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Das Reichshaushallsgesetz für 1930

And was leisten wir?

Begebenheiten aus aller Welt

füllt ist.

war

aus

Vor-

■mir lieb, denn was draußen zu sehen war, das schöner als politische Gespräche.

Da leuchteten goldgelb blühende Rapsfelder

mer wieder sah man Berghänge und Dörfer im Blüten­schnee der Kirschbäume. Früher schon hatte ich den Frühling an der Bergstraße gesehen. Dort sind es die blühenden Pfirsichbäume, die durch ihr zartes Rot dem Bilde etwas Holdliebliches verleihen, Hier am Rhein aber ist es der breite, ruhevolle Strom, welcher der rheinischen Frühlingslandschaft einen Zug von überwäl­tigender Erhabenheit verleiht.

Ein Farbton fehlt vielleicht für unser Empfinden In

Don einem alten, seit Jahrzehnten in der Zen­trumsparteiorganisation stehenden Parteifreund wird uns geschrieben:

Auch der Gegner muß es der Sozialdemokratie zuerkennen, daß ihre Partei über eine auf allen Gebieten mustergültige Organisation verfügt. Aber auch voller Beschämung müssen wir Zentrumsan­hänger eingestehen, Laß wir uns in Bezug auf Parteitreue und Opfermut von den Sozialdemokra­ten weit übertreffen lassen. Dabei haben wir vor. nehmlich diejenigen Kreise innerhalb unserer Partei im Auge, die recht gut in der Lage wären, die Stoßkraft der Partei durch opferwilliges Eintreten für die Partei zu erhöhen.

Einige Zahlen vom Magdeburger Sozialdemo­kratischen Parteitag sollen die Richtigkeit unseres Urteils beweisen. Nach dem Bericht des Partei­vorstandes hat die Sozialdemokratie innerhalb zweier Jahre 126 000 zahlende Mitglieder gewon­nen, sodaß heute 949 306 beitragszahlende einge­schriebene Mitglieder vorhanden sind.

Diese brachten an PartÄbeträgen im Jahre 1928 die Summe von 10 359 783.84 Mark auf.

Die Sozialdemokratie war in der Lage, 1928 für Wahlpropaganda 2 569 612 Mark auszuwerfen.

Der täglichen Propaganda dienen 196 Parteizei­tungen mit 1253 247 zahlenden Abonnenten.

Was haben wir demgegenüber in äer Zentrums­partei aufzuweisen? Wo ist unsere Werbetätig­keit seit dem Kölner Parteitag? Seien wir doch ehrlich. Da fehlt es tatsächlich in den weiten Be­zirken. Es hat keinen Zweck, heute nicht klar sehen zu wollen, wo es der größten Anstrengungen aller Parteifreunde bedarf, um die Zukunft des Zen­trums zu sichern. Da hilft eben nur noch eine offene Sprache. Wir wollen nicht verkennen, daß auch bei uns rühmenswerte parteitreue, mit regstem Or­ganisationseifer gepaart, in einzelnen Schichten vor­handen ist. Namentlich die Parteiniftanzen unter Führung unserer tüchtigen und opferfreudigen Ge­neralsekretariate und Sekretariate geben sich die größtmögliche Mühe, die schwierige Organisations­arbeit dürchzuführen. Gewaltiges wird da in aller Stille geschaffen. Aber es fehlt doch an der leben­digen Bewegung, und an der Möglichkeit, diese Bewegung zu einem dauernden Erleben zu gestal­ten.

Warum können wir es nicht fertig bringen, un­sere Wählerschaft als zahlende Mrglieder überall in Zentrumsvereinen geschlossen zu'ammenzuhalten? Bei der Wahl ist man bei der Partei. In der Zwischenzeit will man aber seine „Ruhe" haben. Das gerade Gegenteil ist notwendig für eine leben­dig bleibende Parteibewegung. In der Zwischen-

sellschast und der Deutschen Reichspost zu, die einen entsprechenden Anteil an den Ausgaben zu über­nehmen haben, die dem Reiche aus dem Dienst der Anleihe erwachsen.

Eine weitere Ermächtigung des Reichsfinanz­ministers betrifft die Ueberuahme von Garantien zur Förderung des deutschen Außenhandels bis zum Betrage von 175 Millionen Rm.

Die früher erteilten Garantieermächtigungen bleiben für das Rechnungsjahr 1930 in Kraft, hin­sichtlich der Garantieermächtigung zur Förderung des Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch mit der Maßgabe, daß der Gesamtbetrag der für diesen Zweck jeweils bestehenden Garantieverpflichtungen bis zu 22 Millionen Rm. betragen darf.

In das Haushaltsgesetz ist sodann noch eine Vorschrift eingearbeitet worden, wonach der Reichs- arbeitsminister bestimmt, wie im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel der Reichszuschuß für die Familienwochenhilfe der Krankenversicherung im Rechnungsjahre 1930 abgegolten wird.

Das Reichshaushaltsgefetz trifft u. a. noch die außerordentliche wichtige Bestimmung, wonach über die letzten 10 vom Hundert der im Reichs­haushaltsplan bei den sächlichen Ausgaben, ein­schließlich der allgemeinen Bewilligung vorgesehe­nen Beträge, soweit nicht die Verpflichtung zur Leistung auf Grund eines Gesetzes besteht, nur mit vorheriger Zustimmung des Reichsfinanzministers verfügt werden darf. Mit dieser Vorschrift soll Etatsüberschreitungen vorgebeugt, vielmehr recht­zeitig ein Warnungssignal errichtet werden, um [ die Ressorts zu veranlassen, daß sie nur in dem I gegebenen Rahmen der Bewilligungen dispouicren.

diesem Frühlingsbild am Rhein: Das Rot der Ziegel­dächer. Denn hier sind alle Häuser mit Schiefer gedeckt. Aber vielleicht beruht gerade darin die Eigenart der rheinischen Landschaft. —

Die Poppelsdorfer Allee in Bonn ist sicher eine der schönsten Straßen in Deutschland, vielleicht ist es die schönste. Nicht deshalb, weil sie so breit ist und so sauber. Dergleichen gibt es öfter. Aber der breite Ra­senstreifen, der sich durch ihre Mitte zieht, begleitet von der Doppelreihe gewaltiger Kastanienbäume, die schon fingerlang ihre Blätter entfaltet haben und deren Blü­tenkerzen bereit sind, aufzubrechen, das macht sie schön. Und die beiden Häuserreihen, die sich stilvoll und halb im Grün verborgen unauffällig an dieser Straße hin­ziehen. Hier scheinen di« Häuser nur um dieser schönen Straße willen da zu fein. Wenn man dort am Fenster sitzt und hinausschaut, dann sieht man ein Gewoge von Grün, dessen Leuchtkraft erst an diesem Regentag zur Geltung kommt. Nur undeutlich und verworren bringt Lärm der Stadt hierher, aber die Amseln singen den ganzen Tag; am Morgen singen die Glocken ihr mäch­tiges Lied, und ihr Klang liegt wie Meeresbraw'en über dem fernen Gelärm der Straßenbahn und dem nahen Vogelsang.

Wer irgendwie mit Musik verbunden ist, der muß in Bonn das Beethovenhaus aufsuchen. Man bezahlt seinen Eintritt und kann sich, unbelästigt von erklä­rungslustigen Führern, in all das vertiefen, was hier zum Andenken an den Meister mahnt. Im ärmsten Raume des Hauses, einer halbdunklen, schrägen Dach­kammer, ist die Geburtsstätte Beethovens. Der Raum enthält nichts als eine lorbeerbekränzte Büste, aber ich sah alle Besucher minutenlang schweigend am Eingang stehen. Dieses armselige Gelaß redet vielleicht am ein­dringlichsten von dem Meister, dessen Ruhm die Well erfüllt.

Ein Buch liegt da, in das sich die Besucher eintra­gen können. Auf der letzten Seite steht der Hymnus einer Beethovenfreundin, der ausklingt in die Hoff­nung. den Verherrlichten im Jenseits wiederzusehen.

Beim Weggehen fiel mein Blick auf ein gerahmtes Schriftstück, wie deren viele dort die Wände bedek- ken. Ich las und stutzte, denn es stammte von Fulda. Es war gerichtet an einen cand. jur. Henkel in Fulda und ist die Bescheinigung über den Empfang von 17 Thalern 5 Silbergroschen als Ergebnis eines zum Be­sten eines Beethooendenkmals in Fulda veranstalteten Konzerts. Cs stammt vom 15. Juni 1836 und ist un­terzeichnet von A. W. v. Schlegel.

Luther wurde ein Mönch, weil sein Freund Blitz erschlagen wurde. Andernfalls wäre er 2ld geworden.

Porzellan wurde von dem Alchimisten Böttcher sunden, als er versuchte, dauerhafte Schmelztiegel zustellen.

Wenn nicht sein Laden abgebrannt märe, hätte dysoot in Dublin nicht den Schnupftabak erfundei

zeit müssen wir auf dem Posten sein. Unsere Geg- I ner müssen wissen, daß wir eine Macht bedeuten, I eine Macht, die sich in Zahlen ausdrückt. Wir ha­ben die Schaffungsmöglichkeit. Also nutzen wir sie I auch aus, zumal gerade in Köln und nach Köln immer lauter der Ruf nach dem politischen Zu- I sammenWuß der Katholiken in der Zentrumspar­tei vernehmbar war. Nachdem man selbst in den kleinsten Parteizirkeln die erfreuliche Feststellung machen durfte, daß alle Kreise die Notwendigkeit der Erhaltung und Stärkung des Zentrums heute zielfest betonen! Organisieren wir uns und die an« ! deren mit.

Eng damit in Verbindung steht die notwendig- werdende Neuweckung des Opfermutes. Partei- I arbeit kostet Geld. Ohne gesunde Finanzen ist eine fruchtbringende Tätigkeit undenkbar. Und wie lächerlich gering ist doch das Opfer, welches das I Zentrum von uns verlangt, wenn wir wieder die Sozialdemokratie zum Vergleich heranziehen, wo doch die Parteibeiträge zu neue Zehntel aus müh­sam erworbenen Arbeitergroschen bestehen. Bei uns I aber hört man vielfach: wozu immer Beiträge be­zahlen. Wenn Wahlen kommen, dann werden wir schon zeigen, daß wir die Partei unterstützen. Das ist eine grundfalsche Einstellung. Jeder Be­trieb, der erst dann an Kapitalsammlung und finan­zielle Scherung des Unternehmens denken würde, | wenn ihm das Dach über dem Kopfe einzustürzen i drohte, wäre ein unhaftbarer Betrieb. Und eine Partei, die erst dann unternehmungs kräftig wird, wenn sie kurz vor Entscheidungen, die über das eigene Schicksal dieser Partei und ihre ganze Exi- stenz bestimmen, gestellt ist, bleibt in der Entwick­lung gehemmt, steht still. Stillstand bedeutet aber Rückgang. Das haben uns die letzten Wahlen warnend deutlich gezeigt.

Darum lernen mir auch hier wieder vom Geg­ner. Zeigen wir unsere Dpferfreilbigteit auch durch regelmäßige Entrichtung der doch wirklich gering bemessenen Mitgliedsbeiträge, bekennen wir durch die Tat, daß wir mit dem ganzen Herzen bei der Partei sind, daß wir ihre segensreiche Tätigkeit für Volk, Staat und Kirche anerkennen, daß wir ihre Stoßkraft und ihre Macht im politischen Leben verstärken wollen.

Unsere Opfer aber müssen freudig gespendet werden, mit einer gewissen stolzen Begeisterung. Dann wird auch das Parteileben in der Stadt wie im Dorfe reich bewegt, dann ist eine stete, erfolg­sichernde Werbe- und Aufklärungstätigkeit möglich.

Noch ein Letztes darf nicht vergessen werden: das stete Unterstützen und Lesen der eigenen Par­teipresse. Auch hier können wir nur vom Gegner.

Neue Präfekten in Elsatz.

wtb. Paris, 2. Mai. (Sig. Meld.) Der in, gestrigen Ministerrat beschlossene Prafekten-Schub wird, wie der „Matin" berichtet, auch die Ab­lösung der beiden elsässischen Präfekten in sich schließen. An die Stelle des Präfekten des Depar­tements Unterelfaß in Straßburg Borromee, soll der Verwalter der Natlonalbibllothek, Roland Marcel, treten. Der Präfekt des Departements Oberelfaß in Kalmar, Susini, soll durch den rat Noel ersetzt werden, der bisher mit dem französischen Oberkommissar Tirard im Rheinland zusammengearbeitet hat.

Rheinischer Frühling.

Es war im Zuge unterhalb Koblenz. Mein Auge hifsg gebannt an der Blütensülle der rheinischen Land­schaft. Da waren die Berghänge wie mit weißen Wol­ken bedeckt, Wolken, die aus einer Unmenge blühender Kirfchbäume bestanden. Davor der breite, von Schilfen und Dampfern belebte Strom, Ortschaften mit zusam­mengeduckten grauen Häusern und spitzen Kirchtürmen dazwischen, fast erdrückt von der Fülle blühender Herr­lichkeit.

Ein Herr, der mir schon längere Zeit gegenüber saß, fragte: „Was sagen Sie zu unserem Frühling?"

Aus meine begeisterten Worte meinte er: „Glau­ben Sie nicht, daß es gescheiter wäre, wenn alle die­jenigen, die jetzt nach Meran oder sonstwohin ins Aus­land fahren, hierher kämen? Schöner kann es doch jetzt nirgends fein."

Und nach einer Weile, während der ich wieder hm- ausgefchaut hatte auf das vorüberfliegende Bild, dessen Lieblichkeit selbst der regengraue Tag nur zu dämpfen vermochte, begann mein Nachbar wieder: „Wenn ich zu befehlen hätte, würden auf alle Auslandsreisen Steuern gelegt, und zwar nicht zu wenig. Das würde vielleicht die gerechtesten von allen Steuern fein, denn einen Armen würde sie bestimmt nicht treffen. Und die Leute würden gezwungen, sich erst im eigenen Va­terland gründlich umzusehen. Das würde auch nichts schaden."

Ich stimmte zu, verhehlte aber auch meine Zweifel an der Sache nicht und sagte, ein solches Gesetz würde wohl schwerlich zustande kommen, denn die es machen müßten, die reisten wohl seü>er gerne ins Ausland.

„Ja, ja, die es machen müßten . . murmelte me:n Rheinländer und versank in Schweigen, und das war

Dr. Delaunay — offenbar ein Vorläufer unsere chopathen — behauptete, man könne Charakter un higkeiten eines Menschen aus den geringsten ketten erkennen. Ob eine Köchin gut sei, ersene daraus, wie sie einen Teller reinigt. Drehe ste links nach rechts in der Richtung des Uhrzeigers, I sie das Zeug zu einer guten Köchin, andernsall» sie zu ihrem Beruf unfähig. Auch wenn sonst l einen Kreis von rechts nach links zeichne, so se- Beweis seiner Fähigkeit. Die Frauen, behäng ungalanter Weise, zeichneten ihn von rechts naa Zentrifugale Bewegungen seien für die Intel!:g rakteristisch, centripetale bedeuten das Gegent«>--

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Ein Symbol für große Wirkungen kleiner -k dürste der elektrische Knops sein, aus den man öti zerstörende Explosionen hervorzubringen

* Zusammentritt der französischen Grenzbeft- stigungstommission. Aus Paris wird gemeldet: Die beratende Kommission für die Grenzbefestigungs- arbeiten ist unter dem Vorsitz von Krtegsminpter Maginot zusammengetreten. Es wurden verschie­dene die Grenzverteidigung, namentllch die Ent- eignung der Wälder und der Bergwerksgebiete, betreffende Fragen erörtert. Ein von mehreren mit der Prüfung der Angelegenheit betrauter Aas- schußmitglieder vorgelegter Bericht wurde geneh­migt.

grünen Saaten, die schon fast kniehoch standen.

bei an grünenden Wäldern riß uns der Zug, und irn-

* Zum Unfall des Fliegers Espenlaub. Zu dem bereits mitgeteilten Unfall des Raketenfliegers Espenlaub in Bremerhaven wird noch gemel­det: Um zunächst einige Anfangsgeschwindigkeit zu bekommen, wunde das Raketenflugzeug durch ein Gummitau nach Art der Segelflüge_in Bewe­gung gesetzt. Espenlaub, der selbst am Steuer saß, zündete dann die schwächste Rakete an. Das Flug­zeug stieg sehr schön und gleichmäßig auf. Die zweite Rakete beschleunigte den Flug noch. Bei der dritten Rakete gab es einen Knall. Anscheinend rft Espenlaub hierbei etwas nervös geworden und hat das Flugzeug, das eine Höhe von etwa 10 m. hatte, zu sehr gedrückt, wodurch es hart auf den Boden aufsetzte. Die Kabine ist dabei zerdrückt worden. Espenlaub selbst ist leicht ver­letzt. Er konnte sich noch selbst zum Auto begeben, das ihn zum St. Josephs-Hospital brachte. Dort wurde er sofort von einem Chirurgen verbunden,

ein junger virginischer Offizier in einem pensylvanhche Urwald einen Schuß ab feuerte und dadurch einen Kn« enllochte, der sechzig Jahre dauerte, Frankreich K- amerikanischen Kolonien kostete und die große ameru nische Republik schuf.

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Wenn die Ras der Klcopatra kürzer gewesen w« sagt Pascal bekanntlich, so würde die Welt heute and aussehen. Dann hätte die Schlacht bei Actium * stattgefunden und Rom wäre kein Kaiserreich gewor Kleopatra hätte bei geringerer Schönheit Antonius > fesseln können, und dieser würde von Augustus nicht siegt worden sein.

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Giotto würde ein einfacher Schafhirte geblieben i wenn Cimabue nicht feine Zeichnung zufällig gell hätte, auf welcher eines der Schafe abgebildet war.

der eine Reihe von Kopfwunden seststellte. Es sind Nase, Augen und Hinterkopf verletzt. Espen­laub wird in einigen Tagen das Krankenhaus wie­der verlassen können. j

* Am-rikamsch-r Masscnprozeß wegen verböte- neu Mkoohihandels. Das Bundesgericht m Chi- kago hat das Verfahren gegen 25 Mitglieder des Rumkonzerns eröffnet, der unter der Ober­leitung des berüchtigten Capone tn ganz -Illinois und Wisconsind Betriebe unterhielt. Die Fabriken und Destillationen sollen in den letzten zwei­einhalb Jahren rund 20000 .Hektoliter Rum her- gestellt haben.

Zeppelm wieder auf Fahrt.

wtb. Friedrichshafen, 2. Mai. (Eig Meld.) Hem, vormittag um 8.02 Uhr stieg das Luftschiff Graf Ze?, pclin bei herrlichem Sonnenschein 3U feiner S onder- fahrt in die Schweiz auf. An Bord befinden sich 35 Fahrgäste. Die Führung liegt >ni den Hande» des Luftschisfkapitans von Schiller. Die Jbitffaprt dürste nachmittags zwischen 4 und o Uhr zu erwarten sein. —

* Sie wollten den „Geist" austreiben. Havai meldet aus Las Palmas, daß 12 Personen verhaf­tet wurden und die Verhaftung von weiteren 2- Personen angekündigt worden ist, weil sie aus spiritistisches'Anraten ein Mädchen, das sich, ms Opfer zur Verfügung gestellt hatte, um emei „Geist auszutreiben", totgeschlagen hatten.

lernen. Die sozialdemokratische Presse hat rund 1,3 Millionen Dauerabonnenten. Würden wir eine Statistik aufstellen müssen über die Abonnentenzahl der Zentrumspresse, wir könnten wohl lieber« raschungen nach der unangenhmen Seite erleben. Hier gilt es also ebenfalls, noch vieles nachzuholen und einzuholen.

Gerade heute, wo das Volk nach Hilfe ruft ge­gen die feindlichen Kulturmächte, gegen die Un­moral, Sittenlosigkeit, wo an den Grundfesten des Christentums gerüttelt wird, haben wir sogar die heilige Pflicht, die gute Presse zu unterstützen und sie zur wirksamen Abwehrwaffe zu machen. Ge­geneinwände, als fei die Zentrumspresse nicht auf der Höhe, würde nicht so viel bieten, wie andere Blätter, fei nicht modern usw., sind leere Aus­flüchte. Unsere Zeitungen halten jedem Vergleich mit der gegnerischen Presse Stand, sie stehen in ihrer Leistungskraft gerade den wirtschaftlich mit gewaltigen Mitteln ausgeftatteten Organen der Gegner' nicht nach. Die Opferwilligkeit unserer Zentrumsverleger muß hoch anerkannt werden, ebenso die stille, aber unsäglich schwere Arbeit un­serer sich für die Partei und ihre Entwicklung täg­lich und stündlich mit ihrer ganzen Kraft einfetzen- den Zentrumsredakteure. Das muß von einem alten Zentrumskämpfer auch an dieser Stelle ein­mal gesagt werden. _______ , nf ]

Wir haben in der besten Absicht unsere Aus- | führunqen gemacht, aus Liebe zur Partei und aus Sorge um ihre Zukunft. An unseren Freunden in Stadt und Land liegt es nun, neue Wege zu schaf­fen den alten, opferbereiten Zentrumsgeist wieder lebendig werden zu lassen. Dann werden wir eines Tages voller Stolz auch unsere Erfolge in immer wachsenden Zahlen im Parteibericht bekanntgeben

I können. ___

♦ Wechsel in der Führung des Oaues Mecklen- | bnrg-Lübeck der Nationalsozialisten. Wie der C.

Das Gesetz, mit welchem der Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1930 eingebracht wird, und das diesen Haushalt mit fast 8,5 Milliarden Rm. mit Einnahmen und Ausgaben festsetzt, gibt der Reichsregierung eine Anzahl Ermächtigungen. So wird der Reichsfinanzminister ermächtigt, zur Be­streitung außerordentlicher Ausgaben aus früheren Rechnungsjahren die Summe von 849 Mtst. Rm. und zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben im Rechnungsjahr 1930 die Summe von 25 Mill. Rm. im Wege des Kredits zu beschaffen. Die frü­her erteilten Ermächtigungen zur Aufnahme von Krediten treten insoweit außer Kraft, als von ihnen noch kein Gebrauch gemacht ist.

Weiter wird der Reichsregierung die Ermäch­tigung erteilt, Reichsanteihen zur Stützung ihres Kurses zurückzukaufen.

Ferner wird der Reichsfinanzminister ermäd)ttgt: a) zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Reichshauptkasse bis zu 500 Millionen Rm. im Wege des Kredits flüssig zu machen; ,

b) der Reichsmonopolverwaltung für Brannt­wein zur Beschaffung eines Betriebsmittelfonds bis zu 75 Millionen Rm. zur Verfügung zu stellen.

Zur Deckung der Fehlbeträge aus dem Rech­nungsjahr 1928 und 1929 soll auf Grund einer weiteret! Ermächtigung die Summe von 453 Mill. Rm. im Wege des Kredits beschafft werden.

Eine sehr wichtige Ermächtigung bezieht sich sodann auf die Beschaffung der Mittel für die erste Mobilisierungsanleihe. Hierfür kann die Reichs­regierung bis zu 100 Mill. Dollar im Wege der Beteiligung freimachen.

Der Erlös fließt der Deutschen Reichsbahnge-

N B.-Presse-Dienst aus Schwerin meroet, tji Gauführer des Gaues Mecklenburg-Lubeck der Nationalsozialistischen Parte., Landtagsabgeord. ncter Hildebrandt, von dem Reichsfuhrer Adolf Hitler zum 1. Mai s e i n es P oste ns ent. hoben worden. Er wird vorläufig für die Zeit von sechs Monaten beurlaubt, worauf, wie unter, richtete Kreise glauben, die endgültige Ent­lassung aus der Gauführerschaft folgen durfte Als neuer Gauführer für Mecklenburg-Lübeck yt der Diplomlandwirt Dr. Albrecht aus ringen von Adolf Hitler berufen.

Wirbelsturm in Amerika.

Ein Tornado verwüstet die Staaten Nebraska und Kansas. — Zahlreiche Todesopfer. — viele häuf-r zerstört.

wtb. Omara, 2. Mai. (Eig. Meldg.). Ein Tor­nado richtete in einer größeren Anzahl von Städten Nebraskas riesigen Schaden an. Die Zahl der To­ten und Verletzten steht noch nicht fest, doch wer­den schwere Verluste befürchtet.

Von dem Wirbelsturm wurden auch das nörd­liche Kansas und die Umgebung von Milwaukee heirngelucht Im Staate Nebraska wurde durch den Tornado, der eine 120 Kim. lange Zickzack­bahn riß, zahlreiche Häuser völlig zer­stört, sodaß genaue Angaben über Verluste an Menschenleben und Vieh erst allmählich eintreffen werden. In Tekanah wurden nach den bisher vorliegenden Meldungen 6 Personen getötet und eine große Anzahl schwer verletzt. In Tecum- seh wurden drei Personen getötet und 100 ver­letzt. Im Staate Kansas ist besonders die Stadt Winchester schwer mitgenommen worden. Um Mit­ternacht sind Züge und Rettungswagen aus den umliegenden Städten abgegangen. Nach heute früh eingegangenen Meldungen beträgt die Zah 1 der To t e n in Kansas und Nebraska 71, die der Vermißten 6. Auch andere Staaten des mittleren Westens haben durch Wolkenbrüche und schwere Stürme großen Schaden erlitten.

Kleine Ursachen.

Von L. Salmon.

Berechtigte Uebersetzung aus dem Englischen.

Als Leopold von Banke Stoss für seine Geschichts­schreibung sammelte, erlebte er eines Tages in seinem Geburtsort, daß eine Brücke brach und mehrere Per- fonen ins Wasser geschleudert wurden. Von Leuten, welche bei der Katastrophe anwesend waren, sagte der Eine: Ich sah die Brücke fallen. Ein dicker Mann ging hinüber und stürzte hinein. Außerdem waren noch zwei Frauen darauf und ein Mann mit einem weißen Pferde.

Es waren zwei Kinder darauf, erklärte ein anderer Zuschauer, und der Reiter saß auf einem schwarzen Pferde.

Nun, dachte Ranke, wenn es unmöglich ist, die Wahr­heit über ein Ereignis zu erfahren, das am Hellen Tage vor kurzer Zeit passierte, wie kann ich die Wahrheit von Geschichten behaupten, die Hunderte von Jahren zu- rückliegenl

In der Tat beruhen viele Krisen der Geschichte auf sehr geringfügigen Ursachen. Ein Glas Wein änderte die Geschichte Frankreichs in einem Zeitraum von zwan­zig Jahren. Der Herzog von Orleans, Sohn des Königs Louis Philippe und Thronfolger, trank nie mehr als eine bestimmte Anzahl Gläser Wein, weil ein Glas mehr ihn betrunken gemacht hätte. Eines Tages aber vergaß er die Zahl und trank ein Glas mehr. Er bestieg seinen Wagen, aber während der Fahrt entglitten ihm die Zü­gel, die Pferde gingen durch, der Herzog wurde heraus­geschleudert und blieb tot liegen. Die Folge war, daß die Familie Orleans des Thrones verlustig ging.

Wenn Grenville im Parlament nicht beantragt hätte, die amerikanischen Pflanzungen zu besteuern, so wären die Bereinigten Staaten noch heute englisch.

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Es ist sonderbar, sagt Thackeray, daß im Sabre 1765

Rittergut in Flammen.

Sechs Gebäude eingeäschert. — 50 Sähe verbrannt.

Die Insel Rügen ist am Donnerstag wieder te Schauplatz eines verheerenden Brandunglucks gemot den. Gegen 13 Uhr brach auf dem Rittergut Dumsi witz bei Bergen in einer langen strohgedeckten wcheu Feuer aus. Infolge des starken Ostwindes gerieten na einander drei große gefüllte Scheunen, der Kuhstau, t Pferde- und Schweinestall in Brand. Die ungeyei« Hitze machten Rettungsarbeiten unmöglich. Bon oi . ganzen Gute sind nur das Herrenhaus und eine tte« : jcheune verschont geblieben. Alle sechs Gebäude sm innerhalb kurzer Zeit vernichtet worden. Der Schaoe ist noch nicht zu Übersehen. 50 Kühe, der größte T.il o Pferde- und Schweinebestandes, ein Teil der lavown schaftlichen Maschinen, viel Getreide- und Strohvorro sind verbrannt. Das Unglück ist dadurch entstanden, d einige Jungen, die hinter der Scheune rauchten, art)ti' mit dem Feuer umgingen. ________ H

In wenigen Stunden sührt uns der Schnellzug aus dem festlichen Blütengepräge des Rheines in unsere Rhön, die im Vergleiche zur rheinischen Landschaft noch winterlich kahl anmutet. Aber wenn dort die Herr­lichkeit vergeht, wird sie bei uns auferstehen, und wir haben die frohe Erwartung dessen, was bort schon er« L.