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zounlag, den 18. Mai 1930.

die einmal wieder heim will zum himmlischen Ba­ier? . . . Gewiß, mit großer Liebe, jetzt viellestht noch mehr wie je, klammert man sich an das Kind. Doch kann man unter diesen Verhältnissen dem Kinde die Sonne sein? Dunkle schwarze Wolken sind es, die auf das Gemüt drücken. Die Seele weint, das Herz droht zu brechen vor Leid und Weh . . .

Ob der Gedanke des Notopfers sich durchsetzen wird? Es gibt keinen anderen Weg, um der schlimmsten Not des Augenbilicst, zu begegnen. Mehr Steuern auferlegen kann man nicht. Das würde die Wirtschaft zum Stillstand bringen, von der so viele leben. Freilich muß mit dem Not­opfer auch die Stimmung nxrcMen für den rechten Gebrauch des Geldes in Stadt und Land. Auch darf man nicht erwarten, daß damit nun alles ge­schehen sei. Wir büßen heute für frühere Sünden. Die Industrie hat zuviel Apparate hingestellt und auch die Landwirtschaft leidet an Ueberproduktion auf der ganzen Welt. Dabei wird bei uns in Deutschland die Zahl der Verbraucher kleiner. Manche sagen zwar, es werde weniger Arbeits­lose geben, weil weniger Kinder da seien. Man merke das schon jetzt an der Nachfrage nach Lehr­lingen. Diese Rechnung aber ist zu kurzsichtig. Hatten wir eine Million Kinder mehr, so müßte eben auch von Landwirtschaft und Industrie für diese Million produziert werden. Gerade dieser furcht­bare Eingriff in das keimende Leben, der gewiß heute oft mehr aus Not. denn aus Schlechtigkeit geschieht, bedeutet eine Vergewaltigung der Natur im Großen, die sich gewiß so oder so auch wirt­schaftlich rächen wird.

Alle diese Ideen liegen im Augenblick zu weit weg. Wir müssen erst einmal sehen, wie wir mor­gen leben, dann erst kommt übermorgen. Und da möchte ich dem Gedanken des offiziellen Notopfers den des privaten hinzufügen Wir haben nicht mehr bloß den Gegensatz zwischen Arm und Reich, sondern den von Verhungernden und W'ohlhaber- den. Dieser Fall liegt moralisch anders als der erste. Verhungert der Nächste, so habe ich die hei­lige Liebespflicht, eine wirkliche Vfliäst, ihm Leben zu retten, und wenn ich auch nur einen Bis­sen mehr besitze, als ich brauche. Es ist Nw-- stand im Lande. Es ist so, als wenn alle Gloch u läuten bei einem Riesenbrand. Es ist so, als ob eine Seuche Jung und Alt niederstreckte. In sol­chen Zeiten kann nicht alles nach der Schnur des Bureaukratismus gehen. Da muß die persönliche Liebe heran, der Schneid des Rette sich wer kann. Du klagst dich vielleicht bei dem Herrgott an, du habest Zerstreuungen im Gebet gehabt oder du ha­best einem eitlen Gedanken Raum gegeben. Gut, gut. Aber es ist Zeit, daß wir die landläufigen Beichtspiegel ein wenig revidieren, ob auch hie Sünden, die man gegen die Liebe, die man be­gehen kann, darin richtig vermerkt Md. Es ist aber gegen die Liebe und es kann schwer sündhaft gegen die Siebe fein, "nn man einen Verhungernden ober gar eine > hungernde Familie am Wege lie­gen läßt, obwohl man hätte helfen können.

Notovfer wollen wir bringen, noch ehe der Staat dazu auffordern muß. In einem Lande, wo noch allerlei Menschen geradezu prassen, ist Hun­gersnot Die Trauer steigt, Sie Not, die Angst. Selbst Gebildete sind so weit, daß sie jeder bol­schewistischen Utopie schon Glauben schenken, nur

M Rund um die Woche.

guntes Allerlei zur Wirkschastsnot. — Auf zum freiwilligen Nokopfer der christlichen Nächstenliebe.

qu den Vorschlägen, die ich neulich zwecks Min­derung der Arbeitslosigkeit gemacht habe, sind sehr | Briefe eingelaufen aus allen Gegenden Deutschlands. Es wird dem Kreis, aus dem jene Vorschläge hauptsächlich stammen, eine Freude sein vernehmen, daß der Gedanke des Notopfers auf I weitgehendes Verständnis stößt. Einzelnes wurde besonders begrüßt, so die Zurückziehung der ver- hcirateten Frauen, deren Mann verdient, aus dem n-werbsleden Ebenso was ich über die Zurück- Jftme der 60jährigen sagte, wogegen sich nur eine «irrige Stimme erhoben hat, eine etwas verbitterte flt!5 dem Aachener Bezirk. Man wird da überall natürlich Ausnahmen zugestehen, aber im allge­meinen war dieser Gedanke doch richtig. Dieser Mann von der Erde, wie er fM) nennt, möge doch Imran denken, daß alle jene, die an jenen Vor­schlägen gearbeitet haben, ebenfalls auf der Erde «eben. Eine Zuschrift aus der Mannheimer Ge- aend ist für stärkere Heranziehung der größeren i und für eine geringere der kleineren Vermögen. Bom Bodensee her meint jemand, es könnten jene Leute, die sich ein Motorboot auf dem See halten, auch die Unkosten für Anlandeplatz und für Liege­stelle bezahlen und so das Budget der Stadt ent­lasten. Der Sinn des Vorschlages ist, daß man der Privatwirtschaft, die rentabler arbeitet und immer f noch ihren Mann ernährt, so viel wie möglich überlassen, statt, kommunal schlecht gehende Be­triebe künstlich mit den Steuergroschen der Bür­ger gusrechtzuerhalten. Eine Lehrerin vom Mit­telrhein erzählt, wie sie durch unverantwortliche Schiebungen in einer Partei um den ihr zustehen­den Posten gebracht sei. Eine Schauspielerin schreibt: Scham und Stolz, wer das in unfernt Be­ruf heutzutage nicht hat, der kommt voran!

Ein Jugendlicher aus dem Süden hofft auf eine wahrhaft freiheitliche Erhebung der Besten unter den Jungen, die natürlich aufs Ganze gehen werden. Viel Idealismus spricht aus den Sätzen: ,Der Kampf wird heiß werden. Ich habe Ver­trauen auf Gott und auf mich selbst. Ich bin, und mit mir Tausende, nicht verwöhnt, mein Körper ist gezüchtigt, aber nicht mit Prügel, sondern durch, Wöie Gewalt des Willens. Alkohol und Nikotin find für mich so lange Gifte, bis die Menschhest oerftebt, sie als Gabe Gottes zu behandeln . . . Ich bin nicht für die Formen des heutigen Spor­tes mit seinem Rekordrummel. Der schönste und edelste Sport wird immer die Bemeisterung seines eigenen Ichs bleiben . . . Der Bolschewismus ist *e Frucht des heutigen Scheinchristentums." In i cr Tat wird das Scheinchristentum heute auf die ' schaufel genommen, die Sie Spreu vorn Weizen sondert.

Der jugendlichen Meinung steht die einer Mut- L ter zur Seite, die schwer als Frau eines Arbeits­losen mit dem Leben ringt: „Was nützen alle Vor- ^Mge, die für das Dost gut gemeint, aber festen Ar' Ausführung kommen? Bis etwas zur Hilfe getan wird, wieviel Menschen- und seelische Kraft geht dabei zugrunde. Es verbittert das Herz, wenn man weiß, daß Leute aus unfern Reihen, unserer e RAigion, die Führer für das Volk sein wollen, einen Moncitsverdienst erhalten, der für unseren Stand Jahre reichen muß. Haben unsere Kinder nicht auch Anrecht zum Leben, müssen sie schon un­ter dem Mutterherzen die seelische Not fühlen und von der Wiege aus in die sorgenvollen Elternaugen bücken? hat unser Liebling nicht auch eine Seele,

Zeitung

2. Statt

Druck der Fuldaer Ackiendruckerel, Fulda

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Ausschank der beliebten hiesigen Unionbiere, Löwenbräu und Dortmunder

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wegkommen. Ich mußte jedenfalls so handeln, wie ich es tat, sonst wären drei Menschen unglücklich geworden. Aber nun wollen wir nicht mehr davon reden, plau­dern wir ein bißchen von Barcelona."

Paquita war gern bereit dazu. Zum Schluß kam sie auf den Rosenmontag zu sprechen, der sich nun bald zum dritten Male jährte.

„Keine noch so winzige Spur hat sich inzwischen von dem Mörder gezeigt", erzählte sie, „und man wird wohl nie erfahren, wer das Furchtbare getan hat."

Sie schüttelte sich in der Erinnerung an das grauen­hafte Ereignis.

Eva dachte daran, daß sich nun doch eine Spur ge­zeigt, aber sie verriet nichts von dem, was sie wußte.

Am nächsten Morgen kam Paquita mit einem Bild an den Frühstückstisch. Sie hielt es Eva entgegen.-

„Es stand in dem Zimmer neben dem meinen, darf ich wissen, wer der Herr ist?"

Ueber Evas Stirn zog ein flüchtiger Schatten.

„Das ist eine Photographie von Hans Felsen, neben­bei bemerkt: eine sehr gut getroffene."

Paquita stellte das Bild beiseite.

„Verzeihung, ich wollte nicht wieder von dem Thema anfangen. Aber das Bild gefiel mir." Sie lachte mit blitzenden Zähnen. „Ihnen liegt doch nichts mehr daran, nicht wahr? Schenken Sie es mir."

„Aber Paquita, was wollen Sie denn mit dem Bilde eines Ihnen fremden Herren anfangen?" fragte Eva ein wenig belustigt.

Paquita lachte wieder.

„Genau weiß ich es auch nicht. Ich habe doch keinen Rovio (Bräutigam), denn wer will denn so ein armes Ding wie mich, und wenn ich erst wieder daheim bin, bilde ich mir dann ein, das wäre mein Rovio, aber wir durften uns nicht heiraten. Er gefällt mir so gut* Sie war schon wieder bei dem Bilde. „Er gefällt mir wirklich so gut. Wissen Sie, das nennt man Siebe auf den ersten Blick."

Eva mußte herzlich lachen. Paquita Casanovas harte wirklich drollige Einfälle, fand sie.

„Ich darf es Ihnen leider nicht schenken, da es Haas Felsen eines Tages zurückfordern könnte", entgegnete sie.

Paquita meinte treuherzig: „Dann leihen Sie es mir wenigstens. Ich möchte es in meinem Zimmer aufstellen."

„Meine alte Haushälterin könnte sich darüber wun­dern", wandte Eva ein.

„Das schadet doch nichts, gab die andere vergnügt zurück, „es ist ganz unterhaltsam, wenn man sich über etwas wundert."

Sie stellte das Bild wirklich in ihrem Zimmer auf und die alte Haushälterin wunderte sich wirklich darü­ber. Was tat der dunkelhaarige Irrwisch, dem zwei mordsgrohe schwarze Augen im bräunlichen Gesich: brannten, mit dem Bild von Hans Felsen? Wahrschein­lich hatte Eva Hirtberg nach Sem Geschehenen das Bild gestört und es vorläufig der Spanierin ins Zimmer ge­stellt, dachte sie.

Paquita fror anfangs sehr, man mußte tüchtig ein­heizen, aber als der erste Schnee fiel, tappte sie hinaus in den Garten. Wie ein Kind freute sie sich über die dicht und dichter niederschwebenden Flocken.

Eva schaute ihr vom Fenster aus zu. Paquita hatte noch keinen Schnee gesehen, obwohl es auch in Spanien Schnee gibt, aber meist in den nördlicher gelegenen Tei­len und in den Pyrenäen, die paar gelegentlichen Flak- len, die in manchem Jahre in Barcelona niederwirbeln, geben kein Bild von der köstlichen reinen Weihe eines Schneefalls.

Paquita streckte die Hände nach den weißen Flöck­chen aus unS stiefelte vergnügt im Garten auf und ab. Plötzlich, als sie gerade am Nachbarzaun war, stand dort ein großer Herr, der mit deutlichem Staunen beob­achtete, wie sie nach den Schneeflocken haschte. Sie ließ die Arme sinken und rief hinüber: „Sa nieve es mut) Hermosa, verdad?"

Er verstand sie nicht und schüttelte den Kopf.

Sie strahlte ihn an, denn das Original Ses Bildes, um das sie Eva gebeten, stand vor ihr.

Mit Zeichen erklärte sie ihm, der Schnee mache ihr Freude. Da mußte er lachen. Und Paquita Casanovas fand, wenn er lachte, sah er noch besser aus, als wenn er ernst war. Sie begriff Eva nicht. Hans Felsen war doch hübscher als Primo Duero, stellte sie fest, und größer war . er auch.

Große Männer waren ihr Ideal.

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Der Dreizehnte.

Roman von AnnyvonPanhuys.

^pttright 1929 hy Verlag Bechthold, Braunschweig.) wir uns noch einmal wiedersehen würden, ^*0) nie geglaubt, Eva. Aber ich habe ost an Sie Iitnnar .uh*3 ols mir Sennor Dueros Vertreter in sei IW» Vorschlag machte, Sie für einige Wo-

besuchen, bin ich ihm um den Hals gefallen vor uiein Begeisterung. Wissen Sie, ich bin doch Hy nicht aus Barcelona herausgekommen und °uf anL,6 gleich so weit reifen dürfen und noch dazu 2; Ier Leute Kosten. Sogar für meine Toilette Mb w -n Pvimo etwas anweisen lassen und Taschen- Kwu®6 auch noch. Reichlich sogar." Sie seufzte '.Aber nun Sie mir sagten, Sie wären Don 6ygr,;® •°raut, rft mir ja alles verständlich. Ich habe so etwas geahnt, als ich herfuhr. Aber ich l'ibst schütteln, weil ich Ihnen einmal er» Blfcben"^"iserrat Duero würde Don Primas Frau F5ie c .. 'M) glaubte das sicher. Gott sei Dank, daß ich

Kita e "«durch nicht etwa getrennt habe."

erwiderte ernst: „In diesem Falle trugen Sie Schuld, daß Primo und ich fast für immer B^T1»-Öuri)€n' Nur durch einen Zufall fanden wir tweinanber."

.Äie'^ ?^'ckte betroffen.

L tUchip. lei° hit es mir, beinahe so großes Unheil an» Kfoa ^a^en"> stotterte sie verlegen.

■äjL einen Augenblick ihre Hand.

brauchen Sie sich deswegen keine Gedanken ^chen. Schlimmer war fast noch etwas an»

°Echt^ DOn chans Felsen und Paquitas Augen Br? 'hrem Jugendfreund wohl sehr weh getan weine ich, es wäre meine Schuld, wenn ■fea'wnitf; wird."

■MS, -!°ch«lte ein wenig.

°^chrn sich daran keine Schuld zu geben und ich ch' chans Felsen wird über feinen Kummer

Sie blieb am Zaun stehen und soliden Mann jen­seits" nachdenklich an.

Hans Felsen sckttn: Wer mochte die kleine, etwa- exotisch wirkende Dame nur fein? Solche Augen halt« er noch nie gesehen. Das waren überhaupt feine Au­gen, sondern dunkle Feuerräder.

Er wollte vom Zaun weggehen und tat es doch nicht.

Paquita fühlte die Verpflichtung, etwas zu sagen. Hans Felsen tat ihr so bitter leid. Wie unglücklich mußte er sein, trotzdem er vorhin gelacht hatte. Aber manchmal steckt in solchem Lachen Verzweiflung, stellte die neunzehnjährige Weltweisheit Paquita Casanovas fest.

So ein Mensch ist eben nur froh, durch irgend etwa. Neues von seinen traurigen und schweren Gedanken ab- gelenkt zu werden, ging es ihr durch den Kopf.

Sie sagte, indem sie auf sich zeigte: „Ich d< Espanna."

Er nickte: „Ich de Alemania!"

Jetzt lachte Paquita hellauf und dann redete sie eifrig auf den Mann ein. Sie hatte das Bedürfnis, einen armen, unglücklich Liebenden trösten zu müssen. Sie redete mit dem Mund, den Augen, den Händen und Beinen gleichzeitig, um sich verständlich zu machen. Teil, weise glühte es auch.

Hans Felsen aber fand die neue Nachbarin fehl drollig und vergaß darüber völlig, daß er eigentlich gar nichts mehr mit der Nachbarschaft zu tun Haber, wollte. Er vergaß es fast, rechtzeitig ins Büro zu gehen Als man sich trennte, schob ihm Paquita die Rechte übe: den Zaun entgegen und er fand das blaugefrorene Pfot chen der Südländerin rührend.

Sie sagte: „Ich rufe mir: „Paquita Casanovas/ Er fand den Namen sehr klanavoll, er wußte nicht, das Casanovas in Spanien sehr häufig und alltäglich ist

Er wollte sich nun ebenfalls vorstellen.

Sie tarn ihm zuvor: „Du fein Sennor Am Felsen!"

Er nickte und dachte, wie hübsch sich das anhörte cor den roten- Lippen: Ans Felsen.

Fortsetzung folgt

einfach, weil das etwas anderes ist, etwas ganz Neues, etwas irgendwie von Hoffnung Schimmerndes. Zeigt ihr, die es könnt, dem Volke, daß ihr die Pflicht der Liebe versteht. Wo im­mer sich heute ein rundes und reichliches Monat- gshalt in christlichen Händen befindet, da soll man der Pflicht gedenken, die im Namen der Gottes- und Nächstenliebe davon ein freiwilliges Opfer für die Hungernden verlangt. Das wäre natürlich der beste Weg, die Frage des Notopfers zu lösen. Se: es darum zunächst, solange nichts anderes ge­schieht, unsere Losung: Selbsthilfe durch das Not­opfer der christlichen Nächstenliebe.

Der Mann im Monde.

Deutsche Katholiken in Polen.

Die Minderheitenfrage wird von der Gesamt- ■ heit des deutschen Volkes als eines jener Nach- kriegsprobleme gesehen, deren Lösung für die Er­haltung des Weltfriedens von entscheidender Be­deutung ist. Erfreulicherweise ist bei der Klärung und Säuberung dieser Frage der katholische An­teil in den letzten Jahren stärker in Erscheinung getreten. Dem deutschen Katholiken war - neben einem natürlichen Selbstinteresse (von den rund 32 Millionen Deutschen außerhalb des Reiches sind über 18 Millionen katholischer Konfession) und der

Wahrung des nationalen Standpunktes vor allem die katholische Jdeenlehre dabei richtungweisend nach der die Verbundenheit einer volklichen Ein­heit. die Pflege einer Kulturgemeinschaft im Na- turrecht seiner Kirche begründet liegt. Auch völker­rechtlich betrachtet, läßt sich die Forderung bedräng­ter Volksgruppen, die Bedürfnisse ihres Kultur­lebens, dessen Grundlagen und Hauptbetätigung Religion, Sprache und Schule sind, selbst zu be­stimmen und hierin nicht einem anders gerichteten staatlichen Zwange unterworfen zu werden, un- '.weifelhaft aus den großen Prinzipien moderner Otaatsausfassung herleiten, wie sie sich der Völker­bund „programmatisch" zu eigen gemacht hat.

Wir bekommen nun ein wesentlich anderes Bild, wenn wir diesen „theoretischen" Erwäguw gen einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Ver­hältnisse gegenüberstellen. Selbst in Staaten, di« an sog. Minderheitenschutzverträge oder an Ver­träge mit der Kurie (Konkordate) gebunden sind, sehen wir, wie ein schrankenloser Nationalismus sich über die „gewährleisteten" Rechte hinwegsetzt und die volklichen Eigenschaften der Minderheiter auszurotten sucht. Diesen Zustand machen in ver­schiedenen Staaten gewisse kirchliche Verhältnisse vollends untragbar. Fast überall längs der deut­schen Grenze, wo willkürlich Teile des deutschen Volks körpers losgerissen worden sind, führen deutschstämmige Katholiken einen verzweifelten

Zu den Hochwasserschäden in Süddeulschland.

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verbürgt

Qualität us?d

Joseph Schmitt, FiM

Weingroßhandlung.

Die Isar in München,

die durch die starken Regenfälle der letzten Tage starkes Hochwasser führt und an den Ufern übe: all schwere Verwüstungen anrichtet. Ebenso wer den Hochwasserschäden aus Oberbayern, 93abe_ und der Schweiz gemeldet. Unser Bild zeigt das Nahen der Hochwasserwelle der Isar beim D eut­schen Museum in Münch en.

wtb. Karlsruhe, 17. Mai. (Eig. Me'd.) Das Wasser des Oberrheins ist weiter gestiegen. Bei Maxau ist gestern nacht die Badeanstalt fortgerts- sen und stromabwärts getrieben worden. Es be- fan-den sich auf ihr 6 Personen. Ein Dampfschiff und ein Motorboot führen der Anstalt nach und es gelang ihnen einige Kilometer nördlich der Ab­triebsstelle die 6 Insassen der Anstalt auf das Mo­torboot zu retten und nach langwierigen Arbeiten -die Badeanstalt wieder zu verankern.

wtb. Mannheim, 17. Mai. (Eig. Meld.) Heust früh um 5 Uhr wurde der Eisenbahnverkehr aus der Schiffsbrücke zwischen Maxau und Maximiliansau wegen Hochwassergefahr bis auf weiteres eingestellt. Auch der Verkehr mit Fuhrwerken über die Brücke wurde verboten. Der Fußgängerverkehr über die Schiffsbrücke blieb da­gegen vorläufig noch aufrecht erhalten.