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Material hat unsere Reichs-

Gandhis Marsch ans Meer

Silier vom Tage

Es wurden verübt

letzt frei aus, kann sogar für sich und seine Familie steuerfrei produ^eren, dagegen geschieht die Steuer­erhebung künftig beim Händler.

All das sind nicht unbeträchtliche Umwälzungen auf dem Gebiete des kommunalen Lebens, und lie ja erst die Einleitung für noch viele tief­greifendere. Vielleicht wird man dabei mehr und inehr entdecken, daß cs hier doch nicht ohne Selbst­verwaltungskörperschaften geht, und daßl die faschi­stischen Syndikate und Jnteressenverbände, die weithin auch Aufgaben kommunalpolitifcher Art zu lösen haben, kein ausreichender Ersatz für jene sind.

Der irische Premierminister Cosgrove, gleichzeitig Präsident des Freistaates, hat nach e-ner Niederlage im Dubliner Parlament den Rücktritt der Reaieruna erklärt

„Wenn ich zum Mittagessen nicht pünktlui rück bin, warte nicht auf mich, dann hat man ins Kabinett berufen. M

größeren Lohntransport durch einen Menschen ohne Be­gleitung und Bewachung ausführen laßen! Und doch, wie oft geschieht dies!

Daß die Wohnungseinbrecher und Klingelfahrer sich mit Vorliebe den Samstagabend und den Samstagnach­mittag als Zeitpunkt ihrer Tätigkeit aussuchen, ist sehr erklärlich. Sie wissen, daß während dieser Zeit meistens niemand in der Wohnung ist. Es gibt bekanntlich eine besondere Zunft der „Sonntagnachmittags-Einbrecher", die dank der trotz aller Warnungen immer noch unvor­sichtigen Bevölkerung erfolgreich „arbeitet". Wohl 50 Prozent aller Diebstähle könnte durch größere Vorsicht und Wachsamkeit vermieden werden. Möchte dies doch endlich beherzigt werden!

Der Sozialismus dringt planmäßig in die brei­testen Schichten unseres Volkes vor. Die Wege, die er geht, sind mannigfaltig. Freidenker und religiöse Sozialisten geben sich in ihrem Werben für den Sozialismus nichts nach. Zielbewußt ist ihre Arbeit. Der sozialistisch- Pfarrer Eckert-Mann- Heim gibt' in der Zeitschrift für „Religion und Sozialismus" einen Rückblick über die Arbeit und den Kampf der religiösen Sozialisten int Jahre 1929, das sie ein großes Stück vorwärts gebracht hat. Verschiedene Tatsachen müssen die Katholiken auf den Plan rufen, um ein bedeutsames Ein­brechen der religiösen Sozialisten in die Masse der katholischen Wählerschaft zu verhindern. Sind doch die religiösen Sozialisten für die Sozialdemokraten nur Mittel zum Zweck, um möglichst viele kirchen- treüe Katholiken in die sozialdemokratische Partei hineinzubekommen, wo ihre katholische Weltanschau­ung sich nicht auswirken kann und so allmählich verkümmert. Ein Hinübergleiten in das Lager der religiös Gleichgültigen und schließlich der Reli­gionsfeinde. Nicht nur die katholische Weltanschau­ung, auch die evangelische ist gleichermaßen bedroht. In der sozialistischen Welt muß der christliche Geist verkümmern. .

Ergreifen wir nicht Gegenmaßnahmen, besteht die Gefahr, politisch große Massen zu verlieren. Nicht umsonst duldet die Sozialdemokratische Partei die religiösen Sozialisten, nicht umsonst holen die sozialdemokrattschen Parteifunktionäre die Wort­führer der Bewegung vor allem in süddeutschen Gegenden zur Agitation und Propaganda heran. Das hindert nicht, daß die Freidenkersozialisten einen erbitterten Kampf gegen die religiösen Sozia­listen führen. Voller Genugtuung sagt Pfarrer Eckert, daß gelegentliche Dorttäge auf Pfarrer­zusammenkünften ein wachsendes Verständnis für die Wichttgkeit der religiössozialistischen Bewegung auslösen. „Die bürgerliche Front spürt den Ein­bruch der religiössozialistischen Bewegung m di­kirchliche Domäne."

Eine planmäßige Organisation wurde ausge­zogen. Zwei neue Landesverbände im evangeli­schen Lippe und im katholischen Saargebiet wurden ins Leben gerufen. In den bestehenden 17 Landes­verbänden wird die Durchorganisation in Orts- und Bezirksgruppen überall in Angriff genommen. Das Agitattons- und Kampfblatt der Bewegung, das „Sonntagsblatt des arbeitenden Volkes", soll Tausende neuer Leser gewonnen haben.

Anläßlich der badischen Landtagswahlen wurde ein Flugblatt der religiösen Sozialisten in einer Auflage von 120 000 Exemplaren zur Verteilung I gebracht, um „die christlich überzeugten Wähler zur Wahlbeteiligung für die sozialistischen Parteien" aufzurufen. In Bayern fanden sich im vergangenen Jahre Katholiken und Protestanten in Heinen Krei­sen zusammen, um in diesem Jahre zu einer ge­schlossenen Organisation eines bayrischen Landes­verbandes zu kommen. Für die drei Hansastädte ist in der Geschäftsstelle Hamburg eine Zenttale geschaffen, welche die Arbeit und Propaganda der Länder leisten wird. Bedeutungsvoll ist, wenn Pfarrer Eckert berichten kann, daß in Hessen die Bewegung entschieden vorwärts gehe und das Verhältnis zur Sozialdemokratischen Partei das denkbar beste sei und ihrem Kampfe selbst in den bürgerlichen kirchlichen Kreisen Verständnis I entgegengebracht werde, das dazu Beitrage, diese allmählich von ihren bisherigen Bindungen zu lösen. Im überwiegend katholischen Rheinland, ins­besondere in Köln, wird eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen katholischen und evan- I qelischen Sozialisten in der Sozialdemokrattschen Partei und in der Oeffentlichkeit sestgestellt, was I als verheißungsvolles Zeichen für die Zukunft gedeutet wird. Im Freistaate Lippe hat es «ne scharfe Auseinandersetzung mit der evangellschen Landeskirche gegeben. Man hat eine Volkskirche I zu organisieren versucht, wobei die Mitglieder der

Der Zug der Hunderitausende, -

die Gandhi loben rechts) auf seinem Marsch ans Meer begleiten, wo der Vorkämpfer für £ Freiheit gegen die englischen Monopolgesetze Salz aus dem Meerwasser sieden will, als wirtschaftlichen llnäbhängigkeitskampfes gegen England.

Kriminalität der Wochentage.

Die meisten Verbrechen geschehen am Wochenend.

Von Kriminaldirektor Dr. jur. Fr. Schuppe.

Es steht wissenschaftlich fest, daß die Eigentumsde­likte int Winter stets die Höchstziffern aufweisen, wäh­rend die Roheitsdelikte (Körperverletzungen usw.) im Frühjahr und Sommer am häufigsten begangen wer­den. Aber auch die Wochentage haben ihre bestimmte Kriminalität. Die Statistik gibt hierüber sichere und interessante Aufschlüsse.

Das Wochenende, für den Privatmann die Zeit der Ausspannung und Erholung, ist für den Kriminalisten die Zeit der stärksten Arbeit. Denn die letzten Tage der Woche sind nach allgemeiner Erfahrung die Tage der höchsten Kriminalität, besonders für eine bestimmte 2trt von Delikten: der Roheitsdelikte. Nehmen wir ein Beispiel an den Körperverletzungen aller Art. Der be­kannte Psychiater, Geheimrat Aschaffenburg in Köln, hat in seinem bedeutenden Werk: „Das Verbrechen und seine Bekämpfung", eine Reihe von statistischen Nach­weisungen veröffentlicht, die die Kriminalität der Wo­chentage höchst eindringlich beleuchten.

Dasselbe Bild überall, ob die Untersuchungen in Worms, Rheinland, in Heidelberg, in ruck» bei Wien oder in Dresden oorgenommen wurden. Stets die über­ragende Stellung des Sonntags, dem mit Ausnahme von Korneuburg der Montag am nächsten steht. Dann der Samstag, während die übrigen Wochentage erheb­lich zurücktreten, obgleich bei den Zahlen aus Düsseldorf, Worms und Dresden die Wochentage wahrscheinlich noch stärker entlastet wären, wenn die in die Woche fallenden Feiertage und örtlichen Festlichkeiten nicht den Anteil an Straftaten erhöhen würden. Als Krimina­litätsfaktor kommt hier lediglich der vermehrte Alkohol- genuh an diesen Tagen in Frage.

Im folgenden sei eine auffchlußreiche Tabelle gegeben:

nunaen keineswegs gegen früher geringer, sondern ntd mehr bedeutend höher sind. Die Ansprüche werden tau« durch die erhöhten Kosten herabgeüruckt; viel eher rul man die ösfentliche Hand — Reich, "ander und Gemein den — um Hilse an. um durch deren Unterstützung ay den in qualitativer Hinsicht erhöhten Wohnungsbednrs z erträglichen Preisen decken zu tonnen, -iic hier zu b< obachtende Tendenz wird auch dadurch kaum abgeschumch daß auf der anderen Seite viele ehemals Vesserbemitteb auf einen Teil ihres früheren Wohnungsbedarfs zu llc, -ichten gezwungen sind und" dadurch hauhg tur Groß Wohnungen schwer Mieter zu finden sind. — Hinsicht der Ernährung sind die Bedarfsstetgerimgen qualitativ, Art auch nicht zu leugnen. Weiteste Volkskreise wäH heute, wenn irgend möglich, versemerte NahrungsmiH ohne dabei freilich über deren Nährwerte sich GedaD zu machen: ohne auch sich vom Verbrauch eigentlicher ® nußmittel zu enthalten. Der Rückgang des Roggenve brauchs bei gleichzeitiger Steigerung des Weizenve brauchs der gesteigerte Verbrauch von e-udsrüchten m, dien diese Tatsache deutlich. Dm außerordentlich ,tar Entwicklung der sportlichen Betätigung aller Art in säm lichen Kreisen der Bevölkerung haben auch auf die B darftver chiedunqen hinsichtlich der Ernährung einen ni, geringen Einfluß. - Hinsichtlich der Kleidung wird au jcben' nicht allzu aufmerksamen Beobachter die Steig runq der Ansprüche ausfallen. Es sind hier nicht nur g hobene Ansprüche Hinsichtlid) der äußeren Form, b Stiles, sondern gleich solche hinstchtltd) des zu uerroe benben Materials Es mag gerade hier fretltd) auch t allzu stark aufs Aeußerliche gerichtete Tendenz imfer mehr auf das Zivilisatorische als auf das Kulturelle zj lenden heutigen Lebensgestaltung deutlich werden. — A bere Bedarfsverschiebungen, wie sie in stärkerem Besuc der Lichtspieltheater, in der weitesten Verbreitung Rundfunk und Grammophon, in stärkerer Verwend» bes Kraftwagens zum 'Ausdruck kommen, sollen hier i einzelnen nicht darqestellt werden. <

Wir werden manche Sluswüchse und llcbereihmg bei der Bedarfssteigerung nicht übersehen dürfen, muss aber doch grundsätzlich erklären, daß der „Massenluxu keine ungesunde soziale und wirtschaftliche Erscheimr ist. In sozialer Hinsicht muß man den Ausstieg der W sen, wie er sich in Befriedigung höherer Bedursnisie bc stellt, unbedingt begrüßen. In wirtschaftlicher Bezieh» wirkt fick) die Bedürfnissteigerung aus r. Bestrebung auf Erhöhung des Realeinkommens. And) diese BW bupgen'finb durchaus zu billigen, wenn ihre Erfüll» auch nicht immer gerade leicht fein wird. Das Reale! kommen wird letztlich nur bei gleichzeitiger Erhöh» der Gesamtproduktion zu steigern sein. Die Erhöh» her Gesamtproduktion wird ihrerseits vor allein mit ein weitgehenden Ausdehnung der industriellen Erzeug» zu erreichen sein. Es treten ja auch unter den Beim Nissen die auf Nahrung gerichteten bei sich steigendem c gemeinen Lebensbedarf relativ immer mehr zurück.

Die Auswirkungen der Bedarfsverschiebungen auf i landwirtschaftliche und vor allem auf die industrielle ( zeugung sind von größtem 'Ausmaße. Umgekehrt w man freilich nicht selten auch Einwirkungen der Prob: tion auf die Gestaltung des Bedarfs nicht übersehen ti neu. In dieser doppelten Hinsicht ist die in starkem Mc festzustellende Uniformierung, 'Angleichung des 'Schar der großen Maße der Verbraucher hervorzuheben und < der anderen Seite auf die Typisierungs- und Rationolis rungsbestrebungcn der Produktion, auf die große A von Markenartikeln hinzuweisen. Man kann im Ganz

Wiminalftatiftit bearbeitet, allerdings nur unter Ge­genüberstellung der Sonntage und 2töiage. Von bin im Jahre 1902 wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilten Personen hatten 34 652 die Tat an einem Sonn- oder Feiertag, 60 543 an einem Werttag began­gen. Also fast die Hälfte aller in der Woche began- g/.en Straftaten fällt auf den Sonntag

Sehr wichtig ist, daß die Aufstellung der Stattstik vor dem Kriege erfolgte, als noch der Samstag Zahl- unb Lohntag war. Jetzt ist der Freitag der allgemeine Lohntag Seitdem ist nachgewiesenermahen die Zahl der am Freitag begangenen Körperverletzungen ganz erheblich gestiegen.

Die bisherigen Ausführungen beziehen sich auf Kör­perverletzungen. Es steht aber fest, daß auch eine große Anzahl von Kapitalverbrechen sehr häufig am Freitag, Samstag oder Sonntag begangen werden. Nach meiner persönlichen Erfahrung wurden die meisten Morde am Samstag oder Sonntag ausgeführt. Aber auch der Freitag kommt in Frage.

Während die Gründe für die Begehung der Körper­verletzungen in dem vermehrten Alkoholgenuß zu finden sind, sind die Ursachen bei den anderen Delikten nicht so klar. Zweifellos spielt auch hier der Alkohol sehr oft eine bestimmte Rolle. Aber es kommen noch andere Momente hinzu. Das ganze bürgertirfje Leben spielt sich am Ende der Woche und am Sonntag anders ab, als an den gewöhnlichen Wochentagen. Nach getaner Arbeit und nach Lohnempfang ist bei den meisten Men­schen eine gewisse erhöhte Aktivität zu bemerken; es fin­den auch mehr Zusammenkünfte und Gesellschaften statt. Hierbei ergeben sich häufig vergrößerte soziale Rei­bungsflächen, die nicht selten zu Konflikten führen, die roicberum zum Anlaß von Verbrechen, Eifersuchtstaten, Selbstmorden usw. werden.

Hervorzuheben ist, daß auch die größeren Diebstähle und 'Raubüberfälle mit Vorliebe am Freitag, Samstag oder Sonntag begangen werden.

Die Gründe hierfür sind klar.

Freitag ist Lohnzahlung. Der Arbeitnehmer und Lohnempfänger hat nie so viel Geld in der Tasche, als am Freitag. Folglich ist auch der Anreiz zum Diebstahl gegeben. Die Arbeitgeber von großen Werken müsien am Freitag Lohntransporte veranstalten. Daher die vielen Raubüberfälle auf solche Transpotte. Hier wird durch unglaubliche Unvorsichtigkeit oft zum Raub ge­radezu herausgefordert. Wie kann man wohl einen

religiös-sozialistischen Bewegung nicht ans der Landeskirche austteten, aber sich zu besonnen Veranstaltungen einfinden, der Versuch zur Bil­dung einer religiös-sozialistischen Freikirche inner­halb des landeskirchlichen Verbandes. Im Frei­staate Sachsen hofft man durch eine großangelegte Agitation unter den Geistlichen auf den Erfolg einer intensiven positiven Beschäftigung der theo­logischen Kreise mit der religiös-sozialistischen Be­wegung. , . ,..... _ .

In Thüringen haben sich die religiösen Sozia­listen eindeutig für die Trennung von Kirche und Staat eingesetzt. In Thüringen haben sie in be­sonderem Maße festen Fuß gefaßt. Im Saargebiet gibt es starke Lesergruppen des „Sonntagsblattes des arbeitenden Volkes". In Württemberg hat sich eine große Zahl evangelischer Geistlicher der Bewegung angeschlossen. Die Werbetätigkeit hat in enger Zusammenarbeit mit der Sozialdemokra­tischen Partei eingesetzt. .....

Schulung von Vertrauensmännern, ein religios- sozialistischer Pressedienst, eine internationale Füh­rerzusammenkunft in Köln wurden in den Dienst der Bewegung gestellt. Auf den Tagungen >n Köln sollte Klärung über die Methoden und Tak­tik der Bewegung und ihre überkonfessionelle Ein­heitlichkeit Ergebnis sein. Bedeutungsvoll ist der Bericht von Pfarrer Eckert, der wörtlich sagt:

„Die Einheitlichkeit der religiös-sozialistischen Bewegrmg schließt natürlich nicht ans, daß die katholischen Freunde ihren eigenen Weg innerhalb der Gesamtbewequng gehen müssen und daß die Methoden der evangelisch protestantisch orientier­ten Freunde andere sein müssen, als die der katholischen Genossen."

Aus diesen Worten geht hervor, daß wir mo)t nur auf kirchlichem, sondern auch auf politischem Gebiet manche Ueberraschung erleben werden. Einen Vorgeschmack haben wir bereits bekommen dadurch, daß der preußische Landesverband bei den Konkordatsverhandlungen es sich nicht neh­men ließ, sich gegen den Abschluß eines Konkordats auszusprechen. Das „Rote Blatt der katholischen Sozialisten" hat im übrigen ständig den Beweis geliefert, wie es sich den Kampf gegen den im Zentrum zusammengeschlossenen politischen Katholi­zismus denkt. .

Der Kampf der religiösen Lozralisten gegen die Freidenker in der iozialdemokratischen und der kommunistischen Partei ist nicht viel mehr als em Werbeaushängeschild. Auch hier können wir Herrn Pfarrer Eckert sehr dankbar sein, wenn er offen schreibt: r . „ ,

„Es soll ... betont werden, daß unser Kampf gegen die Freidenker in keiner Weise etwa ein Kampf gegen die Partei ist, der wir zum großen Teil angehören, sondern ein Kampf um unsere Selbstbehauptung innerhalb der Partei den Frei­denkern gegenüber. Die bürgerlichen Gruppen haben gar keinen Anlaß, sich über den Familien­streit innerhalb der sozialistischen Bewegung sehr zu freuen, wir haben und werden nicht vergessen,, daß wir auch mit den Freidenkern zusammen in einer geschlossenen Front gegen die bürgerliche kapitalistische Welt stehen." .

Es wird niemand behaupten wollen, datz uns Katholiken und Zenttumsleute alle Erscheinungen in der heutigen kapitalistischen Welt mit höchster Befriedigung erfüllen. Wahrlich nicht. Wir sind aber ebenso der felsenfesten Meinung, daß eine Aenderung eintteten kann, wenn alle „Reformen' vom Boden der christlichen Weltanschauung aus vorgenommen werden. Der Boden der sozialisti­schen und kommunistischen Weltanschauung scheint, nach sowjettussischen Vorbildern zu urteilen, recht wenig geeignet zu sein. Die enge Verbindung der religiösen Sozialisten und der Freidenker, ihre gemeinsame Kampffront muß alle positiven Katho- .liken zu größter Aktivität anspornen, dem Sozialis­mus gegenüber ein festes Bollwerk zu schaffen.

Von den religiösen Sozialisten

Don Karl Grobbel, Berlin. '

Umschichtung des Bedarfs.

Von Dr. Hanns Antoni, Kassel.

Zweck und Ziel allen Wirtschaftens ist die Befriedi- qunq der materiellen Bedürfnisse der Menschen. Daraus ergibt sich, daß die Entwicklung der Wirtschaftszweige, die Richtung und die Beschäftigungsintensität der einzelnen Produktrönsgruppen innerhalb der Volkswirtschaft grund­legend durch die Aenderungen der Bedürfnisse beeinflußt fein müssen. Der Wechsel in den Bedürfnissen ist eine zu allen Zeiten zu beobachtende Tatsache. Er wird um so rascher und vielgestaltiger sich vollziehen, je starker und unmittelbarer die äußeren Einflüsse auf den Einzelmen- fdjen wirken, je enger die Verbundenheit der Menschheit ist je rascher sich demzufolge kulturelle, zivilisatorische, po­litische und wittschaftliche Anregungen von einer Stadt zur anderen, von einem Staate zum benachbarten, von einem Erdteil zum entfernt liegenden auswirken. Die Entwicklung der weltpolitischen und wettwirtschaftlichen Verflechtung ,die ungeheure Annäherung im Raume und in der Zeit, die durch die Intensivierung der Verkehrs­technik gegeben sind, wirken darum in stärkstem Maße auf die Aenderung des Bedarfs. ____.........

Ganz zweifellos wirken sich innerhalb der einzelnen Volkswirtschaft aber auch die Veränderungen in der Ein­kommensverteilung auf den Bedarf der Einzelwirtschaften aus. Krieg und Inflation haben Deutschland bedeutende Vermögensverluste gebracht; haben in noch stärkerem Maße aber die Einkommensverteilung beeinflußt. Die Vernichtung der Sparkapitalien hat auch die Rentenein­kommen mitumfaßt. Heber die Umschichtung der Ein­kommen, über die Veränderungen in der Verteilung des Volkseinkommens soll hier nicht gehandelt werden. Wie das Volkseinkommmen schwer zu schätzen oder auch nur einigermaßen sicher in seiner ungefähren Höhe zu bestim­men ist, ergeben sich auch für die Beurteilung der Ein­kommensverteilung ziemliche Schwierigkeiten. Biel schwe­rer und heute noch unmöglich ist freilich die genaue zif­fernmäßige Bestimmung und Darstellung der Bedarfs­verschiebungen. Ein einigermaßen sicheres Urteil würde sich erst dann fällen lassen, wenn in größerem Umfange als bisher Haushaltsrechnungen aller Gruppen der Be­völkerung vorlägen und ausgewettet werden könnten. Immerhin einzelne Grundrichtungen der Bedarfsum­schichtung gegenüber der Vorkriegszeit lassen sich auch heute schon sestsfellen.

Am auffälligsten tritt unter den Bedarfsverschiebun­gen eine Tatsache in Erscheinung, die man mehr oder minder zutreffend als „Massenluxus" bezeichnet hat. In dieser Bezeichnung soll freilid) keineswegs einem Urteil

über die sozialen oder wittschaftlichen Zweckmaßigketten dieser tatsächlichen Erscheinung vorgegriffen werden. Der Luxus als solcher, mag er in seiner lleberfteigerung vom ozialen Standpunkte aus weitgehend zu beanstanden lein, ft in wirtschaftlicher Hinsicht nicht selten als Anreger gun- tiger Entwicklung anzusehen. Der Begriff „Massen- luxus" bezeichnet selbstverständlich auch nur eine verhält­nismäßig geringe Steigerung der Lebensansprüche; aber eben die Tatsache der Bedürfnissteigerung innerhalb der Masse der Bevölkerung soll von ihm angezeigt werden. Wichtiges Merkmal dieses „Massenluxus", dieser gegen die Vorkriegszeit zu beobachtenden Bedürfnissteigerung wei­tester Volkskreise ist die Tatsache, daß die Ausdehnung der Bedürfnisse zwar bis zu einem gewissen Grade auch eine quantitative, auf die Gütermenge gerichtete ist, daß sie sich vor allem aber als qualitative, auf Güter höheren wirtschaftlichen und nicht selten kulturellen Wettes ab­zielende darstellt. Hier sind vor allem die ganz offen­sichtlich gesteigerten Ansprüche gerade der minderbemittel­ten Bevölkerungsschichten an Wohnung, Ernährung und Kleidung hervorzuheben.

Es kann ja nicht übersehen werden, daß trotz der noch immer in fast katastrophalem Ausmaße bestehenden Woh­nungsnot, trotz der großen Schwierigkeiten vor allem kapitalwirtschastlicher Artung dieser Wohnungsnot zu steuern, die Ansprüche der Wohnungsuchenden an die Güte, die Bequemlichkeit und die Ausstattung der Woh-

weitgehende Bedarfsumschichtungen gegenüber der Ä kriegszeit feststellen, macht dabei aber eben doch hie C fahrung, daß die Bedarfe der einzelnen Bevölkerimi schichten in nicht geringem Ausmaße einander nngec chen worden sind. Aus diese Entwicklung wird weitgehe der wirtschaftliche Abstieg des Mittelstandes cingeun haben, dessen Bedürfnisse, wenn sie sich im Rahmen! wirtschaftlich möglichen halten sollen, von denen des Ki ses der gehobenen Arbeitnehmer nicht mehr allzuviel 1 terscheiden können. Der Abstieg des Mittelstandes, so■! bäuerlich er für diesen Stand und für die Gesamtheit i Volkes ist, hat auch die hauswirtschaftlichen Voraussetzi gen für die Steigerung des Massenbedarfes gegeben. N Mittelstand her, der in der Hauswirtschaft von je her sunde Ansichten vertreten und überlegtes Auswättsstre! verfolgt hat, ist die Einsicht und die praktische Hand! bring zweckentsprechender wir"chaftlicher Organisier» der Einzelhaushalte im Vordringen aud) zu anderen 3 völkerungsschichten hin.

Reichsmimsler dringend gesvö

Sonntags Montags Dienstags Mittwochs Donnerstags Freitags Samstags

Wohl das umfangreichste

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RörperoerleB in Düsseldorf

Körperoerletz. in Worms

Körperoerletz. in Heidelberg

Rohriir- und Sittlichkeit-- Verbrechen

Straftaten im 1 Zusammenhang 1 mit Alkoholgenuh I in Dresden. ||

in Wien

in Kor­neuburg

121

254

502

282

120

209

32

125

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190

31

137

9

69

95

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9

62

67

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26

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5

62

62

86

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70

4

48

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110

24

67

25

103

94

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50

117

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