Einzelbild herunterladen
 

Frohen Herzens trieb er sein« Kühe den Weg hinauf. Nun gabs Gesellschaft oben, denn Franz kam sicher auch jeden Tag. Da konnten sie fein spielen.

Vor lauter Freude knallte Karl mit der Peitsche, und er sah, wie Franz nach ihm schaute und ihm zu- winkte und dann ein Stück bat Berg herab ihm ent­gegen kam.

„Bist du schon Imtge oben?", fragte Karl, als sie zusammenkamen.

„Nein, vielleicht eine halbe Stund«. Mer ich habe schon etwas gesunden."

„Was denn?"

„Komm nur mit, ich zeig« eS dir."

Karl legte seine Sachen auf die Bank und ging mit Franz Reimer. An einem Raine blieb der stehen: „Da guck nur mal!"

Erst sah Karl gar nichts. Auf einmal rief er: „Ach die Hummeln! Da ist sicher ein Nest, und dort muß noch eins sein, da fliegen auch rwch Hummeln."

„Gerade wie du vorhin geknallt hast, habe ich sie gefunden," erzählt Franz. „Dann bin ich dir ent- gegengelaufen. Jetzt machen wir uns daran und heben sie aus, der Honig soll uns gut schmecken."

Sie schauen noch eine Weile zu. Schwarzrote Hum­meln kommen gemütlich angebrummt und verschwinden in dem Eingang, der aussicht wie ein Mauseloch.

Franz ist schon mit seinem Stock dabei und bohrt in dem Loch. „Geh nur nicht zu nah dabei, die Hum­meln stechen dich!", warnt Karl.

„Das ist ja gar nicht wahr, die Hummeln stechen nicht. Ich habe schon mal «ine gefangen, die hat nicht gestochen." Franz bohrt weiter, während Karl sich vor­sichtig ein wenig abseits hält.

Die heimkehrenden Hummeln finden ihr« Wohnung durch Franzens Stock verschlossen und fliegen unschlüssig und aufgeregt am Loch umher. Immer mehr kommen dazu, das Gebrumm wird immer stärker — da wirft Franz plötzlich seinen Stock hin, schreit laut auf und rennt davon, verfolgt von einigen Hummeln.

Karl hält sich den Leib vor Lachen und lacht immer mehr, als er sieht, wie Franz verzweifelt nach den Hummeln schlägt, die immer noch zornig um ihn fliegen.

„Siehst du", ruft er und bringt die Worte kaum heraus vor Lachen, „siehst du, daß die Hummeln stechen!"

„Lache nicht so dumm! Franz ist böse und reibt sich die Backe und das Bein. Wenn sie dich gestochen

hätten, würdest du ein anderes Gesicht machen. Was meinst du, wie das weh tut!"

„Ich weiß, Franz, mich hat auch schon eine Biene gestochen. Es ist aber gleich vorbei, du wirst schon sehen. Ich weiß aber auch, wie wir die Hummelnester bekom­men können, ohne daß wir geswchen werden."

„Wie denn?" fragt Franz und ist schon wieder getröstet.

„Ich bringe morgen die Bienenkappe mit, mein Onkel hat ein«. Wenn man die aufsetzt, können einem die Hmrmneln nicht ins Gesicht kommen. Ich glaube, er hat auch lederne Handschuhe. Dann brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten."

„Da hast du aber auch recht! Und ich bringe eins Hacke mit, nachher könnt ihr euch freuen, ihr Hummeln!"

Franz ist Feuer und Flamme. Der Mund wässert ihm jetzt schon, wenn er an den Honig denkt, den es morgen geben wird. Seine Back« zwar ist schon rot und fängt an zu schwellen, aber das tut nichts. —

Franz Reimer ist schon in der Oberklasse, deshalb sieht ihn Karl erst in der Pause. Wie sieht der aus! Das Gesicht ist auf der einen Seite dick geschwollen und das Mge ist beinahe zu. Ein Kreis von lachenden Kin­dern sicht um den unglücklichen Franz, und auch Karl muß mitlachen, der sicht doch zu komisch aus mit sei­nem «inseitigen Gesicht.

Mer Franz stört sich nicht an dem Gelächter und verzehrt ruhig sein Frühstück. „Wenn die genug ge­lacht haben, hören sie von selber auf", denkt er. Und er hat recht. Nach kurzer Zeit kümmert sich niemand mehr um ihn und sein verschwollenes Gesicht. „Bringe nur Bienenkappe und Handschuhe mit", sagt er zu Karl, der noch eine Weile bei ihm steht.

Als Karl dann mittags auf die Weide fährt und Franz oben stehen sieht, schwenkt er schon von weitem die Bienenkappe, und der oben hält eine Hacke hoch über den Kopf.

„Los, nun geht es gleich daran," sind Franzens erste Worte, als Karl oben ist. Er setzt die Btenen- kappe auf und nimmt die Handschuhe.

„Hu, wie siehst du aus! Wie ein Butzemann!", sagt Karl, und Pommer bellt den Franz an, der sieht ihm zu gefährlich aus in der seltsamen Kopfbedeckung.

„Das macht nichts, da fürchten sich die Hummeln auch."

Heute ist das eine andere Sache. „Hörst du, wie sie brummen und an mich wollen?", fragt Franz und hackt vergnügt,' „die brummen mir lange gut."

Karl war wieder abseits geblieben, jetzt kommt er iräher. „Gleich habe ich das Nest", ruft Franz, und Karl kommt noch näher — auf einmal schreit er auf und läuft davon wie gestern der Franz.

Der hält erstaunt inne, als er den Schrei hört. In der Bienenkappe kann er nicht gut sehen. Da erblickt er Karl, der schon ein Stück entfernt ist und sich heftig die Backe reibt. „Ma, der hat auch einen Stich", denkt Franz und schmunzelt vergnügt. „Gestern hat er über mich gelacht, heute lache ich über ihn."

Noch em paar Hiebe mit der Hacke, nun hat er das Nest. Er nimmt es auf die Hacke und trägt es ein Stück fort. Hier sind keine Hummeln mehr, die fliegen alle aufgeregt beim leeren Nest umher, und Franz setzt die Bienenkappe ab. Sie hat ihm warm gemacht, er muß sich den Schweiß von der Stirn wischen.

Ms Karl sieht, daß Franz die Kappe abgenommen hat, kommt er zögernd näher. „Du brauchst keine Angst mehr zu haben, die Hummeln sind alle weg. Komm nur", sagt Franz. „Siehst du, Freundchen, das ist fürs Lachen gestern. Jetzt hast du auch deinen Stich, und auch gerade auf die Backe. Das ist dir recht ge­schehen."

„Wenn «S nur nicht so dick wird", meint Karl kleinmütig, „es hat eklig weh getan." Als ob es von Papier wäre, so sieht das Rest aus. Lauter kleine Näpfchen sinds, in allen ist Honig, in vielen aber auch ein kleines weißes Würmchen.

„Das sind die jungen Hummeln", meint Franz. „Weißt du, was wir machen? Wir werfen die Würm­chen heraus, dann können wir den Honig auslecken."

Er teilt das Nest, und sie machen sich an die Ar­beit. Es geht ja langsam, aber der Honig schmeckt fein.

„Nun gehts an das andere Nest!" Franz leckt sich die Finger ab und wirft den Rest weg. Diesmal geht Karl nicht so nahe heran, er hat von dem einen Stich genug, und begnügt sich damit, aus sicherer Entfernung zuzuschauen.

Ms Franz dann das zweite Nest bringt, sagt Karl, er wolle keinen Honig mehr. Es wäre ihm zu lang­weilig, die Würmchen herauszulesen.

„Dann esse ich den Honig allein. Mit den Würm­chen bin ich aleich fertig, gib nur mal acht. (3- f )

Der erste Schultag.

Lieb« Mutter!

Der erste Schultag ist wieder einmal vorbei. Du dein Kirü>, dein liebstes Kleinod, meinen Händen : Und von nun an sollen wir in gemeinsamer

^eitdwr kleinen Menschenkinde helfen, daß esheran- atfüt das Leben. Gemeinsame Arbeit fordert ge- Shtfane lleberlegung. Und so freue ich mich, heut« / mit Dir sprechen zu dürfen und Dir zu sagen, ^ich mir ein Zusammenarbeiten denke.

' Um «ms bitte ich Dich sehr: „Kleide Dein Kind für \ Sie Schul« in ein Helles, lichtes Gewand." Du wirst erstaunt anschauen und fragen: „Ja, wie JoII ich das verstehen?" Entweder ist es Dir selbstverständlich, datz Du Deinen kleinen Liebling freundlich und sauber JLjj« — ober, wenn Du in harten Sorgen und t #Snmerniffen stehst, wirst Du denken: „Das kann ich M", unb vielleicht wirst Du verbittert fragen: „Was icht das die Lehrerin an? Ich muß mich nach meinen ^chältnissen richten!" Gewiß, darin hast Du recht, und doch wiederhole ich meine Bitte — aber ich will sie Dir Mch erklären. Ich spreche hier nicht von dem äußeren G^Mmde, sondern von dem Kleide der Seele. Und das nenne ich für das Kind hell und licht, wenn es aus Vertrauen und Freude und auch ein bißchen Liebe zu gewoben ist.

Bor kurzem ging ich durch unser Bauerndorf. Da kam ein kleines Mädchen auf mich zu und erzählte mir ganz glücklich: „Mein Kops ist aber jetzt beinahe heil, dann darf ich aber Ostern auch in die Schule gehen. Da bin ich aber froh." (Es hatte fast seit seiner Geburt an einem schlimmen Milchschorf gelitten.) Mir brachte ,ies kleine Ereignis eine große Freude, denn ich sah, daß zwischen diesem Kinde und mir bereits eine seelische Verbindung geknüpft war.

,,Wie sollen wir auch in der Schule fruchtbringend arbeiten können, wenn die Kinder nicht mit Vertrauen pi uns aufschauen! Ich weiß, daß Du das einsiehst, liebe Mutter. Und doch, warum reißt Du so ost das Vertrauen zu uns aus den jugendlichen Herzen? Du wirst mich erstaunt anschauen und sagen: „Warte nur, wenn du erst in die Schule gehst! Dann hört das Spielen auf! Dann lernst du still sitzen. Und was hat die Lehrerin einen großen Swck!" Hast Du das nicht schon gesagt, liebe Mutter? Ich weiß, Du hast es nicht mit böser Msicht getan. Aber hast Du auch überlegt, was durch diese Reden erreicht wird? Muß es dem kleinen Kinde nicht ein bißchen oder mrch sehr viel unheimlich werden vor dem großen Haus mit den Dielen fremden Kindern, vor der ftemden Lehrerin mit dem großen Stock, vor der Zeit, wo jedes Spiel auf- hören soll? Weißt Du auch, welche Mühe die Lehrerin hat, bis sie dem kleinen Menschenkind« all dies Miß- houcn wieder genommen hat?

Und. noch eins möchte ich hier mit Dir besprechen. A kann fein, daß Du mit unserer Arbeit in der Schule mcht jufrieben bist. Wir haben nach Deiner Auffassung so manches nicht recht gemacht, vielleicht bist Du auch der Äsicht, Deinem Kinde sei Unrecht geschehen. Wenn Du eine kluge und besonnene Atutter bist, wirst Du wissen, was Du zu tun hast. Dann überlegst Du Dir die Tinge in aller Ruhe, und wenn es sich wirklich um e!m wichtige Sache handelt, dann komme zu uns, und in uihiger Aussprache wird sich die Sache bald geklärt und bei dieser Aussprache wird jeder etwas

Aber was wird leider meist getan? Es wird ge- hunpst, «ich in Gegenwart der Kinder, und daß der ichrer oder die Lehrerin bei diesem Schimpfen schlecht

wegkommt, brauche ich nicht zu sagen. Die Kinder aber sind hellhöriger und scharfsinniger in solchen Dingen, als man gewöhnlich annimmt, und wie leicht und leicht­sinnig sind dann oft Vertrauen und Liebe gestört, viel­leicht auch zerstört.

Du kannst Deinem Kinde aber nur Vertrauen mit- gebeu, wenn Du selber Vertrauen hast, Vertrauen zur Schule und zu den Lehrkräften dort. Und ich möchte die Zeilen nicht schließen, ohne ehrlich die Frage zu stellen: „Verdienen wir Dein Vertrauen, liebe Ntut- ter?“ Es ist eine schwere Frage, und Du wirst ge­spannt auf die Antwort warten. Nach reiflicher Ueber- legung glaube ich aber ehrlich sagen zu dürfen: „Dia meisten Lehrer und Lehrerinnen verdienen schon ein bißchen, wenn nicht sogar recht großes Vertrauen.“ Warum? Etwa, weil sie vollkommen sind? Oder, weil sie nichts verkehrt machen? O nein. Auch sie find Menschen und keine Engel, aber sie verdienen Dein Vertrauen, weil sie es herzlich gut meinen mit Dei­nem Kind und aus dieser Liebe heraus sich mühen, m harter und oft undankbarer Arbeit dem Kind« das zu geben, was es braucht, nm ein echter und tüchtiger Mensch zu werden. Vergiß nie, daß sie Deine besten Helfer sind!

Neulich sprach ich mit einer Mutier von fünf Kin­dern auch über das Verhältnis von Elternhaus und Schule. Sie sagte in schlichter Weise ein Wort, das mir so gut in Erinnerung blieb: „Es ist mir immer so, als ob die Lehrer und Lehrerinnen mit uns ver­wandt seien." Hatte sie nicht recht? Stehen wir nicht alle, in geistiger Verwandtschaft?

So laßt uns denn in gegenseitigem Vertrauen Hand in Hand arbeiten zum Segen unserer Kinder!

In diesem Sinne sende ich Euch Eltern viele Grüße Margarete Kelter.

Was sollen die Schulkinder essen?

Wandert man um diese Jahreszeit durch die Dörfer, so verspürt man liebliche Düste aus den Räucherkam­mern, in denen die Schinken und Würste für den späte­ren Verbrauch konserviert werden.

Dem Rohköstler und Vegetarier wird dies unwill­kommen sein, doch den meisten Menschen läuft schon im

Als sie in die

Gedanken an saftigen Braten und Schinken das Wasser im Munde zusammen. Das ist auch wirklich kein sünd­haftes Begehren, noch keinem Menschen hat das Fleisch geschadet, wenn es in mäßigen Mengen genossen wird.

Eine für die Gesundheit im allgemeinen weniger be­grüßenswerte Folge des Schlachtfestes und der dadurch erhaltenen Wurstvorräte liegt aber darin, daß auch solche Mütter, die in der Sommerzeit ihrem Liebling einen Apfel mit in die Schule gegeben haben, nun die viel be­quemere Verabreichung von Wurst bevorzugen.

Wenn viel Fleisch und Obst im Hause ist, dann gilt das Obst leider wieder als Luxus. Wenn man aber die Schulkinder in der Pause auf dem Schulhof beobachtet, so steht man oft, mit welchem Neid der Schulkamerad betrachtet wird, der auch im Winter Früchte zum Früh­stück neben einem Butterbrot in seiner Frühstückstasche hat. Und fragt man einmal die Lehrer, welches denn die frischesten und aufmerksamsten Kinder in der Klasse sind, so wird man mit Erstaunen hören, daß oft jene Kinder, den geweckteren und frischeren Eindruck machen, denen die vorsorglich Mutter tagaus tagein fri­sches O b st mit in die Schule gibt.

Man soll nicht wahllos alle möglichen Früchte ver­abfolgen, sondern sich überlegen, welche besonders ge­eignet sind. Es sind im Frühsommer vor allem Erd­beeren, im Hochsommer Himbeeren und Johannisbee­ren, im Spätsommer die frisch geernteten frühen Aepfel, und da diese besonders schnell ihr Vitamin verlieren, kommt es im Spätherbst und Winter auf die Südfrüchte hinaus. Welches Kind äße nicht gern eine Apfelsine? Und für wie wenig Geld kann man diese bescheidene Freude dem Kind bereiten. Besonders bei schwächlichen und zerstreuten Kindern wirken Früchte oft Wunder. Der Ernährungslehrer weiß auch ganz genau, warum dies so ist. Dem Organismus wird durch die Ber- dauungsarbeit des vitaminhaltigen Obstes eine viel ge­ringere Arbeit zugemutet als durch diejenige der kalo­rienreichen Fleischnahrung. Wie immer wieder betont werden muß, gehören die Kalorien in die Mittags- und Abendmahlzeit, nämlich in eine Tageszeit, wo dem Kör­per und dem Geist keine großen Anstrengungen mehr zugemutet werden, damit sich der Organismus nun in aller Ruhe auf die Aufnahme der Kalorien umstellen kann. Wird aber noch eine Tätigkeit verlangt, so hel­fen die Früchte besonders den Hunger zu bekämpfen, da sie nicht nur nicht ermüden, sondern sogar erfrischen.

Schule kamen.

Im folgenden werden einige Aufsätze aus dem vierten Schuljahre geboten, eie sind unverändert, nur die Fehler sind berich­tigt:

1. Vor der Schule hatte ich keine Angst, denn meine Schwester erzählte mir, daß der Osterhase käme und daß es Zuckersteine gäbe. Ich fragte meine Schwester: ; „Muß man da auch tnieen?" Sie lachte und sagte: ‘ „Nein, man braucht nicht zu knien." In guter Hoff­nung verbrachte ich den Tag. Aber ich dachte immer an die Schule. Am Wend sagte meine Mutter: „Du muht immer aufpassen, sonst bekommst du Hiebe." Da i fiel mir ein, daß es Schläge gäbe. Ich dachte nach, wie ich dem liebel abhelfen könne. Aber mir fiel nichts ein. Jetzt ging ich schlafen. Ich schlief noch lange nicht ein. Immer dachte ich an die Schule. Am Morgen ging ich allein in die Schule. Ich gab dem Fräulein den Zettel und wurde in die erste Bank gesetzt. Sie sprach: „Geht in die Ecke und holt Moos. Ich will einmal sehen, wer seinen Platz wiederfindet." Ich konnte

imir ihn leicht merken, denn ich saß in der hintersten Bank. Ich ging hin und nahm so viel, daß es ein . schönes Nest gab. Dann sprach das Fräulein: „Geht hinaus und fangt euch!" Auf einmal klatschte es. Wir gingen hinein, wirklich, der Osterhase hatte gelegt. Ich nahm die Eier mit nach Hause und zeigte sie meiner Mutter. Ich sprach: „Gibt es jeden Tag Zuckersteine und legt jeden Tag der Osterhas?" „Nein," sprach sie. Ich trug meine Bücher fort und aß meine Eier.

2. Ich wollte am Morgen nicht mit in die Schule gehen. Da sagte ein Junge: „Es steht ein Sack voll Zuckersteine in der Ecke." Ich dachte: „Die Lehrerin ist aber gut." Als ich zur Schule ging, sagte ich zu man« . chen Kindern: „Ui, heut gibts Zuckersteine." Sie sag­ten: „Ich freue mich schon." Nun gings zur Schule.

* Auf dem Heimweg dachte ich an meine Zuckersteine, es hatte aber nichts gegeben. Ich war sehr ärgerlich und ging nach Hanse.

3. Die Zeit kam heran, da ich in die Schule mußte. Meine Schwester nahm mich mit. Zu Hause machten

An den deutschen Lnaben.

Nun, Knabe, kommt es auf dich an! Das deutsche Erbe ist vertan, geschlagen ist das deutsche Heer, verloren ist das deutsche Meer, die deutschen Grenzen sind zerfetzt — Du, Knabe, du bist Deutschland jetzt!

Du, Knabe, blaugeäugt und blond, in dir blüht Deutschlands Wonnemond. Er ist wie du so jugendstark treu, rein und lauter bis ins Mark.

Er ruft zum Sieg, bist du ein Mann — Nun, Knabe, kommt es auf dich an!

sie mich weis, in der Schule gäbe es Zuckersteine. Des­halb hatte ich Mut, iki die Schule zu gehen. Als ich dort war, fragte ich meine Schwester: „Wann bekomme ich dann die Zuckersteine?" „Morgen," sagte sie. Als am anderen Tag die Schule aus war, fragte ich daheim: „Wann gibts denn nun die Zuckersteine?" Da lachten sie mich aus. Dann fagte meine Mutter: „Die Zuckersteine, das sind die Hiebe." Da ward ich traurig und wollte nicht mehr in die Schule gehen. Aber meine Mutter sagt: „Da holt dich der Gendarm."

4. Sie hatten mich weisgemacht, wir kriegten Zucker­steine. Es war aber nicht wahr. Am Abend sagte ich: „Ich nehme ein Messer mit und steche die Leh­rerin tot." Ich hatte großen Zorn, denn da muß man lernen. Am anderen Morgen ging ich hinein. Ich hatte das Messer schon in die Tasche getan. Als ich aufftanb, war das Messer fort. Ich schrie. Dann ging ich in die Schule. Ich brannte ein paarmal durch.

5. Ich wollte ein Messer mitnehmen. Wenn sie mich schlagen wollte, wollte ich sie tot stechen. Ich wollte von meinem Vater das Messer haben. Er gab es mir nicht. Er sprach: „Du brauchst kein Messer, in der Schule gibt es Zuckersteine."

6. Meine Schwester sagte: „Wenn du nicht sitzen bleibst, wirst du angebunden. Da wurde es mir schön Angst. Als ich aber an dem Morgen erwachte, an dem ich in die Schule kommen sollte, sprach mein Vater: „Die Maria hat dir nur Angst machen wollen, es ist gar nicht wahr. Wenn du Ostern mittommft, be­kommst du eine schöne Puppenküche wie deine Freun­din." Mein Vater führte mich zur Schule. Er er­zählte mir, ich sollte einmal weit in die Welt, denn meine Zähne wären weit auseinander gewachsen.

7. Meine Mutter sagte: „Jetzt nimm deine Tüte, ich will mich anziehen und mit dir in die Schule gehen." Da fing ich an zu meinen. Sie frug mich. Ich sagte: ,Lch habe Angst, wenn ich nichts kann, dann bekomme ich Schläge." Wir gingen in die Schule. Als wir hin­kamen, waren schon viele Kinder dort. Manche Kin­der waren am Weinen, es war schrecklich anzusehen.

Lustiges aus der Schule.

Es ist vom Paradiese die Rede. Die Sechsjährigen zählen auf, was es wohl alles im Wasser gegeben ha­ben mag, Fische und Heringe und wilde Enten. — Die kleine Anna, die etwas langsamen Geistes ist, sitzt noch grübelnd, während die anderen schon längst dabei sind, zu erzählen, was es wohl Schönes im Himmel geben mag. — Nachdem genugsam Herrlichkeiten genannt sind, hebt auf einmal Anna den Finger. „Nun, Anna, was denn noch?" — „Und Rollmöpse". Sie war nämlich mit ihren Gedanken noch int Wasser gewesen.

z

Hefzf-S

!i«

H>'

^Uckt sich und geht langsam umher, schaut sorgfäl- Itat fi-Grasbüschel, tastet hier und da mit a^>en ~ denn das verhext, daß er nicht wenig- findet?

2Da piept es schmerzlich unter seinem Fuß — rasch Elf, aber es ist zu spät, eins von den La? Tierchen hat er totgetreten. Das arm« Ding! Dauernd hebt es der Jung« auf, er konnte doch nichts >^> es war ja gar nicht zu sehen.

tt lieber aufhören zu suchen, sonst trftt er nhnmts "och mehr tot. Das wäre doch schade. Er T«rchen und setzt sich auf seine Bank. vü> ??0ühnchen tut ihm leid. Es hat schon Federchen femJ » lvie ein Hühnchen, nur etwas kleiner und hi-.-.- Wenn «s doch wieder lebendig wäre! Er blickt fätormL? °em Platz, wo bie Rebhühnchen vorhin ver- fieLLjl,~ da ist ja bie Alte wieder! Geduckt kommt Ka-l Eüchen, jetzt lockt sie: „Gi-lick!" Und nun - nicht, was er denken soll vor Erstaunen — finb m i an zu krabbeln und zu laufen, da bcinoir?1! einmal alle die Rebhühnchen, die er vorhin b» ^*.e! Fröhlich piepend sammeln sie sich um zieht' Ktt’ Eilig mit ihrer munteren Schar davon . ist starr. Sv ein Rebhuhn! Vorhin war es ^nank und flügellahm, und nun läuft es munter

Und muß er aber morgen in der Schul« erzählen, toerbe- o, Rebhühnchen wird bann vorgezeigt. Die bon machen, denn eine solche Geschichte hat

M- ? Kameraden noch keiner erlebt.

betn r , ant nächsten Tag« mit seinem Vieh aus eckebte er • Un^ hinauf nach seiner Wies« schaute, MDhit, «ine frohe Ueberraschung: auf der anderen L^chnerz -r mar schon einer mit Vieh. Das mußt« ••• tm ^^Frmiz sein, denn denen gehört« die Wiese, Karl.

Höhe, Hdzkrcjh alibewdlizf: «Sauber Lillig allfodyJii?i"7* \<$;

»rfkeffe V

I Dorfbuben.

61 I. Herbert.

Sann fängt er an zu suchen. Genau schaut er über

Platz, er dreht sich um — sonderbar, kein Rcb- [yj Zu sehen. Sollen die inzwischen fortgelau-