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Beginnender Lenz.

Von Castagnola.

güt weicher, warmer Frühlingsregen fiel, Die Amsel sang chr Lied in jungen Sprossen.

Sie sang so süß von ihrer Sehnsucht Ziel, Und sehnte sich nach ihrem Trautgenossen.

f Mjj blassem Grün bedeckt sich Busch und Baum Ms stillem Park des Werdens Düfte ziehen,

- Die Erde regt sich sprossend, wintermüd--

Der Lenz will neu und hoffend uns erblühen!

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r ffii® brausend strömt der Frühlingsföhn daher Und rüttelt an des Blutes trägem Lauf, Und weckt der Sehnsucht Tiefe immer mehr, Und weckt die Liebe wundertätig auf!

Mtz die Hausstau Gymnastik kreiden?

K- Diese Frage beschäftigt uns Hausfrauen all« mehr ^>er weniger, zumal in einer Zeit wie der jetzigen, die fo stark im Zeichen der Gymnastik steht und so viel Heil für -je Menschheit von ihr erwartet.

Gymnastik ist bewußte Muskelübung und hat den Zweck, uns beweglich, kräftig, gejund und lebensfroh zu erhalten. Käme es nun dabei lediglich auf eine Betäti- znng der Muskeln an, so wäre der Landbriefträger der beste Läufer, unser« Bauern hätten die beweglichsten und geschicktesten Körper, und wir Hausfrauen, die wir den zmzen Tag treppauf und treppab auf den Beinen sind, waschend, bohnernd, hebend und tragend, wären lauter lebensfrische, kraftvolle und schlanke Gestalten. Das Wesentliche an einer erfolgreichen Gymnastik ist nicht die reichliche Muskelbetätigung, sondern deren bewußte Lei­tung durch unser Gehirn: ihre Anordnung, gesunde Steigerung und ihre weise Beschränkung.

Wir Hausfrauen fühlen uns alle nach des Tages Last mehr oder weniger „erledigt". Vorwiegend an Waschtagen, während des Hausputzes, in der Einmachzeit fallen wir abends fast um vor Müdigkeit. Das ist keine «wünschte, aber fast überall dazugehörig hingegenom- mene Beigabe unseres „Berufes". Käme es, um allen Anforderungen ihres Haushaltes körperlich standzuhal- ien, für die Hausfrau vor allem auf die tägliche Uebunz ihrer Muskeln an, so müßte sich ihre Leistungsfähigkeit «n Waschtag zu Waschtag, von Hausputz zu Hausputz steigern, anstatt bis zum Abgehetztsein abzunehmen, die­sem typischen Gesichts- und Körperausdruck der Durch- fchnittshausfrau.

F Um ihre Körperkraft, ihre Beweglichkeit zu steigern, miß ganz besonders die Hausfrau ihre Muskelbetäti- Mgen unter die' Gesetze der Gymnastik stellen, dar heißt, sie darf nicht einfach drauflos schuften von mor- Wir bis abends, sondern muh die Arbeit tun als wohl­geordnete gymnastische Hebungen, indem sie sie möglichst geschickt einteilt, recht verschiedenartige Muskelgruppen im Lauf eines Tages spielen läßt, und immer wieder »Entspannungsübungen" in Gestalt einer Sitzarbeit «in« Wttet Ganz wesentlich ist es für die körperliche und damit ja auch seelische Leistungsfähigkeit der Hausfrau, daß sic dies alles ganz bewußt tut. Es ist durchaus nicht das gleiche, ob sie eine zu ersteigende Treppe mit si-isen,

unlustigen Gliedern und Herzklopfen hinauf- oder ob sie sie als willkommene Körperübung nimmt, zu der sich schon durch die Freude daran alles 'n ihr wie von selber lockert, zu der sich der Atem "«eit macht und ihr -das Herz entlastet. Nur so ist die . PPe ein zweckvolles „Turngerät" für die Hausfrau. ?le d» Vohnerbefen eines fein kann, die Waschmaschine, W Wassereimer und so vieles andere. Es ist nicht das JMe, ob sich die ermüdete Hausfrau auf eine Stuhl- 5e W Zum Kartoffelfchälen, mit verkrampften Glie- NI und Sorgenfalten im Gedanken an die Arbeits- bi« noch daliegt, oder ob sie mit dem ganz be- ßien Vorsatz, sich zehn Minuten zu entspannen, ft? bequem mit der Kartoffelschüsse! hinsetzt.

[L™ Körper, soweit sie ihn nicht unbedingt zum Schä- drauchk, ganz lockert und ausruhen läßt und dabei 2? 'hre Gedanken ein wenig laufen läßt, wohin sie ^"swollen. Und doch ist in beiden Fällen dasselbe

3iel erreicht, im letzten aber noch ein beson- erteil herausgeschlagen: nämlich es wurde in

der Hausarbeit ein „Gymnastikersatz" geschaffen, der die Hausfrau fröhlich, beweglich und widerstandsfähig blei­ben läßt.

Ob wir Hausfrauen neben unserer täglichen Arbeit noch reguläre Gymnastikübungen vornehmen müssen, das muß von Fall zu Fall entschieden werden. Aus dem vorher Entwickelten geht hervor, daß die Hausfrau, die chre Arbeit als eine einzige große, planmäßige ge­ordnete Gymnastikstunde empfindet, wohl auf ihre Ko­sten kommen kann. Doch wird es in vielen Fällen nötig sein, überhaupt erst das Verständnis für den Sinn der gymnastischen Muskelvorgänge, wie Lockerung, Entspannung, Federung, zu gewinnen, um an den täg­lichen Hausarbeiten solches zu Nutz und Frommen des vielgeplagten Hausfrauenkörpers überhaupt anwenden und auswerten zu können. In solchen Fällen ist aller­dings zu einem gutgeleiteten Gymnastikkurs als Ein­führung zu raten, es lohnt sich für das ganze Leben. — Später genügt es dann vollauf, etwa beim Aufstehen morgens den Körper zehn Minuten für feinen Dienst gymnastisch vorzubereiten, kommt es doch weit mchr darauf an, unfern ganzen Arbeitstag unter die Vor­teile des Gelernten zu stellen, als täglich stundenlang zu turnen und dennoch steif und verkrampft unter der Haus­arbeit zu seufzen.

Wer so denkt, wird zu allen körperlichen Vorteilen noch jenen geistigen gewinnen, daß die Hausarbeit nicht mchr ihn beherrscht, sondern er sie. Von dem Augen­blick an, wo wir den Wust der Hausarbeit als Kör­perübung nehmen, der uns dienen muß, ist die Arbeit für uns da, nicht mchr wir für sie. A. Weber, Minden.

Langeweile.

Von Dina Ernstberger-Neunkirchen am Brand.

Langeweile ist eine geistlose Krankheit, die am lieb­sten beschäftigungslose Menschen befällt. Die Krankheits­erscheinungen äußern sich in einem allgemeinen Unbe­hagen, was uns der Tag bringt, und in einem Gefühl des Ueberfättigtfein, das unser Dasein mit schalem Ge­schmack erfüllt und nichts erstrebenswert erscheinen läßt, Von ihr befallene Menschen sind krank bis ins Mark; geistig und körperlich. Sie sind mchr zu bedauern als zu verurteilen.

Die Wurzel der Langeweile ist Ueberfättigung. Ueberfluß führt zu geistiger Armut und aus ihr wird die Langeweile geboren. Naturmenschen und Arbeitsame und Leute, die daraus angewiesen sind, einen Beruf aus« zuüben oder Pflichten zu erfüllen, kennen die Lange­weile nicht. Die Zeit, welche der Langeweile so uner­träglich erscheint, verfliegt für diese wie im Flug. Sie ist hier kostbarstes Gut, dort eine ständige Qual. Der Arbeiter, der von früh bis nacht schafft und die Mutter, welche sich sorgt und müht, ihren Kindern «in erträgliches Los zu bereiten, sie find glücklich im Vergleich zu jenen, welche das Leben mit seinen materiellen Gaben so reich bedacht hat, daß ihnen weder Wunsch, noch Sorge, noch Arbeit übrig bleibt.

Das sind die unglücklichsten und glücklichsten Ge­schöpfe, die wunschlos sind. Dem einen trägt Ueber- fättigtfein die unzufriedene zerfressende Wunschlosigkeit ins Herz, dem anderen gibt die an Entsagung gewöhnte Einfachheit, die nur an Pflicht und Arbeit denkt, das beneidenswerte Glück innerer Befriedigung, das keinen Wunsch übrig läßt. Gehen wir in das Haus eines bla­sierten Müßiggängers von Berus, den kein Stunden- schlag zur Arbeit ruft und dem das Schicksal kein 23er» und Entsagen lehrt. Wir finden hier eine welk«, krän­kelnde Treibhauspflanze. Betrachten wir den arbeiten­den Menschen, so sehen wir natürliche, einfache, gesunde Naturkraft. Hier Lebensüberdruß durch Uebersättigt- sein, dumpfes Hinbrüten und vegetieren: dort Lebens­mut, frohen Lebenswillen echtes, aus den Tiefen zu­friedener Innerlichkeit und quellendes Glück. Es ist , nicht immer Unglück, wenn uns die Verhältnisse hart und streng den Weg des Geldverdienens und der Ent­sagung führen, derselbe Weg führt auch zu echtem Glück, zur Befriedigung und Zufriedenheit mit uns selbst.

Langweile entspringt stets dem Müßiggang und Müßiggang ist und war stets der Nährboden aller La­ster und liebel.

Dies „Zeit-tot-schlagen" ist ein trauriges Wort. Die kurze Spanne Zeit, die wir Leben nennen, ist uns nicht

gegeben, um taten- und mühelos dahinzuträumen, son­dern um zu wirken, zu schaffen, unsere Talente zur Ver-. edlung unseres Wesens auszunützen und anderen, damit zu dienen. Die Zeit ist wie ein Feld, das Ertrag spen­det, je nach der Art, wie es bearbeitet wird. Müssige Menschen gleichen brachliegenden Feldern, die nur Un­kraut, Disteln und Dornen tragen. Langeweile bestraft sich selbst durch die innere Unzufriedenheit und Zerrissen­heit, die aus ihr geboren wird.

Der Kampf gegen die Langeweile kann nur durch Arbeit und Betätigung geführt werden. Müßiggänger mögen bis an den Hals in Reichtum und Ueberfluß stecken, sie leiden trotz der Fülle des Lebens seelisch die bitterste Not. Seelische Not aber ist unvergleichlich schwerer zu tragen, wie körperliche Entbehrung. Die Langeweile ist es, welche der geistigen Armut die Tor« öffnet. Fliehen wir sie als ein Uebel, das unsere schön­sten Lebensfreuden bedroht.

Dom Schielen der Sinder.

Von Dr. F. Mose r, Berlin.

Es ist ein alter Aberglaube unserer Mütter, daß das Schielen der Kinder durch äußere Einflüße erworben werden könne. Wie oft hört man, daß ein Kind schielen gelernt habe, weil es nach einem Gegenstand das Köpf­chen gedreht habe, ohne ihn richtig sehen zu können, und ebenso oft wird den Müttern auch von allen möglichen Freundinnen weis gemacht, Vorhänge an Kinderwagen, Spielzeug und dergleichen Dinge mehr «seien die Ursache für das Schielen des Kindes. Das Schielen wird nicht erworben, sondern ist einzig und allein begründet in einer falschen Stellung des Augapfels, die man, will man das Leiden bessern, eben mit den verfügbaren Mitteln der Heilkunde wieder normalisieren muß. Im allgemeinen ist ein schielendes Kind durch fein Leiden schwer benach­teiligt, denn man hat festgestellt, daß die meisten schie­lenden Kinder auf dem schielenden Auge überhaupt nichts sehen, daß also ihre gesamten Sinneseindrücke durch ein Äuge bewerkstelligt werden müssen. Cs ist ohne weite­res klar, daß ein solches Kind in der Schule Zurückbleiben muß. Das Sehen mit einem schielenden Auge macht dem Kinde überhaupt Schwierigkeiten, sodaß aus der dauern­den Nicht-Benutzung eine Schwächung der Sehkraft resul­tiert. Die ganze Aufmerksamkeit des Erziehers muß des­halb darauf gerichtet sein, dem Kinde ein gleichmäßiges Sehen auf beiden Augen, also dem gesunden und dem schielenden zu ermöglichen. Mit Hausmitteln ist da nichts zu helfen. Das Kind muß vielmehr bei einem tüchtigen Augenarzt oder auch in einer Augenklinik sorgfältig un­tersucht werden, damit ihm dort die für seine besonderen Verhältnisse notwendige Korrektionsbrille verschrieben werden kann, die nichts mit der sogenannten Schielbrille zu tun hat, runden, durchlöcherten Blechstücken, die man früher den schielenden Kindern aufsetzte. Diese haben nämlich nicht den geringsten praktischen Wert und sind nur eine Plage für das schielende Kind. Eine gute Korrektionsbrille wird ganz allmählich eine Besserung des schielenden Auges herbeiführen, besonders, wenn das Kind von Zeit zu Zeit dem Augenarzt erneut oorgestellt wird, lieber die operative Behandlung des Schielens gehen die Ansichten der Aerzte noch sehr stark ausein­andere. Ohne weiteres als richtig darf man jedoch an« nehmen, daß eine Operation an einem schielenden Kind unter keinen Umständen vor dem zehnten Lebensjahre vorgenommen werden sollte. Durch die Operation wird nämlich an der Stellung des Augapfels sehr oft nicht viel geändert und die Natur erzielt mit weit geringerem Aufwand' in vielen Fällen eine bessere Geradestellung des schielenden Auges als der tüchtigste Operateur. Außerdem wird durch die Operation die Sehkraft des Auges natürlich nicht gebessert, dieses muß vielmehr in langwierigen Uebungen an das normale Sehen ge­wöhnt werden. Daß man bei schielenden Kindern fein besonderes Augenmerk auf eine gesunde, kräftige Er- nährung und vor allem auch auf eine naturgemäße Lebensweise legt, sollte man eigentlich nicht besonders bemerken müssen. Gewiß ist das Schielen ein Uebel, das die Eitelkeit nicht nur der Mutter, sondern auch die des davon betroffenen Kindes verletzt, jedoch braucht man das Schielen im. allgemeinen keineswegs tragisch zu nehmen, die es trotz des Schielens im Leben recht weit gebracht haben. •

Die Frühjahrsmode

ist durch die neue Linie des Winters vorbereitet. Di Röcke sind länger als in den letzten Jahren gehalter, sie nehmen durch glockige Form oder eingesetzte Bah­nen an Weite zu. Die Körpermitte ist gern gezeichnet durch den höher gerückten Gürtel und besonders durch die taillierte Schnittgebung.

Mäntel werden nach wie vor getragen — mit feinster Biesenzier. Für wärmere Tage ersetzt sie dar Mantel kleid, das noch angezogener durch di« kleine, abnehmbare Pelerine erscheint, die noch all« möglichen anderen Kleidformen dieses Jahr ergänzen wird. Das Kostüm zeigt entweder die sportliche Jack« mit hoher Gürtellinie ober die hüftlange, leicht ge­schweifte. Das Schneiderkleid mit dreiviertellanger Jacke ist der Strahenanzug der gut angezogenen Frau „Ensembles", ganz in Schwarz, aus Chinakrepp oder Jersey, geben eine vornehme Note ht der Früh­jahrsmode. Kleidsame Kappen, knapp, die Stirn weit freigebend, einseitig gesteckt, werden gern schwarz, in Atlasband, gehalten. M. M.

Die Frau in der Politik.

Srauenpetifionen an die Seemächlekonserenz. Untee Führung von Mrs. Corbett-Ashby hat eine Delegation von Frauenverbänden aus den an der Londoner See­mächtekonferenz beteiligten Ländern, Amerika, Frank­reich, England und Japan, vor deren Vertretern den dringenden Wunsch der Frauen zum Ausdruck gebrach:, daß die Konferenz alles daran setzen möge, um eine endgültige Einstellung des Wettrüstens der Mächte zu erreichen u. diese zur Zustimmung des Kriegsverzichtver­trags zu bringen. Das Ziel der Wünsche Und Arbeiten der Frauenverbände ist das 23ertrauen unter den Natio­nen und die Errichtung eines ständigen Friedens.

Die Frau in der Küche.

Nlarengo — Huhn.

Man legt die zerschnittenen, mit Salz und Pfeffer gewürzten Hühnerstücke in eine Kasserole, in der drei Eßlöffel feines Speiseöl heißgemacht wurden. Sobald sie Farbe angenommen haben, nimmt man Brust- und Flügelstücke heraus, läßt jedoch die Keulen von 8—10 Minuten darin rösten, da sie längere Zeit brauchen, um Farbe anzunehmen. Nun gießt man das Oel ab und gibt zwei abgezogene ausgedrückte und feingehackte To­maten, sowie ein Glas Weißwein hinzu. Dies läßl man zur Hälfte einkochen und ergänzt dann mit dem Tornatenpüre, zweizehntel Liter Fleischbrühe, einer zer­drückten Knoblauchzehe, sechs kleinen, gekochten Cham- gions und einigen Trüffeln: Gleichzeitig legt man du herausgenommenen Hühnerstücke wieder hinein. Jetzt deckt man alles zu und kocht das Huhn in einem feft- fchließenden Gefäß 15—20 Minuten. Darauf richtet man hoch an und zwar kommen die Rücken-, Keulen- unb Flügelspitzstücke zu unterst, darauf die Schenkel und obenhin die Bruststücke. Die Tunke kocht man einen Augenblick ein, würzt sie mit Fleischextrakt und gießt sie schließlich über das Huhn. Nun streut man seingehackte, grüne Petersilie darüber, steckt an Keulen und Flügel- spitzen kleine Papiermannschetten, legt hartgekochte Eier­stückchen und in Butter geröstete Brotstückchen rings herum und gibt die Schüssel zu Tisch.

Aus den Frauenorganisakionen

Agne« Santo f. Welche Siebe und Verehrung di« Landfrauen der Hildesheimer Gegend für Agne-, Sant« hegten, die langjährige Bezirkssekretärin des Katholischen Deutschen Frauenbundes, die am 11. Fe­bruar in Hildesheim plötzlich aus dem Leben dort schied, erhellt die Tatsache, daß entgegen dem sonst dort üb­lichen Brauch 500 Frauen zu der Beerdigung herbei- ftrömten und die Leiche vom Haus zum Friedhof be­gleiteten. Am Grabe sprach die Bundesvorsitzende, Dr Gerta Krabbel, herzliche Gedenkworte. Agnes Sänke ist mitten aus der Arbeit herausgerissen worden, an der sie seit 1912 mit aller Liebe hing. Ein Land frauentag, den sie noch in allem vorbereitete, fand acht Tage nach ihrem Tode in Hildesheim statt und gestal­tete sich in seinem ersten Teil zu einer Gedächtnisfeier, bei der auch der anwesende Bischof rühmende Worte der Anerkennung der 23crftor6enen .sprach.

Angenehmes Rasieren, Ersparnis an Klingen

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offener Liebesbrief.

Von Josef Feiten.

^hen im Himmel geschlossen werden, war der Myrten ohne Frage. Nun heißt 8 Sohr ,e* erit dann bewährt, wenn sie die ersten ■lbestanden habe. Cs heißt ferner, e^enb mache. So kann ich dir bezeugen, he. ';rc Ehe immer noch im Himmel beschlossen Ksjnim , Jjte muß ich es einmal dir und noch mehr ^en, was er mir geschenkt hat. Ich war UMMtb . "Ersitäter, von allen Lebensrätseln ge- nach /,n schwermütiger Kopfhänger. Da sah ich fodjette -r,e.r^en Semester, ich sah deine unge- •e, fo f die wie ein Kind so gläubig in die Welt I* aHtäorltDer^°n^'<$ a^eä Edle bejahte, fo glücklich Freuden lachen konnte. Von da ab m ,6(f)eu d'r'Ii Palladium. Wenn mich auch eine hei- * Io ftür. rei Fahre lang dir nicht mehr nahen ließ, ^Süfam 9'ng 6eine Wirkung zu mir hin. Von Bptn gbt Wohnung in dem Wald- und Berg- Betn sm e'r du deinen Zauber wie ein frommes öronbe, auf alle verworrenen Wege hinaus,

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die ich damals gehen mußte, in fernen Ländern und fremden Städten, bei ungewissen Büchern und zweifel­haften Menschen, in dunklen Versuchungen und giftigen Weltlehren. Immer sah ich dich am Wegrand thronend, wie ich dick) an jenem Abend zuletzt gesehen hatte. Du standest auf einem Baumstumpf im Walde und winktest 'uns noch lange nach, ahnungslos deiner göttlichen Be­rufung. Die Menschen haben alle eine solche hohe Be­rufung für einander. Dann, als mich nach Jahren alle Prüfungen aufs äußerste bestürmten, trieb es mich mit verzweifelter Rücksichtslosigkeit, mit blinder Zuversicht zu deiner mir so heiligen Schwelle hin. Ich durfte zu dir kommen. Deine Liebe war so himmelhoch, so unirdisch, daß sie mir alles sein konnte .alles geben konnte, was mir fehlte. Ich schwankte zwischen Engeln und Teufeln, zwischen Glauben und Zweifel, zwischen Sitte und Sünde. Du gabst mir Glaube und Gottessicherheit und Kirchen­freude und Seelenreinheit. Ich schwankte zwischen Ver­feinerung und Natürlichkeit, zwischen Großstadt und Ein­samkeit, zwischen Genußsucht und Sinnenfreude. Du gabst mir Einfalt, Schlichtheit, Geradheit, Gesundheit. Ich schwankte zwischen Fen > und Nähe, zwischen Aus­land und Heimat, zwischen Weltbürgertum und Deutsch­tum. Du gabst mir Häuslichkeit, Heimaterde, Innigkeit

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i der rheinischen Landschaft und seines Volkstums. Da kam der vier Jahre lange Krieg, zwang uns in fremdes Land und hartes fremdes Handwerk. Tausende wunde Briefe gingen zu dir und viele heilende Briefe kamen wie zarte Hände zu mir. Ich kam gerettet wieder und bat dich um Heimat und Herd. Da zogst du mit mir in neuen Beruf. Wir zogen in die Not'der Nachkriegsjahre, aber es war Not der Heimat, Not Deutschlands, Not des Him­mels, und das heißt tiefinneres Glück der Heimat, Arbeit für Deutschland, Segen des Himmels. Und immer bist du mir, was männlichem Werk und Verstand not tut; Ahnung des rechten Weges, Sonne des Wachstums, Hü­terin des Friedens. In unseren Kindern kannst du das ganze kostbare heilige Leben hegen. Wenn die Ehen im Himmel geschlossen werden, dann sind diese Kinder des Lebens sicher im Himmel gewollt. In den Kindern aber verteilt sich unsere Liebesordnung und unser Gottver­hältnis neu. Langsam merken die Eltern, daß sie sich nicht selbst gehören, daß sie zusammengeführt wurden, nicht allein, sich selbst zu retten, sondern vielmehr, neuen Gotteskindern zu dienen. Und zum zweiten merken wir, daß auch diese Kinder nicht als unser Eigentum gedacht sind. Wie schwer muß es Vater und Mutter fein, ein Kind bersuaeben. Doch wird fo falsch gejammert, Gott

habe das nicht tun dürfen, er könne gar nicht sein, da er fo grausam fei. Hier müssen wir erkennen lernen, wie wir uns und unsere Kinder nur finden, um uns auf­zugeben und unsere Kinder. Aufgeben nicht als Liebe und Gemeinschaft, sondern aufgeben in opfernder Gesin­nung. Liebe und Kind sind uns von Gott zum Lehen gegeben. Indem wir sie zu opfern bereit sein lehren, wächst unsere Liebe und unser Leben in die Breite der Menschheit und in die Höhe des Himmels. Auch wenn Kinder nicht so bald sterbend zum Himmel entschwinden, sie entwachsen den Eltern, wie wir entwuchsen, und taf­fen uns wieder einsamer und wieder soviel allgemein­samer werden. Für diese Berufung, für diese Prüfung und Segnung stärke uns der Gott der Liebe.

Aus: „Bunte Fracht" von Joseph Feiten.

Sie gilt nichts. „Hallo, Auto!" winkt Muppe ei­nem Chauffeur. — „Was kostet die Fahrt bis zum Alexanderplatz für mich?" — „Ungefähr zwei Mark fünfzig." — „Und wenn meine Frau mitfährt?" — —„Dasselbe." — „Siehst du," wendet sich Muppe un seine Frau, „ich habe schon immer gesagt, daß du nichts giltst"