Ar. SS
Verlage zur Fuldaer Zeitung
g. April
Das Lied vom Pflug
Ludwig Fulda.
Ja, dann!
erteilt.
Heinrich Horst.
Frühe Nhönfahrl
Er wird wachsen.
Das ist es denn
Da schreitet der Pflüger. Das Haupt leicht geneigt,
Verantwortlich flir „Das Blatt der Jugend": Dr. oec. publ. Joseph Sauer- Fulda.
Die schlummernde Larve das Verhängnis Nur Erde darüber: wird umgemacht.
Wird umgemacht.
So geht der Pflug und zieht sein« Bahn, Und dumpfes Knirschen hängt ihr an.
Und sonst seid ihr noch alle beisammen? sein. Dann kann es ja losgehen. Wie steht »it der Ausrüstung? Alles in Ordnung?
Das folgende Gedicht vom Pflug sandte uns ein Bauersmann aus dem katholischen Oberhes- sen. Wenn auch die Sprache noch nicht ganz geschliffen ist, so packt doch die Tiefe der Gedanken.
Da geht der Pflug:
Feld auf, Feld ab in stetem Zug.
Und Stunde um Stunde und Zoll für Zoll Durchbohrt er die Scholle Und bricht sie und stürzt sie.
Gerade als hätte ein heimlicher Groll Ihn eingehängt in das Schwunggeleis Des ewigen Pendelschlags der Zeit, Daß mit rauher Gewalt, Ohne Aufenthalt
Sein Ersen die ruhende Erde durchnage Und Schicksal mache.
Das Schicksal dem Blümchen, das heiter blinkt Und dürstend nach Licht die Sonne trinkt, Dem beugt er das Köpfchen in dunkle Nacht, Wirst Erde darüber. Wird umgemacht.---
Das Schicksal dem grünen Hälmchen; im Spiel Mit neckenden Winden es wohl sich gefiel. Das wrd in der Erde zur Ruhe gebracht, Zwischen schweren Schollen. Wird umgemacht. — Das Schicksal dem Mäuschen, das hinkend verläßt Sein vom Eisen zerstörtes heimliches Nest.
Und winselnd die junge Brut erwacht: Still, Erde darüber. Wird umgemacht. Das Schicksal dem Käser; der wird zerdrückt. Dein zarten Würzelchen; wird zerpflückt.
Das Würmchen wird unbarmherzig zerteilt;
In zwei grundlegenden Referaten: „Was haben unsere Gymnasiasten-Kongregationen unserer Zeit zu geben" und „Unsere Wege zur Katholischen Aktion" wird die ganze zeitgemäße Bedeutsamkeit der Bewegung den Mitarbeitern in vollem Lichte erscheinen. Zwei Gedankenreihen werden sodann die übrigen Referate, sowie die Aussprache beherrschen. Zunächst die Pflege einer einfachen, natürlichen, jugendlichen Art in den Kongregationen, die sich im Gruppenleben, bei Wandern, Lied und Spiel Ausdruck gibt. — Und dann die Sorge um die Ausnützung der religiösen Grundkräfte, die im Kongregationsleben, in den übernatürlichen Gnadenmitteln den Mitgliedern zur Verfügung stehen. Das Bewußtsein der innigen Verbindung mit der Kirche soll zusammen mit den natürlichen und übernatürlichen Formkräftcn den Geist des echten Führertums wecken und erhalten.
Eine Fülle von Einzelfragen, wie „Unsere Stellung zur Psarrjugend, zur Abstinenz usw." steht zur weiteren Besprechung.
Führend bei der Tagung, wie bei der ganzen Kongregationsarbeit ist die Ueberzeugung, daß die Kongregation den ganzen jungen Menschen erfassen muß, daß in der Jugendführung der Primat dem Religiösen gehört, daß aber ihre Arbeit sich nicht auf die Pflege des rein Religiösen beschränken darf, wie es in ihrer Blütezeit in Jugendkongregationen wohl auch nie der Fall war. Gerade die Kongregation der Jugendlichen hat die große Aufgabe, die Einheit zwischen Religion und Leben zu schaffen, die falsche Unabhängigkeit der Lebensgebiete zu überwinden und die Harmonie zwischen Kultur und Religion herzustellen. Jede Jugendführung, wie jede Erziehung bedarf da einer bewußten Einheit und Geschlossenheit. Die kann aber nur vom religiösen Geist her gewonnen werden. Was dem jungen Menschen von heute für seine Lebensführung not tut, das kann und soll ihm seine Kongregation bieten.
Der Godesberger Tagung gingen die von Fulda 1928 und von Driburg 1929 voran. Wer diese Tagungen miterlebt hat, wer etwas von ihrer tiefen warmen Seele, von ihrem schaffenden Geiste gespürt hat, der nahm die Ueberzeugung mit, daß die Kongregationen auch in unseren Tagen und zumal auf unsere studierende Jugend eine hinreißende Werbekraft auszuüben vermag. Die Godesberger Tagung steht im Zeichen des Rheinischen Frühlings und des Osterfestes. Ein Kongregations- Frühling zieht herauf und bringt versunkenes Leben zu neuer, verheißungsvoller Auferstehung!
Schiebt schwer er die Schritte hinter dem Pflug Und feine Gedanken im gleichen Zug: Des Schicksals Otem weht ihm an;
Und es stemmt sich entgegen rote heimliche Macht Schwerfällig ihm in feiner Bahn;
Und ziehet mit ihm über das Land Mit lächelnder Miene und zwingender Hand.
Das Schicksal mit lächelnder Miene Leiht chm sein Spielzeug, Und in schwieliger Hand Wird es zur eisernen Pflugwehr. Und der Pflüger kann fahren, Lenken und halten Und kleines stillwebendes Leben Wenden und enden.
Und das Schicksal mit zwingender Hand Beugt chm den Nacken Und hetzt dämonisch Die nierastenden, Ewig treibenden
Mächte des Menschendaseins hinter ihm her. Und der Pflüger muh fahren, Schwerringend schaffen Und keuchend halten In des Schicksals Fron.
Du Mann am Pflug, was will dir das Schicksal! Dem Vater des All Sei treuer Vasall Und baue sorgsam die alte Erde, Sie trägt, was du not hast, Und dein Liebstes am Herde.
Und wende den Schorn, Säe deinem Volk zmn Brote das Korn. Pflüge das Feld--
Und pflüge das Leben, Die Dahn schaff' dir eben. Und dein ist die Welt.
für einen Augenblick an jener Lausbubenromantik, wie man sie in den Gebüschen der „Anlag" empfand, wenn man wohloerborgen lugend den gefürchteten Flurschütz vorbeischreiten sah.
Weit und waldlos fällt hier der Bergeshang nach Seiferts ab: Grüne mit Basaltsteinen übersäte Matten. An manchen Stellen hat man begonnen, die Steinblöcke zu Bergen und Wällen zu türmen, um neues, ’ auchbares Weideland zu bekommen. Schon sind Vermesser bei der Arbeit.
Wir ziehen weiter. Die Höhe hinauf. Zwischen zerzausten Dornbüschen und geknickten Bäumen. Grau ist das Gras und moosunterwachsen. Die stärkste Steigung ist überwunden. Aber noch immer gehts bergan, leicht und unaufhörlich, daß es scheint, als müßten wir immer so weiter marschieren, hineinwandern in den vollen, blau.n Himmel.
Dann sind wir plötzlich oben, und vor uns dehnt sich eine weite, weite Fläche mit leicht ansteigenden Rändern. Es ist mir, als müsse plötzlich eine dunkle Wolke vor die Sonne gestiegen fein: denn dort liegt ein breiter Streifen über dem Plateau, schwarz und gewitter- bang: Das schwarze Moor.
Ein einsamer Vogel schwirrt flach vor uns hin, verirrt, verwirrt. Dann hat die Weite ihn und sein Klagen verschlungen. Es ist ganz still. Nur der Wind bebt in langen, scholligen Grasbüscheln und unsere Schuhe schmatzen ab und zu in den anfangs kleinen, aber immer größer und zahlreicher werdenden Wasserpfützen.
Eine Reihe von graben Pfählen führt vor uns über die Hochebene, von Frankenheim her, das wir in der Ferne sahen, die Richtung weisend für Wandrer, die trotz Nebel und Schnee ihren Weg über die Höhen neh
Die „General-Versammlungs
(Eine Anregung aus dem Jugend» und Jungmännerverband.
In jedem Jahr haben die Jugendvereine ihre Jahreshauptversammlung, auch Generalversammlung genannt. Da wird der Jahres- und Kassenbericht gegeben, der Vorstand entlastet. Meist wird auch der alte Vorstand wiedergewählt. Gewiß ist diese einmalige Zusammenkunft aller Mitglieder im Jahre notwendig. Ader ist die Jahreshauptversammlung die Zeit, in der einmal gepaust wird von der geübten jugendgemäßen Ordnung der Heimabende? Müßen unsere Generalversammlungen dasselbe sein, was sie in jedem Verein der Erwachsenen sind. Nörgeln, Tabaksqualm und Bierlokal? Soll in den Generalversammlungen nach leier» Hafter Gewohnheit zu allem genickt und ja gesagt werden? Oder ist die Jahr es feststunde, zu der alle Mitglieder einmal zusammenkommen, gleich in welcher Gruppe ober Gemeinschaft sie sich sonst betätigen, nicht die schönste Gelegenheit, um in gemeinsamer Aussprache sich Rechenschaft zu zu geben übr das Fortschrellen der Arbeit im verflossenen Jahre und neue Pläne schmieden für die zukünftige Betätigung. Ist es gerade dort, wo Jungmänner und Jugendliche, wo Wanderer und The» aterfpieler, wo Werk- und Bauernjugend zusammen» kommen, nicht in erster Linie notwendig, daß die Versammlung recht schön ist, daß jeder etwas sieht von dem Eigenleben der besonderen Gruppen, von dem Feinen und von der frohen Freude der Jugendlichen, von dem verantwortungsbewußten Ernst der Jungmänner, erforderlich, daß die Versammlung zackig ist? Laßt uns alle helfen, daß auch unsere Generalversammlungen jugend- und zeitgemäß werden. Schaffen wir es doch, daß von unseren Generalversammlungen nicht die Tagesnachrichten dasselbe schreiben und sagen, was sie von überall reden. Erst dann, wenn alle unsere Zusammenkünfte, auch Generalversammlungen fein werden, wird man uns draußen achten und uns verstehen lernen, lind dann, noch ein Fehler wird immer wieder gemacht. Wiederwahl des Vorstandes. Da kommt es vor, daß neun 25- jährige, 150 14—20jährige führen. Es ist falsch, in einem Jugend- und Jungmännerverein den ganzen Vorstand geschlossen wiederzuwählen. Es müssen immer wieder neue Kräfte aus den Reihen der Jüngern hinein. So laßt uns schaffen und ringen, daß aus unserer Bewegung ein ständiges Vorwärtsschreiten wird.
Was hier für den Jugend- und Jungmännerverband gesagt wurde, gilt natürlich auch für die übrigen Vereine und Organisationen der Jugend.
Venn. . . .
Ja, hätte mir von Anbeginn So manches nicht gefehlt. Und hätt' ich nur mit anberm Sinn Den andern Weg erwähll, Und Hütt' ich auf dem rechten Pfad Die rechte Hflf empfahn Und so statt besten, was ich tat, Das Gegenteil getan, Und hött' ich vieles nicht gemußt Auf höheres Geheiß
Und nur die Hälft' vorher gewußt Von dem, was heut ich weih. Und hätt' ich ernstlich nur gewollt, Ja, wollt' ich nur noch jetzt Und wäre mir das Glück so hold Wie manchem, ber’s nicht schätzt, Und hätt' ich zehnmal so viel Gelb Und könnt', was ich nicht kann, Und käm' noch einmal auf die Welt —
men. Nicht weit davon, wo Wagengleise sich schneiden, steht eine niedere Hütte, aus Knüppeln gebaut, die schräg ins weiche Erdreich gerammt sind, mit Gras- und Torfecken bedeckt.
Bald ziehe ich Schuhe und Strümpfe aus und wate barfuß durch das eisige Master. Ab und zu kommen wir über eine trockene Stelle, und dann durchzieht es die Füße in wohliger Wärme.
Es geht jetzt am Rande des Moores hin, wo die zierlich verästelten Birken stehen, wo auf leichten Höhen braungebranntes, zähes Kraut wuchert. Rechts von den Talrändern blinken silbrige Wasseradern, und bald sind wir an den Windunge ndes Eisgrabens angelangt.
Für die Frösche ist schon die Zeit der Liebe angebrochen und sie tummeln sich zu Paaren an den wellauslau- fenden Krümmungen ,wo das Master langsam fließt und Majjerpflanzen wachsen.
Der Bach beschleunigt unser Tempo, und bald sind wir dort, wo der Wald auf flachem Hügel beginnt, wo das Wasser des Eisgrabens die erste Kaskade hinabschäumt, hinab in ein tiefes Tal, an dessen Wänden Basaltblöcke und letzte große verharrschte Schneenester hängen, „Rhöngletscher", wie wir sie spaßhalber bezeichn m.
Herrlich ist von hier ab der Weg. Es geht auf schmalem Pfad immer am Waldbachtal entlang, durch feuchtes Laub, an Brunnen und Bänken vorbei. Warm schein! die Sonne durch die Aeste, die Wasser fließen wie Silber. Selbst eine Kreuzotter hat sich hervorgewagt, liegt auf warmem Steine und sonnt sich.
Bald werden wir nach Fladungen, dem alten Städtchen mit Turm, Mauer und Kirche kommen, wo das Bier uns stärken möge, auf das wir frohgemut Nordheim und dann Ostheim, das Ziel des Tages, erreichen.
Habt chr euer silbernes Glöcklein mit? ~ijer reines, frohes Lachen? Das ist wichtig, ihr den Nörglern und Miesepetern ein wenig in ,e Ohren lautet. Sie werden bann stille sein und ihre w'chtigen Mienen abstellen. —
Vergeßt auch das Wunderlichtlein nicht. Xuren eästen, festen Glauben, den euch der Weiße Sonntag in die Seele brannte. Ja nicht daheim lassen. ;?an kann sich in der Wildnis verirren. Irgendwo im 2pott der Fabrikräume — in der Sucht der Vergnügen un trägen Schlaf am Sonntagmorgen. Das Wun- oerhrhtfein soll uns leuchten, daß wir den Weg nicht erpuftern. Den Weg nach der Sonnenhöhe.
Dicke S1i e fe l mit breiten Nägeln habt ihr auch ^gezogen. Das ist recht. Man muß auch mal links
und Halmen hängt, glitzern läßt. Es wird einem so warm, daß man die Windjacke ausziehen möchte. Als wir aber auf die freie Höhe kommen und an der andern Seite hinabsteigen, sind wir froh, es unterlassen zu haben, denn ein frischer Ostwind weht herüber.
Von Brand gehts hin über Felder, deren grüne Saat weiterwachsen möchte, über Wiesen, wo man frische Gräben aushebt, durch Waldabschnitte, wo Hasen hoppeln und Eichhörnchen hüpfen. Dunkel und unbestimmt: vor einer abziehenden Wolke liegt der Unkenhof auf hoher Warte, und wie zur Bestätigung dieses Namens sehen wir eine feiste Kröte im nahen Graben rudern.
Bei einer stark verästelten Linde oben auf dem Bergrücken rasten wir auf Basaltblöcken, um dann weiterzuziehen, stracks hinüber über den letzten flachen Hügel: nach Seiferts. — Gegen 11 Uhr sind wir dort. Die Sonne hat gesiegt, steht hoch am blauen Himmel und läßt das Wasser glitzern, das über die Kaskaden, mit denen der Bach den Bahnkörper überquert, herniederraufcht.
Am Querenberg treffen Bayern, Preußen und Thüringen zusammen. Man kann sich also hier oben so stellen, daß man sich gleichzeitig in allen drei Ländern befindet. Angenommen: Ich habe in Preußen etwas verbrochen, fliehe über die Grenze, dann ist die preußische Polizei nicht mehr zuständig, Bayerns Gendarmerie muß benachrichtigt werden, und wenn sie erscheint, kann man schon wieder nach Thüringen auf und davon fein. Solche Sachen sind erst kürzlich bei Verbrecherjagden an der preußisch-hessischen Grenze unweit Frankfurt vorgekommen.
Wir amüsieren uns bei diesem Gedanken: Hier kann man wie hinter einer unsichtbaren Mauer sitzen, sicher vor der aussührenden Staatsgewalt. Man freut sich wieder
Aufbruch
Usf, auf, ihr Wandersleut!" — Don Alltag und Sonntag, von Brüdern und von Gemeinschaft.
Wir entnehmen folgenden Auflatz dem ausgezeichneten Märzheft der „Jungwacht", Zeitschrift für katholische Jugend.
Frühlingswind stürmt. Letzte morsche Zweige brechen. Morgen hängen Knospen an Büschen und Bäumen. Morgen stcht die Sonne höher. Die Lichtheit wächst. Die Schatten sterben. Morgen fahren wir aus in neuen Frühling und neue Kraft.
Seid chr noch alle beisammen? Wo ist der Fr.itz eigentlich? Was sagst du! Ein Geck ist er geworden? Lackschuhe und Wiener Hüte? Und im Verein pccht es ihm nicht mehr? — Du, sag ihm doch, daß er urkonüsch aussicht, und daß solcher Firlefanz ihm gar nicht steht. Er kommt bas nächste Mal wieder. Und dann gebt ihm gleich etwas zu tun, daß er burschenstarke Schänken behält und nicht weibisch wird. Aber fags ihm im Humor, sonst weint er. Solchen flitterleichten Gek- ten sitzen die Tränen dicht bei der Eitelkeit. Und bann — macht ihn nur nicht mal zum Führer. Besser stellt ihr eine Strohpuppe auf; die ist nicht so wetterwendisch. ^Welches Handwerk erlernt denn dieser Fritz? Was? Schlosser will er werden? Du liebste Zeit. Der hat gewiß seinen Beruf verfehtt. Schlosser, das sind doch herbe Naturen, die fest zufassen und auf die man sich verlassen kann. Die Wetter und Alltag und Grauen meistern und Kraft auf der Stirne tragen — und Lachen ■Jni> Licht.
Und uo i ft der August? Hab ich mir doch ge> techt. Der läuft den Mädchen nach. Der ■ Imiegroß. Wie alt ist er denn? — Sechzehn? Zum ^kchiellachen. Aber das ist eure Schuld . Warum lobt hr ihn nicht. Solche Auguste wollen in den Himmel lchoben und bewundert werden. Und weil die anderen öurfchen mehr können und sie überragen, gehen diese Öugufte zu den Mädchen Schnacken denen wer weiß oos vor und stellen sich wie Helden. Und fühlen sich ordentlich wichtig in ihrer Torheit. Wenn ihr einmal tmrbeitommt, werden sie sicher schamrot. Dann dürst i!>r ihnen aber nichts nachgröhlen, das tut man nicht. 5!ur so leise lachend etwas zustecken, das hilft. Sie »erden bann schon vernünftiger. Denken burschenecht kommen roieber Diese Auguste. —
Unb was macht Seppi? — Der ist ein Ein- famer? Spinnt große Gedanken? Laßt ihn. aber la- tet ihn mal ein. daß er euch feine großen Gedanken mitteilt. Und setzt eure Gedanken dagegen, ättfefen. daß Gedanken nur an Gedanken unb daß er noch lange kein Großer ist.
Aus den Verbänden.
Führertagung der Marianischen Kongregationen für höhere Schüler.
Man schreibt uns:
Still unb stetig, von der weiteren Oeffentlichkeit vielfach unbemerkt, vollzieht sich in den Kreisen der höheren Schüler eine Entwicklung, die sich immer mehr als eine starke Macht offenbart unb unseren Glauben an bie Jugenb unb Deutschlanbs Zukunft immer zuversichtlicher werben läßt. Es ist bas stete Wachsen bes Kon- gregationsgebantens gerade in den Reihen unserer studierenden Jugend. Langsam, aber unaufhaltsam mehrt sich die Zahl der Jugendlichen, die in der Kongregation nicht nur eine gottgewollte, sondern auch eine zellent- sprechenbe Führung ihres reifenben Lebens erblicken. 6—7000 höhere Schüler Deutschlands erblicken in den Kongregationsidealen und ihrer Verwirklichung bas Hochziel ihres jugenbbegeifterten Schaffens. Neben dem Bayerischen Landesverband besteht bereits ein Verband der Kongregationen von West- und Mitteldeutschland mit einem eigenen Generalsekretariat in Köln, Stolzeste, la. Und immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, welche wertvollen, ja unentbehrlichen Kräfte das alte unb immer neue Kongregations-Jbeal ber Jugenb von heute zu gehen hat.
Wie in den letzten Jahren, so soll auch in dieser Osterzell eine Führertagung den Mitarbeitern, Priestern und Sodalen eine willkommene Gelegenheit bieten, um sich auf die tiefen lebendigen und lebenerweckenden Kräfte der Kongregationsbewegung zu besinnen. Vom 14. bis 16. April werden Vertreter der Kongregationen von West- unb Mitteldeutfchlanb im Aloysiuskolleg zu Gobesberg, auf „Stella Rheni", zu frohgemuter Arbeit sich zufammenfinben.
(i J8‘5 Rupsroth fahren wir, ber neugebackenen Halte- r c auf ber Strecke Fulba-Wüstensachsen, berühmt ob z,nir, zahlreichen Starenkästen, bekannter noch ob bes ben 8ulbaer Maler in lebhafter Variation ! ine Leinwand zu zaubern verstanden.
»kL ^or®en unklar, und es muß sich noch ent« 2? 'ben, ob wir Sonne ober Regen zu erwarten haben. Achten b fi?*" Milseburg unb Wasserkuppe in einer Gleichwohl sind bie Vögel am Singen, unb wir Der« Wüh °IS tD*r ^0 Weg zum Walb hinaufsteigen, ver- Zeral '$re sämtlichen Namen zusammenzubringen und fink h” Uns *n b*e Haare, als ber eine einen Buch- •> . r andere eine Goldammer gehört haben will.
‘r kommen an Holzfällern vorbei, die mit auf« Hemdsärmeln und eifrigem Speien ihrer x» DbIie9en und bei unferm Gruß den Schirm ihrer Kl u®e mit dem Zeigefinger leicht nach oben zu ^-versuchen. Auf der Höhe angelangt, wo ein zer- DOr Erter Bildstock steht, sehen wir den Tannenfels siir 1. dessen Buchenkrönlein häufig irrtümlicherweise Mchtenbestand gehalten wird.
^ckerl-ns rCr ^ed,?en leE sich bas braune, schollige lel» „ ? ben grünen Wiesen, wo die Höfe von Mit- D^rruPsrotb spielzeughaft aufgebaut sind, liytz ___am JIBatb bas Sägewerk mit dem dürren Schlot Der *nr, E'N Stückchen weiter — die Hühnerfarm.
mehr /"g hier oben ist feucht und aufgeweicht, noch Bo«'m« ■2”lr roi.ebcr 'N den Wald eintreten, wo jetzt We n.R r bie Sanne durch die Aeste leuchtet und nevelgedampsten Strahlen im Tau, ber an Moos
und rechts treten können. Es gibt Schlangen unb Nattern. Zu nahe kommen darf man ihnen nicht. Sonst beißen sie und vergiften uns. Ihr kennt hoch solche Menschen, bie nur Gift ausspeien. Denen tut ein Tritt (geistig gesprochen) in Liebe gut. — Ja, alles in Liebe und mit Lachen. Mit freiem, echtem Lachen.
Nun kann's Marschieren angehen. Die Augen well- sichttg. Die Stirne blank. Und den Wimpel hoch, daß das Kreuz hell leuchtet unb überall zu sehen ist.
Wohin unser Weg geht? Erst ben steinigen Pfad der Pflicht. Geradeaus, nach dem Tal hinunter. — Dunnerkittchen — merkst es nicht schon? Der Weg ist gar nicht so steinig und mühevoll. Guck nur. Am Rande Blumen. Gelber Huflattich, Vellchen unb Schlehdorn. Und Sonne darauf. Soviel Sonne und soviel Licht. Es macht richtig Vergnügen, dieser Pflicht nachzugehen. Aber glaub, nur, weil die silbernen Glöcklein klingen und die Wunder- ltchtlein leuchten. Acht StuiIben Mauert wohl der Marsch. Oder etwas länger. Was kümmern uns Minuten. Droben auf dem Anger rasten rote. Da haben wir Ausschau unb Weitsicht. Da wollen wir staunen. Den geheimen Dingen lauschen, die um uns wehen und weben. Der Erfahrung zuhorchen, daß wir von ihr lernen. — Es ist töricht, immer von neuem beginnen zu wollen, wo andere schon längst geschafft haben. — Unb dann Zukunft bauen, neue Wege suchen durch all den auseinanberveißenben Wirrwarr unserer Tage. Neue Wege zur Gemeinschaft.
Wie leicht es sich gebt in ber Pflicht, wenn alle zusammen roanbern! Wer nicht mittann, dem helfen wir. Wir haben einigende Kraft. Wer verzagt wird, dem rufen mir Mut zu. Wir haben frohe Worte auf den Lippen. Wer fällt ,ben richten wir auf. Wir kennen Verstehen und Güte.
Droben rasten wir. Droben fingen unb spielen wir. Der Anger ist grün unb frühling:' ' lind du, Bruder, erzähl« uns Märchen. Du hast fr Ihren. Du kannst sie von Wind und Quellen erlauschen. Erzähle sie urwüchsig und einfach unb laß den Staub ber Fabrik baraus. Wir wollen im Sonnenatem natürlich fein. Unb bann laßt uns auch einmal toll wie die Jungen und derb wie echte Burschen sein. Wir sind Kraft und Wachsen und Leben. Wir sind Föhn und Sturm, Flut unb Wellen.
Wer wenn bie Sterne kommen — ber mächtige, fragende Himmel, dann soll uns Bruber Einsam von Gott erzählen. Von feinen Wunbern, von seiner Liebe, von seinem Herzstrom, ber durch alles Leben rinnt. Dann wollen wir zusammen beten. Dann soll bie große Stille unsere Seelen einen. Es gibt nichts Köstlicheres! Weil wir nur so ben Sinn bes Daseins erfassen unb froh werden.
Morgen geht's bann weiter. Durch Täler und über Höhen. Unb wenn mir jenen Berg erreicht haben, stehen wir in der Reife. In der Erkenntnis unb im Glück.
H. B.