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Fuldaer Land und Nachbargebiet

s Reuenberg. Am Samstag abend verschied im cr-mdeskrankenhause zu Fulda Lehrer Karl R a m b von

Etwa zwei Jahrzehnte hat er in unserer Ge- ijüe segensreich gewirkt. Tieferschüttert stehen mir der Bahre dieses edlen, selbstlosen Menschen, der im So Lebensjahr allzufrüh aus feinem irdischen Wir- eunaskreis scheiden mußte. Er hat es verstanden, nicht die Herzen seiner Kinder für sich zu gewinnen, er E vielmehr beliebt und geachtet von der ganzen Ge­meinde. Wir werden ihm ein dankbares Gedenken be­wahren. Möge ihm der göttliche Kinderfreund ein rei- *er Vergelter für feine Arbeit und Mühen sein. Er oAe in Frieden!

Primiz in Haimbach.

— Haimbach. Feierliches Glockengeläuts am Sams- , - ghend und Sonntag morgen kündete für Haimbach ^ne außergewöhnliche Festfeier, die Primiz des Pater Diktorinus Storch von Haimbach an. Das Dorf war auf das herrlichste geschmückt; frisches Tannengrün um­säumte die Straße, eine Reihe Ehrenpforten grüßte, die Bahnen flatterten. Alles, was auf dem Lande möglich m war aufgewendet worden, um den Ehrentag des Neu- leweihten zu verherrlichen. Von dem nahen Elternhause "kaeholt, wurde der Neupriester von Dechant Weber bei dem eingange in die festlich geschmückte Kirche begrüßt. Nach dem Absingen des Veni Creator Spiritus bestieg Mater Adalbert die Kanzel und legte in glänzender Aus­führung die Bedeutung des katholischen Priestertums für m/jester und Volk dar, den Priesterberuf weckend. Mehr­stimmige Chöre des Gesangvereins, u. a. „Ein Priester­herz ist Jesu Herz", erhöhten die Feier des Erstlings- oofers. Am Nachmittag hielt der Primiziant unter all- aemeiner Teilnahme die Maiandacht. Am Abend brach- ten der Gesang- und Musikverein dem Neupriester eine „roßartige Ovation dar bei Lampions und Fackelschein, bei welcher Bürgermeister Engel und Lehrer Will An­sprachen hielten. Das gemeinsam gesungene Lied „Gro­ßer Gott, wir loben dich" schloß die einzigartige Primiz- seier. Alles zusammengefaßt, dazu das herrliche Fest­tagswetter, muß man sagen, es war ein« Feier, die wie­der einmal über die Not der Zeit gehoben hat.

(Ein Kind vom Lastauto gelötet.

— Hauswurz. Zu dem tragischen Unfall des kleinen Töchterchens des Schuhmachers heil von hier wird uns von den Herren Kremer und Schönherr aus Dieters- Haufen (nicht Dietershan) geschrieben: Das Lastauto kam von Brandlos und wollte durch Hauswurz, hinter der unübersichtlichen Kurve stand auf der rechten Seite ein Bauernwagen auf einer Miste und reichte die Wa­gendeichsel etwa 1.20 Meter auf die Straße. Der Last­wagen mußte der Deichsel ausweichen und überholte vor­schriftsmäßig links. Von einem Kind hat weder der Wa­genführer noch der Beifahrer etwas gesehen. Jedenfalls ist das Kind die von der Haustüre herabführende Treppe des an der linken Seite stehenden Hauses herabgesprun­gen und gestolpert, so daß es mit dem Hinteren Teil des Wagens kollidierte, und schwer auf die Straße gestürzt ist. Es hatte eine Kopfverletzung. Der Wagen hat das Kind nicht überfahren, wie festgestellt ist. Nach der ge­richtlich festgestellten Bremsspur hat der Lastwagen eine Geschwindigkeit von etwa 10 —12 Klm. ge­habt, also kann keine Rede von einer rasenden Fahrt sein. Im Uebrigen hat der Wagen nur eine Höchst­geschwindigkeit von 28 Klm. Die Fahrer haben von dem Unfall nichts bemerkt und nichts bemerken können, wes­halb sie weiter izefahren sind. Der Beifahrer hat sich lediglich nach den vor dem Bauernwagen gespannten Pferden umgesehen, die beim Vorbeifahren gescheut ha­ben. Der Wagen brauchte nicht gestellt zu werden. Nach­dem der Wagen in Rommerz zum halten gewinkt be­kam, hat der Chauffeur sofort gehalten. (Die weitere Klärung des tragischen Vorgangs müssen wir der zu­ständigen Amtsstellen überlassen. Die Schriftleitung.)

= Großenlüder (Kr. Fulda). Am 1. Mai waren es 25 Jahre, daß Frl. Anna Wiegand, eine geb. Fuldaerin, in Großenlüder als Lehrerin tätig ist Als treue Anhängerin der katholischen Kirche hat sie während dieser langen Jahre viel für Schule und Kirche getan. Stets war sie eine selbstlose Wohltäterin der Kranken und Bedrängten. Hoffentlich ist es ihr, die in Großen- Wer und darüber hinaus große Achtung und Verch- nmg genießt, vergönnt, noch viele Jahre segensreich zu wirken.

3n Welkers brennt es in der Feuerfchuhwoche.

— Welkers (Kr. Fulda). Das Ende der Feuerfchutz- «ooche fand für unseren Ort einen unschönen Abschluß. Am Samstag nachmittag gegen 4 Uhr ertönte Feuer­alarm. In kurzer Zeit stand das Anwesen des Land­wirts Franz Müller lichterloh in Flammen. Die Ortsfeuerwehr Welkers-Rönshausen eilte sofort zur Brandstätte und nahm den Kampf mit dem verheerenden Element auf. Da sich in unmittelbarer Nähe des Brandherdes eine Tankstelle befand, und ein Uebergrei- fen des Feuers auf diese befürchtet werden mußte, wurde die Motorspritze von Fulda zur Hilfe gerufen. Doch war bei deren Eintreffen fchon die größte Gefahr beseitigt, sodaß sie bald wieder abrücken tonnte. Scheuer und Stallungen sind bis auf die Grundmauern abgebrannt. Von dem anhängenden Wohnhaus brannte der Dachstuhl größtenteils ab, Während der übrige Teil fo stark beschädigt wurde, daß

er unbrauchbar geworden ist. Das lebende Inventar konnte gerettet werden; vom Mobilar fielen einige Stücke dem Feuer zum Opfer. Die Entstehungsursache konnte noch nicht feftgeftent werden. Der Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt. Der Besitzer des Anwesens, der durch das Unglück hart getroffen wurde, war morgens in den Wald gefahren und sand bei seiner Heimkehr sein Anwesen in Schutt und Äsche liegen. Das Fehlen einer guten Wasferlei- tung machte sich bei diesem Brande besonders bemerk­bar.

= Uttrichshausen (Kr. Schlüchtern). Man schreibt uns: Unsere Gemeinde konnte am Samstag als wür­digen Abschluß der Feuerschutzwoche ein wirksames Feuer­schutzmittel, die neuerbaute Wasserleitung, der Feuerwehr übergeben. Letztere trat zu einer Hebung an. Hieran schloß sich eine Uebungdes Bezirks-Feuerwehr- verbandes, im Beisein des Landrats Dr. Müller von Schlüchtern und des Kreisbrandmeisters Möller von Elm an. In der Mitte des Dorfes war ein Großbrand an­genommen, der das Eingreifen von drei Wehren erfor­derlich machte. Von drei Seiten, mittels drei verschiede­ner Hydranten wurde das Feuer bekämpft. Der Erfolg war überraschend, große Wafsermassen wurden mit star­kem Druck stetig auf das Objekt und die durch den Grotz- brand bei starkem Südwestwind gefährdeten Nachbar­gebäude geschleudert. Nachdem das Signal „Feuer vor­bei" ertönte, sammelten sich die Wehren und der Kreis­brandmeister übte Kritik. Er konnte feststellen, daß im Feuerwehrbezirk Heubach sämtliche Gemeinden freiwil­lige Feuerwehren gegründet haben, daß diese Wehren in der Sage sind, einen Großbrand wirksam zu bekämp­fen, wenn ihnen ein so vorzügliches Feuerlöschmittel, wie die hiesige Wasserleitung es darstellt, zur Verfügung steht. Er beglückwünschte die Gemeinde Uttrichshausen zu dem gelungenen Werk. Landrat Dr. Müller-Schlüch­tern fand Worte der Anerkennung, beglückwünschte eben­falls die Gemeinde und wies darauf hm, daß es trotz der schweren Zeit bei gutem Willen möglich ist, ein Werk zu schaffen, das in mehrfacher Hinsicht dem Wohle der Gemeinde dient. Bürgermeister Hohmann-Uttrichshausen dankte Landrat Dr. Müller für die wirksame Unter­stützung bei dem schwierigen Werk und empfahl der Wehr, sich recht in der Handhabung der neuen Feuer­löschmittel zu üben, um sie zum Segen der Gemeinde ge­brauchen zu können. Alle Anwesenden stimmten mit den Rednern darin überein ,daß das nach den Plänen des Ingenieur Fr. W. Farr-Fulda von der Firma Jean Stein, Hoch- und Tiefbau, Fulda, ausgeführte Werk wohlgelungen ist, die volle Zufriedenheit aller Ortsein­wohner besitzt und ein Markstein in der Entwicklung der Gemeinde Uttrichshausen bildet. Landrat Dr. Müller empfahl ausdrücklich anderen Gemeinden, die noch keine Wasserleitung besitzen, sich Uttrichshausen als Muster zu nehmen.

=* Kassel. Am Sonntag feierte der Franziskaner­pater Gebhard Kremer in der hiesigen St. Eli- fabechkirche feiner Primiz Die Gläubigen nahmen an dem seltenen Ereignis lebhaften Anteil. Die Festpre­digt hielt Pfarrer Witzel.

Freistaat Hessen.

Dom eigenen Fuhrwerk getötet

— Schlitz. Der SSjährige Gastwirt Guntrum wurde auf der Heimfahrt von seinem Wagen, da die scheuenden Pferde mit ihm durchgingen, geschleudert und mitge­schleift. Er starb nach kurzer Zeit an den erlittenen schweren Verletzungen.

Ein schlechter Vormund.

— Gießen. Das hiesige Bezirksschöffengericht hatte sich mit einem Landwirt aus Gelnhaar bei Büdingen zu beschäftigen, der seinen beiden Mündeln ihr schwer ver­dientes und sorgfältig erspartes Geld irn Betarge von rd. 3000 RM. unterschlagen, es zum Teil für sein Haus ver­braucht und int übrigen es vertrunken hatte. Der schlechte Vormund wurde dafür vom Gericht auf ein Jahr ins Ge­fängnis geschickt.

Der Haushaltsvoranschlag des Kreises Alsfeld.

-- Alsfeld. Der Voranschlag des Kreises Alsfeld für 1930 schließt in Einnahme unb Ausgabe mit 338161 Mark ab. Die größten Aufwendungen des neuen Haushaltsplanes sind für das Kapitel Wohl­fahrtspflege und Gesundheitswesen zu machen, das bei 87 069 Einnahmen eine Ausgabe von 204 919 Mark aufweift. In Kapitel Finanz- und Steueroefen werden 212 698 Mark Einnahmen erwartet, denen 44 419 Mk. Ausgaben gsgenuberstehen. Die Kreisumlage wird auf 55 Prozent veranschlagt. Aus dem Rechnungsjahr 1928 hat sich nach den Verwaltungsbericht für dieses Jahr ein Ueberfchuß von 23152 Mark ergeben. Der Kreistag wird sich am 5. Mai mit der Beratung des Voranschlags beschäftigen.

(Eine Schwindelfirma.

=" Mainz. Das hiesige Bezirksschöffengericht hatte sich in zweitägiger Verhandlung mit den Betrügereien eines von den Kaufleuten Karl Löwenstein und Hugo Knobloch, sowie der 30 Jahre alten Katharina Frohnweiler gegründeten „Rheinischen Handelshauses" zu beschäftigen Anfang Oktober 1929 war die Firma

ins Leden gerufen worden. Kapital war zwar nicht vorhanden, doch wurden Bestellungen großen Stils hinausgegeben und die Waren später nicht bezahlt. Aus diese Weise wurden Firmen in ganz Deutschland be­schwindelt. Bereits nach zwei Monaten kamen aber die Schwindeleien ans Tageslicht und die Gründer der Firma, von denen die beiden ersteren bereits mehrfach vorbestraft waren, wurden in Untersuchungshaft ge­nommen. Ein Teil der Waren konnte damals noch be­schlagnahmt und den Lieferanten wieder zugestellt wer­den. Das Gericht erkannte nach eingehender Beweis­aufnahme auf folgendes Urteil: Wegen gemeinschaft­lichen fortgesetzten Betruges und Betrugsversuchs tm Rückfall erhält der Angeklagte Löwenstein 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, der Angeklagte Knovlöch 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Die Angeklagte Frohnweiler wurde zu 2 Monaten Ge­fängnis verurteilt.

Neues aus Frankfurt.

--- Der Prozeß gegen die Favag erst im Jahre 1931? Dom Untersuchungsrichter wurde jetzt ein neues Sach- verständigenkollegium bestimmt, der auch ein Universitäts- prosessor angehört. In den unterrichteten Kreisen rech­net man nicht mehr mit der Möglichkeit, die verwickelten Vorgänge bei der Fcwag in diesem Jahre noch zur Klä­rung in einer Gerichtsverhandlung zu bringen.

=- Zwei Raubüberfälle. Auf der Wilhelmsbrücke wurde der Schlosser Hartung von zwei Männern über­fallen und seiner Barschast in Höhe von 40 Mark be­raubt. — Am Tiergarten bot ein junger Mann Samstag abend einem jungen Mädchen seine Begleitung an. Als das Mädchen das ablehnte, fiel der Kavalier über es her und brachte ihm eine tiefe Wunde am Kopf bei. Das Mädchen mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.

----- Schwerer Geschäftseinbruch durch die eigenen An­gestellten. In der Nacht zum Samstag wurde in einer Druckerei der Altstadt eingebrochen. Der Täter hatte mit Nachschlüsseln die Räume geöffnet und auch den Geldschrank geöffnet und aus ihm die Summe von etwa 1100 RM. entwendet. Als Täter entlarvte man eine junge Angestellte des Geschäfts, die sich unter dem Druck eines Freundes zu der verbrecherischen Tat hatte hm- reißen lassen. Das Mädchen händigte dem Freunde, der bei dem Einbruch Schmiere gestanden hatte, das Geld aus. Dann verschwand der Jüngling und ward nicht mehr gesehen. Die Täterin kam zunächst in Hast.

Eine Falschgeldsabrik fliegt auf.

— Hann. Münden. Aus dem Zimmer zweier Frem­den, die sich seit einigen Tagen hier eingemietet hatten dröhnte nachts fortwährend starkes Gehämmer. Durch Zufall entdeckte die Vermieterin im Zimmer Gipsformen in der Größe eines Fünfmarkstückes. Sie benachrichtigte die Polizei, die in der Wohnung eine vollständig ein­gerichtete Falschmünzerwerkstatt entdeckte. Auch die bei' den Täter, die mehrfach vorbestraften Gebrüder Löffel holz, konnten, obwohl sie rechtzeitig die Wohnung ver lassen hatten, von einem fliegenden Kommando der Schutzpolizei eingeholt und feftgenommen werden.

Schweres Autounglück.

— Riederlahnslein. Zwischen Weißenturm uno Urmitz versagte während der Fahrt an einem neuen Opel- ßafttraftroagen auf der abschüssigen Straße die Steue­rung. Der Wagen raste dabei gegen einen Baurn. Von den Insassen wurden drei Personen lebensge­fährlich verletzt und mußten dem Krankenhaus« zugeführt werden.

Aus der Thüringischen Rhön

Aus Geisa und Umgebung.

Die nächste Landlagssihung.

Die Beratungen des Haushaltsausschusses im Landtag von Thüringen schreiten rüstig fort, am Freitag nachmittag fand bereits die Berichtsverle­sung über das Kapitel Finanzministerium statt. Es folgen nun die Etatposten des W o h lf a h r t s- etats und der Gewerbeabteilung. Am Montag wird der Aeltestenrat zusammentreten, der sich mit der Festsetzung des Termins für die nächste Landtagssitzung zu befassen haben wird. Wie ver­lautet, wird diese Sitzung auf Mittwoch, 7. Mai, anberaumt werden. In dieser Sitzung sollen zu­nächst die Steuergesetze verabschiedet werden.

Die Regierungsparteien gegen die Ueberheblich- keiten der Rationalsozialisten.

Der nationalsozialistische Fraktionsvorsitzende S a u ck e l hat in agitatorisch groß aufgemachter Weise in seinem Parteiorgan die „Rettung Thüringens" als einen Erfolg und als das Werk der Nationalsozialisten bezeichnet. Gegen­über diesen Ausftihrungen hat kürzlich sowohl der Landbundführer Höfer in feiner Camburger Rede wie auch die Wirtschaftspaktes in einer besonderen Erklärung Stellung genommen. Schon früher hatte der volksparteiliche Geschäfts­führer Dr. Köhler- Weimar in mehreren öffent- lilyen Versammlungen zu dieser Ueberheblichkeit der Nationalsozialisten Stellung genommen. Er wies darauf hin, daß die finanzielle Notlage Thü­ringens nicht so druckend hätte zu werden brau­chen, wenn die Nationalsozialisten schon im vorigen Landtag das Maß an Einsicht und Opferwilligkeit gegenüber neuen Steuern aufgebracht hätten, das sie erfreulicher­weise jetzt gezeigt haben. Wenn jetzt wenigstens die erdrückendste Finanznot voraussichtlich behoben werden könnte, fo sei das ein V e r d i e n st der Regierungskoalition in ihrer Gesamt­heit. Trotzalledem setzen sich die Nationalsozialisten heute erneut in ihrer Zeitung mft dem sog. Ret­tungswerk auseinander und zählen im einzelnen auf, wo sie ihre Verdienste haben. Die Taktik der Deutschen Volkspartei in Thüringen wird aus einer Erklärung desLandtagsabgeordneten Dr.Witzmann- Gotha auf der Landesausschutzsttzung in Weimar erkenntlich. Er sagte dort u. a., daß die Stimm­enthaltung der Mehrheit der Landtagsfrak- tion bei der Abstimmung über den Mißtrauens­antrag gegen Minister Dr. Frick ein ausdrück­liches Wa r n n n g s f i g n al an die nationalsozia­listische Adresse gewesen sei, den Bogen nicht zu überspannen, um nicht eine Gefährdung der Re­gierungskoalition heraufzubeschwören. Die drin­gende Aufgabe der Regierung Baum sei es, den Ausgleich des Etats herbeizuführen. Hierbei brauche man bei Durchführung der Abbaumaßnahmen und

der Bewilligung neuer Steuern Mut zur Unpo­pularität. Es fei als Erfolg zu buchen, daß di( Nationalsozialisten jetzt das mitma- chen, was sie früher entschieden be­kämpft hätten, namentlich in den Steuersra« gen. ______

— Eisenach. Der Landrat des Landkreises Eis» nach teilt mit: Am Samstag, dem 10., und Sams< tag, dem 24. ds. Mts., hält der B e z i r k s k r ü p- pelarzt, Herr Dr. Frosch aus Arnstadt, Krüp­pelsprechtage ab und zwar am erstgenannten Tage von 11 Uhr ab im Gebäude des Kreisamtes m Eisenach, von 2.30 Uhr ab im Raiffeisenhaus in Dankmarshausen und von 3.30 Uhr ab im Rat­hause in Gerstungen, während am 24. Mai der Sprechtag von 9.30 Uhr ab im Rathause in K a l­te n n o rd h ei m, von 12 Uhr ab im Rathause in Dermbach und von 2.30 Uhr ab im Rathause in V a ch a stattfindet. Die Untersuchungen erfolgen kostenlos und es steht jeder im Gebrauche ihrer Gliedmaßen behinderten oder verkrüppelten Per­son unter 18 Jahren aus dem Landkreise Eisenach frei, zu erscheinen und sich untersuchen zu lassem

Kleine Rachrichlen.

Am Ortsausgange von U n t e r b r e i tz b a ch wurde ein Mann, der hinter zwei Brautwagen das „Brautkalb" führte, von einem Automobil er­faßt und zu Fall gebracht. Mit einem kompli­zierten Beinbruch mußte er in das Hersfelder Krankenhaus eingeliefert werden.

Bei der Reparatur eines Hochofenkamins auf der Völklingener Hütte stürzte ein Arbeiter tödlich ab. Kurz darauf stürzten an einem ande- Sträflich leichtsinnig gehen viele Menschen mit ihrer Gesundheit um! Sie hüten sich zwar ängstlich vor jeder Ansteckung, vor jedem Luftzug, achten aber dabei nicht darauf, ob eine der Hauptbedingungen für Gesundheit und Wohlbefinden erfüllt ist, nämlich die regelmäßige Darmtätigkeit. Die infolge von Darmträgheit zu lange im Körper zurückgehaltenen Speisereste wirken ungünstig auf die Zusammensetzung des Blutes ein. Verun- unreinigtes Blut bedeutet aber eine große Gefahr für die Gesundheit. Deshalb beseitige man die Stuhlverstopfung rechtzeitig und erziehe den Darm allmählich wieder zu pünkt­licher Tätigkeit durch Gebrauch eines unschädlichen rein pflanz­lichen Abführmittels, wie es die bei Aerzten und Verbrauchern äußerst beliebten Apotheker Richard Brandts Schweizer­pillen sind. Durch ihre Anwendung gewöhnt man sich nicht etwa an das Mittel, sondern infolge der gleichmäßigen Anregung der Darmtätigkeit an regelmäßigen Stuhlgang, ren Hochofen ebenfalls zwei Arbeiter ab, die mit Montagearbeiten beschäftigt waren. Der eine von ihnen wurde getötet, während der andere schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mrißte.

Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer.

REEMTSMA

Die Beschäftigung mit den empfind­samen. Tabakblättern verlangt die größte Sorgfalt feinfühliger Mäd­chenhände. Die Blätter müssen alle einzeln von einander gelöst werden, damit sie vollständig auf gelockert durch Transportbänder den Misch­trommeln zugeführt werden können.

Sie hat in unseren Cigaretten- .Fabriken einen bedeutend größe­ren Aufgabenkreis zu erfüllen, als die berühmte spanische Tabak­arbeiterin vor anderthalb• Jahr­hunderten. Ihre Cigarette ist die beste und beliebteste europäische

Orient-Cigarette