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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk

Ilr. SS

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter".. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actlsndruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Mittwoch. 30. April 1930.

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57. Zchrg.

einer Sondersitzung auf Donnerstag Berlin einberufen. Als Auftakt zu dieser Ii

Schober auf Reisen

französischen, österreichischen und deutschen Journi- listen eine kur.ze Ercklärung ab, in der er zunächst für den ihm bereiteten überaus herzlichen Empfang dankte. Der Bundeskanzler fuhr fort: Ich habe die Einladung der Regierung der französischen Re» publik zu einem Besuch in Paris gern angenom­men. Ich schätze diese denkwürdige Einladung um­somehr, als ich weiß, mit welch schwierigen Auf­gaben die französische Regierung sich in diesen Ta­gen zu beschäftigen hat. Rach einem Hinweis auf

das Werk der Verfassungsreform gedachte der Bundeskanzler der Ergebnisse der Haager Konfe­renz urtb der Haltung, die Frankreich bei dieser Gelegenheit gegenüber Oesterreich eingenommen habe, und sagte: „Ich werde die Gelegenheit mei­nes Besuches in Paris dazu benutzen, den französi­schen Staatsmännern von neuem den Dank der österreichischen Republik für die Unterstützung aus­zusprechen, die sie Oesterreich im Haag hat'ange­deihen lassen. Mein Besuch in Paris wird daher nicht nur dem Interesse Oesterreichs, sondern auch der Aufrechterhaltung des europäi­schen Friedens und überdies dem Gedanken der europäischen Zusammenarbeit dienen".

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober weilt in Paris. Außenminister Briand hatte sich

Partei-Wandel.

Die Revolution im Jahre 1918 hat die deut­schen Parteien so verblüfft, daß sie in der ersten Aufregung nichts anderes zu tun wußten, als zu­nächst einmal ihre Namen zu ändern. Nur das Zentrum blieb nach einem hier und dort auf­getauchten Liebäugeln mit dem Namen Christliche Lolkspartei bei feiner angestammten Bezeichnung und bewies damit, wie erst recht mit der Politik, die es bis heute führt, daß es mehr besitzt als nur ein Programm, daß es über mehr verfügt, als über Zufallswähler, die gelegentlich auch anderswo mklopfen, daß es das ist, was andere so gerne sein möchten, eine Weltanschauungspar­tei

Es ist interessant, daß gerade heute, wo wir auf der Rechten das jähe Auseinandersplittern einer großen Masse beobachten, die „Kreuz-Zei­tung", die berufene Wahrerin deutsch-konservativer Tradition, einen Aufruf Hugenbergs, in dem van der beutfcb nationalen Weltanschau­ung die Rede war, ausdrücklich berichtigt und feststellt, eine deutschnationale Weltanschau­ung gebe es ebenso wenig wie eine volksparteiliche oder eine sozialdemokratische. Wohl aber gebe ss eine konservative, und in der Tat kann man ja wohl annehmen, daß die Deutschnationale Partei heute darum auseinanderbricht, weil vor fast 12 Jahren sich in ihr alles sammelte, was dem revo­lutionärem Gedanken in keiner Form Rechnung tra­gen woHte, und auch nicht außer den isitlichen Agra­riern mit einem bestimmten Wirtschaftsideal un- bedingt verbunden war. Was sich damals als anscheinend Neues ergab, war die Demokratische Partei, zunächst nur eine Fortsetzung des Fort­schrittes und des noch früheren Freisinnes, aber in den Wahlkämpfen um die Nationalversammlung schien sie ein von gedanklichen Inhalten erfüllter Träger des neuen Zeitwillens zu werden. Wäh­rend schon die letzten Jahrgänge der Fortschritt­lichen Vclk-partei eigentlich nicht leben und nicht sterben konnten, wurde die Demokratische Partei Mi einem Schlage zur Vertreterin einer großen Masse. Jeder erinnert sich aus der damaligen Zeit an knappe Unterhaltungen zu zweien und zu dreien, als deren Ergebnis, wenn es auf die Po­litik kam, sich regelmäßig die Antwort heraus­stellte, ich wähle demokratisch.

Seitdem hat sich vieles geändert. Die Reichss- Msdcmokraten dürften so ungefähr bei der Frak­tionsstärke ihrer letzten Friedensvorfahren angekommen sein, und es sieht nicht so aus, als fb gerade ein Massenansturm bei kommenden Wahlen zu erwarten sei. Von Zeit zu Zeit erleben ®'r das immer bedenkliche Symptom, daß ein Prominenter Kehrt macht und nicht gerade lautlos die Partei oder die Fraktion verläßt. Vor ein P«Qr Wochen war es Hellpach, gestern war -s M- frühere oldenburgische Ministerpräsident -kantzen. Dazu kommt eine steigende Gärung junet den sogenannten 3ungd e"m o f r a t e n, M.stch jetzt zur Gründung einer sozialrepu­blikanischen Bewegung verdichtet hat. Und was wollen diese Palastrebellen? Die Reichstags- lraktion gefällt ihnen nicht. Tantzen hält dis «euen Agrargesetze für eines Demokraten unwiir- W ®in kleineres Berliner Blatt empört sich

*m voraus gegen ein etwaiges Reichsfchul- xstst und spricht geradezu von einem Wüten der «eathon. Dabei ist eine kleine Erinnerung ge- aazu pikant, die in einem Blatt aufgefrischt ro, wonach nämlich, wie es dort heißt, feiner« 1 °e! der Gründung der Demokratischen Partei reiemann von klugen Professoren beiseite ge= ‘n8t und wie ein unartiger Schulbube vor die

gestellt worden sei. Stresemann hat bann Rationalliberale Partei in bie Deutsche Volks- ,tei umgewandelt, aber wie es darin aussieht, k uns ja am einwandfreiesten ©trefemanns Wger als Parteiführer D r. Scholz, der in W Tagen erneut zum Zusammenschluß ber w r» pEtischen Gruppen, worunter er außer ■~oIf£Partei mindestens noch die Demokraten

' bie Wirtschaftler versteht, aufgerufen hat mit o'el, daß nach anfänglichem Zusammengehen Mer fraktionellen Arbeitsgemeinschaft später ^®ne ausgesprochene Bindung entstehe.

ni-p „?ungdemokraten vermuten zwar, daß Liebeswerben zwar in der demokratischen wagsfraftion nicht ohne Echo bleibe, aber 'drer vielleicht umstrittensten, aber doch auch reiten Führer denkt bei einer Neugründung «t»as anderes und sagt geradezu: Was j.,' vll fallen. Und zu den fallenden

rep rechnet er sowohl die Deutsche Volkspar- x.E^ie eigene demokratische. Was wird nun F Der „Vorwärts" lagt sehr boshaft, cf L,'?aß bei einerSpaltung der Demo- , Erhaupt nichts Übrig bleibe und lat m^U119 Eft sicherlich nicht ganz unbe- anf s5 schot' daß die Jungen und die Al- ,uk der bürgerlichen Linken, denen es nicht

publikanisch genug zugeht, die Kraft des Hajen Linksgedankens überschätzen. Das, -b wollen, finden die Massen, wenn sie auf ^spekulieren, in voller Blüte und ohne die gen Begleiterscheinungen eines Partei-Um- »irhU r ues Breits bei den Sozialdemokraten, irf“. schon in dem gegenwärtigen Wirrwarr

Mnauslaufen, daß diese verschiedenen Grup- b»iis""ch nicht bie weltanschauliche Fundie- »w Scholz empfindet bas für seine «rteiier, in benen sicher mehr Wirtschafts- «ng geltend ist als naftonal-ethischer Jm- ~Os gilt tn gleicher Bedeutung für die De- N' während die Wirtschaftsparteiler ja ^.nwhl nichts sein wollen als eine Jnteres- ertretung.

er^radikalen Forderung, den Minister Diet- oem Kabinett zurückzuziehen, schon bald

Die britischen Kriegsdokumenke.

wtb. London, 29. April. (Eig. Meld.) Alle englischen Blätter veröffentlichen Auszüge aus dem 6. Band der brrttschen Dokumente zur Entstehung des Krieges.

Tsid ?um ersten Male veröffent­lichten Dokumente sollten die Deutschen davon über- Zeugen, daß Groß-Britannien an keinerlei machia- velistischer Verschwörung gegen sie beteiligt war unb daß seine Bemühungen um eine Einigung gut gemeint, aber erfolglos waren. Daily Herald, das Blatt der Arbeiterpartei, dagegen sieht in dem In­halt des Buches einen neuen Beweis dafür, daß schon lange vor 1914 die britische Regierung bereit war, Frankreich in einem Krieg gegen Deutschland zu unterstützen, und zwar nicht nur im Falle eines

Rechnung getragen wird, ober ob man in der »nicht eingeräumt werden, doch hat die l teilt wurden. Sollten sich gleiche Fälle auch in Reichstagsfraktion bie Dinge nicht so heftig ernp- I deutsche Regierung in Anbetracht der Tatsache, ' diesem Jahre ereignen, werben ebenfalls bie Ar- ftnbet wie sie klingen, muß sich ergeben. Das Aus- I daß der Nuntius der Vertreter einer Macht von I beitsgerufjte den Schutz der Arbeitswilligen zu scheiden der Demokraten aus der Regierungskoali- I großer Weltgeltung ist, mit der Deutschland nie- übernehmen haben. Wir sind außerdem der Auf- tkon würde natürlicherweise leicht auch eine Erschüt- i mals Krieg geführt hat oder führen wird, die faffung, daß schon auf Grund der Ankündigungen terung des Kabinetts nach sich ziehen, und vielleicht I Deutschland gegenüber immer nur in wohlwollen- I in den sozialistischen, noch mehr aber in den kom- trturbe dann der Wahlkampf schnell klären, worüber I der Neuttalität gestanden hat, nach Fühlungnahme I munistischen Zeitungen, und im Hinblick auf den sich augenblicklich bie Redner und Artrkelfchreiber I mit dem diplomatischen Korps sich entschlossen, dem blutigen Oster-Sonntag in Leipzig die Behörden dre Köpfe zerbrechen. I bei ihr beglaubigten apostolischen Nuntius künftig I verpflichtet wären, die Demonstrationsumzüge und

Lin feierlidiet- Anne« ftetinnthe I au5 Gründen der Courtoifie das Deka- I Versammlungen unter freiem Himmel im ganzen

(Ein ft'-rlicher Appell hellpachs. I nat/ b h. bie Eigenschaft des Doyen, zuzuge- Reiche zu verbieten. Die Gefahr erkennen, heißt

Auf einer Tagung des Demokratischen Wirt- I stehen. Der russische Botschafter in Berlin, als 1 sie im Entstehen bannen. Mögen bie Sozialisten

Ichaffsausschusses für Sachsen hielt Professor Dr. I rangältester Angehöriger des diplomatischen Korps, I und Kommunisten ruhig ihre Feste feiern wo und Hellpach (Heidelberg) einen Vortrag über I hat diese Entschließung in Form einer Zirkular- i wie sie wollen, nur verlangen wir, daß sie in ge-

Deutschlands innere Erneuerung an I noie den übrigen Missionschefs übermittelt. Am I schloffenen Lokalen abgehalten werden, die fried-

Haupt und Gliedern. I Freitag, den 2. Mai, vormittags, wird der Reichs- I liebende Bevölkerung vor politischem Rowdytum

Im Verlauf seiner Ausführungen beschäftigte I Präsident den apostolischen Nuntius Monsignore I geschützt wird. Es wäre eine Selbsttäuschung, wenn

er sich im besonderen mit der Bildung einer gro- I O r f e n i g o und den griechischen Gesandten Poll- 1 die Behörden annehmen wollten, daß die lieber«

feen Partei der Mitte. Dabei betonte er, I tis sowie den afghanischen Gesandten Abdul Hadi I wachung der Straßen ausreichen könnte, um Er-

daß das Zentrum das größte Interesse daran I Khan empfangen. I zesse yu verhindern. Das ist keine Kritik an den

habe, daß keine große politische Mittelpartei ent- | ■■■■■ „ ' I geplanten Maßnahmen, richtet sich auch nicht gegen

stehe, sondern daß das Schwergewicht einer solchen I I bie Polizeiorgane. Aber die Erfahrung lehrt uns,

großen bürgerlichen Partei nach rechts verlagert I von den Freidenkern. | niemals einem gefährlichen Optimismus sich hinzu-

werde. Das Zentrum wolle in der Mitte bleiben I VeraMtlhtn. 9lnthtrm Xi„ geben, sondern dafür um so größere Vorsicht wal-

uiid dadurch für alle Zukunft den A u s s ch l a g I vergeblicher Ansturm gegen die Kirchen. I tcn 3U lassen. Noch ist es nicht zu spät. Wir

nach rechts und links geben. Dicjse Taktik sei dem I Don besonderer Seite wird uns geschrieben: I verlangen fein Verbot der Feiern. Wir verlan- Reichskanzler Brüning schon jetzt gelungen, und I Immer mehr zeigt es sich, daß eine anti- I gen nur den Schutz der Bevölkerung, die Frei- die Lime von Tremranus und Lindeiner-Wildau I kirchliche Front mit zähem Ringen und ziel- I Haltung der Straßen.

sei durch Hebernahme Schieles in das Kabinett I bewußt am Werke ist. Nicht in offenen Kämpfen, * Gegen den Bau des Danzerschiffes B Die verwaschen und unf(ar geworden. Die Not der I sondern in der Art des Kleinkrieges soll gegen die ! hessische demokratische " and t'a a -

^eit erfordere aber schleunigste Grün- Kirche vorgegangen, sollen die GläMgen zum fraktion hat an die Reichstagsfraktion in Ber-

düng einer solchen Partei, um das notwendige I Austritt aus der Kirche veranlaßt wenden. Man lin das dringende Ersuchen gerichtet aeaen den

Schwergewicht gegen die Sozialdemokratie zu I rüttelt an den Grundfesten der Kultur, man ver- Bau d-s

schaffen. Deshalb richte er in diesem Augenblick I lemndet und hetzt. I 3 'J ° '

einen feierlichen Apell an die Führer der I In diesen Tagen ist auch der „Verband für I —————

Deutschen Volkspartei und der Demokratischen I Freidenkertum und Feuerbestattung" zur 25jöhri- I jlCUtüOhlCtl jt| SdtflfCtl? Partei, daß sie nicht weiter Vevsprechungen in die- I gen Jubiläumstagung in Berlin zusammengetre- I _. m *

ser Richtung machen, sondern endlich den entschei- I len. Man plant, sich in Zukunft nur noch „Deut- I ... Partei Instanzen der Sozialdemokratischen

denden Schritt tun sollen. I scher Freidenkeroerband" zu titulieren, die „Feuer- I Partei Sachsen haben in Gemeinschaft mit der

Wenn diese Tat bis Pfingsten nicht getan | bestattung" aus dem Firmenschild dagegen zu ent- I tanbtagsfraftmn^am oergangcnen Samstag den wäre, so stünde ein großer Kreis von Männern und 1 fernen. Dieser Verband beansprucht unser größtes I '<^P,r€Infuert' Koalitionsverhandlungen mit Frauen bereit, die dann entschlossen wären, den entschei- I Interesse, da er in der Tat eine bedeutende Ge- I E.Wirtschaftspartei nicht einzugehen. Ebenso

denden Schritt zu tun und wirklich «in Sammelbecken I fahr darf teilt. 1918 hat er nach einem Artikel des I ymrve °er von den Demokraten gemachte Vor-

sür eine große politische Mittelpartei zu schassen. | „Vorwärts" (Nr. 194) nur 3000 Mitglieder um- | schlag abgelehnt, eine bürgerliche Minderheitsre-

Man könnte nicht mehr länger warten, denn I faßt und zählt heute schon in nahezu 2000 Orts- I merung in Sachsen zu dulden. Ferner wurde für

die Notwendigkeiten des Staates müßten ziel- I gruppen weit über 600 000 Mitglieder. Dann jam- I 'öen Fall, daß die von den Demokraten für Mon-

bemufet in den Mittelpunkt der ganzen Politik ge- 1 wert der Artikel darüber, daß auch in den Krei- I W. öen 28- April, angeregten Verhandlungen zur

stellt werden. Die Stunde dafür fei reif I ftn der Arbeiterschaft die Freidenkerbewegung noch I Bildung einer Regierung der Großen Koalition

Cs helfe, so schloß Hellpach, kein Herumreden I nicht so Fuß gefaßt hat, wie die Sozialisten es I ergebnislos verlaufen würden, beschlossen, einen um den Kernpunkt der Dinge, es helfe kein passi- I wünschen. Wir lesen dort: I Antrag auf Landtagsauflösung einzubringen.

Des Abwarten mehr, jetzt müsse eine einfache Ent- I „Diese auf den ersten Blick befremdliche ideologi» I Sn den zwischen Demokraten und Volkspartei schließung und zielbewußte Führung das Notwen- I Kscheinung findet ihre natürliche Erklärung darin, I getrennt geführten Verhandlungen hat sich mm* öige schaffen I ba6 b,e Mach t d e r Kir ch e noch sehr stark ist, unser I mehr ergeben, daß die Deutsche Volkspartei es ab»

I ganzes gesellschaftliches Leben beeinflußt imd vor allem lehnte, ohne die Wirtschaftspartei zu verhandeln.

, „ „ , , .. . ... I darum noch so starke Wurzeln im Volksleben hat, weil I Geicblossene Verbandlunaen sind nfin n ieh t

Graf Westarp hat die Mehrheit der deutsch- Idas llsberbleibsel früherer aesellläiaitlicker Zustände I I « ^ryanorungen Nno aljo nicht zu-

nationalcn Fraktion (die sogenannten Jasager) zu I Religion, zum großen Teil noch immer Zwangserzie» I einer Sondersitzung auf Donnerstag nach ! hungsmittel der Schulen geblieben ist." I ^0'f Z^Ec>kraten^ und Demokraten

Berlin einberufen. Als Auftakt zu dieser Tagung Der „Vorwärts" mag sich darüber trösten, daß I X^^MebStounat9bereH@mbenI®MlSUenb* veröffentlicht die Deutsche Tageszeitung von un- die Macht der Kirche auch trotz des Kampfes der .yti^etoeitort^eien ^ Dst Vertr^er der SPD

errichteter Seite eine Zuichnst, in der eme os- I Freidenker gegen sie ungebrochen bleibt, weil sie I erklärten nunmeör dob sie outtrlasoemäb ein7n

f e n e R e b e l l i o n der Fraktion-mehr- leben ganz andere Güter und Werte vermfttelt, als Kf t'ö fun L b Ä fa n ?t t

heil gegen die Beschlüsse des Par- I die nur auf den Dlesseitsgedanken eingestellte I steilen^wuBden Wenn die Kommunisten und Na-

te, vor st an des angehmbigt wird. Es heißt I Freidenker-Bewegung. Und doch gilt es, sie scharf ianalsozialistc!i' auf Ehrern St^unkt verharr-!

in der Zuschrift: ' 3u beobachten Wenn wir. von dem bisherigen ggJXit mit’bw «nnS

Wir glauben richtig orientiert zu fein, daß die Frak- I ®erfauf der Tagung nur einige bedeutsame Merk- I mokrattschen Antrages und mit Neuwahlen tionsmehrheit sich dem Beschluß des Parteivorstandes | wale veröffentlichen, zeigen diese aber chon, mit | a. a f e n ,u rechnen nicht fügen wird. Insbesondere sind es zwei I welchen Kräften wir uns zu messen haben bei dem I ' ’

Punkte, gegen die eine scharfe, bewußte und von ange- I Kampfe um die Erhaltung der Religion im Volke I sehensten Abgeordneten geführte Opposition besteht. Der I unb der Sicherung der chrisüichen Jugenderzie-

I '““S ber nod, rtd>t ...... ................ ....... ......

Verantwortungsbewußtsein erwachsenen Stimmabgabe I ~ meT*?eTL ^nnte, daß eine schlagkräftige I persönlich zur Begrüßung am Bahnhof eingefun-

fein „Bedauern" auszusprechen. Man sieht in dieser I statte geschaffen werden können. Man will I den, der Präsident der Republik war durch den öffentlichen Zurechtweisung, die auch durch den Hinweis I rur die Freidenker die Körperschaftsrechte I Chef des Protokolls de Fourguieres vertreten Für

auf die Sorge um die Landwirtschaft nichts an Schärfe I erlangen und werde im Preußischen Landtag dem- I die österreichische Gesandtschaft waren Gesandter

verliert, eine öffentliche Provokation der Fraktionsmehr- I entsprechend immer wieder vorstoßen. Das Ber- I Dr. Grünberger und mehrere Mitglieder der Ge­hen sowie der Landwirtschaft und ihrer berufenen Or- I halten der sozialdemokratischen Fraktion des I sandtschaft erschienen

schickter Verbrämung dem Partei- und dem eben doch | ™ h£ «erhnnhL im I ?°"zler Dr. Schober den zahlreich erlchienenen

von dem Vertrauen der Fraktionsmehrheit abhängigen um du Mitglieder des Verbandes im ' - -................. -

Fraktionsvorsitzenden ein Entscheidungsrecht ge- | ^si^ufelschen Landtag, welche für das Konkordat ge­gen die Fraktionsmehrheit einräumt. I stimmt haben, a u s zu schli eß e n. Sie wurden

Der zweite Punkt gewinnt an Schärfe, wenn es rich- natürlich abgelehnt, aber man sieht doch deutli^

tig ist, daß die Entschließung im Entwurf noch folgen- | wie die Freidenker bemüht sind und bleiben, von

bett Satz enthielt: „Eine Zuwiderhandlung gegen diese I der Organisation aus gewisse Parteien in ihrem Richtlinien würde nach Lage der Dinge das Ansehen der I Sinne zu beeinflussen, um dadurch auch in der Partei sehr schädigen" — das heißt gemäß § 17 der I Politik eine größere Basis für ihre

Satzung den A u s s ch l u ß zur Folge haben. Der Satz I B e ft r e b u n g e n zu schaffen,

et, so wird glaubwürdig gesagt, auf Anregung Dr. Hu- I genbergs gestrichen, nachdem er mit Zustimmung einer I ~ t

großen Mehrheit des Parteivorstandes sestgestellt hatte, I * Der 1. Ifiai und bie christlichen Arbeitnehmer,

baß er „Selbstverständliches" enthalte, und man „Selbst- I Man schreibt uns: Sozialdemokraten unb Kom- verständliches" nicht besonders aussprechen solle." I muniften überbieten sich in den letzten Tagen mit

Die Zuschrift fährt bann fort, bie beuffchnatio- I Aufrufen zur Mai-Feier 1930. Besonders die So-

nale Reichstagsfraktion habe zu viele selbständige I zialisten bemühen sich, den 1. Mai als Volksfeiertag Persönlichkeiten» und die Dinge seien viel zu weit I hinzustellen, an dem völlige Arbeitsruhe herrschen vorgeschritten, als daß mit einer Duldung derarti- I müsse. Nun haben die letzten Jahre bereits ge- ger Provokationen zu rechnen wäre. . Dazu seien I zeigt, daß der größte Teil der deutschen Ar- auch die Kräfte zu stark, die hinter der Fraktions- I beitnehmerschast sich nicht mehr an biefer rein Mehrheit ständen. Der Parteivorstand fei völlig I sozialistischen sogenannten Mai-Feier beteiligt, einseitig zusammengesetzt, und zwischen ihm und I Diese Kampfparolen, die immer ausgegeben Wer­ber Wählerschaft klaffe ein Abgrunb. I ben, bie Auspeitschung der politischen Leibenfchaft,

Nach biefen entschiedenen Worten muß man mit I werben ohnehin niemals bie Lage ber Arbeiter­einer neuen Spaltung ber beutschnationalen I schäft bessern. Nicht burch Feiern unb nicht burch

Reichstagsfraktion rechnen. Der Unterschieb gegen i Redei werden bekanntlich politische Rechte erkämpft

früher ist aber ber, baß dieses Mal voraussichtlich I und gesichert, sondern durch die Tat. Auch in

bie Mehrheit ausgewandert und Herr Hugenberg I diesem Jahre werden aber die Sozialdemokraten

mit den Herren Rang, Freytagh - Loringhoven I bie Arbeitswilligen durch Terror und Gewalt zur und nicht zu vergessen Herrn Martin Spahn I Teilnahme an dem sozialistischen Rummel zu zwin- allein auf weiter Flur übrig bleibt. I gen versuchen. Die christliche Arbeitnehmerschaft | und deren Organisationen lehnen un Interesse der , _ , I deutschen Arbeiterschaft den sogenannten „Welt-

* Der Doyen des Berliner diplomatischen Korps. Feiertag der Arbeit" ab und fordern zum Ver-

Bei dem kürzlich erfolgten Wechsel in der apostoli- bleiben in den Betrieben und Arbeitsstätten auf.

schen Nuntiatur in Berlin ist die Frage ber Siel- I Wo Arbeitswillige mit Gewalt von ber Arbeit hing des Nuntius innerhalb des diplomatischen I ferngehalten werden, werden bie christlichen Ge- Korps wieder aufgetaucht; insbesondere hatte man I werkschaffen die Arbeitsgerichte anrufen. Schon sich mit dem Anspruch der Kurie auf die Anerken- I im vergangenen Jahre hatten sich diese mit einer I nttng des apostolischen Nuntius als Doyen des dip- I Reihe von Klagen gegen sozialistische Terroristen lomatischen Korps auseinander zu setzen. Ein I zu beschäftigen, die alle famt und sonders zur Er- Rechtsanspruch auf eine derartige Stellung ’ ftattung des den Arbeitswilligen .durch Terror konnte, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, | der Sozialisten entgangenen Arbeitslohnes verur- 1