NILS
,Die freie Tochter der Natur" tritt
sie losgelassen!
Grüße aus der Ewigkeit.
M. M.
und
wenn man
c s
Müdigkeit übermannt uns endlich.
(Schluß folgt.)
wechselt daß wir
ein starker Geruch bemerkbar, an den wir uns schier nicht gewöhnen können. Die Pferde fressen, klirren mit den Ketten, stampfen mit den Hufen; eine ewige Unruhe, wir können nicht schlafen. — Mitternacht, die
dem Menschen, der ihre Gewalt leichtsinnig entfesselt hat, gerade hier oft mit furchtbarer Macht entgegen.
dunkel.
alles ist
Wir liegen in einem stall- aber leer. Wir liegen auf Lager. Da aber kommt in
ist bie dende itunft
Schweizer-Bauer einzige ein „ja", uns auch. —
Nun wird es artigen Gebäude,
n die mzert
große Werte vernichtet, ein ganzes Dorf gefährdet; Menschen wurden beim Kampf mit dem wilden Element an ihrer Gesundheit geschädigt; Tiere des Waldes waren erstickt und verbrannt.
„Bewahrt das Feuer und das Licht!" Der Ruf des menschenfreundlichen Nachtwächters von Anno dazumal ist in den Städten verklungen. Die weite Ver- breitung des elektrischen Lichts, die Bauart der Häuser, die Bervollkommnung der Brandverhütungs- und der Feuerlöscheinrichtungen vermindern die Brandgefahren. Gleichwohl ist Mahnen und Aufklären im Kampf gegen den Feuerkobold noch lange nicht entbehrlich geworden. Aber doppelt und dreifach ist es vonnöten zum Schutz von Wald, Heide und Moor gerade jetzt, wo Frühling und Sommer vor der Türe stehen. Denn „Wehe, wenn
kein Wort mit uns. Das übernachten können, genügt
bildung auf dem Lande zu besprechen. Das ist Sache der Bozirkspräsides und der Bezirkspräfektinnen der Iungfrauenvereine, da zum Aufbruch zu rufen und moderner Arbeit die Wege zu bereiten. Auch viele andere können und werden mittun, weites doch auch von dieser Arbeit abhängt, ob das neue Dorf Wirklichkeit wird. Man darf sich freuen, daß so- viele gute Frauenhände sich regen und Frauenherzen dafür glühen, unserer christlichen Heimat ein christliches Landvolk zu erhalten, katholische Mädchen heranbilden zu helfen in der Marienschule der Kongregation, deren Blick geöffnet ist für die Fragen von Zeit und Ewigkeit. Auf solche Mädchen wartet das Dorf, auf Mädchen, die das Leben kennen und die stark genug find, den Fluten der Tiefe zu entweichen und die geläutert und geschult sind für die geistigen Kämpfe, die heute im Dorfe ausgetragen werden.
Ihr katholischen Mädchen vom Dorf! Ihr habt ein hartes Leben der Arbeit und der Pflicht. Aber ihr seid auch reich. Reich an Kräften der Religion, wenn chr Maria gehört —! Reich an helfender Güte und versöhnender Liebe in der Familie und in der Dorfgemeinschaft — und reich an Berufs- und Lebensfreude, wenn ihr rechte Christen seid. Spendet freudig von diesem Reichtum auch den Dorfbewohnern und helft uns bringen, soweit ihr könnt, den herrlichen Jugend- F rühling im neuen Dorf.
Bon der auslandsdeulscheu Zugenb.
Gründung eines „Bundes der Deutschen katholischen Iugendvereine" im Banat.
In Temesvar, dem Mittelpunkt des rumänischen Banates, traten jüngst die Vertreter von 3 8 schwäbischen Jugendvereinen zusammen, um einen „Bund der Deutschen Iugendvereine des Banats" zu gründen. Die seit Jahren schon bestehenden Vereine konnten auch bisher auf ein Stück fleißiger und erfolggekrönter Einzelarbeit zurückblicken, aber immer stärker zeigte sich in ihnen der Zusammenfassungswille. Dies kam auch im vorigen Jahre auf der großen Jugendtagung in Saderlach zum Ausdruck. So konnte im Januar dieses Jahres der Vorbereitungsausschuß unter großer Anteilnahme der gesamten schwäbischen und katholischen Bevölkerung des Banats den Grundstein zum neuen Verbände legen. Außer 52 Jugendvereinsmitgliedern hatten auch 21 Geistliche und 23 Lehrer der Einladung Folge geleistet, eine Tatsache, die einen Rückschluß aus das gute Einvernehmen dieser beiden Stände im Banat schließen läßt, und zu der Erwartung berechtigt, daß auch in Zukunft Glaube und Volkstum im Banater Schwabentum nicht gefährdet sein werden. Die Gründungsversammlung im Festsaale der „Banatia" im katholischen deutschen Lehrerseminar zeigte von neuem das treue Festhalten unserer Schwaben an ihrem Volkstum.
Zum Protektor des Bundes wurde satzungsgemäß der jeweilige Bischof von Temesvar gewählt. Bischof Dr. Augustin Pacha, der als Förderer der Jugendbewegung im Banat bereits große Verdienste hat, nahm das Protektorat gern an. Zum Obmann wurde Professor Dr. Nischbach, der Leiter der katholischen deutschen Lehrerbildungsanstalt und Direktor des Schülerheims „Banatia" in Temesvar, gewählt. Professor Dr. Nischbach hat mit Dr. Hans Weresch bereits vor einem Jahre die Zeitschrift „Der Jugendfreund" gegründet, die nun dem neuen Verbände als offizielles Organ dient. Im Anschluß an die Gründung fand ein Jugendführerkurs statt, der zum Thema die Synthese „Glaube und Volkstum" nahm und den Jungmannen in überzeugender Weise zeigte, wie eng diese beiden Begriffe im Volksleben miteinander verbunden sind.
Eltern, wie alljährlich, die wanderfrohe Jugend an die Gefahren und schlimmen Folgen des unvorsichtigen Umgangs mit Feuer auf ihren Wegen in die Natur erinnern müssen. Aber eigentlich handelt es sich um allzeit gültige Mahnungen. Denn schnee- und regenlose Wenter- und Vorfrühlingszeiten gebieten die gleiche Achtsamkeit, auch wenn befristete Einzelverbote noch nicht In Kraft getreten sind. Polizeiliche Bestimmungen und Erinnerungen der Schule sind nur Hilfsmittel auf einem Erziehungsweg, der schon bei den ganz Kleinen beginnen muß. In ihnen soll Liebe zu den Geschöpfen in Feld und Wald, Gefühl für das Werden und Vergehen in der Natur, Blick und Sinn für all die schönen Formen und Farben, Achtung vor fremdem Eigentum und Achtsamkeit im Umgang damit geweckt werden. Ein Kind, das aus rohem Mutwillen alle Blumen am Wege mit einem Stecken köpft oder aus Lust am angstvollen Geschrei des Vogelpaares seine Jungen aus dem Nest im Baum nimmt, möchte möglichst auch sehen, was Schlimmes aus einem leichtsinnig angezündeten Heidebrand wird. Spiel mit Feuer im Freien, getrieben von Menschen, die „sich dabei nichts weiter gedacht hatten", ist auch nicht entschuldbar, denn man muß sich dabei etwas denken, wenn man willkürlich große Gefahren heraufbeschwört.
Schön sind alte Sitten, wie das Abbrennen mächtiger Holzstöße oder das Abrollen von Feuerrädern die Hänge herunter zur Feier des Hutzelsonntags oder der Sonnenwende. Aber der sinnige Brauch und die Tatsache, daß es meist gut augeht, machen nicht frei von der Haftung bei schlimmem Ausgang.
Die Morgen Wald, Heide, Moor und Wiese, die alljährlich in Flammen aufgehen, zählen nach tausenden. Ost bleiben die Ursachen ungeklärt, aber meist ist's der achtlos fortgeworfene Zigarettenstummel, die leichtfertig abgeklopste Pfeife des Beerensuchers, das nicht sorglich ausgegossene Feuer einer heimlichen und vorzeitig verlassenen Abkochstelle, das Spiel von Kindern mit Streichhölzern usw. Die Umgebung unserer großen'Städte und deren fernere Ausfallsgegenden find natürlich den ge- dankenlofen Brandstiftern am meisten preisgegeben. Da ists der Dauerwald, auf den man unter Verzicht auf die sonst so nötige Nutzung alle Liebe zum Segen der As- phaltmenschen verwendet. Dort sinds erholsame Heideflächen mit vielhundertjährigen Wachholdern, und dann wieder Baumseltenheitn, uralte Grenzbäume und bergt. Aber weil der eine ehrwürdige Riese eine morsche Höhlung hat, in der sich so gut „kokeln" ließ, oder weil das Wachholdergezweig so schön knisterte und knallte, konnten unverantwortliche Gesellen den Brandfrevel nicht unterlassen. Und danmwars wieder wie oft: „Kleine Ursachen, große Wirkung".^ Ein unerwarteter Windstoß hatte das Feuer in die Schonung und von da in die Wipfel des Hochwalds getrieben. Oder ein mächtiger Moorbrand war aus einem „harmlosen Feuerchen" geworden, hatte
kleine Mitteilungen.
Sine Jugendherberge in Lauterbach.
Aus Lauterbach kommt folgende Meldung: Eine schöne Jugendherberge soll hier erri tet werden. Das Skinnersche Anwesen am städtischen Volksbad, das direkt am Stadtpark iegt, ist zur Aufnahme der Jugendherberge ausersehen. Die Stadtverwaltung stellt das Gebäude zur Verfügung, während die innere Einrichtung durch den Jugendherbergsverband erfolgen wird. Das wunderbar gelegene neue Jugend-Wanderheim wird sicher einen großen Fremdenverkehr anziehen. Außer einem Tag- und Küchenraum sind Schlafräume mit :'O Betten vorgesehen.
An diese Meldung darf man die Frage anknüpfen, wird es in den nächsten Jahrzehnten möglich fein, auch der Fuldaer Jugendherberge ein eigenes Gebäude zur Verfügung zu stellen? Es wird Zeit, daß sie vom Dachboden des S-stosses in Helle und wohnliche Räume verlegt wird. L5as in anderen 1 dien durchgesetzt worden ist, das sollte auch m Fulda nicht unmöglich sein.
jiocf; eine andere Preisfrage. Wer g'rubt, daß das neue Bad in der Rosenau noch in diesem Jahre fertig wird. Die Badezeit beginnt bald.
Unterlassen wir es, das Unbeschreibliche zu schildern. — Benedicat terra Dominum, lobpreise deinen Schöpfer, o Erde. — Von Ferne ertönt das Läuten der Alpen- kühe, erst ganz leise und fern, dann immer näher kommend und sich verstärkend; bis auf einmal eine stattliche Herde hinter dem nahen Felsvorsprung austaucht. Sie erklettern die Höhe, um sich von dem spärlichen Gras zu sättigen. Idyllisch läutet es durch di« Berge und Triften, von verschiedenen Seiten, den Frieden nicht störend, nur mehrend. Der Hütbub singt ein Lied und knallt mit der Peitsche, um das Vieh schneller auf die Höhe zu treiben. Jetzt öffnen sich auch die naheliegenden Sennhütten. Die Sennerin tritt an den Brunnen und schöpft stisches Wasser. In den nahen Verkaufsbuden wir des auch bald wach und die Verkäuferinnen beeilen sich, ihre Waren zur Schau zu stellen.
Wir packen aus, um einen kräftigen Morgenimbiß zu nehmen. Ein eigenartiges Surren verkündet das Nahen der Arth-Rigi-Bahn. Sie setzt eine große Menge Wanderer aus. Jetzt wird es hier lebendig, ja fast ungemütlich. Gentleman's, Baedeckerbewaffnet, erklimmen die Höhe, um mit dem Fernglas die Gegend aus« zukundschaften. Schulgruppen umlagern lärmend die Verkaufsbuden, während eine Gruppe englischer Girl's sich kichernd im taufrischen Gras tummelt. —
Die Sonne steigt hoher und vertreibt die fröftelnbe Kühle und jagt die Nebelmassen in die Täler. Uns wird es in dieser Gesellschaft bald ungemütlich, wir schicken uns an abzusteigen, in dem Glauben, den schönsten Teil des Tages verlebt zu haben. Unten im Tale ein graues Nebelmeer, die Seen bedeckend. Sichtlich wird es von der Morgensonne zurückgedrängt. Nur noch vereinzelt steigen kleine Wolken empor, umziehen die Kuppe und hüllen uns für einige Augenblicke in dichten Nebel, bis sie vor der Sonne wie Seifenblasen zergehen. Die Sonne bleibt Siegerin und treibt mit kräftigem Windstoß die Nebelmassen in die Talenge.
Neue Bilder zu unseren Füßen. Der Vierwald- st ä 11 e r • S e e, tief blau sich abhebend gegenüber den
Scherz darüber gehen zu lassen. Die Hauptsache, wie das Haus so auch unser Zimmer ganz und gar sauber.
„Was wünschen die Herren zu speisen? Abendessen 3,50 Fr. Kasfee . .
Und stille wird es rings umher. Entschuldigen Sie, mir sind Selbstversorger".
Wirklich, der Wirtin darf man es nicht für Übel nehmen. Von der Alpenlust kann man auch nicht leben, deshalb muß sie sich wundern über ihre seltsamen Gäste. Das scheint ihr noch nie vorgekommen zu sein. — Unser Abendessen kostete keine 3 Mark.
„Wann dürfen wir morgen stütz das Haus verlassen?"
„So früh Sie wollen, schließen Sie ruhig von innen auf".
Bedenken. Ob es ehrliches Spiel ist mit den beiden! „Wann wollen die Herren bezahlen?"
Wir nehmen es hin. Jetzt aber voran. Das Zimmer ist teuer, das Bett gut, für unser Geld wollen wir uns ausschlafen. — Gute Nacht! Hoffentlich wachen wir früh genug auf! . . . St, st, mach mal Licht. Schau mal, wieviel Uhr es ist! 1 Uhr erst, schlaf doch weiter!
grauen Felswänden der nahen Berge. Im gegenüber durch eine schmale Landzunge getrennt der Zuger-See, in zwei gewaltige Bergrücken eingeschlossen. Die Seen sind umkränzt von Städten und Dörfern, die sich mit ihren weißgekalkten Alpenhäuschen und ihrem barok- tenem Kirchturm dem Landschaftsbild idyllisch anschmiegen. Seltsam, die wundervolle Klarheit dauert nur einige Minuten und haarfeiner Nebelschleier überzieht die ganze Landschaft. Wir steigen ab in das Sagenland Tell. —
Gersau. „Autosonderfahrt zum Rhonegletscher." Fragen kostet nichts, wäre besser als gelaufen. — „25 Franken." Zu teuer. „Leider ist aber für morgen das Auto schon besetzt. Vielleicht könnten Sie einen Tag später fahren." Es tut mir leid, ich bin bann leider nicht mehr hier. —
Brunnen. Heute muß das Uebemadjten unbedingt billig fein. So durchstöbern wir den Kurort, alles Bemühen vergeblich. Ein Hotel ist uns angepriesen, wo oft Jugendliche verkehren. Wir treffen durch Zufall die Frau auf offener Straße. Sie kümmert sich indessen wenig um uns arme Touristen und geht. Wir auch. Todmüde finden wir endlich eine Scheune im Wiesengrund, das Billigste. Der alte wortkarge
14. August. Nur noch vereinzell leuchten die Sterne, wie wir uns anschicken, von Rigi-Klösterli nach Rigi- Kulm empor zu steigen. Wir haben Mühe, den richtigen Weg einzuschlagen. Nach einstündiger Wanderung sind wir am Ziel. 1800 m. ü. N. N. Im Osten hämmert es und die Dunkelheit weicht sichtlich nach Westen zurück. Die Berge liegen in seltsamer Klarheit vor uns, erst schattenhaft, bann sich immer deutlicher gegen ben hellen Morgenhimmel abhebenb. Da kommt bie schlichte Morgensonne, selbst unsichtbar, von Gipfel zu Gipfel funkelnb unb breitet einen wahren Feuermantel um bie zahlreichen Bergspitzen. Alles ist so feierlich still unb einsam, als ob bie Berge selbst staunten ob her Farbenpracht unb Farbenfülle, bie her Schöpfer ihnen zu bieser Stunbe bereitet hat. Wir stehen unb schauen, beklommen. —
Vor einiger Zeit schrieb ein Dorfmädchen einen Brief an bie Leiterin eines Ausspracheabends. Man hatte bie Sage der Mäbchenwelt in Stadt und Land besprochen und war zu der Ansicht gekommen, daß das Mädchen am Lande alles in allem doch noch am besten Ein Mädchen schildert nun feine eigene Sage wib fragt an, was es tuen soll.
. Ich bin jetzt 18 Jahre alt. Meine Mutter ist tot. Diesen Sommer bekommt mein älterer Bru- btt bas Gut. Ich habe bis jetzt noch nichts verdient und für die Haushaltung auch wenig gelernt. Sie
fegten, wir sollten auf dem Lande bleiben. Da
"ächte ich auch. Ich will dem bäuerlichen Beruf nicht untreu werben. Aber ich muß doch auch etwas lernen. Das kann ich aber nicht, wenn ich bie Magd bei mei- | wm Bruder mache. Unb zudem verstehen wir beide uns sehr schlecht."
Denkt daran . . .
wenn Ihr am Lagerfeuer sitzt ober um den flammenden Holzstoß versammelt seid.
Wieder ist die Zeit gekommen, in der Lehrer
dichtem Stroh, ein schönes
später Abendstunde noch ein Mann, führt ein Pferd ein, wundert sich über die zwei seltsamen „Fohlen", gibt den Pferden zu fressen unb geht. Es ist sehr warm, die Fliegen quälen die Tiere. Der Mann muß ein Fliegengift ausgeftreut haben. Jedenfalls macht sich
Der Garten.
Zwischen grauen Häuserwänden, Zwischen Arbeit, Not und Plag Liegt ein fteundlich ftiUer Garten Wie ein Stückchen Feiertag.
Gokdne Sonnenstrahlen blitzen, Wiegen sich in Strauch und Baum; Auf dem Zaune sitzt ein Kätzchen, Schnurrt und blinzelt halb im Traum.
Blumendust erfüllt die Wege, Zieht am Mauerwerk hinauf, Sucht — ob nicht an dumpfen Stuben Irgendwo ein Fenster auf.
Unb das Vöglein in den Zweigen Singt ein Lied von Glück und Freud'; 's ist als brächt' der kleine Garten
Das neue Darf.
„Mag auch der Alaun die großen Zeilen bauen, e, steht unb fällt ein Darf mit feinen Frauen."
Das neue Dorf soll kein Phantasiegebilde sein. Es ^verwirklicht w e r b en, so gut unb schön, wie ntrschwache Menschen es nur fertig bringen. Der neue «msch, der das Zukunftsbild in sich ausgenommen unb jeßärthat, ist zur Bauarbeit berufen.
(Das „neue" Dorf! Das „neu" ist der Mahnruf zur (Erneuerung. Ein gesundes Volkstum aus den Kräften bäuerlicher und ländlicher Lebensart wecken unb ganzes Christentum gestalten, sind die zwei großen Erneuerungswege.
Dar neue Dorf wirb von der Jugend kommen. Sie kann ben Mut zum vollen Christentum in sich wecken unb bäuerliches Volkstum schaffen. Wir erleben heute , im deutschen Volke bie katholische Jungbauerndewegung. i Sie ift da. Wird ihr auch die katholische Landmädchenbewegung folgen? Sie darf nicht Ausbleiben. Denn bei der Gestaltung des neuen Dorfes haben die Mädchen gewaltig große und schone
„Mag auch der Mann die großen Zeiten bauen, es sicht unb fällt ein Volk mit feinen Frauen", läßt sich e mchcheiisgetteu auch auf bie Dorfmädchen und -Frauen e tomenben: Es sicht unb fällt ein Dorf mit feinen
man doch, daß sie vor unserer Arbeit keine Achtung haben. Ich sollte aber meinem Bruder ben Acker durcheinanderwühlen, wenn er gesät hat. Da sehen Sie, die Männer sind nicht gerecht gegen uns.
Ich weiß, es wird heute viel über uns Dorfmädchen geschimpft. Wir hätten keinen Bauernstolz. Wir wollten alle in bie Stabt, und wollten nichts schaffen. Bubikopf, feine Kleider, viel Geld haben und dazu noch leichtsinnig sein, das wollten wir. Freilich gibt es so welche. Aber ich glaube, daß die Männer auch viel Schuld dazu haben. Denken Sie nur, welche Mädchen auf dem Tanz am besten florieren. Die am frechsten gekleidet fhfb und von bäuerlicher Arbeit nichts wissen wollen. Auch sonst noch leichtsinnige. Wenn ich an meine Zukunft denke, wie wird die sein? Ich würde gern an einem Bauernhof Bäuerin werden. — Wer denken sie an mein Geld und an mein Können. Ist es nicht sehr schwer für ein Mädchen, es vorwärts zu bringen?" ....
Es tut uns gut, einmal in der Menschenseele zu lesen. Nicht wahr, die diesen Brief geschrieben hat, ist ein Mädchen vom neuen Dorf. Sie will bäuerlich sein. Obwohl es sehr schwer ist, bas harte Los zu trogen, das heute auf diesem Mädchen lastet. Solche Mädchen werden das Zukunstsschicksal des Dorfes bestimmen. Echte Bäuerinnen, christliche Frauen unb Mütter, Priesterinnen in der Familie! In einer solchen Seele sind die Zu- tunftsauf gäben der bäuerlichen Erziehung leicht zu wecken und die Kräfte; die eine solche Mutter in der Erziehung durch Wort, Beispiel und Gebet in bas Dorfganze einbaut, finb unersetzlich. Man wird auch auf dem Dorfe zu einer rechten Wertung des Mädchens und der Mädchen- arbeit kommen müssen und Sache der Väter und Brüder wird es fein, mit einer christlichen Wertung den Anfang zu machen. Wir sollen bie guten Kräfte, bie im Mädchen liegen, unb die für den Aufbau der neuen Dorffamilie unb Dorsgemeirkschaft unentbehrlich notwendig sind, fam- mein, schulen und dem Lande in ihrer ganzen Wirksamkeit erhalten.
Da wäre ein Wort zu sagen über moderne Kongregationsarbeit auf dem Lande. Man lese einmal nach, was auf dem letzten Verbands tag der Jungfrauenvereinigungen Deutschlands in Düsseldorf über diese Frage gesprochen worden ift. Der Bericht: „Gottes Gaden — Gottesaufgaben" bietet auch für die Mäbchenwelt am Lande wertvolle Anregungen. Man wird, um die ganze Not des Dorfes, die nicht bloß Wirt- fchafts- und Kulturnot ist, — ins Auge zu fassen und ihr wirksam entgegenzuarbeiten, bas ganze M a- rienibeal her katholischen Kirche der Mäb- chenw elt zeigen müssen, und bab ei nicht übersetzen dürfen, daß auch soziale Aufgaben unb kulturelle Aufgaben zu losen sind. Denn da liegen die Lebensgebiete, die die modernen Heiden am liebsten zuerst in Angriff nehmen, um nachher die Religion als überflüssig h : n- zu st eilen, ja sie sogar zu bekämpfen.
Moderne Kongrsgationsarbeit nimmt sich auch der irdischen Dinge an, der Fragen der Berufsausbildung unb Fortbildung, der Abwanderndenfrage, der Zeiffragen, der Vorbereitung auf Familie und Ehe. Das ganze Leben mit all feinen Fragen und Nöten gehört in ihr Aufgabengebiet. Es soll im Lichte des Marienideals erfaßt und geformt werden.
Da höre ich neulich von einem Dorfe. Da besteht in der Kongregation eine Gruppe von Mädchen, die ihre abwandernden Mitfchwestern betreuen. Stellenvermitteln helfen unb nachher jeden Monat jedem Mädchen einmal aus der Heimat schreiben. Am Herz-Iesu-Frei- tag abend nach der Andacht haben sie ihre Besprechung. Das ist seines Apostolat der Dorfmädchen.
Von einer anderen Gruppe hörte ich, die mit ihrem Seelsorger die Fragen: „Du und er" bespricht und von Mädchen hörte ich, daß sie für diese Besprechungen äußerst dankbar seien. »
Die Mädchen gehören zur Schicksals- und Erziehungs- gemeinschast des Dorfes. Da sind auch die Fragen von Kirmes und Fastnacht, von Festen unb Feiern wohl nicht ohne bie Mitarbeit der Dorfmädchen in Angriff zu nehmen. unb von dem Einfluß der neuen wachen weiblichen Dorfjugend wird es obhängen, ob die Vergnügungssucht, von der man am Lande spricht, abgelöst wird durch eine feine christliche Art zn feiern. Das verständnisvolle Zusammenarbeiten aller Erzieher und Dorfpädagogen wird das Zukunftsdorf auch durch Mitarbeit der Frauenkräfte gestalten.
Cs würde über den Rahmen des Themas hinaus- aetzen. im einzelnen die Methoden moderner Mädchen-
Schweizer-Fahrk.
B >lem T^buch eines Fuldaer Wanderburschen.
lackteUnsere Fahrräder lassen wir stehen, mit |S • /"Mister gehts aus Einsiedeln hinaus. Von
■hL 1 läuten alle Glocken, ein herrliches Konzert! idjt der Grund? Der Nebel hindert die 2fus« KL, c?® ®f6>rge. Morgen wirds hoffentlich besser Kjy jnödjte bie Alpen sehen. Es ist sehr heiß; »z, tojr Brunnen zum Wasserschöpfen gibt es ge- Iwo ja an alle Sorten gewohnt.
Set, bn^VnQ^^n ro*r? Jugenbherberge gibt es feine ■Ly- .**■ peinlich. Wir müssen möglichst weit hinauf, im i-L fcer Frühe ist am Rigi bie beste Aussicht. Ich Wi- ttu* r etmas Don Rigi-Klosterli, Kapuziner- L,n. alkoholfreies Hotel, bas kann gut wer- B* toi f*nCr’ tüi,ter Gebirgsbach, Felsgeröll. Hier Eahe. « 'r. 'Nnell Fußbad nehmen, niemand in der Re J,» aus zum Abtrocknen? Ach was, der Me za Stumpfes--„reine" Wolle.
®c smd schön, der Aufftieg trotzdem schwer. !*ite Broder Pförtner, wir sind . . nur für 5^ sn ’ Ue Nacht geht leider nicht, bas können mir BBrfrn,. ,ona( nicht zumuten. Ich rate Ihnen, gehen tMmh-rn1' ift sehr billig".
2* Unterfn' '®eri ^°tel aber ging es hoch nicht so leicht. ^B^en»men den Bergen ist halt teuer, unb müssen wir uns in unser Geschick fügen, man uns auch nicht bas schönste Zimmer, geöffnet: Fünfeckig ber Jnnen- L^Önben f °. tracht, bie Tapeten suchen sich von en 'lachen, teilweise ist ber Versuch Km tformni- Waschschüssel ein zum Lachen rei- bis Ein Stiefelknecht macht barauf auf« bn in den Alpen Gebirgsschuhe trägt. BH® ist h f-Q$ eines anstoßenden Hauses. — Gut, U' a'ur Sibt es uns Gelegenheit, manchen
diesen wenigen Sätzen liegt schon eine tiefe «adchennot verborgen. Unb trotz vieler Schwierigkeiten ein großer starker Le» °"^?.ille Zur Treue gegen den bäuerlichen Be- Wir wollen zu unserer weiblichen Landjugend das ertTAtxn haben, daß sie bie großen starken Kräfte, bie «fiöpfer ihr gegeben, zur Rettung des Bauerntums <7° bäuerlicher Lebensart einsetzt, wenn man es mäh*” nur möglich macht. Unb unsere Lanb- es nicht ganz leicht. Das zeigt auch fol- °a”f stelle aus dem Brief:
ein Bübchen vom Dorf gilt nicht viel. Manche BSrt *a fä°n dös, wenn bas Mädchen geboren Ein Junge wäre ihnen lieber gewesen, wenig- ■’tini k ®a.ter- tlub Vater und Brüder sind darin K fcA*’ * m'r nichts können und dumme Menschen ■ . ' ■®er Herrgott hat uns nun keine Mannesstärke l efa Vn' ®ir haben ja auch ganz andere Aufgaben F wenn Männer. Ich muß mich immer so ärgern, 2 im Hause alles geputzt habe unb bie Brü- E Sote ’G ®ater ""11 ich gar nichts sagen, weil er ber kommen mit ihren dreckigen Schuhen herein ^W^mchenmieder gleich alles schmutzig. Da sieht
Beilage zur Fuldaer Zeitung
30. April