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da ist, winkt er: „Durch!" — und im Vvrbeifahren wirst ihm Elsie eine Kußhand zu. Er lacht und wir lachen auch. Elfte aber sagt: „So ist es besser, als wenn wir da am Hill hingen und nicht weiter könnten. Und der arme Mann freut sich auch über ein Kußhändchen."

Es geht durch Passaie und nach Paterson hinein. Letz- tere» ist eine Stadt von etwa 150 000 Einwohnern. Elfte muß öfters fragen, welchen Weg sie einzuschlagen hat. Die Schußleute oder andere Herren geben ihr bereit­willigst Ausschluß. Die Schußleute sind die Höflichkeit und Gefälligkeit selbst. Nicht eine Spur von Barschheit. $m Scherz nennt man sie hier: „Die besten Männer der Nation".

Ich habe unserer Wagenführerin die Straße und Nummer des Kloster genannt, wo wir hinwollen. Und da Kirche und Kloster schon vor 50 Jahren gebaut sind, nehme ich an, daß sie irgendwo mitten im Straßenzug liegen. Aber dann finden wir unser Ziel am Rande der Stadt. Als ich an der Pforte läute, kommt ein kleiner Bruder heraus, dessen Namen ich zwar nicht weiß, den ich aber vor Jahren am Frauenberg schon als Kandidaten gesehen habe. Das ist gut; denn auf Englisch könnte ich mich nicht mit ihm verständigen. Der Pater Guardian wird gerufen; feine Heimat ist Westfalen. Nun, da bin ich ja gut aufgehoben. Und ich empfehle auch meine Freunde, die in eins der Sprechzimmer geführt werden. Aber leider ist der Bruder, dem mein Besuch hauptsäch­lich gilt, nicht daheim, er wird aber erwartet.

Wir sind kurz vor dem Mittagessen angekommen. Für meine Freunde wird im Sprechzimmer gesorgt werden, mich nehmen sie mit in den Speisesaal des Klosters. Da finde ich alles fast genau so, wie daheim, nur daß sie aus einem Buche statt Deutsch, Englisch oorlesen. Allein das dauert nicht lange, dann wird die Lesung abgebrochen und die Mitbrüder dürfen sich unterhalten. Unter meinen Tischnachbarn finde ich auch einige, die Deutsch verstehen. Ich bin erstaunt, hier eine so zahlreiche Kommunität zu finden. Es find besonders viele junge Kleriker da. Die amerikanischen Ordensprovinzen erfreuen sich eines zahl­reichen Nachwuchses. Nur an Laienbrüdern fehlt es. Diese müssen teilweise „importiert" werden. Der junge Amerikaner will entweder studieren ober er will Geld verdienen. Daß er im Kloster um Gotteslohn arbeiten soll, will ihm nicht recht einleuchten.

(Fortsetzung folgt.)

Fuldaer Zeitung

90.

inetstag, den 17. April 1930.

2. Mall.

Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda

Abrechnung mit

der Sozialdemokratie.

„wissen führt die Opposition-.

Im „Deutschen", dem Organ der christlich- ionalen Arbeiter, lesen wir:

Wissest, der als Arbeitsmiilister jede Führung jniffen ließ, der sogar beim großen Arbeits- fcpf in der nordwestlichen Metallindustrie in r höchsten Not die Führung an Severing abgab, hon dieser Kampf nicht nur unsere ganze Wirt- ft auf den Kopf zu stellen drohte, sondern auch das Arbeitsrecht von größter Bedeutung war,

elbe Wifsell, der, um nur ein Beispiel von en herauszugreifen, die niederschlesischen Berg- stter dadurch aufs tiefste enttäuschte, daß er .n Schiedsspruch, öer ihre so niedrigen Löhne besserte, in seiner Lohnerhöhung um die Hälfte n d e r t e, kurz: derselbe Wissell, den man roll' da vermißte, wo e'ne kraftvolle sozialpoli- e Führung angebracht gewesen wäre, hat plötH seine Führereigenschaften entdeckt; er führt, die sozialdemokratische Bresse dreispaltig mit- , die Opposition. Und nicht nur draußen Lande hält er seine Wahlreden, er ist kühn iug, sie auch im Reichstag zu halten. Und ser neue Führer der Opposition scheut sich nicht, »rcill so zu tun, als ob nur er und! die So­zialdemokratie einHerz für dieAr- beiterschaft haben. Direkt und indirekt greift tr auch die Führung der christlich-nationalen Ar­beitnehmerschaft an, und die sozialdemokratische Messe im Land hetzt in geradezu hemmungsloser Weise.

Schon einmal haben wir hier zum Ausdruck gebracht, wie wenig wir, entgegen einer sozial­demokratischen Behauptung, unseren „Rachedurst" an Wisiell während seiner Amtszeit stillten. Wir hotten durchaus Berständnis für sein schwieriges Mit. Wir wissen, daß auch der treueste und tat- Mioste Mensch als Arbeitsminister nicht alle Künsche der Arbeitnehmer erfüllen kann. Diesem Kiffen gemäß war untere Haltung Wissell gegen­über. Wenn er aber mit seinem Anhang glaubt, noch feiner Flucht ins Freie selbst jede Rücksicht M Einsicht entbehren zu können, dann kann auch

her Mann, der nach eigenem Eingeständnis während ieiner Regierungszeit oft „innerlich nein und äußerlich „ja" sagte, nicht länger auf Rücksicht rechnen. Die christlichen Gewerkschaftler in den betrieben werden den plötzlich wieder radikal ge­wordenen Schaumschlägern nicht die Antwort schul­dig bleiben.

Wissell personifiziert den inneren Zwiespalt :n der Sozialdemokratie und in den „freien" Gewerk­schaften aufs deutlichste. Den Zwiespalt, der dahin führt, daß die Sozialdemokratie einmal die rote Jakobinermütze und ein andermal die Zipfelmütze des Smeßbürgers aufsetzt, hier im biederen Gewano des Proleten auftritt und dort in Lack, Frack und Zylinder dem „Bourgeois" den Rang abläuft. DDr Zwiespalt findet seinen sichtbaren Ausdruck ÄMN, daß während der Oppositionszeit arbeiter- sieundliche Anträge gestellt werden, die man dann, ,Mm man regiert, ohne viel Skrupel ablehnst, lind dieser Zwiespalt führt a".ch zu dem Zynismus, den der „Vorwärts" offenbarte, als er den Vor-

Wissell habe eine Wahlrede gehalten, nit den Worten zurückwies: „Wahlrede hin — Wahlrede her."

Wch Fetzt schäumt das ganze sozialdemokratische Mgcr vor Entrüstung über die gegenwärtige Re- «Ming. Man ignoriert völlig den richtigen Aus- .'Nich der sozialdemokratischen Reichstagspräsi- scnten Loebe, der einmal sagte, entweder wstr 'eoieren mit oder wir finden uns damit ab, daß

By,’* in der Regierung nur einen Teil unserer DWnsiste durchsetzen können, oder wir machen ■ ynrofition. In diesem Falle haben mir dann aber | e:,iCil Anlaß, den bürgerlichen Parteien Verrat |:tor;inrerfen.

ch, Die in der christlich-nationalen Gewerkschafts- D^Egung vereinigten Arbeitnehmer haben üoii 7er für eine jammernde, anklagende und zer- ?8«ibe Opposition nicht viel übrig gehabt. Wie sie wirtschaftlicher Beziehung trotz des klassen- ss “m>"ferifd)en Gebührens der sozialdemokratischen Gewerkschaften sich für eine gemeinsame Arbeit

mit den Arbeitgebern erklärten, wie sie sich im harten Kampfe gegen die Sozialdemokratie für Tarifverträge, für Avsschußmitglieder usw. aus- sprachen, so haben sie auch in politischer Hinsicht stets den Standpunkt vertreten, daß man sich nicht von dem „Bürgertum" lösen dürfe. Wie sehr sind die christlichen Gewerkschaften wegen ihrer Haltung früher verketzert worden. Wie oft hat man sie des „Verrats" bezichtigt. Und heute erkennen die so­zialdemokratischen Gewerkschaften die Haltung der christlichen Gewerkschaften d a d u r ch als richtig an, daß sie selbst Tarifverträge abschließen, selbst Be­triebsräte wählen und selbst in paritätischen Ar­beitskammern sitzen und an vielen anderen Stellen mit den Arbeitgebern gemeinsam zusammenar­beiten. An den sozialpolitischen Fortschritten haben sicher auch die sozialdemokratlschen Gewerkschaften ihr Verdienst, aber die Pioniere dessen, was man heute modernes Arbeitsrecht nennt und als größten Fortschritt rühmt, sind die christlichen Ge­werkschaften gewesen, weil sie sich von jeher prak­tisch einftellten, und auf die agitationsfördernde Opposition verzichteten. So ist ihnen auch der Zwiespalt, an dem die Sozialdemokratie krankt, erspart geblieben. Auf festen der Sozialdemokratie wird man auch eines Tages erkennen, daß die politische Haltung der christlichen Arbeiter keineswegs so absurd ist, als sie heute darge- stellr wird. Unsere gesamte Sozialversicherung, die doch auch von der Sozialdemokratie heute so ge­schätzt wird, obgleich sie früher das heute so Ge­schätzte glatt ablehnte, ist durch die politische Mit­arbeit christlicher Arbeiter in den bürgerlichen Par­teien bestens beeinflußt worden. Und nicht ohne Grund haben gerade die Arbeitgeber immer wieder stöhnend auf die Ouerverbindungen der christlichen Arbeiter in den bürgerlichen Parteien hingewiesen. Die „Deutsche Bergwerkszeitung" luchte vergebens nach dem „Gegensatz der Dinge", und sie fand ihn zu ihrem Leidwesen des­halb nicht, weil überall christliche Arbeitnehmer mittenmang in den Parteien waren. Und wir sehen nach 'wie vor in dem Dabeisein, in dem M i t m a ch e n die wirksamste Hilfe für die Arbeit­nehmer. Selbst wenn man eine Regierung oder eine bestimmte Partei nicht ganz in der Hand hat, so läßt sich doch durch eine kluge, geschickte Mit­arbeit manches fingern, was selbst durch hundert­tausend Fäuste, Versammlungen, Entschließungen usw. nicht erreicht wird. Wissell hat selbst offen er­klärt, daß diese Regierung keinen Abbau der Sozialversicherung wagen dürfe, weil ein christ­licher Gewerkschaftler Arbeitsminister sei. Wird aber durch diese Tatfache die Politik der christ­lichen Arbeitnehmer nicht glänzend gerechtfertigt?

Wir wollen dabei sein, wir wollen Mitarbeiten, mitgestalten, mitführcn, und notfalls um Form und Inhalt der Dinge kämpfen. Wahlreden können wir dabei entbehren,-auch für den „stürmischen Bei­fall" der Massen, der jetzt nach Wissells Reden regel­mäßig verzeichnet wird, wollen wir gerne verzichten.

Wir wollen dabei fein! Die Sozialdemokratie aber überließ im Augenblick der höchsten Gefahr den Posten des F i n a n z m i n i st e r s der Partei, die sie als die reaktionärste bezeichnet. Der Sozial­demokrat Hertz lehnt nach Hilferdings Rücktritt das Finanzministerium ab, anstatt es anzunehmen und kraftvoll zu fuhren. Warum bekämpft heute die Sozialdemokratie Moldenhauer eigentlich so heftig? Hat sie nach dem Vorgefallenen überhaupt ein Recht dazu? Hat nicht si e den Finanzminister Moldenhauer erst möglich gemacht?

Gegenwärtig entrüstet sich die Sozialdemokratie darüber, daß die Regierung der Landwirtschaft so weit entgegenkommt. Auch hier muß die Frage: Warum die Entrüstung? Regiert muß doch werden. Und wenn die Sozialdemokratie sich der Regierung versagt, weil der „böse Schein" bei d-n Massen gegen sie sprechen könnte, dann muß die Regierungsmehrheit eben wo anders gesucht wer­den. Und wenn sich die Landwirte ihre Mitwir­kung zur Aufrechterhaltung dieser Regierung gut bezahlen lassen, die Sozialdemokraten würden es ja genau so machen, — nur würden sie statt guter Zölle gute Stellen fordern, — dann fragen

wir nach dem tiefsten Grund, warum man die Landwirte der deutschnationalen Partei zur Re­gierung notwendig hat.

Loebe hat durchaus recht, die Sozialdemokratie hat keine Ursache, „Verrat" zu schreien, zumal Reichskanzler Brüning nach eigenem Geständnis bis zur letzten Sekunde versucht hat, die Sozial­demokratie in der Regierung zu halten. Wenn man schon Verrat wittert, dann soll die Sozial­demokratie ihn in ihrer Umgebung suchen, dort suchen, wo man jetzt die Opposition führt.

Das „Berliner Tageblatt" schrieb nach der Flucht der Sozialdemokratie in die Opposition:

„Wahrhaftig, feit Esau seine Erstgeburt um ein Linsengericht verkaufte, hat man eine so unfaß­bare Torheit nicht gesehen. Die einzige Entsckul- tigung könnte sein, daß die sozialdemokratische Fraktion in dem entscheidenden Augenblick von jenem Wüstenwind umwirbelt wurde, der den Sand in die Augen wirft, das Hirn verwirrt . .

Diese, von befreundeter Seite so Gekennzeich­neten wagen es noch, nicht nur große Reden zu halten und hetzerische Artikel zu schreiben, sondern sie wollen auch mit dem Aufgebot aller Demagogie „um die Seele des letzten christlichen Arbeiters" kämpfen, deren Vertreter jetzt d a aufs schwerste um die Wahrung der Ärbeitnehmerinteressen ringen, wo die Sozialdemokratie so kläglich, ach, so kläglich versagte._____________

Orkan auf dem Balkan.

Nach Meldungen aus Agram hat ein Orkan von JO Minuten Dauer in der Gegend von Agram großen Schaden angerichtet. In den Dörfern Ia- vorje und Ciditze wurden sämtliche Hausdächer ab­gedeckt. Ein Bauer wurde getötet und zwei Bauern verletzt. Durch die Gewalt des Sturmes wurde ein Bauer, der eine Kuh am Stricke führte, mit dieser 30 Meter weit durch die Luft fortgetragen.

* Die Urheber der lehlöv Sprengstoffanschläge. Bei den Untersuchungen der Sprengstoffanschläge vom 15. März 1930 auf das Stadthaus in Bad Oldesloe und auf das Finanzamt in Neu­münster ist, wie aus Altona mitgeteilt wird, jetzt festgestellt worden, daß Angehörige des Werwolfs an der Herstellung der Sprengkör­per und der Ausführung der Attentate beteiligt waren. In einer Hamburger Wohnung sind die Sprengladungen zusammengesetzt und dann mit­tels Kraftwagen an den Tatort gebracht worden. In Haft sind jetzt vier Beteiligte, und zwar der Chemiker Dr. Hellmann, der Sattlermeister Paul

Koch, der Kaufmann Rolf Müller und der Kauf­mann von Vilamowitz-Mvellendorf. Sie werden gegenwärtig eingehenden Verhören unterzogen. Der durch das Beweismaterial festgestellte Tatbe­stand ist durch ein Geständnis bereits erhärtet. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

* Die Beisetzung dec Königin von Schweden. Am Samstag nachmittag fand in Stockholm die Beisetzung der verstorbenen Königin von Schweden statt. Unter den Trauergästen befanden sich der König und der Kronprinz von Norwegen, der Kö­nig und die Königin von Dänemark, der finnlän- dsicke Staatspräsident, die Großherzogin Hilda von Baden, Schwägerin der verstorbenen Königin, Prinz Berthold von Baden, ihr Vetter, Prinz Adalbert von Preußen und der Fürst von Hohen- wllern-Sigmaringen Prinz V'ktor zu Wied, Prinz Gustav und Prinzessin Thrra von Dänemark, io- wie sämtliche Mitglieder des Diplomatischen Korps in Stockholm. Den Trauergottesdienst hielt der ErGifchof von Stockholm r vier Assistenz von drei Hofkaplänen ad. Mährend dieser Zeit löste die Marinestation auf Skeppsholmen einen Trauer- salut von 42 Schuß. Zehn hohe Offiziere trugen den Sarg in die Grabkapelle der Dnnastie Berna­dotte, wo er auf einen neben den Katafalken der drei letzten Könige und Königinnen stehenden Katafalk gesetzt wurde.

* Unruhe in Abessinien? „Observer" berichtet aus Kairo, aus gewöhnlich zuverlässiger Quelle verlaute, daß es in Abessinien zu Unruhen gekom­men sei. Einer der führenden Rase habe sich ge­gen Ras Tafari zum Kaiser ausrufen lassen.

China.

rotb. London» 14. April ((Big. Meld.) Der chinesischen Presse zufolge hat die neue Regierung in Peking Befehl gegeben, alle im Dienste des Generals Tfchia'ngkaifchek stehenden ausländischenOf- fiziere im Fall ihrer Gefangennahme un­verzüglich hin zu richten.

*

rotb. London, 14. April. (Eig. Meld.) Wie Times aus Peking meldet, hat Penghsischan den Zollbehörden in Tientsin Befehl gegeben, die Zolleinnahmen zu feiner Verfügung zu hal­ten, mit Ausnahme des Teiles, der für den Dienst der ausländischen und inländischen Anleihen be­stimmt ist.

Von der Mttelmeerfahrk der Reichsmarine»

.. . . .....

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Das deutsche Geschwader im Hasen von Vigo,

an der spanischen Westküste von wo aus die einzelnen Verbände getrennt die Weiterfahrt ins Mittel- meer antreten.

Von Fulda nach Chicago.

Reife-Erinnerungen

|Lg)Don Fr. Donatus Pfannmüller, Fulda.

B i: ®a.nn kommt der gewünschte Autobus, u. wir steigen nauf zum oberen Stock. Hier oben haben wir freie glicht und ein wenig Luftzug. Abes auf dem zwei- Jlnn Cn ^a9en haben wir auch einen Schaffner. Sein :. 'ft Nicht leicht; denn er muß beide Stockwerke bedie- -EN' .'^ud) hier gibt es keine Fahrkarten. Der Schaffner «Men kleinen Apparat in der Hand, ähnlich einer Ja qv ^hinein mutz der Fahrgast einen Zehner stecken, fein steint wir auch so ein zählender Automat zu Ann faI,ren "nd ich bekomme unendlich viel zu sehen, auk h macht wich auf alle möglichen Dinge aufmerksam, l den bunten, überwältigenden Verkehr, auf schöne Kir- 6t"Sn”0•Qnöerc Bauwerke. Auch an der wundervollen ich -Enk-Kathedrale kommen wir vorbei, die in goti- dtll und aus weißem Marmor gebaut ist. Die bvn " bQS Grundstück und den Bau betrugen 3 Mil» Dollar, die zum größten Teil von den Newyorker ^mmädchx,, gesammelt wurden.

sehe so viel, aber es ist mir ganz unmöglich, auch -taLC!ncn kleinen Teil des Geschauten in der Erinnerung halten. Ein Bild verwischt ja bas andere. Und fen mag ich nicht; denn ich will sehen, viel sehen, 'ch. der Gasolinrauch der Tausende von Fahrzeugen wich in die Augen und dringt mir in die Lunge, ,r ganz übel wird. Die Sonne brütet über der < und kein Luftzug vertreibt die stinkenden Dämpfe, »erstehe ich schon, warum der Newyorker sich am „ Q9 'ns Auto setzt und mit Weib und Kind der |f -ntflieht.

nehmen wir eine andere Linie und fahren am entlang, bas heißt zwischen ber Stabt unb dem i w $'er 'sk es schön. Eine wunderbare Straße, anlagen, ein wenig Luftzug und der herrliche Aus» f ee den Fluß, hinüber nach Jersey City und Ho- ■ Da dampfen vier ober fünf Schlachtschiffe ber Nischen Flotte langsam ben Fluß hinauf, bort in ?e hat man mit bem Bau einer neuen Hänge- u°et den Hudson begonnen. Von drüben her

grüßen die roten Felsenabstürze der Pallisads, hier wieder kommen wir an einem monumentalen „Kriegerdenkmal" vorüber. Es hat eine entfernte Aehnlichkeit mit dem Un­terbau der Siegessäule in Berlin, ein Rundbau mit präch­tigen Säulen. Das Ganze ist 90 Fuß hoch und hat 250 000 Dollar gekostet. Ich entnehme diese Angaben einem Album, das ich mir mitgebracht habe. Der Ameri­kaner. ist so höflich, in seinen Druckschriften über hervor­ragende Bauwerke stets ihre Höhe anzugeben, sowie den Preis, den sie gekostet haben.

Weil mich die Fahrt, die Hitze und der Gasolingestank sehr mitgenommen haben, machen wir uns gegen 5 Uhr nachmittags auf den Heimweg und sind um 6 Uhr wieder zu Hause. Am Abend sitze ich mit der ganzen Familie um den Tisch und wir spielen „Mensch, ärgere dich nicht!" Weil ich aber durchaus keinen Schimmer von irgend einem Kartenspiel habe, zieht Anna meine Karten und wirst sie auch aus. Geärgert habe ich mich aber nicht; nur Sehnsucht hatte ich nach dem Bett.

Der folgende Tag bringt für mich nur einen kleinen Spaziergang nach Mister Heilmanns „Shop", das ist die Werkstatt, wo die kunstvollen farbigen Fenster entstehen. Und es ist gut so; denn die schlaflose Nacht, die große Newyorker Schwüle und die ungewohnte Anstrengung des Reisens in Newyork haben mich ganz erschöpft.

Der junge Herr Hellmann — er ist aber auch schon 50 Jahre alt — arbeitet, trotz seiner Korpulenz, flink wie ein Wiesel. Ach, und was war er einst für ein hübscher Junge, als ich ihn zuletzt sah! Ich konnte nicht anders, ich mußte ihn wegen seiner gewaltigen Ausdehnung ein wenig necken. Er holte ein paar Flaschen staatlich appro­biertes Dünnbier, suchte ein paar Gläser zusammen, rief einen Mister Sebald — ein Schwede — aus dem oberen Stock der Werkstatt herbei, der aber fein Glas mitbringen mußte, — und fo feierten wir Wiedersehen nach 40 Jah­ren. Nicht mal ein Stuhl war da zum Sitzen. Darum dauerte auch unsere „Schlemmerei" nicht lange.

Am Abend dieses Tages feiere ich noch ein Wieder­sehen mit einem weiteren Glied der Familie Hellmann. Es ist das „Finchen", das ich als zweijähriges Kind zu­letzt sah. Das Finchen ist Glasergeselle bei ihrem Bruder — wenn er viel Arbeit hat, sonst aber ehrsame Hausfrau. Ihr Mann ist auch mitgetommen, aber er spricht nur Englisch, so daß ich mich nicht mit ihm unterhalten kann.

Ms Frau Elsie gegen 11 Uhr abends vom Telephon- amt kommt, wird das Programm für den morgigen Tag

I aufgestellt. Elsie hat morgen frei bis nachmittags 5 Uhr. Da soll sie die ganze Familie und mich im Auto nach

1 Paterson fahren. Da haben wir ein Kloster, bas während des Kulturkampfes gegründet wurde. Und dort lebt unser Bruder Cajetan, den wir vor ein paar Jahren dem Klo­ster „geliehen" haben, Er war daheim mein Werkstatt­nachbar und guter Freund. Ihn muß ich unbedingt be­suchen.

Am andern Morgen gegen 10 Uhr fahren wir los. Elsie sitzt am Steuer und ihr Papa neben ihr. Hinten im Wagen sitzt Mama Hellmann, Anna und ich. Zuerst halten wir bei einer der zahlreichen und immer sehr gut eingerichteten Tankstellen, um „@äs" auszufüllen. Diese Tankstellen liegen stets ein Stückchen seitwärts der Straße, damit sie den Verkehr nicht hindern. Vier bis fünf Pumpenständer sowie ein Delftänbcr sind stets vor­handen. Bei Nacht ist die ganze Anlage durch zahlreiche elektrische Birnen hell erleuchtet. Dre erste Blick des bedienenden Mannes gilt dem Kühlwasser, das stets kostenlos erneuert wird. Dann füllt er das verlangte Quantum „Gäs" nach und empfängt die Bezahlung. Trinkgelder werden nicht angenommen, wie die ange­brachten Plakate besagen.

An dem sehr verkehrsreichen Boulevard ist es nicht leicht, in die endlose Kette der dahinschießenden Autos einzulenken; aber Elsie meistert ihren Wagen spielend. Es geht den Boulevard entlang, dann den Berg hinunter und zur Stadt hinaus. Wer zu langsam fährt, wird bei der ersten Gelegenheit überholt. Dabei findet Elsie im­mer noch Zeit, sich eine Zigarette anzuzünden und über irgend etwas ein paar Witze zu machen.

Zwischen Union City und Passaic erstreckt sich ein Sumpfland ,bas zum größten Teil mit Schilf bewachsen ist. Der Hackensack- unb ber Passaic-River schlängeln sich burch biese Mulbe. Nach etwa zwei Meilen Fahrt ist ber Sumpf überfahren, unb nun reiht sich Stabt an Stabt; man kommt nicht mehr viel aus ben Häusern her­aus. Jrgenbwo an einem „Hill" geht es steil bergauf. Die Straße ist aber sehr glatt. Unb auf halber Höhe des Hügels kreuzt eine Straße unsere Route. Natürlich steht dort ein Mast mit automatisch aufblitzendem Rot- und Grünlicht. Und ebenso natürlich steht dort auch ein Schutzmann. Elsie weiß, daß in zwei,- drei Sekunden das Rotlicht erscheint, und sie dann mit ihrem Wagen auf halber Höhe hängt. Sie winkt dem Schutzmann zu und er hat ein Herz im Leibe. Trotzdem bas rote Licht schon