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jn)Stag, den 12 April 1930.

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^4 M-Gl- M Wr d' W*V* V V ▼! Druck der Fuldaer Acliendruckerei, Fulda.

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Vor 10 Jahren: Frankfurt von dem Franzosen beseht.

silbernen Mikrophon

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plaudern Englisch. ' Ach, das ist ein Jammer, wenn

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daß ich reichlich Haare auf

denn kontrollieren?'

allgemeinen Ge- Vielleicht belehrt

ist, mehr getrunken als vorher. Einst trank der beiter seinen Schnaps, der Reiche seinen Wein; aber, — weil es verboten ist — sucht sich jeder Fläschlein zu sichern, jeder und jede, die früher Ekel der Flasche den Rücken gezeigt hätten. Eine

Stu.

eine beul-

jetzt sein voll lo­

schen Studenten das Studium im Ausland ermöglichen soll. In das Präsidium der Stiftung sind u. a. die Reichstagsabgeordneten Schreiber, Emminger, Frhr. v. Rheinbaben, Dr. Külz, Vertreter des Studentenwerks und des Verbandes deutscher Hochschulen eingetreten. Bei der Auswahl der Persönlichkeiten hat also die Deutsche Studentenschaft Wert darauf gelegt, Ueberpar- teilichkeit zu wahren.

bis-

Es

ferenz . Bereits begann der Vorschlag einer sechs­monatigen Vertagung der Konferenz Gehör zu fin­den. Da kehrte am 24. März Briand zu aller Ueber- raschung nach London zurück, das er schmollend ver­lassen hatte.

Der Monat April sand trotzdem eine festgefah- erne Konferenz vor. Die großen französischen und englischen Blätter begannen Nekrologe auf die Flot­tenkonferenz zu schreiben. Als wenn es noch nicht genug ungelöste Probseme gäbe, begann ^tian sich nun in London über eine weitere heikle Frage zu unterhalten: über die Auslegung des Artikels 16 der Völkerbundssatzuug, die davon handelt, daß im Falle eines Völkerbundskrieges jeder Staat ver­pflichtet fein soll, im Auftrage des Bölkerbunds- rates gewisse kriegerische Operationen vorzuneh­men.

Soweit ist die Konferenz heute. Vielleicht geht sie morgen auseinander. Ein Erfolg bleibt ihr un­bestritten: die amerikanisch-englische Einigung und die daraus solgende ungeheure Stärkung des an­gelsächsischen Einflusses. Die kontinentalen euro­päischen Mächte aber haben ihre Lage auf der Kon­ferenz nur verschlechtert. Von einem wirklichen Friedenswillen kann nicht die Rede fein.

Von den Hochschulen.

— Eine Langemarck-Stiftung der Deutschen denkenschaft. Die „Deutsche Studentenschaft" hat „Langemarck-Stiftung" ins Leden gerufen, die

sirrende Konferenz, sondern irgend ein anderer, »ahrscheinlich ein Liebesschinerz. Die Delegierten Englands, Japans, Italiens, Frankreichs und Ame­rikas aber denken garnicht daran, sich aus den Fenstern ihrer Londoner Hotelwohnung zu stür­zen, zumal es sich in diesen Luxushotels sehr gut leben läßt, und die betreffende Regierung alles bezahlt, lleberdies ist das Personal der Konferenz- sitgliedcr derart groß, und die Zahl der mitge- orochten Familienmitglieder derart gut ausgesucht, und die gesellschaftlichen Verpflichtungen derart reizvoll sortiert, daß Langeweile kaum aufkommen kann. Der Wiener Kongreß vor mehr als hundert Jahren, auf dem Europa mit Hilfe Talleyrands die bankerotte Firma Napoleon liquidierte, brachte

Ausschank der beliebten hiesigen Unionbiere, Löwenbräu und Dortmunder

ihre Polemik ein uni) beschäftigte sich mit den Pri­vatangelegenheiten der Delegierten, wobei der Koch des amerikanischen Außenministers eine her­vorragende Rolle spielte.

Der Monat. Februar wurde damit begonnen, daß England und Amerika einen guten Eindruck machten, indem sie aus ihrem Budget einige Kreu­zer strichen (die sie wahrscheinlich früher zu viel ein­gesetzt hatten). Die erste ernsthafte Diskussion ent­stand über folgender Frage: sollte man sich insge­samt auf bestimmte Tonnagen der Kriegsflotten einigen und sollte jedes Land dos Recht haben, in­nerhalb dieser Tonnagezahlen die Verteilung aus Schisfskategorien selbst nach eigenem Gutdünken vorzunehmen? Am 3. Februar wollten sich die Engländer mit den Amerikanern geeinigt haben, was die Schlachtkreuzer anbelange. Gleichzeitig warf England eine aufregende Forderung in die Debatte: nämlich die U-Boote abzuschafsen. In Frankreich und Italien war man sich sofort darüber einig, daß das nicht ginge, und auch Japan stellte fest, daß U-Boote lebenswichtige Gegenstände für alle Länder außer den feindlichen seien. Mitte Fe­bruar hatten sich dessenungeachtet England und Amerika darauf geeinigt, ihre Kriegsflotten auf je 15 große Schiffe zu beschränken, die zwischen 33 000 und 26 000 Tonnen betragen sollten. Die Japaner überraschten ihre Genossen mit einer Denkschrift, in der sie des Ausführlichen darlegten, daß sie ein Recht auf sieben Zehntel der amerikanischen bezw. englischen Flotte hätten; sie schilderten in sentimen­talen Sätzen, wie schwer die Landesverteidigung in den japanischen Gewässern sei. Frankreich glaubte, den richtigen Dreh gefunden zu haben, indem es den deutschen Panzerkreuzer A als vollendetes Vor­bild aller Seeungeheuer darstellte und sagte, daß die Existenz eines solchen Schiffes Frankreich zu umfangreichen Seerüstungen zwinge. Die Unter­haltung kam ins Stocken, da um die gleiche Zeit die französische Regierung gestürzt wurde, und ein ge­wisser Chautemps auf der Bühne der französischen Kammer ein kurzes Gastspiel gab. Schließlich aber kehrte Tardieu im Triumph in die Pariser Kammer und in die Londoner Konferenzsäle zurück.

Als greifbares Ergebnis der Flottenkonferenz war bis dahin nur die englisch-amerikanische Eini­gung über die absolute Größe und Gestalt ihrer Schiffe zu verzeichnen. Die durch die französische Regierungskrise ins Stocken geratene Konferenz begann ihre Arbeiten erst wieder gegen Mitte März. Die Engländer versuchten ihre diplomati­sche Gewandtheit dadurch zu zeigen, daß sie dem Plan eines allgemeinen Friedensvertrages über das Mittelmeer im Keime erstickten. Damit war eine weitere Hoffnung auf Einigung zwischen Ita­lien und Frankreich beseitigt. In der Folge melde­ten die Telegraphenbüros täglich aus London: er­gebnislose Verhandlungen. Die sogenannte Atmo­sphäre der Konferenz hatte natürlich dadurch gelit­ten, daß England es brüsk, fast höhnisch ablehnte, für die französische Sicherheit im Mittelmeer eine Garantie zu le ften; das bedeutete dasselbe, wie wenn England sagte: falls ihr Franzosen euch mit den Italienern bekriegt, behalten wir uns vor, dem­jenigen beizustehen, der uns das vorteilhafteste An­gebot macht. Frankreich sah sich um den 20. März herum auf der Konferenz derart isoliert, daß sich eine gewisse Beängstigung in der öffentlichen Mei­nung Frankreichs bemerkbar machte. Die Italiener erklärten weiterhin, an ihrer Forderung der unbe­dingten Parität mit Frankreich festzuhalten und die Franzosen nannten das den toten Punkt der Kon-

mische Welt! Aber das Verbotene hat seinen eigenen Reiz.

An diesem ersten Abend lerne ich auch das Nesthäk­chen der Familie Heilmann kennen, das in Amerika ge­boren ist. Mit dem richtigen Namen heißt cs Frau Dr. W. Abe weil i« a‘~ertta k-i" Wert auf Tit-l ge­

muh ich schnell die Hörer Haare aus. Ein Glück, dem Kopf habe. "

„Ab»r wen ---lilien Sie

„Nun, die Mädels, die an Leitungen hängen, die die Leitungen zu bedienen haben. Das sind in meinem Bezirk so ungefähr 150 Stück. Ich muß aufpassen, daß sie keine Dummheiten machen, daß sie nicht falsch ver­binden und daß sie auch schnell verbinden." — Dann er­klärt sie mir, wieviel Sekunden es höchstens dauern darf, bis irgend eine umständliche oder schwierige Ver­bindung hergestellt ist. Ich verstehe von der Sache nur soviel, daß höchste Schnelligkeit im Bedienen des Te­lephons erstrebt wird. Sobald eine Beamtin bummelt, muß die Kontrolleurin eingreifen.

„Da werden Ihnen die Telephonmädels nicht beson­ders gut sein, (Elfte"

„O, die kennen mich ja nicht. Dar sind doch immer solche, die sonstwo sitzen."

Wenn Elsie einmal frei hat, dann fährt sie die alten eitern' im Auto aus oder sie hält Hausputz. Dann ist kein Stäubchen vor ihr sicher, und man muß sich vor ihr in acht nehmen, daß man ihr nicht im Wege steht. In Amerika gibt es verhältnismäßig wenig Dienstmäd­chen. Die Hausfrauen tun die Arbeit selber. Ich lernte eine. Frau Rechtsanwalt kennen, der ein herrliches Auto zur Verfügung steht und die ein prächtiges Haus be­wohnt; aber , sie hat kein Dienstmädchen und verrichtet die häuslichen Arbeiten selber. Eine tüchtige Köchin verdient wöchentlich bis 25 Dollar, ein Dienstmädchen in derselben Zeit etwa 20 Dollar. Dieses Geld verdient sich also die Hausfrau möglichst selbst. Gas und Elek­trizität sind in hohem Maße in den Dienst der Haus­frau gestellt, selbst ganz große Herde werden mit Gas geheizt.

Den Amerikanern ist eine ganz erstaunliche Wertung der Arbeit eigen. Wir haben in Deutschland das Sprich­wort: „Arbeit schändet nicht." Aber nicht bei uns, sondern in Amerika findet es seine volle Geltung. Das erkannte ich so recht, als ich erst mit allerlei Menschen in Berührung gekommen war. Arbeit ist die allgemeine Losung. Jede Arbeit ist recht, wenn sie nur entspre­chend bezahlt wird. Der Berufsstolz, der sich auf das Studium gründet, der Handwerkerstolz, der uns Deut­schen schon in der Lehrzeit beigebracht wurde, muß fal­len, sonst geht der Einwanderer in Amerika zugrunde. Er muß zu jeder Arbeit bereit sein.

(Fortsetzung folgt.)

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legt wird und weil es das Nesthäkchen ist, heißt es nur Elsie. Frau Elsie ist Telephonbeamtin. Ihr Gatte starb schon nach dreijähriger Ehe, ihr Schwager ist ein hoher kirchlicher Würdenträger in Rom, sie selbst Kontrol­leurin am großen Telephonamt am Broadway in New- york. Heute am Sonntag hat sie ihren freien Tag ge­habt und ist mit einer Freundin in ein. Strandbad ge­fahren. Jetzt, nadem sie mich begrüßt und etwas ge­gessen hat, schimpft sie gewaltig über den Geistlichen, des­sen Predigt sie am Morgen im Strandort gehört hat. — „Angst vor dem Sterben hat er uns machen wol­len. Als ob wir nicht wüßten, daß wir jeden beliebi­gen Tag totgefahren oder mit Eiscream vergiftet werden können. Prophezeien wollte er uns, daß wir, die wir gerade da waren, nächstes Jahr nicht mehr hier bei­sammen sein würden. Dazu braucht man doch keinen Propheten! Wer wird denn jedes Jahr an einem be­stimmten Tag nach dem gleichen Bietsch gehen? — Und warum wollte er uns Angst machen? Jedes sollte einen Dollar ins Körbchen legen, nicht weniger. Die Kirche will er neu bauen." —

Alle lachen über sie. Alle hören ihr gern zu, wenn sie schimpft, besonders wenn sie es in deutscher Sprache tut, die in ihrem Mund ein wenig drollig klingt. Ich aber bekomme schon an diesem Abend Respekt vor die­ser Frau von 38 Jahren und überhaupt vor ihren ar­beitenden Genossinnen in Amerika. Elsie wurde mit 22 Jahren Witwe. Statt lange zu trauern oder sich nach einer anderen „Partie" umzuschen, wurde sie Telepho­nistin mit täglich 8 Stunden Dienst. Manchmal einen halben Tag frei, zuweilen einen ganzen Tag. Meist muß sie früh um 8 Uhr zur Stelle sein, also um 7 Uhr von daheim fort. Ihr „Office" liegt eine kleine Tage­reise entfernt, sogar in einem andern „Staat"; aber bei den vorzüglichen Derkehrsverbindungen zwingt sie es in einer Stunde. Dann hat sie während ihrer Dienst­stunden „an jedem Ohr eine andere Linie hängen", das heißt, sie muß gleichzeitig verschiedene Leitungen ab­hören, und immer wieder die Hörer wechseln. — „Ich

man nach. Amerika kommt und kann sich nicht einmal mit so lieben kleinen Dingern unterhalten! Ihre.Mut­ter steht daneben und streckt mir die Hände entgegen. Als ich sie zuletzt sah, was sie so klein wie ihr vier­jähriges Töchterchen.

Dann sitzen wir droben um den großen Familientisch, essen, trinken und erzählen von längst vergangenen Zei­ten. Es ist so eigenartig, wenn nach 40 Jahren die Jugendzeit, die Kindheit wieder aus dem Grabe ersteht, wenn Episoden wieder lebendig werden, die schon weit, weit hinten im Meer der Vergessenheit ertrunken wa­ren.

Wir sitzen zusammen und trinken. Als Papa Heil­mann den Willkommstrunk in kleinen Gläschen kredenzte, war es zu meiner Verwunderung nichts anderes als — Kognak; jetzt trinken wir selbstgemachten Rotwein. Und mir hat man daheim erzählt, daß es im heiligen Amerika nichts anderes zu trinken gibt, als Wasser in seinen verschiedenen Variationen. Ach, es ist furchtbar spaßig: Draußen vor der Einfahrt in den Hafen versiegeln sie auf den Schissen die Vorräte an alkoholischen Geträn­ken, und hier bieten sie uns mit Freude und Stolz einen — Schnaps an. Und wenn du das Vertrauen eines amerikanischen Bürgers gewonnen hast, dann führt er dich vielleicht in feinen Keller, zeigt dir dort feine Zentralheizung, feine Waschmaschine und seine chemische Werkstatt, die in irgend einem Winkel seines Kellers eingerichtet ist. Da steht eine Obstpresse, da steht ein Destilicrapparat, da stehen viele dir unbekannte Dinge und liegen viele Flaschen, volle und leere. Nach der allgemeinen Meinung gut orientierter Amerikaner

Der „Aalken-Prozetz.

In der weiteren Verhundlung gegen die Ree­der und den Kapitän des Dampfers des Dampfers „Falke", wegen der bekannten Piratenfahrt nach Venezuela, lehnte das Hamburger Gericht die An­träge des Verteidigers, der Einwände prozessualer Art gegen die Anklageschrift erhoben hatte, ab unk trat ‘in die Vernehmung der Angeklagten ein, bn beschuldigt werden, die Beiatzung des Dampfen „Falke" im Sommer vorigen Jahres mit List tr fremde Kriegs- und Seedienste gebracht zu haben Bei der Vernehmung Prenzlaus ergab sich, daß dieser den Waffenliefeeungsvertrag mit del Gado der französisch abgefaßit mar, nicht genau kannte Er will angeblich überhaupt nicht den Bestimm mungshafen des „Falke" gekannt haben. Seine Aufgabe fei gewesen, die Ladung mit deutscher Flagge zu decken, daß ein ungehinderter Trans- port gesichert war. Dafür wurden ihm 1.5 Mil­lionen Dollars zugesichert, von denen er 500 006 nach Eintreffen der ersten Ladung erhalten sollte. Kapitän Zipplitt bekundet, er habe zwar gewußt, daß er einen Wasfentransport führe, will sich je­doch nicht Arges dabei gedacht haben. Die Beden­ken der Mannschaft, die sie in Gdingen zum Aus­druck brachte, wurden durch Geldversprechunger zerstreut. Auf ins einzelne gehende Fragen des Vorsitzenden, sprach der Angeklagte Prenzlau un­versehens von Blanquilla als Bestimmungsort des Schiffes, obwohl er vorher stets behauptet hatte, weder er noch der Kapitän hätten diesen gekannt. Er gab dann auch zu, der Kapitän habe von den revolutionären Umtrieben gewußt und behauptete, auch die Mannschaft sei im Bilde gewesen. Er bestritt jedoch, irgendwie List oder Gewalt ange­wendet zu haben, um die Mannschaft zu einer Re­volutionstruppe für bei Gado zu machen.

gab sich der englische König in das Parlaments­gebäude Londons und hielt hier inmitten vieler Lorbeerbäume und vor einem f"---------'

m vorziehen.

Eine einzige interessante Nachricht wurde nq non der Flottenkonferenz verbreitet. ar eine traurige Tatsache, nämlich die, daß die rioatfekretärin des amerikanischen Hauptdelegier- n ^2 Staatssekretärs Stimson, sich aus dem fo- ndfooielten Stockwerk ihres Londoner Hotels ürzte. Ursache dieses bedauerlichen Selbstmor­ds war aber nicht der Gram über diese sinnver-

)em damaligen Modetanz in eraud), nämlich den Walzer, uns der künftige Geschichtsschreiber, welcher Moße-

Es erscheint höchst rätselhaft, wie kommende tcliker ein Ding wie die derzeitige Flottenkon- en, j,i London behandeln wollen. Bildet sie ,n^in der Chronik unserer Zeitungen ein höchst qweiliges, wenn auch höchst wichtiges Füllsel, Iches kein vernünftiger Mensch mehr lieft — f-cr dem Redakteur — so wird der Gefchichts- reiber die Zeiten des westfälischen Friedens l'" 'intcr und Frühling des Jahres 1930 bei

Von Fulda nach Chicago.

Reife-Erinnerungen

von Fr. Donatus Pfannmüller, Fulda.

14) ---——

Anna geht in eine der Telephonzellen und ruft nach -cm elterlichen Auto. Ihr Schwager wird uns in einigen Minuten hier abholen. Unterdessen gehen wir draußen ’0r dem Bahnhof auf und ab. Ich sehe zum erstenmal VNerikanisches Straßenleben. Es soll heute besonders 'Uhig hergehen, weil Sonntag , ist. Mir aber erscheint es ^dhast genug, wirklich sehr lebhaft. Richt nur, daß man DDr lauter parkenden Autos kaum auf die Straße hin-

Weine Schaumweine Spirituosen u, s. w.

fchaue oft ganz verstruppt aus," erklärt fie mir. „Oft ' "■ wechseln und reiß mir viele

tanz der Londoner Flottenkonserenz sein Dasein verdanken wird. Aber sicher läßt sich schon heute sagen, daß er kaum die Lebensdauer des Walzers haben wird und von diesem Punkte aus hätte man denn den besten Ausgang für die Beurteilung dieser Konferenz überhaupt.

Jedoch können wir dem Leser eine Erzählung der bisherigen Ereignisse nicht schenken. Die Kon­ferenz begann genau zu dem Zeitpunkt, da die Haager Konferenz zu Ende mar, nämlich im letzten Drittel des Monats Januar. Am 21. Januar be-

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wird jetzt, seitdem der Alkoholgenuß gesetzlich verboten ■ “■ M Ar-

Das Hauptquartier der Franzosen: Hotel Imperial, kurz nach der Besetzung.

Bor 10 Jahren zu Ostern 1920 besetzten französ. Divisionen ohne vorherige Ankündigung Frankfurt a. M. als Repressalie gegen den Einmarsch von Reichswehrtruppen in die entmilitarisierte Zone des Ruhrgebiets. Gleich am ersten Tag kam es zu einem Zusammenstoß, bei dem 8 Zivilisten getötet unld 24 verwundet wurden. Eineinhalb Monate später wurde Frankfurt durch Verhandlungen von der Besatzung wieder frei.

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Reichhaltige Speisekarte. — Bekannte gute Küche.

iusfommen kann, unaufhörlich sausen auch die Autos in Reiben Richtungen an uns vorüber. Mehrmals wechseln wir unfern Standort, um dem erwarteten Auto die Mög- "chkeit zu geben, anhalten und uns aufnehmen zu-kön- ”cn- Denn um Verkehrsstörungen zu vermeiden, darf das Auto nur an einer gerade günstigen Stelle anhalten.

Dann kommt unser Auto; wir steigen ein und sah- ken los. Den Weg, den mir damals genommen, wüßte -ch heute nicht mehr anzugeben. Aber wir hatten noch weit zu fahren, sehr weit. Mit offenen Augen schaue ch mir die erste Stadt der „neuen Welt" an. Mein ■2er! war erfüllt von einer stillen, großen Freude. Diese vreude verschönte vieles von dem, was ich sah. Und muß ich sagen: Unsere deutschin Städte sind schö- Uer, weit schöner als das, was ich hier sah. Die Fahr- äraßen sind außerordentlich gut; für den flotten, rei« ungslofen Verkehr ist alles getan. Wie es zu beiden J“e’tcn dieser Verkehrswege aussieht, das nimmt man *)wr nicht so genau. Schöne und häßliche Häuser wech- leln bunt durcheinander ab; jeder scheint bauen zu bür- !tn< wie es ihm gerade paßt. Das ist der erste Ein- ^Uck, den ich bekomme. —

->-'(Un sind mir gleich daheim," sagt Anna, als links 30n. uns eine schöne gothische Kirche auftaucht. " Jenüber der Kirche wohnen mir."

Das Auto hält am Straßenrand. Als ick; ausge- wgcn bin, strecken mir zwei kleine, vier- und fünfjährige -mdchen die Aermchen entgegen. Ich muß mich zu vben niederbücken, fie umhalsen und küssen mich — und

* mit monotoner Stimme eine höchst nichtssagende Rede, die dessen ungeachtet von allen Rundfunksen­dern der Welt in den Aether gesprochen wurde.

den nächsten Tagen sand die berühmte Füh­lungnahme statt und am 23. hielt auch Macdonald eine Rundfunkrede, aus der der wohlmeinende Zu­hörer entnehmen konnte, daß es den Delegierten > aufrichtig auf den Weltfrieden ankäme, während ■ der kritisch gestimmte Zeitgenosse daraus nur ent- : nahm, daß Macdonald nicht genau wußte, was er mellte. Sodann begann ein Pressekrieg in Frank­reich gegen Macdonald, in England gegen Tar­dieu und in Amerika gegen alle Länder außer die bereinigten Staaten. Der Anlaß war nicht recht ■ ersichtlich, wahrscheinlich handelte es sich nur um : Stimmungsmache. Am 28. Januar stand fest, daß abgrundtiefe Meinungsverschiedenheiten zwischen Station und Frankreich zutage getreten waren, und als der Januar zu Ende ging, war eine Kommis­sion eingesetzt, bestehend aus zehn hervorragenden . Staatsmännern, welche das Programm der Kon­ferenz festlegen sollte. Die Presse stellte inzwischen i

Mten-Konsereuz nach drei Monaten

Von Dr. Alphons N o b c l.

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