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Palmsonntag.

Hymnus.

hm und Preis und Ehre sei dir, Christus, Erlöser,

m die kindliche Schar frommes Hosanna ge­weiht.

i bist Israels König, Gesegneter, konunt.

tten, Gelübde, Gesang bringen entgegen auch wir.

ngft dem Leiden entgegen, so sangen sie schul­diges Lob dir.

m, der herrlich regiert, tönt nun unser Gesang, jtiger König, voll Huld, dem alles Gute gefällt.

Evangelium: Matth. 21, 1—9.

In Mer Zeit, als Jesus sich Jerusalem nahte «nd nach Bethphage am Oelberg kam, sandte er zwei Jünger ab mit dem Auftrag: Geht in den Flecken, der vor euch liegt; dort werdet ihr sogleich eine Eselin angebunden fmden und ein Millen bei ihr: bindet sie los und führet sie zu mir. Wenn jemand etwas einwendet, so sagt: Der Herr be­darf «ihrer. Und sogleich wird er sie euch über- ' lassen. Dies alles geschieht, damit das Wort des Propheten erfüllt werde: Sagt der Tochter Sion: Sieh, dein König komnit zu dir, sanftmütig, auf einer Eselin sitzend, auf einem Füllen, dem Jun­gen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin iind taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte. Sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf. Sehr viele vom Volke breiteten ihre Kleider auf den Weg, an­dere hieben Zweige von den Bäumen und streu­ten sie auf den Weg. Dig Scharen, die voraus­gingen und naichifolgten, riefen laut: Hosanna dem G>hne Davids! Hochgelabt, der da kommt im Na­men des Herrn!

Geweihte Palmen.

Unserem König Freudenpalmen! Wieder wer­den sie ihm entgegengetragen, wie zu den Zeiten ; der Palmenprozess-on in Jerusalem. So trägt man die geweihten Palmen in feierlichem Zuge durch unsere Gotteshäuser. — „Tochter Sion, freue Dich." Auch das Sion des Neuen Testaments jauchzt feinem Könige entgegen. Hosanna dem Sohne David. Und wie bringt die Palmen­feier hinüber und hinein ins Bauerntum.

Ja, der Palmsonntag hat da eine besondere Be­achtung. Da steht im Garten der hohe Palm­strauch. Immergrün unter den Ziersträuchern des Gartens. Schneebedeckt, schneebeladen war er im Winter. Aber der Schnee hat die Blätter erfrischt und dem Immergrün neuen Glanz verliehen. Jahrzehntelang hat der Palmenstrauch die Zweig­lein geliefert, welche man zum Strauße bindet, um ihn zur heiligen Weihe am Palmsonntag in die Kirche zu tragen. Ist das ein Wettstreit unter den Kindern, die da den in der Geschichte der Fa­milie geheiligten Strauch umstehen.

Auch von mir ein Reischey, auch von mir, so Ümgt es nacheinander, so klingt es durcheinander. Ein jedes Kind will an dem Segen beteiligt fein, "eiche die gesegneten Palmen der Familie und dem ■ Gehöfte bringen sollen.

Unb wer soll ben Palmenstrauß zur Segnung ms Gotteshaus tragen? Der Streit ist bald ge­schlichtet. Die Ehre fällt der ältesten Toch- ker zu. So ist es Herkommen. Eine ftmgfräu- uche Hand muß es sein, eine reine Hand. Die Wt den Segen fest, welchen der Priester in die Palmen hineingesenkt hat. Und so wird er heim­getragen, ber gesegnete Strauß. Wie feierlich wird er empfangen. Ein Kristallbecher — ein Fami- Ilenstüch alter Prägung — steht zu seiner Auf- n<chme bereit.

■ « A?* Ostermorgen hebt man ihn heraus aus dem Familienkelch. Nack dem Hochamte wer- den nach alter Sitte „die Palmen g e st e ck t". , fchi etwa flüchtig, nein mit Andacht. Der Vater -echnet es sich zur Ehre, den Strauß hinauszu­kragen. An die Ställe, auf jede Tür wird ein Zwerglein gesteckt. Wie sich die Kinder freuen, und sie beten. Durch den Segen dieser ge­reihten Palmen, o lieber Herr, halte Unglück und suchen fern von diesem Stall. Weiter geht es

zu den Schuppen und Scheunen: Durch den Se­gen dieser Palmen möge der Herr verschonen Scheunen und Schaber vor Blitz und Hagel und vernichtendem Feuer. Jetzt hinaus in den Garten, hinauf auf die Felder. Auf jedes Beet, auf jeden Acker, so ist es alte Sitte, wird ein Reislein ge­steckt. Und immer wiederholt sich, in der Innigkeit sich steigernd, die Bitte: Durch diese geweihten Pal­men, o Herr, gib Segen unseren Muren, gib Ge­deihen unseren Saaten.

So ist denn manches Reislein gesteckt. Der Palmenstrauch ist so dünn geworden. Aber man hat weife verteilt und berechnet. Man muß doch Reserven behalten. Gleich für den Ostermorgen. Dann find die Palmenzweiglein dabei — in ge­weihtem Wasser stehend — wenn sich die FamtUe zum feierlichen Ostermahl versammelt. Ist das em erhebender Augenblick, wenn der Vater nach dem Tischgebet mit dem geweihten Palmenzweiglein das Mahl und mehr noch die Familie segnet.

Die KreuzwegMachk und il

Don G

Der Apostel Paulus schrieb das große Wort: „Wir predigen Christus den Gekreuzigten: den Juden ein Aergernis, den Heiden eine Torheit; denen aber, die berufen sind, ob Juden oder Hei­den, Christus: Gottes Kraft und Gottes Weisheit." Damit ist das Kreuzgeheimnis mitten hineingeftellt in den Kern des Christentums; auch am sühnenden Kreuzesleiden Christi und in feinem Blute baut sich allein ber neue und ewige Gnaden , und der Kirche auf. Im Kreuzgeheimnis erscheint so das Grund- Geheimnis des Christentums.

Zutiefst liegt es im Menschenherzen, daß es sich zurücksehnt nach den Stätten der Jugend, sie ausfucht, wenn ihm Gelegenheit dazu gegeben ist. Das Christentum will aber alle natürlich guten Triebe des Herzens weiterpflegen und emporbilden. Vor der Seele des Christen steht in feiner anbe­tungswürdigen Größe das Bild des Heilandes, des Erlösers am Kreuz. In einfachen Pinselftrichen, aber gerade wegen dieser herben Einfachheit mit der Seele sich tief einprägenden Zügen haben die Evangelisten den Opfergang des Heilandes gefchil- dert. Das mitfühlende Herz wurde stark dadurch angetrieben, diesem Opfergang des Meisters nach­zuwandeln. Die Evangelisten selber hatten die Hauptpunkte des Leidens besonders hervorgehoben, Maria, die Mutter Sefu, lebt in der Gemeinde zu Jerusalem, der Mutter besonders ist es tiefftes Herzensbedürfnis, nachzufinnen ber Liebe ihres Kindes, und Christi Kreuz weckte in Maria die Erinnerung an die unendliche Gottesliebe ihres Sohnes. Ihrem Herzen waren die Stationen des Leidens tief eingeprägt und die Liebe zu dem Kreuzesgang ihres Sohnes gab sie der jungen Christengemeinde. Jerusalem wurde wohl zerstört, aber in den Christen lebte fort der Gedanke an die hl. Stadt, in der der Gottessohn gelitten. Heilige Bischöfe, gefeierte Lehrer der Kirche, einfache Christen besuchten die heiligen Stätten immer wieder, von denen aus das Evangelium des Kreuzes seine ersten Strahlen entsandt hatte.

Das Christentum ist ferner nicht trockene Pre­digt von Tatsachen, die einmal geschehen sind, es ruft seinen Anhängern zu: „Seid ein zweiter Christus." Das Menschenherz will aber immer lebensnahe Gegenwart. Nun war das Christen­tum frei geworden im römischen Reiche. Die Mutter des ersten christlichen Kaisers Konstantin verewigte in. Jerusalem das Andenken an die hl. Stätten durch herrliche Basiliken. Pilgerfahrten ins hl. Land bilden von jetzt eine ununterbrochene Kette, Glied an Wied, die sich durch alle christlichen Jahrhunderte hindurchzieht. Ja es wäre unbe­greiflich, wenn es sich anders verhalten hätte. Nach dem unschätzbarenWallfahrtsbericht der vornehmen abendländischen Pilgerin Etheria war zu Jerusalem die liturgische Leidensfeier in der Karwoche an den hl. Leidensstätten mit lautem Schluchzen und Weh­klagen begleitet und untermischt. Mit diesen gottes­dienstlichen Feiern, die zugleich mitleidweich und opferkräftig stimmten, ist nun die spätere Kreuz­wegandacht blutsverwandt.

Da kommt Osterstimmung, Ostersreude auf. Je­sus lebt der Gottmensch sieget. Das Grab ist leer. Der Held erwacht. Dann wacht auch auf neues Gottvertrauen, neue Hoffnung, wenn auch die Zeit­läufe schwer sind. Dann mindert er hinauf, dtzr geheiligte Strauß; da steht er auf einer alften Fa­milientruhe vor einem ehrwürdigen Muttergottes- bild. Da hält er treue Wacht. Und jeweils, wenn die Blitze zucken, wenn der Donner rollt, wenn schwere Wetter drohen, dann holt man gesegnete Zweiglein herunter.

Hinein in das Feuer, hinauf der Rauch in Sie Lüfte, damit so und durch frommes Gebet die bö­sen Wetter sich verziehen.

Tochter Sion freue Dich. Ja, ein schöner, ein festlicher, ein froher Tag ist der Palmsonntag.

Heilige Palmen bringet Segen In Haus und Feld und allerwegen.

Johannes Blum, M. d. R.

te geschichtliche Entwicklung.

) er g e.

Und wenn wir dem hl. Leo den Großen einen unverwelklichen Kranz von 19 Passionspredigten verdanken, in denen die leuchtende Demut, Geduld, Liebe und Segensmacht des Herrenleidens ins Bewußjtfein tritt, was ist das anderes als der Grundgehalt der Kreuzwegandacht! Das uralte römische Kanongebet nach der Wandlung „Einge­denk des glückseligen Leidens" ist abgestimmt auf denselben Grundakkord und setzt voraus, daß das Kreuzesgeheimnis das höchste und vollendetste Opfer ist, der Kreuzweg als Opferweg, das Kreuz Hochaltar und der Kreuzestod abschließende Opfer­tet ist: Gedanken, die immer wieder bei ber Kreuz, wegandacht ausklingen. So steht fest, daß die ge- schichtliche Stätte des Kreuzweges und Kreuzleidens Christi auch die Urheimat der erinnernden Kreuz- wegandacht ist, sie ist 'Seeleniwallfahrt zu den hl. Stätten. Völlig deutlich tritt dies in die Erscheinung durch ben seraphischen Heiligen Franz von Assisi. Er hatte selbst 1219 eine Wallfahrt nach dem hl. Lande unternommen. Das Kreuz und Leiden des Herrn war feine liebste Betrachtungsart; in ihm erscheint ja die mittelalterliche Kreuzes­minne auf ihrem sichtbaren Höhepunkt angelangr. Seinem Orden wurde daher auch mit Recht die Bewachung ber hl. Stätte in Jerusalem anvertraut. Die Patres und Brüder besuchten mm in Jeru­salem regelmäßig an bestimmten Tagen die Sta­tionen des Kreuzweges. Nach Europa zurückbe- rufen, hielten sie diese Anoachtsubung bei und er­richteten bei ihren Klöstern Kreuz­wege nach dem Vorbilde des Schmerzensweges in Jerusalem. So findet sich das älteste Beispiel der Nachahmung des Kreuzweges zu Jerusalem in Europa im Leben des seligen Alexius, der 1420 starb. Aus dem Jahre 1440 finden wir ein Bei­spiel in ber Rheinprovinz. Hier wird von der Stadt Ahrweiler erzählt, daß einem Ritter, der von Jerusalem zurückkehrte, die Aehnlichkest dieses Städtchens mit Jerusalem auffiel. Denn es heißt weiter: „Die sieben in Stein gehauenen Stationen heben bei den Stadttoren an und endigen auf dem Berge." Man hat dort, fcheints, nur siebenStationen gekannt. Don der Stadt Nürnberg wird er­zählt, daß dort Martin Stötze! 1487 eine Pilger­reise nach Jerusalem unternommen habe, um nach bem genauen Maße der dortigen Stationen auch in seiner Heimat einen Kreuzweg zu errichten. Lange Zeit blieb allerdings die Kreuzwegandacht nur eine Privatandacht und weder die Zahl der einzelnen Stationen noch deren Benennung stand fest. Es sind im 15. und 16. Jahrhundert Statoinen verzeichnet, welche später nicht mehr Vorkommen, und von unseren jetzigen Stationen fehlen noch manche. Erst am Ende des 16. Jahrhunderts ist ein gewisser Abschluß der Entwicklung der Kreuz- wegstationen wahrzunehmen. Schließlich wurde im 17. Jahrhundert die Kreuzwegandacht von der höchsten kirchlichen Autorität förmlich anerkannt, und Papst Innozenz XI. gewährte 1586 für die Franziskanerkirchen dem Besuch der Kreuzweg- stationen reiche Ablässe. Schließlich wurden dann

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diese Ablässe auch als Breve des Papstes Benedittt XIII. vom 16. Januar 1731 auf alle Kreuzweg­stationen in allen Kirchen ausgedehnt und damit der Hauptanstoß gegeben, daß in allen Kirchen Kreuz- wegstationen errichtet wurden.

Mit dem Schwellen und Wachsen ber Kreuz­weg andacht entfaltete sich in gleicher Weise auch die Kreuzwegkunst. Die Kreuzwegkunst ist ja der Gradmesser und Ausdruck des Verständnisses des Kreuzgeheimnisses. So ist es eine denkwür­dige Tatsache der Kirchen- und Kunstgeschichte, daß im letztvergangenen 19. Jahrhundert nach dem Verblassen der Aufklärungszeit und beim Heraus- dämmern wärmeren Glaubenslebens und kirchlichen Aufschwungs auf deutschem Boden die Kreuzweg­kunst zu ungemeiner und mannigfaltiger Blüte ge­dieh. Es wären hier zu erwähnen die Nazarener mit bem frommen und geistesfrohen Overbeck (f 1869). Immer neue Seiten der Kreuzwegkunst wurden entfaltet, und es zeigte sich gerade hier, daß das Geheimnis des Kreuzes in seiner Unergründ- lichkeit der Betrachtung und Darstellung immer neue Gesichtspunkte gibt. Ohne erschöpft zu sein ober ausgeschöpft werden zu können, sind deren im Wandel ber Zeiten auch in der Kreuzwegkunst eine Reihe und in mannigfachen Verbindungen und Betonungen zutage getreten. Bald schlägt diese, bald jene Satte vor, ohne andere ohne Mitklang zu lassen oder gar auszuschalten.

So lebt und blüht in der Kirche die Kreuzweg­andacht und Kreuzwegkunst. Sie sind gleich köst­lichen Rubinen in der Ehrenkrone des Herrn, die ihm chrrstliche Frömmigkett und Liebe schuf und immer wieder wirkt. In diesen geistigen Edel­steinen blinkt auch jetzt noch etwas Licht der hohen Flammen der Kreuzesminne, von der die eine Idee und Bewegung der Sreu.yüge geleitet war, und das christliche Volk, das in der Fastenzeit sich Frei­tags in seiner Kirche sammelt, um den Kreuzweg zu beten, weiß, daß ihm vom Kreuz aus die Erlö­sung und das Heil gebracht wurde, weiß, daß beim Kreuz alles menschliche Kreuz leicht wird und tapfer getragen werden tarnt, daß der Gegenstand höchsten Ruhmes das Kreuz Chrffti ist, mit denen es sich und feine Kinder fromm bezeichnet und segnet.

Kampf dem Kitsch!

Eine wichiige Verordnung des Bischoss von Limburg über die künstlerische Ausstattung der

Kirchen.

Schon kurz nach seiner Wahl hat der Bischoi von Limburg Dr. Augustinus Kilian davor ge­warnt, Kirchen und Kapellen mit wertlosen Bildern und Statuen auszustatten, wobei er besonders auf alle die Gegenstände hinwies, die massenweise in Fabriken her ge­stellt werden, durchweg ohne künstlerischen Wert und mit der Würde der Kirche nicht vereinbar sind. Dein Bischof fordert jetzt die Pfarrer und Rektoren von Kirchen und Kapellen- auf, derartige Gegenstände, auch wenn sie von Wohltätern der Kirche geschenkt worden sind, in unauffälliger Weise aus den Gotteshäusern zu entfernen, andererseits aber auch Mittel zu sammeln bis eine Summe zur Verfügung steht, damit ein einfaches aber wür­diges Kunstwerk beschafft werden kann. Der Bi­schof weist ferner daraus hin, daß jeder Geistliche so viel Kunstsinn haben sollte, daß er es als Ehren­sache betrachte, wenigstens ein Kunstwerk in ber Kirche zurückzulassen, die er Jahre lang betreut hat. Obwohl vernünftige Sparsamkeit 'in dieser Zeit wirtschaftlicher Not durchaus am Platze sei, betont der Bischof, daß die Lage der Künstler und Kunsthandwerker dringend der Unterstützung der Pfarrgemeinden bedürfe. Den meisten Künstlern gehe es geradezu schlecht. Mit dieser Verordnung trifft der Bischof gleichzeitig viele Gemeinden, die es für einen überflüssigen Luxus hielten, wenn ein Kunstwerk für eine Kirche beschafft wird, und die den Pfarrern bei der Anschaffung mitunter die größten Schwierigkeiten machen.

Verbek W «e Zeitum

Ein katholischer Arbeiterroman.

[ Im Maiheft des „Gral" nimmt Friedrich Muckermann Stellung zu dem soeben erschiene­nen Arbeiterroman „Lukas Hain" von Karl Dinhofer (Verlagsanstalt Tyrölia, Innsbruck). Wir find in der Lage, aus der Besprechung fol- amdes abzudrucken:

der alte Krüppel, spricht zu Lukas, dem q ~es Arbeiters, der nicht Pfarrer werden will, um Leiter der Messias seiner Klasse zu werden: „Ich ES j Es, Bub: ich kenne deine Mutter nicht, — sie lang leben, wie ich's ihr wünsch, aber ewig wird's nicht sein können — hüt dich — hüt dich und BiL ^Eenkn nicht verhängen wie ein verstaubtes

• Wenn ein junger Arbeiter seine Mutter ver- $ ’ wird er entweder einer, der feine Brust zum nh**10^' Ees in sich hineinsrißt, — ein Märtyrer wer <r wird ein Lump." Der Mann, der diesen r“8' neben vielen anderen, die der Mutterliebe gel- MöL ^^^eben hat, ist ein Dichter. Es ist das erste sich h t ,?ns siin Name begegnet, aber gewiß knüpfen hltinl . nflen Hoffnungen daran. Der Roman Lukas 8^irn>elt in Steyr, der Industriestadt. Er führt uns Stnäen hinein, wie mir sie auch sonst in Ge-

enn ™ wo die mächtig aufblühende Industrie

Nock . evölkerung erfaßte, die einheimisch und daher Tm Mutterschoß der Heimat geborgen ist. ißir Me Angeführt in das Leben einer Arbeiterfamilie, ” ttnem harten Schicksal betroffen ist. Schwer nn ,^e Mutter darnieder, die bald ihre Klei-

*5® Waisen zurücklassen wird und den stolzen Mann, ^cht Mehr glaubt. Die Schilderungen dieses Heims, "«wen mit dem Heimatgefühl überhaupt, durchwo-

, wunderbaren Motiv der Mutterliebe, ge- wit dem Humor der Kinderstube, durchwühtt den Kämpfen, wie sie das wachsende Elend lttstenherzen Hervorrufen kann — es geht immer

noch wieder gut, weil der Glaube aus uralter Heber* lieferung her noch ganz tief verborgen in den Men­schen lebt — das ist das Schöiffte in diesem Roman. Auch die Industrie mit ihren dämonischen Kräften wird gut gezeichnet. Man lese nur eine der packenden Stellen, die sich am Schluß finden, wo der Kaplan, der wegen seiner Liebe zur Arbeiterschaft hat weichen müs­sen, als Pfarrer wieder einzieht: „Schon hören sie das Brünnlein am Tabor rinnen. Silbern — silbern fein, als zögen putzige Englein durch die Kapelle und schüttelten neckisch ihr klingendes Haar. Daneben taucht aus der Versenkung Steyrs wuchtigster Schlot, Steyrs funkelndstes Kreuz. Noch ein paar Schritte, ein Beu­gen des Hauptes vor dem blumenumrankten Altar — bann halten sie ein. Wie eine große ungeheuere Schat- tenfaust liegt die Stadt da unten auf der Erde. Die beiden Flüsse durchadern sie mit lebendigem Mut. Ru­ßig ist sie, dampft von der Wärme des Schaffens, — von allen dreien sagt keiner ein Wort. Da erhebt Steyr selber seine Stimme und grüßt. In puf­fendem Knall strömt der Dampf aus den Kesselhäusern des Werkes, gedämpft brüllen die Motore, ächzen di'e Walzen, stöhnen die Pressen. Züge rasseln aneinder vorbei. Autos, elektrische Wagen, blaue Funkenstreifen magisch hinter sich herziehend. Dazwischen gellen die Schleifsteine, wie Gequälte auf den Folterbänken, mur­ren drohend die Bentilatoren und schnauben die Blä­ser ... " Wir erleben das Horanwachsen des jungen Geschlechtes mit den erften Freuden und Gefahren der Liebesregung, wir erleben besonders das Aufbegehren des Klassenstolzes in der Seele des jungen, des herr­lichen Lukas. Er muß hindurch, selber hindurch, bis zur letzten Erkenntnis. Der dumpfe Druck, der auf der Belegschaft liegt, wird von Kapitel zu Kapitel beäng­stigender. Schließlich befreit er sich im Angriff eines Riesenstreiks. Alle diese Begebnisse halten den Leser in Atem, mehr allerdings, was sich in ihrem Gefolge' im Innern der Menschen abspielt. So lange es sich um Arbeiter handelt, trifft der junge Dichter den Ton; die

Psychologie der Direktoren, die übrigens eher fachlich als gehäffig geschildert werden, gelingt nicht immer im gleichen Maße. Man hat da den Eindruck, es werde vom Gedanken her ersetzt, was der Gestaltungskraft noch abgeht. Lukas selber verliert durch den Stein- wurf des Mädchens, das er einst geliebt und dann verlassen hat, beide Augen. In dieser Schicksalsnacht aber wird er sehend und begreift die Weisheit des Krüppels, der auch nur in der Not dazu gekommen ist: „Dich selber mußt du erlösen und du hast die Welt er­löst, versteht mich, dich erlösen lassen mußt du dich vom Glauben. So steht es um dich ... " Die tieffie Seele, das gläubigste Herz, das meistgeprüste, gehört dem armen, schwächlichen Kaplan, der so gut zu den Arbeitern zu sprechen weiß, da er die Liebe hat und den Willen zu vefftehen. Auch er muß begreifen, daß Gottes Wege, die Menschen zu erlösen, andere sind, als jene, die sich das eifernde Gemüt erträumt .... Stark, gesund, sehnig ist dieses Werk, voll von Schicksal und Tragik, frei von Sentimentalität und humanisie­rendem Schleim. Noch nicht in allem durchgestaltet und in mancher Ideenführung abhängig, weist es doch Stel­len und ganze Stticke auf. die von einem echten Dich­ter zeugen, einem Dichter zudem, wie sie nur tn jenen Bergen wachsen, aus denen so oft schon im Laufe unse­rer Geschichte das Brünnlein der Poesie wieder neu heroorgesprudelt ist.

Menschen und Heilige.

Es mag auffallen, daß in einer Literaturperiode, in der vorwiegend nur das Gebrochene, Morbide oder gar Perverse oder auch der Kampf der Geschlechter unsere Literatur und ihr Gefolge zu interessieren vermag, nun einmal auch wiederum die Heldengestalten der katho- lischen Vorzeit ihre Epiker finden. Da freilich, wo moderne Literatur, wie Wilhelm von Scholz in seinem Capistranoroman „Der Weg nach Hock" oder Cäsar von Simay im „Kampf der Seligen", in seiner „psychologi­

schen Aufschließung" der Ignatiusgestalt sich an die Be­handlung solcher Gestalten einer ihnen ach so fernen Welt wagen, ist das Ergebnis kläglich genug, kann auch nichts anderes sein als Zerrbild im Zerrspiegel. (Ver­gleiche darüber P. Friedrich Muckermann im Märzhesk des „Gal": „Moderne Schrifffteller und katholische Hei­lige".). Wenn irgendeiner, so verlangt der Held christ­lichen Glaubens- und Opferlebens einen Epiker, der gleich ihm in der Uebernatur verwurzelt ist und für ihre Einflüsse und Auswirkungen das Vefftändnis der Kongenialttät hat.

Welch eine Anziehungskraft aber solche mit glaubi ger Inbrunst und liebevoller Beffenkung gezeichnete Lebensbilder unserer Heiligen gewinnen 'können, dessen fit die unter dem Namen „Menschen und Heilige" von Heinrich Mohr herausgegebene neue Sammlung „ka­tholischer Gestalten" ein überzeugendes Beispiel. (Ver­lag Herder u. Eo.). Blutwarm und lebensnahe tre­ten die Helden dieser 25 - Lebensbilder, die ebensoviele unserer besten Schrifffteller nach eigener Auswahl mit liebevoller Versenkung zeichneten, vor den Beschauer Zwar gehören sie alle längst veffunkenen Jahrhunder­ten an, — leider, denn auch christliche Lebenshelden der jüngeren und jüngsten Vergangenheit "hätten wohl ver­dient, hier ihren Homer zu finden; — aber die Heili­gen unserer katholischen Kirch- sind ja bei allem Ver- wurzeltsein in ihrer Zeit und ihrem Volkstum unser ^ lee Besitz und Krone. Sie sind zeitlos im Höchstsinn bes Wortes, weil ihr Leben in der Ewigkeit verao- kert war. Darum ist ihr Vorbild echten Vollmenschen- tums grade unferm von moderner und modernster Li­teratur benebelten und verwirrten Geschlecht so vonnö­ten. Es zeigt mit unwidefftehticher Ueberzeugungs- traff, daß der vollwertige Mensch dprt und nur dort aufblüht, wo Natur mit all ihren Gaben und Anlagen in die Uebernatur aufsteigt und ihre Vollendung sucht.