Elisabeth Schwartz.
christlichen Wesens.
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komme in kurzer
Er faßte unwillkürlich mit dm Härchen die Armlehne.
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Er zog sich schnell an und ließ sein Frühstück kommen. Als er gerade dabei war, es zu verzehren, schrillte
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wieder das Telephon.
„Eine Dame wünscht die Stimme des Portiere
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Stunde 231."
Das. vor den großen hörte er
Zimmer fing an zu tanzen. Ihm flimmerte es Augen. Nur undeutlich sah er eine Dame mit Augen vor sich sitzen. Don der Straße her dumpfes Geräusch und wildes Durcheinander.
behalten, der Häuslichkeit die persönliche Note zu ver- leihen.
Heut«, da unsere gesamte Lebensführung einschneidende Aenderung erfahren hat, wird es der Frau nicht leicht gemacht, das Heim zum Eiland in der wilden Brandung unserer überhasteten Zeit zu gestalten. Wer sich heut« neu einrichtet, weiß darum; mit welchen wirt- schastlichen Schwierigkeiten haben junge Ehepaare zu kämpfen, vor allen Dingen die Beschaffung einer Wohnung, zweitens die der Möbel. Die Anschaffung des Schlafzimmers allein reißt schon ein tüchtiges Loch in den Geldbeutel. Da heißt «s nachdenken, kombinieren und mit Geschmack aus wenig etwas machen. Früher hatte man die bestimmten Garnituren, da war das Speisezimmer mit Büffet und Kredenz, das Herrenzimmer, eventuell noch der Salon und ein einfacheres Wohnzimmer. Die Zeiten sind entschwunden, neue Sachlichkeit tritt an Stelle alter Umständlichkeit. Ein runder Tisch, wenige Polstermöbel, gefällige, vor allen Dingen bequeme Stühle, einige nach Belieben als Büffet, Vitrine oder Kommoden zusammengestellte Möbcl- körper, und Wohn- und Speisezimmer sind geschaffen. Sind die Räum« sehr beschränkt, so läßt sich vielleicht ein einfacher Schreibtisch unterbringen und auch das „Schreibzimmer" ist fertig. Wächst nun der Wohlstand und die Familie wird größer, sodaß man die kleine Wohnung vielleicht mit einer größeren ober einem Häuschen vertauscht, so behalten dennoch die vom ersten Tage der Ehe angeschafften. Möbel ihren Wert, es ist keineswegs notwendig, daß man sie, wie es früher tfff der Fall war, gegen eine elegantere Einrichtung um- taufcht, nein man ergänzt lediglich, die an sich schönen Konrbinationsmöbel durch weitere Teile, die wiederum ganz nach persönlichem Geschmack zusammengestellt wer- den. Diese aus dem Geist neuer Sachlichkeit und wirtschaftlicher Notwendigkeit geborenen „Typen-Möbcl", die dennoch größte persönliche Geschmacksfreiheit gewährleisten, denn sie werden sich dem Raum niemals in starrer Monotonie einordnen, ermöglichen einen systematischen Aufbau des behaglichen Heims. Durch ihre großen Ergänzungsmöglichkeiten und ungezwungener Zusammenordnung lassen sie den jeweil. Stilwillen ihrer Besitzer zu Wort kommen, kann schweren Möbelkomplexe beengen den Raum, im Gegenteil, Zimmer und Einrichtung fließen in reizvoller Beweglichkeit zusammen. Selbstverständlich ist es Ausgabe der Frau, aus den gegebenen Möbelelementen in der Zusammensetzung mit Stoffen, Gardinen, Kissen, Decken, Vorlagen und Teppichen (wiederum je nach Geldbeutelsmöglichkeit) ein harmonisches Ganze zu schaffen und sich aus den Geist der Zeit und seinen Anforderungen an das Heim kulturell einzustellen. Aber es fällt ihr nicht schwer, denn beide, Frau und Heim haben beziehungsvolle Wandlungen hinter sich.
So ist die Frau von heute keineswegs Hausfrau in des Wortes einstiger Bedeutung. Es wird schwerlich im Zeitalter der Technik eine Frau geben, die nicht in der großen Welt genau so zu Hause wäre, wie in ihren vier Wänden. Im Gegenteil, die Frau soll nicht mehr im Heim allein ihre Welt finden, sie soll nur hier den Ruhepunkt haben, auf welchem sich die Ausstrahlungen der Kulturgeschehnisse unserer Zeit sammeln können. Das Heim soll zum Jnteressenkomplex der geistigen Regungen seiner Bewohner werden. Genau wie die Frau im Wandel der Zeiten olles Spielerische zu Gunsten geistiger und körperlicher Ertüchttgung abgelegt hat, genau so hat sich auch das Heim um sie verändert.
„Das schreibt ja Papa, ich fahre nach London zurück Millners, was bleibt mir anders übrig?"
„Und was wird aus mir?"
„Wenn du mich jetzt noch willst . . ., werd« ich
lieber den Schlußsatz mußte Leo lächeln. „Unglücklich" mit 160 000 Schweizer Franken, di« ihm nicht gehörten? Er faltete den Brief zusammen und schob ihn in den Umschlag.
„Was sagst du dazu", sagte sie, „verstehst du das?"
„Ich sehe nur eins aus dem Bries, daß du auf deinen Stiefvater nicht mehr rechnen kannst, sondern nur noch aus mich!"
Sie sah ihn dankbar an.
„Was wird dann nun aus eurem Geschäft?"
„Das ist nicht so wichtig ,wie was nun aus dir -verden soll."
Sachlichkeit im gesunden, erzieherischen und vor allen Dingen kulturell wertvollen Sinne, unsere ganzen volkswirtschaftlichen Lebensbedingungen fordern die Anstre- bung großer, ruhiger Linien, fern aller kitschigen, verlogenen Ueberladenheit. Nur in einem ehrlich, einfachen und dennoch sormenschänen Heim wird sich die Frau von heute bewegen und die kommende Generation zu tüchtigen Willensstärken Menschen erziehen können. Das Heim muß Spiegelung der Frau sein und es ist als Pflanzstätte deutschen Wesens und Erziehungsstätte der Jugend von weltengestaltender Bedeutung und Verantwortlichkeit, nicht umsonst ist das Wort von der .Kinderstube" bestimmend für das ganze Leben. So werden Heim und Frau zur Basis kommender (Entfaltung.
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Frikassee von Huhn.
Man verwendet hierzu nur fleischige und völlig ausgewachsene Tiere, die jedoch nicht alt sein dürfen. Man zerlegt die hergerichteten Hühner roh in Stücke und bedeckt sie in einer passenden Kasserole mit soviel Fleischbrühe und etwas Weißwein, daß die Fleischstücke gerade bedeckt sind. Man gibt Salz, einige Pfefferkörner, eine Scheibe Zitrone daran und kocht das Hrchn eine halbe Stunde lang. Dann gießt man die Brühe durch ein Sieb, rührt eine helle Mehlschwitze auf 80 Gramm Butter und 60 Gramm Mehl, gibt die Hühnerbrühe hinzu und kocht eine leicht gebundene Tunke; in der man die Hühnerstücke langsam noch eine halbe Stunde lang dämpft. Jetzt richtet man die G^ftügelftüde an, übergießt sie mit der bereiteten Tunke, die man mit 3 Gelb- eiern und 2 Löffeln Sahne abzieht, legte einen Rand von in Fleischbrühe mit einem Stück Butter gekochtem Reis um die Hühnerstücke und garniert zuletzt mit Blätterteigstückchen und ganzen Champignons. Die Letzteren hat man in ihrer Brühe vorher heiß gemacht. Das Frikassee kann noch durch mancherlei Zutaten verfeinert werden; man kann kleine Kalbfleischklößchen, gedämpfte Kalbsmilch oder Krebsschwänze hineinlegen.
Von Magda Trott- Misdroy.
Frau und Hsim.
Von L e n i W ii st.
Es ist die Berufung der Frau, ihrer Kamille ein Heim aufzubauen, ganz unabhängig von der wirtschaftlichen Lage hat sie die Verpflichtung für Mann und Kind die eigenen vier Wände, und wären sie auch noch so eng, so behaglich und schön wie irgend möglich zu nrachen. Es liegt nun einmal in der Natur der Frau zu ordnen, zu sorgen und zu verschönern, sogar die berufstätige Frau wird stärker mit dem Heim verwachsen als der berufstätige Mann. Wenn der Mann vielleicht hilflos und gelangweilt zwischen Möbeln steht und trotz guter Anordnung keine rechte Beziehung zum Raum findet, die Frau wird mit ganz wenig Mitteln, allein aus ihrem starken Einfühlungsvermögen heraus aus den gleichen Räumen eine Stätte der Gemütlichkeit, mit einem Wort die Wohnung heimisch machen. So werden Heim und Frau zu fast untrennbaren Begriffen, denn die Frau als Kulturträgerin wird gleichzeitig zur Stimmungsträgerin des Heimes und ihr bleibt es vor-
Zeit hinunter. Oder willst du lieber in deinem Hotel warten?"
Das Schiff schien zu sinken. Wo war er denn? Was hatte die Stimme im Nebel gesagt: „Dein Sekretär!" Halloh, Leo, festhalten! Haltung zeigen! Das Schiff geht unter. Es ist zu Ende. Es gibt keine Rettung! Olaf Lilloe ist da, der überfahrene Olaf Lilloe, der Totgeglaubte, ist wieder auferftanöen, lebt, wartet auf dich, auf Zimmer 231! Der Traum ist aus, die Welt stürzt ein!
„Mein Sekretär!" lallte er mehr, als er sprach. Dann faßte er sich, obgleich ihm der kalte Schweiß aus allen Poren brach.
„Ja, so, mein Sekretär, ich muß ihn gleich sprechen."
Christa sah ihn angsterfüllt an. „Was hast du nur. du bist ja ganz blaß!"
„Nichts, nichts!" sagte er. „Christa, nichts."
Und dann fetzte er hinzu:
„Bitte tue mir einen Gefallen, gehe hinunter ins
Lesezimmer. Ich habe etwas Wichtiges mit . . . mit meinem Sekretär zu besprechen. Ich komme in kurzer
Frühling im Hochland.
Bon Jutta Wilf in g.
Befreite Gewässer brausen zu Tal, Zerwühlen die Wiesen, zerpflügen die Schollen Und bringen Steinlawinen in, Rollen
-In kreißender Dual.
Da zittern im Hochland die niedrigen Hütten, *8autnftammgefugt und doch spielzeugleicht. Und warten, ob sie das dumpfe Verschütten Diesmal erreicht.
Und hinter den halbdlirchen Fenstern stehn Die Bauern, im Antlitz der Sorge Kerben, Und beten: „Herrgott, laß das Berderben Vorübergehn."
Dom Satt
Taktvolle Menschen sind die Hüter des Friedens und Liebe in einer Gemeinschaft. Man sagt wohl, daß Taktgefühl angeboren sein müsse, das zu erlernen möglich sei. Unserer Zeit fft viel vom fernen Dust ies Taktes früherer Generationen verlorengegangen.
Die Fähigkeit, mit Ruhe undHöslichkeit und Beherrschung der äußeren Form in den verschiedenen Situationen des Lebens fertig zu werden, das ist der Takt des äußeren Verhaltens. Er ist vor allen Dingen Sach« der 8 Erziehung von Jugend an und eine Seite der Erziehung | jur gesellschaftlichen Fähigkeit und zu guten Umgangs- formen und Gewandtheit im beruflichen Umgang mit Menschen, sei cs im Geschäftsleben oder anderweitig Der Mensch kann die Eigenschaft des äußeren Taktes haben, ohne im Besitz« der entsprechenden inneren Haltung zu fein. Dieser Art haftet aber vielfach eine gewisse Kühle und Unpersönlichkeit an oder eine als unwahr an= mutende Liebenswürdigkeit. In sehr kritischen Momenten kann aber der feinst« gesellschaftliche Takt versagen, nenn die große Güte und das christliche Verstehen fehlen.
Der Takt des inneren Verhaltens ist eine sittliche Eigenschaft, geboren aus feiner Cinfühlungsfähigkeit und der Gesinnung der Selbstlosigkeit und christlichen Güte. Manche Menschen haben von Natur aus die glückliche Veranlagung dazu, doch sind auch innerlich feine Menschen oft gehemmt in der Auswirkung ihres Wesens, * weil sie unbeholfen in den Umgangsformen und unge- | übt in der Ausdrucksmöglichkeit sind.
, Wir sehen, zum möglichst vollendeten Takt gehör: I Beherrschung äußerer Form und richtige Gesinnung die zwn nicht geringen Teil auf eigener sittlicher Arbeit be= K «cht- Also muß der Takt auch da, wo er von Natur ans entwickelt ist, durch Erziehung oder Selbsterzie- kßWsg zu erringen sein. Hierbei ist allerdings die große Schwierigkeit, daß der Taktlose meist nicht weiß, wann tmb wodurch er sich taktlos bezeigte, während z. B. der A Heftig«. der sich vom Zorn überrumpeln ließ, sich sehr f Ä&l hinterher bewußt ist, daß er zornig war. — Die
Benediktiner sind bekannt wegen ihrer seinen Umgangs« fermen und ihres Taktes. Sicher ist, daß nicht jeder so eingetreten ist. Aber hier kann man beobachten, wie die Erziehung zu einer ganz beherrschten und möglichst vollendeten äußeren Haltung und Bewegung, wie sie die Benediktiner im liturgischen Dienst pflegen, Einfluß hat «uf das ganze Verhalten. Damit verbindet sich die ganz
so aufgeregt!"
„Ja," sagte er und wischte sich die Stirn, „ich hatte meinen Sekretär nicht so früh zurückerwartet. Er bringt wichtige Nachrichten. Bitte, fei so lieb und geh jetzt"
Sie sah ihn ängstlich an, bann steckte sie den Brief und die Banknoten in ihr Täschchen und erhob sich Sie schritt langsam zur Tür. Er öffnete sie ihr. Sie blieb stehen und sah ihn groß an, bann sagte sie:
„Laß mich nicht zu lange warten! Und vergiß nicht, ich habe niemanden mehr auf der Welt, als dich, was auch kommen mag!"
Er nickte stumm und sie ging hinaus.
Als er die Tür geschlossen hatte, taumelte er auf den nächsten Stuhl zu.
Was war die drohende Ankunft des Ehepaar Hansens, was war das Zusammentreffen mit Tante Emma gegen den Schreck, den ihm Christa eben mit der Mitteilung von Lilloes Ankunft eingejagt hatte!
Was sollte er machen!
(Fortsetzung folgt.)
Huhn auf verschiedene Art.
Geschmortes Huhn mif Morcheln.
Man befreit 100 Gramm Speck von der Schwarte, schneidet ihn in kleine Streifen, gibt dieses während zwei Minuten in kochendes Wasser und läßt sie darauf gut ab tropfen. Nun erhitzt man 25 Gramm Butter in einer Kasserole, läßt den Speck darin Farbe annehmen und hebt ihn wieder heraus. In dieselbe Butter gibt man jetzt das roh zerlegte Masthühnchen, salzt und pfeffert es und brät die Stücke auf beiden Seiten gleichmäßig braun. Dann fügt man zwei feingehackten Schalotten und danach einen kleinen Löffel Weizenmehl hinzu vnb bräunt es leicht unter fleißigem Umrühren. Jetzt füllt man mit einem zehntel Liter Weißwein in der gleichen Menge Fleischbrühe nach, bringt das Gericht ins Kochen und gibt bann den Speck und 150 Gramm sehr sorgsam gereinigte Morcheln (man läßt getrocknete Morcheln erst im Wasser quellen) hinein. Nachdem alles fünfzehn bis zwanzig Minuten geschmort hat, richtet man bas Huhn hoch an und streut gehackte Petersilie darüber. Vorher, aber außerhalb des Feuers hat man die Tunke mit Suppenwürze noch ein wenig geschärft. Das Huhn wird mit in Butter gerösteten Brotstreifen umgeben.
aufs Göttliche gerichtete Gesinnung und die Pflege gegenseitiger Liebe, so daß dieses äußere und innere Moment dem Orden den Takt als Charakteristikum ausprägen konnte. Das sagt uns viel . Glücklich bi« Menschen, bie in der Atmosphäre einer schönen Familienkultur unb echt christlicher Gesinnung auswachsen konnten. Aber Selbsterziehung kann viel Versäumtes nachholen. Wir müssen unseren äußeren Menschen feilen (offen durch gute Gesellschaft und üben in liebender Einfühlung in die seelischen Zustände und Lebensumstände anderer. Dabei muh das cholerisch« und sanguinische Temperament achten auf Bewahrung der inneren Ruhe, auf Schweigen und Zurückhaltung zur gegebenen Zeit. Der vorherrschend phlegmatisch oder melancholisch veranlagte Mensch muß aus sich herausgehen und lernen, zur rechten Zeit das rechte Wort zu sagen. Ein Sichgehen- laffen sollten wir uns nie erlauben, auch wenn wir allein sind. Unsere Sprechweise sei einfach und natürlich, aber gepflegt. Die Sprachverwilderung in manchen Kreisen, die sich nicht genug tun können m Schlagwörtern, Modeausdrücken und burschikosen Wendtmgen, kann feine Takteinstellung nicht fördern.
Die Ruhelosigkeit und Hetze unserer Zeit ist eine Gefahr für bie Entwicklung zur harmonischen Persönlichkeit Harmonie und Beruhigung holen wir uns selbst aber nur aus der Stille, aus dem „Lassen". Darum ist es so wichtig, eine tägliche, ruhige Selbstbesinnung zu pflegen, ein« wirkliche „Atempause" besonders des Abends einzuhalten, und wenn auch nur für zehn Minuten. Versuchen wir bann eine Muskelentspannung unseres ganzen Körpers und schließen wir die Augen; ein Rekapitulieren des Tages durch bewußtes Nachdenken können wir ausschalten, wenn nur bie Seele sich ruhig und innig Gott hingibt, wie ein müdes aufgeregtes Kind die beruhigende Nähe der Mutter sucht. Dann erleben wir ein wohltuendes Abebben aller Tagesunruhen. Unserem Geist stellt sich von selbst und unbestechlich vor, was sündhaft, fehlerhaft, ungültig, was taktlos war Reue, Demut, Liebe, erneute Bereitschaft für Geduld und Verstehen erfüllen und läutern uns — unb mit gesammeltem Wesen können wir wieder zu den Menschen zurückkehren. Dann kann der Takt wieder zur Auswirkung gelangen, er ist ja die Ausstrahlung des ganzen
.Was hast du nur?" fragte sie wieder, „du bist
dort auf dich warten!"
Er küßte ihr die Tränen von den Augen. Und sie sah ihn wieder dankbar lächelnd an.
„Uebrigens", fuhr sie fort, „ich habe in der Aufre- gung ganz vergessen, dir zu sagen, daß dein Sekretär mgetommen ist."
„Mein Sekretär? Wieso?"
Leo fühlte plötzlich seine Beine schwer werden, er nutzte sich setzen.
„Ja, dein Sekretär!"
„Mein .... Sekretär?" Leo fragte nochmals.
„Nun ja, er ist heute morgen aus Berlin gekommen!"
„Wieso weißt du . . .?!" Er verstand sie nicht.
Die grüne Saffianmappe.
. Roman von Harold Esfberg.
Copyright by Carl Dunker, Berlin.
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War bas nicht ein Märchen, bas Märchen ber grü- Saffianmappe! Ihm schwindelte ob all biefes Gliik- Würbe cs ihm treu bleiben ober würbe er von den . die er so kühn erklommen hatte, jählings hin-
ürzt werden? Ihn schauderte bei diesen Gedan- Was würde der morgige Tag bringen!
Aus wirren Träumen weckte ihn der schrille Ton Telephons an seinem Bett. Halb verschlafen sah er der Uhr, es war gleich halb neun. Er meldete mit dem unverbindlichen „Hallo", worauf eine che Stimme antwortete? „Wer spricht?" Er iete sich auf, sammelte feine Gedanken und nannte Namen Olaf Lilloe.
--hier ist Emerson, Leroi u. Emerson", war die Ant- ,Sie haben unseren Bericht Rr. 3 bekommen?"
<eo bejahte.
^-Wir haben soeben ein Telegramm aus Marseille
sagte Leo und gähnte.
.-Derstehen Sie recht, aus Marseille!"
-^a, bitte", sagte Leo.
"\K)r Freund ist gestern abend an Bord des „San Uw gegangen, Richtung Rio de Janeiro, ber Darnp- W um 3 Uhr früh die Anker gelichtet. Unser Be- Ek kehrt heute nachmittag zurück."
'Ausgezeichnet", erwiderte Leo, „schicken Sie mir Nechnung!"
"foben Sie richtig verstanden?" sagte Leo, „er ist abgereist!"
-Jagte bie Stimme, „er ist fort!"
. *e Stimme schien verzweifelt, daß diese Nachricht _Jrr Olars Lilloe keinen größeren Eindruck machte.
,^ng den Hörer an unb atmete auf. Pomer- 9'ng ihn nichts mehr an, aber wie würde sich dazu stellen, wie sollte er ihr die Flucht ihres beibringen? Das war keine leichte Aufgabe.
„Als ich unten im Empfangsbüro nach deiner Zim- mernummer fragte, sagten sie mir, es seien zwei Herren deines Namens hier. Auf Zimmer 72 unb auf Zimmer 231. Ich fragte nach bem fjetrn, ber gestern Nacht aus London angekommen ist, und da schickten sie mich zu dir. Sie sagten, der andere Herr fei vor einer aus Berlin gekommen. Er hätte die Nummer
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„Bitten Sie die Dame hinauf", sagte er.
Kurz darauf klopfte es und Christa trat ein, totenbleich mit rotgeweinten Augen. Sie hielt ihm sofort ein Kuvert entgegen unb sagte mit verzweifelter Stimme:
„Hier lies, bitte lies, was soll ich bloß machen!"
Und bann sank sie in ben nächsten Stuhl und begann hcrzzerbrechend zu weinen.
Es war ber eingeschriebene Brief aus Tours. Leo zog ihn aus dem Umschlag, wobei mehrere Banknoten zur Erbe fielen. Er hob sie auf, brückte sie Christa au? ben Schoß unb sagte:
Aber Liebes, beruhige dich doch, fasse dich. Ich bin doch bei dir!"
„Liebster, ich bin so verzweifelt, aber lies doch!"
Leo ging mit dem Brief an das Fenster. Er lautete
„Liebe Christa! Meinem ausdrücklichen Wunsch zuwider bist du zu Burnhills gefahren und hast daher mein Telegramm zu spät bekommen. Du wirst die Folgen zu tragen haben.
Gewisse Umstände, deren Natur ich dir zurzeit nicht mitteilen kann, zwingen mich, sofort Europa zu ver- lafscn.- Es hat keinen Zweck, Nachforschungen nach mir anzustellen. Wenn es mir gelingt, in dem Lande, na.f bem ich reise, eine bessere Existenz zu schaffen, werde ich dir Nachricht zukommen lassen, unb zwar zu Millners, bie dich wohl bei sich aufnehmen werden.
Ich lege 5000 Schweizer Franken in Noten bei, damit du über die erste Zeit fortkommst. Mehr kann ich leider für dich nicht tun.
Wenn dich jemand nach mir fragen sollte, so sage, ich sei in Geschäften nach Rußland. Wie du Lilloe los wirst, ist mir gleich, laß dich keinesfalls mit den Polen ein, wenn sie dich belästigen.
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Sie zu sprechen!" Es war
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