Einzelbild herunterladen
 

ioft c |

|in$ t i

!t I zu! »n t n b , t t ch

in

aße.

!!»,«

5 13SJ>

185,0

38,85

97,71

161,0

169,0

7 189,0

UM

51,0

101,81

101,0

d -

90,5

118,0

1 7t,(

189,! 125,! 219,1 !5 233,t 2 109,1

l

Bl! on kerei . 29.

»Se3 i 835 an,

ir

b.H.

NIL

Verlage zur Fuldaer Zeitung

Frau der Kamerad

'le kleine Eva.

**man van C. Fraser-Slmfon.

Wve Aebevsetzung von H. Stemjtzer.

** Set6t beim «erlag Georg «Mer in München.

1. Kapitel.

«8A nicht, was mit dir los ist, Peter. Du bfft BbrEn.r*^ ein ganz netter Kerl!" Eva Martin auf und lehnte sich gegen den Stamm 8*^, J*6 auf ihren Gatten herabsehen, der in vor ihr saß.

für diese begeisterte Anerkennung, du hältst mich nicht für unliebenswiir- Ite MH ejc vndeuts, daß du kein vorbildlicher vH gütig", setzte er hinzu, als sie auf

H t-fc,

LuV? ein altmodischer Mensch", fuhr Eva Bfcr bi» ic nicht mitgeht. Da liegt der ets $ v'v ich noch immer ,chas schwache Atzten Jahrhundert. Entweder hoch en, ~,y'eMta! oder unter einem Glassturz.

jMg^ooyut): schgu aber unbrauchbar!"

! bu to' füllt dir nur aus einmal ein?! Wie fr #8?« ceTn Glauben, daß ich ein altmodischer

V**»n torfn? ®ei6. daß du einer bist. Kannst iW^kehrmi"-^ einsehen? Ich mach mir nichts r ®er. ,n9 - wie sie zu Großmutters Zeiten ' Zutage will eine " mV nickt n'UI^> e'ne vollkommene Ehe ist auch P "Jülich. Interessengemeinschaft, wenn schön klingt!"

e*We Dr-js,« , ch hast du jetzt das wieder her? kennt man ja!"

"eue Weib". Das alte, das aber Mich, JS «itgeht. So ist es!"

6# fvgen, bin nicht mitgegangen?" SSen. mindestens zwei Jahrhunderte

t ® -re«r, mit ein par schlechten Witzen

Der Bauer.

Son Maria Ionghaus.

» des Lauern tieffter Atemzug,

M, durch die braune Scholle geigt der Pflug, Kg, ein Knirschen fährt durch die Erd«,

Lgtaea von künftigem Werde M« ihm segelt im Schwalbenslug, sein tieffter Atemzug.

da» ist sein tieffter Erschrecken: Egt dräuende Fäuste sich recken Mdem Wokkenmeer, dar der Sturmgott geballt, MMch der Donner das Weltall durchhallt. Eyg daher rast auf feurigen Rossen, E^praffeln die Schloßen,

L» sein Beten ein einziger Sehnsuchtsschrei: et ySr es vorbei---

M P des Bauern tiefster Spruch: £« di« Frucht einkehrt in rüstigem Zug, Kg der Erntedank die Krone ihm flicht tz- er tief neigt sein Angesicht:

D,tt Dank, dar ist sein tieffter Spruch Der die Ernte durch das Schicksal trug.

tote, unsere alten Wetterpropheten.

ff »oderneKonkurrenz". Vögel als wetterpro- jM. Deidvieh. Insekten. Und unser braver

Laubfrosch im Einmachglas.

Jie langwierigen Bemühungen der Menschen, das ffiter und die Lustoerhältnisse für di« nächsten Tage Mäuschen, sind zum guten Teil von Erfolg gekrönt. Mhäben unsere meteorologischen Stationen, überall: Iber Zugspitze, auf dem Feldberg, auf dem Brocken, Mchen unseren exakt arbeitenden Wetterdienst in WMtzgen und im Radio. Wenn Herr Krause mor- WW Kchnpartie unternehmen will, schlägt er ein* pie Zeitung auf urtb lieft: Für morgen sagen wir WMtzrschläge und Winde voraus. Danach kann W richten und feine Kahnpartie für einige Tag« ver» si-ten. «Es soll allerdings aus boshafte Leute geben, greinen, es könnte kein besseres Vorzeichen für gu» »Letter am nächsten Tage geben, als die Prophezei- sdß des Wetterdienstes. Aber das sind nur boshafte gegenüber diesem modernen, mit allen möglichen Wchen Hilfsmitteln ausgestatteten Wetterdienst sind MMten alten Wetterpropheten etwas ins Hinter- M> geraten. Es will keiner mehr auf die hören, IP® die alten Weiblein auf dem Lande, di« auf iWnch mit der Leiter im Glase schwören. Aber wir Wuen unrecht, unseren alten Wetterpropheten: den ^manche von ihnen reagieren erstaunlich auf die Mkn, für uns Menschen nicht wahrnchmbaren WMgen und Erscheinungen in der Luft und geben Mi wirklich recht brauchbare Wetterpropheten ab- Wenigs muß auch billigerweffe zugegeben wer*

M sie nur verhältnismäßig kurze Zeit vor (Ein* ^eigentlichen atmosphärischen Umschlages in der E"~» vns als Anzeiger einer demnächst eintreten* |8emd>erung des Wetters zu dienen, wohingegen Weteorologtschen Observatorien mittels des Telegra* U««°Stunden vorher das Nahen eines Sturmes WUrechten Wolkendecken ankündigen können. Wie

Mstin mag, die Tiere als Wetterpropheten sind M besser als der Seewartenbericht, der meist zu

Wvck Vorbedingungen einer praktischen Verwer- MV Veränderung im Verhalten der Tiere ist es, r2®?na.'ii<n. längere Zeit scharf zu beobachten und P®"1 dieser Beobachtung systematisch zu notie*

durch die Erfahrung zu sicheren Resultaten zu Dk wollen zunächst die Aufmerksamkeit des Lesers gehaltenen Betrachtung auf die Vo-

E*®. das Weidevieh lenken, um dann zum EL1"1' einige tierische Wetterpropheten besonders

®«tn die Wasservögel in Scharen verlassen und das Ufergelände auffuchen, peinlicher Sicherheit Regen zu erwarten: "v die S ch w a l b e n umgekehrt das Land

verlassen und chren Flug ziemlich nahe der Wasser­fläche fortsetzen. Das Rotkehlchen kündigt uns Re­gen an, wenn es das tiefere Gehölz verläßt und sich in hohle Bäume oder Scheunen flüchtet. Das Weiüe- v i e h wird schon lange Zeit vor (Eintritt eines Unroet* ters unruhig und schnappt auffällig nach Luft und wühlt mit den Hörnern und Füßen den Weideboden auf. Die Schafe beginnen zu springen und sich gegenseitig zu stoßen; die Ziegenfressen mit Begleiche Gras", um mit Schiller (Wilhelm Tell") zu reden.

Von den Insekten sind die Spinnen die besten aller Wetterpropheten. Im Sommer eignet sich zur Beobachtung am zweckmäßigsten eine Kreuzspinne, die durch chr Verhallen ganz augenfällig eine Andeutung des demnächstigen Wetters gibt. Webt die Kreuzfpinn: recht langsam und fest, so pflegt die Witterung andau­ernd schön zu bleiben. Bei einem fertiggewebten Netz ist auf heiteren Himmel zu rechnen, wenn die Kreuz­spinne mit angezogenen Füßen ruhig in der Mitte ihres Netzes sitzt. Sind ihre Füße dagegen sprungfertig aus­gebreitet, so ist große Hitze mit anschließendem Gewit­ter zu erwarten. Wenn die Spinne das Netz durch Einziehen von Fäden zu lichten beginnt, deutet diese ihre Maßnahme auf das Herannahen eines starken Windes.

Im Winter läßt sich die Kreuzspinne natürlich nicht als Wetterprophet verwenden, und so muß sie ihre Rolle an die H a u s s p i n n e ab treten. Diese spielt die Rolle aber auch ganz vorzüglich. Baut sie bei kaltem Wetter in der Nähe des Fensters, so fft mildes Wetter zu erwarten, während Kälte und Frost sich vorbereiten, wenn das Insekt sich vom Fenster entfernt und in der Nähe des wärmenden Ofens anbaut. Beim Eintritt von naßkalter Witterung spinnt das Infekt auch Fäden

vor den Eingang ihres Gewebes, die sie entfernt, wenn heiteres Wetter einzutreten beginnt.'

Der bekannteste Vertreter der tierischen Wetterpro­pheten ist, wie jedes Kind weiß, der Laubfrosch, dessen Wetteransage in letzter Zeit von wissenschaftlicher Seite aus stark in Zweifel gezogen worden ist. Wie überall, liegt auch hier bei den Meinungen für und gegen die Wahrheit in der Mite. Will man, daß der Laubfrosch möglichst gut seinen prophetischen Dienst ver­sehen sott, so muß ihm auch das erforderliche Milieu gegeben werden, in dem er seinen ihm von der Natur eingegebenen Lebensgewohnheiten ohne Zwang durch künstliche Einflüsse! nachgehen kann. Bei genauerer Betrachtung werden Einsichtige finden, daß die ge­wöhnliche Behausung, die ihm zuerteilt wird, ganz falsch ist. Wenn er unter solchen Umständen falsche Anga­ben macht, ist es kein Wunder. Ein Einmacheglas mit Wasser, aus dem eine Miniaturleiter herausragt, ist kein Aufenchallsort für ein Tier, das freie Bewegung im Wasser und auf dem Lande gewohnt ist. Der Laub­frosch muß in einem solchen engen Behälter seinen Standort lediglich aus Bequemlichkeitsrücksichten oftmals wechseln. Er geht ins Wasser, wenn es ihm auf der unbequemen Leiter ungemütlich wird und umgekehrt. Da fft es kein Wunder, wenn er mit seiner Ortsverände- nmg keinen Wetterumschlag angibt. Setzt man den Laubfrosch dagegen in eine gräumige Kiste, stellt auf deren Boden «in tiefes Gefäß mit Wasser und belegt den Boden reichlich mit Moos, so wird sich das Tier zwei­fellos wohkfühlen und der zuverlässige Wetterprophet sein, als der es bisher gegolten hat. Auch in einem mög­lichst die Natur nachahmenden Terrarium wird sich der Laubfrosch, werden sich Eidechsen und kleine Schlangen I als vorzügliche Wetterpropheten bewähren. K. F.

Welche Planeten sind bewohnbar.

Ein Ausfing mit der Velkraum-Rakeke.

Eine Frage, die schon immer gestellt wurde und die nicht erst aus unserer Zeitepoche der Welttaumrakete stammt: Welches sind die grundlegenden und wichttgsten Bedingungen für die Bewohnbarkeit eines Himmels­körpers? Selbstverständlich vorausgesetzt, daß di« dor­tigen Lebewesen von einer ähnlichen oder verwandten Beschaffenheit seien, wie die Bewohner der Erde, also ovganffche Wesen irgendwelcher Art. Für alle organi- fchen Lebewesen, die wir kennen, fft es charakteristisch, daß ihre Existenz an einen bestimmten und meistens sehr eng begrenzten Temperaturbereich gebunden ist. Für den Menschen find es, extteme Fälle mit einbegriffen, kaum hundert Grad Celsius, während wir die Existenz der Metalle und vieler anderer chemischer Körper über viele Hundert, ja Tausende von Graden verfolgen kön­nen. Um affo die Bewohnbarkeit eines Planeten zu prüfen, wird man in erster Linie die dortigen Tempe» raturoerfjältniffe untersuchen. Diesen Weg schlägt auch R. Houttevigue bei einem Referat über die Planeten ein, wobei er auch die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigt und dabei etwa zu folgenden Ergebnissen kommt:

Vom Merkur, dem kleinsten und sonnennächsten Planeten, wissen wir nicht viel, und bas kleine bißchen, das wir wissen, ist wenig einladend, um mit unserer Weltraumrakete dort zu landen: ein ausgetrockneter Kieselstein, eine tote (Erbe, jener Atmosphäre beraubt unb von ber nahen Sonne ganz verbrannt. Wenn ber Merkur wie bie (Erbe um eine feste Achse rotiert, wäre feine mittlere Oberflächentemperatur etwa 60 Grad Cel­sius; wenn er aber, was noch immer eine Streitfrage ist, wie ber Mond zu uns, ber Sonne immer dieselbe Seite zukehrt, so würde die bestrahlte Hälfte auf 350 (Brab steigen, während die andere Seite entsetzlich kalt wäre, und wahrscheinlich unter 100 Grad minus läge.

Auf der einen Hälfte dieser Miniaturwelt von der etwaigen Grüße des Mondes hätte man also im wört­lichen Sinne dauernd eine Höttenhitze, auf ber anderen Seite mit endlosem Dunkel und sibirischer Kälte von zirka 100 Grad unter Null, würde ewiges Heulen und Zähneknirschen sein. Eine Spazierfahrt mit unserer Rakete dorthin wäre also ein Vergnügen von sehr zwei-

felhaster Annehmlichkeit und noch zweifelhafterem Aus­gang.

Demgegenüber erscheint der vielbesungene Morgen­oder Abelüfftern, die Venus, als ein geradezu para- diestscher Aufenthalt. Hier muß man dem ahnungsvol­len Gemüt der Dichter und Sänger Recht geben. Die Venus ist der zweitnächste Planet von der Sonne aus, etwas kleiner als die Erde, und ganz in Wolken ein« gehüllt, die uns die direkte Oberfläche verdecken, aber für den Planeten selbst einen ausgezeichneten Schutz - mantel und Schirm gegen die heißen Sonnenstrahlen bilden. Da die mittlere Dichte der Venus 5 beträgt bie Dichte des Wassers gleich 1 gesetzt, also derjeni­gen der Erde mit 5,7 sehr nahe kommt, so kann man mit Recht annehmen, daß die eigentliche Oberfläche, die sich unter dem Wolkenmantel befindet, bereits wie bei ber (Erbe erstarrt ist. Bestimmt besitzt bie Venus eine At­mosphäre, bereu Dichte etwa ein Drittel ber mistigen beträgt, aber deren Zusammensetzung noch unbekannt ist. Die Wolkenhülle besteht wahrscheinlich aus Wasser- bampf, weil das Wasser in biefer verdünnten Atmospäre schon bei 72 Grab siedet; und diese Temperatur herrscht zweifellos in den dortigen Aequatorialgegenden, wäh­rend die polaren Regionen sich eines für menschliche Verhältnisse äußerst angenehmen Klimas erfreuen. Es mären also nach Ansicht ber Astrophysiker auf ber Ve­nus bie Vorbedingungen für bie Entwicklung bes Le­bens, fo wie es unseren irdischen Erfahrungen enffpricht, äußerst günstig.

Ob aber wirklich Leben und Lebewesen auf bem Abendstern existieren, können wir nur vermuten; mit Sicherheit wissen wir nichts, weil uns ja bie Wolken­hütte ben eigentlichen Himmelskörper verhüllt. Hier wäre also ein ausgezeichnetes Betätigungsfeld für die kühnen Weltraumfahrer, die mit ihrer Rakete die Sterne erobern und kolonisieren wollen, hier könnten sie uns Nachricht und Aufklärung bringen, wo die wis­senschaftlichen Instrumente nicht mehr ausreichen. Es kommt noch dazu, daß kein anderer Planet der Erde so nahe kommt, wie die Venus, bie sich uns bis aus 38 Millionen Kilometer nähert. Mit einer Rakete, bie ununterbrochen pro Sekunde nur einen Kilometer zu-

rücklegt, könnte man die Reise nach ber Venus schon in 442 Tagen bewältigen. Auf nach dem Abendstern!

Demgegenüber erscheint ber Ruf, ben sich ber Marr unb seine Bewohner mitsamt ihrer hochentwickelten In­telligenz erworben haben, als starke Anmaßung, wenn nicht geradezu als eine wissenschaftliche Erschleichung. Sicherlich besitzt ber Mars zwar eine Atmosphäre als erste Bedingung für bie Entwicklung organischen Lebens aber nach ben glaubhaftesten Schätzungen beträgt de» borkig« Atmosphärendruck nur Ein Zehntel des unfrigen, und Wasserdampf ist zwanzigmal weniger darin enthal­ten, was sich aus den harten Kontrasten des Marsklimas ergibt. Immerhin weiß man, daß die Polarhauben wie die unfrigen mit Schnee- unb Eismassen bedeckt find, bie im Sommer mehr unb mehr zurückgehen und sogar völlig verschwinden können.

Aus ben neuesten Messungen vap W. Coblentz kann man schließen, daß die Temperatur in den Aequatorial­gegenden bis auf 10, ja sogar in besonders günstigen Fällen bis auf 20 Grad anfteigen kann, während bie Nachtseite gleichzeitig auf 70 Grad unter Null steht. Diese schroffen Gegensätze, die mit der starken Verdün­nung der Atmosphäre zusammenhängen, bringen es mit sich, daß eine relativ niedrig« mittlere Temperatur ent­steht, so daß bas Wasser nicht wie auf der (Erbe flüssig, sondern auf bem Mars normalerweise gefroren ist Alles in allem also kein sonderlich angenehmes Klima, von dem nicht einmal unsere Eskimos entzückt wären.

Trotzdem organisches Leben hier nicht unmöglich ist so wäre doch die Existenz hoher geistiger Lebewesen, ber Marsmenschen, niemals so eifrig diskutiert worben, wenn nicht hervorragende Astronomen wie Schiaparelli, Lowell und andere aus den brühmten Marskanälen auf eine besonders hohe Intelligenz und industrielle Tätig­keit der Marsbewo! .er geschlossen hätten. Heute weiß man, daß sie bie Opfer einer optischen Täuschung ge­worden sind, Fälle, die übrigens in der Geschichte bei Wissenschaft immer wiederkehren. Immerhin ist mög­lich unb sogar wahrscheinlich, daß der Mars eine Vege­tation besitzt, bie derjenigen ber sibirischen Tundren vergleichbar wäre, woraus sich gewiss« Farbänderungen erklären, die periodisch mit den Jahreszeiten wechseln und daher immer wieder regelmäßig auf dem Mare beobachtet werben.

Damit verlassen wir bas Gebiet ber inneren Pla­neten ober ber Sonnennähe, unb begeben uns weiter hinaus zu ben äußeren Mitgliedern ber Planetenfami­lie. Da treffen mir zuerst Jupiter und Saturn, unb stoßen bamit auf ganz neue Probleme. Infolge ihrer großen (Entfernung vom Zentralgestirn erhalten sie nur noch wenig Sonnenwärme, und wenn sie nur über diese verfügten, wäre ihre Temperatur wahrschein­lich außerordentlich niedrig. Aber infolge ihrer außer­ordentlichen Größe (Jupiter fft 300mal, und Saturn 92- mal so groß als bie (Erbe) haben sie sich viel langsamer abgekühlt als unsere Erbenkugel, so baß sie noch gar keine feste Kruste besitzen, wie wir es auf der Erde und auf dem Mars sehen. Vielmehr zeigen alle Beobach­tungen bei den beiden Sternen, daß ihre Massen noch gasförmig und in feuerflüssigem Zustand sind. Beide besitzen eine sehr dichte Atmosphäre und sind von einem schweren, dicken Wolkenmantel umgeben, so daß wir die eigentliche Oberfläche nicht sehen können. Aber gewisse Lichterscheinungen, Verschiebungen unb Strömungen in ber sichtbaren Hüll« sprechen bafür, baß beide Plane­ten sich noch in glühendem Zustand befinden. Für ei­nen Raketenausflug bilden sie also, abgesehen von ihrer weiten Entfernung nur ein wenig verlockendes Ziel!

Noch weniger wissen wir vom Uranus und N e p- t u n, den alleräußersten Planeten, deren Spektrum nur zeigt, daß sie sich in einem ähnlichen Zustand wie Ju­piter und Saturn befinden unb eine dichte Atmosphäre besitzen, in welcher der Wasserstoff und das Helium vor­wiegend sind.

Selbst wenn die großen Entfernungen gar nicht wären, hätten wie also keine Veranlassung, irgend ei­nem der äußeren Planeten einen Besuch abzustatten, denn hier kann man nirgends organisches Leben oder gar höhere Lebewesen erwarten. Nach allen unseren bisherigen Betrachtungen hätte in dieser Hinsicht ledig­lich die Venus einiges Interesse für uns. Drum also: Ta Tüh, Ta Tah, auf nach dem Abendstern!

Viktor S i 1 d a n u s.

laBMMKBMWMMMMMMMMMIIIWIII llMMBTW TI RHWH.li IOTTMI

ist das nicht abzumachen. Du weiht doch, wie ernsthaft ich es meine."

Ich weiß, meine liebe Eva, aber du solltest es nicht. Ernsthaftigkeit ist immer vorn liebel."

Wenn es mir nun aber einmal gräßlich fft, von deiner Arbeit ganz ausgeschlossen zu sein."

Ja, ich habe zwei Herrinnen, Eva: dich und meine Arbeit. Wunderst du dich, daß ich die beiden ausein- anderhatten möchte?"

Gewiß wundere ich mich! Ich behaupte nicht, daß ich gescheiter bin als irgendeine Durchschnittsfrau, aber dumm kannst du mich nicht nennen, und schweigen kann ich auch, und wenn ich dir auch vielleicht keine neuen Gesichtspunkte geben könnte, so hättest du doch jemand an mir, mit dem du deine Pläne und Angelegenheiten durchsprechen könntest. So viel weiß ich auch, daß man sich oft gerade dadurch erst richtig klar wirb und zu ei­nem Schluß kommt

Deine Arbeit bebeutet viel für dich, und wenn du mich ganz draußen hältst, so bin ich eben auch aus dei­nem Leben draußen. Meinst du nicht, daß das auf die Dauer ein wenig gefährlich ist?"

Oho, jetzt wird es dramatisch! Die vernachlässigt« Frau, ausgeschlossen aus dem Leben ihres Mannes, sucht Trost bei einem anderen .... Zum Glück sieht man an den Muskelbewegungen ihres Gesichtes, daß der neue Intimus nur Kaugummi ist."

Peter machte das geschickt nach, und Eva mußte wider ihren Witten lachen.

Du bist ein großes Kind," sagte sie,daß niemals älter wird. Machmal denke ich wirklich, ich kann dich nicht leiden. Warum willst du nicht ernftijaft reden?"

O du Schaf", sagte er ballte ein Papier zusammen und warf es nach ihr, verfehlte sie aber, da sie ausbog unb sich wieder auf das Sofa nieberfalten ließ.Ich rede die ganz« Zeit ernsthaft, du merkst es nur nicht. Aber wenn du darauf bestehst also, da hast du gleich einen ganzen Stapel von Ernsthaftigkeit: ich hab dich lieb, unb wir finb schrecklich glücklich miteinander. Aber das, was du möchtest, das geht nun einmal nicht. An meiner Arbeit kann ich dich nicht teilnehmen lassen. Ja, wenn ich ein Dichter wäre oder ein Rechtsanwalt ober etwas Aehnliches! Aber was ich zu tun habe, betrifft den Staat, und um feine, nicht um meine Geheimnisse

hanbelt es sich. Diese Papiere zum Beffpiel", fuhr er fort und klopfte auf ein dickes Aktenbündel, bas auf sei­nem Schoß lag,sind so geheim, daß es mir nur :.ls ganz außergewöhnlicher Vertrauensbeweis gestattet wurde, sie während des Urlaubs mit hierher zu nehmen, um sie durchzustudieren. Wenn irgend etwas geschähe, das mich verhinderte, sie in der Geheimsitzung am 30. vorzulegen, oder wenn etwas von ihrem Inhalt durch­sickerte, dann, du moderne Frau, bliebe uns nichts übrig, als so schnell wie möglich unsere Koffer zu packen unb in einen anderen Weltteil überzusiedeln. Wenn man uns überhaupt herausließ«! Mit anderen Worten: aus mär es mit uns, und das gründlich!"

Wenn das keine Uebertreibungen finb!"

Glaub mir, es finb keine. Jeder, der etwas gegen mich hat, würbe froh fein, wenn er dies« Papiere in bie Hand bekäme."

Etwas gegen dich haben, Peter, lächerlich! Jetzt bist du es, der dramatisch wirb."

Fällt mir nicht im Traum ein", sagte Peter ein wenig verärgert. Wie alle Männer war er empfindlich gegen Vorwürfe, die nicht ganz unzutreffend waren. Du solltest doch wissen," fuhr er fort,daß jeder, der im öffentlichen Leben steht, feine Feinde hat. Das brauchen gar keine politischen Feinde zu sein. Oester finb es wohl solche, die an seine Stelle rücken möchten. Aber beunruhige dich darüber nicht weiter. Ich bin nun fertig mit der Arbeit, und wenn du so gut sein willst, mir einen langen Umschlag für bie Akten zu ho­len, wollen wir ein bißchen mit ber Flinte losziehen unb sehen, ob mir nicht etwas für die Speisekammer auf« treiben."

Eva sprang auf. Die kleine Auseinandersetzung war schon vergessen. Uebelnehmerei war keiner ihrer Feh­ler. Sie konnte sich gehörig ärgern, aber bann war es wieber vorüber, ohne daß irgendeine Bitterkeit zurück­blieb.

Wirklich fertig?!" rief sie.Herrlich, Peter. Mach nur schnell, daß wir fortkommen. Es wird jetzt schon so früh dunkel."

Sie trat zum Schreibtisch unb suchte nach einem Um­schlag.

Es kann auch ein gebrauchter sein", meinte Peter.. Nur, bamit nichts davon verloren geht."

Ein gebrauchter geht ber? Es ist der einzige lange, den ich in ber Eile finden kann. Die Wahlzettel waren drin, aber meinetwegen kannst du sie ins Feuer werfen. Irgend jemand hat sie mir geschickt, aber ich übereiche sie dir hiermit. Die Welt sott wissen, daß ich alt genug bin, um mich darüber freuen zu können, daß ich mich noch für zu jung zum Abstimmen halte."

Die allgemeinen Wahlen standen vor der Türe, und bie Stimmzettel für die Martins waren am Morgen abgegeben worben.

Eva riß eine Handvoll Papiere aus bem Umschlag, bie vermutlich eine längere Beschreibung ber Vorzüge bes einen Wahlkanbibaten enthielten, warf sie ins Feuer unb schob Peter den Umschlag hin. Dann eilte sie aus dem Zimmer, um sich fertig zu machen. Als sie die Türe schloß, hörte sie ihn sagen:Danke schön, Eva. alles geht famos hinein."

Zehn Minuten später wanderten sie nebeneinander, einen Hühnerhund zur Seite, über die Felder. Eva in Hosen, hohen Gummistiefeln, einem Wettermantel, einen kleinen Filzhut auf bem Kopf, die einzig mögliche Aus­rüstung auf diesem Boden. Ein heftiger Wind kam ihnen entgegen und wirbelte die Enden des apfelgrünen Hals­tuchs um ihren Kopf.

Gibt es was Schöneres als Wind!" rief sie und lief voraus, als wäre derselbe Geist, ber den Sturm trieb, auch in ihr.

Bald verließen sie den Weg, kletterten über einen Zaun, und bann ging es über einen grasigen Hügel am Walbrand entlang unb über ein Stoppelfeld, auf dem sie gleich ein Volk dort Nahrung suchender Hühner auf- ftöberten. Peter war ein guter Schütze und kam mit beiden Schüssen gut ab. Sam, der Hühnerhund, zeigte sein Vergnügen an solcher Jagd durch eifriges Wedeln. Er sprang durch die Stoppeln und brachte stolz ein Huhn nach bem anderen zurück. Schön, wenn man zu seinem Herrn Vertrauen haben konnte. Aber einfach schrecklich, wenn die Vögel unbeschädigt baoonflogen. Geschah das einmal, bann konnte er seinen Herrn mit einem Blick betrachten, als wollte er sagen: nein, da hört sich aber schon alles auf! Wenigstens wurde dieser Blick von Eva so ausgelegt.

Sie befanden sich nun auf sumpfigem Boden, uni bei jedem Schritt schoß das Wasser neben ihnen auf.