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ihre Zärtlichkeit und Dankbarkeit an diesem Tage durch kleine Liebesdienst, zu beweisen. Für die Mutter selbst aber soll dieses Frst ein Tag der Besinnung sein, der ihr die Größe und Verantwortung der Mutterschaft für die eigene Familie und für das Volksganze vor Augen führt.
Frauerü-eale.
Don Maria Tischler- München.
Wo gäbe es einen Menschen auf der Welt, der nicht seine Ideale hätte! Sei es nun Kunst und Wissenschaft, sei es das von Gottes Hand geschriebene Buch der Natur, sei es das Studium der Technik, — kurz jeder Mensch hat feine besonderen Ideale, die er liebt, für die er die größten Opfer zu bringen bereit ist.
Wohin soll ich suchen gehen nach den Idealen der Frau? Auch die Frau ist ja durchaus nicht dazu geschaffen, um in Stumpfsinn und düsterer Resignation durch die Welt zu gehen. Ich meine da nicht jene Lebedamen, die Sport und Tanz, Kino und Theater als das höchste Ideal ihres Lebens erblicken, ich denke an unsere echtchristlichen Frauen, die in ihrem verantwortungsvollen Berus von ernstem Pflichtbewußtsein durchdrungen sind.
Nach der natürlichen Ordnung der Dinge geht einer hochgesinnten Frau über alles ihr Mann. Er, dem sie in heiliger Stunde am Altar die Treue geschworen, hat in ihrem Herzen den ersten Platz. Die Liebe hat sie zusammengeführt und ihre Seelen auf ewig geeint. Und wenn jene erste bräutliche Liebe kein Strohfeuer war, dann wird kein Sturm sie auszulöschen vermögen, sollte zwischen Gegenwart und Hochzeitstag auch Jahr und Jahrzehnte liegen.
Und wie dem Mann ihre Liebe gehört, so gehört ihm auch ihre Sorge. Lieber würde sie selbst das schwerste Los ertragen als ihrem Gatten eine trübe Stunde bereiten. Sie ist selbstlos und uneigennützig. Sie kann verzichten und entsagen. Sie ist des höchsten Verzichtes auf eigene Bequemlichkeit fähig, wenn es gilt, den Gefährten ihres Lebens« zu beglücken ober ihm eine Sorge abzunehmen. Es ist etwas Großes um die echte frauliche Liebe, etwas Erhabenes um die Treue eines Frauenherzens. Nicht immer ist sie heute zu finden. Es gibt soviel Oberflächlichkeit, soviel Ichsucht, soviel Untreue.
Ein weiteres Ideal erblickt die denkende Fran in der christlichen Weltanschauung. Wie ist dieselbe heutzutage doch so neuezitlich! Und wie tief gesunken ist bei so vielen Frauen der christliche Moralbegriff! Wer daran noch zweifeln wollte, der möge einen Einblick tun in unsere Kinos und Theatersäle. Er möge mit offenen Augen durch die Straßen unserer Städte, zur Sommerzeit an die Gestade unserer Seen wandeln.
Die charakterstarke Frau huldigt nicht allen Modetorheiten — sie wirft sich nicht vor jedem goldenen Kalbe nieder, um es cmzubeten. Sie hält etwas auf Zucht und Sitte, jede Schamlosigkeit würde sie in ihren heiligsten Gefühlen verletzen. Wo sie geht und steht, weiß sie ihre frauliche Würde zu wahren. Und weil das Aeußere eines Menschen gewöhnlich dessen inneren Wert verrät, dckkum steht sie gleichsam als Wächterin zur Verteidigung der christlichen Moral auf der hohen Warte ihres Berufes. Sie selbst schreitet züchtig einher. Duldet aber auch kein sittenloses Gebühren ihrer Untergebenen und Hausgenossen
Soll ich nun schweigen von dem erhabenen Ideal der Frauenseele, vom Kind? Unverrückbar steht vor ihr die Wahrheit des /Dichterwortes „Kinder find die Saat aus Gottes. Händen". Darum wacht sie darüber m t ängstlicher Sorgfalt, als sichtbarer Schutzengel folgt das Mutterauge ihren Pfaden isrch. Am allerwenigsten aber denkt sie daran, einem Kind, das ihr von Gott att= geboten wird, den Eintritt in die Familie zu verweigern. O nein, im Gegenteil, mit einer gewissen Ehrfurcht vor ihrer eigenen Würde wird sie erfüllt, wenn sie erwägt, daß es Gott gefallen hat, ihr Anteil an feinen Schöpferrechten zu verleihen Darum jagt sie auch nicht nach eitlem Tand u. lärmenden Lustbarkeiten, sie ist am liebsten daheim — bei ihren Kindern
Troß dieser edlen Denkungsart geht sie ober keineswegs mit blinden Augen durch die Welt. Es ist nicht, als ob sie nur aufginge in geistigen Interessen und, gleichsam immer in höheren Regionen schwebend, ungenießbar für die Mitwelt wäre. Sie pflegt auch sinnfällige Ideale, die Geist und Herz erfreuen. Sie hat ein
und eine Flasche Genever, klatscht man. Vierzehn Tage nach der Hochzeit starb er."
Primo Duero hatte stumm zugehört, aber es hatte ihm Mühe gekostet, jeden Laut des Erstaunens zurück- zuhalten. Was er erfahren, paßte gut zu dem. was er wußte. Pieter can Muylen war also der erste Mann dieser Prinzessin, die sich auf etwas eigenartige Weise in den Besitz ihres hohen Titels gesetzt. Und mit ihm war sie hier in Berlin gewesen, um die blauen Brillanten zu verkaufen. Ihr Vater war Pfandleiher und machte Hehlcrgefchöfte. Er hatte also wohl die Steine angekauft Er würde erzählen müssen, von wem.
Primo Duero zahlte für die Auskunft das hohe Honorar, bas man ihm abverlangte, unb er hätte auch, ohne darüber nachzudenken, das Doppelte gezahlt. |o wichtig war ihm das, was er hier verblüffend schnell erfahren.
Von der Detektei aus ging er in die Leipzigerstraße und erwartete Eva Hirtberg. Sie kam in einem wunderhübschen neuen dunklen Mantel und kleinrandigem Hut, und Primo Duero schien sie noch viel reizvoller, als er ihr Bild im Gedächtnis hatte.
Sie suchten wieder das kleine Restaurant auf, wo sie das letztemal gewesen, aber schon unterwegs begann Primo Duero die Neuigkeiten zu erzählen, die er inzwischen erfahren hatte.
Eva Hirtberg faß ihm dann in dem kleinen Restaurant gegenüber und beide unterhielten sich lebhaft über die blonde Frau mit dem stolz klingenden Namen, b:e anscheinend doch eine sehr fragwürdige Person war.
Primo Duero erklärte, nach Amsterdam reifen zu wollen, so rasch wie möglich, um herauszubringen, au? welche Weise die Frau in den Besitz der Steine gelangt war.
Eva Hirtberg stimmte ihm bei unb obwohl ihr dos Herz blutete, redete sie ihm sehr lebhaft zu, feine Reise lo rasch wie möglich anzutreten. Man könne nicht wissen, ob ihm nicht alles erschwert würde, wenn die Spuren nicht mehr frisch wären.
Er gab das zu und Eva war zumute, als müsse sie meinen Hinter ihren Lidern brannten Tränen. Sie zwang sie zurück, aber sie litt unbeschreiblich. Er sollte und durfte nichts merken, mit welchen araufamen
Sprüche über die Mutter.
Wenn alle Welt den Armen verläßt,
Und wenn kein Herz ihm bliebe, Am erogen Himmel stehst du fest, Stern heilger Mutterliebe.
(K. Jmmermann.)
Die gute Mutter fragt nicht: Willst du, sondern jit gibt (Engi. Sprichwort.)
Das Lachen einer warmherzigen Mutter ist ent Klang, der durch ein langes Sehen forttönen kann.
(Otto v. Leixner.)
Der Mutter Name ist geheiligt im Himmel und auf Erden; er tönt durch alle Sphären, durch alle Zeivrn und Räume bis an der Welt Ende und bis in die Ewigkeit! (Bogumil Goltz.)
Das Mutterherz ist der schönste und unverlierbare Platz des Sohnes, selbst wenn er schon graue Haare trägt — und jeder hat im Weltall nur ein einziges solches Herz. (Adalbert Stifter.)
Dom Spargel.
Sein köstlicher Geschmack, welchen wir nach den derben Wintergemüsen doppelt schätzen, vereint sich mit verhältnismäßig einfacher Zubereitung, wenn auch bi« Meinungen über die beste Art des Kochens sehr divergieren. Brillat-Savarin empfiehlt die bei uns wenig gebräuchliche Art des Kochenis in Fleischbrühe, und Vaerst und König kennen eine ganze Anzahl verschiede, ner Zubereitungen in ihren Kochbüchern. Stets jedoch muß man beobachten:
1. Der Spargel darf nicht geschält ober von oben nach unten abgestreift werden, sondern
2. nur von der Stange zum Kopf abschaben.
3 Das Wasser nicht stark salzen, sondern im Gegen, teil einen Würfel Zucker hineingeben, denn
4. der Spargel ist manchmal ein wenig bitter und der Zuckerzusatz neutralisiert.
Jodflecken in weißer Wäsche entfernt man durch Befeuchten mit Chloroform. Die befleckte Stelle muß zuerst mit Wasser angefeuchtet werden. Alsdann taucht man sie in Chloroform. Die Steife muß nachher mit Seife ausgewaschen werden.
Wer weiß, was ihr bei seinem Glückwunsch durch den Kopf gegangen war.
Eva Hirtberg mahnte: „Es ist Zeit, aufzubrechen!*
Er zahlte und war sofort bereit. Er freute sich auf die kurze Autofahrt an ihrer Seite.
Und als er bann neben ihr saß, zuckte es ihm in den Hänben, sie an sich zu reißen zum Abschied. Aber er wagte nicht die geringste Bewegung.
Stumm fuhren sie durch die von abendlichem Leben erfüllten Straßen. Beiden schien es, als wäre die Fahrt Diel zu kurz. Dennoch atmete Eva auf, als sie zu Ende war. Es war besser, wenn Primo Duero erst wieder aus ihrem Leben verschwunden sein würde, er nahm ihr alle Ruhe.
Als sie beide aus dem Auto stiegen, schob sich plötzlich eine hohe Gestalt zwischen sie und Primo Duero, und Eva sah mit Verwirrung unb Erstaunen Hans Felsen vor sich.
„Ich hatte heute nachmittag in Berlin zu tun und war bei dir im Geschäft, um dich abzuholen, aber du warst eben fortgegangen. Ich eilte an die Bahn, doch du kamst nicht. Nun wartete ich hier." Er sah zornig aus. „Eva, das hätte ich nie von dir geglaubt!"
Sie hatte sich schon wieder gefaßt. Daß sie den anderen liebte, dafür konnte sie nicht, und Verbotenes hatte sie nicht getan.
Sie sagte ruhig: „Ich hoffe, es ist dir recht, wenn ich dich mit Herrn Duero aus Barcelona bekannt mache, m dessen Geschäft ich ein Iahrlang angestellt war. Er ist hier in der traurigen Angelegenheit seines Vaters. Ich schrieb ihm weil ich zufällig auf eine Spur traf, durch die der Mord an seinem Vater vielleicht Aufklärung findet Ich erzählte dir von dem Mord, aber ich fühlte mich nicht befugt, dir von der Spur und Herrn Dueros damit zufammenhängendes Hierherkom» men zu sprechen."
Hans Felsen blickte den höflich grüßenden Spanier • kaum an.
„Verabschiede dich von dem Herrn, denn jetzt brauchst du keine andere Begleitung mehr als die meine."
Fortsetzung folgt
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feines Verständnis für die Natur. Di« Feste ihres Heimes schmückt sie mit Blumen. Und — wenn es wahr ist was ein Dichter sagt, daß Blumen itjre eigene Sprache haben, dann erzählen diese Blumen an den Fenstern von einer edlen Frauenseele, die sich trotz ihrer vielen Verpflichtungen den Sinn für das Schöne zu wahren weiß.
Und nicht das letzte ihrer Ideale ist ihr der Beruf, in den Gott sie gestellt hat. Wenn auch Arbeit sie ermüdet — ein Blick in das zufriedene Angesicht des Gatten, in die strahlenden Augen der Kinder, verklärt auch ihre eigenen Züge und drückt ihnen den Stempel des Erhabenen auf.
Gäbe doch Gott, daß alle echt christlichen Frauen die Schönheit dieser Ideale in ihrer ganzen Tiefe erfassen möchten, dann würde so manche Bürde auf Frauenschultern leichter werden und manches bisher trübe Auge würde aufleuchten in der Erkenntnis eines bisher nicht beachteten Glückes.
Statistisches über Studenttnnen
Die wachsende Zahl.
Die Zahl der weiblichen Studierenden im Deutschen Reich betrug im Wintersemester 1928=29 13 359, d. h. auf 100 Studierende überhaupt kamen 12 Studentinnen. Gegenüber dem vorhergehenden Sommersemester hatte die Zahl der Studentinnen um 2,1 Prozent zugenommen und war überhaupt die höchste bisher erreichte Zahl. An allen Hochschulen zusammen studierten im Wintersemester 1928-29 rund fünfmal soviel Frauen wie 1911=12, während sich im Durchschnitt die Zahl der Studierenden gegenüber der Vorkriegszeit nur um das l,5fache vermehrt hatte. Von den 13 359 Studentinnen studierten weitaus die meisten an Universitäten, nämlich 12 303; an Technischen Hochschulen wurden 513 und an Handelshochschulen 305 weibliche Studierende gezählt.
Der Lehrberuf wird bevorzugk.
Als Studienfächer werden von den Frauen immer noch die auf den Lehrberuf hinzielenden Fächer bevorzugt; von den 12 303 Studentinnen an den Universitäten studierten 4375 Philologie und Geschichte, 2064 Mathematik und Naturwissenschaften und 1089 „Sonstige Fächer", d. h. hauptsächlich Philosophie und Pädagogik; rund 60 v. H. der Studentinnen entfallen alfo schon auf diese Fächer. Medizin wurde von 2081 und Rechts- und Staatsroissenschast von 826 Frauen studiert; in den übrigen Studienfächern sind Frauen nur in geringer Zahl vertreten. Diese Rangordnung der Fächer ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie von der der männlich Stubiere'nben abweicht, bei diesen steht an erster Stelle Rechts- und Staatswissenschaft, es folgen: Medizin,, Volkswirtschaftslehre, Maschineningenieurwesen und dann erst die auf den Lehrberuf hinzielenden Fächer. Von den Studierenden der Philologie und Geschichte sind ein Drittel, bei den Studienfächern Mathematik und Naturwissenschaften ein Fünftel, bei der Medizin ein Sechstel Frauen.
Vorbildung, Skaals- und Religionszugehörigkeit.
Von den 13 359 Studentinnen insgesamt warcch 12 583 Reichsdeutsche und 776 Ausländerinnen. Von den reichsdeutschen Studentinnen hatten 4316 — 34,3 v. H. ihre Vorbildung auf einem Realgymnasium, 3059 — 24,3 v. H. auf einer Oberrealschule, 2783 — 22,1 v. H. auf einem Oberlyzeum und 1100 — 8,7 v. H. auf einem Gymnasium genossen, während von der Gesamtzahl der Studierenden 26,6 v. H. an einem Realgymnasium, 23,4 v. H. an einer Oberrealschule und 37,5 v. H. an einem Gymnasium oorgebildei waren.
Dem Religionsbekenntnis nach waren von den 12 583 reichsdeutschen Studentinnen 8157 — 65 v. H. evangelisch, 3412 = 20,7 v. H. katholisch und 760 =- 6 v. H. jüdisch, der Rest verteilt sich auf andere Religionsgemeinschaften und Religionslose. Von der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches sind 64 v. H. evangelisch, 32 v. H. katholisch und 0,9 v. H. jüdisch, der evangelische Volksteil stellt also eine diesem Anteil entsprechend» Zahl von studierenden Frauen, der jüdische eine weit darüber hinausgehende Zahl und nur der katholische Volksteil bleibt in der Zahl zurück. Diese Tatsache sollte der katholischen Bevölkerung, insbesondere der. Frauenwelt zu denken geben.
Schmerzen sie bei ihm saß und ihm zu beschleunigter Abreise zuredete.
Er sagte: „Es tut mir sehr leid, daß mir heute Abschied nehmen müssen. Aber es ist auch gut so, ich seh» cs ein. Jedenfalls danke ich Ihnen recht herzlich, daß Sie mir geschrieben haben. Und nun sagen Sie mir bitte noch, wann Ihr Hochzeitstag ist. Ich möchte Ihnen gern meinen Glückwunsch senden.
Er neigte sich vor und blickte sie mit Zärtlichkeit an.
Sie fühlte das Pochen ihres Herzens mit unheimlicher Stärke. Das Sprechen wurde ihr schwer.
„Nein, bitte, senden Sie mir feinen Glückwunsch Mein Verlobter würde sich sehr wundern, woher Sie etwas von meiner Hochzeit erfahren konnten. Er weih doch nichts von Ihrem Hiersein, und es sähe so merkwürdig aus, wenn —"
Sie tarn ins Stottern und er fiel ihr ins Wort: „Sie sollen meinetwegen keine Unannehmlichkeiten haben mit dem Manne, den Sie lieben."
Mit dem Manne, den Sie lieben! klang es in ihrem Ohr wie ein Echo nach. Und sie zitterte heimlich, weil sie sich ihrer selbst nicht mehr sicher fühlte. Sie fürchtete sich davor, es könnte ihr ein Wörtchen über die Lippen springen, das Primo Duero die Wahrheit verriet. O wäre sie frei, wie selig würde es sie machen, ihm zu gestehen: ich habe dich lieb!
Er wiederholte: „Nein, Sie sollen meinetwegen keine Unannehmlichkeiten haben mit dem Manne, den Sie lieben. Deshalb gebe ich Ihnen meinen Glückwunsch schon heute mit." Sein Blick verriet fein innerstes Empfinden. „Mögen Sie recht, recht glücklich werden, Eva, mögen Sie die glücklichste Frau auf Erden werden!"
Er streckte ihr die Rechte über den Tisch entgegen und er fühlte das Beben ihrer schmalen Finger und sah, wie große Tränen in ihren Augen aufglänzten.
Ein Gedanke durchzuckte ihn, ein Gedanke, der ihm wundervoll und überwältigend schien.
Torheit! verwies er sich selbst. Er war ein Narr, wenn er glaubte, er könne dem blonden Mädchen auch nur das Geringste gelten.
Aber weshalb bebten Eva Hirtbergs Finger, weshalb alänzten Tränen in ihren schönen blauen Auaen. I
Frau Professor K.
ist 73. Wer die alte Dame näher kennt, weiß, daß ih# Lebensabend wie eine Folge sonniger Herbsttage ist.
,,Es ist - so schrieb sie einmal ihrem Sohn - ein Gebot des Lebensklugheit, Genuß und Freude zu suchen, aber, um das bekannte Wort des alten Buddenbrook zu benutzen, nur solche, die uns bei Nacht ruhig schlafen lassen."
Nach diesem Grundsatz handelt sie auch. Seit Jahren trinkt sie Kaffee Hag. Er gewährt ihr alle Kaffeefreuden, aber enthält nichts, was irgendwie schädlich oder störend wirken könnte. Kaffee Hag ist coffeinfrei und vollkommen unschädlich, er regt an, aber nicht auf Kaffee Hag trinken ist Lebensk'.igheitl
s namens Nicolaas Sneek, der auch Juwelen kauft wieder abfetzt, namentlich im Ausland, und schor ^wals wegen grober Hehlerei ernst» Konflikte w't U holländischen Polizei hatte, sich aber immer wieder aus der Schlinge zog. Die Prinzessin hieß vor r** »ihren noch Jo van Muylen, aber sie ist von W" Mann geschieden und heiratete einen ganz alten ?ön3 heruntergekommenen italienischen Prinzen. z/9 in den Siebzigern war er und er schloß die Ehe, ■nUr «'ne Namensheirat aeroefen, für ein paar Guld.ri
12. Kapitel.
Primo Duero wie verabredet, Eva Hirtberg Nähe des Goldnerfchcn Juweliergeschäftes er»
, Wie m der wartete.
, . suchte er das Büro in der Potsdamer Straße ; das er schon vor Tagen mit der Einziehung von ^«uskunft über die Prinzessin Montirossi betraute. Er hatte schnelle Auskunst gewünscht und sich zur Bezah- von Telegraphenspesen bereit erklärt und dafür •'nen gediegenen Vorschuß hinterlegt.
° Er hatte seinen Gang auch nicht umsonst gemach.. |L ®Cr Chef der Detektei, Herr Weigert, sprach tadel- französisch, so gab es für Primo Duero kein Falf.y- °»kltehen und Falschbegreifen.
»Die Prinzessin Montirossi ist, wie ich selbst heraus- kochte, von Amsterdam nach Berlin gekommen. Aifo Rtehi m'$ mit meinem Geschäftsfreund dort in 33er» I) nöu''S gesetzt und folgendes gehört," begann er, nrch- W" sich Primo Duero des anoebotenen Stuhls bedient W faß am Schreibtisch und hatte mehrere Tete- Mowwe vor sich, in denen er spielerisch blätterte. K«lfo aus Amsterdam war die Montirossi nach Ber- |L gekommen! durchzuckte es Primo Duero. Sicher sie wieder dorthin zurückgekehrt. Er blickte Herrn Ip^teert gespannt an.
■L.~cr.Juhr fort: „Die Prinzessin Montirossi ist die Bi», Wäßrige Tochter eines Amsterdamer Pfcmdverlei-
| Der Dreizehnte.
Roman von Anny von Panhuys
U. (Copyright 1929 by Verlag Bechthold. Braunschweig.)
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am ein soll
Verträumt ein Kind
Morgenläuten bis zum Aoebeten,
Noch in den Nächten, in den dunklen, späten,
Die Sie Die
mir das nah.
„fest- stän- eines
es mich erkennen, was wahres Muttertum gilt mein Dank aus tiefstem Herzen.
für fein junges, Eures Herzens
die Ihr Söhne,
Weg. das Ziel der Reifenden erwägt.
Ihr die Stürmenden ins Leben sandtet, dann vereinsamt, kinderlos, verwaist, stiller Tage Dammergvau umkreist, Welken Eurer Hände stumm erkanntet.
an Eurer Brust gehalten blühendes Entfalten ganze Inbrunst gabt.
Töchter treu gehegt,
groß und ist? Wer begegnen? Du ließest
Der Muttertag, ber zweite Sonntag im t®ai, ist seit Jahren für weite Volkskreise ein schönes Familienfest geworden. Die Kinder, vorn Vater unter» hütjt,. nehmen die Gelegenheit wahr, um der Mutter all
Und
Ihm
Ihr, Dom
ist. Dir
M. W.
noch nie in Worte gekleidet. Du spürst in Werden und Reifen zur Frau. Wir sind uns
Ich danke dir!
Und du weißt es! Nicht nur heute, nicht gesetzten Muttertag". Meine Dankbarkeit ist b;g mittönender Klang meiner Liede. Sie Dc^ußtmachens von außen nicht bedürfen.
weinen doch dereinst in Euren Schoß jahrelang zurückgedrängten Tränen.
Lotte Tiedemann.
Den
Bis Und Don Das
O, seid getrost, Ihr bleibt die Zuflucht denen, draußen ringen, stark und lebensgroß,
ganzes Leben lang opfernd gibt? Sie sucht die Auo- Zeichnung nicht. Still und selbstverständlich arbeitet sie — muß sie jeder Not gewachsen sein.
Und in sich findet sie den Lohn ihrer selbstlosen Liebe. Dies Glück muß größer sein, als wir ahnen können. Keine Auszeichnung, kein Erfolg vermag es der berufstätigen Frau zu geben.
Wem verdanke ich es, daß ich fühle, wie heilig die in Gott verwurzelte Mutterschaft lehrte es mich, ihr in stiller Ehrfurcht zu Du, o Mutter gabst es mir mit ins Leben.
Und doch freue , ich mich dieses allgemeinen Muttertags. Ob er nicht mancher Frau zur Quelle neuer Kraft und frischen Mutes wird? Sie fühlt, ihr Arbeiten wird geachtet. Mann und Kinder zeigen ihr die im Alltag oft so scheue, schweigsame Liebe. Und verdient sie nicht einen Ehrentag im Jahr, sie, die ihr
Den Müttern.
Ihr, die Ihr je in Schmerz geboren habt.
Zum Muttertag.
Mutter! Auch du bist einmal jung gewesen — wie ich heute. Du hast dich auf das Leben gefreut. Haft eine große Sehnsucht in dir gehabt und bunte Träume. Mit deinem Herzen voll Liebe hast du bas Leben erwartet. Uns allen gibst du so viel! Wie reich mußt du fein! Du hast es sicher gewaltig gespürt, was deine eigenste Lebensaufgabe war —* die du so herrlich erfüllst. Eines Mannes ganzes Glück, feine Weggenossin in Sonne und Nebel — bet Sturm und Kälte — die Seele seines Heims — und vor allem die Mutter seiner Kinder. — Heute sehe ich dich aber nicht mehr mit den Augen des Kindes. Du bist mir Freundin, Kameradin. Eine ältere, die schon ein Stück des Wegs vorangegangen ist — der auch mir vorgezeichnet ist — der Weg der Frau. Ich hatte es noch nicht lang erkannt. Wenn früher Fremde dich, Mutter, bewunderten — du HÄ> ich es im Innersten noch nicht mitgefühlt.
Ich mußte dich erst ganz finden. Wenn unsere Liebe in den Kinderschuhen stecken bleibt — dann sind wir arm.
Es kommt mir so vor, als hätte ich Jahre lang auf der Lauer gelegen — dich freundlich und auch feindlich gesinnt beobachtet. In der Jugendbewegung haben w-r gemeinsam problematisch Brücken bauen wollen von Generation zu Generation, — auch von dir zu mir.
Aber das läßt sich nicht erzwingen — nicht vor der Zeit. Ganz allmählich ist es gekommen. Ich bin hineingewachsen in dein Denken und Fühlen, Wollen und Schaffen. Meine Lebensaufgaben gleichen den deinen. Du gibst mir zitternd von deinen Erfahrungen, die du