Kneipe im verbindungsheim.
21 Nur eine Vorkriegsgefchichle?
Aus dem Buch „Helmut Harringa":
„Ging ober doch nicht anders. Du weißt ja selbst, k®5 ein Graf Ahlefeld hier in Holstein bedeutet. Der ’Ü5 erster Chargierter gibt uns nach außen hin eine Wellung, die gar nicht zu ersetzen ist. Aber du, paß Es auf, daß er uns die jungen Leute nicht verdirbt." I „Wird gemacht!", entgegnete Medow, und beide ®™Stn zu den übrigen in das Kneipzimmer.
3n demselben Augenblick, als sie es durch eine Sei» entür in der einen Längswand betraten, öffnete sich ?* Haupttür in der Schmalwand gegenüber den Fen- lern: Friedrich Harringa und Mosler traten ein, die j7en Mützen in der Hand. Friedrich hatte innerlich leinen Spaß daran, wie gut er es noch fertig brachte, mit rechtwinklig gebogenem Arm vorschrifts» oßig gerade vor den Magen zu halten; äußerlich
er die feierliche Würde, die der Ort heischte. e.*‘rlei Erinnerungen stiegen in ihm auf, als er dos I wiedersah, das er aus Göttingen so gut kannte.
^Reifenförmige Kneiptafel. Die drei Sessel für die - gegierten am Kopfstück des Hufeisens, dahinter- Zwi- *)en Fenstern in schöner Drapierung die beiden - ttnh"' 6ie *n Köttingen rotweiß-rot gewesen waren S‘er blau-silber-weiß glänzten. Richtig, da hin- Do altbekannten Hörner von der Decke herab.
" oben an den Wänden die Schläger und Säbel mit : ^orpsforben am Korb. Und hier an der Längs»
KJ*® rechts, der Raum zwischen den beiden Seiten» form’ voll mit Photographien in Bisitenkarten- !>un Ee Angehörigen des Korps feit feiner Gvün- 8: ganz wie in Göttingen, nur waren es dort mehr f *®efen.
ten^ls die beiden Hanseaten den Raum betraten, schos- )°Eichs Balten drinnen in die Höhe, flogen alle »lauen Schirmmützen von den Köpfen. Graf Ahle- 8wg den beiden Gästen mit der gleichen Feierlich- entgegen, die diese mit in den Saal brachten, dir ■erlUn9 seiner Mütze war ebenso tadellos. Die drei gJL en begrüßten sich mit höflichem Ernst. Dann be- sich Graf Ahlfeld hinter die beiden Ankömmlinge, ' ww voran, an der rechten Seite der Kneivtafel eiti»
Schande zu erlösen. Wollt ihr das, geht hin und erwerbt Wissen! Dann gehört die Zukunft euch.
Richt zurückstehen wollen wir in der Schule vor minderwertigen Kameraden im Lernen. Gar zu leicht wird der sittlich tieferstehende Schüler, der besser lernt, einem geiftig hochstehenden Schüler, der schlecht er lernt, do r gesogen. So darf es nicht sein. Keinen Angriffspunkt auf uns dürfen wir darbieten. Schlechte Leistungen eines werden auch dann gleich auf alle Brüder und Schwestern bezogen. Immer wird man uns den Vorwurf machen, daß wir, anstatt über den Büchern zu sitzen, die Zeit mit tändelndem Singen, Reigen, Wandern und Spielen vergeuden. Schon viele feine Buben und Mädel muhten von uns scheiden, weil sie in der Schule schlicht weiterkamen.
Hat wirklich einer das Unglück, eine Mahnung ober einen Tadel zu bekommen, dann warte er nicht, bis er die Klaffe wiederholen muh, sondern er gehe hin zu seinen Brüdern und bitte um Auskunft. Sicher findet sich einer, der in diesem Fache sehr gut bewandert ist. Der Hilst ihm gerne.
Schule ist notwendig; das habe ich bewiesen. Die Schule soll für uns Segen, nicht Verderben sein. Laßt euch nicht hinreißen zum krankhaften Ehrgeize. Buben gibt es, denen sind alle Mittel recht, nur um zu erreichen, daß sie die Besten sind. Mit neidischen Blik- ken betrachten sie den, der es verdient, besser genannt zu werden, als sie. Häßliche Eigenschaft das. Die darf bei uns nicht um sich greifen.
Lernet nicht um Lobes willen. Lernet ja nicht deshalb. Lernet für euch, lernet für das deutsche Volk, daß es auferstehe zum neuen Reiche. Wenns recht schwer wird, dann denket, heiligste Pflicht ists. Strebsame Menschen zu bleiben, haben ja die versprochen, die 's Kreuzl nahmen.
Brüder, Schwestern! Stählet Körper und Geist. Beides wachse. Sein soll es so.
Anser Jugendheim.
Jede Gemeinde braucht etwas ähnliches.
Die Versammlungen der Jugend müssen heraus aus den stickigen Wirtsstuben. Jede Gemeinde braucht drum ein Jugendheim. Aus Bad Orb wird geschildert, wie so etwas gemacht werden kann.
Im stillen Winkel der Pfarrgasse steht seit vielen Jahren das katholische Stadtpfarrhaus, darin der katholische Pfarrer seine Wohnung hat. Und hinter dem Hause befinden sich die Wirtschaftsgebäude, so wie sie bei vielen Pfarrhäusern anzutreffen sind. Stall und Scheune fristeten vor einigen Monaten noch ein ruhiges, beschauliches Dasein. Kein grunzendes ober brüllendes Getier störte ihre Ruhe. Rur etwas Leben war zuweilen in dem Hof, wenn die Scheunenmieter ihr Heu und Stroh abholten und dabei sich unterhielten über den Segen der Landwirtschaft, über Dung und Ernte, über das Wetter und die Arbeit. Sonst war ein stolzer, weißer Hahn allein der Herr im Hof.
Im Spätsommer des vorigen Jahres wurde das anders. Da kam Lebendigkeit in den seither fo stillen Pfarrhof. Männer liefen geschäftig hin und her, Wagen fuhren schwer beladen durch das Tor, nicht Stroh und Heuwagen, sondern Fuhren mit Steinen und Sand. Die Nachbarschaft guckte, die Vorübergehenden blieben staunend stehen: Was ist denn nur im Pfarrhof los?
Von außen sah man wenig. Es wurde nichts abgerissen, man entdeckte kein Gerüst, man merkte nichts von Ausgrabungen, und doch waren eine ganze Anzahl Maurer und sonstige Handwerker daselbst beschäftigt. So vergingen einige Wochen. Anfangs Herbst erblickte man wohl so einen kleinen Anbau im Garten. Er sah etwas kapellenartig aus, drum meinten manche: „Der Pfarrer baut sich eine Hauskapelle".
Man riet und überlegte hin und her: Was geht im Pfarrhof vor? Merkwürdig blieb es vielen, daß so oft abends spät bis faft zur Mitternacht geschafft wurde. Wer ist so toll und macht solche Nachtschichten? Wer ist so eifrig und gönnt sich kaum einen Abend Ruhe? Dann wurde bekannt: „Die K o lp i n g s b r üb e r" sinds, die Mitglieder des katholischen Gesellenvereins, die keinen Feierabend kennen, die noch Vorarbeiten leisten wollen, damit anderen Tags die Maurer ein gut Stück mit ihrer Arbeit weiter kommen.
„Was wird das geben, was diese „Kolpingsbrüder" da sich leisten?" Kanns was Gescheites fein? Manches Gespött kommt über sie, manchen sucht man abzuhalten. Doch, wochenlang, abends sind sie da, zuweilen noch ver
lang schritten, dort, wo vor ihren Plätzen die Renoneen standen, formlos auch Füchse genannt. Friedrich Harringa und Mosler passierten sie, unter fortwährenden Verbeugungen ihre Namen murmelnd. Aus dem undeutlichen Gesamteindruck der zwölf Gesichter hob sich für Harringa nur etwas hervor: Das Antlitz eines jungen Mannes an der Außenseite der Tafel; ein feiner Kopf auf mittelgroßem, schlankem Körper, merkwürdig anziehende helle Augen, aber die Gesichtsfarbe un» frisch, die Züge in peinlicher Spannung. Den Namen verstand er nicht, er erfuhr später, daß das Holt gewesen war.
Der erste Chargierte geleitete die beiden Gäste um den Stuhl des Fuchsmajors herum und hinter den Kopf des Hufeisens. Den Sessel dort am weitesten rechts — — sonst der Platz des zweiten Chargierten — hatte heute Friedrich Harringa einzunehmen, als der ältere der beiden Gäste. Gleich rechts neben ihm hinter der Biegung des Tisches, stand der Stuhl für Mosler; Pom- hagen, der zweite Chargierte, hatte unter dessen Platz zu rücken.
Während sich nun unter allgemeinem Stühlerücken jeder auf seinen Platz niederließ, sah Friedrich etwas, was er bisher nicht bemerkt hatte: gerade ihm gegenüber an der inneren Seite des Hufeisenkopfes saß neben den vier inaktiven Korpsburschen sein guter Bekannter, der Engländer Fitzwilliams, der einzige Herr im Raum, der ohne Band und Mütze war.
. Friedrich hatte ihn beim Rudern vermutet und fühlte nun, überrascht ihn hier zu finden, dieselbe Freude wie immer, wenn er ihn sah: Ein Gefühl uralter Zusammengehörigkeit zog den Friesen zu dem schlanken Jnselsohn.
Ehe Friedrich noch Zeit sand, Fitzwilliams besonders zu begrüßen, erhob sich Graf Ahlefeld wieder, legte die Mütze vor sich auf den Tisch und rief: „Silentium!" „Ich eröffne die offizielle Kneipe; wir trinken auf einen fröhlichen Verlauf derselben unser Glas in Gestalt eines Schoppensalamanders: ad exercitium salamandris eins, zwei, drei!"
Jeder Anwesende an der Kneiptafel hob das Gemäß von dreizehnte! Liter, das vor ihm stand, an den Mund und trank es ohne abzusetzen aus. Nur der Engländer tränt nicht mehr als einen kleinen Sckluck und küm-
stärkt durch Mitglieder des kathol. Jugend- und Iung- männemreins.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Führer hat den klaren Plan, feine Mannen sind ihm treu und wirken eifrigst mit. Sie schaffen und bauen ein Heim. D i e katholische Jugend errichtet ein Jugendheim. Nun steht es vollendet da.
Ein Haus für die Jugend, ein wirkliches Heim für sie! Sie hat es so notwendig, diesen Ort der Freude. Wo soll sie sich sammeln zu weiterem Spiel, zu froher Musik, wo soll sie fingen und lachen und fcherzen, wo darf sie so ganz nach Herzenslust froh fein? Daheim im Elternhaus. Ach, da ist der Raum zu eng, ach, da ist die Sorge zu Gast. Da fehlen die Kameraden, da ist kein Widerhall. Soll sie auf die Straßen und Gaffen ziehen? Das fft kein Platz für wahre edle Freude. Zum Wandern in Feld und Wald ist nicht immer Zeit dazu. Alfo wohin? Die Jugend liebt die Freude und braucht sie so sehr. Das Leben ist schwer, der Kamps so hart, die Sorgen so groß. So oft sind die Tage ohne Licht und Sonne. Der Jugend ohne Sonne aber ergeht es wie der Blume ohne Sonne. Sie stirbt. Der Jugend ohne Sonne ergeht es wie der Blume, in deren Blütenkelche dauernd kalter Regen läuft. Sie verdirbt. Drum hat einmal ein großer Dichter — Jean Paul — gesagt: „O schafft mir die Tränen der Kinder ab, das lange Regnen in die Blüten ist fo schädlich." Also: Sonne und Licht, viel Freude in die Herzen der Jugend!
Darum unser Jugendheim ein Platz der Freude, eine Stätte der Erholung, ein Raum für frohe Feiern mit jungen katholischen Menschen.
Ein Haus für die Jugend! Sie hat es so notwendig, diese Stätte der Bildung. Junge, gesunde Menschen tragen in sich ein Streben nach vorwärts. Sie wollen weiter kommen im Leben, darum sich hüben und eifrig lernen. Also ein Heim für Kurse im Schreiben und Rechnen, in der Buchführung, sozialpolitische Kurse, Heimabende mit Unterhaltung über allerlei Fragen und Themata über Anstand und Sitte, über Freiheit und Zwang, über Ehe und Familie, über Beruf, Industrie und Wirtschaft, über Heimat und Volk, über Gesangbuch und Parteibuch, über Demokratie, Nation und Völkerfriede, über Sonnenwendfeier und religiöse Feste, . über Kirche und Sekten, und so vieles andere, Nützliche und Notwendige.
Darum unser Jugendheim eine Stätte der Bildung für unsere kathol. Jünglinge und Gesellen und Jungfrauen!
Ein Haus für die Jugend! Sie hat es so notwendig, diesen Ort der Lebensschulung. Das Leben ist mannigfaltig, voller Gefahren, für viele ein Labyrinth. Deshalb braucht die Jugend Führer, die das Ziel wissen und den Weg kennen. Katholische Jugend läßt sich führen, dorthin, wo über den Sternen ein ewiger Gott wohnt, dorthin, wo die Seele die Heimat, die Ruh' findet. Der Weg zum Endziel ist weit, und viele wandern ein ganzes Leben und kommen doch nicht dort an. Warum? Weil sie falschen Führern gefolgt und darum irregegangen sind. Der Weg zum Endziel ist steil. Ohne Kampf keinen Preis! Das Edelweiß der Alpen fällt auch keinem Wandrer in den Schoß. Darum Selbsterziehung, Ueberwindung, Opfer. Zielbewußt und willensstark muß die katholische Jugend sein. Dies zu erreichen soll mithelfen unser aller Jugendheim.
Ein Haus für die Jugend, welche Wohltat für sie, von Nutzen für die Stadt, von Segen für das Volk!
Katholische Jugend sei stolz auf dein Heim! Du darfst es sein, du hast Grund dazu.
Katholische Jugend, liebe dein Heim und bleib ihm stets treu! So baust du an deiner Zukunft, so zimmerst du dein Glück.
Katholische Bevölkerung unterstütze das Jugendheim durch eifrigen Besuch der Veranstaltungen der Iugend- oereine.
So dienst du deiner Jugend, so nützt du dir selbst.
Das Fuldaer Freibad.
Man schreibt uns:
Das Bad in der Rosenau wird ja jetzt tatsächlich gebaut. Wenigstens kann man auf der Rosenauwiese einige Notstandsardeiter beobachten, die sich redlich bemühen, die Zeit damit totzuschlagen, daß sie ein Loch in die Erde wühlen. Auch ein Bedürfnishäuschen haben sie sich schon errichtet und eine Frühstücks» und Unterstandshütte für eventl. Regenfälle hingestellt. Die Badeanstalt wird also wohl noch in diesem Jahre erweitert werden. Wie ist es
merte sich wenig darum, daß Medow wütend zu ihm hinüberschielte. Er selbst sah im Raum umher und dachte denselben Gedanken, den er auch damals gehabt hatte, als er vor einigen Monaten schon einmal hier Gast gewesen war: „Gutes Menschenmaterial! Schade, daß sie alle so aufgeschwemmt sind. Hätte ich die ein halbes Jahr in Oxford, ich wollte was draus machen."
Graf Ahlefeld wiederholte: „eins, zwei, drei!" D:e Gläser klapperten auf den Tisch. Er rief: „eins, zwei, — drei!" sämtliche Gläser stießen knallend auf.
Von dem Faß her, das in der Deffnung zwischen den Endpunkten der beiden Arme des Hufeisens stand, sprangen der Korpsdiener Christian und die beiden kleinen „Fäxe" auf, die ihm beigegeben waren. Vor Ablauf einer Minute waren alle Gläser wieder gefüllt.
Graf Ahlefeld erhob sich. Die Mütze in der Hand, den Arm im vorgefchriebenen Winkel, trat er neben Friedrich Harrings Sessel: „Herr Kartellbruder, gestalten Sie, daß ich Ihnen Schmollis anbiete?'” Friedrichs Mütze fuhr zur gleichen gebotenen Haltung in die Linke. Die beiden Seidel klangen aneinander, die beiden jungen Männer tranken und drückten sich die Hand. — Graf Ahlefeld ging weiter zu Mosler: die gleichen Worte und die gleichen Handlungen. Und dann begann für die beiden Göttinger Hanseaten der Rundgang um die ganze Tafel. Zu allen Burschen und zu allen Füchsen. Ueberall sprachen und taten sie, wie Graf Ahlefeld bei ihnen gesprochen und getan. Zweimal mußten sie zwischendurch an ihre Plätze zurück: ihre Gläser bedurften der neuen Füllung.
Unmittelbar darauf ertönte die tiefe Stimme des Korpsburschen Stavenhusen: „Fuchsmajor hoch mit einem Halben!" „Mit zwei Halben", folgte sogleich das hellere Organ des Korpsburschen Niebuhr. „Mit drei", rief Lührs, „mit vier", Pornhagen, und andere Korpsburschen zählten weiter, bis es zehn Halbe waren.
„Zu zehn Halben Prost", rief Medow, und dann ohne Pause: „Ich komme die ersten zwei Halben nach! Füchse, den ersten Ganzen!" Während nun die Füchse nach Medows Vorgang den ganzen Inhalt ihrer Seidel hinuntergossen, zog — von dem scharf auspassenden Medow nicht unbemerkt — ein Zug des Widerwillens über Holts Gesicht. Da war man also wieder mal so weit wie immer an zwei Abenden in der Woche, aleich
aber mit dem Freibad? Hier täte eine kleine Erweiterung auch nötig. An dem Fuldastrand ist nämlich an heißen Tagen kaum noch ein Plätzchen frei, wo man seine Kleiber niederlegen ober seinen Leib etwas im Grase ftreden könnte. Die Fuldaer Jugend, und gerade die Arbeiterjugend, wäre der Stadtverwaltung dankbar, wenn sie ihr etwas Raum schaffen würde. Sie ist nicht an» spruchsvoll, würde sich aber freuen, wenn der vermaledeite, morsche Za.un an der Rosenau etwa zwanzig Metel zurückgesetzt würde. Dem liebel wäre so schon abgehol- sen, da dann der Strand wenigstens 25—30 Meter breit wäre. Freilich weih man auch, daß der Staat am fiskalischen Gelände festhält. Es ist geradezu unverständlich, bah man immer bie schönen Worte von Volksertüchtigung unb notroenbiger Jugendpflege rebet und in ber Praxis so schwerfällig ist. Von bem vielen Gelände, das den» Staat rings um Fulda gehört, könnte er mit Würde be< Streifen längs ber Fulba in ber Rosenau ber Stabt füt bie unbemittelte Jugenb kostenlos zur Verfügung stellen. Die Grundstücke haben ihn ja früher auch nichts gekostet Kann die Stadtverwaltung nicht einmal versuchen, os sich bei den entscheidenden Stellen nichts erreichen läßt!
. Ermahnungen statt Verbale.
An die Wanderlustigen.
Die Wanderzeit hat begonnen und mit ihr auch manche Unarten, die nicht polizeilich geahndet, aber zurückgebrängt werben können. Erziehung zum richtigen! Wandern tut not. In diesem Sinne find folgende Ermahnungen auszufassen:
Der Bauer, an dessen Weide eine schlichte Tafel verkündet: „Das Betreten der Wiese ist nur dem Rindvieh gestattet", hat gewiß Ersolg gehabt.
In der Pfalz steht geschrieben: „Sieber Leser merk dir das, Geh auf dem Weg unb nicht im Gras, Damit man leicht und ohne Müh, Dich unterscheiden kann vom Vieh."
An einer abgebrannten Stelle ist auf einem Steift zu lesen:
„Betrachtet diesen wüsten Ort!
Hier warf ein Mensch sein Streichholz fort Und ward durch dessen Funken Fahrlässig zum Halunken".
Sehr derb äußert sich eine Tafel mit dem folgende* Ausspruch:
Wem bas Großstabtleben die Nerven zernagt, Wen Kummer und schlechte Laune plagt, Der sucht hier Ruhe, der haßt Gebrüll!
Drum hallet bie Schnauze und wandert still."
Kleine Mitteilungen.
Frankfurt eröffnet das „haus der 3ugenb.“
In Frankfurt a. M. wird am 1. Juni das nach den Plänen des Architekten Franz Thyriot erbaute „Haus der Jugend" eröffnet. Durch die Vereinigung einer Großjugendherberge m t einem modernen örtlichen Jugendheim ist eine völilg neuartige Stätte jugendpflegerifcher Arbeit entstanden. Das Haus enthält in Räumen wechselnder Größe 330 Betten für die Wandergruppen aller Richtungen. Daneben sind zwölf kleinere und größere Räume vorhanden, die den ortsansässigen Iugendgruppen für ihre Heimabende zur Verfügung stehen. Zwei Tagesräume Xir zirka 20 Personen nebst mehreren Terrassen bieten behagliche Rast. Ein Speisesaal für 250 Personen mit einer vorbildlichen Großküchenanlage dient ber Verpflegung ber Gäste des Hauses. Für Selbstverpfleger ist eine besondere Gasküche eingerichtet. Ein Festsaal für Personen, der mit Kino- unb Projektionsanlage sowie mit einer transportablen Bühne ausgestattet ist, bietet die Möglichkeit, größere jugendpflegerische Veranstaltungen im Haus durchzusühren. Eine Groß-Radioanlage hat Anschlüsse an sämtliche Aufenthaltsräume des Hanfes. Besondere Sorgfalt wurde auf bie sanitären Einrichtungen gelegt: in sämtlichen Geschossen sind in ausreichender Zahl Wasch- unb Brauseräume eingerichtet, daneben ist eine Serienbrause und eine größere Zahl von Wannenbändern vorhanden. Nähere Auskunft wird durch das „Haus der Jugend", Frankfurt a. M., Hansa-Allee 150, erteilt.
So ein Jugendheim — im verkleinerten Maßstab natürlich — könnten wir in Fulda auch gebrauchen. Wie manchen Vereinen fehlt ein geeignetes Heim? Und die Jugendherberge ist dringend verbesserungsbedürftig. Aber wir leben nicht im reichen Frankfurt.
nachdem die offizielle Kneipe begonnen hatte: Immer wieder dieselbe Freude, Kneipabend für Kneipabend, diese sieben oder zehn ober fünfzehn von den Quanten, mit denen es wieder anfing, wenn jene zu Ende waren, und von den anderen Bierverpflichtungen. Weshalb ließ ein freier Mann sich das eigentlich gefallen? Nun der ließ es sich wohl auch nicht gefallen. .Aber Holt war ja kein freier Mann:
Ware es nach ihm gegangen, bann hätte er das viele Geld, das die Geschichte hier kostete, auch lieber in einem Segelboot angelegt. Aber das gabs nun einmal nicht. Sein Vater, Landrat im Brandenburgischen, wollte feinen Sohn später auch wieder in der preußischen Vev roaltung sehen. Und es brauchte ihm keiner ju sagen, daß sich seinem Jungen, der kein Adelsprädikat auszu- roeifen hatte, diese Laufbahn kaum öffnen würde ohne den Schlüssel dazu, den der S. C. bewahrte. Kurz Holt wußte, daß das Tischtuch zwischen ihm und seinem Vater zerschnitten war, wenn er ohne das Burschenband der Baltia wieder nach Hause kam.
Nun befahl Ahlefeld: „Silentium! wir fingen als erstes offizielles Lied „Sind wir vereint zur guten Stunde". Und nach kurzer Pause zum Aufschlagen der Kommersbücher kommandierte er nochmals: „Silentium für Lied!".
Alle vier Verse wurden nacheinander abgefungen. Während der vierte ertönte, glaubte Friedrich Harringa zu bemerken, wie fein Gegenüber Fitzwilliams mit Blik- ken, in denen besonderes Interesse lag, nach der Fuchsen- tafet hinüberscih. Friedrich irrte sich nicht: in der Tat blickte Fitzwilliams dorthin, wo man jedem Enzelnen ansah, wie er sich bemühte, durch kein Zucken des Gesichts und keine Bewegung des Körpers das Mißfallen des Fuchsmajors zu erregen, während es durch den Raum schallte:
Das Dritte Deutscher Männer Weide, Am hellsten falls geklungen sein!
Die Freiheit heißet Deuffche Freude, Die Freiheit führt den deutschen Rhein. Für sie zu (eben und zu sterben, Das flammt durch jede deutsche Brust;
Für sie um hohen Tod zu werben. Ist Deuffche Ehre, Deutsche Lust."
Fortsetzung folgt).
ebiet aber bas
: in» und Wit-
ent« n»
uno nit»
eitern kommt das zum Ausdrucke, im Leben des
In (Ein»
mel» ka- zum
Aachkwanderung.
Ich wandre durch die stille Nacht, Da schleicht der Mond so heimlich sacht Ost aus der dunklen Wolkenhülle, Und hin und her im Tal Erwacht die Nachtigall, Dann wieder alles grau und stille.
Jugend" (Tyrolia, Wien) entnommen, oet sich einer aus der österreichischen tholisch en Jugendbewegung Worte zu einer wichtigen Lebensfrage.
In Derworreiheit ist die heutige Welt geraten.
Wir und bie Schule.
In diesem Aufsatz, der Monatsschrift „Neue
O wunderbarer Nachtgesang: Bon'fern im Land der Ströme fflang, Leis Schauern in den dunklen Bäumen — Wirrst die Gedanken mir, Mein irres Singen hier Ist wie ein Rufen nur aus Träumen.
Eichendorfs.
zelmenschen und im Leben ber Gemeinschaft. Auch die Schule steht im Wirvsale ber Zeit. Wissen wirb uns hort übermittelt, aber in den seltensten Fällen Bildung. Schwer fft es wohl, zu umreißen, was Wissen und Bildung ist. Wissen ist die durch Erfahrung, Versuche, Beobachtungen, Forschungen, Funde gewonnene bestimmte Meinung über die Dinge. Bildung ist die aus dem freien Erkennen der Dinge gezogene Anwendung für die Gestaltung und Formung seines Lebens und seines Volkes. Vielleicht ist das falsch gesagt. Hier bleibt es jedem einzelnen überlassen, was er sich unter den beiden Begriffen oorftellt. Heutzutage werden Bildung und Wissen in einen Topf geworfen. Man glaubt, ein an Wissen reicher Mensch müsse unbedingt Bildung haben. Schroff lehnen mir bas ab. N i cht Wissen adelt den Mann, sondern Bildung. Der einfachste Fabrikarbeiter, ber die ganze Woche hindurch um kargen Lohn an der eintönigen Maschine seine Pflicht tut, der kann mehr SBüintng haben, als ber Gelehrte, ben die ganze Menschheit seines Wissens rühmt. Waren nicht bie Jünger unseres Herrn bescheidene Arbeiter? Gab es unb gibt es nicht viele Gelehrte, bie im Gotteshasse unb Vaterlanbs- ichiung auflobern?
Unzählige Beispiele fänben sich, bie zeigten, in welcher Wirrnis die heutige Schule steckt. Ost fühle ich es mit bitterem Wehe. Doch unsere Lehrer sind größtenteils daran nicht schuld.
Die früher von uns gegangen, haben das gefühlt wie wir. Von der Welt wollten sie nichts mehr wissen. Hinausgezogen sind sie und nicht mehr zurückgekehrt. L Dadurch aber haben sie wertvolle Kulturgüter verloren i und sieh vernichtet. Alles haben sie geflohen . als vergiftete Pfeile ber Stadt, auch die Schule. M-Lie.Jugend hielten sie ab vom Lernen. Das gereute später viele sehr. Nichts rechtes Handeln roars.
Wie sollen wir uns zur heutigen Schule stellen? Eine brennende Frage für alle, die noch nicht in ben Lebensberuf traten. Das finb sehr viele. Zu beantworten will ich sie versuchen.
Die Schule bürfen mir nicht ablehnen. Einen wichtigen Bestandteil bildet sie in unserem Leben. Wissen brauchen wir; nur laßt es uns recht verwerten.
Wissen ist notwendig für den Bau eines festgefügten Charakters, der aushält in allen Stürmen des Lebens. Die Dinge wollen wir kennen lernen und aus jedem Gegenstände Nutzen ziehen, wie wirs besser machen.
Die Schule wecke auch Pflichtgefühl in uns. Wicht ist es, dort, wo immer mir stehen, unseren Platz auszufüllen. An Pflicht lasset uns gewöhnen. Pflichten stellt das Leben genug an uns. So nehmet das Wissen und hämmert euch daraus den deutschen Menschen, den^Gott erkoren zu seinem Streiter.
f Führer müssen mir werden im deutschen Volke. Nur dann können mir das, was unser Wille ist, in die Tat umsetzen. Heute verlangt man aber viel Wissen für *>ne führende Stellung. Bei einem jungen Menschen | schaut man auf seinen Fortgang und schenkt ihm danach sein Vertrauen. Nur Tüchtige können sich durchringen.
seht, unser Volk liegt krank und siech da. Erbarmen habt ihr mit ihm. Gerne möchtet ihr eure Iugendkräfte Hetzen, seine Wunden zu heilen, es auch Schmach und
~ NfLS