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,Bremen" um 36 Minuten. Zur Begrüßung hat-
750 Jahre Master Lehnin
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äS heißt Links-Zentrum, Nationaldemokraten und Minderheiten erklärten Szymanski, daß sie die vn Marschall Pilsudski gestellten Bedingungen licht annehmen könnten. Der Führer der National- enwkraten, Professor Rybarskis bezeichnete sie als keradezu undiskutabel. Szymanski erklärte hieraus >en Versammelten, daß er sich auf das Schloß zum Staatspräsidenten begeben werde, um dort seine Mission zurückzugeben.
Begebenheiten
Am das Reichs-Ehrenmal.
Das Rheinland für die Festung Ehrenbreitsiein.
Am Samstag fand im Rathaus zu Koblenz in Sachen der Errichtung des Reichsehrenmals am Rhein eine Besprechung Traft, zu der der Landeshauptmann der Rheinprov'nz eingeladen hatten An ihr nahmen u. a. teil Reichsminister von G u e - rard, verschiedene rheiniche Parlamentarier Oberpräsident Dr. Fuchs Landeshauptmann Dr. ^ o r t o n , der Landeskonfervator, Vertreter der Kunst- . und Denkmalspflege, sowie Vertreter der verschiedenen bisher vorgeschlagenen rhe:- nischen Projekte. Wie der „Koblenzer Gen- Anz." von zuverlässiger Seite erfahren haben will, ist über die cmzelnen Projekte lebhaft und eingehend gesprochen worden. Die Aussprache hatte das Ergebnis, daß unter den zuständigen rheinischen Instanzen eine Einheitsfront b>r einen bestimmten Vorschlag erzielt worden ist, der nunmehr von den rheinischen Behörden als de.' einzige Vorschlag des Rheinlairdes weiter behandelt werden soll. Dieser ausschließlich einzige Vorschlag ist die Festung Ehrenbreitstein, die unter den verschiedenen Wettbewerben als Projekt des Rßein- landes für das Reichsehrenmal erklärt und fortan als solches sowohl vom Oberpräsidenten der Rhein- prooinz wie auch vom Landeshauptmann den z><- ständigen Reichsinstanzen zur Annahme empfohlen werden soll. Wie das Blatt weiter erfährt, war mit der Besprechung auch eine Besichtigung des Ehrenbreitsteins verbunden.
* Degen Beleidigung des Badischen Landtags verurteilt. Das Schwurgericht in Karlsruhe verurteilte den Schriftleiter der nationalsozia- listi scheu Wochenschrift „Der Führer" Dr.Otto Wacker wegen öffentlicher Beleidigung des Badischen Landtags zu 6 0 0 Mark Geldstrafc, eventuell einen Monat Gefängnis. In dem genannten Blatt war am 18. Januar dieses Jahres ein Leitartikel erschienen, der die Aufhebung der Immunität des nationalsozialistischen Abgeordneten Robert Wagner zum Gegenstand scharfer Angriffe auf Öen Landtag gemacht hatte. Dem Landtag wurde der Vorwurf gemacht, ec „habe sich devot vor dem Ausland verbeugt". In der Urteilsbegründung tovröe zum Ausdruck gebracht, daß die Beleidigung eine sehr schwere sei und sich gegen eine Institution richte, der jeder Volksgenosse, welcher Partei er auch angehöre, Achtung .und Wertschätzung entgegenbringen solle. Der Artikel sei aber nicht nur beleidigend, sondern auch verhetzend, und es müsse darum mit allem Nachdruck Bestrafung eintretsn. Nur mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte noch jung und unbestraft und auch nicht der Verfasser des Artikels sei, habe das Gericht auf eine Geldstrafe erkannt. Der Verteidiger will gegen das Urteil Revision einlegen.
♦ Sich selbst den Bauch aufgeschlihl. In S ch ö m- berg bei Hirschberg hat sich eine 52 Jahre alte Frau, die wegen eines Bruchleidens unerträgliche Schmerzen litt, mit einem Küchenmesser selbst den Bauch aufgeschlitzt, so daß die Eingeweide heraustraten. Die Frau wurde bei vollem Bewußtsein ins Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist hoffnungslos. _________
Sensationelles Experiment.
Marroni zündet von Italien aus drahtlos dis Rathaustampen in Australiens Hauptstadt an.
wtb. Sidney, 26. März. (Eig. Meld.) Das Experiment Marcvnis, die Lampen der hiesigen elektrotechnischen Ausstellung von seiner vor Genua liegenden Jacht Electra aus anzuzünden, ist vollkommen gelungen. Die von der Electra ausgesandten Wellen wurden in Dorchester aufgefangen und von Grimsby drahtlos nach Australien übertragen. Sie wurden in Victoria aufgenommen und nach dem Rathaus von Sidney weitergeleitet, wo die 3000 elektrischen Lampen hell aufflammten. Mehrere Journalisten traten von Marcouis Jacht aus mit Kollegen aus Sidney in Verbindung.
Alles schon dagewesen.
Der General von Posen oder der polnische „Hauptmann von Köpenick".
cnb. Warschau, 26. März. (Eig. Meld.) In Posen erschien gestern nacht in der Kaserne des 57. polnischen Infanterie-Regiments beim Jnspek- tionsoffizier ein General der Infanterie in Begleitung eines Majors und gab Befehl, das Regiment sofort in Alarmzustand zu setzen. Da der General aber keine den Vorschriften vollkommen entsprechende Uniform trug, bat der diensthabende Offizier um das Vorzeigen von 'Legitimationen. Als sich die beiden nächtlichen Gäste nicht legitimieren konnten, ließ sie der Jnspektionsosfizier verhaften.
Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, zu welchem Zweck die beiden Abenteurer, die jede Auskunft verweigern, das Regiment alarmieren wollten.
Das Zisterzienser - Kloster Sf. Marien in Lehnin (Brandenburg), eines der ältesten Klöster Norddeutschlands, feiert jetzt die 750. Wiederkehr seines Gründungstages. Es wurde von Markgraf Otto I. erbaut. Zahlreiche Erzählungen und Sagen, u. a. die „Lehninfche Weissagung" -vom Untergang des Hohenzollern-Geschlechts knüpfen sich an das alte Klostergemäuer.
Books-Anglück.
Bier junge Leute ertrunken.
* Hitler Präsidentschaftskandidat? Zu den Meldungen über Bemühungen Hitlers, deutscher Reichsangehöriger zu werden, hört die „D. A. Z " von „gut unterrichteter Seite", daß der Wunsch Hitlers hauptsächlich auf-der Absicht beruhe, bei der nächsten Präsidentenwahl sich als Kandidat aufstellen zu lassen. Hitler, der inzwischen das in der Verfassung vorgefchriebene 35. Lebensjahr vollendet, muß aber als Präsidentschaftskandidat die R e i ch s a n g e h ö r i g k e i t besitzen.
Widerhall des „Europas-Rekords Der.Empfang ia New Park.
Die Hemmungslosen.
llationalsozialisten und Kommunisten liegen sich in den Haaren.
In der Münchener Sitzung des Stadtrais nn es p einem schweren Tumult. Den !lnloß hierzu bildete eine Aeußerung des kommu- listifchen Fraktionsiührers Huber, der den Nationalsozialismus als orgertifierten Arbeitermord bezeichnete. Die nationalsozialistischen Btabträte drangen hierauf unter stürmischen Pro- estrufen zu den Sitzen der drei S o m m u n i ft •' n ior, worauf ssth zwischen dielen und den National- ozialisten eine heftige Schlägerei entwickelte, in Sie auch sozialdemokratische Stadträte bei der Abwehr der Nationalsozialisten m i t S t ü h l e n em- zriffcn. Die Schlägerei konnte erst nach einiger Zeit »urch das Dazwischentreicn derAngehörigen anderer Fraktionen beendet werden. Verschiedene Stadt- cäte trugen Beulen am Kcvf ein Nationalsozialist ruch ein blutende Wunde an der Hand davon. Das Handgemenge im Saal führte auch zu tätlichen Auseinandersetzungen auf den stark besetzten Tribünen, wo die Anhänger der Kommunisten und Nationalsozialisten ebenfalls aneinander gerieten. Die Tribünen wurden darauf von den Ordnungsbeamten geräumt.
B.D.Z. Berlin, 26. März (Eig. Meld.) Eine jene Parteiführer-Besprechung über das Finanzproblem ist von den Regierungsparteien für heute nachmittag vereinbart worden.
* Ehepaar Graf Königsdorf wegen Betrugs ver. hafet Die Berliner Kriminalpolizei verhaftete gestern'den Grafen Eberhard von Königsdorf, den Sohn des früheren Polizeipräftdentcn von Kastel, und feine Gattin, eine Tochter des Na- tionalöEonomen Theodor Hertka, wegen umfangm- cher Betrugsmanöver, die bis in das Jahr 192/ zurückgehen. Gegen das Ehepaar hat der Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium Haftbefehl erlassen. Das schon betagte Ehepaar — der Mann ist 65 Jahre alte — mietete sA) in eleganten Wohnungen, im Westen Berlins ein. deren Inhaberinnen, meist alte Damen, verreisten, und pflegte während der Abwesenheit der Besitzerinnen Teppiche und Tafelsilber bei Leihhäusern zu versetzen. Bei der Rückkehr der Inhaberinnen weigerte sich das Eye- paar, die Miete zu bezahlen, und mußte emittiert werden.
Das große Ereignis der Ankunft der „Europa" New Port hatte am Dienstagmorgen trotz . niedergehenden Nebelregens große Menschenmassen an den Brocklyner Pier und an die Ufer von Stalen Island gelockt. Die „Europa" schlug, den besten Rekord der „Bremen" um 18 Minuten und den Rekord bei der Jungfernfahrt der
Vier junge Leute hatten Sonntag abend einem Boot eine Spazierfahrt auf dem Meine- lerTief unternommen. Hierbei wurde das kleine Boot von einer entgegenkommenden Welle vollgeschlagen und kenterte. Zwei der Insassen hielten sich am Boot fest, während die beiden anderen sofort von der Brandung sortgerissen wurden. Einem der jüngen Leute war es noch gelungen, bis fast an die Mole heranMichwimmen. Etwa fünf Meter von ihr entfernt ging er jedoch unter. Auch der vierte Insasse ertrank. Eine Leiche ist bereits heute angeschwemmt worden.
Die „Bremen“ in Hamburg.
„Nun weht einmal der rechte Zug, Gottlob in deutschen Landen, er kommt daher wie Mövenflug, er braust wie Meeresbranden, er fährt mit hellem Jubelklang, um Felder, Wald und Wiesen — Hei! Seeluft, frischer Tatendrang, dein Kommen sei gepriesen!", so fang Schwab mit Seherblick und heute hat es sich wieder trotz „Sturm und Drang" bewahrheitet. Der Turbinenschnelldampfer, die „Bremen" des Norddeutschen Lloyd. Schwesterschiff der „Europa", wurde sehnsüchtig von den Hamburgern erwartet. Das mit dem blauen Band gekrönte schnellste Passagierschiff des Ozeans, traf wohlbehalten von Bremen über Cuxhaven bei leicht bewölkten Himmel im herben Borfrühlingswetter in dem nordischen Venedig ein zum Ueberholen auf der Werst von Blohm und Botz. Ganz Hamburg war wieder gespannt aus bas Eintreffen dieses wohlbekannten Ozeanriesen dieses Wunderwerkes deutscher Technik und d-ut- schsn Könnens im modernen Schiffsbau. Montag früh eilten Tausende von Menschen nach den Landungsbrük- ken St. Pauli und dem Elbestrand. Gegen 10 Uhr vormittags wurde die „Bremen" erwartet. Um 2 Uhr früh Cuxhaven verlassend, traf sie auch pünktlich ein. Viele Schulklassen mit. ihren Lehrern wanderten am frühen Morgen an die Elbe und belebten den Strand. Die bekannte elegante VcrgnügungsdampfergeseSlschaft der „H. 21. 21.=®.", „Jan Molsen", festlich geschmückt und bunt bewimpelt, war bis auf den letzten Platz ausver
kauft, sodaß noch ein Riesendampfer eingestellt weichen mußte. Zahllose Pinasten, Segel- und Ruderboote belebten den Hafen, um die „Bremen" freudig und jubelnd zu empfangen. Die umliegenden Häuser und Schiffe hotte« Flagge gesetzt. Nach dem Lösen der troffen begann unter den schneidigen Marschklängen der Bordkapelle und unter dem Heulen der Sirenen die 2lbfahrt der Begrüßungsdampfer. Das mächtige Tuten der ankernden Schiffe gibt der blühenden Hanfastadt das eigentümliche akustische Charakteristikum.
Nachdem Altona mit feinen Fisch-Schuppen und Lagerhäusern entschwunden, winkel, nur noch von ferne das steinerne Bismarckdenkmal und das alte Wahrzeichen der Seeleute, der bekannte alte Turm von St. Michael. Wir passieren Neumühlen mit den vielen am Strande liegenden reizenden Seemannshäuschen, von ehemaligen Kapitänen und Lotsen bewohnt. Jedes Ein- 'ornilienhous ziert ein Gärtchen und ein langer Fahnenmast, an dem für heim- und ausreilende Schiffe jeher Nationalität Flaggengrüße ausaetaufrht werden Wal- tershof mit feinem an Land gefetzten Segelschnlschiff für angehende Seeleute liegt auf dem linken Elbufer fee- wärts. D>e vielen Elbarme sind belebt von Fischerbooten, flügelgewaltigen Möven und Wildenten. In weiter Ferne dehnen sich südwestlich mittelhohe Berghöhen mit Aussichtstürmen unweit von Harburg aus. Bei der . Teufelsbrücke" gewahrt unser staunendes Auge herrliche Einzelhäuser mit englischen Parkanlagen der Finanzwelt der reichen Handelsstadt. Dar adlergekrönte
Die Londoner Abendprefse veröffentlicht die Meldung über den „neuen atlantischen Rekorr. der „Europa" im Fettdruck auf der ersten Seite mit Bildern des Schiffes und seines Kapitäns. Star" und „Evening Standard" überschreiben ihre Berichte „DerTriump h" der E u r o p a und betonen, daß das Schiff der Stolz der deutschen Handelsflotte ist. Die Ueberschnft der „Ene- ning News" lautet: „W i e d e r D e u t s ch l a n d . Das Blatt bemerkt: Wenn die „Europa wegen der treibenden Eisberge tatsächlich ein« Route wählte, die 70 Kilometer länger ist, als die Route, die die „Bremen" bei ihrem Rekord zurucklegte, fo ist die Tat der „Europa" um so bemerkenswerter.
Reichspräsident von Hindenburg und der preußische Ministerpräsident Braun haben dem Norddeutschen Lloyd Bremen zu dem Erfolg der „Europa" telegraphisch ihre Glückwünsche ausgespro- {f)Cn — Der Norddeutsche Lloyd sandte Glückwunschtelegramme an den Führer der „Europa sowie an die Werft Blohm und Voß.
aus aller Welt.
ten sich mit vielen anderen Persönlichkeiten Bot- fchaster von Prittwitz, Generalkonsul von Lewmskl und Konsul Schwarz eingefunden. Unter dem Sirenengeheul der Hafenfahrzeuge glitt das gewaltige'Schiff in den Hafen und legte gegen 10 Uhr früh am Brooklyner Land:platz an. Die Rundfunkübertragung erfolgte über einen auf der Kommandobrücke aufgestellten tragbaren Spezialuber- mittler. _. ,
Der Kapitän der „Europa", Commodore o Hirsen, teilte durch den Rundfunk mit, daß die Europa", obwohl ihre Reise nicht vom Wetter beqümtigt war, die Fahrt Cherbvurg-New Port in vi'erTagen, 17 Stundenund sechsMrnu- ten zurückgelegt hatte, und daß dieser Erfolg der vorzüglichen Technik des Schiffes und der au^e- zeichncten Arbeit seiner Mannschaft zuzuschrerben
krankt und befindet sich in Berlin in Deyanvium,. — Das siebte Opfer war der Edelstemhandler Bretz- ler in Stuttgart. Seine Frau liegt gleichfalls we. gen Trichinose im Krankenhaus.
6 Opfer eines Autounfalls
Sechs Schwerverletzte.
wtb. Lübeck, 26. Mörz. (Eig. Meld.) Dor den Toren der Stadt am Ehrenfriedhof in der Jsraels- dorfer Allee fuhr gestern abend kurz vor 8 Uhr eine Autotaxe gegen einen Baum, als der Führer versuchte, einem Radfahrer, der auf der verkehrten Seite der Chaussee fuhr, auszuweichen. Die Autotaxe, die dabei einen zweiten Motorradfahrer um= riß, wurde völlig zertrümmert. Die fünf Insas s e n, d a r unke r eine grau und zwei Kinder, erlitten schwere Verletzungen. Auch der Motorradfahrer wurde schwer verletzt. '
Mühlenbrand. M
Am Dienstag kam gegen 21 Uhrin Firio wju r i im Keller der Malzenmühle derSchwpfburger 'Muhle A. G„ einer Zweigniederlastung der Schlesischen. Muh- , lenwerke, ein Brand aus, der sehr rasch erneu .mesen- umsang annahm. In weniger als einer Stunde stund bas gesamte vier Stockwerke hohe Mittelgebaude der großen Muhle in Hellen Flammen. Die Glut war derartig stark, daß an das Ablöschen des Hauptgebäudes nicht zu denken war, obwohl zahlreiche Motorspritzen aus vielen Schlauchleitungen die Bekämpfung des Feuers aufnahmen. '
Em wertvolles Stück.
100 000 Mark für eine Dürer-Zeichnung.
Eine Feder- und Tuschzeichnung Albrecht Dürers ist- von einer Gruppe von Londoner Kunstfreunden zum Preise von 5000 Pfund Sterling für das Britische 'Ku- seuin erworben worden. Es handelt sich um das Porträt, einer Frau. Die ungewöhnlich große Zeichnung ist uon, 1505 datiert und war 1928 in Nürnberg ausgestellt. Dos Germanische Museum hatte sich, den Blattern zusolge/H damals vergeblich bemüht, die Zeichnung zu erwerben.
* Ein achtes Opfer der Stuttgarter Trichinose. 3m Diakonissenhaus ist Dienstagnachmittag der aus Berlin gebürtige 35 Jahre alte Kaufmann Dehnecke an Trichinose gestorben. Dehnecke hatte mit seiner Frau ebenfalls in Stuttgart von dem trichinösen Bärenschinken gegessen, der nunmehr insgesamt acht Todesopfer gefordert hat. Dehneckes Frau ist ebenfalls an Trichinose er- emftige Heim des Reichskanzlers Bülow, der aste Friedhof von Nienshütten mit der letzten Ruhestätte des bekannten norddeutschen Schriftstellers Frensfen, die gewaltige Elbschloß-Brauerei mit ©artenterraffe und zuletzt die Derwaltungsgebälche der „deutschen Wacht" umrahmen die hohen baumgeschmückten Elbufer. Bald sind das Kleinod und der beliebteste Ausflugsort, die Sommerfrische und der elegante Badestrand der Hanseaten erreicht: Blankenese mit dem Süllberg, von dem aus lustiger Höhe stolz die deutsche Flagge weht. An den steilen, hohen Bergeswänden liegen wie angeklebt die reizenden Häuschen, Villen, elegante Hotels und zahlreiche Restaurants und Cafes. Hier hält unser Dampfer einige Minuten. Bei mannen oder kalten Getränken und einem Morgenimbiß im eleganten verglasten Mitteldeck des D. „San Molsen" sitzt es sich sehr behaglich.
Plötzlich zeigt ein Raunen und eine Unruhe uns an daß die erwartete „Bremen" am Horizont gesichtet ist. Es war %10 Uhr früh. Der erste Ausguck und Bück macht stutzig. Dem Neuling kommt der oermeinttiche „Riesendampfer" etwas klein vor. Aber bald soll man eines Besseren belehrt werden. Der Dampfer eilt immer näher. Untere Bordkapelle intonierte „Deutschland über alles" und Groß und Klein bestaunte begeistert und freu» big erregt den Giganten, der ruhig und majestätisch an uns vorüberrauscht. Tüchcrschwenken hüben und drüben. So einen Koloß hat man selten gesehen. Wie elegant und fein und trotz seinem Ausmaße fast „vollschlank"!
Was in die Luft gepafft wird! g Milliarden Zigarren und 40 Milliarden Zigaretten für 2.8 UliUtarben Mark werden jährlich in Deutschland geraucht. .MW
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die Zahl der Raucher in Deutschland von Jahr zu Jahr zunimmt und daß auch der Konsum pro Kopf der Bevölkerung ständig im Steigen begriffen ist. Roch vor zwanzig Jahren genügten uns 2.5 Milliarden Zigarren ,ahr!«h und 4.5 Milliarden Zigaretten. Das heißt also, daW damals schon mehr Zigaretten als Zigarren geraucht wurden. Allerdings kam hinzu, daß vor zwanzig Jahren Frauen fast gar nicht als Raucherinnen in Erscheinung traten und daß viele Männer, die heute zur Zigarette übergegangen sind, seinerzeit noch Pseise schmauchten. In den letzten Jahren ist der Konsum ganz gewaltig gestiegen, und zwar haben nicht nur ine Frauen die Ziffern für Zigaretten in die Höhe schnellen lafsen, sondern auch die Zigarren werden starker gefragt, während der Verbrauch an Pfeifentabak, Kau- und Schnupftabak immer weiter zurückgeht.
Roch im Jahre 1922 konnte Deutschland mit 3.5 Milliarden Zigarren und 22 Milliarden Zigaretten aus» kommen, aber schon vier Jahre später war der Bedarf auf 6.6 Milliarden Zigarren und 33 Milliarden . garetten gestiegen. Jedes Jahr, brachte eine neue >-uet»., gerung, und 1929 waren es bereits 9 Milliarden Z>- garren und 40 Milliarden Zigaretten, die in die Lust gepafft wurden. Das find ganz außerordentliche Me»-H gen, denen gegenüber die paar hunderttausend BauWI Pfeifen-, Kau- und Schnupftabak gar nicht mehr tnf Gewicht fallen. Rechnet man diese Summen aus nie Bevölkerung des Deutschen Reiches um, so ergibt sich, | daß jeder Einwohner unseres Londes im vergangene« Jahre 141 Zigarren und 625 Zigaretten verbrauchte. In der Praxis sieht die Sache natürlich noch anders a rj denn Kinder unter 16 Jahren kann man nicht als Aou- cher bezeichnen, und auch unter den Frauen gibt * viele, die entweder gar nicht oder nur selten zu I pflegen. Zumindest rauchen sie keine Zigarren. uMk diesen Umständen entfallen auf jeden männlichen Lin mobiler über 16 Jahre rund 350 Zigarren im Jahr uno auf jeden erwachsenen Einwohner (bie Srouen einv ! griffen) 890 Zigaretten. Der auf bie typischen Raucher entfallende Anteil ist natürlich viel höher als Durchschnitt von 1 % Zigarren unb 3 Zigaretten. J
Rauchen ist kein billige« Vergnügen, wenn man ein wirklicher Raucher ist. 880 Millionen Mark Mei e bei uns im Jahre für Zigarren ausgegeben und 1. Milliarden Mark für Zigaretten! Hinzu kommen »ow rund 220 Millionen für Pfeifen-, Kau- und SchwVM tabak, so daß sich die Gesamtsumme, die wir im sten Sinne des Wortes in die Liift paffen, auf 3 Milliarden Mark stellt. Dos ist eine ganz bebeuteno- Summe, denn man muß sich überlegen, dos; oie deutsche Bevölkerung jährlich nur 22 Milliarden tur Lebensmittel auszugeben gewohnt ist. Vor 5®®” , Jahren stellten die 3-Pfennig-Zigarette und die nig-Zigarre das bei weitem stärkste Kontingent. sind wir heute nicht mehr in der Lage, so billig zu können. Am meisten gesragt sind die Zigncr 8, 10 und 12 Pfennig, während bei den ZigaretU . Marken zu 4 Pfennig die begehrtesten sind.
schnitt legt also der Deutsche setzt für seine J
und für seine Zigarette 4.8 Pfennig an. In fast Staaten der Erde werden mehr Zigaretten g als Zigarren. Nur Holland und Dänemork. wo die Frauen die Zigarette zu klein finden, sind i $ sentlichen Zigarren verbrauchende Länder.
Der Rauminhalt der „Bremen" ist ca. 50 000 J
Tons, die Geschwindigkeit auf hoher See ~ qiwge i mit einer Maschinenstärke von 100 000 beträgt 285 m., die Brette 31 in., die froyt Schornstein (2 Stück), in welchem ein vierstöckige- ,^ bequem Platz finden kann, ist 45 m. Xhift« j
Flaggenhissen der umliegenden Stranühäuser und Boote, Musik und Tücherschwenken!
so festlich empfangene „Bremen" ein Heer v 1
tern um ihren Riesenleib. Amtliche Hafenboote . y I ßen sich an und zum Schlüsse kommen starken Schlepper, die den Koloß zu dem platz bei Blohm u. Boß befördern. Bold ’■ Hamburgs sichtbar. Die Schlepper 6efefhgen . trögen Taue an Bord und umschwärmt von zay^^MW ven und einigen Flugzeugen entschwindet der tige Meeres-Champion, Deutschlands «roiz, -yaffa* düster dreinschauenden Helgen der Werf:
giere der begleitenden Schiffe, sowie die utIj) qWA Menfchenschar am Ufer, an den Landungs; eg
den benachbarten Werften winken begem «MjW Abschiedsgrüße. Bald wird der Schnelldampl sein. Dann gehts auf neue Sofort neue nit ,r- ernten und der gesamten Welt von Deuts y lahmenden Arbeits- und der Willlenskroit - MW weise zu liefern. Der „Bremen" viel Glu fünft und stets eine ruhmreiche Fahrt!
- - " - Max Uth, Hamburg-