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2. Blatt.

Druck der Fuldaer AcNeudruckerei, Fulda

Reichskanzlers Müller die Parteiführer zu einem letzten Einigungsoerfuch zusammen. Dabei machte der Fraktionsvorsitzende des Zentrums, Dr. Brü­ning, folgenden Bermittlungsoorfchlag, der den Fraktionen zur endgültigen Beschlußfassung oor». gelegt werden sollte:

Sicherung der Arbeitslosenversicherung.

§1 .

Abweichend von § 153 Abs. 3 und § 245 trc» Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Oktober 1929 (Reichsgesetzbl. I S. 162) beträgt der Beitrag zur Reichsanstalt bis auf wei­teres für das Reichsgebiet einheitlich 3^ o. H des maßgebenden Arbeitsentgelts; § 161 Nr 1, 3 und 4 und § 163 des Gesetzes finden Anwendung.

§ 2.

1. Kann der Bedarf der Reichsanstalt für Ar­beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung aus den Beiträgen und aus dem Notstock nicht völlig gedeckt werden, obwohl der Beitrag rechtzeitig ein­heitlich für das Reichsgebiet festgesetzt ist, so ge­währt das Reich Zuschüsse, deren Höhe alljährlich im Reichshaushalt festgesetzt wird.

2. Für das Rechnungsjahr 1930 beträgt der Reichszuschuß 150 Millionen Reichsmark.

§ 3.

Um den Ausgleich zwischen Einnahmen um Ausgaben der Reichsanstalt zu erleichtern, soll der Vorstand der Reichsanstalt die erforderlichen Maß­nahmen auf dem Wege der Verwaltung treffen. Zum gleichen Zwecke soll er der Reichsregienmg Vorschläge zur Reform des Gesetzes unterbreiten.

§4.

Uebersteigt der tatsächliche Bedarf der Reichs­anstalt sowohl die eigenen Mittel der ReichsanstaU wie auch die Reichszuschüsse, so hat das Reick der Reichsanstalt entsprechend § 163 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Darlehen zu gewähren, jedoch mit der Maßgabe, daß die Reichsregierung nach Prüfung weiterer Ersparn'smöglichkeiten auf dem Wegs der Gesetz­gebung alsbald eine Gesetzesvorlage einzubringen

Ludwig

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hat, die entweder, durch Erhöhung des Beitrages M»-M«Mung der Darlehen ermöglicht, oder durch eine Reform des Gesetzes über Arbeitsver­mittlung und Arbeitslosenversicherung den Aus­gleich zwischen Einnahmen und Ausgaben herstellt oder zur Deckung der für die Darlehen aufzuwen­denden Beträge dem Reiche die notwendigen Mit­tel zuführt."

Dieser Vorschlag 'etzt also den Beitrag auf 3% Prozent fest. Das Reich gewährt einen festen Zu­schuß von 150 Millionen Mark. Der Vorstand der Reichsanstalt erhält Einsparungsbefugnisse auf dem Wege der Verwaltung und soll Vorschläge zur Ee< setzesreform unterbreiten. Reichen die Mittel nicht

Der Sternhimmel im Mai

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H. Büttner, Fuldai

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3ns Land hinein.

Morgen ziehen wir los. Mein erho- Begleiter sieht in seinem schwarzen

Sonne

Mond: ^.Viertel @ Vollmond . (J letztes Viertel

Sterner

Kleine Buch­staben

Schwüle und der Lärm New Jorks haben ihn tüchtig mitgenommen. Akser fetzt gehts in die Berge und in die stische Luft. Dir habe gestern abend noch unseren Reiseplan gemacht: Wir wollen drei unserer Klöster besuchen und in jebem zwei Tage bleiben. Und zum Schluß kommen wir an die Niagarasäll«.

An diesem Tage, als ich gerade einmal bei Bruder Gabriel an der Pforte war, stellt mich Pater Guardian einer älteren Dame vor, die aber: nur Englisch sprach. Nachher sagte er mir, daß dies die. Gemahlin des Gene­ral Allen sei, der die amerikanischen Besatzungstruppen am Rhein befehligt habe. Der General und seine Frau seien ganz für Deutschland eingenommen. Beide seien Mitglieder des Dritten Ordens, ebenso ihr Sohn, der als Major an der mexikanischen Grenz« stehe. Jeden Dienstag sitzt die Generalin in der Sakristei der Kloster» kirche und bessert die schadhaft gewordenen Paramente aus.

Am Abend kommt Bruder Albert, der Sakristan, zu mir und sagt:Ich möchte so gern morgen mit dir fahren. Pater Provinzial hat mir neulich acht Tage Erholungsurlaub angeboten, aber jetzt traue ich mich nicht recht, zu fragen, weil wir nächsten Sonntag hier Primizfeier haben. Da gibt es viel Arbeit in der Sa­kristei, und ich habe keinen Vertreter. Es müßte denn einer der Neupriester, die diese Woche noch hier sind, meine Arbeit tun."

Daß Bruder Albert eine Erholung nötig hat, sieht ihm ein Blinder an. Gr besteht ja nur aus Haut und Knochen. Aber ich kenne die Verhältnisse hier nicht so, daß ich ihm zureden könnte. Fein wäre es, wenn ich ihn als Begleiter hätte. Dann wäre ich alle meine Sorgen los. Denn er ist schon eine Reihe von Jahren im Lande, weih Bescheid und kennt die Landessprache. Um 9 Uhr abends kommt er wieder, diesmal voller Freude. Er darf mich begleiten.

Fuldaer Acttendriickcrei Fulda*

Ausschank der beliebten hiesigen Unionbiere, Löwenbräu und Dortmunder

gelehnt. Am 17. März unterbreitete sie den übrigen Parteien folgende Forderungen:

Vorschläge zur Regelung der Finanzen der Arbeitslosenversicherung.

1. Die unbeschränkte Darlehnspflicht des Rei­ches (§ 163 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes) wird aufgehoben.

2. Das Reich gewährt der Arbeitslosenversiche­rung einen festen, im Reichshaushalt nominierten jährlichen Zuschuß, der für das Jahr 1930/31 auf 150 Millionen Reichsmark festgesetzt wird.

3. Der Vorstand der Reichsanstalt kann beschlie- ßen, daß der Beitrag von 3 >5 Prozent über den 30. Juni 1930 hinaus beibehalten wird.

4. Die Ausgaben der Reichsanstalt müssen sich im Rahmen der unter 2. und 3. genannten Ein­nahmen bewegen. Um den Ausgleich über Ein­nahmen und Ausgaben herbeizuführen, ist der Vor-

Büro. Denti grüßt die Leute, die er zu kennen scheint. Wann kommt Mister Schäfer von Europa zurück? Ich roül ihn abholen." Ein älterer Herr gibt ihm Ant­wort und führt ihn durch das Büro in einen mächtigen Lagerraum voller Kisten, Säcke und Fässer. Dabei sagt er auf gut Hamburgisch:Die Herren werden stch doch einen Augenblick ausruhen wollen." Aber statt, wie erwartet, in ein ordentliches Zimmer, werden wir in einen primitiven Verschlag geführt, der mit allerhand Kleinkram angefüllt ist, so ein« Art Niederlage für alten Plunder. Und der Hamburger fragt:Mit Wasser?" Ich habe keine Ahnung, was er mit dieser Frage will. Benti antwortet zustimmend.

Da gießt der Lagerverwalter in drei Gläschen etwas Wasser und füllt sie dann aus einer Flasche mit einer gelblichen Flüssigkeit, wobei er sagt:Cs ist ein guter, alter Schwede."

Nun geht mir ein Licht auf; denn ich rieche, daß es Branntwein ist. Am liebsten hätte ich laut hinausge­lacht. Denn das Ganze sah ja aus wie eine Schatz­gräberei in Nacht und Dunkel. Um ein Gläschen Brannt- wein zu trinken, wird man in einen Bretterverschlag geführt, der zwischen Kisten und Kasten verborgen liegt. Und vielleicht war sogar die Frage nach dem Mister Schäfer das Kennwort, das uns dieses verborgeneHei­ligtum" erschloß. Es ist zum Schießen! O heiliges Amerika, was bist du für ein drolliges Land!

Als wir nach ein paar Minuten in der Hochbahn saßen, sagte mir Benti:Ich wollte dir das nur mal zeigen. Das nennt man hier eineFlüsterstube", weil die, die da mal ein Gläschen trinken wollen, nur leise miteinander reden dürfen."

Und wie bist du denn mit den Leuten bekannt ge­worden?"

,F) wir haben zuweilen Speditionsgeschäfte mit der eigentlichen Firma. Ich komme manchmal in das Büro. Und als Landsmann hat mich der alte Lagerverwalter in fein Geheimnis eingeweiht. Ob der Chef die Sache kennt, weiß ich nicht. Natürlich ist das geschmuggeltes Zeug; aber es ist besser und vor allem ungefährlicher als der Schnaps, den die Leute hier heimlich destilieren."

Geschäfts- Drucksachen

Sonnenaufgang von 4.30 bis 3.50 Uhr.

Sonnenuntergang von 19.25 bis 20.19 Uhr.

Lichtge st alten des Mondes: 1. Vier­tel am 5. um 18 Uhr, Vollmond am 12. um 18 Uhr, letztes Viertel am 20. um 17 Uhr.

mfe. Den ganzen Winter über und noch bis in den Mai hinein hat uns der I u p i t e x durch seinen Hellen Glanz erfreut. Da müssen mir es hinnehmen, wenn mit der V e n u s als Abendstern in diesem Frühjahr nicht so viel Staat zu machen ist wie sonst wohl. Vorläufig steht sie der Sonne noch zu nahe, und wenn sie später weiter von ihr entfernt sein wird, dann werden die übrigen Ver­hältnisse ungünstig für ihre Sichtbarkeit liegen. Immerhin ist sie im Mai über eine Stunde, zu­letzt etwa eindreiviertel Stunden als Abendstern sichtbar. Sie nähert sich immer weiter dem Jupi­ter und holt ihn am 17. ein. Freilich finden die Annäherung dieser beiden hellsten Himmelslichter schon in ziemlicher Nähe des Horizontes statt, was natürlich den Eindruck etwas schmälert. Etwa eine Woche später ist es mit Jupiters Sichtbarkeit vor­bei. Schon vom 11. ab ist der Merkur ver­schwunden, der gleichfalls in den ersten Tagen des Monats sichtbar war. Hingegen verschiebt sich der

STERNBILDER: GROSZE BUCH-, SHBEN

stand der Reichsanstalt verpflichtet, die Verwal­tungsausgaben und Leistungen den Einnahmen entsprechend festzusetzen."

Die Forderung der Deutschen Volkspartei ging also dahin, daß der Beitrag nicht über 3% Pro­zent erhöht werden dürfte, und die gesamte Lei­stung des Staates auf 150 Millionen Reichsmark begrenzt werden müsse. Reichten diese Mittel nicht aus, so sollten die Ausgaben durch Verwaltungs­reform und Leistungsabbau den Einnahmen ange­paßt werden. Diese Forderung wäre allerdings sehr folgenschwer geworden. Gerade das Zentrum hat daher bei den Verhandlungen sich gegen die­sen Vorschlag gewandt, weil er lediglich einer La­stenverschiebung vom Reich weg zum Fürsorge­etat der Gemeinden gleichgekommen wäre.

III.

Nach vergeblichen Bemühungen, eine Einigung zu erzielen, treten schließlich unter dem Vorsitz des

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Weisswaren

1102.

rag, den 3. Mal 1930.

Pfandhausstraße Nr. 5

Fernruf Nr. 851

Lindenstraße Nr. 4

Fernruf Nr. 93

Merkur Venus Mars

Mit einemTaxi" fahren wir zur Ferry, die uns über den Hudson zur Endstation derErie" in Jersey City bringt. Und da stoße ich gleich auf eine Schwierig­keit, die mir, wäre ich allein, Sorge gemacht hätte. Sie haben hier zweierlei Zeit. Die Bahnzeit hinkt der bür­gerlichen Zeit um eine Stunde nach. Aber das ist nut während des Sommers der Fall. Im Winter einigen sie sich wieder.

Als wir in unseren Zug einsteigen können, bin .ch überrascht über die vornehme Ausstattung der Wagen Es gibt nur eine einzige Wagenklasse für reich und arm Und diese ist so bequem, wie daheim die erste Klasse, vielleicht sogar noch schöner. Der ganze lange Wagen bildet einen einzigen Raum. Zu beiden Seiten eines vollständig freien Mittelganges es ist keine einzig« Säule oder Stütze im ganzen Wagen find je paarweise blaue Plüschsessel angebracht. Diese weichen, bequemer Sesiel haben in der Mitte eine trennende Armlehne. Es ist so, als wenn man zwei Klubsessel nebeneinander­stellt und fest verbindet. Alle Sitze es sind deren für 80 Personen in einem Wagen schauen nach der Fahrtrichtung. An beiden Enden des Wagens ist außer der guteingerichteten Toilette auch je ein Trinkwasser­brunnen angebracht mit eisgekühltem Trinkwasser. Zu- sammengeklappte Papierbecher liefert hierzu kostenlos ein am Trinkbrunnen angebrachter Behälter. Der Fahrpreis auf den Eisenbahnen beträgt nach meiner Umrechnung für den Kilometer etwas über 9 Pfennig Das erscheint hoch, aber in Wirklichkeit ist es billig. Denn nach amerikanischen Verhältnissen hat der Dollar kaum eine merklich größere Kaufkraft als bei uns eine Mark. Auf deutsche Verhältnisse übertragen, würde dann der Kilometerpreis etwas über 2 Pfennig betragen. Und das ist billig.

Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hat, kommt der Schaffner und kontrolliert die Fahrkarten. Dabei steckt er ein kleines Kärtchen an die Lehne der vor uns stehenden Sessel. Er selbst alsobelegt" unsere Plätze für den Fall, daß wir auf einer Station einmal nicht auf unserem Platze sind.

Fortsetzung folgt

MoLM Karpfen

Weine Schaumweine Spirituosen u. s. w.

Bon Hulda nach Chicago.

Reise-Erinnerungen

ß, von Fr. Donatus Pfannmüller, Fulda.

29) __________

Am späten Abend zog noch ein tüchtiges Gewitter 1 k?r uns weg. Hei, wie das grollte und dröhnte zwischen I fiea "^ißigstöckigen Hochbauten, die um uns herum Der Donner wurde gleichsam wie ein Ball den Häusern hin und hergeworfen. Ich aber ne mich ganz geborgen in meinem zweiten Stockwerk, -ner Sonntag verläuft für mich ziemlich trübselig. Die en schlaflosen Nächte und die schwülen Tage mit n Anstrengungen, dazu die fortgesetzt wechselnden "kucke, wie auch das Getöse der Weltstadt haben ^schr mitgenommen. So müde ich auch bin, ich e toeber bei Tag noch bei Nacht zu einer ordent« "uhe. Der kärgliche Schlaf, der mir gegen k8ei} zuteil wird, ist weniger Schlaf, als Erschöpfung, tat/ bleibe ich den ganzen Tag daheim und bin fast SL7 r allein auf meiner Zelle. Aber bei dem Getöse, heute auf der Straße herrscht, gibt es keine »ei k - ""ch- ®5 mag heute auch ein wenig Sorge . Je,n vor den nächsten Tagen, was mich stört. Bis- rs. m lch wie ein kleiner Junge, hin und hergeführt l//1, Liebe Freunde haben für mich gesorgt. Aber --morgen muß ich allein hinaus in das große Amerika lemer fremben Sprache und feinen fremden Ein- $ 9en. Doch jetzt heißt es: Vogel ftiß oder stirb! it Nl'- W0 diese Erinnerungen niederschreibe, fällt ! ^l'ck auf ein einzelnes Wort in meinem Notiz- Q® wir eine kleine Episode des folgenden Mon- e" ^wnerung bringt. Dies Wort heißtFlüster-

-Bruber Benti und ich waren fortgefahren, um in 9ettiiffen zzüro QUf Manhattanspitze ein Sie« Zertifikat für meine Eisenbahnreise zu holen. Nach- . kse Sache erledigt war, wanderten wir über die nach ber nächsten Fahrgelegenheit. Plötzlich

. enti:Komm mal mit!" Unb er betritt ein nahe- es Geschäftshaus. Wir kommen in ein großes

. _ . viel hinfälliger aus, als in feinem Dr«

benshabit. Sein ruheloses Leben als Sakristan, die

Die Schuldfrage.

Von Dr. F ö h r, M. d. R.

Die Sozialdemokratie hat über Nacht das Steuer berumgeworfen. Von der Regierungspartei ging L über in die Stellung der schärfsten Opposition. Die Parteien, mit denen f?e eben noch zusammen ge- arbeitet, werden heruntergerissen und als Erz- so-iolreaktionäre bezeichnet. Gegenüber dieser lei- tzenichaftlichen und sachlich unberechtigten Kampses- welse sollen unsererseits die Tatsachen festgestellt werden. Wir fragen zunächst: Wer hat das Kabinett Müller gestürzt?

I.

Das Kabinett Müller ist zusammengebrochen über der Frage der Sanierung der Reichsanstall -ür Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversiche­rung. Das Kabinett Müller machte dem Reichs­tag folgenden Vorlcklag:

Sicherung der Arbeitslosenversicherung.

B 1

r (1) Zum Ausgleich der Einnahmen und Aus­gaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenversicherung kann der Vorstand der Reichsanstalt abweichend von § 153 Abs. 3 und § 245 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung den Beitrag zur Reichs­anstalt einheitlich für das Reichsgebiet bis auf 4 v. H. des für die Bemessung maßgebenden Ar­beitsentgelts festzusetzen. § 161 Nr. 1, 3 und 4 und § 163 des Gesetzes finden Anwendung. Zum gleichen Zweck wird der Vorstand weiter ermäch­tigt, der Reichsregierung Vorschläge zur Reform der Arbeitslofenversicherung zu unterbreiten.

(2) Zu den Beschlüssen nach Abs. 1 ist die Mehr­heit der Stimmen der Vertreter sowohl der Ar­beitgeber als auch der Arbeitnehmer erforderlich, die dem Vorstand angehören. Die Vertreter der öffentlichen Körperschaften wirken bei der Beschluß­fassung nicht mit; in dem Falle des Abs. 1 Satz 3 nehmen sie mit beratender Stimme teil.

(3) Beschließt der Vorstand innerhalb einer Frist, die der Reichsarbeitsminister bestimmt, die notwendige Erhöhung nicht, so hat die Reichsregie- runc an Stelle des Vorstandes int Rahmen des Abi. 1 Satz 1 über die Erhöhung Beschluß zu fas­sen.

. (4) Eine Aenderung der gesetzlich festgelegten Leistungen kann mir im Wege der Gesetzgebung erfolgen."

Dieser Vorschlag des Kabinetts Müller sich alfo vor:

1. Eine Sanierung der Finanzen der Reichs- austalt durch Beitragserhöhung entweder durch dcn Vorstand der Reichsanstalt, oder, wenn dieser versagte, durch die Reichsregierung;

Aenderung der gesetzlich festgelegten Leistun­gen nur im Wege der Gesetzgebung;

3. Eine Ermächtigung an den Vorstajnd der Mcichsarstalt, der Reichsregierung Vorschläge zur i Jtiform der Arbeitslosenversicherung zu unterbrei­ten.

j Dieser Vorschlag fand auch die Billigung der So- Wzialdemokratie, ja er rourbe int Verlauf der Kom- Wpromißverhandlungen von der Sozialdemokratie sttts festgehalten und verteidigt. Beachtlich ist, daß Wvich dieser von der Sozialdemokratie verteidigte WMorlchlag von einer Reform der Arbeitslosenver- BjWrung spricht und die Reichsanstalt ermächtigt, diesbezügliche Vorschläge zu unterbreiten.

II.

Diese vom Kabinett Müller versuchte Lösung wurde von der D e u t s ch e n D o l k s p a r t e i a d-

Saturn langsam vom Morgen- auf den Abend­himmel. Freilich erhebt er sich, da er in tiefen Gegenden des Tierkreises steht, nicht sehr hoch über dem Horizont.

Gegen Ende des Monats haben wir, zumal im nördlichen Teil unseres Vaterlandes, keine völ­lig dunklen Nächte mehr, sodaß die schwächeren Sterne überhaupt nicht sichtbar werden. Trotzdem werden wir auch am Fixsternhimmel manchs hübsche Beobachtung machen können. Da ist z. B. das Sternbild des Schwans, auch wohlnördliches Kreuz" genannt, das nun im Nordosten unb Osten emporsteigt. Seine Hauptlinie fällt mit der Rich­tung der Milchstraße zusammen, und sie trennt das unter ihr stehende Sternbild des Adlers von der über der ihr stehenden Wega. Auf den alten bildlichen Darstellungen bedeutet der hellste Stern des Sternbildes, nämlich Denneb, den Schwanz des fliegenden Vogels, dessen Schnabel der ihm gegen­überliegende Stern Albireo, ein Doppekstern, be­zeichnet. Don den beiden hellsten Somrnersternen überwiegt der Arctur noch immer die Wega. Das halbkreisförmige Sternbild der Krone mit dem Edelstein Gemma auf der gradlinigen Verbin­dungslinie zwischen ihnen hat zwar nur schwache Sterne, erfreut aber immer wieder durch feine hübsche, halbkreisförmige Gestalt. Küstermann.

Reichhaltige Speisekarte. Bekannte gute Küche.

Der die 24 Stundenzahlen von Mütter» nacht bis Mitternacht eines Tages ent­haltende Kreis and die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind!fest­stehend zu denken. Der SternMmmehdrehl sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem-Zei- ger der Himmelsuhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gelegenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont unteahmt die zu der Stunde, auf die der gerade PfcU zeigt, um die Monatsmitte -sicht­baren Sterne. Unsere Karte ze^t also den Zustand um Mitternacht der Mo­natsmitte, Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sieh den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeh sichtbaren Sterne in das nicht mitzudrehenden Hortomt hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natsmitte ist der gerade Pfeil* Stunde früher, für je 5 Tage noch der Monats­mitte Vs Stund» später zu stellt». Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten. Stellun­gen ein, wenn er die angedeutete Licht- gefall zeigt.

Fuldaer Zeitung

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