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Es mag vielleicht überrascht haben, daß der Zoll für Frühkartoffeln auf 20 Mark erhöht ist. Aber diese Maßnahme ist volkswirtschaftlich sehr gesund. Wir haben keinerlei Veranlassung, jetzt schon zum täglichen Gebrauch, wie es früher immer geschehen ist, eine große Menge Maltakartoffeln einzuführe-r.
Die Agrarvorlagen werden aller Wahrscheinlichkeit nach im Reichstag selbst ohne größere Ausem- andersetzungen zur Annahme kommen, allerdings mit wechselnden Mehrheiten. Immerhin ist aber für die deutsche Landwirtschaft das Ausschlaggebendste, daß in kürzester Frist diese Vorlagen Gesetzeskraft erhalten, damit ihre erfolgreiche Auswirkung für die Landwirtschaft sofort gesichert ist.
Prachtdenkmal, Gras ist die beste Decke für die arme vergängliche Jehana, die Schülerin der heiligen Familie Christi"; die vielen Grabsteine der englischen Offiziere und Soldaten, wie sie in allen Kirche i, um schönsten in der nun auch schon über 100 Jahre alten Kathedrale von Bombay, zu sehen sind. Und doch kann sich 'eines mit diesem messen, in dem, einsam im q-wattigen Dschungel, von Ruinen umgeben, der größte Portugiese von seinem Leben ausruht.
Ueber Franz Xaver ist viel geschrieben worden. Ein reicher Legendenkranz schlingt sich um fein Andenken. Und doch scheint mir das Rätsel feines Lebens nicht gelöst. Was veranlaßte diesen arbeitsfreudigen Missionar, immer wieder gegen den Rat seiner Freunde die Stätte seiner eigentlichen Wirksamkeit, Südindien, zu verlassen und sich aus die gefährlichen Reisen nach dem fernen Osten zu begeben. Roch waren kaum die Anfänge der Missionarisierung Indiens gemacht. Auch seinen Landsleuten war es unerklärlich, warum Xaver nicht dieses Werk zu Ende führen wollte und sich statt dessen nach chinterindien, nach den Moluken, nach Japan begab, und das nicht einmal, sondern zu wiederholten Malen. Vielleicht war er selbst in Reu-Guinea. In seiner Abwesenheit hat, das erfahren wir immer wieder aus feiner Korrespondenz, sein Werk in Indien unendlichen Schaden genommen. Aber niemals litt es ihn lange in Goa, immer wieder rief es ihn nach dem fernen Asien. Warum? Glaubte er, die Bekehrung Indiens werde unmöglich fein, bevor man Asien in feinem Brennpunkt, in China, kennen gelernt habe? Die Tragik feines Lebens ist unermeßlich. Das Land feiner größten Sehnsucht, China, konnte er nicht betreten. Als er auf einer Felfeninfel von Santon eine Expedition ins Reich der Mitte vorbereitete, wobei er hoffte, in Verkleidung die Küste betreten zu können, ergriff ihn das Fieber, und er starb nach wenigen Tagen. Wahrscheinlich ist nur fein chinesischer Diener, der nicht einmal seine Sprache verstand, in der letzten Stunde bei ihm gewesen. Sein erstes Grab fand er auf dieser Insel, bann brachte man die Leiche nach Malaka, und ein Jahr später hierher nach Goa.
Das Christentum hat« seit den Tagen Franz Xavers in Indien keine Fortschritte gemacht, die im Verhältnis zu den aufaewandten Ovfern sieben. Es kcbeint kalt, als
Der katholische deutsche Frauenbund. Zweigverein Fulda
Der deutsche Evangel. Frauenbund. Ortsgruppe Fulda
Dec tzausfrauenbuud des israelit. Frauenvereins, Fulda
Der valerläudische Frauen - Verein, Ortsgruppe Fulda.
„Hörn Sie mal, Pfeifsrauchen kann ich garnicht vertragen."
„Ra, dann lasten Sie's bleiben."
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(norm. Staat!. Fischerei-Inspektion).
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Film-Vortrag Die deutsche Hochseefischerei
In 20 Minuten sind wir mit dem Automobil von hier im Dschungel. Der erste Eindruck ist fabelhaft. Eine prachtvolle und üppige tropische Landschaft mit Palmenwäldern, dichtem Gestrüpp, dazwischen die tausend Arten indischer Laubbäume, dehnte sich rechts und links der guten Autostraße. Da aber taucht, von Palmen überragt, mit Schlingpflanzen überwuchert, eine halb zerfallene Barockfaffade rechts des Weges auf; im dichten Laub find alte Portale zu erkennen; düstere Steinhaufen, wimmelnd von Eidechsen und den kleinen indischen Eichhörnchen erinnern daran, daß hier eine Stadt stand. Und plötzlich hält der Wagen auf einem malerischen Platz, auf drei Seiten von Gebäude umgeben, mit dem Torso eines allen Brunnens in der Mitte. Wir steigen au£ und stehen vor einer großartigen Kirchenfassade, die man in Spanien und Italien, aber niemals hier vermutet hätte. Es ist Bom Jesus, die weltberühmte Gra- beskkrche des heiligen Franz Xaver. Unmittelbar an die Kirche schließt sich das Jesuitenkolleg, jetzt nur von einigen Paters bewohnte, welche die Grabeswache am Sarkophag des größten Missionars Asiens halten. Man führt uns alte Kreuzgänge entlang, über einen palmenbestandenen Klosterhof durch eine Seitenpforte in die Kirche. Die überladenen Barockaltäre find noch gepflegt pnd instandgehalten, und in einer neuen Kapelle steht auf einem prachtvollen Sarkophag aus Marmor und Japsis der Silbersarg, in dem der Lei', des heiligen Franz Xaver bestattet ist. Dieser Grabschmuck ist erst ein Jahrhundert nach dem Tode des Heiligen angebracht, wie auch die Kirche selbst samt dem Kolleghaus nicht der Bau ist, in dem der Heilige gewirkt hat. Auch ist es gar nicht das erste Grab Xavers, sondern sein drittes. Roch seine Leiche hat ungeheure Reisen gemacht, ist ruhelos, wie der Lebende war, durch Asien gezogen.
Viele rührende Gräber hat Indien: Den weihen Marmorfarkophag Kaiser Agbas, über dem die wundervolle Grabpyramide von Sikandra in die nordindische Ebene ragt; den wunderschönen Totendom, den Jehan für feine Gemahlin, die Kaiserin Mumtaz, am Dschumnafluß bei Agra bauen ließ; die einfache, mit Rasen ausgefüllte Steinplatte bei Delhi, unter der die Prinzessin Jehanara, die schöne und fromme Tochter Jehans, ruht, mit de- Jnfchrifttafel: „Errichtet mir kein
auch die Geduld, die neue Jugend zu ertragen.
man könnte da säst ... ich weiß nicht, wieso, aber tz ich bei diesem Thema nicht heftig werden will, fällt m rechtzeitig — wieso? wieso? — ein anderes ein, öc mich in Erstaunen versetzte. Ich las aus englischen $e tungen übernommene bewegliche Klage aus Neu-Sitz Wales; daß dort plötzlich die Kamele so erschrecker überhand nähmen. Ausgerechnet die Kamele!
Ich hörs mit wunder Seele, Erstaunt und unerfreut: Es gibt zu viel Kamele, Zu viel Kamele heut'!
Und wie ich es gelesen. Bericht' ich's und erzähl's: Sie treiben schon ihr Wesen , T Recht übel in Neu-Süd-Wales.
Da längst durch alle Gassen Das Auto stinkt und faucht, Hat man sie frei gelassen. Da man sie nicht mehr braucht. Was Wunder, daß ’ne große Vermehrung rasch beginnt--
Wie nun mal hemmungslose Kamele eben find.
Nach Futter das Verlangen Treibt sie in Gärten gar. Die Telegraphen-Stangen Sind ernstlich in Gefahr; Well sie das Fell j.ch scheuern Lustvoll an solchem Pfahl — Verbietet so was euem Kamelen bloß einmal!
Ich les' es und verhehle
Mir nicht, was mir mißfällt: Vermehrung der Kamele Bedroht die ganze Welt.
Schon naht, um's Himmels SßiCen, Von Osten her ein Zug--
Wir hatten — so im Stillen —
Diogenes hat s Work.
Heitere Zeitglosseu.
Im amerikanischen Parlament steht einer auf, Cou- bert heißt er, und ein angesehener Anwalt in Newyork ist er, und er sagt: „Die bisherige Durchführung der Prohibition vor den Gerichten ist eine reine Farce gewesen. Eine wirkliche Durchführung des Alkoholoer- bots würde zu einer Revolution führen..." In Haiti ist schon Revolution. Ich glaube aber, nicht wegen des Für oder Wider in der Alkoholstage. Dort wird hemmungslos gesoffen. Bloß — es marschiert mal wieder irgendwer auf San Domingo, und der Präsident ist natürlich geflohen. Das ist nichts Außergewöhnliches. Und wenn der, der jetzt auf San Domingo marschiert, eine Weile dort festgesessen hat, dann marschiert eben ein anderer auf San Domingo. Natürlich auch schwarz, ganz schwarz. Und der neue Präsident gibt Fersengeld . . . Das ist dort so ein munteres Gesellschaftsspiel auf Haiti. Und man kann nicht mal sagen, daß es gemein ober niederträchtig ist wie so manches europäische. Z. B. in Greiz in Thüringen hat man ein paar junge Burschen verhaftet (wenn ich heutzutage schon lese „junge Burschen", dann weiß ich: jetzt kommt eine Hundsgemeinheit. Wenn man früher las „junge Burschen", dann handelt es sich um einen Ausflug in den Taunus oder um einen Karnevals-Spaß. Das ist der Fortschritt der Zeit — die sich feit Wochen damit vergnügten, Frauen und Mädchen, die ihnen begegneten, mit langen Nadeln in Rücken und Waden zu stechen. Da kann man nur zitieren: „Spaß muß fein, sagte der alte Oberförster." — Aber daß sich die nicht „jungen" Burschen in Mittel-Europa solche überhand nehmenden Rohetten, die mit dem Uebermut wirklicher Jugend (der Himmel segne und erhalte ihn) gar nichts zu tun haben, so lange gefallen lassen. Die Langmut ist eine Tugend;
habe Franz Xaver alle Schwierigkeiten vorhergesehen, die heute noch nicht überwunden sind.
— Rückkehr der Zugvögel. Im Februar sind von der Zugvögeln außer dem Bussard die Feldlerche, GavW weihe. Ringeltaub, und der Kiebitz zurückgekehrt. den Ankömmlingen im März gehört die kleine Äekatzl die Feldschnepfe, das Hausrotschwänzchen, der Turm falle und die Singdrossel. Anfang April ziehen der -US dehopf, die Rauchschwalbe, die große Rohrdommel, Bachstelze ein. Es folgen Grasmücke, Gartenrotschwanz Wachtelkönig, Nachtigall, Goldammer und Wendeha» Ende April kommen Kuckuck, Hausschwalbe, die klein Rohrdommel nd der Schilfrohrsänger. Die letzten gel treffen im Mai ein, zunächst der Drosfelrohrfang«, bann die Nachtschwalbe, die Mandelkrähe, die schwalbe, die Gartengrasmücke, der Pirol und zuletzt Wachtel.
— Der gepumpte Frack. Von dem berühmten MM gelehrten Jakob Burckhardt in Basel wird eine huoW Anekdote erzählt, die ihren Schauplatz in Karlsruhe y Der Großherzog von Baden schätzte Burckhardt sehr Y > und als der Gelehrte eines Tages in Karlsruhe ann,gjn war, wurde er zum Empfang bei Hofe eingeladen- Freund begegnete ihm auf der Straße und erfuhr Burckhardt auf Befragen, wohin er zu gehen iny~c“, stehe. Nun machte er Burckhardt darauf au'*™jr,’ifen daß er ja keinen Frack anhabe. Der auf Aeußerlio) wenig bedachte Gelehrte hatte sich darum wemg bereitet, nahm aber das Anerbieten des Freundes, hohen Staatsbeamten, an, sich in dessen Wohnung 3 geben und von der Gattin den Frack zu erbitten. ausgerüstet, erschien er denn in der Audienz. -. einige Zeit hatte die Unterhaltung gedauert, a5--_»eg Hardt zu bemerken glaubte, daß das Auge des 6 immer erstaunter auf der Brusthöhe des 5r .1t Endlich sagte der Großherzog: „Es war mir n,ty cP nerlich, daß Sie von mir schon eine Ordensdekorall halten hatten". Verdutzt schaute nun auch Durckdar Frack entlang und brach bann heiter in die tjgy, im ausgeprägtesten schweizerischen Akzent: „Teufe, fei, königliche Hoheit, den Frack hab ich ja pump, y.
ausgezeichnete Einvernehmen zwischen dem Geiey seinem fürfHidien (Rönner wurde babureb nicht 8®1
Heiligengrab im Dschungel.
Von Alphons Nobel.
Herrin bes ganzen Ostens, Senhora be tnbo o Oriente, hat Camoens Goa genannt, bas einst bie portugiesische Hauptftabt aller ostindischen Kolonien war. Kurz nach 1500 hatten bie Portugiesen an ber Malabarküste Dorberinbiens festen Fuß gefaßt. Im Lanbes- innem gab es noch mächtige Reiche, vor allem in Nord- inbien bas Kaiserreich ber Großmogule, aber biefe Staaten besaßen keine Flotten und konnten insolgebessen gegen die europäischen Seefahrer sich nicht schützen. So begann bas portugiesische Kolonialreich sich an den Küsten Jnbiens auszubreiten. Die günstigste Lage hatte zweifellos Goa. Der portugiesische Lizekönig, Affonso b’üllbuquerque, machte es zu seiner Residenz. Kaum 150 Jahre bauerte bie portugiesische Macht, bann lösten die Holländer, bb Franzosen und schließlich bie Briten die Portugiesen ab. Da die Engländer Sinn für historische Kuriositäten besitzen, ließen sie ruhig, eingekapselt in Brttisch-Indien, als Enklaven die Reste der französischen und portugiesischen Kolonien bestehen. So gibt es 4 oder 5 französische Punkte in Vorderindien und auch einige portugiesische Stabte. Politisch finb diese Besitzungen ohne jede Bedeutung. Sie haben wirklich nur historischen Wert.
In einem Kolonialreich wie Indien pflegt alles neu und modern zu sein. Hier aber merkt man, daß auch Europa schon eine Geschichte auf indischem Boden auf- weisen kann. Schon gibt es europäische Ruinen. Alt- Goa ist die größte.
Der portugiesische Generalgouverneur residiert heute in Panjim oder Neu-Goa, das 8 Kim. von der allen portugiesischen Stabt entfernt liegt. Dieses Neu-Goa unterscheidet sich kaum von den andern europäischen Siedlungen in Indien. Eine wie geringe Bedeutung diese „Hauptstadt" besitzt, geht aus dem Fehlen jeder Bahnverbindung hervor. Die das portugiesische Territorium Goa mit Britisch-Jndien verbindende Bahnstrecke hat ihren Endpunkt nicht hier, sondern weller südwärts in Mormungao, einem oben Hafenplatz, auf dem hauptsächlich Erdnüße verladen werden.
Begebenheiten aus aller Well
Gottfried Bamberger
Lebensrnittel / Fulda / Bahnhofstraße 23
Reise und Wanderung.
— Vorläufiges Programm für die Feriensonderzüge 1930. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veröffentlicht jetzt die Verkehrstage der für diesen Sommer vorgesehenen Feriensonderzüge. Das Programm ist noch nicht endgültig; Aenderungen können noch eintreten. Die Verkehrstage und die Fahrpläne werden erst bei der Fe- riensonderzugkonferenz im Mai 1930 in Baden-Baden feftgelegt. Die in Bruchform angegebenen Verkehrstage bedeuten „Nachtfahrt". Bon Frankfurt (Main) aus sind vorgesehen: 1. Nach München am 18./19. Juli, am 19. Juli, am 20. Juli, am 26. Juli, am 31. Juli, am 2./3. St. 2. Basel und Konstanz am 19. Juli, am 21. Juli, . Juli. 3. Nach Hamburg und Bremen am 16717. Juli, am 18./19. Juli, am 23 /24. Juli. 4. Nach Norddeich am 20. Juli. 5. Nach Berlin am 19./20. Juli. 6. Nach Stralsund und Carlshagen am 19./20. Juki. 7. Nach Breslau und Beuchen O. S. am 18./19. Juli, am 30./31. Juli. Näheres über diese Feriensonderzüge wird nach der Feriensovderzugkonferenz veröffentlicht.
den Kinder an sich lockte und, nachdem sie den Wagen bestiegen hatten, um ihm den Weg noch einer Autogarage zu zeigen, schnurstracks mit den Kindern davönfuhr. Eines der Kinder sprang etwa 5 Kilometer hinter dem Orte aus dem Auto, so daß es dann zuhause von dem Geschehnis erzählen konnte. Die sofort aufgenommene Verfolgung führte bis in die Mittagsstunde des nächsten Tages nach dem Schweizer Rheintal, wo der Entführer verhaftet und das Mädchen den Eltern uMder zugeführt werden konnte. Irgend welche Verfehlungen gegenüber dem Kinde hat sich der Angeklagte nicht zuschulden kommen lassen, er gab vielmehr an, aus finanzieller Rot heraus die Tat begangen zu haben, um ein L ö f e g e l d zu erlangen. Demgemäß verurteilte ihn am Mittwoch das Gericht zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der viermonatigen Untersuchungs- haft. _______
Ein Verficherungsbelrüger.
Lin likauischer Lehrer sucht deutsche Versicherungsgesellschaften um 275 000 cK zu prellen.
Wie das „Memeler Dampfboot" meldet, wurde der Lehrer Kasimir Matulaitis, der am litauischen Gymnasium in Memel unterrichtete, unter dem Verdacht des Versicherungsbetruges festgenommen. Er hatte, ohne daß seine Frau es wußte, sie bei vier deutschen Lebensversicherungsgesellschaften mit etwa275000 ^versichert. Er hatte die notwendigen Geschäftshandlungen nicht in Memel, sondern in Orten des Memelgebietes vorgenommen, wo er nicht bekannt war, und dabei eine mehrfach vorbestrafte Schneiderin als feine Frau vorgestellt, die auch die Unterschriften für seine Frau gab. Kurz nachdem die ersten Prämien an die Gesellschaften gezahlt worden waren, starb plötzlich die Ehefrau des Matulaitis, und zwar am 28- Februar dieses Jahres. Die Auszahlung der einzelnen Versicherungssummen stand be-- voi5 als der Memeler Vertreter der Iduna bei einem Gespräch mit einem Memeler Arzt ganz zufällig feststellte, daß nicht nur bei der Iduna, sondern auch bei anderen Gesellschaften eine Verfxhe- rung abgeschlossen war. Schlag auf Schlag erfolgte nun die Aufdeckung des Verbrechens. Die Prämien, die Matulaitis für die in betrügerischer Absicht geschlossenen Versicherungen hätte zahlen müssen, waren mehr als doppelt so hoch wie lein Gehalt. Matulaitis und die Schleusner, die auch verhaftet wurde, bestreiten jede Schuld an dem plötzlichen Tod der Frau Matulaitis. Sie geben nur den Versicherungsbetrug
ZU.
Frankfurter Oper.
Sonntag, 23. März, 15 Uhr: Das Land bes Lächelns.
Anfang 19.30 Uhr: Uraufführung: Achtung, Aufnahme! Vorher zum 1. Male: Petrouschka.
Tel. 869 Langebrückenstr. 48
IllllllllllllllllillllllllllllililiiiiiilillllllilllllillHÜBl
und ber Wert ber Seefische als Nahrungsmittel in volks- und hauswirtschaftlicher Beziehung. Redner: E. Mühleißen, Staatliche Fischmarktverwaltungen Cuxhaven.
„praktische Seefisch - kochvorsührungen
mit anschliehenben Kostproben.
Leiterin: Gewerbeoberlehreriu m. Alber«, Hamburg im Stadtsaal (Wirtschaftssaal) Fulda, am 22., 24. und 25. Marz 1930 abends Z1/» Ahr.
Wall dar auta
Bamheßer-Koffee
* Ein Bürovorsteher nach Unterschlagung geflüchtet. Der bei einem Rechtsanwalt in Ehren- breitstein beschäftigte Bürovorsteher Ludwig Kapper ist nach Unterschlagung zweier Sparkassenbücher über etwa 3000 Mk., welchen Betrag er bereits vor einiger Zeit auf der Sparkasse abgehoben hatte, geflüchtet. Für die Ergreifung de? Täters ist eine Belohnung ausgesetzt.
* Durch Frau Momm ins Gefängnis. Die Diebstahlsaffäre der Frau Regierungspräsident M o mm spielt, wie der „Borwärts" mittelst, auch in den Fall eines P ot s d a me r Schlächtergesellen hinein, der auf eine Diebstahlsbezichtigung der Frau Momm vom Potsdamer Gericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Die Braut des jungen Mannes war bei Frau Dr. Momm als Hausangestellte beschäftigt. Als zu Ende des vorigen Jahres ein größerer Posten Wäsche aus der Wohnung des Regierungspräsidenten verschwand, wurde der Bräutigam der Hausangestellten, der sie wiederholt in der Dienststelle besucht hatte, dieses Diebstahls bezichtigt. Alle Unschuldsbeteuerungen des Verdächtigten halfen nichts; er wurde zu Gefängnis verurteilt und mußte die Strafe auch verbüßen. Im Verlauf der kriminalpolizeilichen Untersuchung stellte sich aber heraus, daß auch dieser angeblich gestohlene Posten Wäsche von Frau Dr. Momm beiseite geschafft worden ist. Wie es heißt, hat Frau Momm auch diesen „Diebstahl" der Versicherung anaezeigt und dafür eine Entschädigung erhalten. Der seinerzeit unschuldig Verurteilte will jetzt die Hilfe eines Berliner Rechtsanwaltes in Anspruch nehmen, um Rechtsansprüche gegen den Justizfiskus zu stellen, und gleichzeitig völlige Rehabilitierung verlangen. Außerdem will die Braut, die damals sofort entlassen wurde, gegen Frau Momm Beleidigungsklage erheben.
* 5 Jahre Zuchthaus für einen Mädchenenkfüh- rer. Vor dem Santongericht inSt. Gallen kam am Mittwoch die Strafsache gegen den Schweizer Tanzlehrer Kar! Boßhard wegen Freiheitsberaubung in der Absicht, ein Lösegeld zu erpressen, zur Aburteilung. Der Angeklagte hatte Mitte September vorigen Jahres mit seinem Kraftwagen in dem Kantonstädtchen Rapperswil am Züricher See zwei kleine Mädchen dortiger angesehener Familien entführt, indem er die auf der Straße spielen-
Jehk, wo die Natur sich auschickk, ihr neues ftleiö anzulegen, denken auch Sie an Neuanschaffungen, vor allem an neue Schuhe, deren Auswahl Ihnen Freude machen wird, wenn sie sich gleich an die richtige Quelle wenden, wo sie alles bekommen, wie es Ihren Wünschen entspricht: gut und preiswert. Rechtzeitig wie immer das Schuhhaustzodes — Fulda, ftarlftt. 23 mit den allerneusten Modellen der bekannten wotto- Schuhe auf dem Plan.
Wissenschaft und Forschung.
— Internationale Gesellschaft für krebs- und Tuberkulose-Forschung. Am 23. März wird bie Generalversammlung ber Internationalen Gesellschaft für Krebs- unb Tuberkulose-Forschung in Paris abgehatten werben. ________________________