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Nr. 96

wird Frühling, Mutter..

Don Otto Haus.

. wird Frühling, Mutter, er wird Mai, spielt am Markt der Kinder Reigen;

,r steigt das Blau, und in den Zweigen

;t sich schon ein (8rün ins Einerlei.

jt du nicht die Winde, Mutter, es wird Mai, in und grün sind ringsum alle Felder, hlingsstürme rauschen schon di« Wälder, vernahm mein Ohr der Lerche Jubelschrei.

und auch mein Herz, Mutter, es wird Mai, mir, daß die Liebe nicht gestorben sei!

ie gab sie mir am Weg die freie Hand, ter, es wird Mai, und ich muß fort ins Land!

Hausgemeinschaft.

Don Emmy Ficus.

Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse der Jetzt- haben es mit sich gebracht, daß di« Wohnungs-

-je zum Problem geworden ist. Während früher ; Zimmer mit Bad und Küche vorn Mittelstand für itüicn von drei und vier Personen als Notwendigkeit sehen wurden, gelten heute schon Vierzimmerwoh- ;en fast als Luxus. Aeltere Ehepaare übersiedeln Mr-Heime; junge nehmen Mieter bei sich auf; n und Kinder nicken eng zusammen, um Raum, stpersonal und Mietpreis zu sparen. An allen t und Enden macht sich die Not der Nachkriegszeit rkbar. Zwar werden neue Siedlungen nach den ien der Hygiene und Dolkswohlfahrt geradezu vor- ich luftig, gesund und zweckdienlich gebaut. Aber Mietzins ist immerhin noch hoch, daß viele Perso- sich auf verhältnismäßig engem Raum zusammen zen müssen. Man verlangt kaum als erwachsene er oder großer Sohn mehr sein eigenes Schlas- »r, sondern begnügt sich damit, eine gemeinsame e mit den jüngeren Geschwistern zu teilen. Die n nehmen auch wohl ihre jungverheirateten Kin- oder Schwiegerkinder bei sich auf, um ihnen das enexempel des Verheiratetseins lösen zu helfen. Ein »miisamer Wohn- und Eßraum vereinigt bei den Mahlzeiten die ganze Familie, und auch die Feierstun- ! versammeln alt und jung zumeist im gleichen mer um dieselbe Lampe.

Khe solche Hausgemeinschaft kann patriarchalisches bedeuten, kann Tradition und Familiensinn pfle- imd zu beglückender Harmonie werden, sobald alle sich verstehen, sich zu ergänzen versuchen und Riick- m!ten lassen. Frieden und Eintracht können herr- Lo der gute Wille dazu vorhanden ist, wo ge- <ne Interessen ein festes Band knüpfen, und je- n dem Mitbewohner die nötige Bewegungsfrei- nnt.

Reift jedoch führt die HausgemeinfchaftHler- ’flitten zwischen den Parteien. Einmal wird die dnung nicht beachtet; es werden die Mahlzeiten Pünktlich aufgesucht, woraus empfindliche Miß- mz entstehen muß. Oder es gibt Reibereien, falls ®ere Teil der Bewohner Ruhe sucht, und der sich temperamentvoll mit Musizieren, Tanzen Radwhören die Zeit zu vertreiben wünscht. Alle Dissonanzen sind in Harmonie aufzulösen, wenn Ejwteien den nötigen Takt und die notwendige ^Wigkeit für gemeinsames Wohnen und Hausen

Eine oiel, gefährlichere Klippe für den Frieden in der "Urgemeinschaft erwächst auf einem ohnehin unschönen

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Osteczeit.

bchon jagen graue Wolkenballen —

?!e ersten warmen Tropfen fallen, und Mutter Erde trinkt — und trinkt!

us ihrem heiligen Schoße ringt wundersames, zartes Leben!

Schneeglöckchen schimmern weiß um Reben Knospen trägt der Birnenbaum.

~~unb schon auf grauem Wolkensaum, fernes — leises Donnergrollen

™ man Frau Haldas Wagen rollen.

Dald werden rosige Trabanten,

,e sich vor ihren Wagen spannten,

n wunderblanken Sonnenseilen zur kahlen Erde eilen.

Händen zarte Blumenschellen,

"Uten der Sonne Frohgesellen Erde heilig — Ostern ein!

H. Kaminski.

Das Eiersammeln.

Ostergoschichttcln von allen Sillen, DDn Christel Broehl-Delhaes.

Em, mußte doch sehen, wie weit es im Frühling geworderi war! All die Tage der

ET^tte er keine Zeit dazu gehabt. Dor Palrn- ®or der Klatschmann gekommen und hatte ®ei6 getüncht, die Decken und die Küche, den j? lchh die Ställe. Danach hatte die Scheuerwut Küsters Hausmagd, begonnen, hatte auch W «v.E gemacht, als nach dem Gloria in der Em Octen "nacf> Rom" geflogen waren. Nur ®r es still und feierlich überall gewesen, bis ■»Urb® &as letzte, allerletzte Stäubchen wegge- »t1 der Wilhelm zu seiner Freistunde kam |ht 7 ' erheiern", denn dann mußte er zurück, kJ. erkrankten Vaters Stelle mit Malen und KVfarrers Haushälterin ins Dorf gehen und en die üblichen Ostereier holen. Das war

Beilage zur Fuldaer Zeitung

und gefährlichen Gebiet: Auf jenem der Klatschsucht und Geschwätzigkeit. Es kann gar nicht genug davor ge­warnt werden, sich diesen Lastern hinzugeben. Wer in einer Hausgemeinschaft mit zweiten oder dritten Per­sonen lebt, hat diese als unverletzliches Gebiet anzuse­hen: Kein Wort über die Hausgenossen sei jemals zu Flurnachbarn, anderen Hausbewohnern oder weitläu­figen Bekannten geäußert! Denn jedes Wort, fei es noch so gut gemeint oder günstig aufgefaßt, wird von Fernerstehenden aufgefangen, vergrößert, verzerrt und entstellt. Wie ein Pfeil schnellen diese Worte auf Um­wegen zurück. Schon ist der gemeingefährlichste Klatsch fertig, der Ehen untergraben, Verlöbnisse gelöst und Freundschaften gebrochen hat, der unfehlbar den Frie­den des Hauses zerstört und zu ' Zwist, Streit und Feindschaft führt!

Die Hausgemeinschaft sei jenen unverletzlich, welche Wert legen aus häusliches Behagen und vorbildliches Familienleben! Auch zahlende Mieter, Pensionäre und Hausgehilfen sollte man nicht durchhecheln, um deren Verhältnisse Unbeteiligten preiszugeben. Und wer bei erprobten, verschwiegenen Freunden den Drang ver­spürt, sein Herz zu erleichtern und sich über seine Haus­genossen zu äußern, der tue es mit der selbstverständ­lichen Milde und Güte, die im eignen Herd, im Bann­kreis der friedlichen Heimstatt etwas Heiliges, Gottge­wolltes sieht, daß der Mensch nicht mutwillig verletzen und zerstören soll durch böswillige Redereien.

Hausgeräte, wie sie sein sollen.

Von Trude Herrmann.

„Hausgeräte", denkt die Leserin, „besitze ich Gott sei Dank zur Genüge in meinem Haushalt. Und das ist ja schließlich di; Hauptsache. Also was kann mir der Artikel schon Neues sagen? Sicher wieder eine Anlei­tung zur Einstellung neuer Hilfsmittel im Küchenbe­reiche, die große Geldausgaben erfordern, moderner tech­nischer Errungenschaften, ohne die ich bis jetzt auch ganz gut ausgekommen bin."

Nun wohl, verehrte Leserin, ich kann nicht obstrei­ten, daß die Gerate, von denen ich sprechen will, Er­gebnisse moderner Forschungen auf dem Gebiete des Hauswesens darftellen.

Aber was heißt denn überhaupt modern? Seien wir ehrlich. Sie fürchten sich ein klein wenig vor disfem Wort,. Sie mißachten es und denken dabei an schnell vergängliche Extravaganzen, an verspielte kostspielige Launen einer kurzen Epoche. Sie sind im Irrtum! Unter „modern" versteht man die Stilrichtung einer Zeit, die aus deren Anforderungen und Bedürfnissen einerseits, und andererseits den Versuchen diesen gerecht zu werden, geboren wird. Zeitersparnis ist die Losung unserer Gegenwart.

Es würde heute keinem Menschen mehr einfallen, in den Keulenärmeln und Schleppkleidern unserer Großmütter herumzulaufen. Wir haben einfchen ge­lernt, daß die unter dem Grundsatz „Licht, Lust und Sonne" errichteten Neubauten bei weitem jenen alten Häusern vorzuziehen sind, die hinter einer verlogen ge­putzten Fassade schmutzige Hinterfronten und enge, dumpfe Löcher von Höfen verbergen. Gern und wil­lig haben wir uns auch der Reformation unserer Woh­nungseinrichtungen unterworfen und möchten beileibe nicht unsere glatten gradlinigen, so leicht zu reinigenden Möbel gegen die verschnörkelten, staubfängerischen Ein­richtungen von früher umtauschen. Im großen ganzen sind wir wohl alle mit unserer Zeit mitgegangen, doch in Kleinigkeiten, wie z. B. in unseren Haushaltungsge­räten, sind wir oft noch ausfallend rückständig und halten konservativ aus Unachtsamkeit und Unaufmerk­samkeit an althergebrachten Formen und Arten fest, ohne zu überlegen, daß doch auch diese Dinge im Laufe der Zeit einer Wandlung und Verbesserung unterzogen worden sind. Aber „die Kleinigkeiten" werden ja so gern übersehen!

Oder haben Sie noch nie in einem ganz modern ein­gerichteten Eßzimmer vor einem Kaffeetisch gesessen, dessen Geschirr verdächtig an Großmütterchens Kaffee­kränzchen erinnerte!? Dabei handelt es sich oft gar nicht um ererbtes Porzellan, das ja immer noch eine

allemal ein Hauptspaß. Voriges Jahr war nach alter Sitte der Later noch selbst gegangen, und Wilhelm hatte nur aus der Ferne zuschauen dürfen. Aber diesmal war es ganz fein, diesmal durfte er selbst das Osterfammel- sprüchlein sagen und die Gaben sammeln, die nach Ostern Veranlassung gaben, die Chorsänger in die Wohnung des Küsters einzuladen und mit ihnen zu „tippen": das war das Eieranstoßen. Und der war Sieger, dessen Ei am längsten unversehrt blieb! Ja, Wilhelm blieb stehen und schaute sich um. Die Wiese war mit gelben Schlüssel­blumen beschenkt, die so unendlich zart, wie keine einzige andere Blume der Welt, nach Saft und Frühling duftet. Da würde die Mutter sich freuen, wenn er ihr schon den großen Strauß pflückte, mit dem am Osterrnorgen der Frühstückstisch so wunderschön geschmückt wurde. Ganz vertieft war der Junge in seine Arbeit, daß er förmlich aufschrak, als die Kirchenuhr fünf lange Schläge tat und nach dem letzten Glockenschlag der Turm-Matthes anhub zu „b eiern".

Beiern war eine Kunst. Mer der alte, halblahme Matthes verstand fein Handwerk. Wie oft waren die Jungen, darunter auch Wilhelm, ihm nachgestiegen in den hohen Turm, hatten zugefchaut, wie kunstgerecht der Matches um jeden Glockenglöppel einen Strick band und diese Stricke wieder mit einem einzigen Strick verband, den er sich an Bein und Arm befestigte.' Mit der freien Hand schwang er einen Hammer, mit dem er je nach Bedarf an die Glockenwände schlug. Das waren die näheren Umstände des „Beierns", das wie eine wun­derselige, unsagbar feierliche und seltene Musik in den Karsamstags-Nachmittag jubelte, aber nachmachen, das hatte bis jetzt noch keiner erreicht.

Unter dem schönen, vibrierenden Geläute raste Wil­helm mit seinem Riesenstrauß Himmelsschllüssel nach Hause, traf die Malen schon mit frischer Schürze und einem Gesicht, das nach Brunnenwasser ordentlich glänzte, auf dem Dörpel (hölzerne Schwelle alter Bauernhäuser) wie sie ungeduldig nach ihm ausschaute. Es zeigte sich, daß auch Kathrine, PfarrersHausgeist, pünktlich war, und so schritten denn die drei mit lachenden Augen und drei großen Körben durch das Dorf. Mutter stand mit dem wunderschönen Schlüsselblumenstrauß im Garten, da hier und da noch ein verlorenes Eckchen Märzschnee lag, und

gewisse Daseinsberechtigung hätte, Tassen mit hohen schmalen Füßchen, dünnen zerbrechlichen Henkeln bilden immer noch das Entzücken der Hausfrauen, das sich allerdings in Entsetzen verwandelt, wenn bei einiger unvorsichtigen Bewegung des Gastes der braune Trank sich auf dem fr ^gebügelten Tischtuch ausbreitet, die Kaffee- oder Teekannen werden nach unten beängstigend schmal, haben scharfkantige Uebergänge vom Hilsstück zur Bauchung, die zu reinigen ein wahres Kunststück oder zumindest die Probe auf engelhafte Geduld sein muß, die auf Kosten der „aparten" Form konstruierte Schnauze tropft kleine Rinnsale die Kanne entlang und der Deckel läßt das ehemalige Vorhandensein einer sehr komplizierten Verzierung ahnen. Tassen und besonders die noch viel höheren Kannen und Krüge sollten auf breitem Unterteil stehen, das die Gefahr des Umkippens bis auf ganz vereinzelte Unglücksfälle gänzlich aus­schließt, einen stabilen, bequem faßlichen Grift haben und in der Form so beschaffen fein, daß sie mit einer Flaschenbürste leicht und gründlich gesäubert werden können.

Die zu besagtem Service gehörigen Teller haben den allgemein so beliebten und verbreiteten durchbro­chenen Rand, der trotz größtmöglicher Gründlichkeit beim Waschen nie einwandfrei sauber ist, da die Löcher, in denen sich mit Vorlieb« Schmutz ansetzt, der Reihe nach, jedes einzelne, gereinigt werden müßten.

Teegläser, die in Untersätzen mit hohem, ge­drechselten Fuß und mit ebensolchem Henkel, sehr wack­lig stehen, während sich im Innern die unausbleiblichen Rost- und Grünspanflecken anfetzen. Und doch bringt die einschlägige Industrie so einfach-praktische Teehalter in den Handel. Ein glattes Messingband umspannt eng das Glas und steht durch den Henkel mit einer runden Platte, dem Boden, in Verbindung. Mit einem Woll­läppchen können diese einfachen, äußerst geschmackvoll wirkenden Halter in wenigen Sekunden blitzblank ge­putzt werden. Haben Sie sich noch nie über die schmük- kenden Tillen und Riesen geärgert, die reserviert« An- sicdlungsorte des Schmutzes scheinen?

Ein im wahrsten Sinne des Wortes kleines und doch sehr interessantes und lehrreiches Kapitel für sich bildet der Salzstreuer. Entweder war es ein offener Glasnapf mit Miniaturschaufel, in dem das Salz ungeschützt dem Staub ausgesetzt ist, oder ein Streuer mit angeschraubtem Kopfstück aus Glas, Por­zellan, Metall oder Zelluloid. Glas und Porzellan zerschlagen leicht, was uns irgendein kopfloser Salz­streuer in unserem eigenen Haushalt bestätigen wird, Horn zerbricht im Gebrauch, es „zerspringt", und Me­tall zeigt in kurzer Zeit häßlich „angefressene", grün- spanige Löcher. Ueberhaupt diese Streulöcher! Sie sind so klein, daß sie ewig verstopft und gebrauchsun­fähig sind, und vor jeder Mahlzeit einer Operation un­terzogen werden müssen, oder so grob-durchlässig, daß sich ein Nierenkranker wegen übertriebenen Salzgenus­ses den Tod holen kann. Der moderne Salzstreuer ist ein den Anforderungen der Zweckentsprechung und Hy­giene vollkommen gerecht werdendes Patent, das Ihnen der Fachmann in einschlägigen Geschäften gern zeigen wird.

Lassen Sie sich bei dieser Gelegenheit auch eine vor­bildliche Gabel zeigen. Diese muß stumpfe Zinken haben, da die scharfen Spitzen die empfindliche Lippen- haut leicht ritzen können, und am Ansatzteil der Zinken gerundete Uebergänge, die eine Reinigung rechtwinkli­gen Ecken gegenüber bedeutend erleichtern. Auch heute noch ist die Verwendung von Messingzwingen am meist schlecht befestigten Heft bei billigeren Ausführungen an­zutreffen. Grünspanflecken sind daher auch hier nicht selten. Bei der Reinigung schneiden die Zinkkanten die Putztuchsasern durch.

Ein Reibeisen von Weißblech rostet nach nasser Säuberung und wird daher schnell stumpfkantig.

Die aus Aluminium hergestellten Kochgeschirre sind denen aus Emaille int allgemeinen vorzuziehen. Zunächst springt die Glasur leicht ab und erfahrungs­gemäß sind Speisen im Aluminiumtopf viel eher 3um Kochen zu bringen. Doch sollte man beim Einkauf darauf achten, daß Pfannen und Tiegel isolierte Griffe haben. Der Preis erhöht sich um einige Pfennige, aber

lächelte glücklich über den Frieden und die Ruhe des ländlichen Lebens.

Hatten die scheuernden Frauen und Mädchen aber beim Beiern schon lauschend die Köpfe gehoben und sich mit ihrer Arbeit beeilt, daß bald Feierabend wäre, so sahen sie jetzt lachend dem Dreigespann entgegen: voran der Wilhelm auf munteren Füßen, dahinter die immer eilige, schnellwippende Malen und keuchend, seufzend, ein wenig bequem, die Pfarrerköchin Kathrine Lauterecken. Hell scholl des Wilhelm Stimme in den Sang der Glocken, daß er schier meinte, der Turm-Matthes höre auf und lausche herunter.

Anfangs hatten die Eiersammler Glück. Unter der strahlenden Sonne, beim Duft der garen Kuchen und Wecken, im Anblick der sprossenden Lenzblümlein im Gar­ten, schlug manch wintermüdes Frauenherz schneller und gab eifrig und gut, oft mehr, als es die Sitte verlangte. Dann aber tarnen auch Geizhäuser, da sonderbarerweise die Türen verschlossen schienen, wo nachgewiesenerweise alles und jedes am Karsamstag im Dorf war! Dann schimpfte die Malen. Die Kathrine seufzte ergeben und der Wilhelm lachte sich verschmitzt ins Fäustchen. — Für­derhin wollte er schon die Augen offen hallen, ob er die abwesende Hausfrau nicht doch erwische. In vielen Fäl­len gelang es ihm auch, und die also Ueberliftete mußte hergeben, ob sie noch so sehr der Geiz stach.

Wohl den saubersten Hof weit und breit hatte die Müller-Josepha. Schon von weitem leuchteten die sau­ber geschnittenen Buchshecken um den Garten, darin im Sommer Stockrosen, Goldlack und Sonnenblumen prang­ten. Heuer mochten nur die Schneeglöckchen und die Aurikelchen alifgewacht fein. „Da hat's gar keinen Zweck, daß wir dahin gehen!" murrte die Malen, „bei der Geiz- hölsin ist doch keine Eierschale herauszuschlagen!" Die Kathrine war schon habet, sich zu fügen, aber der Wil­helm bestand hartnäckig auf seinem Recht, in jedem Haus des Dorfes vorzusprechen, und da der Junge Heuer die Stelle des Küsters vertrat, mußten die zwei Frauen ihm nachgeben.

Der Wilhelm fang fein Sprüchlein fo laut es ging. Mißmutig und schon vorher auf den Mißerfolg einge­stellt, harrten hinter ihm Malen und Kathrine mit den beiden Körben.

26. April

man ist davon gesichert, sich täglich die Finger zu ver­brennen.

Waschschüsseln mit glattem, geradem Rand werden noch immer als vornehmer bevorzugt, aller­dings gleiten sie beim Ausschütten leicht aus der Hand, weil diese keinen Halt findet.

So ließen sich die Beispiele bis ins Endlose fort« fetzen. Ich muß aus Raummangel darauf verzichten, doch bin ich sicher, daß nach dieser Anregung die 2e> rin selbst die Zweckdienlichkeit ihrer Haushaltungsgerät, beobachten und beurteilen können wird.

katholische Ehe-Vemlmgsslellen.

Die Ansichten über die Notwendigkeit der Einrichtung katholischer Eheberatungsstellen gehen immer noch aus­einander. Auf der einen Seite betont man: Gläubige Menschen, die ihren Katholizismus auch in die Praxis des Lebens hineintragen, brauchen keine Sonderbera­tung; die katholische Lehre von der Einheit und Unauf­löslichkeit der Ehe ist ihnen Direktive genug, wenn in ihrem Ehe- und Familienleben Krisen enfttehen. Di« anderen betonen: Menschen, die in sexuellen, besonders Ehefragen, Beratungsstellen auftuchen, wollen nur Kon­zessionen an die Schwäche, sie gehen daher in die nicht- konfefsionellen Ehsberatungs- und Sexualberatungs- stellen, die größtenteils Geburtenkontrolle, Präventiv- mittel, Schwangerschaftsunterbrechung ufw. empfehlen, allerdings nicht wahllos, sondern aus sozialen Gründen.

Ohne Zweifel liegt ein Körnchen Wahrheit in diesen Meinungen. Wer aber sein Urteil aus der praktischen Er­fahrung, aus der Arbeit in katholischen Eheberatungs­stellen abgeben kann, wird sicherlich restlos bestätigen, daß bei den heutigen Irrungen und Verwirrungen auf geschlechtlichem Gebiet auch Beratungsstellen da sein rnüffen, die sich von echt christlichen Grundsätzen leiten lassen. Sexuelle Not, Ehekrisen, Familienzerrüttung sind auch in vielen katholischen Kreisen heimisch wie dro­hende Gespenster, die gerade jene besonders bedrängen, die sich bemühen, sittliche Gewissenhaftigkeit in ihrem Leben aufrechtzuerhalten. Und diesen Hilfesuchenden wollen die kathol. Erheberatungsstellen in erster Linie dienen.

Vielfach ist es eine gesteigerte seelische und körperliche Not, die den Ratsuchenden hierherführt. Ihm ist nicht ge­holfen, wenn ihm nur kalte, nüchterne Grundsätze entge- gengehalten werden. Es ist daher das Bestreben der katholischen Beratungsstelle, in allen Fällen, wo wirt­schaftliche Schwierigkeiten oder sonstige äußere Verhäll- nisse als Miturfache der seelischen Bedrängnis vorhanden sind, auch diese zu mildern oder zu beheben, und zwar durch Vermittlung bei den katholischen Vereinen, die ja mancherorts in ihrer Gesamtheit Träger der Ehebera­tungsstellen sind.

Bei der Einrichtung ist vor allem darauf zu achten, daß von vorne herein ein starkes Vertrauensverhältnis zu denen, die betreut werden, gegeben ist. Die Leitung und Mitarbeit kann nur in Händen von Persönlichkeiten liegen, die neben dem fachlichen Wissen auch große gei­stige Qualitäten aufweisen. Man begreift es leicht, daß gerade mütterlich und warmherzig empfindende Frauen sich eignen, die Leitung der Beratungsstellen zu über­nehmen. Ihre Arbeit ist vorzugsweise eine Vermitt­lung der geforderten Hilfeleistung, sei cs, daß diese me­dizinischer, juristischer oder religiöser Art ist. Derartige Beratung wird selbstverständlich nur von einer Fachkraft übernommen, aber in sehr vielen Fällen empfindet der Ratsuchende es schon als eine Wohltat, wenn er sich von Mensch zu Mensch aussprechen kann.

Die Eheberatungsstellen als solche arbeiten nicht karitativ, weil sie in dieser Richtung leicht ausgenützt werden könnten und jene Kreise fernbleiben würden, denen es nur um die Möglichkeit einer Beratung geht. Diese ist aber kostenlos. Die Wahl des Lokales ist nicht gleichgültig, es muß auf alle Fälle leicht und unnuffäll:g zugänglich fein. Ein zentral gelegenes Krankenhaus ist die beste Lösung, da hier gewöhnlich der Raum unent­geltlich zur Verfügung steht und gleichzeitig auch em Arzt für die gesundheitlichen Fragen zu erreichen ist.

In der Art dieser Fürsorge- und Betreuungsarbeit liegt es, daß sie wohl in den meisten Fällen ziffern­mäßig nicht erfaßt werden kann. Hilfe von Mensch zu

Mremraiwmi—» ■■ ■

Richtig, nichts regte sich. Die Tür war verschlossen, und nur ein kleines Mädchen saß auf der Schwelle. Die Tür, die durch den Dörpel nicht bis auf den Boden reichte, fesselte in erhöhtem Maße Wilhelms Aufmerksamkeit. Denn — er hatte unter dem freien Stück ein Paar Füße mit dazugehörigen Gelenken entdeckt und nach pfiffiger Jungenart, die alles weiß und alles beobachtet, sofort die Füße der Frau Müller erkannt.

„Wo is dein' Mutter?" fragte er das Kind, das schläf­rig in die Sonne blinzelte.

„Mie Motte säht, se wär net he, se wär em Bösch!" (Meine Mutter sagt, sie wäre nicht hier, sie wäre im Busch), entledigte sich dieses ungeschickt der offenbar ein- gepaukten Mission.

Die zwei Frauen lachten, daß sie sich schüttelten. Aber der Wilhelm krähte förmlich vor Vergnügen und zeigte au fdie unter der Tür vorlugenden Füße.

„Bestell' deng Motte 'ne schön; Groß, un wenn ft noch ens no’m Bösch geng, bann soll se och de Föß met- nemme!" (Hochdeutsch: Bestelle deiner Mutter einen schönen Gruß, und wenn sie noch einmal in den Wald ginge, bann sollte sie auch die Füße mitnehmen.)

Flog die Tür auf und gab die ganze Gestalt der Frau Müller frei, wie sie mit hochrotem Kopf die Worte dee Wilhelms gehört hatte. „Kommt 'erein! Dat war ja nur e Versehen von dem Kind--Ihr sollt auch die

schönsten Eier haben! Kommt nur 'erein!"

Es sahen sich die Malen, die Kathrine und der Wil­helm an, ehe sie unter prustendem Gelächter der gebe­bereiten Frau ins Haus folgten.

Frau Müller schnitt einen frischgebackenen Kuchen an und tat jedem eine Tasse Kaffee dazu. Und in den Kör­ben häuften sich die Eier.

„Nicht?" bettelte sie freundlich. „Ihr tragt das nicht aus tm Dorf, ich mein’, bat mit die Füß' .". .? Nee, nicht, bat tut Ihr nicht?"

Kauenb unb schmatzend gaben die Eicrsammler ihr Wort. Es ist aber bann boch herausgekommen, baß die geizige Müllerin am Karsamstag in den Wald gegangen war unb ihre Füße daheim gelassen hatte, zum jahrelan­gen Gaudi des ganzen Dorfes. Trotzdem aber hatte Wil­helms historisch gewordener Ausspruch ein Gutes be­wirkt: Zu denen, die sich beim Eiersammeln verleugnen ließen, hat die Frau Müller fortab nie mehr gehört!