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Druck der Fuldaer Acliendruckerei, Fulda.
bis zur Fündigkeit bohrt, mindestens aber bis zu 1000 Metern. Jede Bohrung kostet 100 000 bis 150000 Reichsmark. Dis bisherigen Aus- gabender Amerikaner in Oldenburg allein werden auf eine Million Reichsmark geschätzt. Das Ausbeutungsrecht können die Amerikaner erst nach 1934 erhalten, wenn die Bohrungen eine Fündigkeit des in Betracht kommenden Ge» bietes ergeben haben.
Oelmulungen auch in Braunschweig.
Wie die „Braunschweigische Landeszei- tung" zu den Plänen der Rorth Euro- pean Corporation, die Oelvorkommen in Niedersachsen auszubeuten, erfährt, ist von dem Braunschweigischen Staat verschiedenen Gesellschaften das Mutungsrecht gewährt worden. So hat u. a. auch eine amerikanische Gesellschaft vertraglich das Recht erworben, in der Richtung Klein-Schöppenstedt, Nordorf, Gifhorn Erdoelvorkommen festzustellen. Die Paktverträge haben eine Laufzeit von einigen Jahren und sind über ein Gebiet von einigen Tausend Morgen abgeschlossen worden. Wie weiter verlautet, dürfte schon in allernächster
Fuldaer Zeitung
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Kopenhagen feiert Andersens 125. Geburkslag
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mal geht es um deutsches Schicksal, und ich glaube, daß diesmal ein Meister die Hand an die Dinge legt, der nicht nur Formen zerbrechen, sondern auch neue schaffen kann. Dieser Dr. Brüning ist ein stlller Westfale. Er verschwand Jahxe lang völlig hinter seiner Arbeit. Er gehörte M jenen Volksvertretern, die es wahrhaftig auch noch gibt, die einen langen Arbeitstag haben. In irgendeinem Zimmer des Reichstages sitzen sie, dem schweren, verantwortimgsvollen Beruf ganz hingegeben. Man hört ihre Namen selten. Andere genießen ost die Früchte ihrer nächtlichen Bemühungen. Dr. Brüning hat lange zu diesen Menschen gehört, benen die Sache im Vordergrund stand und nicht die Person, die Arbeit und nicht die Ehre. Bietet man ihnen nun die Ehre, so werden sie als innerlich unabhängige Menschen sie zu verwalten wissen. Es ist mir, als ziehe mit diesem Westfalen triebet etwas Starkes und Beständiges in jene parlamentarische Landschaft ein,, die uns bisher nur durch chronisches Aprilwetter bekannt war.
2a, wieder ein tosender Beifallssturm. Höher - dronst die See im Radio. Der Rausch jener Zehn- dvsend wird zum Rausch der Millionen, die nun $ ' Radio der wilden Jagd folgen. Was geht die £. neue Reichskanzler an, was die Politik, was M ernste Schicksal des deutschen Volkes? Was , fcht sie auch jener Mensch an, dessen Brief ich chM in meiner Tasche fühle. Es ist einer von je- •*** Briefen, die ich in letzter Zeit isieffach bekam-- Ä einer dem andern gleich. Ein arbeitsloser Familienvater, der auch noch für ein Waisenkind 'u sorgen hat, schildert seine Gänge zu den ver- 'schiedenen Aemtern, bei denen er Hilfe erwartete, oon denen aber keines helfen konnte. Es ist dies «n gläubiger und zugleich ein gebildeter Mann.
rwgt mit der Bitterkeit der Seele, wie sie lang- 'cm aufzusteigen pflegt bei solchen Gängen, bei dem langen Warten, bei der Berührung mit kal-
Amerikamsche Versucher in Oldenburg.
Nach den Plänen der North European Oil Corporation in Niedersachsen erfährt der oldenburgisck>e Korrespondent der „Voss. Ztg." vom Leiter der oldenburgischen Bergbehörden, Ministerialrat Zei- ler, daß er seit vier Jahren trat den Amerikanern arbeitet, die im vorigen Jahre das Mutungs - recht erhalten und dis Vervflichtung übernommen haben, Bohrungen vorzunehmen. Die amerikanische Gesellschaft besitzt in der Stadt Oldenburg ein Gebäude. Sie beschäftigen einen Stab von drei bis vier Jngeineuren und einige Bahrmeister zur Bedienung der amerikanischen Bohrapparate. Ihre übrigen Arbeiter sind Deutsche. Vertragsgemäß gehören her Gesellschaft Funde in mehr als 50 Meter Tiefe. Sie ist verpflichtet, dort wo sie aut Erdgas, das auf Petroleum schließen läßt, stößt.
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Fulda«
das gibt's auch noch in Deutschland. Warum tun wir nicht mehr, um dieses echte, dieses fromme, dieses brave Deutschland zu erhalten? Warum müssen denn unsere großen Städte diese Riesenetablissements des Vergnügens und der Tollheit errichten? Wozu? Läßt sich da wirklich von feiten der Stadtverwaltungen nichts machen? Wenn man Stadträte schon auch einmal Stadtväter nennt, warum sind sie nicht Väter, die Sinn behalten haben für das Familienhafte, das man sehr wohl pflegen kann? ... Da höre ich einige Stadtväter, die dieses lesen, nun auch niesen ... Ich antworte: „Gesundheit!", Gesundheit meine Herren, Mehr Stadtväterliches als Stadtratliches, das ist noch gar keine so schlechte kommunale Losung . . . bekommt übrigens auch der Kasse ausgezeichnet.
Der lüann im Blonde.
Ans dem großen Sinderumzug: Das Märchen vom standhaften Zinnsoldaten.
Mit großer Pracht wurde der 125. Geburtstag des großen dänischen Mürchendichters Hans Chri. stian Andersen in Kopenhagen gefeiert. Schulkinder zogen in den Kostümen der Märchengestalte» von Andersen durch die Straßen, die von unermeßlichen Menschenscharen bevölkert waren. Auf un« serem Bilde ganz rechts b;e berühmte Tänzerin Anna Pawlowa, die an dem Umzug teilnahm.
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es ist ein sogenannter Meßkofferaltar auf einem Tische hergerichtet. Alle Geräte sind hier viel kleiner und zierlicher. Dagegen ist eine Menge Platz vorhanden, und die Teilnehmer am Gottesdienst können alle auf bequemen Polstersesseln sitzen. Sicher haben auch viele Andersgläubige an diesem Gottesdienste teilgenommen. Die liebenswürdige und ehrfurchtgebietende Gestalt des Facher Konen paßt wunderschön vor diesen Altar in dem vornehm eingerichteten Salon.
Nach dem Cvanelium der Messe wird das Sonntagsevangelium auf Englisch verlesen, bann hält Sather Konen auch eine englische Predigt über den guten Hirten, von der ich leider nur ein paar Worte verstehe. Einer der Schiffsangestellten bittet den Priester, eine Kollekte für die Hinterbliebenen der verstorbenen Schiffsleute zu verkündigen und hält dann auch die Kollekte ab. . Leider fehlt uns ein wenig Musik und Gesang bei diesem sonst sehr erbaulichen Gottesdienst. Ein Harmonium fände gewiß in diesem großen Raum noch einen guten Platz, und der Nordbutsche Lloyd würde für eine solche Anschaffung dankbare Anerkennung finden, nicht bloß bei katholischen, sondern au chbei evangelischen Passagieren. Bielleicht ericht mein harmoniumsachoerständiger Fuldaer Nachbar aus der Marienstraße dem Lloyd einmal eine Offerte ein und macht ihn dadurch auf diesen Mangel aufmerksam. Bei fast allen Fahrten befindet sich doch der eine oder andere Priestr ean Bord, der den Sonntagsgottesdienst gern möglichst feierlich gestalten möchte. Dazu gehört aber ein Hermonium. Und unter den Schiffsmusikern findet sich gewiß auch eine Kraft, die sich vom Klavier zum Harmoniurnspiel umstellen kann. Oder es sind harmoniumkuudige Passagiere da.
Wir haben schönes Sonntagswetter, und die Passagiere, die nicht gerade beständig ihre Liegestühle drücken mögen, suchen sich die Zeit zu vertreiben,'so gut es geht. Droben auf dem Oberdeck beim Kompahhäuschen wird Ringwerfen geübt. Man wirst da mit weichen Gummiringen nach einem feststehenden spitzen Pfahl, auf den man möglichst viele Ringe zu bringen sucht. Auf dem unteren Deck wird „Scheibenschießen" geübt. Andere machen mit ihren Kameras die Gegend unsicher. Im Rauchsalon sitzen sie fest beim Kartenspiel, und auf dem Platz vor der Kantine spielen die Kinder Ringelreigen und fingen dazu ein englisches Liedchen. Irgendwer spielt
Bt. 81.
#onniag. »«« «• Updl 1930.
Brühler & Nüchter
Inh. H. Nüchter Im Friedhofsgässchen — Fernsprecher 284
| Als ich an diesem Sonntag abend unsere Kabine betrete, ist das Bettzeug unseres alten Herrn abgeräumt, und der Steward holt später noch dessen Soffer. Nun, da. wir keine Gäste mehr zu erwarten haben, hat sich für den alten Herrn auch noch ein bequemeres Quartier gesunden. Er braucht nicht mehr in ein hochgelegenes Bett zu'turnen.
Die ganze Woche hindurch habe ich nun jeden Morgen bei zwei hl. Messen zu ministrieren. Zu spät gekommen bin ich niemals, ober immer viel zu früh aufgestanden. — Das Verhältnis unter den Passagieren wird immer vertraulicher. Da ist z. B. ein Mr. Beierle, ein kreuzfideles Haus und zugleich Hotelbesitzer und Millionär in der Nähe von Newyork. Er spricht sein badisches Deutsch in einer Weise, daß man ihn ebensogut auch für einen deutschredenden Türken halten könnte. Durch seine drolligen Einfälle bringt er Leben in unsere Klasse. Manchmal ulkt er durch einen staunenden Ruf unsere halbe Klasse auf irgend eine Seite des Schisses, als sei dort etwas Besonderes zu sehen. Dann wieder packt er eine ganze Herde Kinder in einen großen Waschkorb, schleift diesen über das Deck und schüttet die Kinder irgendwo aus. Am meisten ist er aber an der Schenke zu finden. Er hat niemals „Schlagseite", aber er traktiert die Passagiere und die Besatzung in großzügiger Weise. Ein Fünfdollarschein nach dem andern findet seinen Weg in die Kasse des Schankwirtes. Als er auch mich bedrängt, frage ich ihn: „Aber Mister Beierle, ist denn Ihre Frau damit einverstanden, daß Sie das Geld so fortwerfen?"
Da lacht er und sagt: „Meine Frau? O, die kann fürchterlich schimpfen, aber auch tüchtig arbeiten. Komm her, ich will sie dir zeigen!". Er packt mich am Arm und zieht mich in den Rauchsalon.
Dort sitzt in einer Ecke eine Gesellschaft beim Sorten« spiel, zwei Damen und zwei Herren. Die stattliche jüngere Dame ist die Frau Beierle. Er stellt mich ihr vor, und ich sage ihr, daß ich ihrem freigebigen Herrn Gemahl ins Gewissen geredet habe. Sie meint lachend: • „Ach, laften Sie ihm nur das Vergnügen. Wenn wir Heimkommen, nehme ich ihn wieder unter die Fuchtel. Jetzt hat er ja Ferien." Und sie spielt weiter. Mr. Beierle aber erzählt mir, daß die alte Dorne, die mit am Spiel- tisch sitzt, innerhalb der beiden letzten Tage 200 Dollar gewonnen Hobe.
(Fortsetzung folgt.)
Rund um die Woche.
im Radio. — Der Kanzler aus Westfalen. — Der Arbeitslose. — See- mannshUfe. — Die braven Krefelder. — Stadkvüter.
ten Menschen, bei der unwillkürlichen Berechnung, was denn andere verdienen, andere, die gewußt haben, wie man das so anfängt . . .Diel Not schleicht heute durch das Land, ringt unterwegs mit den tiefsten Problemen des Christentums, erfährt am eigenen Leibe das Versagen vieler ... Ob sie auch in dieser Mitternacht am Radio lauscht? Ob sie von den Ziffern träumt, die solch ein Vergnügen kostet und die sich am Ende doch umsetzen ließen in Werke christlicher Nächstenliebe?
Jetzt ist nur noch ein ferner Donner und ein ungeheures, in die Weiten verrollendes Getöse. Dieses Meer des Rausches scheint mir in diesem 2111= gcnblick einem Trichter vergleichbar, der alles Geschehen der Zeit in sich hinemsougt. Gurgelnd versickern die idealen Regungen und Gedanken in dieser unheimlichen Tiefe. Soll ich diesen Leuten vielleicht noch etwas erzählen aus der Arbeit der Menschen, die sich einzig und allein dem Seelenheil des Nächsten widmen? Gestern fiel mir eine Zeitung in die Hand, die in drei Sprachen erscheint und sich das „Apostolat des Meeres" nennt. Der Seemannspastor Reinhold schreibt darin über die Gründung eines katholischen Heims für Seeleute, und zwar in Bremerhaven, Weststraße 16. Unter der tätigen Hilfe des Bischofs von Osnabrück und zahlreicher Laien, inner denen zum Beispiel Ruth Schaumann und der Staatssekretär Dr. Pünder genannt werden, ist dort ein vorläufiges Heim entstanden, das nach und nach durch ein größeres ersetzt werden soll. Da kann sich der Seemann aufhalten, wenn er aus der weiten Welt heimkehrt oder wenn er zu kurzem Besuch an unserer Stifte weilt. Bist du einmal solchen Seeleuten begegnet? Man trifft sie wohl in den Zügen, die nach Hamburg, nach Lübeck oder nach Bremen fahren, wetterharte Leute, deren Leben aber gar manchmal der Sturmnacht ähnlich ist, in der der letzte Stern, auch der süße Meeresstern, unterge- gangen ist. Wie schön, daß nun christliche Liebe ihnen folgt, daß die Segenswünsche der Religion sie auf die Fahrt begleiten, daß ihnen der Lebsns- kompaß wieder zurecht gebracht wird . . .
Nun ist aber doch Schluß, wenn auch nicht des Rennens, so doch im Radio. Ewige Iazzmelodien noch und bann das Deutschlandlied. Es ruft nach diesem wilden Tanz der entfesselten Sinne zurück zu den Gedanken und Gefühlen der Väter. Es hat etwas Whrendes in dieser Stunde, etwas Tröstendes. Es weckt mir geradezu die Erinne- rtthg an jene braven Jungen, die ich vor wenigen Tagen aus einer großen Stadt des Westens abreisen sah, ja, wohin? Denk dir, da ist ein Abschied von vier Burschen, die, wie es scheint, wirklich ergriffen sind. Wohin denn, geht's nach Amerika? Ich frage etwas erstaunt. Nein, es geht nur von Krefeld nach Berlin. Handarbeiter in Textil. Leute, die Muster drucken. Es sind "beten schon eine Reihe in der Hauptstadt, wo noch immer Nachfrage ist. Diese Burschen waren bisher zu Haus. Immer bei Muttern. So fällt der 2lbfchied schwer. Man denke, die erste Reife in die Welt! Der Koffer wird gelobt. Einer findet noch ein Taschentuch des Baiers bei sich. Familienduft strömt durchs Abteil, lieber dem Rhein noch einmal Tränen, diesmal dem deutschen Strom geweiht. Echte Jungen find das. Jetzt niest einer, und sie sagen alle einstimmig: „Gesundheit!" Ja, |
Qualität und PrelswürdlskeH.
Joseph Schmitt, Fulda.
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I irgendwo auf einer Mundharmonika, und gleich „wackeln" ein paar junge Amerikaner einen amerikanischen Tanz. Jo, sie wackeln ihre Tänze, und darum brauchen sie auch nur wenig Platz. Manche sitzen da und lesen ein Buch aus der Schiffsbibliothek, andere zeichnen.
Ich stehe an der Reeling und schaue über das Meer. Neben mir steht meine Tischnachbarin, die Lehrerin aus Halle. Und wir s jauen beide ins Wasser, um irgend ein Fischlein zu entdecken, auch w-nn es das allerkleinste wäre. Denn nun haben uns auch die letzten Möven verlassen und sind wieder heimgekehrt. Ich sage zu meiner Nachbarin: „Auch nicht ein einziger Hering ist zu sehen, und daheim in Deutschland w'mmelt es nur so von ihnen." Da hebt sie plötzlich die Hand. „Sehen Sie dort! Was ist bas? Schwarze Vögel oder Fische?"
Ja, wirklich. Dort hüpft es und kommt näher, nicht eines, sondern eine'ganze Reihe dunkler Wesen. Es sind Fische. Immer näher kommen sie, eine ganze Menge. Und wie sie springen! Es ist urkomisch anzusehen. Alles läuft herbei und betrachtet gespannt das drollige Schauspiel. Das sind ziemlich große Fische, wohl über einen Meter lang. Sie hüpfen wie Hasen, nein wie galoppierende Ferkel, und meist reihenweise. Ganz nahe bis ans Schiff kommen sie so gesprungen. — „Fliegende Fische!" hört man hier und da rufen. Allein ein Mann von der Besatzung sagt: „Wir nennen sie Schweinsfische. Der richtige Name lautet wohl Delphin."
Ja, Schweinsfische, das scheint mir eine passende Bezeichnung. Denn genau so, mit gesenktem Kopf, hüpfen sie dahin.
Dann wieder läßt uns ein Ruf nach der anderen Schiffsseite laufen. Es behauptet jemand, dort einen Walfisch gesehen zu haben. Wir beobachten scharf. Da zeigt sich in größerer Entfernung ein dunkler Fleck, aus dem eine kleine Fontäne emporschiehk. Zwei-, dreimal wiederholt sich das 'Aufspritzen, dann zeigt sich nichts mehr.
Später passieren mir einen Frachtdampfer auf mehrere Seemeilen Entfernung. Aber auch mit dem Feldstecher ist sein Name nicht zu erkennen. Wir betrachten alle diese kleinen Ereignisse mit einem großen Interesse. Hier in der unendlichen Einsamkeit würde uns sogar ein lebendiger Hering als sehr beachtenswertes Lebewesen erscheinen: denn weder ein Vogel noch die kleinste Mücke belebt die Luft.
Sechstagerennen im Radio. Das geht nur. lion käst eine Stunde. Immer die Angaben eines Ausrus-rs und dann wieder das Draussen des «eifalls. Es ist wie ein wogendes Meer, das unter ochsendem Sturm immer wilder sich aufbäumt, raufende sind da beisammen. Es gibt Festhallen, .. g-y fte sitzen den Tag und auch die ganze Nachr. Die Fahrer da unten rasen ihre Bahn, ihr Rasen Überträgt sich in das Blut dieser weit über Zehn- laufend. Es ist ein Rausch, ein Fieber, ein Kochen und Brodeln, ein Untertauchen in irgendwelche komische Tiefen und Entzückungen. Es ist dies die I Asche am Leden, das den Menschen einspannt in Büro und Maschine. Alles, was unterdrückt ist, sprengt hier seine Fesseln, dis dann jene Stimmung da ist, die überhaupt keine Fessel mehr kennt, jene Stimmung, die das Steppenpf erb überkommen mag, wenn es einfach in wilder Lust über die endlosen Flächen jagt, eine Stimmung, in der jeder Gedanke untergeht im Taumel, im Chaos, im Wil- E den. Gesetzlosen, eine Gemeinschaft der Anarchie, der Abkehr von jeder Kultur, von jedem Geist, von allem Hohen und Heiligen, und eine Hinkehr zu den Kräften und Säften, die ihrer selbst nicht bewußft im siedenden Blute kreisen.
Während diese See rast, bemüht sich der neue Reichskanzler, den Griff des ihm anvertrauten Steuers in die Hand zu bekommen. Wieder em-
Reife-Erinnecungen
von Fr. Donatus Pfannmüller, Fulda.
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2er Offizier erklärte uns, daß die drei Mädchen ge= au wie die Passagiere verpflegt würden. Nur müsse ein wenig unter „Verschluß" halten, „sonst bil= fi* 'C auch noch etwas auf ihre Tat ein und lassen I“) von den Passagieren verherrlichen."
„ UnserSchisf strebt nun seinem eigentlichen Ziele zu. do- ro'r auf dem Atlantischen Ozean, und
den Sut- Jeden Abend findet in unferm gro-
§ ^peisesaal irgend eine Unterhaltung statt, entweder ver-^/ Dber Tanz ober Filmvorführungen. Ich aber
$te gern auf diese Zerstreuungen, gehe abends noch Snki Cn'3 auf .spazieren und suche frühzeitig meine ^uvirte auf.
Sdiiff111 ».begehen wir den ersten Sonntag auf dem itei 'm J UJ. bem schwarzen Brett beim Speisesaal sind für Eesdienste für die Katholiken angezeigt und einer
Evangelischen. Um 6 Uhr zelebriert ein alter rilch. e Hviester im Damensalon, um 7 Uhr der unga- isjL/ 21cJr Heute ist dieser Gottesdienst sehr gut be- &rbeii*r muk nod) viele Stühle aus dem Rauchsalon Raffen ePrcUm aIIen cinc Sitzgelegenheit zu be- ■Thif ./s. s'vd auch zwei irische Ordensschwestern da- zur hl. Kommunion gehen. Recht.erbaulich Don ber m’" ber Die[en jungen Irländer, die auch chnen blasse herübergekornmen sind. Ich kann 'ch, auf h 9T9 sichle beschaffen, also müssen sie, wie Srlänber tbIa^tcn $oben knien. Von jetzt an, da die Forcen • Sd)tff gekommen sind, haben mir jeden ">en "”oUe Kirche". Auch die Deutschen kom- '"kannt geworden^ re9eImä6i9e Gottesdienst allmählich
aus Chicago hat mich gebeten, ihm Uhr brahP 9° teStUen^ 3U ministrieren, der um halb 10 Als es g n 'm großen Salon ber Kajüte ftattfinben soll. ‘'Sentit*;, * 9eI,e 'ch hinauf. Dort befinbet sich fein
1 r' Nftcmgebauter Altar, wie bei uns, sondern
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Zeit von beteiligter Seite die Veröffentlichung des Ergebnisses einer sofort in Angriff genommenen Untersuchung zu erwarten sen. Die Braunschweigische Landeszeitung weist darauf hin, daß, solange nicht Klarheit über die Lage geschaffen ist, größte Zurückhaltung und Vorsicht am Platze sei.