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NILS

Das neue Dorf

Aloys

S.

es an.

.Ich höre.

.Nun

.Mich verlassen?

dir getan?

.O nichts, Herr Oberst . . . Sie waren

in den zwanzig Jahren, die wir in ihren Diensten stehen,

immer freundlich zu uns.

weil der Amerikaner ,der das Schloß in der Nachbarschaft

.Was denn?"Weil er uns hun-

gekauft hat. .

näher.Ja, Herr Oberst." gut also. Wir werden Sie verlassen.

Aloys Seyock wies auch kurz auf die Gefahr hin, die sich im bolschewistischen Osten zusammen­ballt. Der Kommunismus ist die Gefahr der Gegenwart. Sind wir wirkliche Christen, dann werden wir siegen. Der Weg zum Sieg geht über Golgatha.

In zweiten Teil seiner Ansprache behandelte Seyock kurz und anschaulich die Siedlungsfrage. Auch die Stadtjugend muß sich mit dieser Lebensfrage unseres Volkes befassen. Die Siedlungsbewegung muß vom gan­zen Volke getragen werden. Vielen Jungen wird Aloys Seyock gerade hier etwas ganz Neues gesagt haben. Ist er es doch gerade, der den Gedanken der West-Ostsied- lung in das Jungvolk des Westens geworfen hat.

Der Beifall am Schluß war herzlich. Machtvoll er­klang das Lied:Wenn wir schreiten Seit' an Seit'."

schon: Was hab ich von Dir, was kann ich an Dir ver­dienen? Und es sollte doch heißen: Was kann ich dir helfen .womit kann ich dir dienen!

Gewiß, wir sind Christen und besuchen den Gottes­dienst. Aber sind wir auch bestrebt, unser Tagewerk zum Gottesdienst zu machen?

Dergleichen klingt seltsam in heutiger Zeit, man kann darüber lächeln oder auch lachen. Aber es ist sicher, daß es erst dann wahrhaft besser werden wird mit uns, wenn wir dergleichen seelische Dinge weder belachen noch be­lächeln, sondern sie als Selbstverständlichkeiten betrach­ten, die weit mehr Wirklichkeitswert besitzen als all bas, worum heute so erbittert gekämpft wird: niedrige Steu­ern und hohe Preise. Das sind die Dinge, die uns drein- gegeben werden wenn wir das Andere erst haben.

Eine andere Frage: Wir auf dem Dorfe, wollen wir denn eigentlich noch Bauern {ein? Sind wir noch stolz auf unseren Beruf? Es scheint, als ob das Gegenteil der Fall wäre. Schauen wir nicht neidvoll nach den Städten und beklagen uns über das, was wir alles entbehren müffen im Vergleich zu jenen? Suchen wir es nicht in Allem der Stadt gleichzutun in Lebensart, Kleidung und Sitte ? Sind wir nicht ängstlich besorgt, in der Stadt ja nicht als Dorfbewohner und Bauer zu gelten? Machen wir nicht auch schon alle Modetorheiten mit vomDer- tikow" undBuffet" bis zum Seidenstrumpf und farbi­gen Schuh, einerlei, ob es für uns paßt ober nicht? Ist es nicht beinahe schon eine Unmöglichkeit für einen jungen Bauern, eine rechtschaffene Säurin z u find en?

Sind mir auf dem Lande nicht schon so weit, daß wir uns als die beklagenswertesten und vernachlässigtsten Menschen im Vaterlande betrachten? Hört man nicht schon überall die Klage, daß der Bauer und der Bauern­stand zugrunde gehen müsse? Ja, das wird allerdings der Fall fein, wenn der Bauer fortfährt, sich selbst und seinen Stand verloren zu geben, und zwar nur deshalb, weil die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Augenblick groß sind, aber nicht größer, als sie zu anderen Zeiten auch schon waren.

Es scheint ganz und gar vergessen zu sein, daß cs keinen Stand gibt, von dem so viel verlangt wird, als vom Bauer in bezug auf vielseitige Tüchtigkeit und daß kein Stand so viel bietet' an persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit als der Bauernstand.

Daß wir das wieder sehen lernen und nichts weiter fein wollen als wahre Bau­ern im tiefsten und beftcn ©inne des Wor- tes daß mir unbeirrt von den Zeitein­fl ü ff e n wieder streben zum echten Men - fchen- und Christentum b ar auf kommt

Daß die katholisch Jugend Fuldas sich schon viel näher gekommen ist, konnte man während des Sänger­wettstreites erkennen, der sich nach der Aussprache, in der auch Kuratus K i n d-Marbvrn las Wort ergriff, spon­tan entwickelte. So was hat man in Fulda noch nicht erlebt.

Nach 10 Uhr sprach Aloys Seyock bas Schlußwort. Mit einem Abendlied und dem Gesang desMeerstern, ich dich grüße" war bas Treffen beendet.

Auch an dieser Stelle fei darauf hingewiesen, <iaß am kommenden Freitag, den 28. März, abends 8 Uhr, in derHarmonie" (Zimmer 2) eine Zusammen­kunft der Führer der k..th. Iugendgemein- schuft Fuldas stattfindet. Hierzu sind alle Präsides und Jungführer herzlich eingeladen.

Ihr mich verlassen? . . ." Der Oberst, ein Sanguiniker, fährt sich mit der Hand über die Stirne und wiederholt zum dritten Male:Mich verlassen? Ja, was hab ich

ter und standesbewußter Menschen, die sich ihrer Aus­gaben und ihrer Verantwortung gegenüber der Volks­gemeinschaft vollauf bewußt sind und auch in ihren Hci- matgemeinbcn erneuernd bas Volksgemeinschaftsleben be­einflussen.

Die in Zwittau ftattgefunbcne Bundeshauptoersamm- lung, die dem bisherigen Bundesobmann Eduard Schlufche für feine zehnjährige treue und hingebende Arbeit ihren Dank ausfprach, übertrug die Leitung nun ihrem jüngeren Bundesbruder Richard Hackenberg, der seinerseits das Gelöbnis gab, weiter im Geiste gestalten­der Volksbildung zu wirken. Die Lebensfragen des Reichsbundes für die nächste Zukunft find vor allem die Heranbildung von Jungführern und Nachwuchs. Der nächste Reichsbundestag soll diese bringenden Forderun­gen klären und lösen helfen.

Vom symptomatischer Bedeutung war bas Zusam- mentreffen von deutscher und tschechischer katholischer Ju­gend aus Anlaß der St. Wenzelsfeier: denn es war feit der Neugestaltung der politischen Verhältnisse die erste Begegnung katholischer Jugend aus den beiden verschie­denen nationalen Lagern.

dert Franken im Monat mehr bietet . . . und dabei fast nichts zu tun hat . . ."

Lange und eindringlich sieht er beide an. Er hatte ge­glaubt, die lange Vergangenheit, die gemeinsamen Erin­nerungen, das ruhige Leben, das Herz ... all bas zähle etwas. Das war aber heute nicht mehr hundert Franken im Monat wert! . . . Widerstandslos, ohne Diskussion, senkt sich die Waage auf die Seite des wohlhabenden Amerikaners.Herr Oberst werden mich verstehen?" Ja doch, ich verstehe." Und sich straffend und der Schwierigkeit begegnend, wie er es immer in feinem Sol- batenleben gehalten hatte, entfernte er sich durch den großen, gepflasterten Gang und feine Schritte rufen jetzt schon das Echo der Einsamkeit wach. Er war ein alter, verdienter Offizier, reich an Herz, Erfahrung und Erin­nerung. Aber nicht reich an Geld und Gütern . . .

Originalübersetzung fürDas Neue Reich "ausLa Croix", Paris.)

kämpf zwischen Christentum und Neuheidentum zu füh­ren.

Daß wir in einer Entscheidungsstunde leben, wird freilich vielen langsam klar. Die klare Erkenntnis wird aber leider durch neu auftauchende Schlagworte verdun­keltHie Moskau hie Rom". Das ist sicher richtig. Aber wir vergessen bei dieser Frontstellung allzu leicht, daß die Entscheidung letzten Endes bet den einzelnen Christen liegt. Der Bolschewismus, der auch in Deutsch­land schon viele Herzen entzündet oder zersetzt hat, kann nicht durch laute Proteste allein, sondern vor allem durch den Opfermut der Christen, die mit der Verwirk­lichung der christlichen Grundsätze im öf­fentlichen und privaten Leben ernst machen, Überwun­den werden. (Bolschewismus fängt überall da an, wo nicht Tatchristentum ist. Daß der Bolschewismus heute Europa bedroht, ist die Schuld derChristen", die nicht nach christlichen Grundsätzen leben und wirken. Das müssen wir erkannt haben, wenn wir den Kampf aufnehmen wollen).

Wenn die katholische Jugend vor solchen Aufgaben steht, darf sie sich nicht in kleinen Grüppchen und Ver­einen isolieren und befehden, sondern sie muß Hairb- in-Hand vorwärts gehen. Die verschiedenen Vereine müssen fein: sie sind geschichtlich geworden aus einer bestimmten Notlage heraus. Aber sie sind nur Glieder der großen Front, dieKatholische Jugend Deutschlands" heißt.

In Fulda ist das Bewußtsein von dem Gliedsein her einzelnen Vereine gewachsen, nicht zuletzt durch die unglückselige" Aussprache in diesem Blatt. Das zeigte die Zusammenkunft der katholischen Jugend am Sams­tagabend im Bischöflichen Konvikt. Fast 200 Jugend­liche und Jungmänner aus den Iugendvereinen und Gruppen waren anwesend. Die kathol. Jugend- und Jungmännervereine hatten zu einem Vortrag von Aloys Seyock eingeladen.

Dieser sympathische und aufrechte Führer der jungen Generation ist in unserer Heimat kein Unbekannter mehr. Erst kürzlich hielt er den Dorfführerkursus in Hünfeld ab. Manche Jungbauern nahmen schon in Al­tenberg an den Jungbauernkursen teil. Wenn man ihn sprechen hört, fühlt man, daß er wirklich nur der Jugend dienen will. Er wirbt nicht für einen Verband sondern sucht Streiter für den Kampf, den die kommende Generation für das Königreich Christi auf Erden und damit für die Rettung unseres deutschen Vol­kes führen muß. Aloys Seyock war deshalb auch der rechte Mann, um über das Thema:

katholische Jugend die Aufgabe unserer Zeit" zu sprechen.

Es ist nicht leicht, die Ausführungen Aloys Seyocks, schriftlich niederzulegen, da sie ganz aus dem Augen­blick und in psychologisch feiner Weise mit Rücksicht auf die Menschen, zu denen er spricht, formuliert werden. Trotzdem soll versucht werden, wenigstens einige Kern­punkte kurz zu skizzieren:

Wir sind hier nicht zusammen als Vertreter irgend welcher Organisationen, sondern als katholische Jugend! Das Erlebnis, eine große Einheit zu sein, hatte die kacholische Jugend zum ersten Male ganz stark im Jahre 1925 in Rom, als die Jugend aller Völ­ker zum Hl. Vater zog. Das war der Pilgerzug des wahren Völkerbundes. Hier erlebte katholische Jugend den großen Aufbruch, den Zusammenschluß. Heute sind wir 5 Jahre weiter. Sind wir aber auch 5 Jahre ge­wachsen? Haben wir uns auch in der letzten Stadt und im letzten Dors als kathol. Jugend zusammengeschart? Sage niemand, das sei unmöglich. Möglich ist es über­all, weil unser erster Führer Christus ist. In seinem Namen wollen wir wieder zusammenkommen.

Wir leben in einer seltsamen Zeit. Die Gegensätze zwischen Stadt und Land, zwischen den Ständen und Organisationen, prallen mit unheimlischer Gewalt auf­einander. Muß es fein, daß auch wir, die junge katho­lische Generation, gegen einander kämpfen? Es geht um viel ernstere und enffcheidendere Dinge als um Verbandszugehörigkeit, um Organisation und Abzeichen. Die Menschheit weiß nicht mehr, wohin sie soll, sie sieht so wenig wirkliche Führer voran gehen. Ich meine nicht die Führer, die in hoher Stel­lung sind und am grünen Tisch sitzen. Ich denke an die Führer im Stillen, an die Führer des Schaffens, an die Führer, die sich hinwegfetzen über die Unterschiede und Grenzen, die Führer, die den Weg sehen:. Die wahre Opfertat. Die Opfertat ist uns vorgelebt worden auf Golgatha. Daran sollten wir gerade in der Fasten­zeit denken. Aber nicht nur jetzt, sondern für das ganze Leben. Wenn die Jugend sich nicht im Zeichen des Kreuzes findet, dann gibt es keine katholische Jugend Jeder einzelne von uns hat die Aufgabe, aus sich einen Menschen zu bilden, der bereit ist zum Opfer. Das ist der Weg und das Ziel Es ist Zeit, daß wir uns besin­nen, uns aufrufen zum opfersrohen Christentum.

In packenden Worten wußte der Redner schließlich der Fuldaer Jugend die besonderen Ausgaben vor Augen zu stellen, die sie als Jugend der Bonifatiusstadt, der Bischofsstadt und des Mittelpunktes des Fuldaer Landes hätte.

Bon der auslandsdeulschen Jugend.

Sudetendeuksche katholische Jugendarbeit.

Der Reichsbund der katholischen sudeten- deutschen Jugend umschließt in 253 Gruppen 10000 werktätige Iungmänner und ist das sudetendeutsche Gegenstück zum reichsdeutschen Jungmän- ncroerbanb. Er hat seinen Sitz in Reichenberg, seine bei­den ersten Führer sind Pater Edilbert Telgmann und Richard Hackenberg. Das Jahr 1929 war für den Reichs­bund in mancher Hinsicht von Bedeutung. Zunächst brachte es eine Ausbreitung und Vertiefung feines Wo­chenbildungswesens. Der Reichsbund hielt im Jahre 1929 in den verschiedenen sudetendeutschen Siedlungs­gebieten neun Landjugendwochen, eine Arbeiterjugend­woche und vier Sommergeineinschaftswochen ab. Die letzten standen unter dem Leitgedanken: Jugend, Liturgie und Pfarrgemeinde. An ihnen nahmen 700 Jugendliche teil. Einen bahnbrechenden Vorstoß in ein neues Ar­beitsgebiet bildete die erste Gewerbejugendwoche in Freu­denthal. Das Ziel solcher Jugendwochen ist die Heran­ziehung einer Kerntruppe glaubensfroher, jugendbeweg-

halt, da komint er . . ." Tatsächlich kam Baptist mit der Doppelleiter, die er gebraucht hatte, um die letzten Aepfel zu erreichen.Es scheint, du hast mir etwas zu sagen, Baptist!" Baptist tritt verlegen hustend und errötend

Der erste Schritt.

Seyok spricht auf einer Zusammenkunft der katholischen Jugend Fuldas"

kann immer wieder die Beobachtung machen.

3 wandern ist das Herz verdammt, ~ ? !lnen Jugendtag versäumt, c-" die Lenzessonne flammt, alb die Welle wieder schäumt.

§^cherzte Jugend ist ein Schmerz °"'gen Sehnsucht Hort, S^Meinem Lenze sucht das Herz 'in e,nem fort, in einem fort!

zu leben, so doch um die Zukunft vorzubereiten. Es ist aber angenehm zu denken, daß das Geld nicht alles ist, daß basHerz" in diesem prosaischen und harten 20. Jahrhundert auch noch etwas wert ist. Denn das Herz verkörpert den Adel, die ganze Süßigkeit hier unten. Und in den Stunden der Trübsal richtet den Oberst der Ge­danke auf: Man verwöhnt mich, ich habe ein angeneh­mes Daheim, wo mein braver Baptist und feine Frau immer meine Stütze fein roerbem Sie finb mir anhäng­lich! . . . Es ist mein Stolz, in meinen alten Tagen so bebient zu werben. Wie viele meinesgleichen gibt es, bie von Selbstsucht, Eigennutz itnb Eifersucht umge­ben finb.

Baptist versorgt feinen Herrn unb beschäftigt sich etwas mit dem Garten. Seine Frau herrscht in der Küche, wäscht und plättet. Aber bie Wäsche eines Man­nes unb befonb. eines Solbaten macht wenig aus. Glück­liche Völker haben keine Geschichte. Sic hatten auch keine Geschichte. Tag um Tag verging, verschieden nur je nach der Jahreszeit. Eines Morgen hatte Baptist die letzten Aepfel gepflückt unb etwas Most gepreßt. Der Oberst, ber in bie Küche einige Quitten gebracht hatte, bie er nach dem Abfallen der letzten Blätter entdeckt hatte, blickte durch das Fenster in feinen Garten, feinen schönen Gar­ten, der langsam in der herbstlichen Farbenpracht erstarb. Ist das denn nicht prachtvoll, Rosalie?"Pracht­voll?" wiederholte Rosalie mit einer merkwürdig farb­losen Stimme.Prachtvoll ist zu viel gesagt. Es ist wohl immer ein wenig dasselbe . . ." Der Oberst sah sie an. Diese Stimme kennt er nicht an ihr.Hat Ihnen mein Mann nichts gesagt?"Nein."Er wirb es nicht gewagt haben."Er hat mir etwas zu sagen?" Ja."Was?"O, auch ich wage es nicht. Aber

daß die junge Generation, wenn sie sich frei machen E tonn von den Hemmungen, bie sie durch den Einfluß Kennoffenen bekommt, sehr schnell den Weg zur «Eemeinschaft findet. Die Jungen fühlen den Gleich- Wwz ihrer Herzen, spüren stärker als die Erwachsenen, Mannigfaltigkeit der Formen, in denen ktzolisches Leben äußert, die katholischen gutgan if a tinnen sich doch in dem einem letz- ganz einig finb: in Christus. Ch ri- PBs ist der Führer ber katholischen Iu- MEnd. Und der Weg zu Christus, den die katholischen «ff vielerlei Weise von ber Gesamtheit mit I v- Sonderausgabe betraut im Kampfe mit bef Wen- 3Bir flieh-eit unserer Zeit suchen, ist bas heiße | ?"uuhen um die Wiederher st ellung ber 33er- Eei Un^ fischen Religion unb Leben. Meneralsekretär Gickler-Köln hat auf bem Diözesan- ®e*egtcrtcntag der katholischen Arbeitervereine, der be«

LenZsahrt.

I Fimmel wächst ber Sonne Glut, K Ms ber See, das Eis zersprang.

erste Segel teilt die Flut, witr schwillt bas Herz wie Segelbrang.

Wir bringen unter biefer Ueberschrift im An­schluß an bie Tagung in Hünfeld eine zwanglose Reihe von Betrachtungen zu obigem Thema. Sie sind gerichtet an alle, denen es ernst ist im Rin­gen um die Zukunft unseres Dorfes und unseres Bauernstandes, besonders also an bie Jugenb unb an bie Dorfführer.

Worauf es anfommt

Es soll hier nicht über bie wirtschaftliche Not des Bauernstandes geredet werden. Wer also etwas Der­artiges erwartet, tut besser, nicht weiterzulesen. Denn über diese Sache und alles, was damit zusammenhängt, ist genug geredet. Vielleicht sogar schon zu viel, denn auch das Jammern kann zu einer Gewohri­tz eit werden.

Gewiß, bie wirtschaftliche Not besteht. Aber sie be­steht nicht etwa nur auf bem Dorfe unb im Bauern­stände. Vielleicht ist sie in den Städten mit ihrer Ar­beitslosigkeit noch größer.

Aber bie wirtschaftliche Notlage ist nur ein Teil ber wirklichen Not; selbst wenn bie Steuern auf bie Hälfte herabgesetzt würben, wenn bie Preise fliegen, wäre uns nur zum Teil geholfen. Denn die Not des Dorfes unb des Bauernstandes ist seelischer Art unb bliebe auch bestehen bei wirtschaftlicher Besserung unserer Sage.

Es ist vielleicht bas hervorstechendste Kennzeichen unserer Zeit, daß alles Seelische gering ge- wertet wird. Allerdings scheint auch diese geistige Einstellung ihren Gipfelpunkt überschritten zu haben. Man merkt allgemach, daß ohne bie seelischen Werte doch nicht auszukommen ist. In einer Versammlung in Duis­burg, in der Oberbürgermeister Pros. Dr. Most über bas Bsvölkerungsproblem sprach, erwähnte er, daß bie Er­höhung der Geburtenzahl nur eine Frage der seeli­schen Umstellung fei. Die Köln. Volkszeitung be­merkt hierzu (Nr. 69):Die Mostschen Ausführungen verdienen deshalb aus dem Rahmen ber Erörterungen über diesen Gegenstand hervorgehoben zu werden, weil der Redner als Erster Syndikus ber Nieberrheinifchen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel ein pro­minenter Vertreter ber Großindustrie ist. Es ist darum doppelt interessant ,daß er neben der gewiß begründeten Betonung ber Stärke ber Wirtschaft bie Notwendigkeit einer seelischen Umstellung unseres Volkes in ber Oeffent- lichkeit ausdrücklich betont."

So weit bieK. V.". Hoffentlich rechnet ber er­wähnte Redner zum Volk auch die oberen Zehntausend, denn eine seelische Umstellung in dem Gegenstand der Rede ist dort besonders notwendig.

Worin besteht nun bie seelische Not auf bem Dorfe?

Nun wohl, wir finb alle Christen. Aber wie stehen mir zu unserem Nächsten? Heißt es nicht auch bei uns

«sntlich am Sonntag in Fulda stattfand, als bie größte 6 t,'8 u.nfercs Jahrhunderts die Tat- "Zeichnet, daß man Religion und useinanber reißt. Manche Christen Wk» diesen Riß schon gar nicht mehr. Sic gehen ®d)t noch Sonntags in bie Kirche, aber werktags P*«9en sie willenlos dem Zeitgeist, ber sich in Kinos, W®rn, im Radio, in den Illustrierten, im politischen, W^llichen und kulturellen Loben breit macht. Nicht iA m es, bie dafür arbeiten, daß christ -

r Geist wieder unser öffentliches H V* rmt; noch gibt es feine Millionen, die ge- M vpferkraft aufbringen, um den Enffcheidungs-

Aur Schulentlassung.

I «ns dem kathol. Jugend- und Iungmän- U^erein wird uns geschrieben:

*<<rauienbe von Jungmädchen und Jungen verlassen Wieder die Schule. Wenn auch bas Verhältnis bes 3ur Schule ein anderes, besseres ist, als es 12* oor 20 Jahren war, so darf man doch sagen, daß 5/niele Schüler ber Tag ber Schulentlassung ein Tag t «fteuöe ist. Nicht bie Ablehnung ber Schule unb | w sofern bie Erwartung bes Neuen, bes Le-

* größeren Freiheit unb ber Selbständigkeit bil- I Ursache dieser Freude. Weit offen sind die Au- Erwartung sind Verstand und Herz. Was k"' t nun? Das ist die große Frage, bie von allen r wird.

dk Antwort kommt es an. Unb biefe 21 n t- Ihr geben, bieIhrschoneinJahr 8*tt länger aus der Schule entlassen seid. ®7 Mietet sich für Tuch ein Aufgabenbezirk, in welchem »/beweisen könnt, daß Ihr jugenbberoegt seid und Gc- i «vinfdiaftsgeift kennt. Nehmt Euch derNeuen" an, I1 fjc ein in Euren Kreis, in Euer Heim und werbt ie Werbt aber durch Taten, nicht durch Worte unb Äenßerlichkeiten. Laßt sie durch Erlebnisse, die bnen an Euern Heimabenden, in Eurer Singschar auf ber Wanderung vermittelt, selbst zu der Ani- kommen: Das kommt nun, bas Leben, bas Ausgc- n ber Gemeinschaft.

g gewiß lobenswert ,wenn Eltern unb Erzieher fteitcn" Hinweisen auf einen Bund, ber nach feinen aben unb nach feiner Führung ihnen geneigt er- i, außerhalb bes Berufes bie Weiterbildung unb rziehung zu übernehmen. Schöner aber und ehren- ur Euch ist es, wenn es Euch gelingt, sie an Euch izuziehen dadurch, daß es ihnen bei Euch gefällt, ist nicht leicht; denn es hat zur Voraussetzung, daß ihnen etwas zu bieten habt. Es ist ein Irrtum, Ihr meint, baß Ihr Eurer Aufgabe gerecht werbet, MMM Ihr den Begriff ber Freiheit zunächst zu vermit- Wd sucht, indem Ihr ihnen eine Zigarette anbietet. Der Iversuch ist ungeeignet. Entweder kennen bie Jungen EtfeFreiheit" schon oder sie merken bei einem etwa!- daß bie Freiheit Uebelkeit bereitet unb mit heftigen körperlichen Erschütterungen verbunden ist. ^^KjprffFreiheit" wird so nicht klar. Gebt Euch cho keine Mühe! Es lohnt nicht und es ist auch un- ilmeradschmtiich. Ihr sollt denNeuen" Erschütterun­gen ersparen, statt sie ihnen zu bereiten. Die Erschütterun­gen, die ich jetzt meine, liegen auf dem Gebiete des Gei­stigen und des Seelischen. Sie kommen allzufrüh, Ihr f wißt es wohl von Euch selbst. Stütze zu fein und Hilfe

zu leisten ist Eure Aufgabe.

D Nehmt Euch also der Schulentlassenen mit beson- |yer Siebe an und richtet ihr Streben auf bie Ziele, als erstrebenswert schon erkannt habt. Lotsen W Ihr sein, und Eure Kameraden sollt Ihr sicher MM iüe Klippen ber Jugendzeit führen. Ihr könnt K&iem erwachsenen Führern Helsen und sie und alle, fcn am Wohle der Jugend etwas liegt, und nicht zu­letzt Eure Kameraden werden es Euch banken.

I tfnh f& mir ergraut

l-$^bab-bas H"z wirb stille stehn, ch muß es, wenn bie Welle blaut, feinem Lenze roanbern gehn.

führten, ohne bie Steine abzuzählen. Das hat euch meter- dicke Mauern, bie ber Schrecken ber Elektriker finb, wenn sie sie burchbohren müssen. Solche Häuser können wohl verwittern, nicht mehr inftanb gehalten werben, aus Treu unb Ehrfurcht läßt man sie aber stehen . . . Sie halten.

Der Oberst bewohnte also biefes Haus mit einem Die­ner unb besten Frau. Der Diener war sein ehemaliger Offiziersbursche. Die beiben, ber Oberst unb ber Bursche, hatten sich gegenseitig während bes Krieges bas Leben gerettet. Der Bursche war von einer Mine verschüttet worden. Der Oberst hatte ihn während eines furchtbaren Gefechtes hcrausgehaucn. Dem Burschen war es gelun­gen den in Gefangenschaft geratenen Oberst zur Flucht zu verhelfen. In die Heimat zurückgekehrt, blieben die bei­den Krieger beisammen. Der Dienst beim Obersten war militärisch unb leicht. Seine Frau war gestorben, sein Sohn im Krieg getötet, er empfing fast keine Besuche. Er speiste um 12 Uhr, abenbs er kein Fleisch. Rauchte Pfeife, las seine Zeitungen, führte feine zwei Hunbe spa­zieren,- begrüßte ben Pfarrer, der wie er, ein alter Sol- bat war.

Das war alles. Er sah fein Leben als abgeschlossen an. Beim Notar in Paris hatte er bie sogenannten Geschäfte" geregelt. Ohne etwas zu sagen, hatte er in seinem Testament eine Klausel gemacht, worin er seinem Burschen sein Gärtnerhaus unb 4000 Franken Rente ver­machte. Von diesem Vermächtnis wollte er nicht spre­chen, um den braven, herzensguten Menschen nicht zu kränken und darntt es nicht hieße, sein Bursche diene ihm bes Geldes wegen. Er begnügte sich, ihm den verhältnis­mäßig hohen Lohn regelmäßig jeden Monat zu bezah­len. Denn jeder braucht fein Geld, wenn schon nicht um

Eonrab Ferdinand Meyer.

Das leidige Geld ...

Don Pierre l'Ermite.

frfnL8iu Qltcr und verdienter Offizier, reich an b '!l98.n u"b Erinnerungen. Nicht sehr reich »r bewohnte einen uralten Herren-

&ie nni tcnnt fie iQ> diese massiven

ja hcs (Lf8 3U eincr Zeit, als die graue Gr» b ienbetons noch nicht aufgetaucht war, auf­

Warum dann?"Ja,

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Beilage zur Auldaer Zeitung

26. März