begossen und überhaupt gepflegt werbe,n müssen, so bebarf das Christentum bei seiner ersten Grundlegung einer reichlicheren übernatürlichen Sanktion durch gött< (sche Wunderkraft, als nachdem es bereits fest ein­gewurzelt ist; aber überhaupt versiegen darf diese übernatürliche Lebensquelle göttlichen Offen- barungsmillens zu keiner Zeit. Entbehrlich ist das Wunder höchstens als akzidentielle Einzeltatsache, aber nie als typischer Erweis des Geistes und bei Kraft Gottes (1, Kor. 2, 4) in allen Phasen bei organischen (Entfaltung feines übernatürlichen Got- tesreidjes.

Tatsächlich ist bis in bie Gegen» wart hineinGott wunderbar in sei- n e n j) e i l i g e n" (Pf. 67, 36), vornehmlich in der Königin aller Heiligen", bei bet das Dogma ihrer unbefleckten Empfängnis nach seiner unfehlbaren Verkündigung durch bett Statthalter Christi auf Erden 1854 gleichsam feinen Widerhall gefunden hat durch bie Stimme des Himmels in den zahl­reichen Wunderheilungen von organischen, jeder menschlichen Heilkunst spottenden Defekte i n Lourdes. Gerade der durch weitgehende Konni­venz gegen moderne Zeitströme bekannte katho­lische Apologet Hermann Schell war zu scharf­blickend, um bie weittragende Bedeutung dieser le­dern zugänglichen Erfahrungstatfachen zu über­sehen. Mannesmutig hat er der modernen un­gläubigen Wissenschaft den Fehdehandschuh hin- geworfen mit den Worten: Namentlich der in Lourdes vorliegende Tatbestand istgeradezu eine Herausforderung an die Geisteswissenschaft, die re­ligionswissenschaftliche Forschung, die Kultur­geschichte. Das einfache Ignorieren ist keine Wi­derlegung. Da gilt: Hic Rhodus, hic falta!"

Gegenwärtig steht im Mittelpunkt des öffent­lichen Interesses das fortgesetzteWander von Konnersreuth". Zu feiner unumwun. denen Anerkennung drängt nicht der Glaube eine kirchliche Entscheidung wird vor dem Tode der Begnadeten nicht gefällt werden; von einem Dogma kann ohnehin nicht die Rede fein, nach dem das depofitum fibei mit Christus und den Apo­steln abgeschlossen ist, sondern der rein wissen­schaftliche Standpunkt: Die ungläubige Natur und insbesondere medizinische Wissenschaft bekennt sich selbst unfähig zu einer auch nur irgendwie un­gezwungenen natürlichen Erklärung, muß daher ihre Zuflucht nehmen zur Verzweiflungstaktik des Totschweigens. Denn nicht ein Katholik, den man verdächtigen könnte, er feinicht voraussetzungs­los" genug weil durch dogmatische Fesseln ge­bunden, sondern ein Protestant, noch dazu frü­herer Hauptschriftleiter derMünchener Neuesten Nachrichten", Staatsarchioar 1. Klasse Dr. Fritz G erlich in München, hat auf Grund genauester fünfmonatiger persönlicher Beobachtung und Nach­prüfung sämtlicher Vorgänge sowie Vergleich mit analogen Fällen der fortgeschrittensten medizini­schen Praxis, zu selbständigem Urteil befähigt als Anthropologe, der jeden Knochen, Muskel und Ne»» oen nebst ihrem Zusammenhang im menschlichen Körperbau kennt, und als kritischer Kenner mittel­alterlicher Heiligenlegenden hat den bis zur Stunde noch durch keinen einzigen fachmännischen Gegengrund trotz heißesten Bemühens widerlegten exakt wissenschaftlichen Nachweis geführt. Therese Neumann ist plötzlich und vollkommen geheilt wor­den, durch Vermittlung der hk. Therese vom Kinds Jesu, von organischer doppelter Lendenwirbelver­renkung, vierjähriger Erblindung durch Druck auf die Sehnerven infolge heftigen Ausschlagen des Kopfes hei wiederholten Stürzen^ mit Bluterguß ins Gehirn, von brandigen Aufliegewunden und hochgradiger Blinddarmentzündung. Ihre Stig- matifierung mit allwöchentlicher Ausgleichung des Verlustes von 2% bis 3 Kilogramm Blut binnen 4 bis 5 Tagen ohne natürlichen Ersatz der ver­lorenen Körpersubstanz, also aus dem Nichts, ihre fortgesetzte Lebenserhaltung ohne Speise und Trank seit Weihnachten 1926, ihre Kenntnis der echten aramäischen Ursprache Christi in der Ekstase nach bem Urteil der gewiegtesten Sprachforscher ohne (Auto-)suggestion ist nunmehr hinreichend geklärt.

Nur fanatische Wunderscheu ober befenntnis« scheue Angst vor bem modernen Index fälschlich so genannter ooraussetzungsloser Wissenschaft kann noch weiterhin die nicht zu entkräftende For­schungsarbeit Gerlichs ignorieren.

einen einmaligen heroifschen Ansturm gelingen könnten. Sie werden meist nur bann an die Ver­wirklichung angenähert, wenn sie in eine große Zahl von Teilproblemen zerlegt und in geduldiger, Tag für Tag langsam voranschreitender Klein­arbeit jahrhundertelang betrieben werden.

Diele Detaillisierung der Arbeit bringt indej- ftn auch eine eigenartige Versuchung mit sich: die Wirksamkeit des Ordens und der einzelnen Mit­glieder nicht in einer organischen Synthese, son­dern in lauter diskreten, einander gleichwertigen Teilchen zu sehen, bie einzelnen Werke zu zählen, zu abbteren und unter dem Eindruck der gewalti­gen Summe die Bedeutung des einzelnen Teilchens zu überschätzen, dagegen die unteilbaren, nur qua­litativ ausgezeichneten Leistungen, wie sie etwa bie Inspiration und bie Intuition barstellen, zu un­terschätzen.

Es wäre aber tatsächlich unrichtig, wenn man die Arbeit ber Gesellschaft Jesu nur als eine mecha­nisierte, unorganische erkennen wollte. Die Glie­derung des Ordens ist bereits ein getreues Spiegelbild feines Arb eits or ganis- m u s. Sie ist zwar sehr vielgestaltig und geteilt, weil auch die Tat, der sich der Orden geweiht hat, etwas Vielfältiges ist, ein schrittweises Vordrin­gen, eine Mannigfaltigkeit und eine Menge von einzelnen Teilaufgaben. Aber diese Gliederung ist zu gleicher Zeit organisch, sie ist eine zweckbestimmte Einheit aus ungleichartigen Gliedern und Organen, sie ist darauf eingerichtet, daß bie einzelnen Lei­stungen einander bedingen und ergänzen zu einem lebendigen Ganzen, zur Lebensarbeit eines Orga­nismus.