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VeUage zur Fuldaer Zeitung

28. März

Einsamkeit.

« Abend stirbt in Flammen, der 38 mb singt

Mf schreiten eng vereinigt m fernem Serges fron

Ke ©rtfomfett am Hange, Me schweigsamste der

Ne M in hehrer Reinheit nur 38enigen zu schäum

D, schenkt, worum wir bangen, wenn nun Mr

«tot Heizen wohnt Verlangen, wo unsre Heimat ist.

$tr Höunwch kennt das Schnen nach tieffter

Einsamkeit . . .

Der Abend stirbt in Flammen. Die Brust wird

hetz »nd weit--

(Bmtfia Corona.

Enttäuschte Liebe".

Don Dina Crnstb er g e r - Neunkirchen.

S, gibt wenig Menschen, für die bas WortSiebe" b der Jugend ganz bedeutungslos war. Fast im Le- {g eines Jeden spielt sie eine Rolle. Sie macht weder gor der Hütte noch vor dem Palast Halt. Und sie trägt fa Himmel und die Hölle in sich.

Erste junge Siebe erinnert an zarte Frühkngsblüm- |nt; man möchte unwillkürlich die Hände schützend he­im. Der Junker Reif und die Frühlingsblümlein kom- »en uns in den Sinn. Wie der Frost auf die zarten Mm, so wirkt getäuscht, erste Siebe aus ein junges, hoffnungsfreudiges Herz. Das bittere Weh legt sich zerstörend auf das weiche Gemüt und bedroht die jun» am, idealen Triebe mit Vernichtung. Gar manche finge Seele, die zu den schönsten Hoffnungen berech­nt», verlernte den Flug nach oben, wenn die Sippen bie Me der Liebe vergeblich sprachen. Nur groß« Seelen »chen schadlos aus den Srelenkcimpfen hervor, auch aus kwn einer unglücklichen Liebe.

Erste junge Liebe ist noch nicht gegen Schicksalsschläge «nistet: noch nicht kampferprobt; vom Leben noch nicht st wat geschult, um Sieger werden M können. Und darum ist erste enttäuscht« Liebe auch wirklich ein Un- M. denn selbst wenn die junge Liebe die Kraft findet, zu überwinden, so deckt doch di« Erinnerung daran ein tätet Schatten. Der BegriffLiebe" hat den Himmels- ^<mz verloren; der Farbenschmelz der ersten Jugend ist Wstört. Beim Mann« wirkt eine derartige Enttäu» sthung meist weniger tief als beim Milchen. Er steht im Berufskampf; das drängt an ihn heran und lenkt feine Tedanken ab. Das Weib aber, besonders ein sta'kfühlendes Herz, trauert dem verlorenen Glück lang, junges Leben lang nach. So ehre einzige bittere IMnng macht oft das vorher lebenslustigste Mädel U und scheu und mißtrauisch gegen jede andere Hertz- !ch« Zuneigung. Die Enttäuschung einer ersten jungen -i«e hatte schon oft di« traurigsten Folgen für da« Mtze Leben.

Es ist eine sonderbare Ausfassung, wenn ein junger Ansprüche auf Ehre und Ritterlichkeit zu haben »mwt inch sich nicht schämt, jungen, unerfahrenen Mäd- M "öpte^zu verdrehen und seine Erfolge womög- 5 no°l i)em Spott anderer preiszugeben. Der niedrigste umn aus dem Volke, der im Weibe das Andenken der Merund Schwester ehrt, und nicht Liebe heuchelt, ^n chm der Wille zur Treue fehlt, ist ent Gentleman

wag einwenden, die Mädels von heute sind M varnach! Leider! Dieser Einwurf kann nicht werden, aber cs gibt noch genug streng

Mädchen. Man sollte eben Gold von Schlacke wMchetden; le-der trifft aber der Schmerz einer ver- n Siebe meist vornehme, stolze Charakter«. In- Wy gefühlstarke Mädchen, die Tugend und Frauen» an erste Stelle setzen, sind weit mehr bitteren Er­

fahrungen in der Siebe ausgesetzt, als flatterhafte Schmetterlingsnaturen, denen wahr« Liebe und Treue überhaupt fremd ist.

Kinder und Gäste.

Es gibt manche Eltern, die glauben, daß ihr« Kin­der beim Eintreffen eines Besuches und während der Unterhaltung mit dem Gaste zugegen fein müssen, und daß es Aufgabe und Pflicht der Verwandten und Be­kannten sei, sich nicht nur als Gast mit den Kindern ab­zugeben, sondern ihnen auch jedesmal als Zeichen ihrer Kindesliebe etwas mitzubringen. Sie vergessen dabei, daß dies vom erziehlichen Standpunkte aus zu ver­werfen ist und vor allem das ewige Beschenken der Kin­der eine pädagogische Sünde werden kann.

Es fft durchaus nicht notwendig, daß die Kinder bei jedem Besuche auf der Bildfläche erscheinen und wie Horchposten auf paffen, damit ihnen ja kein Wort aus her Unterhaltung entgeht. Mancher Gast hat sich eines Auftrages zu entledigen, von dem die Kinder nichts zu wissen brauchen. Die Unterhaltung muh durch zuhö­rende Kinder eingeschränkt werden. Beschicht dies nicht, dann plaudern die Kinder die Gespräch« aus, wobei sie nicht selten unterstützt durch chre lebhafte Phantasie einen anderen Sinn in die Gesprächsstoffe legen und Zank und Streit herausbeschwören. Wir alle kennen die Wirkung, welche eine von öen Kindern aufge­schnappte und ausgeplauderte abfällige Bemerkung, di« in ihrem Seifern gefallen ist, haben kann.

Einem anderen Gaste bchagt es durchaus nicht, wenn sich der gesamte Gesprächsstoff nur um die Kinder des Gastgebers drcht, um ihre Schulerfolge oder »Mißerfolge, um chre Wohlerzogenheit ober ihre Schwächen, welche die Mutter preisgibt.

Das Eintreffen eines Besuches Mte für das gesamte Haus eine Freude fein, die nicht erst durch Geschenke an die Kinder erkauft werden muß. Mefftens verfehlen ja <mch_die Geschenke ganz und gar ihren Zweck. Bald sind es Süßigkeiten, bald Spielsachen, mit denen ine Kinder bedacht werden. Zuviel Süßigkeiten sind der Gesund­heit nicht Mträglich und zuviel ober über das Begriffs­vermögen der Kinder hinausgehende Spielsachen stump­fen ab und machen die Kleinen gleichgültig gegen das Spielzeug übechaupt. Darum ist es besser, wenn das Mitbringen von Geschenken bei Besuchen unterbleibt ober zum mindesten sich nicht zur Gewohnheit gestaltet und so die Kleinen nicht zur Unzufriedenheit und Un­bescheidenheit erzogen werden. G. Heinz.

Für angehende Ehefrauen.

Don Maria N i e ß e n - OdeMrchen.

Guten Tag, Anna!"

Gertrud, meine Base stand in der geöffneten Kiichen- tür. Mein erster Gedanke war, ihr Dorwürs« zu ma­chen, weil sie so lange nicht mehr dagewesen war. Doch worum ihr dafür einen Verweis geben, badjte ich wei­ter, und so antwortete ich auf ihren Gruß und sagte:

Guten Tag, Gertrud. Komm setze Dich. Wie geht es Dir?"

Nachdem sie Platz genommen, sagte sie:

Anna, es drängt mich zu kommen, ich habe Deinen Rat nötig."

Dafür hast Du bei dem Unwetter den weiten Weg gemacht?" anwortete ich ein wenig belustigt.

Ser trüb schlug verlegen die Augen nieder und sagte bann:

Anna, Du weißt, daß ich verlobt bin und . . . .'

Ich weiß, Gertrud, und was soll denn nun, was willst Du Dir für einen Rat holen?"

Der große Tag nähert sich ... . Ich bin bang. Du hast mir einst ein Rezept gegeben, um glücklich zu werden. Gertrud, ich habe dem damals nicht viel Be­

achtung geschenkt. Es war noch so weit ob, dachte ich... und nun . . . Sage mir, was ich tun muß. Ich sichle mich so unbeholfen."

Anna machte ein wichtig ernstes Gesicht, dachte einen Augenblick nach, dann sagte sie:

Es ist die älteste Frage seit Bestehen der Welt, Gertrud. Adam und Eva waren nicht einmal glücklich ..... Höre nie auf die Schlange, Gertrud!"

Ah, guten Tag zusammen", ließ sich da Irina Schneider vernehmen, die aus alten Büchern mancherlei Lebensweisheit zu berichten wußte und stets ein Buch mit sich führte, aus dem sie gute Ratschläge erteilte.

Irina", sagte ich,Du kommst wie gerufen. Was sagen die Bücher über das Glück in der Haushaltung?"

Irina zog ein altes abgerissenes Buch aus ihrer großen Handtasche, setzte mit wichtiger Miene ihre Brille auf und sagte bann:Dieses ist ein sehr weises Buch aus ber Schweiz, es wurde vor hundert ober noch mehr Jahren in Engelberg gedruckt. Unlängst fanden bei einer Hochzeit in einer vornehmen Familie all« Gäste an ihrem Tischplatz ein Karte vor mit einem Rezept für eine gute Ehe; es war diesem Buch entnommen, nun hört:

Tu in den Kochtopf viel Geduld und Ausdauer Gib eine starke Dosis guter Laune hinzu. Schäume sorgfältig die Selbstzucht, die Lauheit und Nachlässig­keit ab. Laff« dies langsam und zart schmoren, ohne vom Herd wagzugehen. So schafft die Frau ihr häus­liches Glück."

Geduld, Ausharren, guter Wille, Offenherzigkeit, Fleiß, Heiterkeit und was noch?" frug Gertrud.

Gute Laune und daheim bleiben", antwortete Anna.

Aber bas ist ja die reinste Selbstverleugnung", seufzte Gertrud.Und das alles steht in dem alten Buch?"

Sicher", antwortete Irina, bie ihre Brille putzte. Du sichst, daß bie Bücherweisheit Dir gerabe recht kommt."

Unb es findet sich auch noch in einem kleinen alten Wörtchen, Gertrud," fügte Anna hinzu.

Mnb?" frug Gertrud.

,Liebe!" antwortete Anna.

Die Baskenmütze.

Bon Hilde N« uh aus-Mainz.

Wohl feiten hat eine Kopfbedeckung so rasch ihren Siegeszug durch die Welt angetreten wie die Basken­mütze, di« zuerst in Frankreich getragen wurde, dann öfter schnell auch in Deutschland bei der Frauenwelt be­liebt wurde. Diese Beliebtheit verdankt sie mehreren Eigenschaften, die sie zu einer außerordentlich prakti­schen Kopfbedeckung stempeln. Dor allem ift bie Bas­kenmütze leicht. Sie kann überall nachgetragen werden, man steckt sie auch in die lasche und ift so, auch wenn man zu gewissen Gelegenheiten keinen Hut tragen will, gegen plötzliche UnbiDen ber Witterung geschützt. Die Baskenmütze wird in allen Farbenschattierungen herge­stellt unb ihre einzige unangenehme Eigenschaft, daß sie manchmal in ihren ersten Exemplaren nicht farbecht waren, hat die Industrie restlos zu Übermini)en gewußt, Neuerdings fft eine noch praktischere Form auf den Markt gekommen, die sogenannte doppelseitige Basken­mütze, d. h. eine Mütze deren Innenseite eine andere Farbe hat wie bie Außenseite und die man nach Belie­ben herumdrehen kann, je nachdem es die Witterung ober bie Farbe des Anzuges erfordert. Die Basken­mütze wird zu jeder Tageszeit und von jedem Alter ge­tragen, sie ist ebenso geeignet für das Kind wie für die ältere Frau. Beim Einkauf ist nur darauf zu achten, daß man sie genügend weit kauft, da manche Fabrikate die Eigenschaft haben, bei starker Durchnässung enger zu werden. Der stete Druck auf dem Kopf ist bann ungesund und erzeugt bet vielen Frauen Kopfschmerzen.

»atschlöge für die wüsche.

Don L. Schupp- München.

1. Wenn nicht im weichen Wasser (gesammeltes Re­gen» ober geschmolzenes Schneewasser) gewaschen wer­den kann, muß das Wasser zur Waschbrühe weich ge­macht werden, am besten durch Zusatz von einer Hand voll Borax auf 30 Liter Wasser. In hartem Wasser schäumt die Seife erst richtig, wenn sie den Kaligehalt abgelöscht hat und bann wieder neue Seife zugeletzt wird. Hartes Wasser bedeutet daher doppelten Seifen» verbrauch. Das Weichmachen des Wassers soll selbst bei kleiner Gelegenheitswäsche nicht übersehen werden.

2. Vorhänge sollen vor dem Einweichen immer gut ausgeskaubt werden. Der eingenäßte Staub setzt sich in dem zarten Gewebe fest und es ist eben so schwer, ihn zu entfernen, wie z. B. Regenflecke aus Kleidern oder Hüten. Die Vorhänge sehen dann, auch nach sorgfälti­ger Wäsche, oft grau aus.

3. Seide, Kunstseide, Wolle, Strickstoffe usw. dürfen nicht eingeweicht werden. Man wäscht sie schnell ohne Bürsten und Reiben in weicher Seifenbrühe. Windet sie nicht, sondern drückt sie nur aus unb spült sie in klarem Wasser sorgfältig nach. Bei farbigen Sachen fetzt man dem Wafch- und Spülwasser etwas Essig zu. Tann trocknet man im Schatten.

4. Will man farbige Sachen, auch Badeanzüge, schnell an der Sonne trocknen, gibt man immer die sinke Seite nach außen.

5. Strickfachen (Kleider, Jumper usw.) dürfen nicht aufgehängt werden. Man legt sie auf ein weißee Tuch, zieht sie in Form und gibt als Sonnenschutz noch ein Tuch darüber.

6. Strümpfe müssen immer in der folgenden Weise aufgehängt werden, damit sie nach dem Trocknen weich bleiben. Nach dem Waschen und Spülen zieht man sie nochmals durch sauberes Seifenwasser, druckt sie aus und lockert sie, indem man die Hände in die Spitze zieht unb mit den beiden Daumen den Rand auswulstet, sodaß sie am Schluß wie ein kleiner, spitzer Kuchen mit einem Rand aussehen. Man hängt sie dann an der gelockerten Spitze auf.

7. Die sommerliche Rasenbleiche ist für die Stadtsrau unmöglich. Eine ähnliche Wirkung hat das Frieren ber Wäsche auf der Leine ober auf dem Schnee. Man findet dazu häufig Gelegenheit auf einem Balkon ober einer Waschaltan«. Ein anderer Ersatz ist es, bie Wäsche in ein mit Schnee gefülltes Faß einzudrücken, dos aber so kalt stehen muß, daß ber Schnee nicht schmelzen kann. Die gelbliche Stabtwäsche wird durch solch eine Winterkur schön weiß.

8. Witt man ein Wäschestück aus einer heißen Walch­brühe herausnehmen, vielleicht weil man es schnell spülen und trocknen möchte, so zieht man es mit einem Kochlöffel ober einer Wäscheschere heraus unb legt es auf ein mit foltern Wasser getränktes Tuch. Man schlägt dieses Tuch darum und windet das heiße Stück über dem Waschfaß aus. Auf diese Weise verbrennt man sich bie Hände nicht unb geht keine Waschbrühe verloren.

9. In ber Zeit der Wohnungsnot hat mancher nur einen kleinen Balkon obep ein offenes Fenster ;um Trocknen. Wenn Herren- unb Damenwäsche über Klei­berhügel gehängt sind, bringt man viel auf einer kurzen Seine unter Diese Art hat noch den Vorteil, daß die Wäsche in Form trocknet und leichter zu bügeln ist. Die Kleiberhölzer müssen von Naturholz fein, nicht lackiert ober gebeizt unb rostfreie Schrauben haben, sonst gibt er Flecken.

10. Metallene Waschkessel werden nach dem Gebrauch mit heißem Sodawasser, Sand unb Seife gescheuert, bie sich die Flächen glatt anfühlen, bann spült man nach, trocknet sie gut aus unb läßt ben Deckel eine zeillang offen. Chemische Putzmittel zum Blankputzen finb nicht

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