Fuldaer Zeitung
stog, den 1. April 1930.
bloße schöne
Illusion bezeichnet werden kann.
Der Sternhimmel
im April
STABEN
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Ho- hier Ge- un- die
Mond: D t Viertel @ Vollmond d letztes Viertel
STERNBILDER:
GROSZE BUCH-Xu
Merkur Venus ’^Mars
Vom Farbsinn der Bienen.
Unter den Insekten sind die Bienen die abrichtungs« fähigsten und intelligentesten. Sie werden daher mit Vorliebe zu Versuchen benutzt, um die Sinnesorgane der Insektenwelt, von der man mit gutem Grunde angenommen hat, daß sie manche Besonderheit birgt, zu er» forschen. Der verdienstvolle Forscher auf diesem Gebiet ist Professor v. Frisch. Sowohl über den Geschmacks-
Der die 24 Stundenzahlen von Mitternacht bis Mitternacht eines Taget enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmute sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand -um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der-gerade Pfeil V* Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte '/s Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt.
beliebigen Platz zum Kaffee setzen; denn dieser Kaffee wird nicht so offiziell behandelt. Viele Herrn bleiben auf Deck und halten sich ans Bier; andere, die auf dem Oberdeck auf ihrem Stuhl liegen, sind vorläufig noch zu bequem zum Herabsteigen. Der „Seehunger" hat ja noch nicht eingesetzt. Fünf Musiker betreiben ihre Kunst bei uns, die anderen fünf spielen droben den Ka- jütpassagieren zum Kaffee auf. Allein unsere tapferen Fünfe musizieren sehr gut, besonders der Herr mit der Geige, der wie ein würdiger Pastor aussieht. Einer spielt Klavier, zwei haben Flöte und Klarinette, der fünfte bläst die Trompete. Aber auch ohne Musik würde uns der Kaffee und das täglich frische Gebäck munden. Das Völkchen auf unserem Schiss, besonders die vielen halbwüchsigen Amerikanerinnen und die Kinder, erwecken den Eindruck, als befänden wir uns auf einem Sonntagsausflug und nicht auf einer Fahrt über den Ozean.
Dann schlendere ich umher und betrachte mir das Schiff und feine Einrichtungen. Besonders das Sonnendeck mit feinen Dampfwinden, dem Kompaßhäuschen, den Rettungsbooten ufw. ist für den Neuling recht interessant.
Die Rettungsboote hängen in ihren Stützen und sind mit Segeltuchdecken zugeschnürt. Aus jedem ist die Anzahl der Menschen, die darin Aufnahme finden können, angemerkt; ebenso das Schiffspersonal, das die Boote zu führen hat. Ob aber bei Sturm, bei hohem Seegang
Jupiter setzt sich immer weiter fort. Der Jupiter steht nach wie vor im Stier, indem er sich dessen „oberem Horn" nähert.
Der Fixsternhimmel wird nun sehr schnell sommerlich. Der Orion ist etwa nur noch eine Woche lang zu sehen, länger sichtbar bleibt der Stier, an den sich die übrigen Tierkreisbilder anfchließen: Die Zwillinge, der Löwe und die Jungfrau, in der der Herbstpunkt liegt, der wegen der Nähe bc Jungfrausterne leichter ausgefunden werden kann als der Frühlingspunkt, und alsdann die Wage. Im Osten bereiten sich der Arctur und die Wega auf die ihnen im Sommer zufallende Herrschest: über den Fixsternhimmel langsam vor. Zwischen ihnen erblickt man das große, freilich keinen besonders hellen Stern enthaltendes Sternbild des Herkules. Sein links unten stehender Stern bildet den Uebergang zu dem Bilde des Schlangenträgers. Drei seiner Sterne bilden mit dem erwähnten Stern des Herkules ein Trapez, dessen Form man sich sehr leicht einprägt, wenn man es auch nur einmal am Himmel gesehen hat.
Kü st ermann.
Sonnenaufgang von 5.40 bis 4.35 Uhr.
Sonnenuntergang von 18.30 bis 19.20 Uhr.
Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 6. um
darüber an der Wand ist das Bett B angebracht. Dieses würde mich allerdings nicht sehr behindern, aber der schmale und ziemlich tiefe Kleiderschrank, der neben dem Kopfende meines Bettes steht, ist recht hinderlich.
Neben jedem Bett find an der Wand kleine Netze angebracht, in die man feinen Kleinkram verstauen kann. Die Koffer stehen unter den Bellen. Am Fußende der beiden unteren Betten entdecke ich ein kleines Schränkchen. Zwischen dem Schränkchen und der Bettstelle ist ein ausziehbares Brett eingeschoben, das als Sitz dienen kann, aber auch als „Sprungbrett" für den, dem das obere Bett zugeteilt ist. Gut, bi ich es nicht als Sprungbrett zu benutzen brauche; bem< zum Turnen habe ich wenig Lust. Oben an der Decke hängt ein weiß- gestrichenes Lattengestell, auf dem mehrere eigenartig geformte braune Segeltuchpakete liegen. Bei näherer Untersuchung entpuppen sie sich als drei Rettungsgürtel.
An der Decke entlang laufen allerlei vierkantige Rohrleitungen, in denen es braust und zischt. Es ist die Ventilationsanlage, die in Abständen von wenigen Minuten einen kühlen Luftstrom durch die Kammer bläst. Auch sonst ist noch gut für Ventilation gesorgt; denn an Zwei Seiten der Kammer ist die Wand oben mit einem beriten, gelochten Blechstreifen gegen die Decke hin abgegrenzt. Eine saubere Wascheinrichtung aus weißem Steingut und ein großer Spiegel sind gegenüber dem Eingang angebracht. Stühle gibt es hier nicht, weil kein Platz für sie vorhanden ist. Man setzt sich auf die Bettkante oder auf das Sprungbrett. Die Kammertür kann abgeschlossen, sie kann aber auch durch einen Messinghaken bis auf eine handbreite Spalte festgehakt werden zwecks besserer Entlüftung. Alles in allem: Für drei erwachsene Menschen zwar ein bischen eng, aber durchaus wohnlich Eingerichtet. Außerdem ist die Kabine auch nur als Schlafraum gedacht, nicht als Aufenthaltsraum für den Tag.
Das heitere bewegte Leben, das sich gleich in der ersten Stunde auf dem Schiff entwickelt hat, erstreckt sich auch bis hier herab. Ueberad in den schmalen Gängen begegne ich fröhlichen Menschen. Sie wollen sich doch erst „einrichten" in ihrer neuen Wohnung und für die nächsten zehn Tage. Und bei diesem Einrichten geht es oft recht lebhaft zu. Weil es hier unten warm ist, stehen viele Kabinentüren offen. Manchmal wohnt da eine ganze kleine Familie beisammen, ober ein paar Freundinnen, die schon auf ihrer Europareife im Mai
Ma nach Chicago
Reise Erinnerungen
n Fr. Donatus PfannrnüNer, Fulda.
sinn wie auch über das Sehvermögen der Bienen hat er eingehende Versuche angestellt, die auf einem eigentlich verblüffend einfachen Gedanken beruhen. Er führte die Bienen vor Papiere aller Helligkeits- und Farben- abftufungen und bot ihnen auf einem derselben regelmäßig Nahrung bar. Dann führte er sie vor die gleichen Papiere, ohne Nahrungsbarbietung. Es erwies sich, daß btt Bienen unbeirrbar bas Papier, auf bas sie dressiert waren, wieder erkannten. Durch mancherlei Kombinationen ließ sich schließlich ihr ganzes Farben- unterfdjeibungsDermögen genau feststellen. Das hat nun zu interessanten Ergebnissen geführt. Wir Menschen erkennen einen Lichtreiz als Farbe, wenn die Wellenlänge der ihn verursachenden Schwingungen sich zwischen 397 und 687 Milliontel Millimeter befindet. Die letztgenannten Wellenlängen erscheinen als Rot, die erstgenannten als Violett. Der entsprechende Wahrnehmungsbezirk für die Bienen liegt jedoch zwischen 310 und 650 millionte! Millimeter. Das bedeutet, daß die Bienen die Wellenlängen zwischen 650 und 687 millionte! Millimeter, das sind die ausgesprochen roten, nicht als Farben erkennen. Für die Bienen gibt es also fein Rot! Rot erscheint ihnen als farblos, d. i.
rizonk müsse auf der Meeresfläche sehr weit fein; erscheint er mir eng begrenzt. Und ich habe das fühl, als ob unser Schiff auf dem Grunde eines geheuren Trichters stillestände, dessen Rand uns Aussicht versperrt.
Sortierung folgt.)
■ beisammen wohnten, haben sich heute hier wieder getrof- | fen. Einige hat bas Schicksal ganz von selbst roieber I zusammen in eine Kabine geführt, anbere haben durch den Obersteward dem Schicksal nachhelfen lassen, haben ihre Plätze mit anderen vertauscht. Meiner Kammer beinahe gegenüber — die Türen liegen niemals genau gegenüber — wohnt eine Schwabenfamilie aus Amerika, Mutter und Töchter. Sie erörtern eifrig die Platzfrage; denn die Kabinen sind eng, besonders wenn die Damen so rundlich sind, wie hier. Es wird Schwäbisch gesprochen und Englisch, wie es gerade kommt. Ueberhaupt, Württemberg und Baden stellen einen ansehnlichen Teil der Passagiere unseres Schiffes, ebenso die Pfalz. Da braucht es von vornherein nicht die Versicherung, daß es bei uns gemütlich zugeht.
Als ich wieder auf Deck komme, sehe ich, daß unser Schiffswirtshaus feinen Betrieb eröffnet hat. Neben dem Eingang zu unferm Damensalon ist ein kleiner Raum abgegrenzt, das ist die „Bar", die Schenke. Freilich, es ist nur eine Stehbierhalle. Die Gäste stehen entweder draußen auf Deck ober sie lassen sich ihr Bier von Otto, bem kleinen Steroarb des Rauchsalons, in diesen Salon bringen.
Der Betrieb floriert. Zwar leben wir auf einer unabsehbaren Wasserwüste, zwar erscheint mir die Lust frisch und kühl, trotz des herrlichen Sommerwetters, aber viele der Herren behaupten, daß sie den Salzgehalt der Seeluft fühlten — und bas4 Sier müsse boch nun einmal getarnten werben; kurz, es wird eine Menge Bier verzapft. Unb trotz des ruhigen Seeganges bekommen im Laufe des Nachmittags einige Herrn „Schlagseite", wie der Seemann sagt. Doch diese Männer mit „Schlagseite" werden weiter nicht lästig. Man lacht heimlich über sie, und sie lachen auch; denn auf jedem Schiff muß man einmal mit „Seegang* rechnen. Und bei Seegang schaukelt halt ein jedes Schiff und mit ihm feine Bewohner. Nur einer wird in den ersten Tagen der Reise seinen Nachbarn etwas lästig, obwohl seine „Schlagseite" immer noch ziemlich liebenswürdig genannt werden kann. Bei Tisch räumen einige feiner Nachbarn ihre Plätze, ebenso zieht sein Sabinengenoffe aus. Das wirkt ernüchternd. Vom dritten Tage an hat er keine Schlagseite mehr und hält sich brav.
Nachmittags gegen 4 Uhr gibts Kaffee unb Kuchen mit Konzert. Im Speisesaal kann man sich auf einen
ein solches Boot heil vom Schiffe abkommt, das ist eine andere Frage. Bei ruhiger See hak das gewiß gar feine Schwierigkeiten und — seitdem die Schiffe Radio- sender haben — würde ich mich einem solchen Boote schon anoertrauen. Doch wenn ich zurückdenke an die Zell, da noch kein Hilferuf durch Radio auf hoher See möglich war, dann verstehe ich das Grauen, das in dem Worte „Schiffbruch" liegt. Hier auf der Nordsee haben wir ja noch zuweilen eine Begegnung mit einem Schiffe, aber wie es da draußen auf bem Ozean aussieht, bas werben wir ja erfahren. Man bentt baheim, ber
2. Blatt.
Druck bet Fuldaer Ackieudruckerei, Futda.
als schwarz. Dagegen sehen sie anbererfeits Farben, die über das dem Menschen erkennbare Spektrum hinausgehen: ultraviolette Strahlen erscheine» den Bienen als Farben!
Nun besteht jedoch zwischen dem Farbensinn bet Menschen und der Bienen ein weiterer wesentlicher Um terschied. Das normale menschliche Auge erkennt im Spektrum etwa 150 Farbtone. Die Bienen dagegen kennen diese vielen Abstufungen nicht. Für sie gibt es nur vier Farben: Crange, Gelb und Gelbgrün Fallen für sie zusammen und bilden die erste Farbe, Grün und Blaugrün bilden die zweite, Blau und Violett die dritte, und endlich Ultraviolett die vierte. Innerhalb dieser vier Farbenbezirke nehmen sie nur HelUg- keitsunterschiede wahr. Welchen Charakter jede dieser vier Farben im Vergleich zu den von uns wahrgenommenen Farbtönen hat, vermögen wir natürlich nicht zu sagen.
Diese Ergebnisse sind ein anschaulicher Beweis dafür, wie relativ der Begriff der Farbe ist, wie sehr die ganze Farbenwelt von bem Bau unseres Auges abhängig ist unb mit wieviel Recht sie baher als eine
Uhr, Bollmond am 13. um 7 Uhr, letztes Mertel am 23. um 20 Uhr.
nis, voll von Unbegrenztheit unb Begrenztheit zugleich. Indern er sich in feinen Gebichten bänbigte, errang er zu ber Große und Weite auch die Freiheit. Doch nur vorübergehend, wenn ihm ein Werk gelungen war.
Seine verhängnisvollen Verstrickungen verwandelter, feine wirtschaftliche Lage nur nach unten hin, bergab Daher vermochte er nur zu einer einzigen glücklichen Zeit eine einzige große Arbeit zu vollenden: den Briefroman Hyperion, worin die Liebe zwischen Anklagen gegen die beengende Allmacht des Staates herrlich frei schwebt unb selbst bie größte Demütigung abel». Es ist ein Prosawerk von einer Sprach«, deren Gefälle gebrochen ist wie von einem verborgenen Knick, klangvoll vorn Weh einer tiefen, heimlichen Wunde, strömend aus der Qual ber Enge in parabisiesche Weiten. Diese barocke Prosa gehört mit zum Edelsten, was unsere Literatur besitzt. Hyperion wurde niedergeschrieben zu jener Zeit, als ihn auch die erhabenste Liebe zu einer Frau, die ihm äußerlich ähnelte, erfüllte und erhob. Aber, o neue sürchterlick)« Enge, niemals konnte bie verheiratete Frau bie Seine werden, obschon sie feine Leidenschaft erwiderte und steigerte: Diotima.
Auf seiner letzten Stelle verlangte man von ihm theologische Kirchendienste. Da geriet er in neue Gewissensnot. Er erlebte in seinem Wesen Religion als den Begriff von Herakles, des uralten Sonnengottes, der sowohl als Ordner und Bändiger dämonischer Naturgewalten, wie als Genießer feiner Macht erscheint. Schauerlich wurde da wieder jene unentrinnbare Einklammerung: „. . . . dien ich einem, mir das andere fehlet. Ich weiß es aber, eigne Schuld ifts, denn zu sehr, Christus, häng ich an dir, wie wohl Herakles Bruder . . ." Da mußte er es gotteslästerlich finden, Theologendienste zu tun. Wenn er sie aber nicht tat, dann wurde er wieder brotlos. Dann drohte wieder bas Nichts, ber Abgrund, die Nacht. Und es geschah wie noch niemals vorher. Erschöpft durch die zahllosen Kämpfe vieler Jahre verlor er die Zügel über seinen Verstand. Sein Geist selber versagte, sein Bewußtsein erlosch. Das war im Sommer 1803 zu Bordeaux. Von dort wanderte er, düstern Trieben folgend, verlumpt unb verhungert zu Fuß nach Stuttgart. Zu gleicher Zeit starb, ohne daß er es wußte, Diotima, die Frau seiner unbegrenzten Liebe.
Nun wurde ber Wechsel von Enge und Weite immer grauenhafter. Die Weite, das war nun die Nacht des Irrsinnigen. Die Enge, das waren bie kurzen Zeiten, worin das Licht des Bewußffeins über ihn kam, doch so. als ob all fein Elend fühlbar werden unb fein ganzes Leben in einen einzigen Schmerz verkehrt werben sollte. Selber war er eine Dragöbie. Und so rang er in solchen Zeiten mit den großen griechischen Tragödien, um sie in deutsche Worte, deutsche Laute zu verwandeln. Da gelangen ihm Stellen, bie allein unter ben deutschen Nachbichtungen des Sophokles ahnen lasten, was den Debipus und was bie Antigone an magischer Uneni- ritmbarteit bedeuten. Aber gelang es ihm einige Male, so versagte es sich ihm viele ander« Male. Immer kürzer wurden die Wellen des Lichts, immer länger die Wellen ber Nacht, bis biefe sich ganz nahm bie Seele, „der im Leben ihr göttlich Recht nicht ward."
Solange wir bie Gegenwart bnrch bie Vergangenheit, die Weite durch bie Enge, die Ferne durch die Nähe, die Ruhe durch die Unruhe, bie Freiheit durch die Gebundenheit, die Seligkeit durch bie Qual zur Erscheinung werden sehen, wird Hölderlin, der diese Ser« schlungenheit schmerzlich süß besang, uns nahe fein.
Sein Leben aber wird allen Erziehern und vielen Müttern sehr wichtige Belehrungen zu geben vermögen.
Hans Roselieb
Lin deutsches Schicksal.
"um 150. Geburtstag von Friedrich Hölderlin.
770 wurde er im gebirgigen Schwaben geboren, naives Leben war eine immer erneuerte Flucht H n Verhältnissen tn Weite, aus Bedrückung in Von Frauen wurde er erzogen. Oftmals iten sie nicht mal seinen leiblichen Hunger zu Zu ärmlich waren sie gestellt. Doch seine Zart- irn Empfinden, fein Hang zur Versenkung in sich feine Fähigkeit zur Liebe und seine Liebe zur wurden durch die frauliche Pflege wesentliche Mir- seine dichterische Begabung. Diese Eigenschaf- ließm ihn aber auch doppelt tief erleiden alle be- n Schikanen, allen Neid, alle Bedrückungen, ängigteiten und Engen der Zeit. Es war die t der Bevormundung des Lebens durch bie Behör- bie Zeit ber Gesellenstreiks, ber Weberaufstände, Bauernunruhen, ber französischen Revolution und napoleonischen Kriege. Die Armut, die sonst wohl Fähigkeit aufstachelt, sich mit klugen Mitteln durch- n, machte aus feiner Zartheit Scheu, aus feiner «rei Verschlossenheit, aus feiner Liebesfähig- linkische Unbeholfenheit, aus feiner Tatlust läh- Lerzweiflung.
ie schulmeisterliche Zucht in den protestantischen ,gischen Erziehungsstisten, in die er als Mittelloser t wurde, mußte ihn unter solchen Vorausset- >n einschüchtern und zugleich empören.
Die stets eingeengte, auf Entladung drängende Seele in einem Körper von apollinischer Schönheit. Eider reichsten Freundschaftserlebnisse, das tieffte und Gleich reinste Liebesbündnis wurde chm zuteil. Doch __umsonst.
In Folge feiner Armut, seiner Scheu unb seines ungeschickten, oft jähen Benehmens geriet er gerade durch • und Freundschaft immer wieder in unmögliche, unerträgliche Lagen, die entweder voll von Zweideutigoder von Demütigungen oder von aufsehenerregende Außerordentlichkeit waren. Auf diese Weise gedieh ihm nicht mal sein heiliges Bündnis zu dauerndem Halt.
Immer wieder mußte er sich als Hauslehrer dehel- ien. Entweder floh er freiwillig aus solchen Stellungen endete in ber gänzlichen Mittellosigkeit, woraus ihn der Hunger in eine neue Hauslehrerstelle trieb ober es wurde ihm gekündigt unb bann kam noch grausamer der Hunger. Zwar standen ihm die besten Freunde bei. * mter Hegel und Schelling. Auch Schiller reichte ihm starke Hand mehrmals. Aber seine Schamhafllg- keit hinderte ihn, diesen Freunden die Gründe seiner Semütigungen, seiner linkischen Ungeschicklichkeit, seiner jähen Ausbrüche von Stolz und Empörung begreiflich zu machen. Oft wär« es auch unmöglich gewesen. So mußten sie ihn für launisch und unzuverlässig halten. Bei ' Freunden verlor er das Vertrauen, namentlich bei r. Schneller wechselten die Hellen strahlenden je ber Hoffnung mit den düstern Wandertagen von Hauslehrerstelle zur andern. Immer länger bie Nächte feiner Bedrückungen. Das machte M einem Menschen, „ber die Willkür nicht ertra- Jonn, weil seine göttliche Natur nicht gestört sein ■' Dieser als viele andere erlebte er bie oaterlän» ti Erniedrigungen, die Despotie des Staates. Auch überall Enge, Knechtschaft, Gemeinheit. Und so es in ihm vielfältig nach Innigkeit und Weite, " und Große.
iie unb Größe fand er in feinen Empfindungen, fie sich gegen bie beengenden Wirklichkeiten auf» Innigkeit fand er, wenn Liebe ober Freund- einen schwachen Körper durchflutete. Eine gleiche imb Größe erlebten seine Griechenaugen in den Kiffen am oberen Rhein, der Schweiz und Süö* Lieblich innige Seherlebnisse boten ihm irfonnenen Winkel und bie anmutigen Windungen asten am Neckar unb Main. Indern er seine ichen Gefühle in solcher Natur darstellte, ver» b*e unbewußten Tiefen feiner Seele mit feiner Mißten Intelligenz. Unb so erschienen seine Ge» « als Wortgebilde voll Verstänbigkeit unb Geheim-
Erst auf den 13. April dieses Jahres fällt der berühmte Frühlingsvollmond, der das Osterfest am darauffolgenden Sonntag nach sich zieht. Auch der Himmel scheint auf diesen Vollmond besotÄeres Gewicht zu legen, denn er ist von einer Monstnster- nis begleitet, die freilich bei uns nicht sichtbar, auch an sich ziemlich unbedeutend ist. Auch die Sonnenfinsternis 14 Tage später ist bei uns nicht sichtbar. Dafür ist jedoch über die anderen Wandelsterne mancherlei zu bemerken. Der Merkur ist hervorragend günstig in der zweiten Hälfte des Monats am westlichen Abendhimmel zu beobachten. Bald nach feinem Auftauchen nähert er sich der Venus, der er am 22. sehr nahe kommt; am 27. holt sie ihn wieder ein. Die Nähe der Venus erleichtert seine Auffindung. Diese selbst ist gegen Monatsende schon länger als der Merkur, nämlich als Abendstern sichtbar. Ihre Annäherung an den
J 'S^’Spiel umschwirren ein paar Hundert T- ff- $ns sind schöne, gewandte Vögel • bis Rabengröße, weiß mit gelbgrauen Flü- Qm. Rande dunkel gesäumt sind. Auf ihrem »®"rummten Schnabel haben sie einen kleinen * hne9r4 °l0cn f’e bem Schiff, tagelang, bis wir ; Enntischen Ozean verlieren. Werfen ihnen e etwas Genießbares ins Wasser, ober leert en fie r;* Vin-en Eimer Abfall ins Meer, bann ei fto6(,„ [■ 6arfif,er her, zanken unb balgen sich, i fie einen kurzen, weinerlichen Ton aus. Welle» r* . " IoHcn sie sich für eine Minute von eigen Wau,e(n' um bann bem Schiff aufs neue den StnLT f° ruhig wie ein Kinderwagen Rumoren ?tecn- merkt man das Zittern ist hie«. „n?er. Schiffsmaschine recht gut, aber die : netto4° 91at2' ba& man "icht das geringste tu» ,,„U. t Rur bei Tisch merke ich jede “n? ,es überkommt mich ein leises Un- seekrank? — Nein, bas paßt sich nicht bin x4> gleich nach Tisch ein- ähor be mir meine Wohnnug etwas näher Zu re meinen Mitbewohnern habe ich n« dekommen, wenigstens nicht hier. Muk „uler te!n Tageslicht hat, ist zwar nicht kan» mit in Kauf genommen werben.
uf ber Sonnenfeite wohnen.
* erhellt bie Kammer reichlich, fo
»de sind "'chl zu klagen ist. Die Decke unb hei Setten*?ei6e.r Delfarbe sauber gestrichen, eht ein o» t,'nb me*6 bezogen. Rechts vom Ein» ’ °ber ““f bem Loben; es ist bas be- flehende »«u md)t b.QS meine. Mir ist bas ge- Hn«t ist äugeteilt, bas mit bem Buchstaben । !t allerlei tä) hineinlegen will, muß rperverrenkungen geschehen; denn |
unUEe? nhinp D;et” ’' > 2 Sewohnt ist alt getan! So heißt s im Sprichwort und so bin ich auch mit Ihrer Chlorodont-Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte mir die Mutter
Minnen daß S micLfaun! ,e1ma'sKzu erinnern, eine andere gebraucht zu haben. - Nun möchte ich auch gern von Ihren anderen Präparaten die Ueberzeugung
usdrude’qebrarht^ivPrHpn 1 u p.lor°dont -Zahnpaste sind. . Wenn ich einige Worte dazu schrieb, so sollte es keine Schmeichelei sein, sondern lediglich nur das zum
roße Tu? i *ik ctl td? .^hrheH entspricht. H., Bdn., J. Matthay. (Originalbrief bei unserem Notar hinterlegt.) Ueberzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf, undspülqlas 1 7^ hphln ln ViipnhnckirSte2 \ ok’, fu; 60 Pf. Kindergeschenk-Karton 1.50 Mk, enthaltend: I kleine Tube Zahnpaste, 1 Kinderzahnbürste, i Kinder-
gas. Zu haben m allen Chlorodont - Verkaufsstellen. Man verlange nur echt Chlorodont in blau - weiß - grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurii ■
■Sterne:
Kleine Buchstaben
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